Über das Übelsein Herrschaftswilliger

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Es will ihm einfach nicht übel werden,
er fühlt keine Seelenbeschwerden.
Das, was ihm zum Kotzen bringt,
ist nicht, wenn jemand mit dem Leben ringt.

Sein Magen wird nur sauer, stößt ihm bitter auf,
wenn er kann nicht bestimmen den Weltenlauf.
Es zieht ihm sein Gedärm zusammen,
wie kann man nur für Fremde Geld sammeln?

Mit seiner Sprache spuckt er Galle aus,
Verachtung im Ton, höhnendes Graus,
wenn seine Minderwertigkeit Nahrung kriegt,
sein Herrschaftsgehabe auffliegt.

Von einem zu erzählen, dem die Seele fehlt,
für den Humanismus, weil Fremdwort, nicht zählt,
ist untertrieben, es ist Mode, despotisch zu agieren,
nicht die Seele, sie haben Sorge, den Magen zu verlieren.

Für ihren gefüllten Bauch opfern sie Seelenbeschwerden,
warum soll man die Seele mit Nächstenliebe ernähren?
Wenn Maßeinheiten für Güte Menschen zum Kotzen bringt,
dauert es nicht mehr lang, bis der Kodder Freiheit verschlingt

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Nach der Fußball-WM Ernüchterung und Sommerloch

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Flüchtlingsmisere Spielball perfider Politik ohne Weitsicht

Dieser Satz kann nur Gültigkeit beinhalten: Kein Mensch ist illegal. Rassistisch angegangen werden Flüchtlinge dennoch tagtäglich, bis hin daß man sie in Transitzentren stopfen, abschieben will oder einfach im Mittelmeer ertrinken läßt, weil Seenotretter erst gar nicht per Schiff auslaufen dürfen, gefangen im Hafen und gleich mit kriminalisert werden.

Die Seehofer’sche Taktik scheint in seinem Sinn aufzugehen: Halb Europa läßt sich vor dessen Masterplan-Karren spannen, obwohl dieser nahezu keine Legitimation ohne die Zustimmung der Koalitionspartner haben kann, aber Hauptsache wichtigtuerisch sich in Szene setzen, zum Nutzen des bayrischen Wahlkampfes, insbesondere AfD-Wähler umzustimmen.

Der Ball ist rund – Politik eckiger denn je

Wohlwissend, daß jene Klientel längst keinerlei Vertrauen in etablierte Parteien hat, die meisten lieber einem Führer à la Höcke hinterherhecheln möchten, Germania im Fokus, Multikulti zum Teufel jagen und Frauen hinterm Herd verbannen wollen.

Daß der Ball rund ist, sieht man in den letzten drei verbleibenden Spielen der Fußball-WM, ob per Kopf oder Fuß ins gegnerische Tor verwandelt, ob Frankreich oder der Gewinner des 2. Halbfinalspiels im Finale – vielleicht mal ein Great Britain gegen l’équipe tricolore? Spannend für Fußballfans, obendrein im größten Stadion Russlands, im Olympiastadion Luzhniki.

Kurz darauf setzt sich die parlamentarische Sommerpause hierzulande fort, obwohl der Bundeskanzlerin noch der Nato-Gipfel bevorsteht, der jetzt beginnt, ein Donald Trump erst recht hadert und motzt, die Rüstungsausgaben seien zu niedrig. Die Politik ist eckiger denn je mit The Donald im Westen, einem Erdoğan im Südosten Europas, einem aufkommenden Nationalismus europaweit und patriotischen Saubermann im Kreml.

Humanismus bleibt auf der Strecke

Der Ton wird rauher, die Sprache ohnehin, auf der Straße, in den Medien und in der Politik selbst, wenn man bei AfD-Abgeordneten von Politikern noch sprechen kann. Gewählt sein bedeutet mitnichten ein Freifahrtschein ungehemmt und ungebremst zügelloser Wortentgleisungen bis hin offen ausgelebten Rassismus und Feindseligkeiten gegenüber dem politischen Gegner.

Wer nun glaubt, dies perle ab bei den alten Parteien, irrt sich gewaltig. Planmäßig und ohne weiteres voraussehbar reiht sich eine CSU nahtlos ein, nicht nur wegen Stimmenfang zur Bayernwahl. Das Gedankengut des bundesdeutschen Heimatministers spiegelt sich in dessen selbsternannten Masterplan wider, eine Auflistung von Repressionen gegenüber Flüchtlingen, europäisches Recht obendrein mißachtend.

Wer sich in Festungen einigelt, obwohl zum großen Teil an weltweiten Miseren nicht unbeteiligt, hat sich daraus entwickelnde Konsequenzen erst recht mit zu verantworten. Von Weitsicht keine Spur, politische Kurzsichtigkeit wird bevorzugt, um im Bade einer losgetretenden, mitverursachten Gewalteskalation sich als Schlichter und Richter aufzuspielen, etliche Opfer in Kauf nehmend.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Entbindet mich vom Unterschied

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Nun ist er da der Tag,
den ich nicht mag.
Nun muß ich mich kümmern,
um das Leben nicht zu verschlimmern.

Er ist ein Ignorant,
genau wie jeder Gratulant.
Er ist penetrant pünktlich,
die Gratulanten überempfindlich.

Stets das gleiche Datum,
gottlob, die Tage wechseln reihum.
Stets die gleichen Sprüche,
langes Leben ohne viele Umbrüche.

Ach, könnt‘ ich doch, ach, könnt‘ ich doch.
das wäre wirklich ideal, diesem Moloch
von Glückwünschen, Blumen, Geschenken
entflieh’n, müßte nicht mehr daran denken,

an diesem Tag die Glückliche zu sein,
vorgaukeln der Welt eitel Sonnenschein.
Dann könnte ich, dann könnte ich,
auch heute schreien fürchterlich.

Denn besonders am Tag der Entbindung
brauch ich keine egoistische Anbiederung.
Dieser Tag sollte vielmehr Anlaß geben,
Unterschiede nicht hervorzuheben.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Hurra, hurra die AfDa kommt

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Bald sind Union und Sozen weggebombt

Gleich vorneweg, das ist alles andere als ein Gag, sei erklärt, weil so gar nicht verkehrt, was AfDa wohl bedeuten mag, bevor manche rätseln den ganzen Tag. Ganz einfach: Alternative fackeln Deutschland ab – die sind doch mal so richtig auf Zack und Trapp. Was die Leute hierbei verpennt haben und somit gänzlich verkehrt lagen. Die werden das ewig Simple wagen, dabei am Ende alles Kritische jagen.

Das hat schon stets vorher funktioniert, geschieht somit erneut völlig ungeniert. Wenn ein blonder Doller in rüstungsstärkster Nation ungestraft tönen darf, egal ob per Twittergewitter oder dummdreist brav, dann fühlen sich alle Rechten bestätigt, ab sofort wird jedwede Gewalt getätigt. Vom kleinsten Posten bis zum Führer kommen sie auf ihre Kosten. Heidewitzka, so erneut wie einst in Germania geschah.

Der Trend von langer Hand geplant sich seinen Weg sehr gezielt bahnt. Protest ist wohl das Zauberwort, treibt jedwede Menschlichkeit hinfort, schließlich will man im Wir sind das Volk sich baden, da können ein paar Gewaltexzesse nicht schaden. Anfangs Flüchtlinge abzufackeln versuchen, sie allüberall gar öfffentlich verfluchen, sie und Hartz-Vierler gegeneinander ausspielen, der gemeine Migrant würde viel mehr Hilfsgelder erzielen.

Das raubt der Union und den Sozen kostbare Stimmen, diese möchten einfach hinfortschwimmen. Nicht mit dem Mittelmeer verwechseln, hierbei tun AfDa’ler andere Pläne drechseln. Viel haßerfüllt getönt, manch Unsicheren versöhnt. Wenn es um eigene Pfründe geht, ist’s für simple sich entlandende Gewalt nie zu spät. Insofern entgleiten etablierten Parteien die Wähler, entscheidend nicht der Nenner, sondern der Zähler.

Da hilft mitnichten, den Kopf in den Sand stecken, auch nicht hier beherzt zu dichten, Menschen täglich im Mittelmeer verrecken! Es gilt, Widerstand zu leisten. Die Nazibrut überall hervorquillt, zu viele von denen bereits widerlich entgleisten. Stoppt jenen Lauf möglichst schnell, sonst wird’s nicht mehr hell im Geist, weil jene neue Herren unendlich dreist.

Man sollte niemals vergessen, wer dabei wohl vertritt ihre Interessen, all die Kohle wie aus dem Nichts auftaucht, die an anderer Stelle so dringend gebraucht. Denen sind Menschen letztlich generell egal, Hauptsache sie füllen manch Saal, um ihre Haßbotschafen unters Volk zu streuen. Und wenn zu viele Schweigende ihr Stillhalten hinterher bereuen, lautet’s dann erneut: Wo waren all die Leut`? Um dem vorzubeugen, solch AfDa’ler nicht nur beäugen, sondern sie schnellstens abwählen, sich nicht weiter mit jener blaunen Brut abquälen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

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Aufrichtigkeit setzt Zeichen

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Höhnisches Grinsen,
Überheblichkeit,
Zeichen von Minderwertigkeit.
Hetzen,
Drohen,
Zeichen vom Verrohen.

Kombiniert mit
Narzißmus,
Egoismus,
Zeichen von Faschismus.

Andere verpetzen,
Scheinheiligkeit,
Zeichen, es ist bald soweit.
Ängste schüren,
Andersdenkende verprügeln,
Zeichen von Lügnern, Betrügern.

Kombiniert
Aufrichtigkeit,
Humanität
mit Selbstbewußtsein,
setzt diese Zeichen
gegen diesen
zerstörerischen Wahn.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Hrabans geheimnisvolle Reise zum Kontinent des Lächelns – Teil 3

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Eine dermaßen hohe Geschwindigkeit hatte er zuvor niemals erlebt, Hraban bemerkte aber zugleich, daß während der rasenden Fahrt sämtliche Glasscheiben pechschwarz waren, irgendeine raffinierte Technik hatte sie verdunkelt, kein Lichtschimmer der Tunnelröhren war mehr zu sehen. Außerdem saßen sie nicht, sondern lagen angeschnallt in bequemen, weichgepolsterten Schalen, die sich um den Körper schmiegten, dessen Form gar annahmen. Thoghun bemerkte den verwirrten Blick des Jungen und wies darauf hin, er solle mal nach oben schauen. Dort befanden sich unterschiedliche Monitore, die eine gesamte Einheit an der ganzen Decke bildeten, ähnlich wie ein Megabildschirm mit Rastereinteilung. Alle möglichen Informationen konnte man ablesen, aber auch Kamerapositionen bestimmter, öffentlicher Plätze des Landes. Pireistreca bemerkte, es könne schon hilfreich sein für die Reisenden, wer denn solche Dienste in Anspruch nehmen wolle. Nach gefühlten wenigen Minuten, obwohl sie gar eine knappe Stunde unterwegs waren, erreichten sie ihren Zielbahnhof. Bei der Einfahrt erhielten die Fensterscheiben wieder ihre Transparenz, sehr viele Passagiere waren zugegen, dennoch waren wesentlich weniger Stimmen zu hören, als Hraban dies bisher kannte. Klar doch, die gedankliche Unterhaltung bringe das mit sich, erinnerte sich der Junge und lächelte kurz. Sie bestiegen einen äußerst großzügigen Fahrstuhl, der eher einem Saal glich, wobei selbst hierbei der Elfjährige über die Schnelligkeit staunte, in welcher es aufwärts ging, gleichzeitig konnte man zwar hinaus schauen, aber er kehrte dem Fenster bewußt den Rücken zu, weil er sich viel lieber überraschen lassen wollte.

Hraban wurde natürlich entsprechend belohnt, was er oben angekommen dann sehen durfte, verschlug ihm fast den Atem: Eine Riesenlandschaft überblickten sie, keine andere Erhöhung war zu sehen. Gholeyta selbst war keine große Insel, ihr Vulkan, an deren gigantischen Krater sie standen, bildete wohl das Zentrum, nur ein kleiner Streifen Sandstrand umgab ihn. Ganz in der Nähe befand sich zu seiner Linken das Festland, von wo sie gekommen waren, wie ihm Thoghun bestätigte. Pireistreca kündigte an, Hraban ein bißchen von ihrem Land zu erzählen.

„Bei euch würde es wahrscheinlich Land des Lächelns bedeuten, es heißt schlicht Deengaira. Wir wissen, daß der Kosmos sehr viele Geheimnisse verbirgt, wobei wir inzwischen in regen, friedlichen Kontakt zu anderen Wesen stehen. Dir begegnete Thoghun in deinem Traum und nahm dich sofort unter seine Fittiche“, begann sie Hraban zu erzählen, sie saßen alle zusammen an einer runden Tafel, „mußte allerdings hier angekommen etwas dringendes erledigen, so daß dich Gaven und Taras abholen sollten.“ Kaum hatte sie deren Namen ausgesprochen, erschienen die beiden wie aus dem Nichts und gesellten sich zu ihnen. An diesem Platz, einer Art Bistro, gab es keine Bedienung, auch konnte Hraban weder eine Theke noch eine Küche sehen, aber dafür vor ihm eine kreisrunde Aussparung im Tisch.

„Einfach denken bzw. sagen, was du gern trinken oder essen magst“, bemerkte Taras mit strahlendem Lächeln, „und schon erscheint das Gewünschte.“ Hraban hatte großen Appetit auf Traubensaft, etwas Brie und Zwiebelbaguette. Im nächsten Moment senkte sich die aus-gesparte Tischfläche vor ihm, um Sekunden später mit den bestellten Speisen zurückzukehren. Die anderen freuten sich über sein verdutztes Gesicht und taten es ihm gleich. Gut versorgt unterhielten sich alle fröhlich, dabei Hraban meist mit einbeziehend, weil er so viele neugierige Fragen hatte.

***

Irgendwann konnte er allerdings nichts mehr aufnehmen, er hatte Müh und Not, seine Augen aufzuhalten, nickte zwischenzeitlich immer wieder weg, um im nächsten Moment sich erschrocken aufzurichten. Gaven bemerkte es schließlich und schlug allen vor, die lustige Tafelrunde zu beenden, weil ihr Gast vor Müdigkeit sonst bald einschlafen würde. Bei der Abwärtsfahrt mit dem superschnellen Lift stauchte sich bei Hraban alles zusammen, so als ob eine ungeheure Kraft ihn durchfuhr. Erleichtert atmete er auf, als sie unten ankamen und endlich ins Freie traten. Die Rückfahrt zu Pireistrecas und Thoghuns Haus kannte er ja bereits, doch anstatt wieder müde zu werden, hinderten die beiden ihn daran, erzählten ihm noch ein wenig aus ihrem Leben. Auf diese Weise verflog die Zeit im Nu, und sie erreichten schließlich Perheoles Sargatin, ihr großartiges Domizil hoch oben auf dem Berg.

Nachdem sie ihn bis zu seinem Gästezimmer begleitet, sein Bett gerichtet hatten, verabschiedeten sie sich ziemlich überschwänglich, was Hraban zunächst nicht zu deuten vermochte. Außerdem überfiel ihn schlagartig der Schlaf. Kurz vorm Wegnicken erinnerte er sich noch all der Fragen, die er ihnen unbedingt stellen wollte, nahm sich ganz fest vor, sie bloß nicht zu vergessen und fiel dann in Tiefschlaf. Die Stadt tauchte erneut ob kosmischer Gefahren in der Nacht ab, jedoch der Erdenjunge bemerkte nichts davon, viel zu wohlig hatte er diesen ereignisreichen Tag abgeschlossen, fühlte sich geborgen und gut aufgehoben.

***

Manche Wecker können einfach gnadenlos uns schlagartig aus dem Schlaf, aus tiefsten Träumen reißen, besonders wenn dabei noch Musik im Spiel. Michael Jacksons „Earthsong“ drang an Hrabans Ohren. Mit einem Ruck richtete er sich auf und rieb seine Augen, blickte verblüfft auf den CD-Wecker, schaltete ihn reflexartig aus und versuchte sich zu erinnern. Aber irgendwie war da ein schwarzes, ahnungsvolles, trotzdem unendlich tiefwirkendes Loch, was ihm eindeutig zu verstehen gab, daß er einfach nur geschlafen und wirres Zeug geträumt habe, zu mehr sollte es nicht reichen. Einerlei, dachte der Elfjährige, stand bereits auf, weil er das Gekicher seiner jüngeren Schwester Salia auf dem Flur vernahm, nur zu genau wußte, sie würde gleich in sein Zimmer stürzen, um ihn zu ärgern. Das geschah dann auch, sie warf sich mit einem Freudenschrei auf ihn, sodaß die beiden zu Boden stürzten, wobei sich niemand weh tat. Hraban wußte, wie er sich abfangen bzw. abrollen mußte, die kleine Schwester dabei schützend festhaltend.

Anschließend neckte sie noch kurz ihren großen Bruder, begab sich aber schnurstracks auf direktem Wege in ihr eigenes Zimmer, weil Mama von unten ihnen unüberhörbar zu verstehen gab, sie mögen sich schnell anziehen, das Frühstück sei gleich fertig gerichtet. Einen Moment lang zögerte Hraban, wollte sich gerade vom Boden erheben, als ganz leise feiner, ziemlich weißer Sand aus seinem linken Schlafanzugärmel rieselte, eine Prise Meeresduft diesem entwich. Mit einem Schlag erinnerte sich der Junge und setzte sich nachdenklich an den Schreibtisch, schaltete eher unbewußt seinen PC an. Zwischendurch hörte er noch Salia, wie sie die Treppe hinabstieg, seine Mutter nach ihm rief.

Was er dann auf dem Flachbildschirm sah, ließ ihn für einige Augenblicke erstarren. Anstatt des gewohnten Desktop-Hintergrundbildes befand sich vielmehr die Aussicht von der Vulkaninsel Gholeyta, die wunderschöne Weite, das Meer, die eindrucksvollen Farbtupfer des nahen Landes Deengaira, was seine Gastgeber Pireistreca und Thoghun mit „Kontinent des Lächelns“ ihm übersetzt hatten. Und Hraban wußte, daß er nicht allein war hier auf Erden, sondern dort draußen in den Weiten des unendlichen Kosmos noch sehr viel Leben stattfand, Mensch endlich begreifen sollte, wie erbärmlich kurzsichtig dessen kleine, begrenzte Vorstellungswelt doch war, obwohl die ganze Zeit die Schöpfung ihm jede Menge Indizien bereithielt. Er sollte sie lediglich erkennen und endlich wirklich aufwachen, anstatt das Le-ben auf unserem Blauen Planeten zu mißachten.

Lotar Martin Kamm

Hrabans geheimnisvolle Reise zum Kontinent des Lächelns – Teil 1

Hrabans geheimnisvolle Reise zum Kontinent des Lächelns – Teil 2

Titelgeschichte erschienen im Buch „Hrabans geheimnisvolle Reise zum Kontinent des Lächelns“ (BoD)

Kategorie: Kurzgeschichten

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Türmen wir gemeinsam

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Getürmt sind sie
vor den Türmen
des Hungers
der Macht
vor sich Türme
der Wellen
des Ungewissen.

Zertrümmert werden sie
die Träume
die Freiheit
zertrümmert vom
kentern der Boote
zertrümmert von
wütenden Menschen.

Es tümeln sich
wieder zuhauf
dumpfe Phrasen
Dreschende.

Es tummeln sich
wieder zuhauf
Trachtenträger
im nationalen Gewand.

Es ist die Zeit
dem Hunger
der Macht
die Mauern
zu zertrümmern.

Es ist die Zeit
die Träume
die Freiheit
aus ihren Mauern
zu türmen.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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