Hurra, hurra die AfDa kommt

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Bald sind Union und Sozen weggebombt

Gleich vorneweg, das ist alles andere als ein Gag, sei erklärt, weil so gar nicht verkehrt, was AfDa wohl bedeuten mag, bevor manche rätseln den ganzen Tag. Ganz einfach: Alternative fackeln Deutschland ab – die sind doch mal so richtig auf Zack und Trapp. Was die Leute hierbei verpennt haben und somit gänzlich verkehrt lagen. Die werden das ewig Simple wagen, dabei am Ende alles Kritische jagen.

Das hat schon stets vorher funktioniert, geschieht somit erneut völlig ungeniert. Wenn ein blonder Doller in rüstungsstärkster Nation ungestraft tönen darf, egal ob per Twittergewitter oder dummdreist brav, dann fühlen sich alle Rechten bestätigt, ab sofort wird jedwede Gewalt getätigt. Vom kleinsten Posten bis zum Führer kommen sie auf ihre Kosten. Heidewitzka, so erneut wie einst in Germania geschah.

Der Trend von langer Hand geplant sich seinen Weg sehr gezielt bahnt. Protest ist wohl das Zauberwort, treibt jedwede Menschlichkeit hinfort, schließlich will man im Wir sind das Volk sich baden, da können ein paar Gewaltexzesse nicht schaden. Anfangs Flüchtlinge abzufackeln versuchen, sie allüberall gar öfffentlich verfluchen, sie und Hartz-Vierler gegeneinander ausspielen, der gemeine Migrant würde viel mehr Hilfsgelder erzielen.

Das raubt der Union und den Sozen kostbare Stimmen, diese möchten einfach hinfortschwimmen. Nicht mit dem Mittelmeer verwechseln, hierbei tun AfDa’ler andere Pläne drechseln. Viel haßerfüllt getönt, manch Unsicheren versöhnt. Wenn es um eigene Pfründe geht, ist’s für simple sich entlandende Gewalt nie zu spät. Insofern entgleiten etablierten Parteien die Wähler, entscheidend nicht der Nenner, sondern der Zähler.

Da hilft mitnichten, den Kopf in den Sand stecken, auch nicht hier beherzt zu dichten, Menschen täglich im Mittelmeer verrecken! Es gilt, Widerstand zu leisten. Die Nazibrut überall hervorquillt, zu viele von denen bereits widerlich entgleisten. Stoppt jenen Lauf möglichst schnell, sonst wird’s nicht mehr hell im Geist, weil jene neue Herren unendlich dreist.

Man sollte niemals vergessen, wer dabei wohl vertritt ihre Interessen, all die Kohle wie aus dem Nichts auftaucht, die an anderer Stelle so dringend gebraucht. Denen sind Menschen letztlich generell egal, Hauptsache sie füllen manch Saal, um ihre Haßbotschafen unters Volk zu streuen. Und wenn zu viele Schweigende ihr Stillhalten hinterher bereuen, lautet’s dann erneut: Wo waren all die Leut`? Um dem vorzubeugen, solch AfDa’ler nicht nur beäugen, sondern sie schnellstens abwählen, sich nicht weiter mit jener blaunen Brut abquälen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

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Aufrichtigkeit setzt Zeichen

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Höhnisches Grinsen,
Überheblichkeit,
Zeichen von Minderwertigkeit.
Hetzen,
Drohen,
Zeichen vom Verrohen.

Kombiniert mit
Narzißmus,
Egoismus,
Zeichen von Faschismus.

Andere verpetzen,
Scheinheiligkeit,
Zeichen, es ist bald soweit.
Ängste schüren,
Andersdenkende verprügeln,
Zeichen von Lügnern, Betrügern.

Kombiniert
Aufrichtigkeit,
Humanität
mit Selbstbewußtsein,
setzt diese Zeichen
gegen diesen
zerstörerischen Wahn.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Hrabans geheimnisvolle Reise zum Kontinent des Lächelns – Teil 3

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Eine dermaßen hohe Geschwindigkeit hatte er zuvor niemals erlebt, Hraban bemerkte aber zugleich, daß während der rasenden Fahrt sämtliche Glasscheiben pechschwarz waren, irgendeine raffinierte Technik hatte sie verdunkelt, kein Lichtschimmer der Tunnelröhren war mehr zu sehen. Außerdem saßen sie nicht, sondern lagen angeschnallt in bequemen, weichgepolsterten Schalen, die sich um den Körper schmiegten, dessen Form gar annahmen. Thoghun bemerkte den verwirrten Blick des Jungen und wies darauf hin, er solle mal nach oben schauen. Dort befanden sich unterschiedliche Monitore, die eine gesamte Einheit an der ganzen Decke bildeten, ähnlich wie ein Megabildschirm mit Rastereinteilung. Alle möglichen Informationen konnte man ablesen, aber auch Kamerapositionen bestimmter, öffentlicher Plätze des Landes. Pireistreca bemerkte, es könne schon hilfreich sein für die Reisenden, wer denn solche Dienste in Anspruch nehmen wolle. Nach gefühlten wenigen Minuten, obwohl sie gar eine knappe Stunde unterwegs waren, erreichten sie ihren Zielbahnhof. Bei der Einfahrt erhielten die Fensterscheiben wieder ihre Transparenz, sehr viele Passagiere waren zugegen, dennoch waren wesentlich weniger Stimmen zu hören, als Hraban dies bisher kannte. Klar doch, die gedankliche Unterhaltung bringe das mit sich, erinnerte sich der Junge und lächelte kurz. Sie bestiegen einen äußerst großzügigen Fahrstuhl, der eher einem Saal glich, wobei selbst hierbei der Elfjährige über die Schnelligkeit staunte, in welcher es aufwärts ging, gleichzeitig konnte man zwar hinaus schauen, aber er kehrte dem Fenster bewußt den Rücken zu, weil er sich viel lieber überraschen lassen wollte.

Hraban wurde natürlich entsprechend belohnt, was er oben angekommen dann sehen durfte, verschlug ihm fast den Atem: Eine Riesenlandschaft überblickten sie, keine andere Erhöhung war zu sehen. Gholeyta selbst war keine große Insel, ihr Vulkan, an deren gigantischen Krater sie standen, bildete wohl das Zentrum, nur ein kleiner Streifen Sandstrand umgab ihn. Ganz in der Nähe befand sich zu seiner Linken das Festland, von wo sie gekommen waren, wie ihm Thoghun bestätigte. Pireistreca kündigte an, Hraban ein bißchen von ihrem Land zu erzählen.

„Bei euch würde es wahrscheinlich Land des Lächelns bedeuten, es heißt schlicht Deengaira. Wir wissen, daß der Kosmos sehr viele Geheimnisse verbirgt, wobei wir inzwischen in regen, friedlichen Kontakt zu anderen Wesen stehen. Dir begegnete Thoghun in deinem Traum und nahm dich sofort unter seine Fittiche“, begann sie Hraban zu erzählen, sie saßen alle zusammen an einer runden Tafel, „mußte allerdings hier angekommen etwas dringendes erledigen, so daß dich Gaven und Taras abholen sollten.“ Kaum hatte sie deren Namen ausgesprochen, erschienen die beiden wie aus dem Nichts und gesellten sich zu ihnen. An diesem Platz, einer Art Bistro, gab es keine Bedienung, auch konnte Hraban weder eine Theke noch eine Küche sehen, aber dafür vor ihm eine kreisrunde Aussparung im Tisch.

„Einfach denken bzw. sagen, was du gern trinken oder essen magst“, bemerkte Taras mit strahlendem Lächeln, „und schon erscheint das Gewünschte.“ Hraban hatte großen Appetit auf Traubensaft, etwas Brie und Zwiebelbaguette. Im nächsten Moment senkte sich die aus-gesparte Tischfläche vor ihm, um Sekunden später mit den bestellten Speisen zurückzukehren. Die anderen freuten sich über sein verdutztes Gesicht und taten es ihm gleich. Gut versorgt unterhielten sich alle fröhlich, dabei Hraban meist mit einbeziehend, weil er so viele neugierige Fragen hatte.

***

Irgendwann konnte er allerdings nichts mehr aufnehmen, er hatte Müh und Not, seine Augen aufzuhalten, nickte zwischenzeitlich immer wieder weg, um im nächsten Moment sich erschrocken aufzurichten. Gaven bemerkte es schließlich und schlug allen vor, die lustige Tafelrunde zu beenden, weil ihr Gast vor Müdigkeit sonst bald einschlafen würde. Bei der Abwärtsfahrt mit dem superschnellen Lift stauchte sich bei Hraban alles zusammen, so als ob eine ungeheure Kraft ihn durchfuhr. Erleichtert atmete er auf, als sie unten ankamen und endlich ins Freie traten. Die Rückfahrt zu Pireistrecas und Thoghuns Haus kannte er ja bereits, doch anstatt wieder müde zu werden, hinderten die beiden ihn daran, erzählten ihm noch ein wenig aus ihrem Leben. Auf diese Weise verflog die Zeit im Nu, und sie erreichten schließlich Perheoles Sargatin, ihr großartiges Domizil hoch oben auf dem Berg.

Nachdem sie ihn bis zu seinem Gästezimmer begleitet, sein Bett gerichtet hatten, verabschiedeten sie sich ziemlich überschwänglich, was Hraban zunächst nicht zu deuten vermochte. Außerdem überfiel ihn schlagartig der Schlaf. Kurz vorm Wegnicken erinnerte er sich noch all der Fragen, die er ihnen unbedingt stellen wollte, nahm sich ganz fest vor, sie bloß nicht zu vergessen und fiel dann in Tiefschlaf. Die Stadt tauchte erneut ob kosmischer Gefahren in der Nacht ab, jedoch der Erdenjunge bemerkte nichts davon, viel zu wohlig hatte er diesen ereignisreichen Tag abgeschlossen, fühlte sich geborgen und gut aufgehoben.

***

Manche Wecker können einfach gnadenlos uns schlagartig aus dem Schlaf, aus tiefsten Träumen reißen, besonders wenn dabei noch Musik im Spiel. Michael Jacksons „Earthsong“ drang an Hrabans Ohren. Mit einem Ruck richtete er sich auf und rieb seine Augen, blickte verblüfft auf den CD-Wecker, schaltete ihn reflexartig aus und versuchte sich zu erinnern. Aber irgendwie war da ein schwarzes, ahnungsvolles, trotzdem unendlich tiefwirkendes Loch, was ihm eindeutig zu verstehen gab, daß er einfach nur geschlafen und wirres Zeug geträumt habe, zu mehr sollte es nicht reichen. Einerlei, dachte der Elfjährige, stand bereits auf, weil er das Gekicher seiner jüngeren Schwester Salia auf dem Flur vernahm, nur zu genau wußte, sie würde gleich in sein Zimmer stürzen, um ihn zu ärgern. Das geschah dann auch, sie warf sich mit einem Freudenschrei auf ihn, sodaß die beiden zu Boden stürzten, wobei sich niemand weh tat. Hraban wußte, wie er sich abfangen bzw. abrollen mußte, die kleine Schwester dabei schützend festhaltend.

Anschließend neckte sie noch kurz ihren großen Bruder, begab sich aber schnurstracks auf direktem Wege in ihr eigenes Zimmer, weil Mama von unten ihnen unüberhörbar zu verstehen gab, sie mögen sich schnell anziehen, das Frühstück sei gleich fertig gerichtet. Einen Moment lang zögerte Hraban, wollte sich gerade vom Boden erheben, als ganz leise feiner, ziemlich weißer Sand aus seinem linken Schlafanzugärmel rieselte, eine Prise Meeresduft diesem entwich. Mit einem Schlag erinnerte sich der Junge und setzte sich nachdenklich an den Schreibtisch, schaltete eher unbewußt seinen PC an. Zwischendurch hörte er noch Salia, wie sie die Treppe hinabstieg, seine Mutter nach ihm rief.

Was er dann auf dem Flachbildschirm sah, ließ ihn für einige Augenblicke erstarren. Anstatt des gewohnten Desktop-Hintergrundbildes befand sich vielmehr die Aussicht von der Vulkaninsel Gholeyta, die wunderschöne Weite, das Meer, die eindrucksvollen Farbtupfer des nahen Landes Deengaira, was seine Gastgeber Pireistreca und Thoghun mit „Kontinent des Lächelns“ ihm übersetzt hatten. Und Hraban wußte, daß er nicht allein war hier auf Erden, sondern dort draußen in den Weiten des unendlichen Kosmos noch sehr viel Leben stattfand, Mensch endlich begreifen sollte, wie erbärmlich kurzsichtig dessen kleine, begrenzte Vorstellungswelt doch war, obwohl die ganze Zeit die Schöpfung ihm jede Menge Indizien bereithielt. Er sollte sie lediglich erkennen und endlich wirklich aufwachen, anstatt das Le-ben auf unserem Blauen Planeten zu mißachten.

Lotar Martin Kamm

Hrabans geheimnisvolle Reise zum Kontinent des Lächelns – Teil 1

Hrabans geheimnisvolle Reise zum Kontinent des Lächelns – Teil 2

Titelgeschichte erschienen im Buch „Hrabans geheimnisvolle Reise zum Kontinent des Lächelns“ (BoD)

Kategorie: Kurzgeschichten

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Türmen wir gemeinsam

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Getürmt sind sie
vor den Türmen
des Hungers
der Macht
vor sich Türme
der Wellen
des Ungewissen.

Zertrümmert werden sie
die Träume
die Freiheit
zertrümmert vom
kentern der Boote
zertrümmert von
wütenden Menschen.

Es tümeln sich
wieder zuhauf
dumpfe Phrasen
Dreschende.

Es tummeln sich
wieder zuhauf
Trachtenträger
im nationalen Gewand.

Es ist die Zeit
dem Hunger
der Macht
die Mauern
zu zertrümmern.

Es ist die Zeit
die Träume
die Freiheit
aus ihren Mauern
zu türmen.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Klein Horsts Sommermärchen vom Fußball geplatzt

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Der Gag der Woche – oder wieso man vieles ernst nehmen sollte

Hast du seine Augen gesehen, diese unendliche Verzweiflung in seinem Blick, jenes Entsetzen ob der schmachvollen Niederlage, die dessen germanische Recken, – ja, ich weiß, etliche Bayern waren unbedingt mit dabei -, auf dem Rasen erleiden mußten? Obendrein ausgerechnet als Gruppenletzter bereits vor der K.o.-Runde ein Rückflugticket inzwischen buchten?

Mit Klein Horst war zunächst tagelang nichts anzufangen. Echt. Außer, daß seine Wut auf anderen Spielwiesen sich austoben durfte. Klar doch, endlich mal dem Hosenanzug wesentlich wirkungsvoller die Meinung geigen, nachdem man ohnehin schon des Öfteren zuvor angeeckt. Diesmal mit freundlichster Unterstützung der Blaunen im Parlament, im nahen Ausland sowieso, die Ösis wissen ganz genau, wo’s langgeht: Immer schön per Wiener Schmäh in Kameras blicken, das eigene Volk verbratzen. Klappt doch.

Dem Flüchtlingselend setzen wir ein Ende, auf unsere Weise, so denkt Klein Horst und fackelt nicht lang. Nö, nicht wörtlich zu nehmen, haben andere schon erfolglos versucht, es gibt viel wirkungsvollere Wege, die traute Eintracht mit einer Achse der Willigen, schon pariert halb Europa, zieht zugleich der Unionspartner mit, während die Sozen, die Hosen gestrichen voll, erneut stillhalten. Reines Kalkül, ne 18-Prozent-Partei riskiert keine dicke Lippe mehr, wo doch die blaune Brut bereits allerorten lauert mit freundlicher Unterstützung bis in höchste Ämter, denken wir an den blonden Dollen oder den smarten patriotischen Wladimirowitsch.

Das imponiert Klein Horst, dessen Spielwiese frischt auf trotz geplatztem Sommermärchen. Die gehen ohnehin stets mit derselben Floskel aus, wenn sie nicht gestorben sind, dann… So ist es, sie kehren wieder, denkt sich der Geknickte und frohlockt. Erinnerungen an olle Schulzeiten passieren und erhellen sein geistiges Auge, zumindest was von diesem noch übriggeblieben, schon damals verstand er es hervorragend, das Kneifen und Sticheln hinterm Rücken der Lehrer, damit diese seine Mitschüler maßregelten, er als Vorzeige-Horst auftrumpfen durfte. Der frühe Vogel zwar fängt den Wurm, Klein Horst löst per Hinterhalt jedweden pädagogischen Sturm.

Einerlei. Selbst wenn faktisch dessen fiese Art durchschaut, darf er ungestraft weitermachen, Angies Geduld nicht nur strapaziert, ihr Stuhl längst wackelt, Klein Horst daher nicht lange zögert, hat so manch As noch im Ärmel verborgen. Nur wie lange noch solch politische Niete wirken darf, steht in den Sternen, die wohl eher geknickt wegschauen. Von Kiel bis nach München, von Trier bis nach Berlin, im Herzen Europas braut sich was zusammen: das Erwachen und sie Gewähren lassen, die Neue Rechte. Ende und keineswegs alles gut!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

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Stille fern des Mobs

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Eisenbeschlagen geradeaus
in Richtung Heimattreue
stürzen die Ahnungslosen
mit ihren gezüchteten Neurosen.

Voller Elan ins Verderben,
ohne die geringste Reue
die Menge dabei am Tosen,
Plätze und Straßen voller Scherben.

Ruhe kehrt ein nach langer Weile,
ein Atemholen findet manch Not,
die sich niederschlägt im Nu,
Menschlichkeit so nah dem Tod.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Bonobos lebensbedrohlich gefährdet – Gier nach Erdöl der Anlaß

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Kongos Regierung plant Verkleinerung der Nationalparks Virunga und Salonga

Mit simplem Wegschauen wird es nicht getan sein, ebenso wie mit der Einstellung, es würde sich alles irgendwie richten. Dann könnte es längst zu spät sein für die noch ziemlich unbekannte Menschenaffenart, den Bonobos, die in den tropischen Regenwäldern der Demokratischen Republik Kongo beheimatet sind.

Der Regierung Kongos fällt nichts besseres ein, als einen großen Teil des Salonga Nationalparks zur Erdölförderung freizugeben, der Verein Rettet den Regenwald mahnt mit einer Petition an: „Erdöl aus Nationalparks? Dumme Menschenidee“ Doch was selbst trotz etlicher Verwicklungen des Films Planet der Affen die Realität noch zu toppen scheint, hinterläßt keinerlei Entrüstung in der Weltpolitik. Die hat sich ziemlich offensichtlich mit Korruption abgefunden, man könnte schnell vermuten, weil selbst daran nicht unbeteiligt partizipiert.

Konfliktbewältigung mittels Sex

Soviel konnte bisherig bei den Pan paniscus, den Bonobos, ebenso aus der Gattung der Schimpansen, beobachtet werden. Ansonsten weiß man wesentlich weniger über jene Menschenaffenart, die im Gegensatz zum Gemeinen Schimpansen kein aggressives Verhalten an den Tag legt, viel eher Konflikte anders löst, „sexuelle Tätigkeit eher beiläufig und entspannt sei, sie scheint ein vollständig natürlicher Teil ihres Gruppenlebens zu sein“, wie der niederländische Zoologe Frans de Waal nach Beobachtungen kommentierte.

Bei Bonobos kommen somit diplomatische Praktiken zum Einsatz, wovon sich ihre Artgenossen aus derselben Affenfamilie eine Scheibe abschneiden könnten, erst recht Mensch selbst, der meist stets kriegerisch auftritt. Mit ein verlockendes Indiz: Profitmaximierung durch Erdölförderung. Da stören somit auch Nationalparks, deren Schutzstatus man kurzerhand aufhebt.

Bloomberg meint, 40 Prozent des Nationalparks Salonga sei betroffen

Soweit die Einschätzung des US-amerikanischen Medienunternehmens gegen Ende Juni dieses Jahres, die freizugebende Fläche zur Erdölbohrung umfasse ca. 15.000 Quadratkilometer, was knapp der Größe Thüringens entspricht. Hinzu kommen die dubiosen Geschäftspraktiken der undurchsichtigen Firma COMICO, wie Rettet den Regenwald e.V. kommentiert, Recherchen hätten die eigentlichen Teilhaber nicht benennen können, der Verdacht großangelegter Korruption liegt nahe.

Wieder einmal ziehen betroffene Tierarten den Kürzeren, wenn Mensch nicht beherzt und mit Nachdruck entsprechend interveniert. Petitionen mögen einiges bewirken, allerdings wird es eher schwierig, zumal die Demokratische Republik Kongo bürgerkriegsgebeutelt ohnehin als eines der rohstoffreichsten Länder es nicht so mit Menschenrechten, einer Pressefreiheit hält, Armut nicht etwa abgebaut wird.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Tierschutz/Tierrechte

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