Sei auf der Hut vor dieser blaunen Brut

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Innehalten ohne Umschweife,
auf daß man endlich begreife,
wie unmenschlich manch Gesellen,
die sich keiner Verantwortung stellen,
stattdessen ihren Haß streuen,
sich an Gewaltexzessen erfreuen.

Stoppt jene häßlich blaune Brut,
diese sichtbare, unbändige Wut,
die das politische Klima vergiftet,
Gesellschaft somit in Fanatismus abdriftet,
während der Wachsame zu Recht fragt,
warum man sie nicht gezielt anklagt.

Obwohl die Entwicklung ein jeder sehen kann,
zieht die Neue Rechte zu viele in ihren Bann,
etablierte Politik sie nicht in ihre Schranken weist,
daraufhin rechter Pöbel gibt sich ungehemmt dreist,
auch Reichsbürger läßt man gewähren,
die vom Laissez-faire zehren.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Glauben: Suche zwischen Religion, Esoterik und Befreiung von Dogmen

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Der Sinn hinter allem?

Im Indogermanischen steht Glauben für leubh, was soviel wie „gutheißen, loben, begehren, lieb haben“ oder „für lieb erklären“ bedeuten soll. Wenn wir uns aber mit dem landläufigen deutschem Wort Glauben beschäftigen im Sinne einer Überzeugung in Anlehnung an eine Religionsgemeinschaft, trifft die griechische Übersetzung von pistis für „Treue oder Vertrauen“ wohl am ehesten zu.

Solange wie der Homo sapiens auf Erden wandelt, dürfte auch die Sehnsucht und somit der Glauben nach etwas „Höherem“ sein, was den Menschen schützen solle im alltäglichen Überlebenskampf. Die Entwicklung der verschiedenen großen Weltreligionen sowie andere Naturreligionen werden hier mal nicht näher betrachtet. Viel eher sollte die eigentliche Suche kritisch hinterfragt werden. Was veranlaßt uns Menschen, stets einen Sinn hinter allem zu vermuten?

Vom Ursprung westlicher Esoterik bis hin zu ihrer Instrumentalisierung

Pythagoras war es, der an die Unsterblichkeit der Seele und die Vorstellung einer Seelenwanderung glaubte, was ebenso unterschiedliche Mysterienkulte, aber auch die Orphiker taten. Doch als Mathematiker erkannte er die Erhebung der Zahlen als das Urprinzip allen Seins, wobei selbst durch den Vergleich der Planetenbewegungen und den gefundenen Zahlenverhältnissen der musikalischen Intervalle der Ursprung zur Sphärenmusik seitens der Pythagoreer begründet wurde.

Der Musikjournalist Joachim-Ernst Berendt hat das eindrucksvoll in seinem Werk „Nada Brahma“ bestätigt. Ob etwas später Platon, die Essener oder am Ende der Antike der römische Philosoph Plotin, für den das Endziel der Seele das „Eine“ (Göttliche) sei, den Urgrund aller Dinge in uns selbst zu finden, – die Reinkarnation wurde keineswegs von ihnen angezweifelt.

Natürlich gab es im weiteren Verlauf jede Menge Berührungsängste bis hin zu Verfolgungen seitens der großen Religionen mit ihren „Abtrünnigen“, den Esoterikern, besonders dann, wenn ihre „Geheimlehren“ trotzdem bekannt wurden. Es durfte nicht sein, was nicht geschehen sollte: das Anzweifeln der dogmatischen Grundsätze. Und dennoch trotzten Esoteriker letztlich erfolgreich, konnten ihre Lehren weiterverbreiten, weil eben die Religionen mit Angst, Macht und purer Gewalt die Menschen zum rechten Glauben zwingen wollten. Daher entstanden u.a. die Rosenkreuzer, aber auch die geheime Bruderschaft der Freimaurer. Obwohl Emmanuel Swedenborg die Überzeugung vertrat, unser Unbewußtsein lebe in einer jenseitigen geistigen Welt, was wiederum Immanuel Kant mit seiner Streitschrift Träume eines Geistersehers ins Lächerliche zog, ließen sich Novalis, Johann Wolfgang von Goethe oder ein Justinus Kerner nicht davon beeindrucken, floß ihre esoterische Haltung in den Texten mit ein.

Doch was ist aus den teilweise tollen Erkenntnissen der Esoterik bis heute entstanden? Wer bedient sich dieser interessanten Strömung? Während der Journalist Rainer Fromm bemerkt, daß Karma, Irrationalismus, Rassismus, Gurus und dogmatische Heilslehren zentrale Bestandteile des esoterischen Glaubens seien, ihn anfällig für autoritäre und rechtsextremistische Ideologien machen würden, offener Neonazismus, Ariosophie und antisemitische Verschwörungsliteratur nur eine Minderheit der esoterischen Bewegung abdecke, widerspricht ihm kurzerhand der Strafrechtler Alexander Niggli in seiner Expertise, Esoterik sei grundsätzlich nicht mit Rassendiskriminierung verknüpft. Nun, wer sich einmal die Mühe macht und über einen längeren Zeitraum die Esoterikszene beobachtet, der kommt wohl eher zu dem Ergebnis des Herrn Fromm.

Ein Leben ohne Glauben möglich?

Für Atheisten und Agnostiker stellt sich diese Frage keineswegs, sie leben gänzlich, ohne einen Gott, Schöpfer oder gottgleiche Wesen mit einzubeziehen. Aber dennoch gibt es eine grundlegende Differenzierung: Der Atheist negiert einen Gott, für ihn existiert er nicht. Hingegen der Agnostiker lediglich bekennt, von einer Existenz Gottes nichts zu wissen, der somit nicht grundsätzlich bestreitet, daß es gleichzeitig transzendente Wesen oder Prinzipien geben könnte.

Hier in Deutschland sind die meisten Menschen von den beiden christlichen Kirchen geprägt neben den Gläubigen anderer Weltreligionen. Und doch wächst die Zahl derer, die nicht nur der Kirche den Rücken kehren und austreten, in dem immer mehr an Gott oder dem Schöpfer zweifeln. Die Gründe sind vielschichtig: Politikverdrossenheit, sozialer Abbau, Zukunftsängste spielen eine große Rolle. Die Kirche nimmt die Menschen nicht mehr an die Hand (hat sie das überhaupt jemals getan in der Vergangenheit?), der Glauben wird angezweifelt, was wiederum mit dazu führt, daß sich dem Okkulten, der Esoterik zugewandt wird.

Das sollte uns nicht weiter Sorgen bereiten. Wirklich tragisch dabei wird es erst, wenn die Menschen keinen Halt mehr finden in einer gottlosen Zeit der Kälte, der Habgier und der Gewaltzunahme. Religion dann doch eine Form, um die „Schäfchen“ im sicheren Hafen auf den rechten Weg zu führen? Weder noch. Erst wenn der Mensch sich von seinen Ketten und dem Joch der Unterdrückungsformen wirklich befreit hat, spielt es gar keine Rolle, an was er glaubt. Hauptsache er toleriert seinen Nächsten.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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Stefan

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Der Stefan
steht an der Bahn,
genauer an der Bahnsteigkante,
und wartet auf eine Bekannte.

Die hat mit ihm im Internet geflirtet,
er ihr Wesen hin und her gewertet,
auf die hab ich so lang gewartet,
einen Frontalangriff hat er gestartet.

Dies Wochenende bei ihm im Ort,
Kennenlernen mit Spiel und Sport,
inklusive Wohnen im elterlichen Haus,
schließlich, so malt er sich Zukunft aus.

Da steht er nun vollkommen entrückt,
erträumt Momente, er ihr in die Augen blickt.
Der Zug fährt ein, er bei klarem Verstand,
Rundmail an alle Flirtportalkontakte versandt.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Integration zwischen Forderung und Verachtung

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Özils Verstrickungen ohne Hand und Fuß

Wie soll man aus dieser Nummer herauskommen? Hierzulande sorgt ein ehemaliger Fußballnationalspieler für entsprechenden Wirbel und Schlagzeilen. Tatsächlich? Da paßt so einiges überhaupt nicht zusammen, d.h. etliche brisant ungelöste Probleme werden einfach in Diskussionen einbezogen, es tummeln sich extreme Standpunkte mit vorsichtgen Versuchen der Klärung, ausgerechnet ein Uli Hoeneß stellt im Nachhinein fest, „Özil habe seit Jahren einen Dreck gespielt“.

Einerseits sterben Menschen im Mittelmeer, – in den Social Media behaupten gar welche perfide, flüchtende Eltern seien selbst Schuld, wenn ihre mitgebrachten Kinder ersaufen -, während ausgerechnet jenes Fußballspektakel plötzlich eine nicht stattgefundene Integration in Deutschland attestiert, weil Mesut Özil dem DFB den Rücken kehrt. Wochen zuvor läßt dieser sich aber mit einem Despoten Recep Tayyip Erdoğan ablichten.

Da läuft was mächtig aus dem Ruder

Eine AfD und die gesamte Neue Rechte werden händereibend im Hintergrund lauern, frohlockend feststellen, wie simpel ihre Rechnung mit dem gestreuten Haß aufgeht, weil angeblich Horden von Migranten Europa erobern wollen. Obwohl letztlich jedem politisch denkenden Zeitgenossen das Ende des glorreichen Neoliberalismus in Sicht, hadern noch genügend ewig Gestrige, halten nicht nur an diesem selbst fest, sondern stülpen ihre nationalistische Gesinnung drüber, in der Hoffnung, man könne das faschistoide Erbe des letzten Jahrhunderts wiederholen.

Fehlanzeige. Noch gibt es genügend wache Geister, die genau das thematisieren, in den Medien als Lügenpresse diffamiert werden, ein bewährtes Vokabular aus alten Nazizeiten! Allerdings kommt die diesjährig stattfindende Fußball-WM ins Spiel. Während Erdoğan mit dem Photo punkten kann, schaut es für den Nationlspieler Özil nicht gut aus, gerät er natürlich in Erklärungsnot, Werbung für einen Despoten gemacht zu haben, ist Opfer und Täter zugleich, wie Migrationsforscher Özkan Ezli ausführt.

Die Neue Rechte hat ihr Ziel erreicht, Medien reagieren erwartungsgemäß, die schwache Leistung des amtierenden Weltmeisters während der Fußball-WM sorgt obendrein für Unmut bei den Fans, ein Sündenbock muß her. Der türkischstämmige Özil paßt als Opfer. Dessen DFB-Austritt und Stellungnahmen runden das Bild von angeblich nicht stattgefundener Integration ab.

Wenn Integration mit Assimilation verwechselt wird

Dann frohlocken all jene, die ohnehin einen unübersehbaren Ausländerhaß pflegen, ständig vom Ende des Multikulturalismus schwafeln. Jede Gesellschaft muß sich aber arrangieren, es sei denn, man verstoßt Migranten von Beginn an, zeigt keine Bereitschaft, sie integrieren zu wollen. Genau das findet zunehmend statt, während die jahrelangen erfolgreichen Bemühungen ignoriert werden, all die Beispiele, wo dies tatsächlich gelungen ist.

Gleichzeitig mischen Strömungen wie die des Despoten Erdoğan, darunter auch die Grauen Wölfe, hierzulande die türkischen Mitbewohner auf, Angst und daraus resultierende Zustimmung sorgen für Spannungen, bestätigen die Neue Rechte, die letztlich denselben Weg verfolgt. Wer eigentlich Assimilation fordert, also die völlige Anpassung, scheint dabei etwas zu verwechseln. Integration ist ohnehin schon schwer genug angesichts etlicher Vorurteile auf beiden Seiten, doch jene Haßwellen sind äußerst destruktiv, sorgen für dauerhafte Eskalationen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Vorbeirauschende Wut

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Da wo ich geboren wurde,
da gab es einen Bahntunnel,
da konnte man brüllen,
da war die Wut vorbei.

Da wo ich aufgewachsen bin,
da fuhren viele Züge,
da saßen Menschen drin,
da streckte man die Zunge raus,
da war die Wut vorbei.

Da wo ich groß wurde,
da war eine Holzbrücke,
da spuckte man runter,
da zielte man auf´n Waggon,
da rasten die Treffer davon,
da war die Wut vorbei.

Da wo ich gelebt habe,
da gab´s eine Bahnstrecke,
da gab´s einen Bahnhof,
da gab´s drei Bahnübergänge,
da gab´s eine Fußgängerbrücke,
da gab´s was zu tun,
da fuhr die Wut schnell vorbei.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Neubeginn nach Lebensende

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„Die Nächsten bitte!“, forderte Petrus mit Nachdruck, während die verhaltenen Gespräche auf einmal kurz verstummten. Immer in Dreiergruppen hatten die Neulinge anzutreten beim Schöpfer, damit dieser ihnen erläuterte, was so alles verkehrt gelaufen war in ihrem irdischen Leben.

Ein untersetzter, höhensonnengebräunter Mittsechziger drängte sich nach vorne, dabei die anderen beiden zur Seite schiebend, die dies zunächst geschehen ließen. Petrus blickte ihn daher strafend an, jedoch schien der Drängler dies nicht zu bemerken. Sie befanden sich in einem lichtdurchfluteten Raum, dessen Ende nicht erkennbar war, so hell und leuchtend schien die Lichtquelle zu sein, die dem Sonnenlicht eben nicht ähnelte, weil es wesentlich mehr Weiß in sich barg. Kein Mann im Rauschebart empfing sie, wie manch einer den Schöpfer, auch als Gott bezeichnet, gern hier hätte, sondern es war niemand im Raum, außer eine hörbare, gewaltig angenehme Stimme, die zugleich erschallte.

„Nun, Monsieur Sauralt, berichten Sie uns doch mal, was Sie vermuten, warum Sie hier sind und vor allem, was Sie zu erwarten haben“, begann der Schöpfer wie gesagt. Monsieur Sauralt verlor für einen Augenblick seine selbstbewußte Haltung und überlegte eine ganze Weile.

„Das liegt doch auf der Hand, ich bin urplötzlich aus dem Leben gerissen worden, mußte auch ausgerechnet mich dieser Herzinfarkt heimsuchen. Jetzt geht alles drunter und drüber in meiner Firma, obwohl ich natürlich eine Vertretung habe, die meine Geschäftsgeheimnisse sicherlich umsetzen kann. Aber dennoch ohne meine geistigen Ideen“, begann Jacque Sauralt wieder um Fassung ringend, wobei er schnell unterbrochen wurde vom Schöpfer.

„Sie scheinen nicht verstanden zu haben, was das Wichtigste im Leben ist, oder?“, fragte die angenehme Stimme daher. Etwas verlegen schaute er in die Runde und bemerkte jetzt endlich, daß da noch andere Kollegen zugegen waren.

„Schauen Sie mal kurz auf mein jähes Ende, Monsieur“, kam ihm der schlaksige, junge Mann zu Hilfe, der so gar nicht hierher gehören sollte, „mich hatte es genau dann erwischt, als ich endlich wieder eine Arbeit hatte, eine Vollzeitstelle, obendrein noch gut bezahlt, nach dreijähriger Arbeitslosenzeit. Und was geschah? Ein Arbeitsunfall, weil die Firma geschlampt hatte, er wäre somit vermeidbar gewesen!“ Kein Laut war plötzlich zu hören, obwohl in diesem Lichtraum es ohnehin schon ruhig war. Alle hielten sie für lange Momente die Luft an, ehe sich der Dritte im Bunde zu Wort meldete: ein kleiner, kräftiger, etwas fülliger, blonder Mann im mittleren Alter.

„Wißt Ihr, es macht ganz wenig Sinn, mit dem Lebensende zu hadern. Ändern können wir es ohnehin nicht und sollten daher das Beste draus machen“, sagte er seelenruhig.

„Danke für die Vorlage“, erwiderte der Schöpfer und wandte sich an den jungen Mann und fuhr fort, „Mr. Blackpool, sicherlich wird der folgenschwere Fehler Ihrer Firma nicht ohne Konsequenzen bleiben, ich bemerke bereits erste Schritte, die eingeleitet werden, andererseits hatten Sie endlich wenigstens eine kleine Weile lang die Genugtuung, wieder für voll genommen zu werden in dieser Welt der unnötigen Arbeitslosen.“

Petrus räusperte sich kurz, wimmelte Ungeduldige ab, die schon eintreten wollten. Herr Biel, der blonde Kräftige bemerkte: „Ich bin einfach abends zu Bett gegangen, um morgens nicht mehr aufzuwachen, bin so gestorben, wie die Meisten es wohl gern hätten.“ Erstaunte Blicke richteten sich auf ihn, fast schon ein wenig neidisch. Doch der Schöpfer war ja zugegen und hielt sein Schlußwort.

„Seht, Ihr alle seid auf ziemlich unterschiedliche Weise verstorben, dennoch steht Ihr hier vor mir. Ich möchte Ihnen, Monsieur Sauralt folgendes auf den Weg geben: Alle irdischen Güter, sämtlicher Reichtum vor allem mag angenehm sein, besonders für Ihresgleichen, vergessen Sie aber nicht, daß gerade Überreichtum immer zu Lasten wirklich armer Mitmenschen geht. Solange Ihr Menschen nicht gelernt habt, wirklich gerecht zu teilen, ändert sich daran nichts. Nicht Haben, sondern Sein ist das Ziel, bedenken Sie das für die Zukunft. Herr Biel, Sie waren zu Lebzeiten stets ein angenehmer, liebevoller Zeitgenosse, handelten meist weise und mit viel Bedacht, nehmen Sie genau diese Erfahrung mit. Und Sie Mr. Blackpool hatten eben das Pech, zur falschen Zeit am verkehrten Ort gewesen zu sein, und dennoch hatten Sie nach Ihrer Leidensphase wenigstens, wenn auch nur für kurze Zeit, wieder eine Beschäftigung. Ihr werdet es kaum glauben, aber das Leben geht weiter, so auch für Euch Drei. Bereitet Euch darauf vor, kehrt in Euch, die Schöpfung wünscht Euch alles Liebe und Gute.“

Nach diesen Worten bat Petrus die Männer nach draußen. Keiner von ihnen war erstaunt oder aufgebracht, eine himmlische Ruhe lag auf ihren Gesichtern.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Kurzgeschichten

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Blinder Fisch

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Der blinde Fisch
springt gegen die Gischt,
er wirbelt herum,
auf dem Felsen steht Nils, warum?

Nicht ohne meine Mikrowelle,
keine ist so schnelle,
wenn er vor Hunger
in der Küche rumlungert.

Er verzichtet auf Urlaub, Frau,
kennt alle Welt, ist schlau.
Nils springt in die Meereswellen,
der blinde Fisch und er zerschellen.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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