Vervielfältigung

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Kopien werden verteilt,
ein jeder soll sehen,
so ist die Welt aufgeteilt.

In Kategorien
läßt sich besser Ansicht
einfrieren.

Auf keinen Fall
ist Dualität gefragt,
Gleichmacherei ist angesagt.

Gleiches Denken, Fühlen, Handeln,
wird alle in friedliche Menschen
verwandeln.

Nur Einfaltspinsel phantasieren
über Vervielfältigung,
deshalb sie Klone favorisieren.

Wem sollen die Klone
gleichen?
Demjenigen, der versucht,
eine Falte mit Pinsel
glattzustreichen.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Chicos Einschläferung führt zu Morddrohungen

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Falsch verstandene Tierliebe besonders bei Rechten zu beobachten

Wenn die Rede von Kampfhunden ist, dann zucken viele völlig zu Recht zusammen, obwohl der Begriff eigentlich nicht stimmt. Die genauere Bezeichnung lautet gefährliche Hunde, die eben nicht automatisch Kampfhunde sein müssen, sondern auch darunter welche sein können, die allein aufgrund ihres aggressiven Verhaltens für Mensch und Tier gefährlich sind.

Der jüngste Fall in Hannover ließ die Öffentlichkeit aufhorchen, nachdem eine Frau im Rollstuhl und deren Sohn von ihrem Staffordshire-Terrier Chico totgebissen wurden. Laut zentralem Hunderegister des Agrarministeriums Hannover seien gerade mal 0,1 Prozent als gefährlich eingestuft, was 460 Hunden entspricht, darunter 30 als Kampfhund geltende American Staffordshire Terrier.

Wenn das Umfeld einfach wegschaut und Behörden versagen

Ein derartiger Fall kann sich ohne weiteres in Deutschland wiederholen, obwohl Behörden inzwischen wenigstens per Verordnungen auf gefährlich eingestufte Hunde reagieren. Aber dennoch offensichtlich nicht genug, sonst hätte es eben nicht zu diesem Vorfall in Hannover kommen müssen. Auch das Umfeld,, die direkte Nachbarschaft hat einen wesentlichen Anteil daran, das Unglück nicht verhindert zu haben. Wer zuläßt, daß ausgerechnet ein Staffordshire- Terrier in einem Metallzwinger in der Wohnung gehalten wird, macht sich natürlich mitschuldig!

Einerseits werden entsetzt Meldungen über derartige Vorfälle konsumiert, d.h. gelesen oder im Fernsehen verfolgt, andererseits herrscht Ignoranz in der Nachbarschaft, wenn überforderte Hundehalter zugegen. Daß nunmehr Tierärzte und Behörden-mitarbeiter Morddrohungen erhalten, nachdem Chico berechtigterweise einge-schläfert worden war, sollte uns zu denken geben. Mit welcher Berechtigung und vor allem was sollte mit der gestarteten Onlinepetition, die 300.000 Menschen unterzeichnet hatten, bewirkt werden, die sich gegen die Tötung von Chico richtete? Ein völlig falsch verstandener Tierschutz.

Die Tierliebe der Rechten spricht Bände

Und das kommt keineswegs von ungefähr. Die Herleitung hat unbedingt leider etwas mit Antisemitismus und einem generell geforderten Schächtungsverbot zu tun. Vegetarier können Tierquälerei ohnehin natürlich nicht dulden, egal welche religiösen Hintergründe ein derartiges Verhalten rechtfertigen. Aber wer ein Herz für Tiere hat, wie das gern rechte Gruppierungen für sich in Anspruch nehmen, kann zynischer kaum sein. Alles Mittel zum Zweck, den eigenen Rassismus zu rechtfertigen und entsprechend auszuleben.

Betrachtet man auch den Fall Chico in diesem Kontext, könnte man schnell auf andere Gedanken kommen, wer bei dieser Petition vollmundig mit unterzeichnete. Schon griechische und assyrische Armeen nutzten als Vorhut Kampfhunde, heute versuchen rechte Gruppierungen per Tierschutz ihre Anhänger zu ködern, ein Schelm wer dabei Böses denkt. Lassen wir unseren gesunden Menschenverstand walten, mischen uns überall dort ein, wo Hundehalter völlig überfordert wirken, bestehen auf die Durchsetzung gewißer Gesetze, um derartige Vorfälle wie den jüngsten in Hannover zu verhindern.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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Castor-Transport-Prozeß: Richter missachtet Grundrechte

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Michael Reißer verhält sich kafkaes gegenüber Umweltaktivistin Cécile Lecomte

Verkehrte Welt im Amtsgericht Heilbronn, denn wer dort seine Grundrechte verteidigt, fliegt raus! So geschehen gestern vor einer Woche, als die Umweltaktivistin Cécile Lecomte vorm Richter Michael Reißer in dem kurzen Prozeß sich zu verteidigen versuchte, dieser allerdings sich äußerst kafkaes verhielt, wie zu Recht im Artikel der Anti-Atom-Initiative Bündnis Neckar castorfrei geschildert wurde.

Wer das Verhalten des Gerichts und somit des verantwortlichen Richters im Fall der Umweltaktivistin beobachtet, kann zu keiner anderen Einschätzung gelangen, als daß der Rechtsstaat eben nicht die Interessen des Angeklagten wahrt, sondern sich schützend vor die Atomlobby stellt. Man könnte gar so weit gehen, eine Vetternwirtschaft und Korruption zu unterstellen.

Cécile Stephanie Lecomte ist keine Unbekannte

Die im französischen Départment Vosges, dem ursprünglich bezeichneten Lothringen, in deren Präfektur (Hauptstadt) Épinal geborene Cécile Stephanie Lecomte, studierte BWL und schloß das Studium zur französischen Sprachenlehrerin ab, hatte in Lüneburg als Französischlehrerin unterrichtet, um sich dennoch als Vollzeitaktivistin letztlich zu entscheiden. Dabei spielte ebenso ihre chronische Autoimmunerkrankung (Rheumatoide Arthritis) sicherlich eine Rolle, diesen Schritt zu wagen. Sie ist Mitherausgeberin der Monatszeitschrift Graswurzelrevolution.

Insofern auch für Polizei und Justiz keineswegs eine Unbekannte, aufgrund etlicher Baumbesetzungen erhielt sie schließlich den Beinamen Das Eichhörnchen. Ihr Fokus der Proteste richtet sich gegen Atomtransporte, dennoch vollführte Baumbesetzungen, kletterte an Bahnschienen zur Verhinderung eines Militärtransportes bei Husum, unternahm Feldaktionen gegen Gentechnik oder beteiligte sich an Konsumkritik. „Es ist ein Auf und Ab“, wie sie im taz-Interview bemerkte.

Deutscher Rechtsstaat ab adsurdum zu führen?

Diesen Eindruck gewinnt man überdeutlich durch das Verhalten jenes Richters Michael Reißer, der sowohl die Strafprozeßordnung als auch Grundrechte einfach ignorierte. Willkür, die man kaum für möglich halten mag, trotzdem einfach sich entfalten darf. Wo bleibt der Aufschrei der Gesellschaft? Die wenigen Atomtransportprotestierenden vermögen dies zu gering zu beanstanden. Da sollte wesentlich mehr direkter Protest folgen.

Eine Polizei als Steigbügelhalter und Büttel jener Justiz, die Cécile Lecomte das Grundrecht auf Versammlungsfreiheit überdeutlich verhindert, hat gleichwohl sich einer Kritik auszusetzen. Hier in ihren Äußerungen zu den Umständen des Prozesses kann man ohne weiteres etliche gewonnene Klageverfahren einsehen bzw. die zuständigen Aktenzeichen. Sie selbst kommentiert dies zu Recht mit „organisierter Unver-antwortlichkeit“. Da kann man ihr nur beipflichten, sie zu ihrem Mut und ihrer beherzten Haltung beglückwünschen, ein Gewinn für die Protestkultur und eine schallende Ohrfeige gegen die Justiz, die Polizei und die Politik, die das ganze mit zu verantworten hat.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Proteste und Widerstände

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Perfekte Präsenz

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Sie haben mich
angekettet
an ihre Etikette.

Ich bin angeleint,
zum Schutz
vor Allerlei.

Sie haben mich
gefangen,
um ihr Denken zu erlangen.

Ich bin im Käfig,
alles außerhalb
ist schäbig.

Zu „Haben“
mutiert,
ich „Bin“ verliert.

Zeit von Perfekt
kontra
Präsens.

Person von Präsenz
für
Perfekt

Gehalten.
Du bist die Kette.
Du hast sie walten lassen.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Thomas Anthony Dooley – ein viel zu kurzes Leben für Indochina

„Eine kleine Kapelle der Nächstenliebe“ unterstreicht seine Einstellung

Schon sehr früh begann der junge Arzt Dr. Thomas A. Dooley sich für Albert Schweitzer zu interessieren, war so tief beeindruckt von dessen Aura, seiner Mitmenschlichkeit, daß mit der Verehrung eine innige Korrespondenz entstand. So folgten viele Ratschläge, die dem jungen Dooley durchaus noch helfen sollten auf seinem Weg. Unter anderem bemerkte Schweitzer, daß die Bedeutung eines Menschen nicht im Ziel liegen würde, das er erreiche, sondern viel eher in der leidenschaftlichen Unbeirrbarkeit, mit dieser er das Ziel zu erreichen sucht.

Am 17. Januar 1927 wurde Thomas Anthony Dooley in Saint Louis, Missouri geboren. Zunächst besuchte er als 17-Jähriger die University of Notre Dame de Lac, um anschließend für zwei Jahre das United States Navy’s Sanitär Programm in New York zu absolvieren, verließ danach jedoch die University of Notre Dame de Lac, um schließlich 1948 in der Saint Louis University sein Medizinstudium zu beginnen. 1953 absolvierte er zur Facharztausbildung in Kalifornien, Camp Pendleton, anschließend in Yokosuka in Japan.

Trotz Vorhersage zur Karriere als Modearzt begab er sich nach Indochina

Einerseits wurde dem schneidigen, jungen 27-jährigen Arzt von seinen Professoren eine vielversprechende Karriere als Modearzt vorausgesagt, andererseits entschied Dooley sich für das Angebot, die Evakuierung der flüchtenden Bevölkerung Nordvietnams nach Südvietnam ärztlich zu überwachen. Immerhin stand er plötzlich gleich zu Beginn vor der Herausforderung, ein Zeltlager für 15.000 Flüchtlinge errichten zu müssen, somit alle hygienischen Einrichtungen, aber auch die Logistik.

Ziemlich schnell wurde bei nicht endenwollendem Flüchtlingsstrom drei Lager für 30.000 errichtet. Es folgte ein Durchschleusen von Hunderttausenden durch die einfachen Lager, Seuchen und sogar Aufsässigkeiten begleiteten anfangs den Alltag, weil auch Angst und Mißtrauen gegenüber der US-amerikanischen Hilfe vorhanden war. In dieser Zeit lernte Dooley mehr von Tropenkrankheiten als sein Studium ihm beibringen vermochte, hatte täglich 14-15 Sprechstunden. Angesichts des vielen Leids und von Schuldkomplexen getrieben, gönnte er sich selbst kaum Ruhe, erduldete sogar Malariaanfälle, extreme Hautausschläge und andere Krankheiten.

Selbst die Bitten seiner Vorgesetzten, doch in die USA zurückzukehren, ignorierte er. Seine größte Befürchtung begründete er mit dem Argument, sein Nachfolger könne nicht mit der selben Energie die Not der Menschen angehen. Als er schließlich noch Hilfsaktionen in die USA organisierte, gesammelte Ladungen von Medikamenten, Nahrungsmittel und Kleidung aus seiner Heimat orderte, sprach sich sein Engagement herum. Gleichzeitig schaffte er es sogar, die Landessprache vor Ort zu erlernen, um wenigstens die Belange seiner Patienten auch wirklich zu verstehen.

Kindheitswünsche fielen der Ernüchterung zum Opfer

Hatte Thomas Dooley noch in Kindertagen von Familie, Kindern, einem Heim und Pferden geträumt, entwickelte sich sein Leben so gänzlich anders. Die Idee von der Gemeinschaft der Leidenden, die Albert Schweitzer ihm nahegebracht hatte, ließ ihn nicht mehr los. Innerhalb von sieben Monaten sammelte er in den Staaten durch Vorträge und Bücher das notwendige Geld, um seine Idee von einem unabhängigen, ärztlichen Dienst für unterentwickelte Völker umsetzen zu können.

Darüber hinaus erhielt er aufgrund seiner Überzeugungsarbeit von pharmazeutischen Fabriken größere Mengen an Medikamente aber auch tropenärztliche Ausrüstungsgegenstände. Diese Idee stammte aber nicht von ihm selbst, sondern er entdeckte dieses Modell bei der Station „Brotherhood“. So unterbrach er die Rückreise nach Asien, um auf den Philippinen selbst mit den Gründern dieser Station zu sprechen und sich beraten zu lassen. Im Juli 1956 errichtete er ein kleines Hospital im mittleren Laos, welches er „eine kleine Kapelle der Nächstenliebe“ nannte. Schon sehr bald bemerkte er, daß mit ärztlicher Hilfe allein das Leid nicht wesentlich verringert werden konnte, sondern ganz besonders Aufklärung einen wichtigen Stellenwert erhielt.

Es wurden Kurse über Hygiene, Ernährung, Säuglings- und Geburtshilfe eingerichtet. Naheliegend, daß auch die Ausbildung zu kompetenten Hebammen folgen mußte, weil immerhin noch jede fünfte Mutter im Wochenbett verstarb. Um einen kleinen Einblick in die Umgebung zu vermitteln, sei nur erwähnt, daß Dooley und seine tapferen Helfer die oft einsame Tropenexistenz mit Schlangen, Schwärmen von Fledermäusen, Ratten, wilden Ebern, aber auch eintöniger Büchsennahrung zu teilen hatten, begleitet mit dem Kampf gegen die Malaria in der eigenen Belegschaft. Gleichzeitig schaffte Dooley dennoch den Spagat, zwischen westlich-orientierter Medizin und den Medizinmännern im Lande vermittelnd zu meistern. Seine „Kollegen der Heilkunst“, wie er sie diplomatisch nannte, nahm er ernst, hatten diese auch über Erfolge zu berichten.

Dennoch stieß Thomas Dooley nach der Errichtung der dritten Station dieser Art an seine Grenzen. Ernüchternd mußte er zugeben, daß er trotz aller Anstrengungen nur einen Bruchteil des Elends verhindern und lindern konnte. Somit begab er sich schließlich doch wieder in die USA. Dort begegnete ihm der Mediziner Dr. Comanduras, sodaß 1958 die Organisation MEDICO (Medical International Cooperation Organization) gegründet wurde, die keiner religiösen oder politischen Beeinflussung sich unterzuordnen hatte.

Schicksalhaft endete aber Thomas Anthony Dooleys Leben. Eine Verletzung an der Brust, die er sich noch auf einer Fahrt zu Kranken im Dschungel zugezogen hatte, entwickelte sich zu einem Tumor. Viel zu spät ließ er sich operieren, um ein Jahr später schließlich gerade mal 34-jährig am 18. Januar 1961 zu sterben.

Eine seiner wichtigsten Botschaften, die er oft verkündete, war, daß die Liebe die stärkste Kraft auf Erden sei, stärker als der Haß, stärker als alles Böse, stärker als der Tod.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesundheit

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Sag nichts mehr

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Sie hat mich angerufen,
es war vier Uhr sieben,
sie fände keinen Schlaf,
ob ich ihr Gesellschaft
leisten mag.

Natürlich bin ich
aufgestanden,
es goß aus Eimern,
am Auto alle Fenster
beschlagen.

Beinah hätte ich
eine Kurve
nicht gekriegt,
ein Reh hätte
es fast erwischt.

Was tut man nicht
alles aus Liebe,
Sterne vom Himmel
holen,
morgens für sie aufstehen.

Ich klingle, ich klopfe,
nichts rührt sich,
ich tropfe, ich hupe,
ich fluche, ich hämmere
auf die Türe ein.

Mittags erreiche ich sie
endlich, telefonisch,
verständlich.
„Bin gerade aufgewacht,
hab wie ein Bär geschlafen,
heute Nacht.“

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Echo 2018: Musik überschreitet längst ihre Grenzen

Nach Frei.Wild und Xavier Naidoo der nächste Fauxpas

Das gilt natürlich ebenso für die Meinungsfreiheit, die ganz besonders die Neue Rechte für ihre perfiden Zwecke zu nutzen weiß bis hinein in den Deutschen Bundestag mit dieser AfD. Einerseits sich aufs demokratisch verbriefte Recht freier Meinungsäußerung berufen, andererseits Naziverbrechen wie den Holocaust in Rap-Texten verhöhnen.

Da paßt was nicht zusammen, erst recht nicht, wenn bei der Echo-Verleihung Kollegah und Farid Bang einen Echo-Preis gewinnen, sie obendrein sich über Rocksänger Campino lustig machen dürfen, obwohl dieser zu Recht deren Nominierung beanstandet hatte. Die Aufrechten sind wohl zu wenige – und zu alt?

Kommerz vs. künstlerische Qualität – Dennis Sand tritt ins Fettnäpfchen

Man kann es wesentlich genauer auf den Punkt bringen: Rassismus ist keine Meinung! Insofern gibt es keine Diskussionsbasis mit irgendwelchen Rappern, die meinen, sie müßten besonders ekelhaft die Gräueltaten der Nazis in ihren Texten hochhalten. Wenn obendrein ein nicht unübersehbarer Teil der Jugend jene „Musik“ kauft, dafür der Echo verliehen wird und daraufhin die Medien genau dies verurteilen, dann haben sie schlichtweg ihren Job getan.

Wer aber im Anschluß eine Debatte fordert, „Die Kollegah-Debatte muß endlich fair geführt werden!“, wie Dennis Sand in der Welt, der tritt allerdings gewaltig ins Fettnäpfchen. Wohl noch nicht genug von den zurückliegenden Fauxpas der Deutschrock-Gruppe Frei.Wild oder einem Xavier Naidoo, dessen „Marionetten“ gänzlich übers Ziel hinausschossen? Es schaut ganz danach aus. Wer Battlerap mit Verharmlosung von Rassismus und Rechtsextremismus verwechselt, den kann man nicht wirklich ernst nehmen.

Notos Quartett und Klaus Voormann geben ihre Preise zurück

Gut so. Während Wolfgang Niedecken sowie Campino ihren Unmut äußerten, Klaus Voormann als auch das Kammermusik-Ensemble Notos Quartett ihre Echo-Preise aus Protest zurückgaben, forderte Peter Maffey völlig berechtigt eine Aufarbeitung des Echo-Konzeptes.

Inzwischen soll der Bundesverband der Musikindustrie (BVMI) verkündet haben, das Konzept zu überarbeiten. Man darf gespannt sein, ob das gelingen mag, um derartige Grenzüberschreitungen in Zukunft zu verhindern.

Wir können eine Meinung vertreten, sie herleiten aufgrund unserer persönlichen Lebenserfahrung. Des öfteren muß man beobachten, daß gezielte Ansichten, Vorverurteilungen bis hin zu Haßtiraden ungefiltert übernommen werden, um sie an anderen Stellen entgleisen zu lassen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Musik

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