Deutschland: Auf den Hut gekommen

https://pixabay.com/de/mann-hut-nationalfarben-deutschland-2140588/

pixabay.com

Hutbürger aller Länder vereinigt Euch!

Also weeßte, dat heißt doch, auf den Hund gekommen! Richtig, so die Redewendung. Hierbei berufen wir uns aber auf jenen Vorzeige-Pegida-Demonstranten… Genau, den aus Dresden in Sachsen, der eben mit jenem schwarz-rot-goldenen Hut auf dem Kopp dat Fernsehen maßregelte, es solle nicht die Kamera auf ihn richten, dies sei eine Straftat, somit die Poli… äh… Pegizei hinzurief.

Prima Klima an jenem denkwürdigen Tag, reiner Sonnenschein, gutgelaunte teutsche Recken unterwegs, um dat Merkel per Schild anzumahnen, sie solle sich verpissen. Ne, klar, ein wenig sittsamer auf Schildern gemalt: Merkel muss weg! Mit Doppel-s, die neue Schlechtschreibreform paßt sich nazihaft an, da paßt keen „ß“ hinne.

Was fällt jenem Kamerateam och ein, die ehrenvolle Demo zu dokumentieren, was den gewissenhaften LKA-Mitarbeiter daran erinnerte, wie simpel doch mit dem Datenschutz man die Polente instrumentalisieren könne, obendrein quasi Kollegen untereinander ohnehin sich lieber deckeln, man haut sich nicht gegenseitig in die Pfanne, erst recht beim Sachsensumpf.

Klingt stumpf? Nö, wat? NSU-Prozeß? Imma schön vertuschen, sollen doch die linken Luschen bluten, wir sind die Guten, so die Denke jenes aufrechten Recken. Glaubt er, mit Überzeugung und Rückendeckung des verantwortlichen Landesvaters, egal ob aus den Reihen der CDU, Hauptsache loyal und treudoof… äh… pflichtbewußt.

Und den Medien, jener Lügenpresse, wolle man sowieso ständig eins auswischen. Sie machen ihre eigenen Fakenews… Alternative Medien, dank Elsässer, Jebsen und Co., die zeigen Euch, wo und vor allem wie es langgeht. Obendrein selbst der edle Trump ein Zeichen des richtigen Weges setzt. Punkt, basta. Wie, italienisch? Achso, man wolle sie erneut in die Falle locken, sprachlich, woll, ne. Die germanischen Wurzeln sind nicht zu kappen, daran sind schon die Römer gescheitert.

Aber mit der Geschichte haben sie es nicht so, die auf den Hut gekommenen. Da paßt doch die neue Parole „Hutbürger aller Länder vereinigt Euch!“ Sicher doch, nicht aller Länder, aller deutschsprachigen wie Östereich, Schweiz, Pommern, genau, die Reichsbürger sitzen mit im Boot, so auch dat Elsaß… wäre doch gelacht, wenn die ollen Reichsgrenzen wieder zu verteidigen sind gegen alle Schmeißflieg… äh… ausländischen Schmarotzer, die unser Teutschland streitig machen wollen.

Zurück zum Kampf, im Sinne des Patriotismus, einem Nationalismus, wie es sich gehört. Exakt, Gehorsam und Pflicht, Ordnung muß sein im Sinne alter Besen, die fleißig kehren, alles ausmisten, was sich in den letzten Jahrzehnten nach Adi eingeschlichen hat. Wech damit. Zum Zeichen unverkennbarer Solidarität trage ein jeder den besagten Hut, ob jung oder alt, Frau oder Mann, so verlangt es der neue Bann.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

Veröffentlicht unter Satire | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Irgendwo eine Farbe

https://pixabay.com/de/sonne-morgend%C3%A4mmerung-sch%C3%B6nwetter-3130638/

pixabay.com

Rechts neben dem Bett,
aufgehängte schwarze Skelette,
sie hören die Stimmen,
die im zu kleinen Morgenmantel
eingenäht sind.
Links sitzt das Mädchen
neben dem Ton der Flöte,
die unablässig hektisch,
lautlos ihre Schreie
in sich aufsaugt.
In der Mitte der Flucht
dämmert eine weiße Lampe,
vernebelt die grüne Fläche
des zerfledderten Tuchs,
grün, unpassend leuchtet.
Irgendwo füllt sich
eine Pfütze mit Himmel.
Farbe für mich.

Nafia

Kategorie: Gedichte

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Freiheiten beseelter Geister in grenzenlosem Widerspruch zur Macht

https://pixabay.com/de/figur-mann-fernglas-zaun-gag-2687801/

pixabay.com

Der Gag der Woche – oder wieso man vieles ernst nehmen sollte

Moderne Zeiten holen uns ständig ein, ein völlig normaler Prozeß, der menschlichem Erfindergeist entspringt. Adam und Eva, eine flache Erdscheibe, der Mann im Mond, Fliegen können nur Vögel, bewegte Bilder auf Leinwänden, die Kette überwundener Errungenschaften und Kenntnisse ließe sich beliebig fortsetzen. Im Mittelpunkt, im Fokus Mensch selbst, der versucht, mit allem Neuem zurechtzukommen.

Dabei schauen die Versuche oftmals kläglich aus, angeblich handfestes Wissen revidieren zu müssen, weil gar manchmal das Gegenteil beweisbar sich offenbart. Weg vom Hokuspokus eines Aberglaubens, einer irrational fanatischen Haltung voller Scheuklappen, hin zur nüchternen Beweisführung mittels des Verstandes, der über allem steht und knallharte Fakten schafft, die eben nicht einfach ignoriert werden können.

Trotzdem bieten sich genügend Räume und Schauplätze der Spekulation, des Mißtrauens, eines Irrglaubens, der in den Köpfen Verunsicherter vielfach Unheil anrichtet, sich ausbreitet, um Widerstände zu mobilisieren. Beispiele beschäftigen uns tagtäglich, die gerade von Persönlichkeiten in gewissen Ämtern ihr eigenes Unvermögen zeigen. The Donald an der Spitze der Neuen Welt bescheinigt explizit, inwieweit cholerischer Fanatismus und Narzißmus eine gefährliche Allianz des Unwissens eingeht, um gleichzeitig die Bevölkerung exemplarisch mit zu bestrafen, egal ob diese ihm folgt oder sich ihm widersetzt.

Keineswegs betrifft dies nur das Land des America First, Parallelen zum ewigen Feindbild der Amis können nicht weggedacht werden. Auch jener Wladimirowitsch steht im Mittelpunkt eigener Herrschaftsansprüche, die gefälligst umzusetzen sind. Dort hat eine Opposition weiterhin keine Chance: die Fortsetzung des Zarismus, Stanilismus und sogenannten Kommunismus. Europa entwickelt sich gleichwohl zurück mit dem erneutem Aufkommen des Nationalismus, siehe Polen, Ungarn, Österreich und Italien.

Am Anfang war weder das Wort noch irendein Gott, sondern die Idee, ein Klang, der dem Wesen des Kosmos entspricht, der in seiner Unendlichkeit von Raum und Zeit alles Materielle enstehen lassen kann, um im nächsten Moment es aufzulösen. Das All bestimmt das Sein in jedweder Form, ein Dramaturg ohne Regisseur mit Darstellern, die genauso professionell wie dilettantisch agieren dürfen, Bühnenbildern in unendlicher Vielfalt sich ständig verändernd, während Klänge alles und jeden beseelen oder gar verteufeln. Himmel und Hölle ein Widerspiegel, entnommen aus den Urtiefen sämtlicher Gedankenspiele.

Wo die Phantasie auf Grenzen stößt, eingeschränkt sich beschränkter Ansichten unterzuordnen hat, verebben die Melodien der Vogelstimmen, hält die Welt den Atem an, gerät in heftige Konflikte, um nicht daran zu ersticken, ertrinkend in einem Meer voller Selbstzweifel, wieso das Diktat solch verbohrter Fanatiker ihnen weiterhin trotzen darf, obwohl mit kurzem Blick zum Himmel, der Kosmos stets die passenden Antworten bereithält.

Nada Brahma, OM, Amen

Lotar Martin Kamm

 Kategorie: Meinung

Veröffentlicht unter Meinung | Verschlagwortet mit , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Dem ewigen Leben entronnen

https://pixabay.com/de/landschaft-wolke-natur-himmel-3391390/

pixabay.com

Sonnenstrahlen unterwegs,
auf erstarrte Erde treffen,
Pflanzen lechzend frohlocken,
Haut gebräunt Schwätzchen hält.

Trockenheit manch Meldung wert,
Vögel verdurstet vom Himmel fallen,
der Rote Planet Eis enthält,
Wissenschaft Leben vermutet.

Zerstörung nicht zufällig geschieht,
Menschen arglos verweilen,
Mutter Erde vieles einfach wegsteckt,
im All bleiben sie unentdeckt.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Gestriges Heute

https://pixabay.com/de/ozean-felsen-klippen-meer-601582/

pixabay.com

Tränen im Gesicht
des Abfalls
von gestern.
Erbrochene Wiederkehr
bis an die verfaulten Klippen,
die betend auf das Meer warten,
um die Jahrhundertwende
abgekaut von Armut.
Vertriebene
im Licht des Schattens.
Der Asche letztes Grab.
Ist das nicht ein Spatz?
Ein vom Leben
versteinerter Mensch
verdeckt die Gravierung.
Ist das nicht ein Spaß?

Nafia

Kategorie: Gedichte

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Süditalien: Sklaverei im Reich der Caporale

Matteo Salvini stellt seine Unfähigkeit unter Beweis

Es gibt etliche Schattenseiten zum Thema Flüchtlinge, die uns alle noch ziemlich lange beschäftigen werden, selbst wenn die Neue Rechte noch so viele erfolgreiche Versuche menschenverachtender Intervenierung unternimmt, dessen Ergebnisse sich in Staaten wie Ungarn, Österreich, Polen oder Italien widerspiegeln.

In Süditalien herrscht schon länger moderne Sklaverei, auf Feldern ernten viele Menschen aus Aftika Obst und Gemüse. Trotzdem Caporalato, die illegale Beschäftigung von Landarbeitern für sehr wenig Lohn, somit gesetztlich verboten, findet im Reich der Caporale völlig selbstverständlich statt, hat auch die Mafia ihre Finger im perfiden Spiel. Eine simple Räumung der Ghettos, die Italiens Innenminister Matteo Salvini von der rechten Partei Lega fordert, stellt dessen Unfähigkeit unter Beweis.

Ausbeutung hat stets dieselbe Methode

Ihr Ziel besagt einen größtmöglichen Maximalprofit. Dabei stören sämtliche Belange wie Menschenrechte, daraus folgende Proteste und Widerstände. Hilfreich zur Seite stehen derartigen Vorhaben ganz besonders all jene, die ohnehin ihren „kranken Narzißmus“ ausleben wie die Neue Rechte mit ihren weltweit sich verzweigenden Anhängern. Ob ein Donald Trump im äußersten Westen, etliche europäische Länder oder ein angeblicher Vorzeige-Patriot wie Wladimir Putin. Sie haben allesamt eines gemeinsam: Ihren Reichtum vergrößern, koste es, was es wolle!

Dazu gehören gleichwohl mafiöse Strukturen, wie sie auch der viel zu früh verstorbene Journalist und Schriftsteller Alessandro Leogrande in etlichen Büchern und Artikeln beschrieben hat, sich allerdings auch direkt an aktuelle imaginäre „Flüchtlings-Grenzen“ wie Griechenland, den Balkanstaaten, Libyen begab, die ziemlich real die Menschen beschäftigen.

Tödliche Unfälle münden in berechtigte Wut

Die Polizei hält sich zurück, aus dem größten Ghetto der Gegend von Foggia in Apulien, Borgo Mezzanone, irgendwie eine illigale Stadt. Wut der Erntehelfer entlädt sich, nachdem tödliche Unfälle vor Ort zunahmen. Müssen erst Menschen auf solch tragische Weise sterben, bis andere sich zu Recht Luft machen? Obendrein etliche zuvor ohnehin die Fahrt übers Mittelmeer noch überlebt hatten? Welch dramatische Entwicklung, die gleichzeitig durch Schlepper, den Caporali ihren Lauf nimmt.

Billiges Obst und Gemüse fordern wir ein, in Spanien wird dadurch die Salzwasserlagune Mar Menor verseucht, in Italien Geflüchtete als Erntehelfer mißbraucht. In anderen Worten, auch Verbraucher können durch ihr Verhalten mitbestimmen, was sie zulassen oder eben verweigern. Mit solchem Wissen über die Folgen sollte entsprechend reagiert werden. Gleichzeitig steht die Europa- und Weltpolitik mit am Pranger, eben die Flüchtlingsursachen zu verringern und am Besten somit zu verhindern.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Proteste und Widerstände

Veröffentlicht unter Proteste und Widerstände | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Schutz verdunkelt

https://pixabay.com/de/menschen-frau-sch%C3%B6nheit-farben-2587061/

pixanay.com

Blümchengewandet,
Rücken im Sande,
zwinkerte sie sich
durch den Tag.

Auf Ellbogen gestützt,
überschlagen die Beine,
gesüffelt am Cocktail,
den sie nicht mag.

Abends traurig müde,
zurück im Hotel,
Nichtbeachtung
schmerzt sie arg.

Düster Welt erscheint,
selbst unter der Dusche,
seit der Früh die Sonnenbrille
ihre Augen verbarg.

Nafia

Kategorie: Gedichte

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar