Home sweet home

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Ich hab so was von reinem Vergnügen,
durch die Regenbogenpresse zu wühlen.

Die haben wohl momentan einen an der Waffel,
berichten statt von Promis von Vernichtungswaffen.

Ich hab so was von Bock auf Wasser,
jetzt in die Wanne, was für ein Desaster!

Nur kaltes Naß umspült meinen Körper,
Gerät defekt, ich brauch einen Handwerker!

Ich hab so was von unbändigem Verlangen,
raus an die Luft, andere Gedanken einfangen.

Hab mich gekämmt, geschminkt, schön gemacht,
blitzt es aus heiterem Himmel, Donner kracht.

Ich hab so was von Lust auf lecker Süßes,
nichts im Haus, nirgends, ach vergiß es!

Nicht mal Zucker im Schrank, kein bißchen Obst.
Zitronenkonzentrat. Sauer macht lustig. Na, dann Prost!

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Maas macht mobil bei Arbeit, Spaß und Spiel

Der blinde Weg altbewährter Feindschaften

Klare Kante zeigen, so der neue Ton aus dem Auswärtigen Amt Deutschlands. Vom jüngst vereidigten Außenminister Heiko Maas dürfen wir einiges erwarten, indem er mehr Härte gegen Moskau signalisiert. Das nennt man Bündnistreue, bilderbuchartig, die Amis werden es ihm danken. Wobei keineswegs Putin selbst rein gewaschen sein kann angesichts mancher Fragen, die gleichzeitig im Raume stehen.

Wir sollten uns nicht täuschen lassen, was hinter Mauern des Assad-Regimes mit dessen Gefangenen geschieht, etliche Berichte deuten auf Folter hin. Gleichzeitig hat der Syrien-Krieg eine Phase erreicht, die gefährlich Nahe den dritten Weltkrieg heraufbeschwört, den niemand wirklich haben will. Man möchte nicht nur, man kann gar nicht anders, als ein hämisches Kalkül dahinter vermuten. Viel zu schnell und zielsicher agiert der US-Westen, hat in den letzten Jahren das Feindbild des „bösen Russen“ erneut aus der Mottenkiste geholt.

Fügt man die historischen Ereignisse zusammen mit dem Maidan-Putsch, der EU-Osterweiterung, dem Syrien-Krieg, den eben nicht Assad initiierte, sondern letztlich die USA selbst, kommt man nicht umhin, darin eine gezielte Absicht zu deuten. Herr Maas betritt insofern ein sehr instabil politisches Parkett, schnell könnte letzte Dialogbereitschaft seitens Russlands verebben, wenn eine losgetretene Eskalation von jenem Donald Trump ihn vor vollendete Tatsachen stellt.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Kurznachrichten

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Eltern auf eine schwierige Probe gestellt

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Zwischen den Fronten einer familienfeindlichen Arbeitswelt

Immer einhundertprozentig präsent sein, in sämtlichen Lebenslagen, so erst recht beim Familienleben, die eigentliche Stütze und wichtigste Säule in Gesellschaften, ohne die sie überhaupt nicht funktionieren würden. Sind sich all jene dessen bewußt, die manchesmal verächtlich belächelnd auf sich sorgende Eltern herabblicken, während sie selbst eine scheinbar gewiße Freiheit genießen?

Dann gilt doch im günstigtsen Fall die Verantwortung für den Lebenspartner, somit kein Platz für Kinder vorhanden sein kann. Existieren da etwa falsch verstandene Ideale, die auf kontraproduktiven Kurs sich zwischen den Fronten einer familienfeindlichen Arbeitswelt bewegen?

Emanzipationskämpfe waren gestern – heute zählt nur noch der Erfolg

Alles richtet sich nach dem Habitus in einer materialistisch geprägten Welt. Kein Wunder, daß in dieser kaum Platz für Kinder, die, wenn vorhanden, am besten für eine Weile versorgt, abgeschoben und ruhig gestellt werden. Klingt ein wenig übertrieben, meinen Sie? Keineswegs, wenn wir uns offenen Auges Familien betrachten und vor allem die dahinter sich verbergenden Probleme und Ängste.

Längst müßte sich herumgesprochen haben, daß wir uns von manchen Erziehungsmodellen verabschieden sollten, sie taugen reichlich wenig in unserer schnellebigen Lebensweise, in der ohnehin kaum noch Platz fürs Entspannen vorhanden, sich alles nach den Vorgaben einer menschenfeindlichen Leistungsgesellschaft richtet.

Keine Sorge, hier soll nicht das umstrittene „Eva-Prinzip“ hochgehalten werden, welches Eva Hermann in ihrem gleichnamigen Buch zum Besten gab, obwohl man durchaus einer selbstgefälligen Klientel von „Vorzeige-Müttern“, wie z. B. einer Ursula von der Leyen, vorhalten muß, wie verlogen deren Weltbild vom Managen einer kinderreichen Familie und Beruf sich vereinbaren läßt. Ohne Moos nichts los, muß die direkte Antwort sein, mithilfe von Nanny, Putzfrau, Koch und Gärtner läßt sich vortrefflich alles organisieren, außer Frage.

Gerade in heutiger Arbeitswelt, in der derjenige sich durchsetzt, der am wenigsten durch Fehlzeiten aneckt, sich ellenbogenartig in höhere Positionen mobbt, wird infolgedessen kein Platz vorhanden sein für Familiensorgen. Bleibt somit die errungene Gleichberechtigung spätestens beim Kinderkriegen auf der Strecke, wenn Frau sich beugt und für Familie entscheidet, was einem Fernbleiben vom Job bedeutet? Das gilt übrigens dennoch für Hausmänner, wenn auch noch sehr selten.

Die völlig unterschätzte Arbeit des Haushalts und der Kindererziehung

Weiterhin gilt, daß Hausarbeit und Kindererziehung keine richtige Arbeit seien, manche meinen sogar, dies könne man nebenbei erledigen. Sicherlich gibt es technische Errungenschaften wie Spül- und Waschmaschine, aber einkaufen, putzen, kochen, Kinder betreuen, Kinderarzt aufsuchen, Hausaufgaben beaufsichtigen, erledigen sich nicht von allein. Mütter und Väter sind Seelentröster, Psychologen in sämtlichen Lebenslagen, während das andere Elternteil mit eigenem Beruf beschäftigt. Zwei völlig unterschiedliche Welten treffen in gemeinsamer Freizeit aufeinander. Wenn dann kein gegenseitiges Verständnis vorhanden, sind Spannungen und Streitereien vorprogrammiert.

Jedoch hängt alles mit allem zusammen. Wie können Familien harmonieren, wenn schon die Arbeitswelt von vornherein auf puren Leistungsdruck ausgerichtet, die Reallöhne nicht etwa angemessen steigen, sondern stagnieren und meist sinken? Am Ende soziale Verwahrlosung droht, obwohl manchesmal beide Elternteile arbeiten, Kinder sich selbst überlassen sind? Je höher der eigentliche Verdienst, desto eher kann wenigstens ein Elternteil zuhause sich den Kindern widmen, den Alltag managen. Das alte Rollenbild vergangener Jahrhunderte doch nicht so verkehrt, nur daß wir die Chance nutzen könnten, die Mutter arbeitet und der Vater sich um die Kinder und den Haushalt kümmert?

In der Praxis schwingt nach wie vor das Vorurteil vom „Weichei“, der versagt habe, wenn er auf dem Spielplatz auftaucht. Großväter genießen hingegen eine wesentlich größere Toleranz. Warum so verbohrt? Einerseits schreit Gesellschaft nach Gleichberechtigung, duldet sie aber nicht in den „alten Rollen“, um gleichzeitig Familien zu unterdrücken per Arbeitsmarktpolitik schlecht bezahlter Jobs.

Dieser Widerspruch verträgt sich eben keinesfalls, um Familien zu entlasten. In sofern muß nicht nur Familienpolitik selbst, sondern genauso wir alle daran wirken, um wegzukommen vom Moloch einer überbewerteten Leistungsgesellschaft, daher hin zu einem rücksichtsvollen, harmonischen Familienleben, in dem alle gleichwertig sein dürfen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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Fußabdruck bewältigen

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Leisten wir uns Erfüllung

„Dieses Jahr kann ich mir keinen Urlaub leisten.“ „Zur Feier des Tages haben wir uns Champagner geleistet.“ „Ihr habt gute Arbeit geleistet.“ „Jeder hat den Anweisungen Folge zu leisten.“

leisten, mittelhochdeutsch, althochdeutsch leisten, befolgen, erfüllen, ausführen, zu Leisten, also eigentlich, einer Spur nachgehen. (Duden) Andere Synonyme sind, erlangen, erzielen, schaffen, erschwingen, absolvieren, erledigen, wagen, schaffen.

Der Leisten, mittelhochdeutsch, althochdeutsch leist, auch: Spur, Weg; eigentlich, (Fuß)abdruck. (Duden) andere Begriffe sind, Schuhspanner, Modell eines Fußes.

Das Wort „leisten“ wird in unserem Sprachgebrauch „geschätzt“, zeigt es doch an, welche Bereitschaft (charakterliche Fähigkeit) jemand mitbringt, um sein Können, sein Willen, seine Stärke unter Beweis zu stellen. Aber das Wort ist nicht nur eine von anderen übertragene Anforderung, sondern man berechnet mit „leisten“ das eigene Handeln, die eigene Kompetenz. Kann ich mir das Auto leisten? Ich habe mir eine Torte geleistet!

Die Fähigkeit zu einer Leistung ist abhängig von verschiedenen Faktoren. Sie kann nicht über jeden im gleichen Maß gestülpt werden. Es gibt bereits für kleine Babys Tabellen, anhand deren Leistung beurteilt wird. Dies ist einerseits gut, da dadurch frühzeitig motorische, geistige Einschränkungen erkannt werden können, andererseits besteht die Gefahr einer Einmischung in individuelle Entwicklungen. Dann nämlich, wenn das Baby, das Kleinkind seine ersten Schritte nicht mit einem Jahr geht, sondern erst mit zwei Jahren beginnt, seine Krabbelphase zu beenden.

Leistungs- und Anforderungstabellen sind nicht nur auf Menschen beschränkt, man bemißt die Leistungen der Tiere, Pflanzen, mechanischen, elektronischen Geräte genauso wie von Kulturen, Völkern. Vergleiche werden angestellt, um Unterschiede oder Gemeinsames zu entdecken. Zu welchem Zweck diese Daten erhoben werden, ist nicht immer nachvollziehbar, auch werden sie nicht immer nur für einen positiven Sinnzusammenhang ausgewertet.

Gänzlich zu verdammen und stets das Schlechte an diesen Leistungs- und Anforderungslisten zu sehen, ist dennoch kontraproduktiv. Kontraproduktiv deshalb, da Vergleiche das tägliche Leben bestimmen. Ohne diese Vergleiche würde man schimmeliges Brot essen, gefährliche Gase nicht von Düften unterscheiden können, brenzlige Situationen nicht richtig einschätzen wissen. Es ist nicht der Vergleich der Leistung, der störend ist, sondern die sehr oft mit einhergehende Ergebnis- oder Erfolgserwartung. Sei es die eigene persönliche Erwartungshaltung oder die eingeforderte seitens der Familie, Freunden, Schule, Arbeitswelt.

Leisten, einer Spur nachgehen, ist wohl seit Menschengedenken eine Überlebensnotwendigkeit, zu wissen, von wem die Spur stammt, wohin sie führt, oder woher sie kommt. Ob das Interesse an der Spur aus reiner Neugier oder zum Zweck der Ernährung (jagen, pflanzen) dienlich war oder im Sprachgebrauch verdeutlichen sollte, jemanden zu folgen, der vor einem läuft bei ihren „Wanderungen“, wer weiß?

Diese Frage kann getrost offen bleiben, denn schlußendlich sind es die „Fortschritte“, die die Vorfahren geleistet haben, die zu unserem derzeitigen Entwicklungsstand beigetragen haben. Es liegt an uns, welcher Leistung (Erfolg, Arbeit, Werk, Produkt, Potential, Kraft, Vermögen, Stärke) wir nachgehen.

Nur eines sollten wir vielleicht berücksichtigen, mehr Verständnis für diejenigen aufzubringen, die den Leistungsanforderungen, die wir an uns selbst stellen oder die die Gesellschaft zur Vereinfachung von Unterteilungen errichtet hat. Auch bedeutet „Schuster bleib bei deinen Leisten“ eine Entwicklung zu unterbinden, die nicht zu einem allgemeingültigen Zeitpunkt stattfindet und deshalb als nicht „richtig“ gedeutet wird. Leisten wir uns Erfüllung, indem wir es uns leisten, anderen bei ihrer Leistung Gesellschaft zu leisten, ohne einen Weg (Spur, Absicht) zu folgen.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Kolumne

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Syrien-Krieg: Mensch, halt die Luft an, bevor es zu spät ist

Nie wieder Krieg eine Illusion?

Welch perverses Treiben sich auftut, jener Kadavergehorsam, der jedem das Fürchten lehren sollte. Hingegen es immer noch genügend Anhänger gibt, die jenen 45. US-Präsidenten verteidigen, er möge endlich mal zeigen, wer hier der Herr im Hause sei. Mit solchen Sprüchen unterstreicht man lediglich den Machtanspruch dieser Nation, die unübersehbar die Weltherrschaft im Visier hat.

Von Friedensabsichten keine Spur. Der genaue Beobachter fragt sich unweigerlich, für was ein UN-Sicherheitsrat erschaffen wurde, wenn bestimmte Nationen, allen voran der US-Westen dessen Ziele mit Füßen treten und somit mißachten. Erinnert sei an den Irak-Krieg unter George W. Bush, den Kofi Annan und die UNO zu Recht als illegal bezeichneten. Erleben wir jüngst eine Wiederholung seitens dieser USA im Syrien-Krieg, der sich schnell zum dritten Weltkrieg ausbreiten kann?

Dies müssen wir befürchten. Wenn schon russische Militärs in diesem Kontext vor einer Eskalation hin zu einem atomaren Schlagabtausch zwischen den beiden Supermächten warnen, sollten spätestens diplomatische Alarmglocken erklingen. Donald Trumps vorschnelle simple Drohungen per Twitter, „Russland hat gelobt, jegliche und alle Raketen abzuschießen, die auf Syrien abgefeuert werden. Macht euch bereit Russland, weil sie werden kommen, hübsch und neu und ’smart‘!“, haben natürlich ihre Folgen, sollte er sie zusammen mit seinen Verbündeten verwirklichen.

Genau das müßte uns Sorgen bereiten, die schnelle Einigkeit des US-Westens mit der Zielsetzung eines Militärschlages gegen Assad. Allen voran Frankreich und Großbritannien. Noch liegen keine klaren Beweise vor, daß Syrien den Chemiewaffenanschlag verübt hat, aber die Kriegsmaschinerie läuft auf Hochtouren, die Diplomatie wird mit Füßen getreten. Die Entwicklung scheint sich zu wiederholen, wer den Vergleich mit dem Irak zieht.

Diesmal befinden sich aber russische Soldaten vor Ort in Syrien. Werden sie bei einem Angriff durch die Amis verletzt oder gar getötet, kann und wird Russland dies nicht tolerieren. Insofern zeigt sich hier die Brisanz der Lage, die wesentlich gefährlicher als der Irak-Krieg. Das alles hat bisher diesen US-Präsidenten nicht daran hindern können, seinen ungehobelten Kurs der Drohgebährden fortzusetzen.

Warnende Stimmen gibt es zuhauf im Weißen Haus als auch in westlichen Regierungskreisen, die Bundeskanzlerin hält sich im Moment lieber zurück, während der neu ernannte Koordinator für die transatlantische Zusammenarbeit, Peter Beyer (CDU), seinem Amt entsprechend es für richtig hält, mit einem Militärschlag auf den Chemiewaffeneinsatz zu reagieren. Anstatt mit Russland auf Augenhöhe zu verhandeln und abzuwarten, ob tatsächlich Assad hinter dem Giftgasangriff auf die Rebellenhochburg in Duma steckt, wird auf militärische Eskalation gesetzt.

Der längst neu entflammte kalte Krieg zwischen dem Nato-Westbündnis und Russland veranschaulicht auf erschreckende Weise, wie gleichgültig und menschenverachtend der Hegemon seine Ziele durchsetzen will. Freiheit um jeden Preis widerspricht jedweder friedlicher Koexistenz!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Schweigen Dichter

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Vorhang auf.
Licht drauf.

Niemand da.
Stille hörbar.

Alle sind leis,
jung und Greis.

Ruhe eben
im Atemnebel.

Tonlos.
Gedankenlos.

Saal döst.
Sprache löst.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Narzissmus: Ungebremste Verbreitung – Showeffekte inbegriffen

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Eine Welt voller Oberflächlichkeiten?

Nein, du hast nicht die Haare schön, sondern sie verdeutlichen deine Unfähigkeit, dich selbst zu erkennen. Stattdessen ziehst du es vor, ständig an deinem Äußeren herumzubasteln, jedem aktuellen Trend folgst du, unreflektiert, Hauptsache dabei sein in der wohlgefälligen Masse einer orientierungslos suchenden Gesellschaft junger oder junggebliebener Menschen, die tatsächlich meinen, das mache sie aus. Ein penetranter Narzißmus verbreitet sich ungebremst, Showeffekte inbegriffen.

Wo offenbaren jene Selbstdarsteller ihre ureigenen Fähigkeiten, verweilen stattdessen in Abhängigkeit einer applaudierenden Gefolgsschar, beinahe süchtig und widerwillig? Sie gehen verloren, verschütten unter der Last einer selbstauferlegten Vorgabe, sich stets neu zu erfinden im Reigen aller Modeerscheinungen und kläglicher Versuche, der eigentlichen Realität zu entgehen. Diese holt sie deshalb ein, in einsamen Momenten, manchmal auch in gezielten Anfragen eines kritischen Umfeldes, sei es durch Freunde, Bekannte oder Verwandte.

Bestehen dann Chancen einer Rückbesinnung alter Verhaltensmuster, wo jener Narzißmus keinerlei Bedeutung hatte, man noch frei ohne allerlei Ablenkung seinen Tag gestalten vermochte? Die Erkenntnis aufflammt, daß da nichts übrig bleibt vom Glamour aufgemachter, meist theatralisch wirkendener Oberflächlichkeiten, die nicht im geringsten ihren eigenen Charakter widerspiegeln? Viel eher nahezu krampfhaft etwas übertünchen wollen, wie eine blaue Wand in eine gelbe? Ja, jederzeit haben die Menschen es selbst in der Hand, ihr Leben zu überdenken, andere Wege zu suchen und zu gehen.

Befreites Aufatmen begleitet dich, solltest du dich überwunden haben, dein Inneres stückweise nach außen kehren, während die stupiden Hüllen einer aufgesetzten Scheinfassade bröckeln, du sie zielsicher erkennst, um sie in die Vergangenheit zu verbannen. Dabei helfen dir ohne weiteres vertrauensvoll aufrichtige Begleiter, sollten sie zumindest, selbst wenn darunter welche sich als wahre Heuchler entpuppen, kein Grund zu zweifeln. Gleichzeitig verdeutlicht dein zurückliegender Weg des Narzißmus, was für eine erschwerende Bürde du dir auferlegt hattest, jedes Mittel dienlich annahmst, um von eigenen Schwächen abzulenken.

Müssen wir dabei ebenso feststellen, daß jene Selbstdarstellung weitverbreitet als Zeichen einer oberflächlichen Scheingesellschaft gewertet werden muß, die nichts anderes vollbringt, wie sich nonstop in ein rechtes Licht zu rücken, sehr ähnlich wie eine billige Soap in Vorabendserien? Davon sollte man ausgehen. Es liegt daher an dir selbst, kritisch das jeweilige Umfeld zu betrachten, überall, wo Menschen sich präsentieren, im Privaten, im Berufsfeld, wo auch immer.

„Der Narzißt kann die Welt zwar intellektuell, aber nicht emotional als eigenständige Welt wahrnehmen.“ (Erich Fromm)

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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