Betörender Duft in der Luft

 

Sie stand, das Köpfchen gehoben,
selbstvergessen,
schaute unverwandt nach oben,
sah mich, gibt es gleiche Interessen?

Lebensfreude strahlte sie aus,
Zufriedenheit,
genau hier ist mein Platz, mein zu Haus,
ich blickte nieder mit Erhabenheit.

Da schwirrte ein Flüstern durch die Luft,
sprach sie, war´s in mir?
Eine Blume bin ich mit Blütenduft,
aufrecht in mir. Warum krümmst du dich vor dir?

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Türkei: Erdogans Sultanat nimmt konkrete Formen an

Erneuter Wahlbetrug festigt seine Alleinherrschaft

Mit einer „osmanischen Ohrfeige“ wider der Demokratie offenbart jener Recep Tayyip Erdoğan seinen unabdingbaren Willen, per fingierten Wahlen und gesetzlich gezwungenen Maßnahmen nunmehr als Regierungs- und Staatschef die Geschicke des Landes bestimmen zu dürfen. Der Staat Erdogan, treffender als neuzeitliches Sultanat zu bezeichnen, blickt nach diesen vorzeitigen Präsidentschafts- und Parlamentswahlen dramatischen Zeiten entgegen.

Nicht weiter verwunderlich, daß Erdoğan das Bündnis mit der rechtsextremen MHP fortsetzt, deren Vorsitzender Devlet Bahceli bei den Parlamentswahlen 11,2 Prozent einheimst, um zusammen mit der AKP, die lediglich 1,6 Prozent mehr Stimmen als bei letzter Parlamentswahl 2015, gerade mal 42,5 Prozent erreicht (nach Auszählung von 99% der Stimmen). Zu viele Ungereimtheiten bei den Wahlen, wie schon ein Jahr zuvor beim Referendum zum fragwüdigen Präsidialsystem, stört nicht weiter, Erdoğans Weg zur Alleinherrschaft setzt sich fort.

Eine despotische Selbstüberschätzung macht die Rechnung ohne den Wirt

Nämlich keinem geringeren als das Volk selbst. Erzwungene Wahlen mittels heftiger Einschüchterung, wobei Erdoğan bisherig nahezu jedes Mittel recht war, dem per Gewalt Nachdruck zu verleihen, von überfüllten Gefängnissen, weil Oppositionelle und angebliche Terror- und Putschversuche somit verhindert werden sollen, bis hin zu Folter, der Vereinnahmung der Medien, Pressefreiheit existiert faktisch nicht mehr im Lande.

Claudia Roth betont im Interview nicht nur, daß die Türkei nicht Erdogan sei und umgekehrt, es setze die Opposition wichtige Signale durch Muharrem Inces über 30 Prozent der Stimmen aus dem Stand bei der Präsidentschaftswahl, Selahattin Demirtaş HDP wenigstens die 10-Prozent-Hürde überwand, die prodemokratischen Kräfte in der Türkei würden nicht kleinlaut beigeben. Die Bundesregierung sei in der Pflicht, die Opposition endlich mehr zu unterstützen, keine Rüstungsgüter mehr gen Ankara zu liefern, die Hermes-Bürgschaften seien fraglich, gleichwohl der schäbige Flüchtlingsdeal.

Deutschtürken sollten mehr Farbe bekennen?

Was keineswegs sich simpel gestaltet im Hinblick zur despotischen Vorgehensweise jenes „Paschas aus Ankara“, dessen Verbündete, die Grauen Wölfe schüchtern bekanntlich gern ein, das Gewaltpotential sollte niemand unterschätzen. Selbst die hohe Zahl der Erdoğan-Befürworter unter den Deutschtürken darf angezweifelt werden, wer die Eingeschüchterten mit einbezieht.

Verständlicherweise halten sich die Erdoğan-Gegner eher zurück, anstatt ganz offen aufzutreten. Dabei spielt auch die fragwürdige Haltung der Bundesregierung eine Rolle, die Reaktionen auf den Wahlsieg des Despoten verdeutlichen, daß längst der Riß in der Gesellschaft eher zunimmt. In diesem Zusammenhang von einer Chance zu mehr sachlicher Auseinandersetzung nach dieser Wahl zu sprechen, darf bezweifelt werden.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Immer Dienstag

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„Fräulein Monika, haben Sie die Rechnungen schon bereitgelegt?“ „Ich versteh dich nicht Marianne, du weißt doch genau, ich brauche die Aufstellung. Immer muß ich dich daran erinnern.“ „Herr Pfeiffer, die Kopien der Einnahmen bringen Sie mir heute nach Hause. Meine Frau wird sie entgegennehmen.“

So oder ähnlich fallen diese Sätze seit nunmehr fast eineinhalb Jahren, genau seit sechzehn Monaten und 27 Tagen, würde jetzt der Herr Pfarrer Antonius sagen, geborener Magnus von Westenthal, wenn man ihn fragen würde, aber das wird tunlichst jeder vermeiden und am tunlichsten die andern sechs Herren des Dorfes, die bis auf den Herr Lehrer Bracke über Zahlungseingänge in ihren Betrieben verfügen. Lehrer Georg Bracke zählt zu den sogenannten Honoratioren des Dorfes, obwohl er über Jahre fern des heimatlichen Einflußes weilte, wurde er doch in den Kreis der Gemeinde aufgenommen, denn einem Sohn von Studienrat Konrad Bracke a. D. verzeiht man sämtliche modernen Vorstellungen und zeigt sich gewillt, diese ins dörfliche Leben zu lassen, weil man hinter der Hand fest davon überzeugt ist, diese großstädtischen Neuerungen würden sich niemals festigen, und weil man sich selbst gerne, daß heißt die anderen fünf Honoratioren, schmückt mit den weltoffenen Ansichten, die man zwar nicht alle versteht, aber man hat gehört und damit weiß man. Dieses Weißmanwissen war schließlich ausschlaggebend, den Lehrer Bracke teilhaben zu lassen an dem diensttäglichen Spiel, das eigentlich schon längst zu Ende gespielt sein sollte, aber immer noch ist kein Sieger in Sicht, obwohl oder gerade deshalb, weil das ursprüngliche Spiel schon längst nicht mehr gespielt wird, sondern in den Monaten aus den unterschiedlichsten Begründungen zu einem anderen Spiel, was sag ich da, zu anderen Spielen gewechselt wurde.

Es soll nicht verhehlt werden, dies geschah aus hehren Gründen und nicht wie anzunehmen demjenigen, der gerade laut den gewissenhaften Aufzeichnungen des Pfarrers Antonius kurz davor war, als Sieger den verantwortungsvollen Posten zu übernehmen, den Sieg zu vergönnen. Nein, nein. Ernsthafte Überlegungen führten zu diesen Entschlüssen, die man nicht außer acht lassen konnte. Genausowenig außer acht lassen konnte, wie dem Herrn Lehrer Bracke die Chance einzuräumen, war, ohne finanzielle Beteiligung teilzunehmen oder den Schuster Franz Wicker auszuschließen, nur weil dieser über ein geringes Einkommen verfügte. Dies war selbstverständlich, aber auch deshalb weil Franz Wicker als der Profi schlechthin galt, war er doch der Einzige, der wirklich etwas von dem Sport verstand und Sonntage damit verbrachte, in der Umgebung und sogar weiter weg bis Blumstadt den Ruf genoß, die besten Kickerschuhe herzustellen. Da wäre es geradezu unsinnig, daß nicht auch er die Möglichkeit erhalten könnte, der Vorsitzende des zu gründenden Fußballvereins zu werden.

Etwa einen Monat lang, ein bißchen drüber, Pfarrer Antonius, der nicht am Spiel teilnahm, dessen Aufgabe darin bestand, die Geldbeträge zu verteilen und als Spielleiter ein wachsames Auge auf die Spielenden zu halten, was nicht erforderlich war, aber ein gewisses Gewissen kann nie wirklich schaden, wußte, es war vor Beginn der sechsten Spielrunde. Ali, eigentlich Albert Kugler, der Metzger und Tierhändler war kurz davor, mit Abstand, großem Abstand das Roulettespiel zu gewinnen, die Kugel, die über das Rad rollte, schien sich auf ihn eingeschossen zu haben. Egal worauf er seine Marken auf dem grünen Filz setzte, die Kugel rutschte mit zielsicherem Effet auf die 17, auf Rot, auf Null, (alle Aufforderungen, Zahlen wurden auf deutsch gesprochen, obwohl Pfarrer Antonius sich anfangs bereit erklärte, neben der Rolle des Croupiers auch den Herren die französischen Ausdrücke zu vermitteln) oder worauf auch immer Ali setzte, so daß es am sechsten Spielabend mit Sicherheit dazu gekommen wäre, Albert Kugler den Posten des Vereinsvorsitzenden zu übertragen.

Der Abend begann mit einer feierlich gesinnten Stimmung, denn keiner hatte damit gerechnet, daß so schnell ein Sieger, ein kompetenter, durchsetzungsstarker Vorsitzender gefunden werden konnte, da waren sich alle einig. Warum Albert Kugler an diesem Abend der Meinung war, später schlossen sich die anderen unter, so ist es, er hat Recht, so machen wir das, an, daß es ganz und gar nicht ausreichend sei, für einen Fußballvorsitzenden, leistungstechnisch, nur auf Grund eines Spieles, des Roulettes den Posten zu aller anderen Zufriedenheit zu meistern. Vielmehr, so sähe er es, sei dafür ein großes Spektrum von Eigenschaften vonnöten, also kurzum, er schlug vor, das Roulette zu beenden und an seiner statt Skat zu spielen. Die Gelder, die sie sich vor jeder diensttäglichen Spielrunde aufteilen ließen, Pfarrer Antonius addierte dafür alle Rechnungen, die ihm vorgelegt wurden zusammen und verteilte die Summe in Form von Spielmarken, die so nebenbei bemerkt seine „Kinder“, die bei ihm jeden Donnerstagnachmittag zu einer Bastelstunde sich eintrafen, gestalteten, sollten allerdings nicht eingesammelt, sondern der Spielstand übernommen werden, das sei fair, stimmten alle zu, auch Viktor Händle, der sich sogar verschuldet hatte und bei der Bank, laut Pfarrer Antonius eine Summe von eintausend dreihundertsiebzig Mark aufwies, im Minus, versteht sich.

So spielten die sechs Herren immer reihum unter Aufsicht von Pfarrer Antonius, der es sich leisten konnte, bei diesen ehrenhaften Herren zwischendurch auch ein kleines Nickerchen zu halten, Skat. Nach ein paar Wochen, wir lassen es aus, diesmal uns auf Pfarrer Antonius zu berufen, wann dies war, wechselten die sechs spielenden Herren auf Siebzehn und Vier. Darauf folgte Doppelkopf, und ich verrate hier nicht, wer derjenige war, der die Spielrunde begeistern konnte, von den Kartenspielen auf Mensch-ärgere-dich-nicht zu wechseln. Etliche Arten von Würfelspielen folgten, bis sie abgelöst wurden von dem von allen vergessenen, aber mit liebevollen Schulzeiterinnerungen versehenem Zeitvertreibungsspiel, in ihrem Sinne jetzt Wissensspiel, Stadt-Land-Fluß. Mit neu entflammtem Elan, nicht bezüglich einer nachlassenden Begeisterung den Sieger festzustellen, sondern quasi als Fortführung und Festigung ihres Lebens als Lernende, häuften sich daraufhin Atlanten und der Duden im Hinterzimmer der Gaststätte „Zum Ochsen“, die dann von Sepps Frau, also von der Alma Ziegler von dort verbannt wurden, da das Hinterzimmer ja auch für Hochzeiten und sonstige Feierlichkeiten benützt wurde, gäbe es für diese Dinge dort keinen ständigen Platz. Zu diesem Zeitpunkt spielten die sechs Honoratioren bereits Mau-Mau, die dritte Woche, weil sie einhellig zu der Ansicht kamen, bei diesem Spiel ließe sich, man war ja erwachsen, nebenbei gut miteinander über wesentlich wichtige Dinge palavern, denn für dies Spiel brauche man keine Konzentration, als einziger widersprach Hubert Schüssler, der aber überstimmt wurde und sich fügte, weil die Aussicht bestand, sie war mehr oder weniger bereits beschlossene Sache, eine Reise in die Schweiz zu unternehmen.

Nach Einsiedeln soll es gehen. Ein Vorschlag von Lehrer Bracke, der Siegfried Baumanns Äußerung bei einem Stadt-Land-Fluß-Spiel, wie schön es wäre, die Städte, Länder, Flüsse, die wir da so niederschreiben, leibhaftig zu sehen, aufgriff und nicht besonders viel argumentieren mußte, eine Reise sei schließlich auch ein Spiel, es könne nur von Vorteil für alle Anwärter des Postens eines Vereinsvorsitzenden, selbst von einem Fußballverein sein, als alle, einschließlich Pfarrer Antonius begeistert zustimmten. Keine der Frauen könnte über so einen Wunsch verzweifeln und den geliebten Manne nicht gehen lassen, weil erstens Pfarrer Antonius zur Seite stünde, zweitens besuche man ein Kloster, drittens gebe es auf dem Weg nach Einsiedeln noch andere Sehenswürdigkeiten, über die man dann bei der Rückkehr dem gesamten Dorf berichten könnte, zumal Lehrer Bracke und Sepp Ziegler, der Wirt vom Ochsen, einen Photoapparat besaßen.

Also diente das Mau-Mau-Spiel dienstags für die Vorbereitung der Reise, die immerhin auf eine Woche geplant war, die Finanzierung übernahm der Ochsenwirt, der das Spielgeld eins zu zehn entwertete und die errechnete Summe gemeinsam mit Pfarrer Antonius bekanntgab. Jeder sollte so viel in einen Beutel legen, wie ihm möglich war, den Rest würde er, der Sepp beisteuern, wenn’s dann immer noch nicht für alle langen würde, schließlich hat er seit mehr als eineinhalb Jahren mehr Einnahmen, weil viele Dörfler in seine Gaststube kamen, um sich über den Stand der Dinge informieren zu lassen.

„Was ist denn das da draußen für ein Krach?“, wunderte sich Hubert Schüssler, im selben Moment splitterte eine Fensterscheibe und ein Ball flog ins Zimmer. Alle sieben Honoratioren sprangen wie auf Kommando zur kaputten Scheibe. „Wer war das?“ Mit rotem Kopf, aber dennoch nicht verlegen, sagte Bruno, der Jüngste von den Weberbrüdern, „ich.“

Ohne die Zustimmung der anderen einzuholen, ja regelrecht ohne Rücksicht auf die anderen Anwärter zum Vereinsvorsitzenden eines Fußballvereins rief Hubert Schüssler, der Friseur: „Ja Bruno, komm einmal herein, mit so einen Schützen wie dir, da schlagen wir demnächst alle anderen in der Umgebung.“

Und der Bruno Weber wußte nicht so recht, wie ihm geschah, als er von den Honoratioren des Dorfes mit Limo und Brezeln vollgestopft wurde und die immerfort davon redeten, sie alle hätten ja schon Monate vorher gewußt, wie dringend notwendig es wäre, endlich in ihrem Dorf eine Fußballmannschaft aufzustellen.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Kurzgeschichten

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Flüchtlingsrettungsschiff „Lifeline“ Spielball zynischer Pattsituation

Asylstreit erreicht tragischen Höhepunkt im Mittelmeer Der Wind weht ziemlich rauh in der Nähe zu Maltas Küste, wo sich das Flüchtlingsrettungsschiff „Lifeline“ in Warteposition befindet, sämtliche Versuche, einen sicheren Hafen ansteuern zu dürfen, um den etwa 230 Migranten an Bord nach langer Odyssee zu helfen, scheitern am menschenfeindlichen Kurs der jeweiligen verantwortlichen Regierungen: Italien, Malta und inzwischen auch Spanien verweigern das Anlegen. Einerseits frohlocken sämtliche rechtsradikalen Unmenschen nunmehr erst recht darüber, andererseits kann dem kristischen Beobachter nicht verborgen bleiben, daß eine ungewöhnlich hartherzige Vorgehensweise gegen in Not geratene Menschen sich als Selbstverstänldichkeit zu etablieren versucht. Das Ganze grenzt nicht nur an abscheulichen Zynismus, der Asylstreit erreicht seinen tragischen Höhepunkt im Mittelmeer, während parallel eine CAfD nicht nur schärfere Konturen annimmt, sondern obendrein immer mehr Zivilgesellschaften in den Bann gezogen werden, solche Grausamkeiten als dringende Notwendigkeit zu vermarkten. Stell dir mal vor, ein Schiff ist Not, obwohl keine Pest an Bord Möchten Sie sich eine Gesellschaft vorstellen, in der keine Rettungsdienste mehr erscheinen, wenn Unfälle, Naturkatastrophen oder andere Notfälle eintreten? Wer entscheidet dabei, ob sie erscheinen dürfen oder besser erst gar nicht? Vor allem mit welcher Rechtfertigung? Genau das geschieht im Augenblick vor der Küste Maltas, die helfenden deutschen Besatzungsmitglieder warnen vor der sich anbahnenden Lebensgefahr, dennoch folgt keine Reaktion, die Zuständigkeit wird simpelst weitergereicht. Der Pestvergleich soll provokativ das gesamte menschenverachtende Ausmaß jener sich zuspitzenden Lage symbolisieren. Mit welchem Recht wird der Zutritt zu einem sicheren Hafen verweigert? Sind Flüchtlinge gar Aussätzige, die man einfach abweist? Die Saat des Rassismus scheint auch in solchen Situationen zu fruchten, treibt immer mehr Wählerstimmen zu rechtsradikalen Gruppierungen, die obendrein es an die Regierungsspitze schaffen, wie man in Italien bereits sieht. Dublin-III ein Bumerang – Merkels Ultimatum mehr als eine Epressung Das ungelöste Problem des Asylrechts mit der Dublin-III-Verordnung erweist sich als problematischer Bumerang für die Mittelmeerstaaten wie Greichenland, Spanien und vor allem Italien. Sie fühlen sich im Stich gelassen. Wenigstens erhielt jetzt das dänische Containerschiff „Alexander Maersk“ seitens des italienischen Außenministers Matteo Salvini die Erlaubnis, einen sizilianischen Hafen zum Anlegen anzusteuern, damit die 113 Flüchtlinge an Land gehen können. Wird da etwa mit Zweierlei Maß gemessen, weil der „Lifeline“ weiterhin der Zutritt verboten wird? Obendrein bekräftigt das harsche Vorgehen gegenüber Merkel die generelle Haltung, wie mit Flüchtlingen verfahren werden soll, das Ultimatum, was Seehofer und seine feixenden Anhänger ihr stellen, gleicht mehr einer Erpressung als einem konstruktiven Lösungswillen. Wenn Salvini Migranten als „Menschenfleisch“ bezeichnet, ein Trump per Null-Toleranz-Politik auftrumpft, unterstreicht Australien seine ganz eigene, menschenverachtende Härte, gegen Flüchtlinge vorzugehen. Allerdings braucht man nicht unbedingt in die Ferne schweifen, kürzlich soll Algerien 13.000 Flüchtlinge einfach in der Wüste ausgesetzt , die EU sogar davon gewußt haben. Das wiederum bestreitet Algerien, unterstellt eine „böswillige Kampagne“. Insofern muß man mit derartigen Meldungen besser vorsichtig sein, erst recht hinsichtlich des Verhälnisses zwischen Frankreich und Algerien. Lotar Martin Kamm Kategorie: Politik

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Asylstreit erreicht tragischen Höhepunkt im Mittelmeer

Der Wind weht ziemlich rauh in der Nähe zu Maltas Küste, wo sich das Flüchtlingsrettungsschiff „Lifeline“ in Warteposition befindet, sämtliche Versuche, einen sicheren Hafen ansteuern zu dürfen, um den etwa 230 Migranten an Bord nach langer Odyssee zu helfen, scheitern am menschenfeindlichen Kurs der jeweiligen verantwortlichen Regierungen: Italien, Malta und inzwischen auch Spanien verweigern das Anlegen.

Einerseits frohlocken sämtliche rechtsradikalen Unmenschen nunmehr erst recht darüber, andererseits kann dem kritischen Beobachter nicht verborgen bleiben, daß eine ungewöhnlich hartherzige Vorgehensweise gegen in Not geratene Menschen sich als Selbstverständlichkeit zu etablieren versucht. Das Ganze grenzt nicht nur an abscheulichen Zynismus, der Asylstreit erreicht seinen tragischen Höhepunkt im Mittelmeer, während parallel eine CAfD nicht nur schärfere Konturen annimmt, sondern obendrein immer mehr Zivilgesellschaften in den Bann gezogen werden, solche Grausamkeiten als dringende Notwendigkeit zu vermarkten.

Stell dir mal vor, ein Schiff ist Not, obwohl keine Pest an Bord

Möchten Sie sich eine Gesellschaft vorstellen, in der keine Rettungsdienste mehr erscheinen, wenn Unfälle, Naturkatastrophen oder andere Notfälle eintreten? Wer entscheidet dabei, ob sie erscheinen dürfen oder besser erst gar nicht? Vor allem mit welcher Rechtfertigung? Genau das geschieht im Augenblick vor der Küste Maltas, die helfenden deutschen Besatzungsmitglieder warnen vor der sich anbahnenden Lebensgefahr, dennoch folgt keine Reaktion, die Zuständigkeit wird simpelst weitergereicht.

Der Pestvergleich soll provokativ das gesamte menschenverachtende Ausmaß jener sich zuspitzenden Lage symbolisieren. Mit welchem Recht wird der Zutritt zu einem sicheren Hafen verweigert? Sind Flüchtlinge gar Aussätzige, die man einfach abweist? Die Saat des Rassismus scheint auch in solchen Situationen zu fruchten, treibt immer mehr Wählerstimmen zu rechtsradikalen Gruppierungen, die obendrein es an die Regierungsspitze schaffen, wie man in Italien bereits sieht.

Dublin-III ein Bumerang – Merkels Ultimatum mehr als eine Epressung

Das ungelöste Problem des Asylrechts mit der Dublin-III-Verordnung erweist sich als problematischer Bumerang für die Mittelmeerstaaten wie Greichenland, Spanien und vor allem Italien. Sie fühlen sich im Stich gelassen. Wenigstens erhielt jetzt das dänische Containerschiff „Alexander Maersk“ seitens des italienischen Außenministers Matteo Salvini die Erlaubnis, einen sizilianischen Hafen zum Anlegen anzusteuern, damit die 113 Flüchtlinge an Land gehen können. Wird da etwa mit Zweierlei Maß gemessen, weil der „Lifeline“ weiterhin der Zutritt verboten wird?

Obendrein bekräftigt das harsche Vorgehen gegenüber Merkel die generelle Haltung, wie mit Flüchtlingen verfahren werden soll, das Ultimatum, was Seehofer und seine feixenden Anhänger ihr stellen, gleicht mehr einer Erpressung als einem konstruktiven Lösungswillen. Wenn Salvini Migranten als „Menschenfleisch“ bezeichnet, ein Trump per Null-Toleranz-Politik auftrumpft, unterstreicht Australien seine ganz eigene, menschenverachtende Härte, gegen Flüchtlinge vorzugehen. Allerdings braucht man nicht unbedingt in die Ferne schweifen, kürzlich soll Algerien 13.000 Flüchtlinge einfach in der Wüste ausgesetzt , die EU sogar davon gewußt haben. Das wiederum bestreitet Algerien, unterstellt eine „böswillige Kampagne“. Insofern muß man mit derartigen Meldungen besser vorsichtig sein, erst recht hinsichtlich des Verhälnisses zwischen Frankreich und Algerien.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Simone

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Die Simone,
die ist nicht ohne,
die hat ein Gehör,
ich schwör,
die bekommt alles mit,
ob sie daneben steht oder nicht.

Durch geschlossene Türen
sie kann Laute erfühlen,
keine Wand ist zu dick,
sie ist meine Freundin, zum Glück,
denn nicht mal ein leises Flüstern
kann entkommen ihren Nüstern.

Ja, sie zieht quasi mit der Nase
Töne aus dem Atmosphärengase,
verwandelt mit Nasehochziehen,
für andere Stille, zum Wortmusizieren.
Und schnäuzt sie auch dazu,
war das Gehörte Ferkelei, pfui, pfui, du.

Sie hat es nicht leicht,
Wissen erschleicht
sich eine Menge Platz im Herzen,
so muß sie ständig unter Schmerzen
sich alles von der Seele reden,
ihre Zähne litten bereits deswegen.

Die Simone geht deshalb nie ohne
ihr Zweitgebiß dabei, zu ihrem Wohle,
aus dem Haus, das Hörgerät bleibt daheim,
denn nichts bleibt ihr verborgen, geheim.
Wenn ich sie nicht zur Freundin hätt’,
ich tät allen alles glauben, komplett.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Das Paradies mit Füßen treten?

Bitte halt mich ganz fest – wir müssen reden Was für ein seltsamer Traum dich fallenläßt in den frühen Morgenstunden, im nächsten Moment schreckst du hoch, sitzt senkrecht im Bett, weil ein zweimaliges, kurzes, aber resolutes Klopfen an deiner Schlafzimmertür dich aufweckt. Vorbei das verzwickte Erlebnis, zurück in der Wirklichkeit schießen dir alle möglichen Szenarien durch den müden Kopf. Doch dein treuer Hund liegt reglos neben dir, das Geräusch muß daher aus dem Nichts in deinen Traum getreten sein. Trotzdem fragst du dich, wer oder was da erschien. Natürlich hast du die Gewißheit, daß da nichts ist, weil nach dem Aufstehen alles normal sich verhält wie sonst auch. „Bitte halt mich ganz fest, wir müssen reden.“ Mit diesen Worten weckst du deine Lebensgefährtin auf, die ebenso nichts bemerkt, und du ahnst ein wenig unsicher: zu viel der Worte oder einfach nur ratlos? Gefangen im Gleichklang stiller Momente Wer gibt uns das Recht, über andere vorschnell und meist unbedarft zu richten? Menschen erheben sich, meinen tatsächlich, sie würden das Seelenleben eines vermeintlich Schwächeren, oftmals gar Hilfesuchenden duchschauen oder verstehen, ohne sich dessen bewußt zu werden, daß dies niemals gänzlich gelingt. Allein die Vorstellung der Trilliarden von Gedankenverknüpfungen zusammen mit dem unendlich schnelleren, unbewußt geschehenden Informationsaustausch in den Nervenbahnen, die hin- und herschießen in unserem Körper, ihn auf „Betriebstour“ bringen, der Folgemöglichkeiten bestimmter oder unbestimmter weiterer Reaktionen des Handelns, Denkens und Fühlens, zeigt sehr deutlich, wie komplex es im Leben des Menschen ausschaut. Und dann stellen sich gewiße Zeitgenossen hin, verurteilen, richten und töten im Namen des Volkes, sogar des Herrn. Die Schöpfung erlaubt eine Vielfalt, die kaum nachvollziehbar, obendrein lediglich bruchstückhaft langsam verstanden wird. Was zeichnet das angeblich höchste Wesen auf Erden aus, dermaßen unerschrocken sein eigenes Paradies mit Füßen zu treten? Widersprüche aufdecken - Licht ins Dunkel bringen Gibt es Erlösung aus dem Dilemma einer unendlichen Kette der Gewalteskalationen, die bisherig nicht abreißt? Das Übel begann mit diesem Bibelgleichnis, als Kain Abel erschlug, die Menschheitsfessel des Nachstellens und Mordens sich seitdem wie ein Krebsgeschwür, ein Fluch ausbreiten darf. Ungehemmt, nahtlos sich Mächte das Recht nehmen, im Namen ihrer eigenen Gesetze ihre „Untertanen“ zu versklaven, sie zu morden. Eine wahrhaft extrem unverständliche Polarität seitdem Menschheit sich zurechtgerückt hat, in ihr eine Normalität interpretiert, es gäbe nicht nur das Gute, das Böse sich gefälligst als lachend feixender Herrscher durchsetzen darf. Ein Freifahrtschein bedeutet, sämtliche Gewalt zu rechtfertigen? Wir müssen Widersprüche aufdecken, sie entlarven, um Licht ins Dunkel zu bringen. Wenn wir es nicht tun, wie weit soll noch das ganze Ausmaß menschenzerstörender Gewalt sich ausbreiten dürfen? Solange, bis tatsächlich der Blaue Planet in Schutt und Asche gelegt, kein Leben auf ihm mehr kreuchen darf? "Die Welt wird nicht bedroht von den Menschen, die böse sind, sondern von denen, die das Böse zulassen." (Albert Einstein) Lotar Martin Kamm Kategorie: Gesellschaft

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Bitte halt mich ganz fest – wir müssen reden

Was für ein seltsamer Traum dich fallen läßt in den frühen Morgenstunden, im nächsten Moment schreckst du hoch, sitzt senkrecht im Bett, weil ein zweimaliges, kurzes, aber resolutes Klopfen an deiner Schlafzimmertür dich aufweckt. Vorbei das verzwickte Erlebnis, zurück in der Wirklichkeit schießen dir alle möglichen Szenarien durch den müden Kopf.

Doch dein treuer Hund liegt reglos neben dir, das Geräusch muß daher aus dem Nichts in deinen Traum getreten sein. Trotzdem fragst du dich, wer oder was da erschien. Natürlich hast du die Gewißheit, daß da nichts ist, weil nach dem Aufstehen alles normal sich verhält wie sonst auch. „Bitte halt mich ganz fest, wir müssen reden.“ Mit diesen Worten weckst du deine Lebensgefährtin auf, die ebenso nichts bemerkt, und du ahnst ein wenig unsicher: zu viel der Worte oder einfach nur ratlos?

Gefangen im Gleichklang stiller Momente

Wer gibt uns das Recht, über andere vorschnell und meist unbedarft zu richten? Menschen erheben sich, meinen tatsächlich, sie würden das Seelenleben eines vermeintlich Schwächeren, oftmals gar Hilfesuchenden duchschauen oder verstehen, ohne sich dessen bewußt zu werden, daß dies niemals gänzlich gelingt. Allein die Vorstellung der Trilliarden von Gedankenverknüpfungen zusammen mit dem unendlich schnelleren, unbewußt geschehenden Informationsaustausch in den Nervenbahnen, die hin- und herschießen in unserem Körper, ihn auf „Betriebstour“ bringen, der Folgemöglichkeiten bestimmter oder unbestimmter weiterer Reaktionen des Handelns, Denkens und Fühlens, zeigt sehr deutlich, wie komplex es im Leben des Menschen ausschaut.

Und dann stellen sich gewiße Zeitgenossen hin, verurteilen, richten und töten im Namen des Volkes, sogar des Herrn. Die Schöpfung erlaubt eine Vielfalt, die kaum nachvollziehbar, obendrein lediglich bruchstückhaft langsam verstanden wird. Was zeichnet das angeblich höchste Wesen auf Erden aus, dermaßen unerschrocken sein eigenes Paradies mit Füßen zu treten?

Widersprüche aufdecken – Licht ins Dunkel bringen

Gibt es Erlösung aus dem Dilemma einer unendlichen Kette der Gewalteskalationen, die bisherig nicht abreißt? Das Übel begann mit diesem Bibelgleichnis, als Kain Abel erschlug, die Menschheitsfessel des Nachstellens und Mordens sich seitdem wie ein Krebsgeschwür, ein Fluch ausbreiten darf. Ungehemmt, nahtlos sich Mächte das Recht nehmen, im Namen ihrer eigenen Gesetze ihre „Untertanen“ zu versklaven, sie zu morden. Eine wahrhaft extrem unverständliche Polarität seitdem Menschheit sich zurechtgerückt hat, in ihr eine Normalität interpretiert, es gäbe nicht nur das Gute, das Böse sich gefälligst als lachend feixender Herrscher durchsetzen darf.

Ein Freifahrtschein bedeutet, sämtliche Gewalt zu rechtfertigen? Wir müssen Widersprüche aufdecken, sie entlarven, um Licht ins Dunkel zu bringen. Wenn wir es nicht tun, wie weit soll noch das ganze Ausmaß menschenzerstörender Gewalt sich ausbreiten dürfen? Solange, bis tatsächlich der Blaue Planet in Schutt und Asche gelegt, kein Leben auf ihm mehr kreuchen darf?

„Die Welt wird nicht bedroht von den Menschen, die böse sind, sondern von denen, die das Böse zulassen.“ (Albert Einstein)

Lotar Martin Kamm

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Keine Ruhe am stillen Örtchen

© Doris Mock-Kamm

Ich kann nicht mehr allein aufs Klo,
früher, früher, da war das nicht so.

Ich werde nicht mehr allein gelassen,
ich kann es nicht mal richtig hassen.

Ich steh nicht unter Beobachtung,
es geht ums gemeinsame Pieseln, nur darum.

Ich darf erst vom stillen Örtchen gehen,
wenn sie ihr`s mit Streu versehen.

Ich muß geduldig sitzenbleiben,
sonst kann sie mich Tage nicht leiden.

Ich nehm’ mein Schicksal geduldig in Kauf,
denn Fumiku, die hat so gewisse Blicke drauf.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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