Keineswegs Knall auf Fall tobt rechter Mob zufällig überall

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Der Gag der Woche – oder wieso man vieles ernst nehmen sollte

Vielmehr von ganz langer Hand geplant mobilisieren ihre geistigen Brandstifter jenen unheilvollen Weg, der ganz offensichtlich in jüngster Geschichte sich erneut etablieren möchte, mit tröger und freundlicher Unterstützung etlicher Ahnungslosen, die mal wieder nicht ihr Hirn einschalten, sondern sich verträumt zurücklehnen. Schnell gefundene Feindbilder helfen ziemlich simpelst, von eigenem Unvermögen abzulenken.

Haß ist nicht nur ein äußerst schlechter Ratgeber, obendrein vermag er stets Anhänger zu etablieren, die sich im Bade einer ekelhaft wutentbrannten Öffentlichkeit suhlen, um möglichst Schwächere nicht nur zu demütigen, vielmehr die kurzfristige Macht für eigene Untaten auszunutzen. Ohnehin von einer Justiz gedeckelt, manch Polizisten sich aufgerufen fühlen, zuvor versteckt, immer öfters dreist sichtbar mitzuwirken bei unverhohlener Gewalt gegen ausgemachte „linke Zecken“.

Wenn schon Staatsmänner, oder auch diejenigen, die meinen, sie seien es, denkt man an jenen „blonden Dollen“ in Amiland, dreist ihren Rassismus ausleben, dürfen wir uns nicht wundern, wenn weltweit etliche dies als Aufforderung werten, ihn ebenso nonchalant anzuwenden. Nicht nur ein fatales Signal in die völlig verkehrte Richtung, gleichwohl beinhaltet dies eine folgenreiche Destabilisierung friedlicher Koexistenz. Zumal jene sowieso mittels neu aufkeimender Rüstungsspirale gefährdet, die mit der EU-Osterweiterung ihren Beginn hatte, das Feindbild gen Russland hemmungslos wieder zu installieren.

Das Ganze nennt sich Weltpolitik, die ihren Auftrag völlig verfehlt, letztendlich zu oft versagt, betrachtet man das daraus folgende Elend, die Zerstörung und Kriege. Ein hervorragender Verdienst für eine kleine Elite, die Mehrheit der Menschheit ist jenen Machenschaften ausgeliefert. Das Diktat der Wirtschaft mit angeblicher Politik im Schlepptau bestimmt den Kurs menschlicher Geschichte, wie dies schon immer geschah. Trotz weitreichender Aufklärung mittels Bildung, Medien und Internet hat sich an diesem Prinzip nichts geändert.

Die Ohnmacht einer handlungsunfähigen Menschheit ihren bösartigen Führern gegenüber zeigt den eigentlichen Kern auf: Sie bleibt den verbrecherisch menschenverachtenden Aktionen ausgesetzt. Sämtliche Hinweise seitens kritischer Analysen, philosophischen Erkenntnissen ändern nichts, die Macht des Stärkeren bestimmt den dramatischen Weg, der stets eine hohe Anzahl von Opfern bedeutet. Genau deshalb erhält jener rechte Mob erneut eine Chance, sich austoben zu dürfen, zweckdienlich für dessen Auftraggeber.

„Die Fähigkeit, das Wort „Nein“ auszusprechen, ist der erste Schritt zur Freiheit.“ (Nicolas Chamfort)

Da viel zu viele Ja-Sager sich demutsvoll Obrigkeiten unterordnen, leidet die Freiheit ohnehin an allen Ecken und Enden.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Meinung

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Spannung in der Luft

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Nun denn, sie fing an zu flennen,
es hörte sich an, ein Baby weint
sich in den Schlaf, so könnte man es nennen.
Ihre Stimme, den ganzen Saal vereint
zu einer wabernden, wässrigen Luft,
in Spannung, wann die Masse verpufft.

Sie wollte nur deshalb Urlaub in den Bergen,
der Aussicht wegen, wegen den Kühen,
Himmel sehen, kein hinter Häusern verbergen,
aber jeder Gang draußen, ein Frust, ein Mühen,
ein Schnaufen, keine ebenen Straßen,
mir ist´s, als will mich der Herrgott strafen.

Woher sollt ich als Stadtkind wissen,
auf den Photos sah alles so gemütlich aus,
wie tu ich die festen Wege des Parks vermissen,
kein Stück kann ich gehen ohne Verschnaufpaus´.
Die Kühe sind so riesig, muhen so laut,
das macht mir Angst, was wenn eine abhaut.

So große Augen haben die, wie meine Ohren,
selbst wenn ich nur aus dem Fenster schau,
fühl ich mich ganz klein, Welt hat sich verschworen,
die Viecher, diese Weite, wie eine Horrorshow.
Abreisen möchte ich noch heute, sofort,
so nah dem Himmel, so ein unheimlicher Ort.

Der Herbergsvater fuhr sie runter ins Tal,
ihr Flennen wich einem Atemstillstand,
er sagte später, ihr Gesicht war starr und fahl,
sie schrie in jeder Kurve, Achtung eine Wand.
Im Saal noch nach Tagen schwang eine Qual,
der Luft war zum Bersten über ihr oder ihr Schicksal.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Kaffee: Sein täglicher Konsum auf dem Prüfstand

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Sucht- oder Genußmittel, gesund oder eher schädlich?

Alles was wir zu uns nehmen oder konsumieren, Lebensmittel, Medikamente, optische und akustische Reize, beeinflußt unsere Gesundheit und den Verlauf der eigenen Vita. Und während schon Aristoteles selbst es war, der die Mesotes (griech. für „Mitte“) als wichtigen Bestandteil in der Ethik einführte, in dieser Bezeichnung eine Tugend vorgab, die mit den beiden Gegensätzen des Übermaßes und des Mangels eben die Mitte suchte, das Gleichgewicht zwischen zwei Extremen, bestätigte dies Hildegard von Bingen mit dem „rechten Maß“, welches sie als „Mutter aller Tugenden“ betrachtete.

Dürfen wir dann einfach dazu übergehen, zu behaupten, mit ein wenig Maßhalten können wir uns alles gönnen oder leisten, selbst wenn es nachweislich unsere Gesundheit sogar angreifen kann? Kaffee als Sucht- oder Genußmittel nunmehr gesund oder doch eher schädlich?

Eine Bohne erobert die Welt

Im 9. Jahrhundert wurde der Kaffeebaum- oder Strauch (Coffea arabica) erstmals erwähnt, im ursprünglichen Gebiet Kaffa, im Südwesten Äthiopiens, gelangte aber erst rund fünfhundert Jahre später durch Sklavenhändler nach Arabien, um von dort aus infolge weltweiter Handelswege schließlich die Welt zu erobern.

Und doch dauerte es noch eine Weile, bis schließlich zunächst im Osmanischen Reich sogar gegen Ende des 16. Jahrhunderts Kaffeetrinken strafrechtlich verfolgt wurde, Kaffee im Laufe der Jahrzehnte sich in Europa etablierte und 1685 das erste Wiener Kaffeehaus öffnete. Aber auch die Skepsis gegenüber diesem neuen Getränk zeigte die Anekdote mit dem Kaffee-Experiment, welches der schwedische König Gustav III. angeordnet haben soll. Waren die Besorgnis und Kritik etwa übertrieben?

Wenn die Gewohnheit zur Sucht wird – hysterisches Gerede oder doch berechtigt?

Nein, nicht Bier wird hierzulande am meisten konsumiert, sondern viel eher das schwarzbraune „Gute-Laune-Getränk“, der Bohnenkaffee. 162 Liter trinkt der Deutsche alljährlich im Durchschnitt. Aber darum geht es gar nicht, Superlative haben nur statistische Bedeutung. Viel interessanter scheint da die Frage, inwieweit das Nicht-Maßhalten unsere Gesundheit schädigen kann, ob die alltägliche Gewohnheit sogar ähnlich wie beim Rauchen zur Sucht sich entwickelt?

Probieren Sie es einfach mal aus, ob beim Weglassen der morgendlichen Tasse Kaffee Ihnen etwas fehlt, fühlen Sie sich dann eher ängstlich, müde, resigniert, niedergeschlagen und klagen gar über eine verminderte Arbeitslust oder Leistungsfähigkeit? Nach einer Wiederholung dieses Versuches dürfen Sie bei Reaktionen ähnlicher Symptome davon ausgehen, daß der Verlust der Kaffeedosis genau diese Wirkung erzielt haben muß, es sich um eine Form von Entzugserscheinung handelt. Richtig dramatisch wird es bei denjenigen, die Kaffee im Übermaß konsumiert hatten. Übrigens brauchen Raucher aus gesundheitlichen Gründen allemal den Kaffee. Warum? Weil beim Rauchen die Blutgefäße verengt werden, beim Kaffeetrinken sie sich erweitern, daher ein Ausgleich geschaffen wird.

Kaffeegenuß: Herz- und Krebsrisiko oder gar doch Gesundheitsprophylaxe?

Die wissenschaftlichen Untersuchungen laufen seit geraumer Zeit schon auf Hochtouren, so wie dies für alle Stoffe gilt, die Mensch zu sich nimmt. Man weiß schon im Eigeninteresse selbst, was schadet und was nicht. Starbucks muß beim Kaffee vor möglicher Krebsgefahr warnen, hingegen aber mehr als vier Tassen Kaffee die Leber schützen soll, daß Kaffeegenuß sogar bei Leberkrebs eine Schutzfunktion ausübe.

Eine völlig neue Studie kommt sogar zu dem Ergebnis, daß Koffein alte Muskeln verjüngt. Bekanntlich hat Kaffee selbst den höchsten Koffein-Gehalt, bei gebrühtem 600 ml/l im Gegensatz zu Schwarztee mit 250 ml/l oder gar Cola-Getränke mit lediglich nur 140 ml/l. Und wie schaut es aus mit bisheriger Meinung, Kaffee erhöhe das Risiko des Herzinfarktes, welches die ATTICA-Studie zu beweisen versuchte? Oder soll man sich darauf verlassen, daß eher das Gegenteil der Fall sein solle, da Mediziner immer mehr an das Gute in der Bohne glauben?

Sind wir jetzt wirklich schlauer mit all diesem Wissen? Mensch wird immer seine Laster ausleben und irgendwann einmal „geliebte Gewohnheiten“ vielleicht sogar ändern oder zumindest einsichtig Maß halten, ganz so wie Hildegard von Bingen es stets empfahl. Dabei sollte niemals vergessen und unterschätzt werden, daß wir alle unterschiedliche Organismen haben, sodaß allgemeingültige Gesundheitsprognosen stets zu ungenau sind, gleichzeitig dennoch Ärzte und all jene, die tagtäglich mit Patienten in Berührung kommen, schon Erfahrungswerte empfehlen bezüglich unserer Gewohnheiten und den Folgen, den Krankheitsbildern, die sie miterleben dürfen beim Versuch, uns helfen zu wollen. Von exzessiver Maßlosigkeit muß unbedingt abgeraten werden, das gilt somit ebenso fürs Kaffeetrinken.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesundheit

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Sie zählen auf die Feigen

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Schwarze Tasten
erfüllen die Nacht.

Handlanger bezahlte
Arbeit macht.

Seine Bösartigkeit
Geld ihm verschafft.

Intrigen ebnen Weg
zur alleinigen Herrschaft.

„Liebe zum Eigenen“,
da gehörst du nicht dazu,

außer du stehst mit ihm,
seinen Idolen, auf du und du.

Überheblichkeit, Gier
prägen deinen Charakter hierfür.

Probleme analysieren,
mußt du abtrainieren.

Drohen, Bestechen
mußt du die Schwächsten.

Dein Lohn der Anbiederung,
Zerstörung ringsum,

Familie, Freunde beweinen,
neue Gräber einweihen.

Das ist schon einmal passiert,
wenn du nach ihrem Willen parierst.

Sie zählen auf die Feigen,
auf die, die keine Gefühle zeigen.

Meine Tasten erfüllen den Tag,
weil ich Liebe allen schenken mag.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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„Roseanne“-Absetzung: Bob Igers konsequente Haltung vorbildhaft

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Trumps Twitter-Gewitter finden nachäffende Sympathiesanten

Weltweit und millionenfach bis hin zur Prominenz. Ein eher typisches Rudelverhalten der Menschen, die somit das Aufblicken zu ihren Idolen und Führungspersönlichkeiten unterstreichen. Nachdem die US-Komikerin Roseanne Barr die ehemalige Beraterin des Ex-Präsidenten Barack Obama, Valerie Jarrett, auf Twitter rassistisch beleidigt hatte, setzte der US-Sender ABC ihre Fernsehsendung Roseanne kurzerhand ab.

Eine folgerichtige Entscheidung des Disney-Chefs Robert „Bob“ Iger, der obendrein es sich wohl nicht nehmen ließ, Valerie Jarret persönlich über die Absetzung von der Sitcom-Serie Roseanne zu informieren. Einerseits betont die US-amerikanische Administration den Ernst der weltweiten politischen Lage, andererseits verstrickt sich Donald Trump in selbstgefälligen Eitelkeiten, unterstreicht damit seine eigene rassistische Haltung.

Sitcoms – ein Widerspiegel der US-amerikanischen Gesellschaft

Daher selbstverständlich gern gesehene Fernsehformate, erst recht wenn sie in Serien die Zuschauer begeisternd unterhalten. Was in den USA von 1951-1957 mit I love Lucy als erste bekannte Sitcom-Serie begann, setzte sich vielfältig fort, dem Kofferwort Sitcom für Situationskomödie situation commedy, wobei neben den Familien-Sitcoms allerlei im beruflichen Umfeld für entsprechende Unterhaltung sorgen wie Büro-, Krankenhaus-, Polizei- oder WG-Sitcoms, um nur einige zu nennen.

Dieser Widerspiegel der US-amerikanischen Gesellschaft in den Sitcoms fand außerhalb den USA ebenso genug Anklang, denken wir an die deutsche Ein Herz und eine Seele in den 1970er Jahren, wo Ekel Alfred sich austoben durfte, an die britische The IT Crowd oder an die französische Bertrand.çacom. Die meisten werden weiterhin in den USA gedreht.

Roseanne Barr – von der Stand-up Komikerin zu skandalträchtigen Auftritten

Wer einen Blick in die Vita von Roseanne Cherrie Barr wirft, dem zeichnet sich ein von Erfolg gekrönter Weg, der gleichzeitig eine gewisse Unruhe aufzeigt, unabhängig von den vielen Ehen und Partnerschaften, was nicht unbedingt ungewöhnlich sein muß. Nur einmal per Hauptrolle im Kino vertreten in der Schwarzen Komödie Die Teufelin als Gegenpart von Meryl Streep, moderierte sie auch die erfolgreiche Unterhaltungsshow Saterday Night Live.

Sie zog es vor, Angelina Jolie und Brad Pitt unnötig kritisch anzugehen, ist bekannt für ihre Haltung zu Donald Trump, für den sie Mitleid hat, nicht nur weil sie in der zehnten Staffel von Roseanne als Trump-Anhängerin auftritt. Ihr weiteres Austeilen gegen die Serienkinder verdeutlicht ihre uneinsichtig rassistische Einstellung. Trumps Erwartungshaltung, der ABC-Sender möge sich entschuldigen, offenbart nicht nur dessen eigene Unfähigkeit, mit Medien umzugehen, sondern unterstreicht seinen eigenen Charakter. Wer dennoch der nachträglichen Entschuldigung von Roseanne Barr Glauben schenkt, der hat wohl nicht den tiefverwurzelten Rassismus erkannt, der weiterhin Wege seiner Ausbreitung sucht und findet, erst recht mit diesem 45. US-Präsident.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Globalismus der Nationalisten

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Frust im Einkaufswagen die Gänge lang schieben.
Zum Baden im Swimmingpool nach Ägypten fliegen.

Mit Mokassins, made in Indien, Teerbeulen ausweichen.
Gute Gefühle, Lebensfreude aus dem Herzen streichen.

Billige T-Shirts, Taschen, Geräte aus Asien, Afrika ordern.
Hier bedruckt, neu etikettiert, das Fünfzigfache fordern.

Den Saubermann, -frau, im Anzug, Kostüm rauskehren.
Fremden Lebensrecht, Einheimischen Individualität verwehren.

Essen beim Chinesen, exotische Weiber bei Pornofilmen auswählen.
Aufklärung bedeute Sittenverfall, erzeuge Schamlosigkeit, allen erzählen.

Unmenschliches Handeln, Aufruf zum Staatssturz als Heldentum stilisieren.
Mit Tropenholzaktien, Währungsverkauf an der Börse spekulieren.

Das tapfere Opfer mimen, durch Spenden Lebensunterhalt bestreiten.
Kampf gegen Kapitalisten und Eliten als Ehrensache verbreiten.

Mit dem Porsche die Serpentinen in den Bergen hochrasen.
Beim Gipfelwind Geheimtreffen mit anderen Pappnasen.

Wie damals beim Pfadfindertreffen zum Abschluß Lieder singen.
Leute, hört das leidbringende Echo, das euch gegeneinander soll aufbringen.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Indizien einer gleichgültigen Gesellschaft

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Soziale Notstände im Grunde meist hausgemacht

Bei sich einstellenden Problemen vermag uns ein sozial intaktes Gefüge auffangen. Überall finden sich Selbsthilfegruppen und Initiativen ein, organisieren sich Menschen, um gegenseitige Hilfe nicht nur in Aussicht zu stellen, sondern sehr praktikabel umzusetzen, gezielt Lösungen anzubieten.

Aber der Schein einer trügerischen Abfederung, eines sozialen Netzes kann nicht davon hinwegtäuschen, daß manch Verzweifelte sich allein gelassen fühlen, vollkommen ausweglos die Notbremse ziehen, was wiederum in drastischer Zerstörungswut münden kann bis hin zur Ermordung oder Selbstmord.

Drei Verzweiflungstaten von etlichen

Einerseits gibt es eine gutdurchdachte Rechtsprechung, in der die Gesellschaft versucht, ein halbwegs gerechtes Zusammenleben zu gewährleisten, obwohl gleichzeitig jeder nur zu genau weiß, daß zwischen Recht haben und Recht bekommen manchmal Welten liegen können. Das gilt leider ebenso in der Rechtsprechung selbst. Wer sich teure Anwälte leisten kann, darf sich glücklich schätzen über eine wesentlich bessere Vertretung eigener Interessen als jemand ohne juristischen Beistand.

In einer profitorientierten Gesellschaft dürfen wir uns nicht wundern, daß genau diejenigen besonders einfallsreich gesetzlich abgesichert agieren können, die mittels eigens erschaffener gesetzlichen Rahmenbedingungen stets auf der legalen Seite stehen, selbst wenn ihr Handeln moralisch mehr als verwerflich sich offenbart. Das mußte überdeutlich ein Familienvater erleiden, dessen zwangsversteigertes Haus er mittels eines Baggers solange zerstörte, bis es seiner Meinung nach dem erzielten Ersteigerungswert entsprach. Die originelle „Selbstjustiz“, wie der Staatsanwalt es nannte, brachte ihm eine empfindliche Strafe ein. Doch die Genugtuung konnte ihm dennoch niemand nehmen, zumal er weiterhin in der „Schutzgemeinschaft Sparkassengeschädigte Aschaffenburg“ sich als ehrenamtlicher Vorsitzender engagiert.

Wenn man sich verkalkuliert bzw. die zu erwartenden Kosten eines Hausverkaufs nicht ausreichen, um das Geld für ein neu erworbenes Eigenheim zu entrichten, dann kann dies durchaus sehr bitter sein. Für ein zusammenlebendes Paar kam jede Hilfe zu spät, als der Gerichtsvollzieher per Räumungsbeschluß in Korschenbroich deren Haus betrat. Sie hatten sich selbst erschossen, dem Druck wohl nicht standhalten können.

Wie groß muß die Verzweiflung sein, wenn ein Ehepaar sich selbst und seine 6 Jahre alte Tochter im eigenen Haus per Brandstiftung umbringt? Dabei handelte es sich um die verhältnismäßig geringe Summe von 40.000 Euro, die wohl als Schuldsumme offen stand und letztlich zur Zwangsversteigerung geführt hatte.

Es macht wenig Sinn, hier noch mehr Verzweifllungstaten aufzulisten. Viel eher muß sich eine Gesellschaft die Fragen stellen lassen, wieso es überhaupt so weit kommen kann, worin bestehen die Ursachen, was muß sich ändern.

Leben in einer Scheinwelt – Ergebnis einer verlogenen Wirtschaftsmacht

Im Grunde genommen war es früher deshalb überschaubarer, weil es eine deutlich sichtbare Armut gab und auf der anderen Seite die fürstlich Glücklichen ohne Existenzsorgen. Dabei entwickelte sich zunehmend eine Bürgerschicht, oftmals als Mittelschicht zu bezeichnen, die wiederum eine unvermeidbar weiterhin anhaltende Armut zumindest in den Hintergrund drängte, zumal sich obendrein Sozialsysteme bildeten.

Sind diese in Wirklichkeit in westlichen Industrieländern erschaffen worden, um einen möglichen Mob, Auf- und Widerstände fernzuhalten bei gleichzeitiger Installation einer komplexen Konsumgesellschaft, die quasi als Ablenkung sorgen mag? Brot und Spiele fürs „dämliche Fußvolk“, während die Reichen und Superreichen sich ins Fäustchen lachen, weil die Rechnung bis heute vortrefflich aufgeht?

Wir leben in einer Scheinwelt, in der ganz besonders solch „tolle Errungenschaften“ wie das Fernsehen, PCs und somit das Internet die Massen ablenken und manipulieren soll. Nein, dies ist keine Aussage einer abstrusen Verschwörungstheorie, sondern eine nüchterne Feststellung.

Diese verlogene Wirtschaftsmacht, die alles daran setzt, die Bürger in deren Abhängigkeit zu wähnen, gilt es endlich zu entlarven und in folgedessen vollkommen abzubauen, damit Mensch wieder ohne finanzielle Sorgen und Nöte endlich glücklich leben kann.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Soziales

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