USA: Weltpolizeiliches Gehabe am Scheideweg

Uncle Sam längst entlarvt

Laß uns einfach in Gedankenreisen versinken, ein leises Windrauschen umgibt flehentlich die ins schimmernde Rosa getauchte Abendstimmung, während milder Sand zwischen unseren Fingern rieselt, der noch in der Mittagshitze der leuchtenden Sonne ausgesetzt. Die ewigliche Geräuschkulisse der nahen Meereswogen ein ständiger Begleiter, obwohl sorgenvolle Blicke wir einander austauschen trotz der herrlichen Stimmung, die uns für Momente abgelenkt.

Nein, den Verlauf des Weltgeschehens vermag niemand aufzuhalten, selbst wenn wir gen Himmel uns strecken und hinausschreien, wie grenzenlos hegemonisch, ohne Sinn und Verstand diese USA vieles tagtäglich zerstören.

Die Mär vom „lieben“ Uncle Sam

Interessanterweise huldigen weite Teile der US-amerikanischen Bevölkerung den „lieben“ Uncle Sam, den der Graphiker James Montgomery Flagg zum Zwecke der Kriegswerbung für das Eingreifen in den Ersten Weltkrieg entwarf. Somit ein deutlich militärischer Selbstzweck, der gleichzeitig schon damals die Weltherrschaft der USA unterstrich.

Märchen dienen bekanntlich nicht nur der Unterhaltung, sondern flechten Mythen, Zauberwesen und ungeahnte Kräfte mit ein, um ihrem Wesen entsprechend uns Menschen einen Spiegel möglicher oder stattfindender Verfehlungen vorzuhalten, dabei eine moralisch-ethische Instanz darstellen. Daß ihnen ein ausschmückender Erzählstil beiwohnt, verleiht ihnen den nötigen Tiefgang, um uns ins Grübeln und Staunen zu versetzen.

Welch prickelnde Herausforderung, die Bevölkerung nach Gutdünken zu manipulieren, für bestimmte Vorhaben zu mißbrauchen, Hauptsache die Figur des Uncle Sams erfüllt die Aura ihrer Bedeutung als verbindendes Nationalsymbol. Inzwischen mischen sich viele wache Geister unter die träge Masse, die dem Konsumrausch verfallen kaum mehr bemerkt, was da vor ihren geblendeten Augen geschieht. Einige unter ihnen erkennen den bösartigen Zweck des Weltherrschaftsgedankens im Zusammenhang eindeutig zuzu-ordnender Missetaten, andere lehnen sich ungläubig zurück und verharren in lamen-tierender Schockstarre, reden sich ein, es wäre nicht so tragisch.

Die Schlinge zieht sich unaufhörlich zu – wann erfolgt das Aufwachen?

Einerseits erscheinen unübersehbar die ursprünglich überwundenen Glaubenskriege in einem neuen Licht, betreffen nahezu sämtliche Gesellschaften, wenn fanatische Anhänger jede Form der Beeinflußung anwenden, vom Buch zum Internet, von Gotteshäusern zur Bildung und von friedlichen Zeremonien bis hin zu Terror- und Kriegshandlungen. Stets meint der eine Glaube, den anderen verdrängen zu wollen, wenngleich Herrscher an den Spitzen der jeweiligen Bekenntnisse sich bedienen lassen, diese zum Selbstzwecke die angezündete Lunte des Haßes weiter entfachen.

Aber selbst christlich geprägte Gesellschaften, bei denen sogar diese kirchlichen Traditionen verblassen, immer mehr Menschen den Konfessionen den Rücken kehren, müssen feststellen, inwieweit ein Halt untereinander verlorengeht, weil sich alles nach dem goldenen Kalb richtet, ein Wettlauf der Zeit einsetzt, bei dem lediglich der auf der Sonnenseite des Konsumlebens sich wähnen darf, der mitmacht am perfiden Spiel grenzenloser Ausbeutung. Sollte man behaupten, die Schlinge ziehe sich unaufhörlich zu? Eine Metapher für den Ausverkauf der Menschlichkeit, um sie einzutauschen für das große Business, bei dem das Haben-Konto zählt, mitnichten das ursprüngliche, kreative verspielte Sein? Man muß es genau so werten, um das eigentliche Ziel sich vor Augen zu führen: der Beginn des Aufwachens!

Ende der Vierten Welt läutet einen gewaltigen Umbruch ein

Längst sind wir angelangt an diesem Punkt, den die Hopi beschrieben, das Ende der Vierten Welt. Und da wir nunmehr den Zusammenhang des Fortschritts entlarvt, der in Abhängigkeit wirtschaftspolitischer Machtstrukturen besteht, liegt es an uns allen, entsprechend zu handeln. Und es geschieht inzwischen in Form von vielen unter-schiedlichen Aktionen, von gutgemeinten Bewegungen wie Campact, aber auch in kleinen, regionalen mit dem Beginn von staatlich instrumentalisierten Vorgaben sich abzuwenden. Nur die Eliten und ihre Politschergen, die meinen allesamt, sie könnten diesen Weg des Hegemons unendlich fortführen. Nein, sein Ende ist längst besiegelt!

Lotar Martin Kamm

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Schaluppe

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Vor kurzem zog er hierher,
kaufte den kaputten Schuppen
vom alten Krüger Kurt,
der ist schon ewig tot.
Der Sohn hat die Bude verkauft,
lebt schon lange in der Stadt,
weggezogen mit Kind und Frau.

Verwahrlost der marode Bau,
überwuchert mit Unkraut,
keine Fenster mehr ganz,
selbst eine Ritterruine
wirkt neu, hat mehr Glanz.
Der ist nicht ganz dicht im Kopf,
so viel Geld für einen Schopf.

Was kümmert ihn das Gerede,
von Kosten, von verrückt.
Hier kann er mit seiner Schaluppe
auf dem kleinen See sich bewegen,
spürt Boden, Wellen, Brisen,
fühlt die Welt an ihm abrieseln,
den Himmel Wert spiegeln.

Nafia

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In war they trust – USA verabschieden sich von der UNO

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Der Gag der Woche – oder wieso man vieles ernst nehmen sollte

Daß die UNO ein zahnloser Tiger sei, sollte sich längst herumgesprochen haben, selbst wenn weiterhin deren Bedeutung medial akribisch beobachtet und kommentiert wird. Spätestens seit dem Irak-Krieg und George W. Bushs Ignoranz der Organisation der Vereinten Nationen gegenüber kann niemand deren politische Autorität oder gar deren Stellenwert wirklich ernst nehmen. Sie ist eigentlich nur noch Makulatur, eine Alibiveranstaltung par excellence, um nach außen hin den Schein von Seriosität zu wahren.

Nach wie vor steht die Frage und Befürchtung im Raum, ob der dritte Weltkrieg schneller Realität als vorauszusehen? Mit den letzten Giftgasangriffen gegen die Bevölkerung in Syrien wurde ohnehin ziemlich perfide jenes daraus sich ergebende Leid in Kauf genommen. Ob von Assad initiiert oder eben nicht. Der Beweis dafür fehlt gänzlich, umso erstaunlicher Macrons vorschnelle Behauptung, ohne Hand und Fuß, gleichwohl die harsche Haltung des US-Westens den darauf folgenden Militärschlag ohne Zustimmung der UNO einfach auszuüben, der in der Nacht zum 14. April erfolgt.

Erschreckend nicht nur die Parallele zum Giftgasangriff vor nahezu einem Jahr damals in der Stadt Chan Schaichun in der Provinz Idlib, wo 86 Menschen ihr Leben ließen, sondern die gleiche Beharrlichkeit, mit der der US-Westen die volle Schuld Assad zuschreibt. Es steht dessen Motivation im Raum, gegen das eigene Volk mit derart widerlichen Waffen vorzugehen. In der „zurechtgebastelten Behauptung“, erst recht Anfang September 2017 seitens der UNO, besteht diese auf Assads Schuld. Rebellen oder gar Terroristen, die das für exakt jenen Zweck ausnutzen konnten, wurden damals wie heute einfach ausgeschlossen.

Man möchte jener unheilvollen Front entgegnen, sie sollten besser die Luft anhalten, bevor es zu spät sei. Daß dem nicht so ist, wissen wir seit Freitag, dem 13. April, Aberglaube hierbei mal besser ausgeklammert, der ohnehin nichts zur Sache tut, als ein Herr Trump seinen Befehl gab, der Stunden später ausgeführt worden war.

Eine völlig andere Offerte zeigt sich für all jene, die von Beginn an zu Recht den US-amerikanischen Weg mißtraut haben. Dabei kommt ebenso die deutsche Rolle ins Spiel, wenn ein Herr Maas mobil macht. Merkels angeblicher militärischen Zurückhaltung kann man ehedem keinen Glauben schenken, wer sich das Verhalten Deutschlands im Nato-Libyen-Kriegseinsatz kurz mal vergegenwärtigt. Auch damals war die Bundeswehr unbedingt eben nicht unbeteiligt, hatte durchaus aktiv mitgemischt. Das soll unter jener Frau von der Leyen jetzt etwa anders sein? Mitnichten. Bündnistreue verlangt ihren Tribut, ohne wenn und aber!

Blicken wir insofern tatsächlich weiteren Eskalationen entgegen, mit einer geschwächten bis bedeutungslosen UNO, einem Flächenbrand im Nahen Osten, wo immer mehr Nationen involviert, allen voran die beiden größten Militärmächte sich gegenseitig belauernd, wer erfolgreicher den anderen toppt?

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Viel gesagt und noch mehr gefragt

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Weißt du wieviel Fragen Kinderherzen belasten,
die des nachts in ihr Kissen weinen?
Da hilft kein entschuldigendes Davonhasten,
kein dümmliches Verneinen.

Weißt du wieviel Menschen unschuldig sterben,
die ungefragt am verkehrten Ort?
Da hilft kein blindwütiges Verderben,
kein Bekriegen in einem fort.

Weißt du wieviel Lügen die Geschichte begleiten,
die inszeniert wenigen Mächten dienen?
Da hilft kein beherzt mutiges Einschreiten,
kein wütender Mob entlang verkehrter Schienen.

Weißt du wieviel unnötiges Leid vermeidbar gewesen,
das hätte nicht stattfinden sollen?
Da hilft kein Besaufen an irgendeinem Thresen,
kein nahes oder entferntes Donnergrollen.

Weißt du wieviel Antworten auf manch Lippen,
die längst Wege gefunden?
Sie werden Mächtigen an deren Schultern tippen,
sich nicht nur ob ihres Gewissens erkunden!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Septembermorgen

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Schiffe befuhren den Fluß.
Irgendwo lärmte es,
jemand hat taube Ohren.

Das gegenüberliegende Ufer,
sonnig schon erleuchtet.
Sie ertrank in Gedanken.

Der Sommer war schön.
Irgendwo fielen Bomben,
jemand bleibt stehen.

Das gegenüberliegende Ufer,
diesig, ohne Lichtstrahl.
Der Zug war nicht zu erreichen.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Mosambik: Miombowald durch Eukalyptus-Plantagen gefährdet

Firma Portucel Moçambique wird von der IFC unterstützt

Erneut beweisen Kapitalmärkte ihre unerschrockene Geschäftspolitik, die keinerlei Respekt vor der Natur haben, obendrein die Verarmung der ländlichen Bevölkerung in Mosambik billigend in Kauf nehmen.

Hatte zuvor besonders die Tabakindustrie für großflächig angelegte Rodung des Miombowaldes Malawis in dortiger Region Namwera gesorgt, plant nunmehr die Firma Portucel Moçambique zur Herstellung des hochwertigen Büropapierbedarfs der Navigator Company mit der Aufforstung von Eukalyptus-Plantagen, den Miombowald im Norden Mosambiks zu vernichten, wobei die internationale Entwicklungsbank, die International Finance Corporation (IFC), eine Sonderorganisation der UNO, finanziell partizipiert.

Eine Fläche fast dreimal so groß wie Berlin

Um sich ein wenig vorzustellen, von welcher Größenordnung die zu erwartende Rodung des betroffenen Miombo-Waldes hier die Rede ist, sei dieser Vergleich hilfreich. 237.000 Hektar entsprechen 2.370 km², nahezu die dreifache Fläche Berlins, welches rund 892 km² groß ist.

Papier kontra Natur – die Navigator Company (ehemals Portucel Soporcel Group) schafft jetzt vollendete Tatsachen, wenn die Weltgemeinschaft sie nicht aufhält, geht mit den Miombo-Trockenwäldern und Savannen ein ziemlich komplexer Lebensraum für etliche Tier- und Pflanzenarten verloren. Das Perfide dabei, die UNO mischt fleißig mit, die Weltbanktochter IFC ist mit 20 Prozent Anteilen involviert, der asiatische Markt soll mit 1,5 Millionen Tonnen Zellstoff bedient werden. Man beachte, daß seit 2012 der chinesische Geschäftsmann Jin-Yong Cai die IFC leitet.

ProSavana-Projekt alles andere als hilfreich

Sondern viel eher ein Desaster für die Menschen vor Ort. Es betrifft die drei Provinzen Nampula, Niassa und Zambezia im Norden Mosambiks, immerhin eine Fläche von nahezu 60.000 km², zum Vergleich größer als Baden-Württemberg und Hessen. Eine weitere Planung sieht gar eine Fläche von 140.000 km² vor.

Kleinbauern werden dort verdrängt, stattdessen im großangelegten Stil Nahrungsmittel und andere Agrarrohstoffe besonders für den Export produziert. Von einer Erfolgsgeschichte kann gar keine Rede sein, die sowohl die Regierung in Mosambik als auch die G7-Staaten für sich in Anspruch nimmt. Die mit Sitz in Barcelona sich befindende NRO Grain hat bereits vor knapp fünf Jahren auf das fortschreitende Landgrabbing in Mosambik hingewiesen mit dem neu installierten Pro-Savana Master-Plan.

Was muß noch alles geschehen, um all jene zu überzeugen, die weiterhin zögerlich derartige Projekte gewähren lassen, anstatt sie endlich zu verhindern? Jede Unterschrift, jede Einmischung ist durchaus hilfreich, je mehr sich beteiligen, desto größer die Chancen der Verhinderung solcher Vorhaben.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Naturschutz

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Home sweet home

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Ich hab so was von reinem Vergnügen,
durch die Regenbogenpresse zu wühlen.

Die haben wohl momentan einen an der Waffel,
berichten statt von Promis von Vernichtungswaffen.

Ich hab so was von Bock auf Wasser,
jetzt in die Wanne, was für ein Desaster!

Nur kaltes Naß umspült meinen Körper,
Gerät defekt, ich brauch einen Handwerker!

Ich hab so was von unbändigem Verlangen,
raus an die Luft, andere Gedanken einfangen.

Hab mich gekämmt, geschminkt, schön gemacht,
blitzt es aus heiterem Himmel, Donner kracht.

Ich hab so was von Lust auf lecker Süßes,
nichts im Haus, nirgends, ach vergiß es!

Nicht mal Zucker im Schrank, kein bißchen Obst.
Zitronenkonzentrat. Sauer macht lustig. Na, dann Prost!

Nafia

Kategorie: Gedichte

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