Fragend beantwortet

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War ich nicht mal,
neulich,
vor langer Zeit,
früher,
vor zig Jahren,
damals,
in weiter Erinnerung,
in der Vergangenheit,
einst,
vor dieser Stunde,
vor der letzten Sekunde,
ich?

Ich und sonst nichts.
Nicht dein ich,
nicht euer ich,
keines ich.
Ich ohne Alter,
befreit von Jugend,
Kind, erwachsen,
ich!

Das kann nur ich sein.
Fragend antwortend
von ganz klein.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Frieden ohne Aussicht auf weltweite Dauerhaftigkeit

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Artenvielfalt entspricht der Schöpfung

Manchmal könnte man aus der Haut fahren, aber letztendlich funktioniert dies ohnehin anatomisch sowieso nicht und selbst wenn, bleibt es dennoch beim Konjunktiv, weil die folgende Einmaligkeit schlicht das eigene Leben kosten wird. Aber die berechtigte Wut verbleibt und nehmen wir mit in solchen Momenten der Entrüstung, der unbedingt meist ein längerer Prozeß der Hoffnung vorausgegangen, in dem an des Menschen Einsicht und Verstand appelliert.

Vergebens, das Unvermeidbare geschieht trotzdem wider aller Erfahrung, die Lawine der Gewalt entlädt sich erbarmungslos wie schon seit Urzeiten. Was der Kosmos mit der weltlichen Natur schöpferisch entsandt, zunichte gemacht in schnellen Momenten gewaltiger Zerstörungskraft. Frieden, eine berechtigte Forderung ohne Aussicht auf weltweite Dauerhaftigkeit, obwohl ermahnend sämtliches Leben genau dieses Ziel verwirklicht?

Verklärte Vorstellung trotz eindeutiger Indizien?

Sicherlich mögen bestimmte Gesellen all jenen verächtlich entgegenschmettern, wie weltfremd die ewige Forderung nach Frieden angesichts der vollendeten Tatsachen menschlicher Kriegseinsätze verklärt daherkommt. Aber was vermag denn sonst die Aussichtslosigkeit stoppen, um ihn real umzusetzen?

Eine neue Welle der Sehnsucht nach Frieden formierte sich hierzulande nach heftigen Protesten zum NATO-Doppelbeschluß, dessen Scheitern absehbar war, die Friedensbewegung ließ Hunderttausende Menschen auf den Straßen protestieren. Kein Wunder, daß Nicole Hohloch mit dem Song „Ein bißchen Frieden“ beim Eurovision Song Contest 1982 den Zeitgeist der besorgten Menschen erreichte und ihn auch deshalb gewinnen konnte, der mit der bescheidenen Textzeile aus Bernd Meinungers Feder endete: Sing mit mir ein kleines Lied, daß die Welt im Frieden lebt. Vermag auf Erden Frieden Spekulation einer Illusion sein oder eine tiefverwurzelte Lebenseinstellung, also Sehnsucht, die entsprungen aus Mutters Schoß das verlorene Paradies einfordert?

Der blaue Planet – ein sichtbar erschreckendes Szenarium

Egal aus welcher Entfernung andere Spezies in den Weiten des Kosmos einen Blick auf unseren blauen Planeten werfen, je nachdem betrachten sie irgend ein Zeitgeschehen, welches somit schon stattgefunden bis hinein in die augenblickliche Gegenwart. Und was offenbart sich dann ihnen? Kriege und Zerstörung. Friedenszeiten waren stets kurze Ausnahmen, um neue Kräfte zu sammeln für eine noch schrecklichere Fortsetzung zerstörerischen Ausmaßes.

Homo sapiens ein Wesen, dessen eigentlicher Ursprung zwar entwicklungsinterpretiert Mutter Erde zugeordnet wird, vergleicht man allerdings sämtliche ungereimten Indizien zusammen mit kosmischen Einflüssen, ergeben sich andere Möglichkeiten, die zwar gern als Spekulationen und Hirngespinste abgetan, aber dennoch präsent vorhanden bestimmte Spuren hinterlassen haben. Nicht nur der oft belächelte Erich von Däniken griff solche Überlegungen auf. Unfriedenstiftende Beweggründe folglich Spuren aus dem All, während die Erde eigentlich mit ihrer Artenvielfalt ursprünglich einem schöpferischen Gedanken folgend sich friedvoll entwickeln sollte?

Der Mensch im Fokus einer hohen Verantwortung

Längst geht es bei der Friedensforderung nicht mehr um ein verklärtes Weltbild, sondern vielmehr um das nackte Überleben unseres Planeten selbst, bzw. die Verhinderung einer atomaren Katastrophe ungeahnten Ausmaßes. Trotz trüber Aussichten der Zukunftsprognose verhaltender Optimismus als Hoffnung erweisend, an einen möglichen, letzten Strohhalm sich klammern? Wir Menschen, die den Anspruch hegen, die Welt zu beherrschen, stehen im Fokus einer sehr hohen Verantwortung.

Doch werden wir ihr gerecht so kurz vor möglicher Apokalypse? Was muß geschehen, das Unvermeidbare im letzten Moment zu verhindern? Oder kann die einmal gestartete Entwicklung hinein in Endzeitszenarien, einem aufgezogenen Uhrwerk gleich, nicht mehr aufgehalten werden? Diese besorgten Fragen niemand zu beantworten vermag, aber stetig im Bewußtsein mitschwingend unser Dasein beeinflussen. Tun wir alles Menschenmögliche, um Mutter Erde friedlich zu gestalten, selbst wenn die Aussichten nach wie vor äußerst gering.

Ein Musiker äußerte mal diesen wahrhaftigen Satz, nämlich Jimi Hendrix:

„Wenn die Macht der Liebe die Liebe zur Macht überwindet, erst dann wird es Frieden geben.“

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Pfundig schaust aus

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Dunst von Abgasen vermischte sich mit den Düften und Gerüchen, die sich aus den Ladenlokalen und nicht zu vergessen aus den Schlaf- und Wohnräumen der Bewohner des Viertels auf die Straße und den Platz ausbreiteten. Es hatte bis in die Morgenstunden geregnet, Nieselregen, der es nicht schaffte, die Hitze der letzten Tage zu vertreiben. Von Abkühlung kann keine Rede sein. Habe ich auch nicht gemeint. Frisch ist es, das habe ich gedacht. Frisch. Frische Luft. Frische Luft angereichert mit Diesel, Teer, undefinierbaren künstlichen Duftstoffen, gebackenen Brot, angewärmten Plastikschuhen, abgestandenem Bier und von Kloakengasen. Frische Luft. Nimm dich zusammen, red´ nicht schon wieder alles schlecht.

Ella liebte diesen morgendlichen Zoff mit ihren Gedanken. Diese Gespräche, die nicht unbedingt leise vonstatten gingen, sondern ohne weiteres in handfesten Streitgesprächen enden konnten. Kaum richtig wach, überließ sie sich ihnen. Heute Zähneputzen ausfallen lassen. Du kannst es nicht sein lassen, dich vor Unangenehmem zu drücken. Ich drücke heute lieber ein Auge für mich zu als eine Zahnpastatube. Der Kaffee ist zu stark geworden. Wenn man es auch so eilig hat, sich kurz nach dem Aufstehen sofort wieder an einem Stuhl festzusetzen. Bist du gut gelaunt heute! Hatte Anne nicht gestern Geburtstag? Mist. Vergessen. Der Bornholm ist und bleibt ein geschniegelter Affe. Vielleicht stimmt es ja doch, daß er gekündigt hat und nur noch bis Monatsende seine idiotischen Anmachsprüche durchs Büro wirbeln läßt. Man ist der lustig, dieser Bornholm. Ich werde heute nochmal in den Laden gehen und das blaue Kleid anprobieren. Mach dich nicht lächerlich. Du hast noch nie blau getragen. Dann wird’s Zeit. Rudolpho, deine schielenden Blicke verhindern nicht, daß ich jetzt zur Arbeit muß. Sonst kann ich kein Freßchen mehr für dich kaufen.

Pisse oder Wasser? Egal, nicht reintreten. Großer Schritt und schon vorbei. Es stinkt, Pisse. Schade, hätte auf Wasser gewettet. Ach, schau an, sehen meine Äuglein nicht dunkle Wolken am Himmel aufziehen? Wenn die frische Brise ein bißchen mehr Wind abbekommt, besteht die Hoffnung auf Wasser marsch! Und zwar noch diesen Vormittag.

Felix war es leid. Dieses „es“ war inzwischen zu vielen „es“ angewachsen, nein, nicht angewachsen, verknäult. Schon die kleinsten Gedankenfetzen zu einem Thema konnten ihn völlig aus der Puste bringen, Schweißausbrüche erzeugen, wie wenn er einen Berggipfel mit Tempo hochgerannt wäre. Seinen Job als Buchhalter empfand er nur noch als ätzend. Auch körperlich schien er sich aufzulösen, nicht mehr lange und sein Kopf würde alle seine Gedanken wegpusten. Inzwischen blieb ihm nur noch Sarkasmus, den er mit einer großen Portion Ignoranz allen und allem gegenüber anhäuft. Erstaunlicherweise konnte er mit diesen beiden Resten seine verfahrene Situation erst richtig erkennen, nicht als Spiegelbild, eher wie durch ein milchiges Fenster.

Dieses Wochenende ist er in seine neue Wohnung gezogen, Ortswechsel war angesagt, noch zwei Wochen und er kann seiner jetzigen Arbeitsstelle Adieu sagen, dann Urlaub, danach wieder Schule, erstmal Abi nachholen und dann, das wollte er offen lassen. Offen wie sein Mund gerade gefühlte Minuten blieb, als er Ella Sduny auf der gegenüberliegenden Seite am Zebrastreifen stehen sah.

„Die hier? Sag bloß, die wohnt in diesem Viertel!“

Nicht mal zu Ende konnte er denken, ob sie sich vielleicht nur zufällig hier aufhält, da hat sie ihn schon bemerkt und erst leicht mit dem Kopf genickt, gefolgt von einem grinsenden Gesicht und dem angewinkelten rechten Arm zum Gruß.

Der hier, schoß es ihr durch den Kopf, wie kommt der denn hierher? Wie wohl, zu Fuß! Dachte, er wohnt im entgegengesetzten Teil der Stadt? Hat wohl bei einer seiner Flammen übernachtet. Sie muß blind sein, wenn sie sich mit so einem abgibt. Bornholm erwischt beim One-Night-Stand. Felix, der Glückliche, hat eine abgekriegt. Wunder über Wunder!

„Guten Morgen, Herr Bornholm!“, begrüßte sie ihn fröhlich, eher höflich, aber der merkte den Unterschied sowieso nicht, als sie neben ihm an der Bushaltestelle stand.

Die frische Brise war inzwischen zu einer heftigen Brise angewachsen, erste kleine Papier-, Plastikstückchen wirbelten die Straße entlang. Ella Sduny und Felix Bornholm konnten sich nicht ins Wartehäuschen stellen, um diese Uhrzeit drängten sich Menschen zuhauf in dem Bushäuschen und an der Straße, um pünktlich zur Arbeit zu kommen. Während sie sich in Smalltalk übten, um nicht blöde nebeneinander durch die Gegend zu gucken, mußten sie ihre Stimmen nicht nur an den Straßenlärm anpassen, sondern auch an den plötzlich heftiger werdenden Wind, der die ersten Regentropfen über die Stadt herabwarf.

Hat er, pfundig schaust aus, gesagt? Was bildet der sich ein! Sag ja, Lackaffe!

Das Fräulein Ella, immer ein bißchen kratzbürstig und meistens ein bißchen geistesabwesend, ob die in dieser Gegend wohnt?

„Wie bitte?“, lautete ihre Antwort, nicht zu überhören mit einem schnippischen Unterton.

„Wuchtig schaut’s aus!“ Felix sah diesmal Richtung Himmel, und als Ella seinem Blick folgte, wurden über ihr Tausende von Eimern Wasser ausgeschüttet.

Für Sekunden schien alles starr vor Schreck, fest geklebte Zeit. Nichts schien sich zu bewegen.

„Lustig schaust aus!“ Felix starrte sie durch Wasserfontänen hindurch an.

Ella wollte sich gerade umdrehen und nach Hause laufen, als ein Lastwagen in eine vom Regen gefüllte Pfütze fuhr und ein Schwall von dreckiger Brühe über beide ergoß.

Zwei begossene Pudel am Straßenrand, die sich nicht leiden können, strahlten sich in diesem Moment an.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Kurzgeschichten

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Versicherungen: Zahlungsmoral läßt im Schadensfall zu wünschen übrig

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Trotz Vertrauensverlust noch zu rechtfertigen?

Das Versicherungswesen dürfen wir unbedingt als eine wichtige und tragende Säule im gesellschaftlichen Miteinander bezeichnen. Dabei soll sie all jenen zugute kommen, die im Versicherungsfall Schaden erleiden. Sind Versicherungen ein hilfreicher Schutz oder aber bestätigen viele Fälle bei fragwürdiger Zahlungsmoral der Versicherer selbst deren eigentliche Absicht, nämlich möglichst den eigenen Profit zu steigern, während der Versicherungsnehmer dabei das Nachsehen hat?

Es schaut so wunderbar seriös und akkurat aus, wenn Versicherungsvertreter vollmundig die ahnungslosen Kunden beraten, diese sich rundum in Sicherheit wähnen, derweil der lachende Gewinner, die Versicherung selbst, die erhofften Gelder einstreicht. Solange reibungslos kein Schadensfall eintritt, erhöht sich der Kapitalfluß ganz im Sinn der Unternehmen, kleine Bagatellen meist zügig erstattet werden. Aber sobald eine gewisse Höhe erreicht wird, die geltend gemacht, greift das Ringen und Winden der Auszahlungsverzögerung, das Kleinreden und Herunterrechnen bis hin zur schlichten Zahlungsverweigerung. Und der verdutzte, empörte Versicherungsnehmer hat das Nachsehen!

Versicherungsbetrug rechtfertigt keine Kollektivsanktionierung

Manche von Ihnen kennen sicherlich noch diese hilflose Geste im Schulunterricht, wenn die überforderte Lehrkraft meinte, sie müsse ihre Autorität unter Beweis stellen, in dem sie gleich die ganze Klasse im Kollektiv bestrafte, nur weil ein Schüler oder eine kleine Gruppe nicht zugab, mal über die Stränge geschlagen zu haben. Ganz ähnlich verhält es sich in der Vorgehensweise der Versicherer, die mit maßlos übertriebenem Eifer den schadenmeldenden Kunden überprüfen, alles in Frage stellen bis hin zum Verdacht des Betruges.

Sicher doch kann man einerseits nachvollziehen, daß angesichts des tatsächlich stattfindenden Versicherungsbetruges die „geprellten“ Unternehmen auf Nummer sicher gehen wollen, andererseits steht inzwischen jede Meldung bei kostenträchtigem Versicherungsfall unter Generalverdacht einer möglichen Betrugsabsicht. Die Folge: ein sich lang hinziehender Klageweg durch gerichtliche Instanzen, Ausgang nicht nur ungewiß, sondern oftmals zu ungunsten der Kunden. Und dies auch nur, wer sich traut, bzw. das nötige Kapital hat, hingegen die Rechtsabteilungen der Versicherer gut gewappnet möglichen Verfahren lässig entgegenblicken.

Unnötige Überversicherung ohne nennenswerten Nutzen

„Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen.“ Wer möchte schon gern freiwillig sich einer gewissen Häme ausgesetzt fühlen im Schadensfall? Wohl kaum jemand und erst recht nicht, wenn zu wenig Selbstbewußtsein vorhanden in einem neugierigen Umfeld. Um solch möglichen Erfahrungen vorzubeugen und sich in Sicherheit zu fühlen, schließt man halt alle möglichen und unmöglichen Versicherungen ab.

Daß dabei eine gewisse Überversicherung schnell entstehen kann, darüber machen sich wohl viele kaum Gedanken. Einmal abgeschlossen und per Lastschriftverfahren vom Konto ohne großes Aufsehen abgebucht, scheint alles reibungslos zu funktionieren. Der Schadensfall tritt ohnehin höchst selten ein. Und wenn dann doch, greift das Prozedere der Auszahlungsvermeidung. Dabei benötigen wir so manche Versicherung eigentlich gar nicht, sondern sie wurden nur aufgrund des raffiniert geschulten Versicherungsvertreters uns aufgeschwatzt, der fröhlich lächelnd seine Prämien kassiert, während schön brav das viele Geld die Versicherer beglückt.

Die schwarzen Schafe in der Branche – vom Nutzen der BaFin

In allen Bereichen des Lebens gibt es leider schwarze Schafe, die rücksichtslos mit einer gewissen kriminellen Energie auf die eigenen Vorteile bedacht agieren. Genauso verhält es sich im Versicherungswesen. Vor 16 Jahren wurde die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) in Bonn und Frankfurt am Main gegründet, deren Zielsetzung eine einheitliche Aufsicht der nationalen und internationalen Kapitalmärkte beinhaltet, die damit verbundenen Risiken effektiver erfaßt und somit für eine sinnvolle Transparenz und Sicherheit sorgt.

Dies sind im Wesentlichen Finanzdienstleistungsinstitute, Kapitalgesellschaften, Kreditinstitute, Pensionsfonds und eben auch Versicherungen. Allerdings wurde bei der BaFin zunächst 2004 ein löchriges Kontrollsystem bescheinigt und in diesem Zusammenhang sogar 2006 einem leitenden Regierungsdirektor eine Veruntreuung von über 4 Millionen Euro nachgewiesen. Auch wegen der Pleite der Investgruppe P&R steht die BaFin am Pranger, ihr wird vorgeworfen, nicht hart genug durchgegriffen zu haben.

Es mag sicherlich für alles und jeden die passende Versicherung geben, aber dennoch wünscht niemand den Ernstfall, schon gleich gar nicht, wenn es sich um richtig viel Schadensregulierung handelt, weil nach wie vor Versicherer alles unternehmen, um bei solchen Beispielen möglichst wenig bezahlen zu müssen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Wirtschaft/Finanzen

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Nie wieder Regen am Wochenende

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Vielleicht hätte ich doch, ach, es kann nicht sein,
nicht meine Schuld, mein guter Wille.

Es war doch nur ein Wunsch, ein einziger.
Wie hätte ich wissen sollen, daß er wirkt, so wirkt.

Münze in den Teich, Augen schließen,
Wunsch aufsagen, durchatmen.

Okay, habe die Münze wieder rausgefischt,
nochmal geworfen, nochmal, nochmal.

Jetzt sitz´ ich hier in meinem Zimmer,
im Wohnzimmer die Eltern, die Luft zum Schneiden.

Dabei wollte ich bloß zum Wochenende Regen,
damit Papi und wir etwas unternehmen.

Der Regen fällt bereits die sechste Woche,
kein Fußballspielen für Papi, für Mutti der Wahnsinn.

Nie wieder werfe ich eine Münze ins Wasser,
lieber Wüstenwetter als dieses Familiendesaster.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Çiğdem Aslans Rembetiko verzaubert seine Zuhörer

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Ägäischer Blues nimmt Ausgestoßene aus der Gesellschaft auf

Subkulturen, wie auch der ägäische Blues Rembetiko, haben etwas entscheidend Gemeinsames, sie entstehen stets am Rand der Gesellschaft, selbst wenn ihnen ein Hauch von Verruchtheit meist unterstellt wird. Das hat mit ihrem Ursprung aus der Kriminalsoziologie etwas zu tun. Ganz besonders aber verbindet Musik unsere Herzen, trägt mit dazu bei, Vorurteile abzubauen, Menschen zu vereinen.

Die in Istanbul geborene Çiğdem Aslan mit alevitisch-kurdischen Wurzeln fand bereits in früher Kindheit den Zugang zur Musik, besonders zum Rembetiko. Dessen tradtionelle Musik wird zur diesjährigen Reihe von „Musik in alten Dorfkirchen“ im Kultursommer Rheinland-Pfalz am Sonntag, dem 19. August, in der Westerwälder Gemeinde Nordhofen zu hören sein, wenn die Musikerin in dortiger Evangelischer Kirche auftritt.

Rembetiko – eine Hommage an die Verstoßenen

Ob man den Rembetiko als ägäischen oder griechischen Blues bezeichnet, ist einerlei. Wichtig dabei zu erwähnen der historische Hintergrund, wie er geradezu entstehen mußte. Seitdem Griechenland im Jahre 1821 seine Unabhängigkeit vom Osmanischen Reich erlangte, verpönten die Hellenen die andere Seite der Ägäis, alles Türkische wurde zunächst negiert.

Gut hundert Jahre später flohen viele Griechen, die zuvor in den Städten des Osmanischen Reiches lebten, nach Griechenland, der Rembetiko entstand somit als musikalische Subkultur, Migranten fanden in ihm eine gewisse Heimat, ihre Erfahrungen in den Liedern wiederzugeben. Erst Jahre später, im Zeitraum der 1930er bis 1950er Jahre, erfuhr der zuvor verpönte Rembetiko in Griechenland seine Anerkennung, erlebte seine Blütezeit.

Von der Universität Istanbul direkt nach London – A Thousand Cranes

Nachdem Çiğdem Aslan an der Uni Istanbul Englisch studiert hatte, zog es sie fürs Musikstudium nach London, schließlich muß man doch die Sprachkenntnisse life und direkt erleben. Doch noch während ihres Studiums in Istanbul entdeckte sie mit anderen Kommilitonen den Rembetiko im Repertoire dortiger Musikkultur, trat ebenso bereits an der Uni auf. Schließlich fand sie in Englands Hauptstadt ihre jetzigen Bandmitglieder, ging auf Tour und startete mit ihrem Debütalbum Mortissa, welches 2013 erschien, international durch.

Eine musikalische Reise ins multikulturelle Kleinasien bezeichnet Wolfgang Meyering seinen Atikel über die Erscheinung ihres letzten Albums A Thousand Cranes vor knapp zwei Jahren. Genau darum geht’s, um kulturelle Vielfalt und entsprechende Toleranz, was ebenso Çiğdem Aslan betont, sich darüber freut, daß andere Künstler auf ihre Wurzeln und Kultur zurückblicken.

Wer mehr von ihr direkt hören mag, hier zwei Beispiele: An anonymous Greek song from Istanbul about the mevlevihane ( a lodge used by mevlevi dervishes) und Cigdem Aslan- MUPA Concert, Budapest.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Musik

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Sekunden auf dem Kaminsims

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Flüchtig
kannten sie sich,
wußten viel
vom anderen.
Was man nicht alles
so hört, manches
unter vorgehaltener Hand,
interessantes,
manches laut und offen
ausgesprochen.

Flüchtig
waren die Worte,
zu einem Ohr rein,
aus dem anderen raus,
Gespür
verbreitete sich
in den Hirngängen,
an dessen Wänden,
blieb haften
als Gedächtnisstützen
oder sechste Sinn-Masten.

Flüchtig
nahmen sie wahr,
wie der andere war.
Diese Ahnungen
dienen nicht nur
zu Mahnungen,
diese Flüchtigkeiten
verhindern auch
Einfältigkeiten.
Aber nur,
das ist die Richtschur,
wenn sie vergehen,
ohne sich zu verzehren,
wenn sie ständig flüchtig sind
wie die Lebenssekunden
auf dem Kaminsims.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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