Visionen keine Optionen

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Traditionen sollen sich lohnen,
man ihnen beiwohnen,
ohnehin keine Fiktionen.
Wer weckt denn welche Dämonen?
Schon fliegen manch Drohnen,
gefüllt mit gefährlichen Patronen.
Im Ziel gewisse Zonen,
ermorden bestimmte Personen.
Gelernt wurden jene Lektionen,
folgen ihren Illusionen,
es helfen dabei keine Petitionen,
keinen werden sie verschonen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Naturschauspiel am See

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Gänzlich menschenleer und unberührt

Langsam kehrte wieder Ruhe ein, nachdem noch kurz zuvor der Platz einer bewußten Inszenierung glich, da zuviele Aktionen gleichzeitig eintraten. Wer somit einen Überblick haben wollte, mußte schon in einem bestimmten Abstand sich befinden, wobei dennoch das ein oder andere Detail sicherlich übersehen wurde.

Sie kennen das vielleicht ebenso, denken Sie an einen Theaterabend. Aus diesem Grunde werden meist Dialoge und Handlungen zwischen mehreren Akteuren in gewisser Reihenfolge präsentiert, um den Zuschauer nicht zu verwirren. Doch zurück zum Ort des Geschehens.

Es handelte sich hierbei nicht um irgendeinen Platz, sondern vielmehr um eine große Waldlichtung, die eine besondere Bedeutung für die meisten Waldbewohner hatte. Dort befand sich ziemlich zentral gelegen ein wunderschöner See. Besonders Wasserstellen bieten für die Tiere eine äußerst willkommene Gelegenheit, zumal Wasser nun mal überlebensnotwendig ist. Vom Zaunkönig bis zum Rothirsch waren oft sämtliche Waldbewohner zugegen, die genußvoll das erfrischende Naß sich gönnten.

Vielleicht hat der ein oder andere Leser mal gutgemachte Tierfilmdokumentationen gesehen, in denen unter anderem das bunte Treiben an solchen Wasserstellen gezeigt wurde, nur daß sich dies meist in außereuropäischen Ländern abspielte, um den Reiz des Unbekannten zu zeigen.

Zunächst herrschte gegen Mittag diese längst bekannte Ruhe am See, eine Handvoll Libellen drehte in geordneter Formation ihre Runden, sehr knapp über der Wasseroberfläche, während man das typisch katzenartige „hiääh“ eines Mäusebussards hörte, über der Lichtung hoch oben unterhalb der Wolkenpakete im Himmel seine kreisenden Bahnen zog. Ansonsten war zunächst nichts auffälliges zu sehen, vielleicht, wer genauer hinsah, eine Kreuzotter, die relativ zügig durchs hohe Gras schlängeld einen schützenden Steinhaufen aufsuchte und dort gut getarnt verschwand, um sich zu sonnen.

Dann begann auf einmal das Spektakulum wie aus heiterem Himmel. Ein wildgewordener Eber meinte, er müsse seiner Partnerin hinterherstampfen und verfolgte sie wutschnaubend, so daß die Wildsau voller Panik Richtung See rannte. Dabei im Schlepptau ihre Frischlinge, die laut quickend die Lichtung plötzlich beschallten. Ein Fuchs, der just in diesem Moment sich an ein Mauseloch herangeschlichen hatte, war zugleich ziemlich genervt, nahm mal lieber reißaus.

Im selben Augenblick stürzte nicht etwa der Mäusebussard in das noch ruhig daliegende Gewässer, sondern ein prächtiger Seeadler, um sich eine unvorsichtige Forelle zu greifen, die zu nahe an der Oberfläche sich befunden hatte. Das wiederum brachte die Kreuzotter aus der Fassung, die sich schleunigst im Gras einer nahestehenden Weide verkroch. Infolge des aufgewirbelten Wassers wurde eine Laubfroschfamilie aufgescheucht, die Schutz im Schilfgras suchte. Inzwischen hatte die Wildsau das rettende Ufer erreicht und sprang mutig in den See, während der wilde Eber ein wenig ratlos, aber immer noch schnaubend am Ufer aufgeregt hin- und herlief. Die Frischlinge spielten derweil sogar völlig entspannt vergnügt am Wasser, schienen dem Treiben ihrer Eltern keine Beachtung mehr zu schenken.

Solch besinnliche, naturbelassene Orte gibt es noch etliche, wo Mensch kaum bis gar nicht mehr hingelangt. Selbst wenn manch Naturreisender sie entdeckt, dabei respektvoll sich ihnen nähert und nichts zerstört, sie bleiben den Tieren lebensnotwendig erhalten. Doch überall dort, wo unsere sogenannte Zivilisation sich ausbreitet, müssen solche Plätze weichen, wird der Lebensraum der Tierwelt mal wieder ein Stück weit eingeschränkt.

Man mag wehmütige Gedanken beiseite schieben, bedenken wir aber, daß alles im Einklang miteinander verbunden ist, sämtliche natürlichen Kreisläufe auf Erden. Wer somit dort eingreift, sie gar begrenzt, muß sich nicht wundern, wenn Tier- und Pflanzenarten verschwinden, die Natur aus dem Gleichgewicht gerät mit meist unabsehbaren Folgen. Insofern zeigt sich sehr wohl ein notwendiges Bewußtsein diesen Zusammenhängen gegenüber. Bewahren wir uns den Respekt zur Mutter Erde, den Naturvölker ohnehin völlig selbstverständlich leben.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Naturschutz

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Bin kein Opfer für eure Identität

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Sie lieben dein Leid,
wenn du aufschreist.

Dann sind sie wer,
dann sind sie Herr.

Vertrieben wirst du,
gehörst nicht dazu.

Kannst nicht lügen,
andere betrügen.

Bist gutmütig, tolerant,
nicht mit uns verwandt.

Liebst du unsere Heimat,
Ausnahme wird gemacht.

Als Beweis, schrei,
wir zählen, eins, zwei, drei.

Kein Laut von mir,
erstarrt sehe ich sie vor mir.

Jede Nacht dieser Traum,
der Geruch von Abschaum.

Ich schrei nicht für eure Lust,
zu befriedigen euren Liebesfrust.

Meine Heimat ist dort,
wo Nationalität ein Fremdwort.

Liebe kennt keine Priorität,
ich bin kein Opfer für eure Identität.

Mein Schrei bekommt ihr nicht,
meine Antwort lest in diesem Gedicht.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Linken-Bashing auf breiter Front angelegt?

Wenn ein deutlicher Rechtsruck sichtbar wird

Wer es immer noch nicht wahrhaben will, sollte mal tunlichst seine Augenklappen abnehmen, schlimm genug, daß die Justiz oftmals versagt, per freundlicher Unterstützung mancher Parteien mit Blick zum fragwürdigen NSU-Prozeß, einer hohen Zahl ermorderter Menschen seitens Rechtsradikaler, die äußerst dreist Aufwind erleben, ob durch eine AfD oder eine wachsende Anhängerschaft in manch Teilen der Bevölkerung.

Doch dabei sollte man von einer breit angelegten Front inzwischen reden, einem Linken-Bashing, welches fatal an die Weimarer Zeit erinnert. Wenn ein deutlicher Rechtsruck durch Deutschland zieht, sichtbar wird, sollten nicht nur Alarmglocken schrillen, denken wir an den Vorfall vor einem Jahr.

Racial Profiling findet Anwendung trotz Verbot

Inwieweit gerade eine latent anhaltende Grundstimmung in Sachen Ausländerhaß eher zunimmt, wissen wir nicht erst seit heute. Das zeichnete sich bereits zu Beginn der 1990er Jahre direkt nach dem Fall der Mauer ab, setzte sich heftigst mit den Flüchtlingsströmen im Herbst 2015 fort, die rechtsextreme Szene formierte sich gar europaweit. Welch fatales, denkwürdig politisches Signal: die Wiederholung überwunden geglaubter historischer Fehler.

Nina Perkowski hat im Interview der Süddeutschen Zeitung verdeutlicht, wie ein schleichender Rassismus mitten in der Gesellschaft sich zu etablieren versucht, teilweise erschreckend erfolgreich, auch hinsichtlich Racial Profiling bei der Polizei selbst.

Die Polizei läßt sich zu Gewalttaten hinreißen bis hin zu Linken-Bashing

Wobei ausgerechnet manche Medien sich ebenso instrumentalisieren lassen, nicht nur ziemlich schlampig arbeiten, obendrein den Weg der Neuen Rechten geradezu ebnen, wie im Fall einer angeblichen Belagerung eines Polizisten seitens linker Demonstranten.

Im Nachhinein stellte sich aber heraus, um es noch schalkhaft zu formulieren, daß der Journalismus sich wohl im Pfingsturlaub befand. Statt die Pressemeldung der Polizeiinspektion Lüneburg akribisch zu hinterfragen, wurde jene simple Meinungsmache schlichtweg übernommen, führte zu den völlig überzogenen Rückschlüssen.

Ein Willkommensgeschenk für Rechtsradikale und deren Anhängerschaft, um erst recht den „Linken Zecken“ den Marsch zu blasen. Daß eine derartige Grundstimmung auf diese Weise manche Teile der Polizei beflügelt, entsprechend unverhältnismäßig brutal sich zu verhalten, verdeutlicht die Festnahme von Irmela Mensah-Schramm, einer Aktivistin für Menschenrechte.

Eine Fortsetzung des Linken-Bashings, obwohl gleichzeitig auch Bürger ohne sich parteipolitisch festzulegen, mit an den wichtigen Gegendemos teilnehmen. Die gezielte Frage muß daher lauten: Genauso gewollt auch seitens der Bundespolitik? Wo nimmt ein Innenminister Seehofer hierbei Stellung?

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Wein stand auf dem Tisch

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Wein in der Flasche.
Wein im Glas.
Wein am Vormittag.

Allein trank sie ihn.
Allein schmeckt Einsamkeit besser.
Allein war sie.

War sie, die Schwester.
War zum Waschen am See.
War sie abgetaucht.

Hatte keine Hoffnung mehr.
Hatte kein Leben.
Hatte für den Tod sich aufgegeben.

Roter Wein mußte es sein.
Rote Lippen, vollmundig, zum Küssen.
Rote Blumen das Grab schmücken.

Ihr Leben für mein Leben.
Ihre Trauer für meine Trauer.
Ihr Blut ist auch mein Blut.

Kleines Mädchen, bist du groß geworden.
Kleines Mädchen, versprich, du sprichst.
Kleines Mädchen, sei stärker als wir.

Sie trank den Wein wie Wasser.
Sie taucht wie sie hinein.
Sie ertränkt sich mit Wein.

Mir schenkte sie immer ein Lächeln.
Mir schenkte sie nie Wein ein.
Mir schenkte sie, du darfst Kämpferin sein.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Luftverschmutzung: Verkehrspolitik als zentraler Schlüssel

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Mehr Bewegung ohne automobilen Individualverkehr

Das wußten nicht nur schon die Alten, sondern beinhaltet eine Binsenweisheit. Mehr Autos verursachen entsprechend höhere Schadstoffbelastungen. Wer einerseits die Industrie an den umweltpolitischen Pranger stellt, muß gerechterweise gleichwohl den mobilen Individualverkehr kritisch überprüfen.

Es kann nicht sein, daß die meisten Autos von einer Person befahren besonders in Städten in der Masse für eine hohe Schadstoffbelastung sorgen, während es ohne weiteres Möglichkeiten gibt, mit einem entsprechend ausgebauten öffentlichen Nahverkehr dies zu verhindern. Woran liegt’s, daß sich Menschen eben nicht dran halten? Ein sorgloses „Weiter so“ bedeutet keine Besserung.

„Raus aus der Kiste“ und „Besser mobil“

Zwei unterschiedliche Ansätze verdeutlichen den Ernst der Lage. Letzte Woche demonstrierten in Berlin Greenpeace-Aktivisten für eine nachhaltige Mobilität, mit sogenannten „Gehzeugen“ wurde den erstaunten Zuschauern verdeutlicht, wieviel Platz Autos benötigen, aber auch den Irrsinn der Luftverschmutzung, den Gefahren im Straßenverkehr, wobei besonders Fahrradfahrer betroffen sind.

Robin Wood wartet gleich mit sieben Forderungspunkten auf, setzt ein Zeichen unter der Überschrift „Besser mobil“. Prinzipiell keine unbekannten, denkt man an einen umfassenderen Ausbau des Öffentlichen Verkehrs, eine Infrastruktur der kurzen Wege, was bedeutet, genau dann besser mal das Auto stehen zu lassen, zu Fuß oder per Rad das nahe Ziel zu erreichen. Harsche Kritik an unsinnigen Großbauprojekten wie Stuttgart 21 bleibt selbstverständlich nicht aus.

Punktuelle Lichtblicke oder nur ein Tropfen auf heißen Stein?

Daß es auch ohne Fahrverbote gehen kann, mag zunächst manche aufatmen lassen. Dank einiger Aktionen in Trippelschritten seitens Stuttgarts Oberbürgermeister Fitz Kuhn könnten zunächst die EU-Grenzwerte ohne Fahrberbot eingehalten werden. Dennoch kann von Entwarnung kaum die Rede sein, wie auch der grüne Politiker weiß. Gerade weiterhin belastende Dieselfahrzeuge sorgen für eine viel zu hohe Luftverschmutzung.

Obwohl die Deutsche Umwelthilfe inzwischen gegen etliche Städte klagt, verharrt die Bundesregierung, ohne nenneswerte Maßnahmen zu ergreifen, die Aussicht auf Besserung bedeuten würden. Was nutzen schon Proteste, wenn eine Autolobby den Verbrennungsmotor vorzieht, statt endlich u. a. auf Elektromobilität umzusteigen? Sehr wenig. Deshalb braucht es Widerstand in der Bevölkerung, die wesentlich mehr Druck auf die Politik ausübt, obendrein öfters das Auto einfach mal stehen lassen sollte.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Umwelt

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Schaut genauer hin

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Es schweigen noch viel zu viel die Massen,
folgen dem Konsum, sinnlosem Prassen,
können es nach Jahren nicht lassen,
in manch Schrank kaum noch Tassen.

Dummheit die einen es wohl benennen,
Trägheit sollte man schon erkennen,
anstatt über Not und Armut zu flennen.
Aber sie tun ahnungslos weiterpennen.

Jeder von uns kann vieles erreichen,
bevor zu beklagen ein Meer von Leichen.
Man darf nicht von seiner Meinung abweichen,
bloß nicht unüberlegt die Segel streichen.

Wer dabei solch Verbrechen aufdeckt,
die stets von denselben ausgeheckt,
keineswegs simpelst erschreckt,
dessen Weste bleibt schließlich unbefleckt.

Drum schaut stets genauer hin,
das entspricht dem eigentlichen Sinn.
Völlig ohne Klimbim
wäre wieder ein friedvolles Miteinander drin.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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