Bin kein Opfer für eure Identität

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Sie lieben dein Leid,
wenn du aufschreist.

Dann sind sie wer,
dann sind sie Herr.

Vertrieben wirst du,
gehörst nicht dazu.

Kannst nicht lügen,
andere betrügen.

Bist gutmütig, tolerant,
nicht mit uns verwandt.

Liebst du unsere Heimat,
Ausnahme wird gemacht.

Als Beweis, schrei,
wir zählen, eins, zwei, drei.

Kein Laut von mir,
erstarrt sehe ich sie vor mir.

Jede Nacht dieser Traum,
der Geruch von Abschaum.

Ich schrei nicht für eure Lust,
zu befriedigen euren Liebesfrust.

Meine Heimat ist dort,
wo Nationalität ein Fremdwort.

Liebe kennt keine Priorität,
ich bin kein Opfer für eure Identität.

Mein Schrei bekommt ihr nicht,
meine Antwort lest in diesem Gedicht.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Linken-Bashing auf breiter Front angelegt?

Wenn ein deutlicher Rechtsruck sichtbar wird

Wer es immer noch nicht wahrhaben will, sollte mal tunlichst seine Augenklappen abnehmen, schlimm genug, daß die Justiz oftmals versagt, per freundlicher Unterstützung mancher Parteien mit Blick zum fragwürdigen NSU-Prozeß, einer hohen Zahl ermorderter Menschen seitens Rechtsradikaler, die äußerst dreist Aufwind erleben, ob durch eine AfD oder eine wachsende Anhängerschaft in manch Teilen der Bevölkerung.

Doch dabei sollte man von einer breit angelegten Front inzwischen reden, einem Linken-Bashing, welches fatal an die Weimarer Zeit erinnert. Wenn ein deutlicher Rechtsruck durch Deutschland zieht, sichtbar wird, sollten nicht nur Alarmglocken schrillen, denken wir an den Vorfall vor einem Jahr.

Racial Profiling findet Anwendung trotz Verbot

Inwieweit gerade eine latent anhaltende Grundstimmung in Sachen Ausländerhaß eher zunimmt, wissen wir nicht erst seit heute. Das zeichnete sich bereits zu Beginn der 1990er Jahre direkt nach dem Fall der Mauer ab, setzte sich heftigst mit den Flüchtlingsströmen im Herbst 2015 fort, die rechtsextreme Szene formierte sich gar europaweit. Welch fatales, denkwürdig politisches Signal: die Wiederholung überwunden geglaubter historischer Fehler.

Nina Perkowski hat im Interview der Süddeutschen Zeitung verdeutlicht, wie ein schleichender Rassismus mitten in der Gesellschaft sich zu etablieren versucht, teilweise erschreckend erfolgreich, auch hinsichtlich Racial Profiling bei der Polizei selbst.

Die Polizei läßt sich zu Gewalttaten hinreißen bis hin zu Linken-Bashing

Wobei ausgerechnet manche Medien sich ebenso instrumentalisieren lassen, nicht nur ziemlich schlampig arbeiten, obendrein den Weg der Neuen Rechten geradezu ebnen, wie im Fall einer angeblichen Belagerung eines Polizisten seitens linker Demonstranten.

Im Nachhinein stellte sich aber heraus, um es noch schalkhaft zu formulieren, daß der Journalismus sich wohl im Pfingsturlaub befand. Statt die Pressemeldung der Polizeiinspektion Lüneburg akribisch zu hinterfragen, wurde jene simple Meinungsmache schlichtweg übernommen, führte zu den völlig überzogenen Rückschlüssen.

Ein Willkommensgeschenk für Rechtsradikale und deren Anhängerschaft, um erst recht den „Linken Zecken“ den Marsch zu blasen. Daß eine derartige Grundstimmung auf diese Weise manche Teile der Polizei beflügelt, entsprechend unverhältnismäßig brutal sich zu verhalten, verdeutlicht die Festnahme von Irmela Mensah-Schramm, einer Aktivistin für Menschenrechte.

Eine Fortsetzung des Linken-Bashings, obwohl gleichzeitig auch Bürger ohne sich parteipolitisch festzulegen, mit an den wichtigen Gegendemos teilnehmen. Die gezielte Frage muß daher lauten: Genauso gewollt auch seitens der Bundespolitik? Wo nimmt ein Innenminister Seehofer hierbei Stellung?

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Wein stand auf dem Tisch

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Wein in der Flasche.
Wein im Glas.
Wein am Vormittag.

Allein trank sie ihn.
Allein schmeckt Einsamkeit besser.
Allein war sie.

War sie, die Schwester.
War zum Waschen am See.
War sie abgetaucht.

Hatte keine Hoffnung mehr.
Hatte kein Leben.
Hatte für den Tod sich aufgegeben.

Roter Wein mußte es sein.
Rote Lippen, vollmundig, zum Küssen.
Rote Blumen das Grab schmücken.

Ihr Leben für mein Leben.
Ihre Trauer für meine Trauer.
Ihr Blut ist auch mein Blut.

Kleines Mädchen, bist du groß geworden.
Kleines Mädchen, versprich, du sprichst.
Kleines Mädchen, sei stärker als wir.

Sie trank den Wein wie Wasser.
Sie taucht wie sie hinein.
Sie ertränkt sich mit Wein.

Mir schenkte sie immer ein Lächeln.
Mir schenkte sie nie Wein ein.
Mir schenkte sie, du darfst Kämpferin sein.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Luftverschmutzung: Verkehrspolitik als zentraler Schlüssel

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Mehr Bewegung ohne automobilen Individualverkehr

Das wußten nicht nur schon die Alten, sondern beinhaltet eine Binsenweisheit. Mehr Autos verursachen entsprechend höhere Schadstoffbelastungen. Wer einerseits die Industrie an den umweltpolitischen Pranger stellt, muß gerechterweise gleichwohl den mobilen Individualverkehr kritisch überprüfen.

Es kann nicht sein, daß die meisten Autos von einer Person befahren besonders in Städten in der Masse für eine hohe Schadstoffbelastung sorgen, während es ohne weiteres Möglichkeiten gibt, mit einem entsprechend ausgebauten öffentlichen Nahverkehr dies zu verhindern. Woran liegt’s, daß sich Menschen eben nicht dran halten? Ein sorgloses „Weiter so“ bedeutet keine Besserung.

„Raus aus der Kiste“ und „Besser mobil“

Zwei unterschiedliche Ansätze verdeutlichen den Ernst der Lage. Letzte Woche demonstrierten in Berlin Greenpeace-Aktivisten für eine nachhaltige Mobilität, mit sogenannten „Gehzeugen“ wurde den erstaunten Zuschauern verdeutlicht, wieviel Platz Autos benötigen, aber auch den Irrsinn der Luftverschmutzung, den Gefahren im Straßenverkehr, wobei besonders Fahrradfahrer betroffen sind.

Robin Wood wartet gleich mit sieben Forderungspunkten auf, setzt ein Zeichen unter der Überschrift „Besser mobil“. Prinzipiell keine unbekannten, denkt man an einen umfassenderen Ausbau des Öffentlichen Verkehrs, eine Infrastruktur der kurzen Wege, was bedeutet, genau dann besser mal das Auto stehen zu lassen, zu Fuß oder per Rad das nahe Ziel zu erreichen. Harsche Kritik an unsinnigen Großbauprojekten wie Stuttgart 21 bleibt selbstverständlich nicht aus.

Punktuelle Lichtblicke oder nur ein Tropfen auf heißen Stein?

Daß es auch ohne Fahrverbote gehen kann, mag zunächst manche aufatmen lassen. Dank einiger Aktionen in Trippelschritten seitens Stuttgarts Oberbürgermeister Fitz Kuhn könnten zunächst die EU-Grenzwerte ohne Fahrberbot eingehalten werden. Dennoch kann von Entwarnung kaum die Rede sein, wie auch der grüne Politiker weiß. Gerade weiterhin belastende Dieselfahrzeuge sorgen für eine viel zu hohe Luftverschmutzung.

Obwohl die Deutsche Umwelthilfe inzwischen gegen etliche Städte klagt, verharrt die Bundesregierung, ohne nenneswerte Maßnahmen zu ergreifen, die Aussicht auf Besserung bedeuten würden. Was nutzen schon Proteste, wenn eine Autolobby den Verbrennungsmotor vorzieht, statt endlich u. a. auf Elektromobilität umzusteigen? Sehr wenig. Deshalb braucht es Widerstand in der Bevölkerung, die wesentlich mehr Druck auf die Politik ausübt, obendrein öfters das Auto einfach mal stehen lassen sollte.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Umwelt

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Schaut genauer hin

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Es schweigen noch viel zu viel die Massen,
folgen dem Konsum, sinnlosem Prassen,
können es nach Jahren nicht lassen,
in manch Schrank kaum noch Tassen.

Dummheit die einen es wohl benennen,
Trägheit sollte man schon erkennen,
anstatt über Not und Armut zu flennen.
Aber sie tun ahnungslos weiterpennen.

Jeder von uns kann vieles erreichen,
bevor zu beklagen ein Meer von Leichen.
Man darf nicht von seiner Meinung abweichen,
bloß nicht unüberlegt die Segel streichen.

Wer dabei solch Verbrechen aufdeckt,
die stets von denselben ausgeheckt,
keineswegs simpelst erschreckt,
dessen Weste bleibt schließlich unbefleckt.

Drum schaut stets genauer hin,
das entspricht dem eigentlichen Sinn.
Völlig ohne Klimbim
wäre wieder ein friedvolles Miteinander drin.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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„Stoppt den Hass“ – solche Politik keineswegs ein Spaß

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Der Gag der Woche – oder wieso man vieles ernst nehmen sollte

Die Woche ist heute dann wohl rum, doch zuvor treffen sich etliche zu Demos in Berlin, sei’s drum, Rechtsextremisten wird nichts verzieh’n. Wenn solche Pappnasen meinen, sie müßten lautstark ihre Parolen gröhlen, gilt’s, sie vehement zu verneinen, ihre Orte mit Bannern wie „Stoppt den Hass“ auszuhöhlen.

Was hat das AfD-Geschrei mit Politik zu tun? Indem im Bundestag menschenverachtendes Geschwätz sich ausbreiten darf? Die wollen sich auf ihren zurechtgebastelten Haß ausruhen, sind dermaßen auf Bürgerkrieg scharf. Denn nur so haben sie das Volk gespalten, brüllen von einem Wir. Daher muß man sie aufhalten wie ein tollwütiges Tier.

Tragisch genug was weltweit vor aller Augen geschieht, denkt man nur an jenen dollen Blonden übern Teich. Wer solche Zusammenhänge tatsächlich sieht, wird dadurch wenigstens an Erkenntnissen reich. Die Sorgen verbleiben völlig zu Recht, zumal ein Kim Jong-un oder ein Putin nicht gerade Vertrauen schafft. Manch einem wird dabei schlecht, man nur noch gen politische Weltbühne erstaunt gafft.

Hat Mensch noch nicht genug Unheilvolles angerichtet? Nichts aus der eigenen Geschichte gelernt? Vieles wird simpelst manch einem angedichtet, Hauptsache man fürs ein oder andere Idol wohl schwärmt. Manipulation stets Wege findet, sich auszubreiten völlig unerschrocken. Zerstörung und Haß sie bindet, inzwischen gar im Bundestag hocken. Gegendemos somit völlig angebracht, der Welt aufzeigen wollen, daß Widerstand solch Haß auslacht, möge die rechte Brut sich davontrollen.

Wenn eine stillhaltende Mitte weiterhin tatenlos schweigsam diesen rechten Mob duldet, irrtümlich meint, der verzieht sich gar obendrein unverschuldet, bei der Unwissen aufkeimt. Ein Blick in die Vergangenheit sollte sie lehren, wie schnell ein Flächenbrand entsteht. Dumpfer Haß tut sich stets bewähren, Menschlichkeit wird dann hinweggefegt.

Stell dir mal vor, am Sonntag jene rechte Mischpoke durch Berlins Straßen ziehend lärmt, manch Tor gar für sie gedankenlos schwärmt. Umso wichtiger in Gegendemos ihr Paroli zu bieten, sich auch nicht von einer Polizei provozieren zu lassen. Es sind besonders manch Politnieten, die weiterhin am Volk vorbei prassen. Das führt zu noch mehr Armut, Elend und Krieg. Wer’s kapiert, es gibt keinen Sieg. Am Ende Mensch nicht nur seine Würde verliert. Geld stets regiert die Welt, dabei nicht zählt, wer wohl wen wählt, sondern einzig und allein die Macht, die soviel bösartiges bisherig hat entfacht.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

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Konfrontation

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Sie wirkt immer ein wenig,
wie soll man es nennen,
wie ein Steinhaufen.

Unter dem möglichweise
nicht nur Schnecken, Käfer,
auch Schlangen lauern.

Keine angenehme Vorstellung
in dieser Nähe zu verweilen,
was, wenn das Getier,

was, wenn das Getier gestört
sich fühlt oder aus Langeweile
krabbelt, schleicht hervor?

Die Steine liegen durcheinander,
Gras, Kraut wächst entlang empor,
was, wenn die Steine,

was, wenn die Steine rollen
polternd auf die Wiese, auf den Weg,
und ich drüberstolper?

Ich ignoriere ihr Dasein,
lauf erhobenen Hauptes,
wenn ich sie seh, an ihr vorbei.

„Was ist das denn für ´ne Schnepfe,
die mich keines Blickes würdigt,
hat die einen Stock verschluckt?

Ich hüte geduldig Schätze,
damit gedeihen viele Gewächse,
damit du aufrecht am Stecken läufst.“

Nafia

Kategorie: Gedichte

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