In war they trust – USA verabschieden sich von der UNO

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Der Gag der Woche – oder wieso man vieles ernst nehmen sollte

Daß die UNO ein zahnloser Tiger sei, sollte sich längst herumgesprochen haben, selbst wenn weiterhin deren Bedeutung medial akribisch beobachtet und kommentiert wird. Spätestens seit dem Irak-Krieg und George W. Bushs Ignoranz der Organisation der Vereinten Nationen gegenüber kann niemand deren politische Autorität oder gar deren Stellenwert wirklich ernst nehmen. Sie ist eigentlich nur noch Makulatur, eine Alibiveranstaltung par excellence, um nach außen hin den Schein von Seriosität zu wahren.

Nach wie vor steht die Frage und Befürchtung im Raum, ob der dritte Weltkrieg schneller Realität als vorauszusehen? Mit den letzten Giftgasangriffen gegen die Bevölkerung in Syrien wurde ohnehin ziemlich perfide jenes daraus sich ergebende Leid in Kauf genommen. Ob von Assad initiiert oder eben nicht. Der Beweis dafür fehlt gänzlich, umso erstaunlicher Macrons vorschnelle Behauptung, ohne Hand und Fuß, gleichwohl die harsche Haltung des US-Westens den darauf folgenden Militärschlag ohne Zustimmung der UNO einfach auszuüben, der in der Nacht zum 14. April erfolgt.

Erschreckend nicht nur die Parallele zum Giftgasangriff vor nahezu einem Jahr damals in der Stadt Chan Schaichun in der Provinz Idlib, wo 86 Menschen ihr Leben ließen, sondern die gleiche Beharrlichkeit, mit der der US-Westen die volle Schuld Assad zuschreibt. Es steht dessen Motivation im Raum, gegen das eigene Volk mit derart widerlichen Waffen vorzugehen. In der „zurechtgebastelten Behauptung“, erst recht Anfang September 2017 seitens der UNO, besteht diese auf Assads Schuld. Rebellen oder gar Terroristen, die das für exakt jenen Zweck ausnutzen konnten, wurden damals wie heute einfach ausgeschlossen.

Man möchte jener unheilvollen Front entgegnen, sie sollten besser die Luft anhalten, bevor es zu spät sei. Daß dem nicht so ist, wissen wir seit Freitag, dem 13. April, Aberglaube hierbei mal besser ausgeklammert, der ohnehin nichts zur Sache tut, als ein Herr Trump seinen Befehl gab, der Stunden später ausgeführt worden war.

Eine völlig andere Offerte zeigt sich für all jene, die von Beginn an zu Recht den US-amerikanischen Weg mißtraut haben. Dabei kommt ebenso die deutsche Rolle ins Spiel, wenn ein Herr Maas mobil macht. Merkels angeblicher militärischen Zurückhaltung kann man ehedem keinen Glauben schenken, wer sich das Verhalten Deutschlands im Nato-Libyen-Kriegseinsatz kurz mal vergegenwärtigt. Auch damals war die Bundeswehr unbedingt eben nicht unbeteiligt, hatte durchaus aktiv mitgemischt. Das soll unter jener Frau von der Leyen jetzt etwa anders sein? Mitnichten. Bündnistreue verlangt ihren Tribut, ohne wenn und aber!

Blicken wir insofern tatsächlich weiteren Eskalationen entgegen, mit einer geschwächten bis bedeutungslosen UNO, einem Flächenbrand im Nahen Osten, wo immer mehr Nationen involviert, allen voran die beiden größten Militärmächte sich gegenseitig belauernd, wer erfolgreicher den anderen toppt?

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Viel gesagt und noch mehr gefragt

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Weißt du wieviel Fragen Kinderherzen belasten,
die des nachts in ihr Kissen weinen?
Da hilft kein entschuldigendes Davonhasten,
kein dümmliches Verneinen.

Weißt du wieviel Menschen unschuldig sterben,
die ungefragt am verkehrten Ort?
Da hilft kein blindwütiges Verderben,
kein Bekriegen in einem fort.

Weißt du wieviel Lügen die Geschichte begleiten,
die inszeniert wenigen Mächten dienen?
Da hilft kein beherzt mutiges Einschreiten,
kein wütender Mob entlang verkehrter Schienen.

Weißt du wieviel unnötiges Leid vermeidbar gewesen,
das hätte nicht stattfinden sollen?
Da hilft kein Besaufen an irgendeinem Thresen,
kein nahes oder entferntes Donnergrollen.

Weißt du wieviel Antworten auf manch Lippen,
die längst Wege gefunden?
Sie werden Mächtigen an deren Schultern tippen,
sich nicht nur ob ihres Gewissens erkunden!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Septembermorgen

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Schiffe befuhren den Fluß.
Irgendwo lärmte es,
jemand hat taube Ohren.

Das gegenüberliegende Ufer,
sonnig schon erleuchtet.
Sie ertrank in Gedanken.

Der Sommer war schön.
Irgendwo fielen Bomben,
jemand bleibt stehen.

Das gegenüberliegende Ufer,
diesig, ohne Lichtstrahl.
Der Zug war nicht zu erreichen.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Mosambik: Miombowald durch Eukalyptus-Plantagen gefährdet

Firma Portucel Moçambique wird von der IFC unterstützt

Erneut beweisen Kapitalmärkte ihre unerschrockene Geschäftspolitik, die keinerlei Respekt vor der Natur haben, obendrein die Verarmung der ländlichen Bevölkerung in Mosambik billigend in Kauf nehmen.

Hatte zuvor besonders die Tabakindustrie für großflächig angelegte Rodung des Miombowaldes Malawis in dortiger Region Namwera gesorgt, plant nunmehr die Firma Portucel Moçambique zur Herstellung des hochwertigen Büropapierbedarfs der Navigator Company mit der Aufforstung von Eukalyptus-Plantagen, den Miombowald im Norden Mosambiks zu vernichten, wobei die internationale Entwicklungsbank, die International Finance Corporation (IFC), eine Sonderorganisation der UNO, finanziell partizipiert.

Eine Fläche fast dreimal so groß wie Berlin

Um sich ein wenig vorzustellen, von welcher Größenordnung die zu erwartende Rodung des betroffenen Miombo-Waldes hier die Rede ist, sei dieser Vergleich hilfreich. 237.000 Hektar entsprechen 2.370 km², nahezu die dreifache Fläche Berlins, welches rund 892 km² groß ist.

Papier kontra Natur – die Navigator Company (ehemals Portucel Soporcel Group) schafft jetzt vollendete Tatsachen, wenn die Weltgemeinschaft sie nicht aufhält, geht mit den Miombo-Trockenwäldern und Savannen ein ziemlich komplexer Lebensraum für etliche Tier- und Pflanzenarten verloren. Das Perfide dabei, die UNO mischt fleißig mit, die Weltbanktochter IFC ist mit 20 Prozent Anteilen involviert, der asiatische Markt soll mit 1,5 Millionen Tonnen Zellstoff bedient werden. Man beachte, daß seit 2012 der chinesische Geschäftsmann Jin-Yong Cai die IFC leitet.

ProSavana-Projekt alles andere als hilfreich

Sondern viel eher ein Desaster für die Menschen vor Ort. Es betrifft die drei Provinzen Nampula, Niassa und Zambezia im Norden Mosambiks, immerhin eine Fläche von nahezu 60.000 km², zum Vergleich größer als Baden-Württemberg und Hessen. Eine weitere Planung sieht gar eine Fläche von 140.000 km² vor.

Kleinbauern werden dort verdrängt, stattdessen im großangelegten Stil Nahrungsmittel und andere Agrarrohstoffe besonders für den Export produziert. Von einer Erfolgsgeschichte kann gar keine Rede sein, die sowohl die Regierung in Mosambik als auch die G7-Staaten für sich in Anspruch nimmt. Die mit Sitz in Barcelona sich befindende NRO Grain hat bereits vor knapp fünf Jahren auf das fortschreitende Landgrabbing in Mosambik hingewiesen mit dem neu installierten Pro-Savana Master-Plan.

Was muß noch alles geschehen, um all jene zu überzeugen, die weiterhin zögerlich derartige Projekte gewähren lassen, anstatt sie endlich zu verhindern? Jede Unterschrift, jede Einmischung ist durchaus hilfreich, je mehr sich beteiligen, desto größer die Chancen der Verhinderung solcher Vorhaben.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Naturschutz

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Home sweet home

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Ich hab so was von reinem Vergnügen,
durch die Regenbogenpresse zu wühlen.

Die haben wohl momentan einen an der Waffel,
berichten statt von Promis von Vernichtungswaffen.

Ich hab so was von Bock auf Wasser,
jetzt in die Wanne, was für ein Desaster!

Nur kaltes Naß umspült meinen Körper,
Gerät defekt, ich brauch einen Handwerker!

Ich hab so was von unbändigem Verlangen,
raus an die Luft, andere Gedanken einfangen.

Hab mich gekämmt, geschminkt, schön gemacht,
blitzt es aus heiterem Himmel, Donner kracht.

Ich hab so was von Lust auf lecker Süßes,
nichts im Haus, nirgends, ach vergiß es!

Nicht mal Zucker im Schrank, kein bißchen Obst.
Zitronenkonzentrat. Sauer macht lustig. Na, dann Prost!

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Maas macht mobil bei Arbeit, Spaß und Spiel

Der blinde Weg altbewährter Feindschaften

Klare Kante zeigen, so der neue Ton aus dem Auswärtigen Amt Deutschlands. Vom jüngst vereidigten Außenminister Heiko Maas dürfen wir einiges erwarten, indem er mehr Härte gegen Moskau signalisiert. Das nennt man Bündnistreue, bilderbuchartig, die Amis werden es ihm danken. Wobei keineswegs Putin selbst rein gewaschen sein kann angesichts mancher Fragen, die gleichzeitig im Raume stehen.

Wir sollten uns nicht täuschen lassen, was hinter Mauern des Assad-Regimes mit dessen Gefangenen geschieht, etliche Berichte deuten auf Folter hin. Gleichzeitig hat der Syrien-Krieg eine Phase erreicht, die gefährlich Nahe den dritten Weltkrieg heraufbeschwört, den niemand wirklich haben will. Man möchte nicht nur, man kann gar nicht anders, als ein hämisches Kalkül dahinter vermuten. Viel zu schnell und zielsicher agiert der US-Westen, hat in den letzten Jahren das Feindbild des „bösen Russen“ erneut aus der Mottenkiste geholt.

Fügt man die historischen Ereignisse zusammen mit dem Maidan-Putsch, der EU-Osterweiterung, dem Syrien-Krieg, den eben nicht Assad initiierte, sondern letztlich die USA selbst, kommt man nicht umhin, darin eine gezielte Absicht zu deuten. Herr Maas betritt insofern ein sehr instabil politisches Parkett, schnell könnte letzte Dialogbereitschaft seitens Russlands verebben, wenn eine losgetretene Eskalation von jenem Donald Trump ihn vor vollendete Tatsachen stellt.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Kurznachrichten

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Eltern auf eine schwierige Probe gestellt

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Zwischen den Fronten einer familienfeindlichen Arbeitswelt

Immer einhundertprozentig präsent sein, in sämtlichen Lebenslagen, so erst recht beim Familienleben, die eigentliche Stütze und wichtigste Säule in Gesellschaften, ohne die sie überhaupt nicht funktionieren würden. Sind sich all jene dessen bewußt, die manchesmal verächtlich belächelnd auf sich sorgende Eltern herabblicken, während sie selbst eine scheinbar gewiße Freiheit genießen?

Dann gilt doch im günstigtsen Fall die Verantwortung für den Lebenspartner, somit kein Platz für Kinder vorhanden sein kann. Existieren da etwa falsch verstandene Ideale, die auf kontraproduktiven Kurs sich zwischen den Fronten einer familienfeindlichen Arbeitswelt bewegen?

Emanzipationskämpfe waren gestern – heute zählt nur noch der Erfolg

Alles richtet sich nach dem Habitus in einer materialistisch geprägten Welt. Kein Wunder, daß in dieser kaum Platz für Kinder, die, wenn vorhanden, am besten für eine Weile versorgt, abgeschoben und ruhig gestellt werden. Klingt ein wenig übertrieben, meinen Sie? Keineswegs, wenn wir uns offenen Auges Familien betrachten und vor allem die dahinter sich verbergenden Probleme und Ängste.

Längst müßte sich herumgesprochen haben, daß wir uns von manchen Erziehungsmodellen verabschieden sollten, sie taugen reichlich wenig in unserer schnellebigen Lebensweise, in der ohnehin kaum noch Platz fürs Entspannen vorhanden, sich alles nach den Vorgaben einer menschenfeindlichen Leistungsgesellschaft richtet.

Keine Sorge, hier soll nicht das umstrittene „Eva-Prinzip“ hochgehalten werden, welches Eva Hermann in ihrem gleichnamigen Buch zum Besten gab, obwohl man durchaus einer selbstgefälligen Klientel von „Vorzeige-Müttern“, wie z. B. einer Ursula von der Leyen, vorhalten muß, wie verlogen deren Weltbild vom Managen einer kinderreichen Familie und Beruf sich vereinbaren läßt. Ohne Moos nichts los, muß die direkte Antwort sein, mithilfe von Nanny, Putzfrau, Koch und Gärtner läßt sich vortrefflich alles organisieren, außer Frage.

Gerade in heutiger Arbeitswelt, in der derjenige sich durchsetzt, der am wenigsten durch Fehlzeiten aneckt, sich ellenbogenartig in höhere Positionen mobbt, wird infolgedessen kein Platz vorhanden sein für Familiensorgen. Bleibt somit die errungene Gleichberechtigung spätestens beim Kinderkriegen auf der Strecke, wenn Frau sich beugt und für Familie entscheidet, was einem Fernbleiben vom Job bedeutet? Das gilt übrigens dennoch für Hausmänner, wenn auch noch sehr selten.

Die völlig unterschätzte Arbeit des Haushalts und der Kindererziehung

Weiterhin gilt, daß Hausarbeit und Kindererziehung keine richtige Arbeit seien, manche meinen sogar, dies könne man nebenbei erledigen. Sicherlich gibt es technische Errungenschaften wie Spül- und Waschmaschine, aber einkaufen, putzen, kochen, Kinder betreuen, Kinderarzt aufsuchen, Hausaufgaben beaufsichtigen, erledigen sich nicht von allein. Mütter und Väter sind Seelentröster, Psychologen in sämtlichen Lebenslagen, während das andere Elternteil mit eigenem Beruf beschäftigt. Zwei völlig unterschiedliche Welten treffen in gemeinsamer Freizeit aufeinander. Wenn dann kein gegenseitiges Verständnis vorhanden, sind Spannungen und Streitereien vorprogrammiert.

Jedoch hängt alles mit allem zusammen. Wie können Familien harmonieren, wenn schon die Arbeitswelt von vornherein auf puren Leistungsdruck ausgerichtet, die Reallöhne nicht etwa angemessen steigen, sondern stagnieren und meist sinken? Am Ende soziale Verwahrlosung droht, obwohl manchesmal beide Elternteile arbeiten, Kinder sich selbst überlassen sind? Je höher der eigentliche Verdienst, desto eher kann wenigstens ein Elternteil zuhause sich den Kindern widmen, den Alltag managen. Das alte Rollenbild vergangener Jahrhunderte doch nicht so verkehrt, nur daß wir die Chance nutzen könnten, die Mutter arbeitet und der Vater sich um die Kinder und den Haushalt kümmert?

In der Praxis schwingt nach wie vor das Vorurteil vom „Weichei“, der versagt habe, wenn er auf dem Spielplatz auftaucht. Großväter genießen hingegen eine wesentlich größere Toleranz. Warum so verbohrt? Einerseits schreit Gesellschaft nach Gleichberechtigung, duldet sie aber nicht in den „alten Rollen“, um gleichzeitig Familien zu unterdrücken per Arbeitsmarktpolitik schlecht bezahlter Jobs.

Dieser Widerspruch verträgt sich eben keinesfalls, um Familien zu entlasten. In sofern muß nicht nur Familienpolitik selbst, sondern genauso wir alle daran wirken, um wegzukommen vom Moloch einer überbewerteten Leistungsgesellschaft, daher hin zu einem rücksichtsvollen, harmonischen Familienleben, in dem alle gleichwertig sein dürfen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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