Kultur ist kein buntbemalter Hampelmann

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Wenn Kulturen stocken,
jeder trägt weiße Socken
oder ein anderes Emblem,
ist es um die Freiheit gescheh’n.

Wer Kultur nicht verändern will,
dies duldet und hält still,
das ist wie dieselbe Unterhose tragen,
und zwar täglich, noch dazu Fragen?

Erstarrt Gesellschaftsentwicklung,
wird hofiert Brauchtumsförderung,
Zwang zu Althergebrachtem ist das,
ernährt sich das Volk vom selben Fraß.

Krankheiten werden dadurch sichtbar,
geistiges Wachstum verkümmert, wird rar.
Immer nur Kartoffeln oder Kohl essen,
führt zu Mangelerscheinung, schon vergessen?

Hat jemand keine eigene Kulturinspiration,
jeder Fremde ist Rivale, vermeintlich ein Spion.
Der Fremde deklariert zum Auskundschafter,
er könnte hinterfragen das Alte, so ein Desaster.

Weder Abgrenzung durch Haß oder Krieg
führt zu einer kulturellen Größe noch Sieg.
Kultur ist kein buntbemalter Hampelmann,
bei dem man nur an einer Schnur ziehen kann.

Eingeschränkte, gehemmte Menschengedanken
bildeten schon immer Ängste, die stanken.
Ob auf dem Schlachtfeld, hinterm Ofen,
Kultur erneuert sich, wechselt die vollgekackten Hosen.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Insektensterben nach wie vor auf dem Vormarsch

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Industrielle Landwirtschaft Hauptverursacher

Doch die meisten Verbraucher bemerken dies nicht im Alltag, abgelenkt durchs Arbeitsleben, einer medialen Freizeitgestaltung, um es mal noch nett zu formulieren, obwohl dies einer ständigen Dauerberieselung mittels Fernsehkonsum bedeutet. Verborgen im Stillen, keineswegs sofortigst sichtbar vollzieht sich der Rückzug der Natur, die auch nur auf menschliches Unvermögen reagiert.

Die jüngste Naturschutz-Aktion, die ein Penny-Markt in Hannover initiierte, sollte die Kunden wachrütteln, was es bedeuten mag, wenn die Bienen verschwunden sind. Schilder wie „Biene weg. Regal leer.“ weisen die Kunden direkt drauf hin. Ähnliche Versuche gab es vielfach in der Vergangenheit bis hin zu Appellen, Demos und Petitionen, in denen Verbote von Nervengiften der Chemieriesen gefordert wurden.

Halbherzige Einsicht der EU-Kommission ein kläglicher Versuch

Daß die Politik in der Regel Widerständen im Volk hinterherhinkt, sollte niemand wirklich verwundern, vielmehr beweist dies nur die Abhängigkeit und Anbiederung eines hofschranzenartigen Verhaltens seitens politisch Verantwortlicher, sich eher den Vorgaben der Chemielobby zu beugen. Sobald gewiße Gifte verbannt, gibt es Hintertürchen für Ersatz wie das genehmigte Insektizid Soxaflorulf.

Zunächst liest sich die Meldung als Erfolg, wenn die EU bienenschädliche Pflanzenschutzmittel nach einem langen Ringen etlicher Widerstände verbietet. Tatsächlich aber lauern längst Bayer und Co. mit Prozeßandrohungen sowie Alternativen, um ihre schädlichen Produkte Mutter Natur zuzumuten.

Von Einsicht keine Spur – industrielle Landwirtschaft setzt sich durch

Genau darin besteht das Problem. Wer stets mit der Welternährung um die Ecke kommt, um die Auswüchse der industriellen Landwirtschaft zu rechtfertigen, der hat in Wirklichkeit kein Interesse an den schädlichen Folgen, sondern richtet sich eher profitorientiert an die Konzernpolitik.

In diesem Artikel wird dem Leser suggiert, es ginge nicht ohne eine leistungsfähige Lebensmittelproduktion, fiele sie aus, wären Hungersnöte die Folge, die Forschung sei gefragt. Nicht schön, keineswegs gut, sondern einfach irreführend! Es muß ein gezieltes Umdenken in den Köpfen der Verantwortlichen stattfinden, daß besonders die extensive Landnutzung zusammen mit einer nachhaltigen Landnutzung reale Chancen bedeuten, unser Leben zu sichern und vor allem die Natur nicht gefährdend einzubeziehen.

Nur eine biologische Landwirtschaft mit weltweiter Ächtung der Gentechnik, der Schonung des Grundwassers garantiert unser aller Überleben. Wer weiterhin die unübersehbaren Alarmszenarien ignoriert, darf sich nicht wundern, wenn die Natur entsprechend reagiert.

Lotar Martin Kamm

Kategorie Naturschutz

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Zeitgeschehen

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Rasende Reporter unterwegs,
um Schlagzeilen zu finden.
Der Wahrheit stets auf den Fersen,
maßvoll, zurückhaltend kalkuliert.
Wer hierbei wohl was verliert?

Gewählte Politiker sich tummelnd
in Parlamenten beweisen wollen.
Der Wirtschaft voller Gehorsam
ohne Gewissensbisse verpflichtet.
Wer hierbei wohl was dazudichtet?

Menschenmassen der Hektik des Alltags
zu fliehen versuchen.
Meist chancenlos Ziele im Visier,
voller Verzweiflung jeden Strohhalm ergreifen.
Wer hierbei wohl nichts will begreifen?

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Blind Date

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Sie daten blind.
Lassen sich auf Fremde,
Fremdes ein.
Ein Kick, ein Spaß,
ein Spiel.
Manche kriegen davon
nie zu viel.
Sie sammeln Frust ein.
Legen ihr Leben offen.
Oder auch nicht.
Sie lesen Beachtung auf
wie andere dreckige Socken.
Versprühen Interesse.
Oder tun nur so.
Weil man nicht wissen kann,
wem man wirklich trauen kann.
Prickeln sollte die Begegnung,
etwas exotisches, verbotenes
sollte dem Treffen mitschwingen.
Augen funkeln, sprühen,
damit man nicht allzu viel
vom Lügen zu sehen vermag.
Ein Date, ein Blind Date.
Keiner will sich festlegen,
wo bliebe sonst das Erregen,
ob ärgerlich oder erfreut,
Hauptsache die Maschinerie
der blinden Date-Leut´ läuft.
Früher war alles anders!
Wer hätte gedacht, daß ich,
gerade ich diesen Spruch
nehm zum Anlaß,
mich lustig zu machen
über den Blind Date,
die Kennenlernmachenschaften.
Früher da ging man einfach
aus dem Haus,
die Straße lang,
zum nächsten Kaufhaus,
zum Bäcker, Metzger,
ins Restaurant Winkelmann,
fuhr mit dem Bus, der Bahn,
dem Auto, sah überall Fremdes,
Neues, nicht Alltägliches,
ständig war da jemand,
der lächelte
oder vielleicht fluchte,
spuckte, wenn er lispelte,
fragte leise, wo man dies,
jenes findet,
hatte Glück, wenn er fand
alles Wissende.
Fremde gab es zuhauf,
alle kennen konnte man nicht
bei dem Andrang,
manchmal war´s schad´ drum,
manchmal gar nicht dumm.
Ich brauch niemand
blind daten,
bei jedem Schritt
durch diese Welt,
Blind Date mit Fremden
mich andauernd
von meinem Tun abhält.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Identitäre: Österreich klagt sie endlich an

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In Deutschland beobachtet nur ein zahnloser Ver-fassungsschutz?

Gleich vorneweg steht unbedingt berechtigt eine gewiße Mutmaßung im Raum mit dieser angestrebten Klage der Staatsanwaltschaft Graz, nämlich keine geringere, als daß die Identitäre Bewegung Österreich (IBÖ) Kapital daraus schlagen könne, in dem sie sich in einer Opferrolle sieht, die in Folge ihr gar weiterhilft, noch mehr Anhänger zu ergattern.

So zu beobachten in den Weiten des Internets, in den Social Media. Anstatt die Flut der tausendfachen Haßbotschaften wesentlich eindringlicher zu unterbinden, läßt man die rechte Brut gewähren, dürfen die gut vernetzten Gruppierungen sich austoben, beobachtet lediglich ein zahnloser Verfassungsschutz ausgerechnet in Deutschland. Welch drama-tische Fehlleistung!

Wenn die Politik sich zu wenig kümmert

Darf sich niemand wundern, daß dies natürlich nicht folgenlos bleibt. Eine unübersehbare Parallele zur Weimarer Republik zeigt sich überdeutlich, auch damals hatten die ver-antwortlichen Parteien den Rechtsradikalen einen viel zu großen Spielraum gewähren lassen, sich in Seelenruhe zu organisieren.

Obwohl die Identitären sich mit billigen Kopien vorm Brandenburger Tor blamierten, stoppt sie hierzulande niemand, dürfen sich rechtsradikale Guppierungen zusammenschließen. Ein Armutszeugnis par excellence, wenn man bedenkt, wie un-verblümt jene Entwicklung ihren Lauf nimmt, inzwischen eine AfD im Deutschen Bundestag sitzen darf, um ihre menschenverachtende Politik unters Volk zu streuen.

Im kleinen Österreich koaliert ein Heinz-Christian Strache mit dem jüngeren Bundes-kanzler Sebastian Kurz, ein Rechtsextremer bestimmt den politischen Kurs im Geburts-land eines Adolf Hitlers, ein fatales Signal, was somit europaweit organisierten Rechtsradikalen vorbildhaft dienen mag. Obendrein im Westen flankiert von einem rassistischen Donald Trump, im Osten von einem patriotisch gesinnten Wladimir Putin. Kein gut verheißendes Omen.

Elitäres Gehabe dominiert, die Justiz versagt weiterhin

Überspitzt formuliert sind wir auf bestem Wege, daß jeder Mensch am Ende illegal unterwegs ist, Freiheiten sich auflösen, sollte der politische Kurs nicht entschieden geändert werden. Mit welch simplen Mitteln die rechtsradikale Szene agiert, erläutern anschaulich Aussteiger wie in diesem Interview hier, aber auch ohne Namens-änderung im Interview mit Philip Schlaffer, welches Querdenkende mit ihm im Februar letzten Jahres führte.

Mit Blick zum laufenden NSU-Prozeß wird besonders deutlich, wie armselig gerade in Deutschland die Justiz handelt, die auch nur die politischen Vorgaben umsetzt. Alles Indizien, die den Weg rechtsradikaler Gruppierungen viel eher ebnet, anstatt endlich ent-schieden dagegen zu handeln. Österreich zeigt Mut, hoffentlich läßt die dortige Justiz sich nicht gängeln.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Schiefer Blick

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Fenster gekippt,
schräg die Aussicht.
Verzerrte Ansicht.

Durch Neid
geschielt der Blick,
gewaltiger Kick.

Hinterm Fenster.
Stummer Schrei.
Keiner dabei.

Mißgunst
vertrocknet Liebe,
verteilt Hiebe.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Alexander Dobrindt legt nach als Scharfmacher der CSU

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Wer von „Abschiebe-Saboteuren“ spricht, verhöhnt den Rechtsstaat

Vom CSU-Bundestagsabgeordneten zu deren Generalsekretär seitens Horst Seehofer ernannt, vier Jahre später zum Kabinett Merkel III ins Amt des Bundesministers für Verkehr und digitale Infrastruktur gewechselt, um nunmehr als Vorsitzender der CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag seiner jüngsten Rolle gerecht zu werden. Mit Nachdruck und entsprechender Vehemenz.

Dafür kennt man Alexander Dobrindt, Kai Biermann entlarvt ihn somit schonungslos und durchaus gerechtfertigt per Überschrift: Dobrindts Traum von Rechtlosen im Rechtsstaat. Wer von „Abschiebe-Saboteuren“ spricht, verhöhnt diesen nicht nur, sondern toppt armselige Reden manch AfD-Abgeordneter, würde ohne weiteres in dieser rechtsextremen Partei kaum auffallen.

Herr „Europa-Distel“ tönt gern allzu populistisch gegen Linke und Grüne

Nachdem vor über fünf Jahren Dobrindt vom Verein Europa Union Deutschland dessen Negativpreis „Europa-Distel“ überreicht wurde, scheint der CSU-Politiker keineswegs geläutert seinen Weg fortzusetzen. Ganz im Gegenteil, die anschließende Medien-Affäre der CSU, in der auch Dobrindt taträftig verwickelt war, offenbarte dessen Haltung. Wer das ZDF mit einem Staatssender verwechselt, respektiert nicht unbedingt die Rolle der Medien in einer Demokratie.

Insofern sollte man die populistische Hetze gegen Grüne und Linke, die Dobrindt gern zum Besten gibt, auch als Ablenkung eigener Verfehlungen werten. Man beachte, daß er nicht zufällig im Schwarzbuch Autolobby genannt wird, welches Greenpeace vor gut zwei Jahren veröffentlichte, Dobrindt als Bundesverkehrsminister Verflechtungen zwischen Politik und Autoindustrie auf deutscher und europäischer Ebene zur Last gelegt werden.

Ehemaliger Generalsekretär voll auf der Rolle

Manche können es eben nie lassen, selbst wenn schon längst in anderen Ämtern. Alexander Dobrindt erinnert an Heiner Geißler, nur daß dieser im zunehmenden Alter sich von alten Positionen distanzierte, der Ex-Generalsekretär der CSU hingegen ist voll auf der Rolle, stellt stets seine eigentliche Inkompetenz unter Beweis, so auch als Bundesverkehrsminister mit dem Trick der Infrastrukturgesellschaft, um die PKW-Maut sattelfest zu etablieren, dabei freundlichst von der Bundesregierung unterstützt.

Seilschaften müssen selbstverständlich ausgelebt werden, daher hält Dobrindt Seehofer die Stange, wettert ebenso gegen den Islam, der nicht zu Deutschland gehöre, also Spaltpilze sich tummeln, um Stimmen zu erhaschen, besonders hinsichtlich der bevorstehenden Landtagswahl am 14. Oktober dieses Jahres. Immerhin positioniert sich diese AfD auf Augenhöhe mit der SPD bei 12% laut letzter Umfrage seitens infratest dimap, während die Grünen als zweitstärkste Fraktion zwei Prozent mehr erhalten würden. Schon rüsten sich Bayerns Grüne für eine mögliche Koalition mit der CSU. Ob Alexander Dobrindt dann immer noch gegen sie wettert? Wir wissen doch, wie schmutzig das politische Geschäft ist, oder?

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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