Wuschelkopf

https://pixabay.com/de/gitarrist-b%C3%BChne-karte-musiker-1739367/

pixabay.com

Signiert
war die Karte,
auf die ich warte
schon so lange.

Mir war bange,
sie zu lesen,
Vorfreude war gewesen,
ich war resigniert.

Versteckt
das ersehnte Stück,
aufgeschoben Glück,
um später zu genießen.

Husten, Nießen,
mit Grippe im Bett,
ausgebootet komplett,
Tage unter Decke gesteckt.

Frustriert
Fieber ausgeschwitzt,
Medizin zuhauf benützt,
Überraschung vergessen.

Beim Abendessen
am Montag
der Paukenschlag,
die Karte, Platz reserviert.

Zu spät,
Konzert verpaßt,
Glück verpraßt
durch Abwesenheit.

Besonderheit
im Schmuckkästchen
ungestempeltes signiertes Kärtchen,
eine Rarität.

Nafia

Kategorie: Gedichte

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Auslaufmodell NPD – das tut aber weh

https://pixabay.com/de/berlin-bahn-s-bahn-br%C3%BCcke-s-bahn-1677674/

pixabay.com

Signalfarbe Orange sorgt für mehr Sicherheit in Berliner S-Bahnen

Deutsche Fahrgäste können sich entspannt zurücklehnen auf ihren Fahrten in Berliner S-Bahnen, willige und pflichtbewußte NPD’ler sorgen zukünftig für deren Sicherheit, schließlich gilt es, die Spreu vom Weizen zu trennen, also Deutsche von gewaltbereiten Ausländern. Stop. Natürlich Migranten. Soweit das real angekündigte Szenarium.

Theoretisch klingt das besonders gut in den Ohren von Patrioten, der gesamten Neuen Rechten und deren Sympathiesanten. Allerdings stellt sich nur die kleene, nicht unbedeutende Frage, wie das denn in der Praxis aussehen möge. Die folgende Szene wird sich sehr bald ganz ähnlich zutragen, werfen wir einen Blick in die Glaskugel… äh… Zukunft.

Eugen Meier* betritt zusammen mit seinem Kollegen Markus Schnell*, – die Namen sind natürlich bewußt verkehrt wiedergegeben, um die stolzen Recken zu schützen -, die S-Bahn Linie 2 bei der Haltestelle Pankow Richtung Bornholmer Straße. Ein Raunen geht durch den Wagen, manche Fahrgäste tuscheln leise hinter vorgehaltener Hand, verstohlene Blicke mustern die Jungs in ihren organgefarbenen Westen. Eine türkisch aussehende Fahrgästin schaut unsicher in die Runde, oder ist sie eher eine Iranerin, vielleicht aus Syrien oder eventuell doch aus Griechenland? Schwer einzuschätzen jene ausländischen Mitbürger.

Das interessiert jetzt auch die pflichtbewußten NPD’ler, die ihre Rolle als Patrouille sehr ernst nehmen.

„Na, Fahrschein dabei? Oder etwa doch nicht?“, spricht Markus die vermeintliche Iranerin lautstark und herausfordernd aggressiv an, „Sie brauchen nicht so verduzt dreinzuschauen, du verstehen deutsch?“ Einige Fahrgäste blicken die Angesprochene abschätzend an, insgesamt haben sämtliche Gespräche ein jähes Ende.

„Können Sie sich denn ausweisen als legitimierter Kontrolleur der S-Bahn?“, entgegnet ziemlich selbstbewußt die angebliche Iranerin, um noch anzufügen, „im Übrigen bin ich gebürtige Schwäbin, gelle!“ Rums, das sitzt. Verduzt schauen sich die beiden Neo-Nazis an. Eugen, der etwas Ältere, kann sich nicht mehr beherrschen, will den rechten Arm der „Iranerin“ packen. Zu dumm, daß diese zufällig als Kampfsportlerin sich zu verteidigen weiß. Binnen zwei bis drei Sekunden befindet sich Eugen vor ihr, auf dem Boden, beide Arme nach hinten gedreht, die Handgelenke über Kreuz, ihr rechter Fuß übt sanften Druck auf dessen Rücken gen S-Bahn-Waggonboden aus. Da kommt Markus auf eine glorreiche Idee und ergreift seinen Schlagstock, der verborgen unter der orangefarbenen Weste steckt.

An dieser Stelle verkürzen wir die Schilderung. Ein beherzter Rocker, der sich bisher zurrückhält, – es soll auch welche geben, die eben nicht den Weg der Neuen Rechten gutheißen können -, schnappt Markus am Schlawittchen, um den Schlagstockeinsatz zu verhindern. Plötzlich hat ein anderer Fahrgast den Mut, per Handy die Polizei zu verständigen. Es stellt sich dann heraus, daß Marion Häbele tatsächlich in Balingen geboren wurde, ihr Urgroßvater stammt allerdings aus dem Iran, eine Tante von ihr ist Türkin, daher ihr untypisches deutsches Aussehen. Ohje, jetzt ham aba die NPD’ler nen Problem, oda? Die janze blaune Mischpoke ohnehin, denn das Geschwätz dieser Rassisten paßt in gar keinen gesellschaftlichen Zusammenhalt, Multikulti ist keineswegs gescheitert, es ist Bestandteil der Entwicklung des Menschen. Kapiert es endlich!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

Veröffentlicht unter Satire | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Hundemüde

https://pixabay.com/de/meer-schwarz-und-wei%C3%9F-ozean-felsen-1283767/

pixabay.com

Staksig kommt er,
der Gedanke.
Konnt’ ich ihn halten?
Wahrscheinlich nicht.
Wahr schien er.
Scheint wahrlich,
nicht mehr hier zu sein.
Die Stadt kenne ich,
bin einmal umgestiegen.
Warum?
Der kleine weiße Schnauzer.
Er roch nach Rauch.
Sommerhitze.
Mir ist schlecht.
Später ist was aus ihm
geworden.
Woher?
Er stakt, er.
Im Takt leer.
Schwarzes Meer,
bevor er weiterwankte.

Nafia

Kategorie: Gedichte

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Helsinki-Gipfel: Trump trifft Kumpel Putin

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/a/a7/Vladimir_Putin_%26_Donald_Trump_in_Helsinki%2C_16_July_2018_%289%29.jpg/640px-Vladimir_Putin_%26_Donald_Trump_in_Helsinki%2C_16_July_2018_%289%29.jpg

Wikimedia Commens CC BY 4.0

Wer kittet den Riß zwischen den beiden Supermächten?

Trumps Europa-Reise der vielen Fauxpas nimmt mit dem Helsinki-Gipfel, der eigentlich keiner war, endlich ein Ende. Wenn jugendliche Rüpel sich nicht benehmen können, sollte man dies ihnen noch verzeihen. Bei Mister America-First schaut es gänzlich anders aus. Ein Ball für The Donald vom Kumpel Wladimirowitsch, ein Bild, was Bände spricht, oder vielleicht auch gar nicht.

Mit diesem 45. US-Präsidenten hat die Weltpolitik ohnehin tagtägliche Koliken zu überstehen, die kaum dramatisch schmerzhafter sein könnten, ein Wunder, daß der Schaden zumindest nicht sofort sichtbar sich abzeichnet, wenngleich Trumps angezettelter Handelskrieg laut IWF an die 500 Milliarden US-Dollar kosten soll. Macht nichts, der „blonde Dolle“ darf ungestraft weiterwurschteln, schon grübeln die Amis darüber, ob er nicht am besten in einer zweiten Amtszeit noch mehr Schaden… äh… politische Entscheidungen twittern… äh… vorwegnehmen darf.

Zwischen himmelhochjauchzend und zu Tode betrübt

Exakt darin steckt genügend Zündstoff, wo sich etliche Geister scheiden bzw. zerreiben. Wer hat Recht, wer lügt, wo wird übertrieben, wo gar hinzugedichtet? Informationen gibt es etliche, doch so manche Auswertung entscheidet sich bereits beim Vorab-Prozedere: entweder Pro-Putin oder dagegen, entweder Antiamerikanismus oder Uncle Sam’s best friend. You never know what happens but the truth will catch you by the way!

Während Sputnik-News behauptet, Putin und Trump sei „Champions League“ gewesen, dem US-Präsident Honig in dessen rasiertes Gesicht schmiert, Putin in den Fußball-Olymp hebt, bezeichnet der Spiegel den Helsinki-Gipfel zum Gruseln. Die Gegensätze könnten kaum größer sein, spiegeln allerdings den politischen O-Ton wider, der oftmals ziemlich konstruiert wirkt. Wieso denn das?

Blick zurück in Zorn

Erinnern wir uns, zumindest diejenigen, die noch nicht geblendet von all dem Gezerre auf die ein oder andere Seite. Genau das ist der springende Punkt: die Wiederholung des simplen Musters eines Eisernen Vorhangs. Funktioniert aber nicht in derselben Form. Warum? Weil die Welt und andere Mächte sich weiter- und mitentwickeln, Russland und die USA somit die Rechnung ohne den Wirt machen!

Es reicht nicht, sich Verbündete hüben wie drüben zu suchen oder gar zu verpflichten. Mit Trump sieht man ohnehin, wie schnell sogenanmnte Partner als lästige Nutznießer bezeichnet werden können, wenn es ihm just nicht paßt. Putin gestaltet dies wesentlich raffinierter mit dessen aalglatter Politik leisem Nachhelfens: Nur ein guter und williger Russe steht ohne Murren zum Präsidenten. Daher ist es so still und leise im größten Land der Erde, man arrangiert sich, legt sich ohnehin niemals mit einem Herrscher an, eine tiefverwurzelte Erfahrung der Russen nach dem Zarismus und Kommunismus. Mit Perestroika gab es die Chance, Putins KGB-Erfahrung und Geklüngel im Auf und Ab der Machtstellungen von Oligarchen erlaubten ihm Narrenfreiheit mit einer ewiglichen Treue, ihm gegenüber den roten Teppich auszurollen.

Das kann und wird nicht gutgehen, am Ende wird Europa zerrieben, es sei denn, die Alte Welt erkennt dies rechtzeitig und gibt Russland und den USA den Laufpaß. Eine fast unmögliche Aufgabe und Herausforderung, was die Umsetzung anbelangt angesichts wirtschaftsglobaler Abkommen und Verpflichtungen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

Veröffentlicht unter Quergedachtes | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Weit verbreitet

https://pixabay.com/de/haus-geb%C3%A4ude-fenster-fassade-261211/

pixabay.com

Man hört es
weit in die Nacht hinaus,
näherkommend,
lärmend unterbrochen
durch Bäume und
Straßenschleifen.
Jetzt ist es da,
abrupt bremsend
auf dem Hof.

Man sieht es
weit in die Nacht hinaus,
hell leuchtend,
das Licht der Stube,
ein wenig verdeckt,
ein kleiner Schatten nur,
lehnt das Kind
aus dem Fenster,
sieht auf den Hof.

Man weiß es
weit in die Nacht hinaus,
leise schleichend,
im Dunkeln
beginnt das Jagen
auf offenem Felde,
hinter Büschen
findet sich der Tod,
der Mond mitten im Hof.

Sonderangebot,
Prospekte zerfleddert,
wirbeln über den Hof.

Nafia

Kategorie: Gedichte

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Frankreich zum zweiten Mal Fußballweltmeister

https://pixabay.com/de/fu%C3%9Fball-weltmeisterschaft-wm-2018-3373558/

pixabay.com

Die Équipe Tricolore bezwingt Kroatien im Finale mit 4:2

Gleich vorneweg, wer aufmerksam der Berichterstattung des Sportmoderators Béla Réthy im ZDF gelauscht hat, dem sollte dessen teilweise einseitiges Urteilsvermögen aufgefallen sein, und zwar zugunsten der Kroaten beim Fußball-WM-Endspiel. Während der Schiedsrichter folgerichtig ein unübersehbares Foul gegen Antoine Griezmann pfeift, was dann zum Freistoß und 1:0 der Franzosen führt, tadelt der ZDF-Sportmoderator dies gleich mehrfach als nichtig, unterstellt dem französischen Stürmer eine Schwalbe.

Während des gesamten Spieles kommemtiert er oftmals frenetisch Spielzüge der Kroaten, in manch heiklen Szenen schweigt er sich lieber über die Équipe Tricolore aus, kann aber am Ende sich nicht weiterhin wegducken, um den verdienten Sieg Frankreichs zu verkünden.

Eine Fußball-WM der Eigentore und viele ungeahndete Fouls

Sicherlich lobenswert, wenn die FIFA Schiedsrichtern bei zukünftigen Fußball-Europa- und Weltmeisterschaften mehr Spielräume überläßt, nicht gleich jedes kleine Foul zu pfeifen, damit der Spielfluß nicht allzu oft ins Stocken gerät. An und für sich eine günstige Entscheidung genauso wie der neu eingeführte Videobeweis per Kontrollraum außerhalb des Spielfeldes im Inneren des Stadions. Immerhin fielen mit insgesamt 12 Eigentoren in dieser 21. Fußball-WM die meisten jeweils erzielten bei einer WM, zuvor war die Fußball-WM 1998 Spitzenreiter mit 6 Eigentoren, was somit einer Verdoppelung entspricht.

Dennoch kam es zu fragwürdigen Fehlleistungen. Beim vierten Spiel der Vorrunde in der Gruppe E, Serbien gegen die Schweiz, hätte Schiedsrichter Felix Brych einen Strafstoß geben müssen, nachdem die Schweizer Stephan Lichtsteiner und Fabian Schär im schweizerischen Strafraum Aleksandar Mitrovic unschön niederrangen. Stattdessen entschied er sich für ein Stürmerfoul, hier beließen die Videoassistenten es dabei. Auch Englands Stürmer Harry Kane wurden gleich zwei Elfmeter vereitelt bei ihrem ersten Gruppenspiel gegen Tunesien, im Gegenzug meinte der kolumbianische Schiedsrichter Wilmar Roldán, dem tunesischen defensiven Mittelfeldspieler Ferjani Sassi einen umstrittenen Foulelfmeter geben zu müssen, was zum zwischenzeitlichen 1:1 führte. Die Engländer gewannen trotzdem verdient 2:1.

Frankreich erlangt den WM-Titel mit 14 Toren

Der Minimalfußball der Spanier hat sich mit der Fußball-WM 2018 verabschiedet. Die Équipe Tricolore erweckte noch solch Anschein in den Gruppenspielen, wo sie mit nur drei Toren das Achtelfinale erreichte. Doch in der K.o-Runde angelangt, benötigte sie dortigst 4 Treffer gegen Argentinien, im Viertelfinale besiegte sie Uruguay 2:0, um sich mit dem 1:0 gegen Belgien im Halbfinale zufriedenzugeben. Hingegen das torreiche Finale gegen die Kroaten den neuen Trend aufzeigte.

Allen Unkenrufen zum Trotz kann ein jeder auch diese Fußball-WM ob des gigantischen Kommerzes verurteilen, erst recht sich über Wladimir Putin lustig machen, weil er selbst per Regenschirm geschützt wurde bei der Siegerehrung, er angeblich Macron im Regen stehen ließ. Das mag eine Schlagzeile unter vielen wert gewesen sein. Jetzt blickt die Welt aber zum Trump-Putin-Treffen, so what?!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Sport

Veröffentlicht unter Sport | Verschlagwortet mit , , , , | 1 Kommentar

Pluralistische Macht der Schöpfungswille

https://pixabay.com/de/chaos-durcheinander-abstrakt-modern-397257/

pixabay.com

Macht durch Härte und Strenge
treibt Menschen in die Enge.
Nur liderliche plumpe Gestalten
lassen Furcht und Schrecken walten,
suhlen sich an Ängsten der Menschen,
um sich mit Ruhm zu beschenken.

Sie genießen Gewalt als Ordnung,
säen Haß und Wut zur Unterdrückung,
halten Handlanger für ihre Belange
mit Geldversprechungen an der Stange.
Erbärmlich sind diese niedrigen Geister,
an ihnen klebt Böswilligkeit wie Kleister.

Und ihr, die ihr stärkt dies Machtgehabe,
euch fehlt die eigene Selbstwertgabe.
Dies ist ein Zeichen von Nichtsnutz,
Kleingeister hauen auf den Putz.
Gewissenlose Schmarotzer ätzen,
weil sie nach Habgier lechzen.

Macht treibt niemals in eine Enge,
im Gegenteil, sie löst festgesetzte Zwänge.
Es ist nicht der Schöpfung Wille,
sich zu stellen gegen Chaos und Fülle.
Wer Macht mit egoistischer Gier verwechselt,
dessen Hirn wurde mit Mist gedrechselt.

Nafia

Kategorie: Gedichte

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar