Beweg dich

Beweg dich
Im Takttritt
Fahnen wehen
Wieder einheitlich
Uniform die Norm
Im Gleichschritt
Marsch! Befehle!

Liebe nur
Im engen Kreis
Der Heimat
Siegpreise verleihen
Bedingt Nulltoleranz
Gewaltgewinn ist
Treuebeweis

Geldbeträge
Stopfen Mäuler
Von Unzufriedenheit
Zur Stärkung
Der Kräfte
Deren Bindung
Unfähigkeit

Gehorche
Löst ab Gespräche
Stumm bleiben
Emotion zerstört
Bedrohte Seelen
Beherbergen Enge
Nie Schöpfungsweise

Beweg dich
Einen Schritt
Aus diesen Schatten
Wege der Zwänge
Geboren sind wir
Fremdes zu sehen
erkenntlich zu machen

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Freie Selbstbestimmung in Frage gestellt

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Abhängigkeiten belasten den Alltag

Die Menschheit befindet sich seit jeher in Abhängigkeiten. Der Wunsch von einer gewißen Unabhängigkeit bleibt ein Traum, eine Illusion. Das wirklich Tragische aber offenbart sich dabei, wenn wir uns vergegenwärtigen, welchen Preis die Menschen bezahlen müssen auf den vielen Wegen der nicht erreichbaren Unabhängigkeit. Geschichtlich betrachtet, gibt es da überhaupt keine Zweifel.

Natürlich bewahren wir uns ein großes Stück an Unabhängigkeit in unserem Denken, in der freien Selbstbestimmung. Man kann sogar soweit gehen, zu behaupten, daß ausschließlich nur das Denken selbst wirklich frei und unabhängig ist.

Was sind die wahren Hintergründe einer ständigen Vereitelung von Unabhängigkeiten?

Wenn wir uns das ganze Ausmaß, die Bandbreite der Möglichkeiten betrachten, inwieweit es reell eine gewiße Unabhängigkeit gibt, kommt man eigentlich zu dem Ergebnis, daß nur eine bestimmte Stellung, Reichtum überhaupt hilf- und dienreich vorhanden sein muß, um in den Genuß zu gelangen. Mit anderen Worten, je mehr Geld und Macht, um so unabhängiger. Dies zieht sich wie ein roter Faden quer durch die gesamte Geschichte der Menschheit.

Sämtliches Bestreben hat sich genau nach diesem Ziel gerichtet. Arme und mittellose Menschen befanden sich daher stets in einer extrem gefährlichen Abhängigkeit. Gefährlich deshalb, weil sie auf Gedeih und Verderb der „unabhängigen Klasse“ ausgeliefert waren. Das ist bis heute noch so, und zwar vollkommen erschreckend selbstverständlich. Beispiele gefällig?

Schauen wir uns doch jene politisch weitreichend verkehrte Weichenstellung einmal etwas genauer an, in diesem Kontext die Hartz-IV-Gesetzgebung. Ein dramatischeres Paradebeispiel für eine Abhängigkeit ist wohl kaum auffindbar in Staaten, die den Anspruch nach außen hin tragen, sozial zu sein. Gleichzeitig offenbart sich hier auch ganz schnell die Perversität im Umgang mit Menschen. Wieso pervers? Wenn wir uns vergegenwärtigen, wie simpel doch die Hartz-IV-Gesetze gestrickt sind, was eine demütigende Bevormundung Menschen gegenüber bedeutet, dann scheint diese Formulierung wohl doch zuzutreffen.

Wie kann es sein, daß Menschen, die heute arbeitslos werden, und die nach einem Jahr erfolgloser Jobfindung in die Hartz-IV-Falle geraten, daß dabei ein Vater oder eine Mutter z.B. sämtliches angespartes Geld für das Studium des Kindes wieder abgeben muß, bevor sie in den Genuß staatlicher Fürsorge geraten? Hierbei werden gleich zwei Generationen geschwächt. Der Unabhängige hat dem Abhängigen gezeigt, wo’s langgeht!

Konzerne werden hingegen hofiert

Gleichzeitig ist die Frage zu stellen, warum auf der anderen Seite das Großkapital immer dreister und offensichtlicher hofiert wird. Erinnern Sie sich noch an den Fall des Nokia-Konzerns in Bochum? Damals hat auch dieser schamlos hohe Subventionen kassiert, an dieser Stelle sei betont, daß da immer zwei dazugehören: Jemand, der diese zur Verfügung stellt, in diesem Fall eine äußerst fragwürdige Politik und natürlich die Nutznießer.

Anschließend wurde einfach mit dem ganzen Werk mal umgezogen, dorthin, wo die Lohnkosten geringer waren sowie die Umweltauflagen. Für die Konzernleitung ein gewinnträchtiges Geschäft, für die abgezockten Menschen bedeutete es Arbeitslosigkeit. Das Ganze wird übrigens als Globalisierung benannt, letztlich ein Beispiel des Raubtierkapitalismus. Hierbei zeigt sich ziemlich deutlich das Verhältnis zwischen der Unabhängigkeit und der Abhängigkeit.

Muß diese Einbahnstraßenentwicklung sich zwangsläufig ewig so fortsetzen?

Keinesfalls. Es liegt lediglich an uns Menschen selbst, ob wir die Zusammenhänge erkennen, vor allem auch wollen, um dann anschließend mit entsprechendem Nachdruck zu handeln. Natürlich wird es niemals eine Unabhängigkeit geben können, eben weil das Leben selbst immer von Abhängigkeiten geprägt ist, schauen Sie einmal in die Natur, aber auch in die natürlichen Geschehnisse dieser Erde, wie z.B. Vulkanausbrüche, Stürme, Erdbeben, Wetterkapriolen etc.

Andererseits müssen wir uns dabei von dem unnötigen Druck ständiger Abhängigkeiten befreien, wenn diese unbedingt als „hausgemacht“ entlarvt sind. Es kann und darf nicht sein, daß weiterhin Ungerechtigkeiten hingenommen werden, die schon ziemlich lange hätten beendet werden müssen, wie Hungersnöte, zu großer, maßloser Reichtum.

Solange die Menschheit dies immer noch hinnimmt ohne tatsächliche Änderungen, werden Abhängigkeiten eher wieder zunehmen, wobei dann erneut soziale Spannungen und Kriege folgen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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Geniert sich Geist oder Gefühl vor Folter?

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Verharmlosen sich Qualen mittels Scham?

Geniert sich Geist oder Gefühl vor Folter? Ist es dem Geist oder dem Gefühl peinlich, wenn jemand der Folter unterzogen wird? Schämen sich Personen, die andere foltern? Ist der Auslöser des Genierens über diese Tat eine geistige Auseinandersetzung, oder sind es die Emotionen, die vor Scham in den Boden versinken?

Wer hat sich nicht schon einmal geniert in einer Situation, die für ihn peinlich war? Möglicherweise verbunden mit einem roten Kopf, mit stottern, auf den Boden sehen, zittern, Schweißausbruch oder ähnlichen Symptomen? Es gibt zu viele unterschiedliche Auslöser, warum jemand sich gehemmt fühlt, sie sind genauso mannigfaltig wie die Anzahl von Individuen. Peinlichkeit ist der Begriff für eine kleine Ungeschicklichkeit oder großen Fauxpas. Auch hier ist die Bandbreite der Fettnäpfchen großgefächert. Da es nicht klar umrissen werden kann, festgelegt auf ein paar bestimmte Situationen, in denen man sich geniert, kann das Wort genieren auch nicht auf einen oder artverwandte Benennungen zurückgeführt werden.

genieren, französisch (se) gêner, zu gêne, veraltet auch, Folter, altfranzösisch gehine, das durch Folter erpresste Geständnis (Duden). Synonyme sind, etwas peinlich empfinden, unangenehme Situation, schämen, verlegen sein. Veraltete Begriffe sind belästigen, stören, jemanden hinderlich sein.

(se) gêner, (französisch), peinlich sein.

gêne, (französisch), Beschwerde, Befangenheit, Verlegenheit.

Die Folter, um 1400 föltrit, foltren (Dativ), umgestaltet aus mittellateinisch poledrus, Fohlen, das dann ein der Form nach einem kleinen Pferd ähnelndes Foltergestell bezeichnete (Duden). Andere Wörter sind, Misshandlung, Marter, Peinigung, Qual.

Ob es erstaunlich zu nennen ist, daß das Wort Folter von einem Folterinstrument stammt, das in seiner Form einem Fohlen ähnelte, mag jeder für sich beantworten. Es hätte sicher noch eine ganze Reihe anderer Foltergerätschaften gegeben, die man für diesen Begriff übernehmen hätte können. Denn die Folter wurde sicherlich nicht von den Römern „erfunden“, und das „poledrus“ war auch nicht das einzige „Instrument“, um Menschen zum Reden zu bringen, Geständnisse zu erzwingen oder was immer man mit Folter erreichen wollte.

Vielleicht war das „poledrus“ am niedlichsten anzusehen, vielleicht wollte man damit eine gewisse Harmlosigkeit unterstreichen, oder es war ein Mittel, um sich angesichts einer ernstlichen Lage mit einem Witz, Gag den Schrecken zu nehmen.

Erstaunlicher ist vielmehr, warum das französische Wort für Folter „gehine“, (das durch Folter erpreßte Geständnis), sich in genieren, peinlich sein, schämen, sich „verwandelte“.

Hier stellt sich die Frage, geschah dies durch geistige Auseinandersetzung mit Folter oder mit den hervorgerufenen Gefühlen, die Folter freisetzen kann. Und dies nicht nur beim Folternden, sondern auch beim Gefolterten. Für wen ist Folter peinlich? Wer schämt sich für das Foltern? Wen hemmt das Foltern, wen macht es verlegen?

Die oben erwähnten veralteten Begrifflichkeiten von „genieren“, nämlich belästigen, stören, jemanden hinderlich sein, können nicht wirklich eine definitive Erklärung liefern, aber sie verdeutlichen das Wort Folter besser als die neuere Sprachanwendung. Denn jemanden stören, belästigen, jemanden hinderlich sein, hat mehr mit Qual und Marter zu tun als schämen, verlegen sein, oder?

Die anfangs gestellte Frage: „Geniert sich Geist oder Gefühl vor Folter?“, kann mit dem Wort „stören“ besetzt eine Person aus ihrem Gleichgewicht bringen. Wer absichtlich das Gleichgewicht stört, belästigt, schämt sich selten dafür, denn er hat diese Behinderung bewußt herbeigeführt und ist deshalb im Einklang mit seinem Geist und Gefühl.

Wenn sich Geist und Gefühl hingegen schämen, ist es fast auszuschließen, daß dennoch jemand aus dem Tritt, dem Gleichgewicht gebracht wird, denn damit würde man sich selbst aus dem eigenen Gleichgewicht bringen.

Das durch Folter erpreßte Geständnis, „genieren“, ist ein Störfaktor für Geist und Gefühl und keine Peinlichkeit.

Schade, daß hier ein ähnlicher Umkehrschluß vonstatten ging wie mit Folter zu Fohlen (Verniedlichung eines Folterinstruments), nämlich von stören zu schämen, welches bedeutet, eine Störung wurde zu Verlegenheit.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Kolumne

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Zerstörung entfachen trotz Frühlingserwachen

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Blauer Himmel wolkenlos,
Stimmung riesengroß.
Kein Lüftchen sich regt,
die volle Stunde schlägt.
Ein Taubenschwarm erscheint,
ein Kind leise vor sich weint.

Knospen an Frühling erinnern,
Winter zählt nicht mehr zu den Gewinnern.
Es hat sich ausgeschneit,
Natur und Mensch von Kälte befreit.
Sonnenstrahlen erste Wärme spenden,
neues Leben deren Energie wird verwenden.

Doch Mensch schwer beschäftigt im Alltag
nicht an die Schöpfung glauben mag.
Stattdessen fast blind und taub agiert,
lieber nach Reichtum schwadroniert.
Könnt’ er nur die Schönheit begreifen,
gäb es auf Friedhöfen weniger Schleifen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Pegida-Gründer Bachmann inszeniert Abschiebung aus Großbritannien

Die Neue Rechte buhlt um jedwede Aufmerk-samkeit

Dabei scheint sie bewußt negative Aufmerksamkeit anzuwenden, die besonders all jene an den Tag legen, die ansonsten nicht mittels eigenen Verstandes in der Lage, etwas konstruktiv sinnvolles zu leisten. Es werden sämtliche Mittel in Anspruch genommen, sich explizit mit Haßparolen und Phrasen Gehör zu verschaffen, was ein Lutz Bachmann mit der Gründung der Pegida von Beginn an beabsichtigte.

Wenigstens sitzen die ersten „Früchte“ im Deutschen Bundestag und dürfen demokratisch legitimiert sich im Plenum austoben, wenn auch nur als größte Oppositionspartei. Das scheint dem Pegida-Gründer Bachmann längst nicht genug, sodaß er ganz gezielt diese Abschiebung aus Großbritannien inszenierte. Am Montag wird er bestimmt vollmundig das Verhalten der Briten in Dresden bei der Pegida-Kundgebung lautstark rügen, vom entsprechenden Publikum schön brav applaudiert.

Gegendemos ein Tropfen auf dem heißen Stein?

Weil sich genügend Sympathiesanten einfinden, die jener Neuen Rechten ihre Gefolgschaft zusichern, nachdem jahrelang Rassismus in den Köpfen derer wuchern konnte, der sich stets zurückhalten mußte angesichts einer Gesellschaft voller Toleranz. Damit soll jetzt endgültig Schluß sein, sie versuchen sämtliche Register zu ziehen, um ihren kruden Haß auszuleben.

Dabei bilden sich Vernetzungen von genau jenen Gruppierungen, die zuvor meist für sich allein agierten. Von Hooligans über eine Pegida, von einer NPD zur AfD, von Patrioten hin zu den Identitären, sie alle obendrein freundlich unterstützt von Franquisten, Le Pen-Anhängern, über Orbán bis hin zu Putin. Letzterer macht keinen Hehl daraus, die Neue Rechte sehr ersichtlich zu unterstützen.

Speakers‘ Corner duldet keine rechten Parolen

Ein deutliches Zeichen, was die Briten damit völlig zu Recht setzen. Man wünschte sich dasselbe für Deutschland, denn Meinungsfreiheit muß selbstverständlich Grenzen haben. Und zwar stets dann, wenn Rassismus sich austoben will. Eine tolerante Gesellschaft hat genau das eben zu unterbinden, möchte sie nicht selbst sich einer solchen Gefahr aussetzen.

Insofern verhindert zumindest in aller Öffentlichkeit Großbritannien einen direkten Austausch mit den Bachmanns und Sellners, wenn auch jene Rechtsradikalen dennoch über andere Wege kommunizieren bis hinein auf Plattformen wie Facebook. Die dortigst halbherzige Überwachung rechtsextremer Gruppierungen und Statements läßt nach wie vor zu wünschen übrig. Dabei ist es vielmehr aufmerksamen Beobachtern zu verdanken, wenn solche Haßbotschaften gelöscht werden.

Daß heute Abend André Poggenburg, der ehemalige Landesvorsitzende der AfD Sachsen-Anhalt, zur Pegida-Kundgebung in Dresden Herrn Bachmann unterstützen will, sollte nicht verwundern, es paßt zum Konzept jener Neuen Rechten.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Wendelin

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Wendelin
kaufte sich ein Trampolin,
darauf sprang er täglich
auf und ab, anfangs spärlich,
weil ihm die Puste fehlte,
Sport ihn schon immer quälte.

Nebenan im Nachbarhaus
wohnte seit kurzum Fräulein Kraus,
der Gartenzaun war zu hoch,
nirgends ein geheimes Guckloch,
kein Fenster auf dieser Hausseite,
das Trampolin seine Neugier befreite.

Beim Springen hoch nach oben,
er sah ihren Busen, der war zu loben.
Während er neuen Schwung holte,
sein Herz sich für kurze Zeit erholte.
Das Fräulein hatte nicht nur diese Vorzüge,
sicher war, so ein Gesicht niemals betrüge.

Er sprang, hüpfte den ganzen Sommer lang,
den Herbst hindurch bis zum Jahresanfang.
Wendelin erschlankte sichtlich, war muskulös,
Silvester wollte er mit ihr feiern pompös.
Freunde, alle Nachbarn lud er ein,
sein Begehren sollte noch Geheimnis sein.

Fräulein Kraus brachte ihre Freundin mit,
Wendelin beobachtete sie auf Schritt und Tritt.
Er erhoffte sich eine Umarmung um Mitternacht,
konnte kaum erwarten, bis es endlich kracht.
Sie gab ihm sogar ein Küßchen am ersten Jänner,
flüsterte, es schad` is! Ich steh auf dicke Männer!

Nafia

Kategorie: Gedichte

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System Change auf leisen Sohlen oder lautstark unterwegs?

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Der Gag der Woche – oder wieso man vieles ernst nehmen sollte

Um direkt mal mit der Tür ins Haus zu fallen, vollkommen egal, ob leise oder laut, viel wichtiger verdeutlicht die Erkenntnis, daß längst ein System Change unwiderrufbar seinen Lauf begonnen hat. Oder sollte man eher bemerken, die große Masse läßt einfach derartige Entwicklungen zu, ohne die geringste Ahnung was da vor sich geht?

Bewährte Mittel, weitreichend Machteinfluß auszuüben, greifen fleißig weiterhin, natürlich demokratisch legitimiert wie die dritte Koalition unter einer Frau Merkel, parallel im Riesenreich Russland, wo ein Herr Putin sich ins dritte Jahrzehnt an der Spitze der Regierungsmacht vom Volke wählen läßt. Na, klingelt’s? Wo ist der Haken?

Während hierzulande noch eine bunte Opposition im Deutschen Bundestag den Anschein von freiheitlicher Politik weckt, sieht man in Russland weder eine derartige, geschweige denn, daß jemand eine Chance erhält, den ehemaligen KGB-Mann herausfordern zu dürfen. Dessen nächste Präsidentschaft eine längst beschlossene Sache. Mit Demokratie hat das nichts zu tun, aber ein System Change liegt dort somit bereits vor.

In China wird zusätzlich eine Schippe draufgelegt, indem Xi Jinping für unbegrenzte Zeit regieren darf. Hatten wir im vergangenen Jahrhundert noch gedacht, das Zeitalter diktatorischer Herrscher sei überwunden, setzt sich jene Macht jetzt einfach fort. Das Perfide daran, die Menschen lassen es zu trotz weitreichender Aufklärung eines installiert wachsenden Internets. Ein Widerspruch in sich oder gleichzeitig reale Chance, auch dort effektiv manipulativ vorzugehen?

Das Stichwort lautet Cyberkrieg. Es toben die weltweiten Einflüsse, bestimmen ein Stückweit den weiteren politischen Verlauf. Dazu gesellt sich längst ein neues Wettrüsten mit ungeahnten Dimensionen. Vergessen wir nicht, daß technische Möglichkeiten grausamst häßlich präzise Tod und Elend bringen. Menschheit an der Schwelle, sich und fast alles Leben auszurotten.

Wir lesen den Kurs der Nato, die bereits in berechnender Selbstverständlichkeit Russland als Feind betrachtet, im Gegenzug Putin vor den Einflüssen des aggressiven Nato-Westens warnt. Beste Voraussetzungen für neue Eskalationen, die ohnehin in stellvertretenden Konflikten und Kriegen ihre Bewährungsproben austoben, betroffene Zivilbevölkerungen darunter zu leiden haben. Frieden nur dort, wo die Kontrolle und Drohgebärden wirken.

Wie dabei das Unvermeidbare stoppen? Diplomatie im Dauerstreß, um das sinkende Schiff irgendwie zu retten? Was nützen Abkommen, globale Verträge, Handels-beziehungen, wenn die Macht der Militärs am Ende sich furchtbar durchsetzt und entlädt? Lawinen sind Naturgewalten, menschliche Entwicklungen hin zu diesem System Change der direkte Weg in die Apokalypse.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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