Die letzten Momente des Kindersoldaten Mokabi

Die Demokratische Republik Kongo kommt nicht zur Ruhe

Langsam kroch Mokabi im Dunkel der Nacht die staubige Straße entlang, obwohl die Venus strahlend hell zwischen den Häuserschluchten hervorlugte, wissend, daß jederzeit ihn jemand sichten könnte, was wiederum sein Leben kosten würde, welches ohnehin am seidenen Faden hing angesichts der etlichen Verwundungen. Eine Blutspur verfolgte seine Kriechspur, aber das spielte jetzt keine Rolle mehr so kurz vor der Ohnmacht, wobei die Schmerzen unerträglich heftig ihn aufstöhnen ließen. Was war nur geschehen, daß Mokabi ausgerechnet in diese simple Falle tappte, obwohl er nur zu genau wußte, worauf zu achten war?

Das Leben raste in sekundenschnelle an dem 15-jährigen Kindersoldaten vorüber, während im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo der Bürgerkrieg seine dramatisch häßliche Seite nach wie vor zeigte. Und nun lag Mokabi verblutend am Straßenrand mitten in der Großstadt Bunia, keine andere Menschenseele schien ihn zu bemerken, obwohl vorhin sogar seine kurzen Schmerzensschreie unüberhörbar durch die Nacht hallten. Dabei hatte Antoine den Kindersoldaten in wenigen Wochen gelehrt, wie mit einer AK-47s umgegangen wird. Soruma, welches sie rauchten, verhalf ihnen, über Trauer, Wut, Angst und Verzweiflung hinwegzukommen, von den Traumata ganz zu schweigen, die sie ohnehin ständig begleiteten in den Minuten, wo sie mal nicht in Anspannung sich befanden vor lauter Drill und Morden.

Der drittgrößte Staat Afrikas hatte wie so viele andere Nationen 1960 seine Unabhängigkeit nach 75 Jahren belgisch grausamer Kolonialherrschaft erlangen können, dem danach zunächst fünf Jahre lang heftige innenpolitische Streitigkeiten folgten, bis schließlich der Diktator Mobutu Seso Seko die Macht an sich riß und 32 Jahre lang regierte. Mit dessen Sturz durch den Rebellenführer Laurent-Désiré Kabila flammte ein Bürgerkrieg auf, der schließlich in den sogenannten Afrikanischen Weltkrieg mündete, da mehrere afrikanische Staaten involviert waren. Das 2002 beschlossene Friedensabkommen erreichte nicht sein Ziel im Osten des Landes.

In diesem Spätsommer des Jahres 2006 war drei Jahre zuvor zwar der Zweite Kongokrieg offiziell beendet worden, aber hier in Bunia herrschte weiterhin Gewalt und Zerstörung zwischen Hemas und Lendu Milizen. Mokabi war nur einer der vielen Tausend Miliz Mitglieder, der für die Sache rekrutiert wurde, manche seiner Kumpels waren gerade mal acht Jahre alt. Der sterbende Jugendliche erinnerte sich zurück, als er als 9-Jähriger zusammen mit einigen gleichaltrigen Freunden bei einem Überfall verschleppt und gezwungen worden war, mit der Waffe in der Hand als Miliz alles zu töten, was sich ihnen in den Weg stellte bei ihren gezielten Streifzügen. Die schrillen Todes- und Angstschreie der Getroffenen hatte er durch nichts vergessen können, selbst im zugekifftesten und besoffensten Zustand verfolgten ihn die Bilder der Massaker.

Und jetzt lag Mokabi selbst verblutend, völlig hilflos am Straßenrand. Ein Basenji, auch Congo Dog genannt, hatte die Blutspur wohl gewittert und schnüffelte hinter Mokabis rechtem Ohr, fuhr einmal mit der Zunge über dessen Gesicht und sprang kurz weg, als dieser aufstöhnte. Die tierische Neugier ließ aber nicht ab von dem fast leblos liegenden Körper, und so inspizierte der rotbraune Rüde seinen Fund. Fünfzehn Jahre sind viel zu kurz, um nunmehr hier am Straßenrand kläglich zu sterben, dachte Mokabi noch, wissend, daß wohl niemand kommen würde, um ihm zu helfen. Ohnehin steckten zu viele Projektile in seinem hageren Körper, in dem ein rasch zunehmendes Taubheitsgefühl sich ausbreitete. Der Jugendliche war nicht mehr in der Lage, sich zu bewegen, lediglich seine Augenlider verrieten eine noch vorhandene, rege Denkfähigkeit in den letzten Momenten seines Lebens. Einmal noch winselte der Hund auf, ehe er von dannen lief. Am nächsten Morgen entdeckte eine vorbeifahrende Patrouille den toten Kindersoldaten, ließ ihn aber zunächst liegen, orderte per Funk allerdings ein Fahrzeug, welches ihn einsammeln sollte.

Der Bürgerkrieg hat schon viele Todesopfer gefordert ohne Aussicht auf Frieden, viel zu komplex sind die Machtinteressen hier vor Ort. „In Kasai steht die Hölle kurz vor dem Ausbruch“. Die Waffengeschäfte blühen so wie bei jedem Krieg, was bedeuten schon ein paar Millionen Menschen, die im Zweiten Kongokrieg, dem wohl tödlichsten Krieg in der modernen afrikanischen Geschichte, ihr Leben lassen.

„Weisheit ist keine Medizin zum Hinunterschlucken.“ (ein Sprichwort aus dem Kongo)

Lotar Martin Kamm

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Der Geist kann tigern

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Er hat ein Buch,
für jeden zu sehen,
es steht im Regal,
so daß jeder
den Buchdeckel
lesen kann.

Um Tiger geht es,
Mannomann,
gefährliche Tiere,
kaum zu bezwingen,
spannender es
nicht sein kann.

Stolz präsentiert
die Wissenswelt,
das erhebt
die Persönlichkeit
zu einem Mann,
der Verstand kann.

Selfie mit Buch,
Reklame für Intellekt,
macht sich gut,
wie ein Tiger im Tank,
Denkersatz im Regal,
Geist weiter tigern kann.

Nafia

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Pegizei hat sich allumfänglich zu verantworten

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Politik offenbart zögerlichen Handlungsbedarf

Polizisten sind auch nur Menschen, leisten tagtäglich keine einfache Arbeit, müssen sich vielfach als Ordnungshüter beschimpfen lassen, gleichzeitig stehen sie für die Einhaltung der Gesetze ihre Frau und ihren Mann. Doch wie verhält es sich mit der eigenen politischen Gesinnung? Da geht es oftmals eben nicht mit rechten Dingen zu, wie der jüngste Vorfall in Dresden zeigte, die Polizei sich als Handlanger gewaltbereiter Pegida-Demonstranten präsentierte.

Wenn ein Herr Ministerpräsident Michael Kretschmer den inzwischen im Netz routierenden Hashtag #Pegizei als „unverantwortlich“ hält, dann sollte sich der Landesvater Sachsens mal selbstkritisch hinterfragen, warum er das Auftreten der Polizei vorschnell als seriös wertete, obwohl diese eindeutig die Pressefreiheit eine Dreiviertelstunde außer Kraft setzte!

Grauzonen zwischen Rassismus und Hilfestellung Holocaust-Leugnern gegenüber

Im Vorfeld jenes jüngsten Fehlverhaltens seitens der Ordnungsmacht gab es oftmals genügend Anlässe, der Polizei selbst Rassismus zu unterstellen, Anfeindungen gegenüber unbescholtenen Bürgern bis hin zu etlichen Entgleisungen unkontrollierter Gewalt. Die Bilder zu den Schahprotesten vor gut fünfzig Jahren wiederholen sich seitdem in selbstgefälliger Gewohnheit, Knüppel gegen das „linke Pack“, das erschaffene Feindbild einer Antifa rechtfertigt jedwedes hartes Einschreiten, anstatt dem gezielten rechten Terror Einhalt zu gebieten.

Mit diesem arrangiert man sich scheinbar zunehmend, hofiert gar per Polizeieskorte einen Neonazi direkt zum Rednerpult, angeblich sei dieser zur Personalienfeststellung mitgenommen worden. Eine Taxifahrt auf Staatskosten ist das. Punkt. Mit der längst bekannten Aktivistin für Menschenrechte, Irmela Mensah-Schramm, ging man bei der Gegendemo zur AfD-Kundgebung in Berlin eher harsch und nicht zimperlich vor, die sich selbstverständlich gegen die Darstellung der Polizei wehrt.

Daß Bayern zur Demonstration für Holocaust-Leugner in Nürnberg eine maximale Provokation duldet, die Polizei dortigst minimal einschritt, muß niemand wirklich verwundern, wenn schon eine CSU mit Standpunkten einer AfD unerschrocken liebäugelt, das hinterläßt erst recht Spuren bei der Ordnungsmacht. Der Tagesspiegel stellte vor knapp drei Jahren in seinem Artikel die Frage, ob die Polizei Rechtsextreme duldet, es wird angemahnt, man solle interne Rechtsextreme frühzeitig identifizieren.

Offensichtlich ohne wirkliche Wirkung. Racial Profiling und Korpsgeist überschatten den Polizei-Alltag, wer dies dortigst zuläßt, macht sich letztlich mitschuldig an derartigen Entwicklungen. Leichter gesagt als getan, immerhin belastet Mobbing und Ausgrenzung natürlich auch Kollegen innerhalb der Polizei, wird somit unverfroren eine solch rassistische Haltung ausgenutzt.

LKA mit im Boot – Bundespolitik schaltet sich plötzlich ein

Solange der Mann mit Deutschlandhut pöbelnd anonym blieb, nicht zuzuordnen war, außer als „teutscher Recke“ sich wichtig zu tun, war jener Vorgang auf Sachsen und dessen „Sumpf“ beschränkt, brachte ein Cartoonist es dennoch auf den Punkt. Wer das besagte Video sah, hat bestimmt bemerkt, welch „dolles Deutsch“ vor laufender Kamera sich äußerte.

Erst die Bekanntgabe, daß jener Pegida-Demonstrant sich als LKA-Mann entpuppt, ruft nunmehr die Bundespolitik auf den Plan. Bundesjustizministerin Katarina Barley erhöht den Druck gen Sachsens Behörden, fordert rasche Aufklärung. Das muß sie auch, um ihrem Amt Nachdruck zu verleihen. Ob sich dadurch tatsächlich etwas ändert, bleibt mal dahingestellt, darf man anzweifeln, wer den bisherigen Verlauf dieser dramatischen Entwicklung sich vergegenwärtigt.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Stromopoly

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Entspannt bereisen sie die Welt,
vorm Fernseher aus.
Lassen sich jeden Komfort liefern,
ins Glashaus.

Diskutieren im World Wide Web,
frei weg von der Leb´
Für alles gibt es eine App,
und den dazugehörigen Depp.

Helden, Weltverbesserer,
anonym oder mit richtigem Ich,
kümmern sich um aller Sorgen.
Ein Stromausfall! Fürchterlich!

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Arbeitswelt voller Tücken – doch der Mensch pariert

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Mit Belehrungen seitens Studien folgt Verunsicherung bis hin zur Ignoranz

Generelle Skepsis gegenüber all den vielen Studien, die jährlich präsentiert werden, sollte unbedingt verständlich sein, zumal oftmals gegenteilige Ergebnisse gar Jahre später urplötzlich wie aus dem Nichts auftauchen, der Interessierte schier zusammenzuckt, wenn er es denn bemerkt.

Anderseits beflügelt manch cleveren Zeitgenossen ein gesunder Menschenverstand mit einer Portion vertieftem Wissen, was man sich ohne weiteres aneignen vermag, um die ein oder andere errungene Studienerkenntnis nachzuvollziehen. Bei vielen allerdings folgt mit der Belehrung Verunsicherung bis hin zur Ignoranz, wenn sie es Leid sind, diese nicht begreifen. In einer Arbeitswelt voller Tücken lauern mögliche Gefahren für Leib und Seele, doch der Mensch pariert, weil die eigene Existenz schließlich auf dem Spiel steht, gerade in Zeiten anhaltender Arbeitslosigkeit und Hartz-IV-Zukunft, wer aussortiert.

Schichtarbeit – unterschätzte Form menschlicher Versklavung

Mag man solche Worte wie Biorhythmus belächeln, so hält sich die gesamte Natur dennoch daran, außer jene wird empfindlich durch den Mensch selbst gestört, denken wir an den Verkehrslärm in Städten, an all die Orte, wo die Tier- und Pflanzenwelt mittels „technisierter Notwendigkeiten“ gehindert werden, natürlich zu leben. Manche Zeitgeister tun angesprochene Bedenken mit der Bemerkung ab, Tiere würden sich schon anpassen.

Verwunderlich mögen diese Kommentare keineswegs sein, passen abhängige Arbeitnehmer sich doch an die Rahmenbedingungen der Wirtschaft an, die lediglich ihre eigenen Vorteile erstrebt. Eine Studie des US-Fachmagazins „Occupational and Environmental Medicine“ besagt, wie der Focus betitelt, daß Schichtarbeit dumm und krank macht. Im Prinzip nichts neues, ein derartiger Eingriff in den Biorythmus muß zwangsläufig sich gesundheitlich auswirken. Allerdings lassen Menschen seit Jahrzehnten dies mit sich machen, ganz den Vorgaben einer menschlichen Versklavung sich unterordnend. Daher passen derartige Studien so gar nicht ins Bild einer heilen Welt voller engagierter Mitarbeiter, die doch „nur“ ihren Dienst schieben.

Oder reiht auch hier sich erneut ein, inwieweit unsere Leistungsgesellschaft angebliche Notwendigkeiten zuläßt? Es sieht ganz danach aus, der Akt der Selbstverständlichkeit wurde all die Zeit eben nicht hinterfragt. Daß uns Studien erst daran erinnern müssen, zeigt obendrein, wie vorschnell eigene Beobachtungen und Erfahrungen mit jenen Arbeitszeitmodellen der Schichtarbeit beiseite geschoben werden. Die Empfehlung des Studienleiters Marquié zeigt bereits, daß nicht forsch genug reagiert wird. Das beste Mittel wäre nämlich die Abschaffung der Schichtarbeit selbst! Obendrein braucht unsere Arbeitswelt ohnehin einen Wandel.

Im Dschungel wissenschaftlicher Studien – wer blickt noch durch?

Eine Vielzahl der wissenschaftlichen Studien mag durchaus ihre Berechtigung haben, schließlich will Mensch es genau wissen, was seinem Intellekt, seinem Verstand entspricht. Ohne jenen Wissensdurst hätten keine Erfindungen oder gezielte Erkenntnisse stattgefunden. Dennoch kommen bei etlichen Zweifel auf ob ihrer Notwendigkeit, weil bei manchen Widersprüche entstehen, sie sich gar aufheben, von den Fälschungen, die ebenso kursieren, ganz zu schweigen. Ob der Fall des Forschers Yoshitaka Fujii eine Ausnahme ist, darf angezweifelt werden, viele Studien können daher zweckdienlich ausgeführt werden, denken wir an die Eingebungen der Pharmaindustrie, mit deren Art und Weise Medikamente auf die Märkte zu schmeißen, von Tierversuchen bis hin zum bekannten Beipackzettel mit dem Hinweis zum Arzt oder Apotheker, die Nebenwirkungen betreffend.

Wer blickt dabei noch durch? Am besten läßt man sich auf viele sogenannte „wissenschaftliche Errungenschaften“ eben nicht ein, könnte man jetzt anführen. Je komplexer die Fragestellung, die Problematik, umso schwieriger gestaltet sich ein objektives Beurteilungsvermögen, was ungefährlich oder uns bedrohlich werden kann. Irgendwo in der Mitte liegt eine eventuelle, ernüchternde Erkenntnis.

Alles, was der Natur widerspricht, ihre Kreisläufe schädigt, so auch das unsinnige Arbeiten in Schichten, einer Hingabe, sich für eine dermaßen menschenverachtende Wirtschaft aufzuopfern, sollte uns zu denken geben. Kein Wunder, daß wir dadurch Schaden nehmen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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Konzentriert in die Mitte einstechen

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Dunkel war nah
Seit Urzeiten geschah
Ahnung schwärzte Leut
Düsternis verstreut

Leben angekettet
Auf Leichen gewettet
Verstecken ein Spiel
Unkenntnis das Ziel

Finsternis ein Glück
Keiner sieht den Trick
Zusammengedrängt
Freiheit eingeschränkt

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Polizei Handlanger gewaltbereiter Pegida-Demonstranten

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Pressefreiheit wird in Sachsen außer Kraft gesetzt

Da helfen weder ein Untersuchungsausschuß noch lamentierende Rechtfertigungen, die Polizei habe vor Ort einen eskalierenden Streit stoppen wollen, faktisch unterstützte die Ordnungsmacht die gezielte Provokation eines Pegida-Teilnehmers, der dadurch Fernseh-Journalisten an der Berichterstattung hinderte. Ziel erreicht, obendrein mediale Aufmerksamkeit jener rechtsradikalen Klientel verschafft.

Einerseits beharren solch pöbelnde Teilnehmer auf ihre Persönlichkeitsrechte, andererseits kann ein jeder im Filmchen mitverfolgen, wie dieser bewußt sich vor die Linse der Kamera stellt, im selben Moment lautstark das Fernsehteam auffordert, dies zu unterlassen, auf die im Hintergrund anwesende Polizei verweist. Diese wiederum macht sich kurz darauf zum Handlanger, im Nachhinein rechtfertigt sie sich für das Vorgehen gegen den Journalisten in Dresden.

Die unverfrorene Unterhöhlung des Rechtsstaates setzt sich fort

Während der ständigen Pegida-Veranstaltungen, mit dem Einzug der AfD in den Deutschen Bundestag, schon lange vorher duch die tausenden Gewaltexzesse gegen ausländische Mitbürger in Deutschland bis hin zum rechten Terror, der bald vierzig Jahre sich ungehindert etablieren darf, denken wir an das Bombenattentat beim Oktoberfest, den NSU-Prozeß, dessen fadenscheinige Urteile und die Haftentlassung von Ralf Wohlleben.

Doch wer hält sie wirklich auf? Eine mehr oder weniger schweigsame Mehrheit, eine Politik des Stillhaltens und Verharrens, die ihre Mitte einfordert, zugleich eine Linke sich verzettelt, die Hochburg einer Pegida keineswegs zufällig in Sachsen entstehen durfte, obendrein auch die Uni Leipzig einfach mal sich vornehm zurückhält, wenn ein Herr Rauscher seinen Rassismus ungehindert den Studenten zum Besten gibt? Mitnichten, es handelt sich dabei um eine Ignoranz, die gen Himmel stinkt, gerade hierzulande Alarmglocken erklingen sollten, wenn man an die Nazi-Herrschaft vor acht Jahrzehten denkt.

Heute die Presse ausschließen und morgen?

All jene, die von der Lügenpresse schwafeln und lautstark pöbelnd dies längst auf Demos dürfen, erhalten mal wieder Recht. Eine Rückendeckung die auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer gutheißt, in dem er per Twitter-Tweet behauptet, Polizisten würden bei diesem Video seriös auftreten. In anderen Worten, Kretschmer greift möglichen Ermittlungen wertend vorweg, wie Juso-Chef Kevin Kühnert empört kritisiert.

Wo sind wir hier eigentlich? In einem demokratischen Land, wo die Pressefreiheit eben nicht bevormundet oder eingeschränkt wird? Wer sie heute dermaßen simpelst brüskieren darf, wird morgen schon welche Instrumente einsetzen, um sich Gehör und damit Recht zu verschaffen? Beunruhigende Zeichen, wenn Polizei und Justiz vermehrt sich vor einem rechtsextremen Karren spannen läßt, während selbst die Politik stillhält!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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