Erdogans Türkei sorgt mit für weltweite Eskalationen

DİTİB treibt gefährliche Kriegspropaganda voran

Die Spitze des Eisbergs taucht ziemlich schnell ab, weil die letzten Ereignisse zunächst überraschend den hektischen Alltag überrennen, selbst Medien kaum noch nachkommen in der Berichterstattung all jener Kriegsereignisse und Terroranschläge sowie sich verselbständigenden Gewalteskalationen.

Die Talkshow von Maybritt Illner hatte versucht, ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen mit der Fragestellung zur Sendung, ob mit Erdoğans Kampf gegen die Kurden die Gewalt zu uns kommt. Das Fazit jener Runde im ZDF stellt dies durchaus fest, wobei sich alle darüber einig waren, die demokratischen Werte hierzulande zu bewahren und durchzusetzen, was somit auch mit wachsender Kritik an Erdoğan selbst nur verbunden sein kann.

Was die Supermächte unterlassen, führen andere aus

Um es mal direkt beim Namen zu nennen, ihre Bündnispartner bis hin zu gewissen Despoten. Schaut man zurück, kommt man nicht umhin, um dies zu bestätigen. Ziemlich schnell wurde ein Gaddafi gezielt ermordet, Libyen per Bomben destabilisiert, der Syrien-Krieg eine willkommene Gelegenheit, Assad per Gewalt zu vertreiben, in jenem anhaltenden Stellvertreterkrieg nimmt die Beteiligung zu, denkt man an Israel und die Türkei.

Einen Recep Tayyip Erdoğan lassen die USA weiterhin gewähren, wobei gleichwohl Russland sich zurückhält, seine Expansion nimmt ihren Lauf, ob jener Kriegstaumel des Nato-Partners Türkei sich verheerend rächen wird, könnte schnell absehbar sein. Schon taucht die Rede von einer Art Protektorat auf, wie Kristian Brakel, Büroleiter der Heinrich-Böll-Stiftung in Istanbul, verlautenbaren läßt, die türkischen Streitkräfte werden wohl nicht abziehen, Afrin war nur der Anfang.

Moscheen Brutstätten für Erdoğans Weg?

Mithilfe des DİTİB (Diyanet İşleri Türk İslam Birliği), dem Verein Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion, scheint der türkische Despot seine gefährliche Kriegspropaganda voranzutreiben, wie gleichwohl in Illners Sendung angemahnt wurde. Einerseits verbittet die Türkei jegliche Einmischung in ihre Politik, aber auf deutschen Boden dürfen in dortigen Moscheen derartige Haßbotschaften sich verbreiten. Logischerweise fühlen sich die hier im Lande lebenden Kurden zwangsläufig bedroht und gleichzeitig in Stich gelassen genauso wie jüngst in Afrin.

Immer größere Kreise ziehen die sich anbahnenden Eskalationen, die durch jenen „Türkischen Pascha“ vorangetrieben den Syrienkrieg erst recht anhalten lassen. Fügen wir die anderen Nationen wie den Iran hinzu, offenbaren sich unheilvolle Szenarien. Da braucht es nur Hardliner wie den von Trump neu einberufenen John Bolton als Sicherheitsberater, der jetzt H.R. McMaster ablöst, um gleich mehrere folgenreiche weltweite Spannungen zu erahnen. Eine gefährliche Mischung, die uns alle aufhorchen lassen muß!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Menschliche Götterweisheiten

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Gescheiterte Existenzen
können nur glänzen,
indem sie Gutes zerstören,
damit andere ihnen zuhören.

Sie frisieren ihre Lügen
mit falschen Papieren,
betrügen sich solange selbst,
bis ihr Ego das für richtig hält.

In diesem falschen Konstrukt
fühlen sie sich im Mittelpunkt,
sind keine streunende Köter,
sind anzubetende Götter.

Und wie reagieren wir darauf?
Wir lassen ihnen ihren Auslauf!
Im Wissen, Götter immer schon fehlbar waren,
im Glauben ihre vermenschlichten
Charaktere mögen uns vor Fehlern warnen.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Bundesregierung setzt auf Ausbeutung des Waldes

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Forderung zur naturnahen Waldwirtschaft

Es schaut keineswegs vielversprechend aus beim 47. Internationalen Tag des Waldes, der am Mittwoch stattfand, vollmundig Erfolge zum Besten gegeben werden wie die von der deutschen Regierung gemeinsam mit der IUCN (International Union for Conservation of Nature) und der GPFLR (Global Partnership on Forest and Landscape Restoration) 2011 ins Leben gerufenen „Bonn Challenge“, mit deren Zielsetzung bis 2020 weltweit 150 Millionen Hektar und zehn Jahre später minimum 350 Millionen Hektar dekradierte und entwaldete Landfläche wiederherzustellen.

Dem widerspricht die gängige Praxis hierzulande, daß seit 2010 alljährig mehr Holz verbrannt als verbaut oder weiterverarbeitet wird. Hinzu kommt die weiterhin auch seitens der neuen Bundesregierung erklärte Absicht, monoton anfällige Nadelwälder statt mehr Mischwälder zu fördern. Insofern setzt das Kabinett Merkel auf Ausbeutung des Waldes, befindet sich auf dem Holzweg!

Was vor zwei Jahren bereits deutlich angemahnt, setzt sich einfach fort

Von Einsicht oder gar Weitsicht keine Spur. Massentierhaltung und somit die Landwirtschaft setzt weiterhin dem deutschen Wald erheblich zu, die an-haltende Ignoranz diesem wertvollen Stück Natur gegenüber spricht Bände. Völlig zu Recht weist ROBIN WOOD auf den Umstand hin, daß die Ammoniak-Emissionen im Koalitionsvertrag noch nicht einmal erwähnt wurden. Profitable Gewinne scheinen der Regierung wichtiger als die Ressource Wald.

Trotz immer noch kränkelnder Bäume verharrt die verantwortliche Politik, zieht es oftmals eher vor, per Hochglanzbroschüren auf bisherige Bemühungen hinzuweisen, bei gleichzeitiger Verfehlung die eklatanten Ursachen zu beseitigen, stattdessen bekräftigt das Bundesforstministerium (BMEL) sein eigenes Konzept einer höheren Baumfällung bei gleichzeitiger Vernachlässung nachwachsender Wiederaufforstung.

Verbesserter Kronenzustand nur ein Wermutstropfen?

Man mag sich freuen, daß wenigstens der Kronenzustand sich im Vergleich zum Vorjahr verbessert haben soll, wie in der Waldzustandserhebung 2017 nachgelesen werden kann. Das war’s aber auch schon an positiver Meldung. Alles weitere sollte viel eher sorgenvoll aufhorchen lassen, schließlich ist gerade der deutsche Wald immer noch gefährdet, gleichwohl die dort lebenden Tiere und andere Pflanzen.

Wer stets nur den Profit des Waldes hauptsächlich innerhalb verantwortlicher Politik als Hauptaugenmerk verfolgt, dem entgehen die dringend notwendigeren Vorteile jenes natürlichen Raumes: Artenvielfalt, Klimaschutz und Strukturreichtum sowie eine Naturnähe, die besonders wervoll sich für uns Menschen präsentiert.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Naturschutz

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Feilgebotene Narzißtenliebe

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Menschen stellen ihr Leben wie Waren
im Selbstbedienungsladen
auf Social Media Plattformen,
ähnlich sortiert wie in Regalen
nach Gruppen, Vorlieben, Idealen.

Damit man jeden sieht, keinen überhört,
jeder hat sein personalisiertes Egoalphabet.
Selfies allein sind kein Markenzeichen,
das Photo von gestern, heute veraltet,
ein Zeigefingerdruck nicht ausreichend.

Um in den Berühmtenhimmel aufzusteigen,
müssen alle zehn Finger die Tasten greifen,
müssen sie Gefühle zum Klingen bringen,
ob gut, ob schlecht, ob Held, ob Opfer,
egal, Hauptsache es erhöht das Egopolster.

Ständige Aufmerksamkeit erreicht man
mit Glückswolken und Sorgenharndrang.
Piept, blinkt es auf der eigenen Netbühne,
steigt man aufs Podest der Unvergessenen,
ist das Ehrung für die beste Narzißtenliebe.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Merkels Regierungserklärung durch CSU überschattet

Natürlich gehört auch der Islam zu Deutschland

Genauso wie zu anderen europäischen Nationen als auch generell zu all den Ländern, wo Muslime ein friedfertiges Dasein fristen. Wer etwas anderes behauptet, Rechtsextremisten ohnehin und der Koalitionspartner der Bundeskanzlerin, die CSU, die wollen nicht nur gezielt polarisieren, sondern tragen entscheidend mit dazu bei, die im Grundgesetz verankerte Religionsfreiheit zu gefährden.

Man könnte den Seehofers und Dobrindts nicht nur unterstellen, im trüben Wasser der Neuen Rechten fischen zu wollen, darüber hinaus taucht unweigerlich die Frage auf, ob ein solcher Koalitionspartner dem Kabinett Merkel IV guttut. Ihre Regierungs-erklärung umspannte im Wesentlichen den beschlossenen Koalitionsvertrag, wobei sie auch die Gelegenheit nutzte, das völkerrechtswidrige Verhalten der Türkei in Afrin scharf zu verurteilen, obwohl eine Frau Merkel sicherlich andere Möglichkeiten hätte, einem Herrn Erdoğan die Stirn zu bieten, was sie allerdings aufgrund von Nato-Ver-pflichtungen einfach unterläßt.

Religionsdebatten führen nicht weiter

Gleichzeitig nutzen sie einer AfD zusammen mit all denjenigen, die am Liebsten den Nationalismus hofieren, beste Voraussetzung für eine sich zersetzende Spaltung in der Gesellschaft bis hin zu Ausgrenzung und gelebten Rassismus. Das alles fördert eine CSU, allen voran jener Horst Seehofer. Dabei verkennt dieser, inwieweit Religionsdebatten keineswegs weiterführen.

Anstatt zu akzeptieren, daß über 4,5 Millionen Muslime im Lande leben, weitestgehend integriert, die ebenso am Wohlstand Bayerns ihren Anteil haben, versucht die CSU diese auszugrenzen. Ein völlig verkehrtes, kontraproduktives Signal. Im selben Atemzug das christlich-jüdische Abendland hervorzuheben, verkennt deutsche Verfehlungen, denkt man an die Judenverfolgung und den Holocaust. Viel eher sollte eine CSU endlich Konsequenzen aus der Geschichte ziehen und eine derart unnötige Debatte tunlichst vermeiden!

Das neue Regierungsbündnis somit auf wackeligen Beinen?

Mit Blick aufs neue Kabinett kann man diese Frage nur bejahen. Erst recht mit einer CSU und geschwächten SPD, deren „S“ im Parteinamen mehr denn je an Glaubwürdigkeit verloren hat. Wer schon mit einer solch fragwürdigen Idee wie die des Hubertus Heil aufwartet, Langzeitarbeitslose sollen gemeinnützige Arbeit leisten, der hat gleichwohl deren Schicksale nicht ansatzweise verstanden wie damals eine Frau von der Leyen, die noch gemeint hatte, Bauarbeiter mal hurtig in Büros unterbringen zu können.

Anstatt auf die Betroffenen endlich maßvoll human zuzugehen, folgt die nächste Gängelung, eine Fortsetzung jenes Sozialrassismus, den gerade jene SPD unter Schröder initiiert hatte. Das läßt ziemlich tief blicken, gleichwohl die bevorstehende Zielsetzung dieser Merkel-Regierung.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Nation eine Vielfachgeburt

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Bewahren wir ihr Gemeinwesen

Jede Nation besteht aus Geborenen verschiedener Familien. Die Anzahl dieser Personen kann variieren und ist nicht von einer bestimmten Größenordnung abhängig. Nationen können demnach genauso aus 100 oder aus 100 Millionen Personen bestehen. Was nicht bedeutet, daß sie sich nicht tangieren, in sich geschlossene Welten darstellen. Der größte Teil von Menschengruppen, die sich Nationen nennen, ist gleich der Mengenlehre durch verschiedene Weisen miteinander in Verbindung zu bringen. Wäre eine Nation eine hermetisch abgeriegelte Gruppierung, wäre sie auf Dauer nicht entwicklungsfähig.

Man muß nicht alle Zusammenhänge verstehen, die dazu geführt haben, welche Wörter, Begriffe, Ausdrücke, die im jetzigen Sprachgebrauch angewendet werden, eine Sinnhaftigkeit ergeben, die für alle verständlich ist. Bei manchen Assoziationsmöglichkeiten, die sich durch die Sprachgeschichte der Wörter ergeben, bleibt vieles im Dunkeln, im Nebel oder erscheint im hellen Licht. Anders ausgedrückt, einige kognitive Denkstrukturen der Altvorderen können nicht mehr nachgewiesen werden, bei anderen wird eine sprachverwandte Komponente zur Klärung hinzugezogen, und bei der dritten Möglichkeit ist es selbst vom heutigen Stand des Wissens erfreulich, mit welcher Weitsicht der Ahnen Wörter zu ihrem Namen kamen.

Nation, französisch nation, lateinisch natio, das Geborenwerden; Geschlecht; Volk(sstamm), zu natum, Natur (Duden) Synonyme sind, Staat, Land, Volk, Gemeinwesen.

Natur, mittelhochdeutsch natūre, althochdeutsch natūra , lateinisch natura, Geburt; natürliche Beschaffenheit; Schöpfung, zu: natum, 2. Partizip von: nasci, geboren werden, entstehen Andere Begriffe sind, Flora und Fauna, Naturreich, Tier- und Pflanzenwelt, Charakter, Gemütsart, Persönlichkeit, Temperament, Individualität, Beschaffenheit, Zustand.

Natur ist niemals ein für sich allein abgekapseltes Gebilde. Sie ist ein weltumspannendes, sogar allumspannendes verwebtes Konstrukt. Nichts in ihr lebt für sich alleine. Sie basiert auf Wechselwirkung, Austausch, Veränderung.

Diese natürliche Beschaffenheit, diese Schöpfung, dieses Geboren werden, dieses Entstehen, diese Natur bildet die Erkenntnis zur Bildung einer Nation. Sämtliche künstliche Eingriffe in dieses Staatengebilde, in dieses Naturreich, in diesen Charakter können dazu beitragen, das Gemeinwesen, die Schöpfung, die Individualität zu zerstören oder zumindest schweren Schaden zufügen, dessen „Heilung“ extreme Anstrengungen erfordert.

Wer absichtlich verhindert, daß sich Natur, Nation entfaltet, Stop von Austausch, Verhinderung einer Wechselwirkung, Veränderungs-, Entwicklungsverbot, der handelt wider die Schöpfung und gegen den Staat.

Wenn uns Menschen eine „Aufgabe“ obliegt in diesem Naturkreislauf, in der Gemeinschaft einer Nation, dann ist es, den von der Natur gegebenen kognitiven Verstand darauf zu verwenden, die Schöpfung Natur und die Schöpfung Nation in einer harmonischen Koexistenz untereinander und miteinander die Geburten der Veränderungen, der ständigen Wechselwirkungen, des Austausches zu erhalten.

In diesem Sinne ist die Weitsicht und die Weisheit unserer Ahnen, Natur und Nation aus derselben Sprachwurzel zu benennen ein Zeugnis von kognitivem Verstand, der einigen Menschen wohl in diesen Tagen fehlt.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Kolumne

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Die Jahrzehnte nach dem Zweiten Weltkrieg

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Ein historischer Rückblick

Der Zweite Weltkrieg hat schließlich sein Ende gefunden. Darf die Welt befreit aufatmen? Die Geschichte zeigt es uns, wenn wir denn bereit dazu sind, rückblickend zu erkennen.

Die 1950iger Jahre waren europaweit geprägt vom Aufbau, in manch weltweiten Teilen ebenso, denken wir nur an die furchtbare Zerstörungsgewalt der zwei Atombomben, die von den USA auf Japan abgeworfen schreckliches Leid verursachten. Unweit davon der Zweite Indochinakrieg aufflammte. In mehreren europäischen Staaten herrschten weiterhin Despoten, wie in Portugal, Spanien und Jugoslawien, Deutschland geteilt durch die Befreiung der Westmächte und Unterdrückung im Osten durch die Sowjetunion.

Die Gesellschaft schien aufzuwachen

In den 1960iger Jahren entwickelte sich ein weltweiter Prozeß des Aufwachens beim Aufblühen der entstehenden Konsumgesellschaft. Einerseits verschärfte sich der Ost-Westkonflikt durch Mauerbau und dem Beginn der Hochrüstung beider Weltmachtstaaten, andererseits eskalierte der Vietnamkrieg zur Farce mit vielen Opfern. Es folgte das Ende der Kolonialmächte, die befreiten Staaten wurden unabhängig. Gleichzeitig zeigte sich ein neuer Widerstand initiiert durch die Befreiung konservativer Moralvorstellungen, deren ganze verlogene Tragweite entlarvt wurde, gegen Ende des Jahrzehnts stand eines fest: Make love, not war, während endlich der Mann im Mond als Mär verschwand, aber der erste Schritt eines Menschen den Erdtrabanten erreichte.

Entwicklungen brauchen ihre Zeit, bis sie angekommen sind in den Völkern. Gleich zu Beginn der 1970iger Jahre setzte die Ölkrise ein Zeichen: Unsere Ressourcen wurden als begrenzt erkannt. Bürger- und Protestbewegungen setzten sich verstärkt fort, die Menschen wollten nicht mehr einfach alles schweigend hinnehmen, die Konsumgesellschaft entpuppte sich als trügerisch, während die Politik keineswegs die Stimmen erkannte, sondern hochgerüstet ihren Kurs fortsetzte. War mit dem Nato-Doppelbeschluß der beinahe stattgefundene Atomkrieg verhindert worden? Zunächst mal schon, auch wenn am Ende des Jahrzehnts die Sowjetunion in Afghanistan einmarschierte.

Am Ende der 1980er tatsächlich eine Wende?

Die 1980iger Jahre das Jahrzehnt, welches das Ende des Ost-West-Konfliktes einleitete? Unbedingt im Nachhinein. Ausgerechnet das stets überrannte Polen war es, welches mit Lech Walęsa und seiner Solidarność den Beginn vollzog. In Deutschland auf der einen Seite die große SPD von der kleinen FDP hintergangen wurde, um den Weg der bevorstehenden Kohl-Ära zu ebnen, andererseits Bürgerprotestler sich in der Partei der Grünen wiederfanden und deutsche Politik mitgestalteten. Die Umwelt stand im Fokus und erhielt eine Chance.

Mit dem Mauerfall und der Fortsetzung der Kohl-Regierung in Deutschland waren die 1990iger Jahre geprägt von den Versuchen, zwei grundverschiedene deutsche Staaten zusammenzuschweißen, während tatsächliche Unterschiede in verbalen Vorurteilsdebatten mündeten, ein Ende dessen nicht in Sicht. Was der wache Politiker Oskar Lafontaine voraussagte, fand tatsächlich statt: Die hochgefeierte Wiedervereinigung kostete die Menschen sehr viel Geld, Enteignung und Bereicherung derjenigen, die dies von Beginn an kaltschnäuzig geplant hatten!

Das erste Jahrzehnt des neuen Jahrtausends war gleich zu Beginn eingeläutet worden als das Argument zum Ende der Bürgerrechte, staatliche Überwachung begünstigt durch einen Terroranschlag gegen die Weltmacht USA. Ob inszeniert oder nicht, weltweite Folgen standen an. Schurkenstaaten wurden ausgemacht, die atomare Bedrohung durch Weltmächte abgelöst mit der längst vollzogenen Möglichkeit vieler Terrorzellen, die niemand ausmachen konnte, es sei denn, sie waren entlarvt. Heimtücke vielerorts, das Jahrzehnt der gezündeten Selbstmordattentäter hatte seinen traurigen Höhepunkt, während weiterhin weltweite Hungersnöte statt abzunehmen eher zunahmen. In Deutschland entwickelte der Hoffnungsträger SPD zusammen mit den Grünen die größte Soziallüge: die Hartzgesetze, eine unerträgliche Form des Sozialrassismus!

Wie verläuft das zweite Jahrzehnt bisherig?

Zunächst durfte man davon ausgehen, daß gerade das Zeitalter des Internets eine enorme Chance bot, daß gut organisierte Geister weise handelnd Menschen zusammenführen. Die Wirklichkeit offenbarte das vielfach eben nicht. Rechtsextremismus breitete sich viel eher aus.

Die Bevölkerung ließ sich neben dem Medienspektakel auch von jener Entwicklung ablenken, während die Politik in trauter Verbundenheit mit einer Wirtschaft der Konzerne den Kurs der Unterdrückung und Ausbeutung eiskalt fortsetzt. Die weltweiten, meist friedlichen Widerstände waren zunächst ein deutliches Zeichen dafür, daß das Ende der Herrschaft des Kapitalismus in dieser Form stattfinden sollte. In den verbleibenden knapp zwei Jahren schaut es allerdings eher düster aus, ein erneuter kalter Krieg entflammt, gleichzeitig nehmen weltweite Krisen und Kriege zu.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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