Parfümierte Himbeeren

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Ach, vergiß es!
Tobender Applaus.
Zerstörter Ackerwindenzaun,
selbst Küssen war nicht erlaubt.

Verlorenes Jammern
mit klirrenden Herzen,
das hatte sie sich nicht erlaubt,
Flirten hinter Maskeraden.

Bildlich rekonstruiert
die schwirrenden Lichtspiele
aus den Lebensfeldern.
Fasziniert dämmerten Menschen.

Parfümierte Himbeeren
verderben sehr schnell.
Ach, vergiß es!
Sie verscherbelte die konstruierte Welt.

Nafia

Kategorie: Gedichte

 

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Politik in Europa: Welch Spaß, es bewegt sich was

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Der Gag der Woche – oder wieso man vieles ernst nehmen sollte

Den Kampf ansagen, gegen das Establishment. So die Worte jenes „blonden Dollen“ drüben übern Teich, obwohl er längst selbst sein eigenes Establishment über alles und jedem stülpt, wer nicht nach dessen Pfeife tanzt, sei es mit den unverkennbaren Twittergewittern, eine völlig neue Form politischer Staatsführung, man(n) geht eben mit der Zeit, ist up to date, auf der Höhe in einer computertechnisierten Welt.

Soviel zu dortiger Erneuerung, die Europa längst selbst widerfährt. Zunächst blieb Frankreich ein heftiger Rechtsruck erspart, weil Marine Le Pen nicht ran durfte, um im Élysée-Palast entsprechend die Weichen zu stellen, raus aus der EU, zurück zum Nationalismus. Dafür machen es uns die Österreicher vor mit dem Kurz-Strache-Gespann, zeigt die bösartige Fratze der Neuen Rechten unverhohlen ihren wahren Kern: Arbeitnehmerrechte ade, Sozialstaat abbauen, per „Achse der Willigen“ das Ayslrecht ab adsurdum führen.

Nachahmer finden sich natürlich hierzulande, Spaltpilze suchen ihre Chance, so wie der neu berufene Innen- und Heimatminister, in dem er kurzerhand der Kanzlerin in den Rücken fällt. Welch weit vorausgeahnte Taktiken tun sich auf! Auf jenen fahrenden Zug springt der angeblich in den Staaten inzwischen verpönte Steve Bannon mit seiner The Movement – To take down the EU. Die Bewegung sollten wir nicht verwechseln mit der gleichnamigen dänischen Rockband. Die USA zeigen Europa, wie die Neue Rechte ticken muß, obwohl doch die Amis jahrzehntelang als die heroischen Befreier galten vom Korsett der Nazis?

Verkehrte Welt. Ein Grund mehr, daß wenigstens Die Linke sich besinnt. Aber wie?! Mit #aufstehen – Die Sammlungsbewegung, welche Sahra Wagenknecht zusammen mit ihrem Ehemann Oskar Lafontaine ins Leben rief? Die Linke gespalten, uneinig in der Politik, Machtgerangel an der Spitze gleich Stillstand in der Sache? Grund genug, daß die SPD ihr politisches Tief versucht zu überwinden, um die Schröder’sche Agenda 2010 kleinzureden. Man traut selbstverständlich dem Herumtönen des Ralf Stegners nicht, mit einer links eingestellten Position in Deutschlands ältester Parei kann es mitnichten getan sein.

Ironie ein moderates Mittel, mal durchzuschnaufen, auch wenn die Zeichen allesamt auf ziemlich unsichere Zeiten steuern, die Überschrift, welch Spaß, es bewege sich was, deutet darauf hin. Müssen wir uns selbst eingestehen, den politischen Parteien zuviel Spielraum überlassen zu haben? Diese ihn schlichtweg verscherzten zugunsten jener ewig nimmersatten Eliten, die nur Reichtum und Ausbeutung im Sinn, während ein soziales Miteinander ständig ums Überleben kämpft, hierzulande vermehrt, in der Welt da draußen ohnehin?

Wir müssen nicht nur, es bleibt uns nichts anderes übrig. Bewegung kann tatsächlich Abhilfe schaffen, allerdings mitnichten in Richtung Nationalstaaterei, Sozialabbau, dem weiteren Hofieren des Neoliberalismus, einer erneuten Rüstungsspirale.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Meinung

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Pias Versuche, ihrem Leben einen Sinn zu geben – Teil 2

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Freund weg, Studiumwechsel durchaus möglich

Sting mit seiner genialen Stimme verleiht halt immer wieder das gewisse Etwas, sich dabei rundum wohl zu fühlen. Kein Wunder, daß Pia und Babette tänzelnd die Straße entlang schlendern, dabei im Takt zum Song den Kopf pendeln lassen, mit ihren Armen rudern. In einer Stadt wie Berlin mag das noch angehen, hier verwundern jedwede Exoten niemand mehr, ganz im Gegenteil, in der Hauptstadtmetropole treffen völlig unterschiedliche Welten aufeinander, ganz ähnlich wie in London, Paris oder Wien.

„Ach, meine Liebe, wir sind bereits angekommen, hier wohne ich seit geraumer Zeit“, betont Babette und weist auf ein sehr gut erhaltenes, mühevoll saniertes Jugendstilhaus, dessen Fassade in taubenblauer Farbe gestrichen, die Fenstersimse und Türrahmen in strahlendes Weiß gehalten, um sie dezent zu betonen.

„Wow, welch tolle Architektur, ich liebe Jugendstil, Omi“, erwidert Pia und folgt ihr. Das Treppenhaus mit seinem schwungvollen Eschenholzgeländer wirkt sehr einladend, die vesetzten, großzügigen Flurfenster lassen viel Licht eindringen, jede Wohnungstür ist extra individuell gestaltet, mit verspielten Messingbeschlägen.

‚Das schaut nach feudalem Lebensstil aus‘, denkt sich Pia, wundert sich allerdings nicht weiter darüber, sie weiß nur zu gut, daß Opa, der vor zwei Jahren urplötzlich eines morgens nicht mehr wach wurde, selig verstorben war, ihr eine sehr großzügige Witwenrente überließ. Und jetzt genießt ihre Omi das Leben trotzdem oder erst recht in vollen Zügen, spricht wohl nichts dagegen.

„Nun, laß mal hören, was macht dein Studium, das wolltest du doch im letzten Herbst beginnen, oder? Und wie heißt dein Freund nochmal? Robert oder so?“, fragt Babette ihre Enkeltochter ziemlich aufgeregt, schließlich hatten die beiden sich vor einem guten halben Jahr zuletzt gesehen, währenddessen nicht mehr miteinander telephoniert, irgendwie ergab sich dies nicht mehr, waren sie zu sehr mit sich selbst beschäftigt.

„Aber Omi, den Robert hab ich doch vor acht Wochen vor die Türe gesetzt“, erwidert Pia ein wenig genervt, „der ging mir einfach zu dolle auf den Keks, dieses ständige an mir Kleben und vor allem die übertriebene Eifersucht, das wurde mir alles zuviel. Was das Studium anbelangt, bin ich just dabei, es eventuell zu schmeißen, bin mir nicht mehr sicher, ob ich es noch weitermache. Bevor du nachfragst: Hat nichts mit Resignation zu tun, aber Germanistik ist wohl doch nicht mein Ding!“

Babette tröstet sie, streicht ihr über die Haare, nachdem beide im Wohnzimmer zusammensitzen, einen Kaffee sich genehmigen. Dabei kommt ein wenig verschlafen Kater Florian um die Ecke geschlichen, schaut neugierig zu Pia, zögert einen Moment, um dann gezielt auf ihren Schoß zu springen, sich kurz zu räkeln und schnurrend zusammenzurollen. Mit breitem Grinsen streichelt ihn Pia und schaut ins Leere.

Reisen können Knoten lösen

Im Leeren doch so viele Dinge im Verborgenen liegen, jener Blick nichts anderes bedeutet, als genau diese zu ergründen, wobei keineswegs ein gezieltes Handeln dahintersteckt, vielmehr im Unterbewußten sich einiges abspielt. Babette ahnt längst, was ihre Enkelin beschäftigt, hält sich vorerst zurück.

Pia erinnert sich an die letzten zwei Jahre, läßt diesen Zeitraum kurz Revue passieren. ‚Was waren dabei nur für Momente voller Entbehrungen, gar nicht mal materieller Art, sondern ganz besonders jenes wage nicht Wahrhaben wollen zwischen Studium und Beziehungsproblemen. Per Ignoranz war es eben nicht getan, ganz im Gegenteil, je länger ich mich mit Händen und Füßen dagegen sträubte, Lösungen zu finden, desto mehr versank ich in eine Flut voller Widrigkeiten, verlor mich teilweise‘, grübelt sie, um im nächsten Augenblick aufzuspringen.

„Ach, Omi, nimm es mir nicht übel, ich denke, es ist besser, ich gehe“, bemerkt Pia mit fester Stimme, „du selbst hast mich auf eine Idee gebracht, bist der Stein des Anstoßes sozusagen!“ Babette schaut sie entgeistert aber lächelnd an.

„Na, wenn das so ist, ein schöneres Kompliment kannst du mir kaum geben, meine Liebe. Ich hoffe, es hilft dir weiter, dich zu finden“, erwidert sie und umarmt ihre Enkeltochter kurz. Abschließend verabschieden sich beide, und Pia verläßt das Jugendstilhaus. Unterwegs ist sie ziemlich in Gedanken vertieft, um eben die neuen Perspektiven sich auszumalen, vor allem wissend, was da alles auf sie zukommen möge.

Gleichzeitig wird ihr so richtig bewußt, daß sie ohne weiteres an ihr Studium anknüpfen kann, insofern dies nicht umsonst bisherig absolviert hat. Loslassen, das ist das Zauberwort der jetzigen Befreiung von bestimmten Zwängen, die sie einfach hinter sich lassen wird. Um so einfacher, eben weil keinerlei Verpflichtung sie anmahnt. Und was kann es schöneres geben, als lässig und unbedarft zu reisen.

Unterwegs würden ihr jede Menge Inspirationen begegnen, neue Eindrücke, Menschen, Kulturen und dafür sorgen, Vergangenes ruhen zu lassen. Mit Therapie hat dies nichts zu tun, aber mit erholsamen Abstand und der Aussicht auf eine Veränderung im Leben selbst allemal. Dessen ist sie sich sicher. Niemand anders als ihre Omi Babette hatte dies selber jahrelang durchlebt, in vielen Ländern dieser Erde Kontakte geknüpft, sich ausgetauscht, schöpft bis heute davon, wie ihr gerade eben noch bewußt geworden.

Als sie die Haustür ihrer kleinen Wohnung aufschließt, weiß sie bereits die nächsten Schritte, die sie einleiten wird, greift zielsicher zum Telephonhörer und bespricht sich mit ihrer besten Freundin Nicole. Lachend folgt eine vertiefte Auseinandersetzung, wohin die Reise zu Beginn gehen möge, während ihr Schutzengel sich entspannt zurücklehnt, mit einem breiten Grinsen nur zu genau weiß, daß jede Menge Arbeit schon bald auf ihn warten wird.

Lotar Martin Kamm

Das Märchen vom Gasbar ohne Furcht und Tadel – Teil 1

Erschienen im Buch „Hrabans geheimnisvolle Reise zum Kontinent des Lächelns“ (BoD)

Kategorie: Kurzgeschichten

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Momentaufnahme

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Trockenheit.
Keine Zeit
zum Nachdenken.
Immer einschenken
Wasser des Vergessens.
Mächte des Erpressens.

Den Kontext verstehen,
mit der Zeit gehen.
Die unser Leben bestimmt,
man im Mittelmeer ertrinkt.
Rassisten führen an den Ton,
welch fragwürdiger Hohn!

Fragen stellen ganz gezielt,
Masse nach Reichtum schielt.
Der Kosmos eine Vorlage,
Gewalt tritt mal wieder zutage.
Der Weisheits Schlüssel:
Glaubt an Euch ein Bissel.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Pias Versuche, ihrem Leben einen Sinn zu geben –Teil 1

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Im Dschungel des Asphalts

Saufreundliche Gesten begleiten deinen Gang, die ohnehin nur zu deutlich aufzeigen, welch Hintergedanken sich in manchen Augenpaaren abspielen, während du völlig entspannt die Straße entlangschlenderst, sie mit keinem Blick würdigst, viel eher erhobenen Hauptes dein Handy aus der großen, knallroten Handtasche ziehst, um das Gespräch entgegenzunehmen.

In diesem Augenblick bröckelt deine schnippische Haltung in sich zusammmen, weil du den Hundekothaufen übersiehst, mit dem rechten Schuh hineinstackst, ein wenig zu lang beim nächsten Schritt entlangschlitterst, dabei dein Gleichgewicht verlierst und ziemlich tollpatschig auf den Allerwertesten landest. Schallendes Gelächter bietet eine entsprechende Beifallskulisse, die dir so gar nicht schmeckt.

Ratlos schaust du dich um, suchst dein Handy, welches im selben Moment erneut sich in den Klängen von „Let it be“ mit dem unverwechselbaren Beatles-Song meldet. Aber ergreifen kannst du es dennoch nicht, weil ein neunjähriger Lausebengel beherzt zugreift, zugleich von dannen läuft. Deine entrüsteten Hilferufe bleiben vollkommen ungehört, da der vorbeirauschende Berufsverkehr solch vergleichsweise leisere Töne einfach akustisch gierig schluckt.

Aber allein schon jener Autolärm läßt dir keine Gelegenheit, in Ruhe dich zu besinnen, was du als nächstes zu tun gedenkst. Nutzen wir den Moment der Verunsicherung und stellen dich ein wenig vor: Pia, eine gerade mal achtzehnjährige junge Frau, das ach so wichtige Abi in der Tasche, nach langem Einkaufstrip auf dem Weg nach hause. Wobei sie nichts finden kann trotz ausgiebiger Suche. Vielleicht sind ihre Erwartungen einfach zu hoch, oder aber die meisten Geschäfte entsprechen nicht ihrem Geschmack. Einerlei.

Pia zieht es vor, zunächst allein zu leben nach zwei gescheiterten Beziehungen. Was bedeuten solche problematisch zwischenmenschliche Auseinandersetzungen, fragt sie sich in letzter Zeit des öfteren. Meistens Ärger, Querelen, die sie eher ablenken. Jetzt mag der ein oder andere Leser sich fragen, wer denn hier von ihr spricht. Nennen wir es, daß ein Schutzengel sie begleitet, jemand, der sie auf Schritt und Tritt beobachtet. Niemand kann ihn sehen, aber seine Präsenz verleiht ihm im wahrsten Sinn des Wortes Flügel, um ihr überall nahe zu sein, durchdringt selbst Türen oder dickste Mauern. Was geistig inmateriell sich dennoch formiert, kennt keine Grenzen physischer Natur. Verlorene Seelen tummeln sich manchmal nicht weit entfernt lauernd, um selbst ihn ab und an zu nerven.

Was aber es mit seiner Gegenwart auf sich hat, wollen wir baldigst klären. Nichts geschieht zufällig, auch wenn ein übersehener Hundekothaufen Pia ausrutschen läßt. Im selben Moment der ratlosen Verunsicherung, ihres Innehaltens, hält wenige Meter entfernt ein Taxi, die Beifahrertür öffnet sich.

Lara Croft meets Babette

Mit allem hat Pia gerechnet, nur nicht mit ihrer Oma Babette, die grinsend dem Taxifahrer einen blauen Schein in die Hand drückt, noch in ihrer tiefen, eher rauhen Stimme ihm sagt, daß es so passe. Mit beherztem, leicht schaukelnden Schritt begibt sie sich direkt zu ihrer Enkeltochter, ergreift deren ausgestreckten Hände und zieht sie mit einem Ruck nach oben.

Die Achtzehnjährige fällt ihr erleichtert freudig um den Hals, gibt Babette einen Kuß auf die rechte Wange.

„Ach, Omi, wo kommst du denn auf einmal her, mit dir hätte ich nun gar nicht gerechnet?“, fragt Pia ohne jedweden Vorwurf in der Stimme, streicht sich ihren gelben, ziemlich kurzen Rock zurecht.

„Freut mich, dich zu sehen, ich war gerade auf dem Weg zu dir, als ich dich hier habe auf dem Bürgersteig sitzen sehen. Purer Zufall, denke ich. Mich machten die neugierigen Blicke, vor allem der Herren hier im Straßencafé stutzig. Irgendwie ahnte ich wohl, daß du der Anlaß sein würdest, womit ich wohl richtig lag“, erwidert Babette und fordert sie per Kopfnicken auf, ihr doch einfach zu folgen.

Vielleicht sollte ich dem Leser kurz verraten, was Pia für Qualitäten haben könnte, die eine dermaßen hohe Aufmerksamkeit nach sich ziehen würde. Zunächst sei an dieser Stelle betont, daß große Frauen generell stets sofort auffallen, wenigstens wenn sie über 1,80 m groß sind. Pia überragt viele junge Männer mit ihren 1,88 m.

Obendrein entspricht sie dem typischen Klischee vom begehrten Frauenbild etlicher Männerherzen: lange Beine, Puppengesicht und blond. Bei ihr jedoch kommt noch hinzu: ihre dunklenbrauen, mandelförmigen Augen und ein Selbstbewußtsein, welches eher an eine Lara Croft erinnert.

Lara Crofts…äh…Pias unerschütterlich autoritäre Ausstrahlung dabei verleitet halt einen gewißen Reiz in der gaffenden, erstaunten Männerwelt. Dabei entspricht gar Pia dem Attribut von knallharter Stärke, sie beherrscht gleich drei Kampfsportarten: Judo, Taekwondo und Kung Fu. Bisher legte sie gern dreiste Machos oder billig plumpe Annährungsversuche locker auf die Matte, die Herren der Schlöpfung hatten stets das Nachsehen.

Und Oma Babette? Von ihr hat sie die blonden, festen Haare, die hohe Stirn und die Augen. Die Körpergröße gab ihr Opa Marcel weiter, ein 2,11 m Hüne. Soviel zu ihren Großeltern, ihre Eltern waren vor zwei Jahren bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen, was Pia beinahe aus der Bahn geworfen hätte, aber dank ihrem guten Verhältnis zu den Großeltern sie sich wieder fing.

Nun gehen die beiden Generationen nebeneinander her, eine ziemlich große, blonde junge Frau und eine zierlich kleine, immer noch wunderschöne Babette. Manch Passant schaut ihnen erstaunt nach, vielleicht auch weil sie sich Händchen halten, dabei gemeinsam ein Lied von The Police singen, nämlich Roxanne: „Roxanne, you don’t have to wear that dress tonight, walk the streets for money, you don’t care if it’s wrong or if it’s right…“

Fortsetzung folgt.

Lotar Martin Kamm

Erschienen im Buch „Hrabans geheimnisvolle Reise zum Kontinent des Lächelns“ (BoD)

Kategorie: Kurzgeschichten

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Antonellas Füße

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Als Antonella klein war,
ihre Füße in Kinderschuhen steckten,
da biß sie zu,
so fest sie konnte,
wenn ihr etwas nicht paßte.

Sie biß auf ihre Lippen,
sie biß in den Arm der Mutter,
in den Schenkel des Vaters,
in die Nasen der Spielplatzkinder,
sämtliche Stofftiere waren zerfetzt.

Strenge braucht sie,
nehmt sie an die Kandare,
zieht die Zügel an,
pfercht sie ein,
das bissige Kind.

Und Antonella biß sich durch,
durch die Kindheit,
durch Verbote, Strafen,
durch ihr Leid,
durch die Kandare.

Das Eisengeschirr zerbissen,
galoppierte sie durch die Welt,
durch überkommene Ansichten,
über Grenzgräben,
die Menschen festhalten.

Als Antonella klein war,
ihre Füße in Stöckelschuhen steckten,
da biß sie zu,
so fest sie konnte,
wenn andere ihre Schuhe ihr anpaßten.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Wetterextreme bestätigen den Klimawandel

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Deutliche Zahlen oder auch Indizien einer bestimmten Entwicklung?

Unser Klima auf Erden hat die Menschheit stets beschäftigt, zumal früher weder raffiniert konstruierte Regenschirme vorhanden waren, draußen auf den Feldern keine Maschinen diese bewirtschafteten, schutzlos Mensch und Tier dem Wettergeschehen ausgeliefert war. Und dennoch sind wir betroffen, all den Wetterextremen ausgesetzt, bestätigt sich immer wieder aufs Neue der Klimawandel, müssen wir Indizien einer bestimmten Entwicklung feststellen.

Viele Zeitgenossen versuchen zu beschwichtigen, weisen auf völlig normale Wetterkapriolen hin, die schon immer stattgefunden haben mögen. Gleichzeitig wird gern frühere Unwissenheit betont, zumal auch die Möglichkeiten einer genaueren meteorologischen Beobachtung nicht gegeben sein soll. Solche Einwände mögen durchaus berechtigt sein, aber ein durch den Menschen beeinflußter Klimawandel ist nicht mehr so simpel wegzudiskutieren.

Mutter Erde und ihre extremen Wetterbedingungen

Zwischen den beiden Extremen der jemals weltweit höchst gemessenen Temperatur und der tiefstgemessenen liegen immerhin genau 147° C! Am 21. Juli 1983 wurde bei der Wostok-Station in der Antarktis mit –89,2° C die tiefste Temperatur gemessen, hingegen nach wie vor die in Libyen bei der Wetterstation El Aziziah am 13. September 1922 gemessenen 57,8° C als die höchste Temperatur gilt. Inzwischen gibt es einen neuen Hitzerekord, der allerdings per Satellitenbeobachtung zustande kam: Im Jahre 2007 wurden in der iranischen Wüste Lut 70,7° C gemessen. Aber auch in Deutschland wurde es am Heiligen Abend 2001 am bayrischen Funtensee mit seiner jemals erreichten Tiefstemperatur von –45,9° C empfindlich kalt.

Einen Temperatursturz innerhalb von zwölf Stunden von nahezu 50 Grad Celsius mußten die Menschen in Fairfield (Montana) durchleben: Am 24. Dezember 1924 fiel das Quecksilber von 17,2° C auf –29,4° C! Die weltweit größte Regenmenge innerhalb von 24 Stunden soll in der Gemeinde Cilaos auf der im Indischen Ozean gelegenen Insel La Reunion am 15. und 16. März 1952 mit 1.870 Liter pro Quadratmeter gefallen sein. Das entspricht einer Wassermenge von fast zehn Badewannen. Hierzulande ereignete sich der heftigste Wolkenbruch im Allgäu bei Füssen: Innerhalb von 8 Minuten fielen 126 mm Regen am 25. Mai 1920.

In der letzten Juliwoche 2010 fiel im US-Bundesstaat South Dakota das wohl weltweit größte und schwerste Hagelkorn vom Himmel: Es hatte einen Durchmesser von 20,32 cm und wog 0,875 kg und wird in einer Gefriertruhe aufbewahrt. Verbleiben wir kurz in den USA. Der längste fortlaufende Weg eines Tornados betrug 471 km. Am 26. Mai 1917 fegte er 7 Stunden und 20 Minuten lang durch die Bundesstaaten Illinois und Indiana. Die weltweit bisher höchste Geschwindigkeit wurde mit einem Dopplerradargerät beim Oklahoma Tornado Outbreak gemessen, der am 03. Mai 1999 bis zu 511 km/h erreichte.

Alles nur Zufall im Zusammenspiel ganz gewöhnlicher Klimakapriolen?

Herrlich, wie schnell und vollmundig eine Thematik kleingeredet wird, die man kaum wirklich greifen kann. Niemand ist bis heute in der Lage, eine sichere langfristige Wetterprognose zu erstellen. Hatten wir schon im Sommer 1976 mit extreme Dürre zu tun, forderte die Hitzwelle in der ersten Hälfte des Augusts 2003 an die 70.000 Tote in Europa, kämpfen auch in diesem Jahre etliche Gemeinden mit Wasserknappheit, hält die Trockenheit uns in Bann, Waldbrände in Schweden und Griechenland sorgten für entsprechende Katastrophen für Mensch und Natur.

Wer jetzt von ganz gewöhnlichen Klimakapriolen spricht, die es schon immer gegeben haben soll oder gar von Zufall, der verkennt den Ernst der Lage. Was muß noch alles geschehen, damit Mensch endlich beginnt, sein Tun zu reflektieren? Sicherlich haben manche Romane oder Filme, wie z.B. Roland Emmerichs Film The Day After Tomorrow dazu beigetragen, das Thema des Klimawandels erst recht zu bagatellisieren, aber mit den altbekannten Prophezeiungen eines Edgar Cayce, die allesamt Stückweise eintreten, wird es vielfach schwieriger, Gegenargumente zu formulieren.

Tritt da etwa ein bevorstehendes Szenario zutage, welches viele Zeitgenossen besser unter den Tisch wähnen, anstatt endlich Verantwortung zu übernehmen? Diese wiederum fordert ein resolutes Umdenken in Sachen Raubbau und kontinuierliche Zerstörung unseres wunderbaren Blauen Planeten? Mit Sicherheit, aber es darf nicht sein, was bisherig prima und eiskalt ohne Widerstand funktioniert hatte. Daher bezichtigt man halt einfach jede berechtigte Kritik der Lüge, der Mär oder der verträumten Illusion. Wetterextreme werden somit weiterhin zunehmen, ob Mensch sich einig oder nicht.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Klima/Wetter

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