Was man heute kann besorgen, gibt es aber nicht mehr morgen

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Der Gag der Woche – oder wieso man vieles ernst nehmen sollte

Mit derartiger Einstellung handeln die Mächtigen dieser Welt, allen voran solche Figuren wie jener „blonde Dolle“, der beim Twittergewittern mal eben den Namen seiner Angetrauten verkehrt schreibt. Was soll’s, welch erfreulicher Fehler mit hohem Unterhaltungswert, während irgendwo da draußen Menschen verhungern, zerfetzt werden, weil sie versehentlich auf eine Mine traten oder eine Bombe explodiert, die ein verirrter Fanatiker zündet in dem Glauben, 72 Jungfrauen warten auf ihn, um ihm sexuell zu Diensten zu sein.

Der Irrwitz einer verkehrten Welt, in der Lug und Trug an der Tagesordnung. Das wissen die meisten, doch daran etwas zu ändern, erscheint letztlich unmöglich. Warum? Weil gewisse Mächte sich stets durchsetzen, den Verlauf der Geschichte bestimmen. Was man heute kann besorgen, gibt es aber nicht mehr morgen. Einfach nur so dahergeschrieben? Keineswegs.

Beispiele jener Aussage gibt es haufenweise. Suchen Sie sich ein Gebiet, ein Thema, einen Aspekt heraus. Natürlich sollte man nicht dieses „morgen“ auf die Goldwaage legen, es kann auch für ein paar Tage später gelten, es handelt sich ums Prinzip, wie schnell der gewohnte Alltag plötzlich nicht mehr besteht, eine besondere Situation Notlagen erschafft. War es heute noch möglich, einen Vollzeitjob auszuüben, kann morgen bereits dieser wegrationalisiert werden. Im Moment leben wir wenigstens in Europa in Frieden, morgen mag Krieg uns bedrohen. Noch drehen wir den Wasserhahn auf, um kostbares Trinkwasser zu verschwenden, morgen tobt der Wassernotstand, der weite Teile der Erde beherrscht.

Nichts hat ewiglich Bestand, Mensch selbst bestimmt durch sein Handeln, was mit ihm und seiner Umwelt geschieht. Lebt er ahnungslos und weiterhin kurzsichtig dermaßen unverantwortlich in den Tag hinein, muß er mit den desaströsen Folgen ums eigene Leben ringen, sodaß sehr viele Opfer am Ende zu beklagen sind. Obwohl die Wege logischer Konsequenzen allemal längst bekannt, wird weiterhin viel zu halbherzig entsprechend vorgesorgt, ignoriert die Masse die sich abzeichnenden Katastrophen und Notlagen.

Man könnte dies auch als gezielte Verdrängung bezeichnen, es lebt sich damit ein wenig einfacher, man schaltet ab, Ablenkung waltet in allerlei Formen, ob mittels Drogen oder Konsumrausch, Hauptsache den Folgen ignoranten Treibens nicht ins Auge schauen, Sodom und Gomorrha in Reinform. Das biblische Gleichnis wird exzessiv ausgelebt.

Trotz all jenes düsteren Wandels, der uns bevorsteht, ein Fünkchen Hoffnung am Horizont? Sicherlich, Mensch benötigt seinen Restoptimismus, ohne dem kein Weiterleben möglich. Vielleicht setzt sich am Ende doch ein Paradigmenwechsel durch, hin zu geistigen Zielen, weg vom ewiglichen Materialismus, der zerstörerisch und rücksichtslos so viel Leid verursacht.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Meinung

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Opfer als fragwürdiges Gesellschaftsphänomen

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Zwischen Arbeit und Anerkennung, Leid und Schaden

Manchmal ist es definitiv schade, nicht gänzlich einen, nein, mehrere Blicke in die Vergangenheit werfen zu können. Sicherlich durch Ausgrabungen, schriftliche Mitteilungen, mündliche Überlieferungen ist uns einiges über das Leben, das Verhalten, die Gedanken unserer Ahnen bekannt.

Manches erscheint uns fremdartig, weil es nicht mehr mit unserem heutigen Wissenstand vereinbar ist, oder weil es eine abartige Handlung darstellt, die nicht explizit sich über alle Menschengeschlechter verbreitet hatte. Weder die Handlung noch die gedankliche Rechtfertigung ist bis heute zufriedenstellend geklärt, wenn Gruppierungen, Gesellschaften zu welchem Nutzen auch immer, Opfergaben dargebracht haben. Für wen oder was geopfert wurde, wird in diesem Text bewußt nicht näher eingegangen, denn dies ist irrelevant und austauschbar. Die Opfer hingegen nicht, sie sind weder irrelevant noch austauschbar.

Opfer, mittelhochdeutsch opfer, althochdeutsch opfar, rückgebildet aus opfern. (Duden) Synonyme sind Einsatz, Preisgabe, Verzicht, Geschädigter, Leidtragender, Kanonenfutter.

opfern, mittelhochdeutsch opfern, althochdeutsch opfarōn, ursprünglich etwas Gott als Opfergabe darbringen, (kirchen)lateinisch operari, einer Gottheit durch Opfer dienen; Almosen geben; vgl. operieren. (Duden) andere Begriffe sind hergeben, schenken, sich aufopfern, preisgeben, auf sich nehmen.

Interessant, operieren ist sprachverwandt mit opfern, wußten Sie das?

Operieren, lateinisch operari, arbeiten, sich abmühen, zu opus, Opus. (Duden) Andere Wörter sind, eine Operation durchführen, aufschneiden, handeln, verfahren, wirken, agieren.

Opus, lateinisch opus, Arbeit; erarbeitetes Werk. (Duden) Andere Begriffe sind, Arbeit, Erzeugnis, Kunstwerk, Produkt, Schöpfung, Kreation.

Nun kann man sich fragen, sahen unsere Vorfahren Arbeit, Schöpfung als Opfer an? Und wenn dem so war, war es ein selbstloses Opfer, ein Entbehren oder ein erzwungenes Opfer, weil es erforderlich war?

Im sprachlichen Gebrauch kann Opfer für eine kultische Handlung als Opfergabe, als ein Entbehren zugunsten anderer, als jemand, der zu Schaden gekommen ist, benannt werden. Kultische Handlungen, bei denen Opfergaben dargereicht, getötet wurden, sind bis in die tiefen Weiten der Vergangenheit bekannt. Diese Opfergaben stellten in vielen Fällen für andere Entbehrungen dar, und waren die Opfergaben Menschen, so sind diese zu Schaden gekommen. So lapidar kann man das beschreiben, aber wird man dadurch zu dem Wort Opfer näher hingeführt, kann man das Wort, den Begriff besser verstehen?

Steckt nicht mehr hinter diesem Begriff? Ist jede Arbeit ein Opfer? Ist das Opfer die Arbeit? Würden Tiere, könnten sie sich uns mitteilen, ihre tägliche „Arbeit“, nach Nahrung suchen, Nest oder Höhle bauen, oder was Tiere sonst noch so alles treiben, um sich naturgemäß wohlzufühlen, diese Tätigkeiten Opfer nennen? Opfern sie Gaben oder gar Artgenossen, um bestimmte Ziele zu erreichen?

Schätzungsweise würden sie dies verneinen, bis wir ihnen diese Frage gestellt hätten. Denn die Frage könnte das ein oder andere Tier dazu verleiten, lassen wir die Beweggründe offen, seine Arbeit, seine Schöpfung, seine Kreation als Opfer zu sehen, in dem Moment, wenn er sich selbst als Opfer versteht.

Wer Opus, Arbeit, Schöpfung als operieren, sich abmühen, bewertet und ansieht, der wird sämtliche Handlungen als Opfer, als Leidtragender, der sich opfert, der Schaden nimmt zugunsten anderer verstehen. Die Folge der Opferrolle wird oder kann dazu führen, andere zu Opfern zu machen, anderen Menschen Schaden zuzuführen.

Soll demnach die gesamte Schöpfung eine Aufopferung sein? Sind wir demnach alle Opfer? Welchen Sinn hätte das?

Sisyphos, der große Weisheit besessen haben soll, hat den Totengott Thanatos verärgert, sodaß dieser ihm als Strafe einen Felsblock auf einen Berg rollen läßt, der kurz vor dem Gipfel wieder herunterrollt. Hat Thanatos Sisyphos zur ständigen Opfergabe dadurch gezwungen, und warum hat Sisyphos, der Weise, sich aufopfernd diesem Schicksal ergeben?

„The Madman of Naranam“, die Legendenerzählung von Naranath Bhranthan, schildert die Freude, die man erleben kann, wenn man einen Felsblock vom Gipfel nach unten rollen läßt. Nicht als Opfer, sondern als schöpferischen Akt, dem man immer wieder gerne zusieht.

Selbsternannte Opfer, Menschen, die böswillig in Form von Sprache oder Handlungen sich wohl fühlen in ihrer Opferrolle, weil sie dadurch Beachtung, Anerkennung erlangen wollen, tragen dazu bei, Opfer zu verhöhnen. Die Opfer, die sie durch ihre Unfähigkeit, sich schöpferisch am Leben zu beteiligen, als Opfergabe entbehren, damit sie selbst das Gefühl haben, etwas zu erreichen, ohne Verzicht.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Kolumne

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Das Märchen vom Gasbar ohne Furcht und Tadel – Teil 2

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Je näher der Kater dem Haus kam, desto vorsichtiger und auch daher langsamer, gezielter waren seine Schritte. In geduckter Haltung, jederzeit bereit zum Sprung, begab er sich zu einem hell erleuchteten Fenster ohne Vorhänge und Gardinen, sprang elegant auf den Fenstersims und spähte hinein. Im nächsten Augenblick meinte Gasbar, sein Blut würde in den Adern gefrieren, dermaßen schockierte ihn das Geschehen im Raum, der viel eher als ein großer Saal sich entpuppte. So viele Katzen in Käfigen hatte er sein Lebtag noch nie gesehen, geschweige denn gewußt, daß es Menschen gab, die skrupellos seine Artgenossen einsperrten.

Ein gefährlich scharfer Luftzug hinter seinem Nacken verriet ihm gerade noch rechtzeitig die aufkommende Gefahr, mit zielsicherem Satz sprang er einer Sprungfeder gleich nach oben, krallte sich sofort am oberen Blendrahmenholz fest, zog sich mit einem Ruck selbst in die Höhe, um gleichzeitig beim nächsten Sprung auf dem Fenstersims der ersten Etage zu landen. Der verblüffte ältere Herr weit unter ihm fiel der Länge nach hin, ein großes Fangnetz in der rechten Hand, welches er losließ, um sich aufzustützen. Gasbar lachte ihn zu Recht aus, rannte aber sicherheitshalber in Windeseile von Fenster zu Fenster, die ziemlich dicht beieinander lagen, erreichte einen Ahornbaum, dessen großen Äste ihm eine sichere Brücke boten und war bereits gut getarnt fast ganz oben in dessen Krone, bevor der Alte wieder aufgestanden. Fluchend schlurfte dieser zurück ins Haus.

Gasbar schnaufte tief durch vor Erleichertung, soeben diese Gefahr gemeistert zu haben. Dabei schärfte er an der glatten Rinde des Laubbaumes seine Krallen, weiterhin den Hauseingang im Visier. Doch der Greis tauchte nicht mehr auf, eine Taube flatterte laut gurrend von der Dachrinne in Richtung der nahe stehenden Kirche, um auf dem Wetterhahn sich zu platzieren. In weiterer Entfernung hörte der Kater ein Martinshorn und zwei hupende Autos.

Irgendwie war er heilfroh hier oben, mußte aber an das traurige Schicksal der Katzen in den Käfigen denken, sann nach, welche Möglichkeiten es vielleicht gab, ihnen zu helfen, sie gar zu befreien.

Eine beispielhafte Befreiungsaktion

Langsam begann es zu dämmern, Nebelschwaden stiegen auf, während der Glockenschlag der Kirchturmuhr zur vollen Stunde sieben Mal erklang, ein Rabenpärchen drüben im Park sich laut krächzend neckte. Gasbar krümmte und streckte sich ausgiebig, um im nächsten Moment routiniert rückwärts den Ahornstamm nach unten zu steigen. Gerade wollte er das letzte Stück mit einem Sprung abschließen, als er jäh innehielt, gerade noch rechtzeitig stoppte.

Unten saß recht aufmerksam ihm entgegenblickend eine rothaarige Katze mit wunderschönen blauen Augen. Da sie keine Anstalten machte, ihn anzulauern, stieß Gasbar nunmehr ab und vollendete elegant, landete einen knappen Meter neben ihr.

„Nanu, wen haben wir denn hier, du wunderschönes Tier?“, begann Gasbar voller Verwunderung sie zu bezirzen, „in etwa verlaufen? Oder wolltest du mir entgegenfiebern. Ich heiße übrigens Gasbar, konnte gerade so dem Sturm entkommen.“ Die Rothaarige schaute ihn ziemlich verwundert an, lief in einem großen Bogen um ihn.

„Hallo Gasbar, ich bin die Jolie und frage mich gerade, von welchem Sturm du sprichst. In den letzten Tagen hatten wir eher ruhiges Spätherbstwetter. Und wieso schläfst du des nachts auf einem Ahornbaum? Es gibt sicherlich bequemere und vor allem wärmere Plätze, oder?“, erwiderte Jolie und stand sehr nah vor ihm, schaute in dessen bernsteinfarbene Augen. Gasbar hingegen war sichtlich angetan von ihr, schmolz nahezu dahin über dieses rothaarig, rassige Wesen, hatte sich somit Hals über Kopf in sie verliebt. Natürlich bemerkte dies Jolie, genoß dieses Gefühl der Anhimmelung in vollen Zügen.

Jedoch wurden sie plötzlich unterbrochen, aus dem Haus mit den vielen Fenstern und dem Saal gefangener Katzen stürmte der alte Mann, der noch Gasbar fluchend fangen wollte, richtete ein Gewehr auf sie. Im allerletzten Moment hechtete das Traumpaar hinter eine nahestehende Mauer, rannte weiter über einen Hof und verschwand durch ein unscheinbares, offenes Kellerfenster. Sie befanden sich in einem ehemaligen Kohlenkeller, in dem allerlei Sperrmüll lag, hatten beide Glück gehabt, weil direkt unter dem Fenster ein großer Glasscherbenhaufen lag, sie aber knapp diesen beim Sprung verfehlten.

„Oh, Jolie, endlich komme ich dazu, mich zu erklären. Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Hm. Heute Nacht stürmte es tatsächlich ganz heftigst, das Dach meiner Menschenfamilie, den Webers, wurde ein Stückweit abgedeckt, sie verletzten sich sogar teilweise, kamen ins Krankenhaus. Ich selbst konnte mich gerade noch retten, suchte das Weite, bis mir eine Elfe namens Daringia begegnete“, erzählte er Jolie aufgeregt, „diese bot mir Hilfe an, sie würde mir drei Wünsche erfüllen. Obwohl sie mich vorher belehrte, sprach ich ziemlich leichtsinnig und viel zu schnell sie aus.“ Gasbar zögerte extra, um ihre Neugier herauszufordern.

„Und was hast du dir gewünscht, mein Süßer?“, fragte sie, kam ihm sehr nah, umarmte ihn dabei liebevoll. Gasbar wollte schon sich gehen lassen, besann sich aber, um fortzufahren.

„Bei meinem ersten Wunsch sollte der Sturm sofort enden, beim zweiten das Haus der Webers so ganz sein wie vorher und als ich meinen dritten Wunsch aussprach, ich wolle bei meiner Familie, meinen Eltern und Geschwistern sein, befand ich mich im nächsten Moment in einem sehr kleinen Raum, wo sie alle tot dalagen, konnte mich gerade noch befreien, bevor ein Mann mich aufgriff.“ Jolie schaute ihn bestürzt an, tröstete ihn innigst.

„Das tut mir aber sehr Leid für dich. Dennoch, wieso hast du dann den Ahornbaum bestiegen?“, fragte sie. Er erzählte ihr von dem großen Saal und den vielen Käfigen, in denen Katzen gefangen sich befanden.

„Ah, jetzt verstehe ich“, sagte Jolie, „da kann ich dich beruhigen, nichts leichter als das. Wir werden sie allesamt befreien, laß mich mal machen.“ Dabei lächelte sie ihn an, forderte ihn auf, ihr zu folgen. Forschen Schrittes begaben sie sich zu einem großen Platz, wo die Kirche war. Ein herzzerreißender Schrei folgte aus ihrer Kehle. Kurz darauf erschienen jede Menge Katzen, Gasbar hörte nach fünfzig gezählten auf, wußte am Ende, daß es wohl weit über hundert sein mußten. Jolie berichtete von dem Haus mit den gefangenen Artgenossen und niemand zögerte auch nur eine Sekunde, nicht helfen zu wollen.

Als sie das Haus erreichten, ward der alte Mann nicht zu sehen. Sicherheitshalber teilte sich die Katzenschar auf. Einige schauten vom Fenster in den Saal, andere postierten sich rings ums Haus, um notfalls Alarm zu schlagen, der Großteil ging gezielt hinein, da die große Haustüre nicht abgeschlossen war. Selbst die Tür zum Saal war sperrangelweit geöffnet, die Häscher waren sich ihrer Sache allzu sicher, weil die Katzen in den Käfigen sich befanden, ohnehin nicht entkommen konnten.

Trotzdem blieben einige Katzen im Flur, um aufzupassen, während ihre Kollegen nach und nach die Käfigtüren öffneten und die Gefangenen freudig herauskamen. Ein heftiges Fluchen ließ sie allesamt ganz kurz erstarren, Gasbar und seine neuen Freunde stürzten sich voller Wut auf den alten Mann, der schon das Gewehr zum Schießen angehoben hatte. Im nächsten Moment entglitt ihm dieses, vier Katzen schleiften es weg, mehrere zerkratzten ihm Gesicht und Hände. Keine zwei Minuten dauerte die Befreiungsaktion, dann waren alle draußen unterwegs, begaben sich in den Kirchpark.

Große Freude herrschte untereinander, Jolie und Gasbar sahen sich liebevoll an, sprangen auf einen großen Stein und verkündeten ihren Freunden, daß sie schon sehr bald sich vermählen würden. Alle stimmten fröhlich zu und verabredeten sich, gern dann mitzufeiern. Ganz oben, in einer Kastanie hing ein altes, leeres Vogelhäuschen, dort saß die Elfe Daringia und schaute ihnen erstaunt zu. Und wenn Gasbar und seine Frau Jolie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.

Lotar Martin Kamm

Das Märchen vom Gasbar ohne Furcht und Tadel – Teil 1

Erschienen im Buch „Hrabans geheimnisvolle Reise zum Kontinent des Lächelns“ (BoD)

Kategorie: Kurzgeschichten

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Inspiration an der Kasse

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Schwätzchen gehalten,
den Betrieb aufgehalten.
An der Kasse Stau,
beim Einkauf wirklich nicht schlau.
Lange nicht mehr gesehen,
wir sollten mal wieder ausgehen.
Sie war Klassensprecherin,
ich halt ihr die Kreditkarte hin.
Klaus ist schon seit Jahren tot,
wieso denke ich an ihn, ich Idiot.
Seine Bilder waren Inspiration,
animierten zur Pinselstrich-Saison.
Die Waren sind längst eingepackt,
wir haben nicht zu Ende geschnackt.
Der Blonde, die Braune, der Rote,
die Graue, der Schwarze, die Tote
murren, motzen, schnorren,
die Sprache klingt verworren.
Zeit wurde euch geklaut,
für mich, für Elfi, für Klaus geraubt,
sie schmeckt wie die Kirschen in Nachbars Garten,
so köstlich, meine Malerei könnte in Kunst ausarten.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Aktiver Naturschutz: Carl Wengleins Erbe hinterläßt Spuren

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Vom Nadelfabrikanten zur Naturschutzgebung

Die Dörfer sind wie ausgestorben, kaum noch sieht man Kinder auf den Straßen, in den Wiesen, auf den Bäumen, selbst angelegte Spielplätze zeigen sich verwaist. All das nur noch als Zeichen einer Gesellschaft hinter Spielkonsolen oder PCs? Es liegt immer an uns selbst, was wir für nötig und richtig halten oder nicht. Der Mensch sollte begreifen, daß er weiterhin Bestandteil der Natur ist, auch wenn er sie sich gnadenlos zu eigen macht.

Der im Jahre 1882 in Nürnberg geborene Carl Wenglein als Sohn des Nadelfabrikanten Heinrich Josef Wenglein übernahm nach dem Tod des Vaters als 27-Jähriger die Firma. Durch den Erwerb des Herold-Werkes noch zu Heinrich Josef Wengleins Lebzeiten, vereinigte Carl beide Fabriken zu den H. J. Wengleins Norica- und Heroldwerken, Nürnberg-Schwabacher Nadelfabriken GmbH. Die Herstellung belief sich auf Strick-, Häkel-, Steck-, Näh- und Rouladennadeln bis hin zu Grammophonnadeln ab den 1920iger Jahren.

Mit der Idee eines Herolds, die Carl Wenglein werbewirksam verbreitete, setzte sein Siegeszug zur weltweit bekannten Grammophon-Nadel Maßstäbe, wobei natürlich der Erfolg nicht ausblieb. Neben dem finanziellen Vermögen, welches er anhäufen konnte, erhielt er 1928 als Anerkennung vom bayrischen Staat den Titel eines Kommerzienrats.

Mit seinem Erfolg setzte er seine Liebe zur Natur unerschrocken um

Doch Carl Wenglein gab sich mit seinem Erfolg keineswegs zufrieden, sondern erschuf wohl eines der bedeutendsten und ersten Naturschutzparks Deutschlands unmittelbar bei Eschenbach, 8 km östlich von Hersbruck im fränkischen Bayern. Aber nicht nur der nach ihm benannte Wengleinpark entstand noch in den 1920iger Jahren, sondern auch 1931 der Weltbund für Natur- und Vogelschutz. Sein Bestreben lag darin, eine einheitliche Natur-schutzgesetzgebung für alle europäischen Länder zu erreichen.

Das Netz flächendeckender, geschützter Rückzugsräume nach dem heutigen Trittstein-Konzept war ebenso eine herausragende Idee im Sinne des Naturschutzes, die Carl Weng-lein der Welt hinterließ. Sein familiär persönliches Schicksal war vom frühen Tod der Tochter getrübt, sie verstarb viel zu jung im Alter von 21 Jahren. Carl Wenglein selbst starb 1935, seine Frau überlebte ihn noch 37 Jahre lang, hatte aber als Witwe infolge des Niedergangs der Firma kein schönes Ende, verstarb daher völlig verarmt.

Zum aktiven Naturschutz gehört sehr viel Engagement und Öffentlichkeits-arbeit

Was können die nachfolgenden Generationen mitnehmen von solch couragierten Pio-nieren im Naturschutz wie Carl Wenglein? Zunächst sehr naheliegend können sie den Wengleinpark selbst aufsuchen, ihn bewundern, die Magie einer gewachsenen Oase für Tiere und Pflanzen bestaunen. Und wer sich im Naturschutz engagieren will, kann dies auch ohne großen Aufwand leisten. Was spricht dagegen, den Kontakt zu Schulen, insbesondere zu Grundschulen zu suchen?

Wir alle wissen, wenn wir uns die Unterrichtsvorgaben genauer betrachten, wie langweilig oftmals Biologie-Unterricht gestaltet wird – das muß so nicht sein, viel eindrucksvoller als jedes Buch ist doch Anschauungsunterricht vor Ort, also in der Natur selbst. Wir müssen schon den Kindern die Natur direkt vermitteln, und was kann da näher liegen, als wenn diese sie im wahrsten Sinne begreifen lernen, einen Frosch mal streicheln, Tiere und Pflanzen mit allen Sinnen live erleben? Natürlich kann das nur mit viel persönlicher, ehrenamtlicher Eigeninitiative funktionieren, weil Staat ohnehin begrenzte Mittel zur Verfügung stellt.

Doch wenn sich Eltern zusammentun, es können durchaus auch Nichteltern sich finden lassen, die beherzt beispielsweise Vogelstimmenexkursionen, Kräuterwanderungen, das Zeigen eines richtigen Baumschnittes oder Gärtnern mit der Natur organisieren, den Schülern mit den Lehrern als Bestandteil zum Biologie- oder Sachkundeunterricht, dann ist auch das ein herrlicher Gewinn im Sinne der Öffentlichkeitsarbeit. Denn die Kinder von heute können und dürfen durchaus die Naturschützer von morgen sein. Wenn nicht sie es sind, wer dann? Das Wissen zu den genannten Themen läßt sich oftmals mithilfe von Experten und Büchern aber auch guten Dokumentarfilmen aneignen.

Wichtig dabei und im Vordergrund aller Überlegungen sollte stets der Gedanke des Naturschutzes sein, denn ihm gilt die volle Aufmerksamkeit. Und weil wir Menschen unsere Verantwortung ihm gegenüber zu tragen haben, diese nicht allein anderen über-lassen sollten, kann jeder von uns ein Stückweit dazu beitragen, daß er auch Anwendung findet.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Naturschutz

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Das Märchen vom Gasbar ohne Furcht und Tadel – Teil 1

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Drei Wünsche und ihre Folgen

Es war einmal ein ausgewachsener, stattlicher Karthäuser namens Gasbar, der so gar nicht wußte, wohin des Weges, weil in einer stürmischen Novembernacht er seine Eltern und Geschwister verloren hatte, eine umfallende Rotbuche sie urplötzlich trennte. In Erinnerung ward ihm geblieben das laute Knacken der großen Äste, die beim Aufprall zerborsten, das dumpfe Dröhnen des mächtigen Stammes, der um ein Haar ihn selbst erschlagen hätte, er nur noch mit einem schnellen Sprung sich retten konnte, in einer tiefen Pfütze landete und mit Müh und Not mehr paddelnd als schwimmend dem Ertrinken entkam.

Danach trotz seines naßen Felles Gasbar in langen Sätzen das Weite suchte, schließlich Schutz in einem Holzlager fand. Dort kauerte der Entronnene, hörte das Brausen des Sturmes, auch wie andere Bäume entwurzelt herniederkrachten, den prasselnden Regen auf dem Wellblechdach des Lagers und leckte intensivst sein graues Fell. So richtig durchnäßt bis auf die Haut war er dennoch nicht, weil seine fettige Unterwolle ihn vortrefflich schützte.

Mit seinen großen bernsteinfarbenen Augen schaute Gasbar sich um, konnte aber niemand entdecken, außer ein Mäuschen, welches schnellstens laut piepsend im nächsten Loch verschwand. Aber der Kater hatte ohnehin keinerlei Appetit, verspürte nicht den Drang, ihm nach zustellen, zumal ihm bewußt wurde, daß er soeben seine komplette Familie verloren hatte, er mutterseelenallein hier saß.

Als er einsam vor sich hingrübelte, hörte er auf einmal ein merkwürdiges Geräusch, welches er so gar nicht einzuordnen vermochte. Menschenwesen hätten dies mit Sicherheit nicht bemerkt, aber Katzen empfangen selbst leiseste Geräusche, spüren sie und können auf diese Weise Gefahren bemerken oder Beute erkennen, um sie zu fangen. Es handelte sich dabei um ein schnelles Flügelschlagen ähnlich wie bei einem Schmetterling, nur begleitetet mit einem blechernen Klang. In der Welt der Katzen gab es keine Drohnen, in sofern schloß Gasbar solche Möglichkeiten aus, was sowieso im nächsten Moment sich offenbarte. Eine winzige goldenleuchtende Elfe landete in sicherer Entfernung auf einem dicken Spinnwebfaden, der sie dennoch trug, so federleicht war ihr Körpergewicht.

„Sei gegrüßt, Gasbar, aus dem Hause der Webers, die inzwischen wohlbehalten in einem Krankenhaus der nahegelegenen Stadt untergebracht. Der Sturm hat das Dach abgedeckt, den Hauseingang zerstört, weil ein dicker Eichenstamm hineingeschleudert wurde. Keine Sorge, mit nur leichten Blessuren kamen sie davon“, begann die Elfe mit zarter, sehr hoher Stimme zu berichten, woraufhin Gasbar sich erstaunt aber ehrfurchtsvoll verneigte, wußte er doch zu genau aus den Erzählungen seines Urgroßvaters, wie liebevoll und hilfreich Elfen waren.

Während die meisten Menschen jene als Hirngespinst oder Ammenmärchen abtaten, vereinzelte Kinder oder junggebliebene Menschen jedoch zumindest deren Existenz nicht ausschlossen, ganz wenige sie gar zu Gesicht bekamen, der ein oder andere Kontakt bestand, fristeten die Elfen ein stilles Dasein im hektischen Treiben dieser chaotisch gestreßten Welt, die vielfach von Menschenhand zerstört stets versuchte, sich zu regenerieren.

„Ich heiße Daringia“, fuhr die Elfe fort, „und möchte dir angesichts deiner Notlage drei Wünsche anbieten. Überlege bitte sorfältig, bevor du sie vorschnell äußerst, denn jeder formulierte Wunsch wird ausgeführt, egal wie unsinnig er auch sein mag. Einzige Bedingung: Rachegedanken, jedwede Gewalt oder Zerstörung werden nicht erfüllt!“

Gasbar war völlig perplex, allein schon was ihre wunderschöne Erscheining betraf, ihre liebliche Stimme und erst recht vom Angebot der drei Wünsche. Gerade noch rechtzeitig hielt er inne, denn er wollte schon leichtfertig einen allzu harmlosen, nicht vielversprechend hilfreichen Wunsch äußern, um ihn im selben Moment zu verwerfen. Nach einer Weile antwortete er ihr.

„Herzlichsten Dank, Daringia, ich bin hellauf begeistert, daß du mich aufgesucht. Mein erster Wunsch lautet, daß dieser harte Sturm augenblicklich endet.“ Kaum ausgesprochen waren die dunklen, tiefen Regenwolken verschwunden, ein sternenklarer Himmel ward zu sehen und ein freundlich blickender Halbmond erleuchtete das helle Holz im Lager, kein Lüftchen wehte mehr. Der Karthäuser staunte nicht schlecht und zögerte nicht lang.

„Mein zweiter Wunsch wäre, daß das Haus der Familie Weber wieder ganz ist.“ Zugleich bemerkten die Nachbarn, daß wie von Zauberhand das Dach der Webers wieder im tadellosen Zustand, der Hauseingang wie eh und je aussah. Gasbar selbst, einiges weiter entfernt, konnte dies nur erahnen, glaubte aber an die Fähigkeiten der Elfe.

„Und zum Schluß mein dritter Wunsch. Ich möchte jetzt bei meiner Familie sein.“ Im nächsten Moment befand sich Gasbar in einem stockdunklen Raum, die Luft war äußerst stickig, und doch roch er den typisch verwesenden Geruch von Tierleichen.

Gefährliche Gratwanderung erfordert Weitsicht

Gleichzeitig störte Gasbar diese unheimliche Stille, wurde ihm schnell klar, daß im engen Raum seine drei Geschwister und Eltern lagen, allesamt tot waren. Nach intensiver Prüfung bemerkte er, daß wohl heimtückische Leute sie umgebracht haben mußten, weil derartige Verletzungen nicht vom Sturm herrühren konnten. Zum ersten Mal in seinem Leben machte er die schreckliche Erfahrung, wie bösartig Menschen wohl doch sein konnten. Er erinnerte sich an Erzählungen seiner Großmama, die ihn oftmals gewarnt hatte, auf der Hut zu sein, jedwedes Vertrauen zu den Homo sapiens nicht ganz so vorschnell entstehen durfte.

In der gegenüberliegenden Ecke des Raumes, also fernab der Toten, entdeckte Kater Gasbar eine Öffnung in der Decke, wahrscheinlich groß genug, um dort durchzuschlüpfen, wie er vermutete. Kurzentschlossen schob er mit all seiner Kraft einen schweren Karton darunter, sprang auf diesen, hangelte sich hoch und ward bereits zur Hälfte im Loch, als eine Tür laut quitschend heftigst geöffnet wurde. Wer auch immer den kleinen Raum betreten hatte, zu spät, der Karthäuser befand sich längst in Sicherheit, robbte im Luftschacht bis an dessen Ende, stieß mit seinem Kopf das Lamellen-Gitter nach draußen, welches glücklicherweise nicht verschraubt, sondern lediglich gesteckt war und fiel wohl gut vier Meter nach unten, bis er mit allen vier Pfoten sicher auf feuchten Betonboden landete.

‚Entkommen aus dem Leichenraum‘, schoß es ihm durch den Kopf und er atmete erleichtert auf, um dennoch schnellstens die Lage zu inspizieren. Katzen haben stets alles gern im Blickfeld, suchen blitzartig nach Fluchtwegen, weil sie niemals unbekannten Feinden hilflos ausgeliefert sein möchten, ihr Freiheitsdrang genau dies verlangt.

Sofortigst wußte er, daß hier keinerlei Hindernisse ihn erwarteten, im Gegenteil, überall gab es Möglichkeiten, im Notfall zu entkommen. Somit trottete er ziemlich lässig trotz des kürzlichen Erlebnisses auf ein angenehm wirkendes Haus zu, erinnerte sich dabei an seine verstorbene Familie, ärgerte sich kurz gar über seinen zu schnell formulierten letzten Wunsch der Elfe Daringia gegenüber, um im nächsten Moment den Frust abzuschütteln. ‚Was soll’s, auf diese Weise weiß ich wengistens, was mit meiner Familie geschehen‘, dachte er noch, obwohl er trotzdem ziemlich wütend auf jene Menschen war, die solch ein Verbrechen begangen hatten. Aber Gasbar sann keinerlei Rache, weil er wußte, es würde sie nicht wieder lebendig machen. Jetzt galt es, nach vorne zu schauen.

Fortsetzung folgt.

Lotar Martin Kamm

Erschienen im Buch „Hrabans geheimnisvolle Reise zum Kontinent des Lächelns“ (BoD)

Kategorie: Kurzgeschichten

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Nestlé: Von Ein- oder Rücksicht keine Spur

Trotz weltweiter Skandale läßt man den Lebens-mittelkonzern gewähren

Ein weiteres Indiz für die Mißachtung eines Kapitalismus, der stets eigene Vorteile ersinnt, rücksichtslos gegen Mensch und Natur agiert. Dem Nahrungsmittelkonzern Nestlé werden somit seitens verantwortlicher Politik Tür und Tor geöffnet, die Folgen hinterlassen entsprechende Spuren, die selbstverständlich auf zunehmende Widerstände stoßen.

Der Verein Rettet den Regenwald rief die Petition „Nestlé – stoppt den Wasser-Irrsinn!“ ins Leben, inzwischen sind rund zwei Drittel des Etappenzieles der 100.000 Unterstützer erreicht.

Während die Einwohner bald per Pipeline versorgt werden müssen, pumpt Nestlé im französischen Ort Vittel sein weltweit bekanntes Mineralwasser ab, dabei sinkt alljährlich der Grundwasserspiegel. Die Zeche für die benötigte Pipeline zahlt nicht etwa der Nahrungsmittelkonzern, sondern der Steuerzahler.

Eine lange Liste berechtigter Kritik

Im Dezember 2016 berichtete Querdenkende darüber, daß auch Konzere wie Nestlé Kinderarbeit für Palmöl dulden, moderner Sklaventum weltweit an der Tagesordung ist. Trotz mancher Versprechen, nur noch nachhaltig angebautes Palmöl für die Produkte zu verwenden, wurden diese seitens Nestlé eben nicht umgesetzt. Der Guardian zeigte sehr deutlich auf, daß selbst illegale Plantagen weiterhin dem Konzern dienlich seien.

Sorgte der Schweizer Nahrungsmittelkonzern bereits vor zehn Jahren für heftigen Unmut, weil eine Tochterfirma von Nestlé verunreinigtes Milchpulver für Babynahrung verkaufte, scheint keinerlei Reue oder Einsicht zu walten. Es geht dem Konzern keineswegs ums Wohl der Säuglinge, stets stehen Gewinne im Vordergrund, werden fragwürdige Zusammensetzungen der Babynahrung in Kauf genommen. Offensichtlich eine Fortsetzung der Studie Nestlé tötet Babys, wie sie bereits 1974 durch die Arbeitsgruppe 3. Welt Bern der Öffentlichkeit präsentiert worden war.

Macht sucht sich stets Wege der Bereicherung und Expansion

Das gilt insofern auch für Nestlé, dessen Konzernspitze sich des öfteren wundert, warum das Unternehmen weltweiter Kritik ausgesetzt. Mit Blauäugigkeit hat das nichts zu tun, die Chefriege weiß ganz genau, wie sie zu ihrer Macht gekommen, dabei etliche Vergehen wohl dazugehören.

Politische Entscheidungen lassen sich viel zu sehr von den Vorgaben wirtschaftlicher Einflüsse leiten, die oftmals keine Rücksicht auf menschliche Belange hegen, da der Profit stets nur seine Ziele verfolgt und somit sich durchsetzt.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Proteste und Widerstände

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