Alle Zeit verloren

Die Fahrstuhltür fällt zu.
Nicht, daß ich friere.
Mir gegenüber, du.
Es ist kurz vor viere.

Meine Knie steif wie Sahne.
Knopf gedrückt, achte Etage.
Finger flattern wie eine Fahne.
Boden schwingt, nichts in Waage.

Graue Wände starren sich an.
Reflektieren funkelnde Blitze.
Leises Schnaufen zerschmettert daran.
Hauchfein tropft eine Atempfütze.

Kling, Kling tönt es vom Boden.
Augen zu, Augen auf.
Blicke beseelen fremde Oden.
Peinlichkeit, ach Scheiß drauf!

Wir liegen uns in den Armen.
Kuß. Schwindel kaum zu ertragen.
„Wolltest du nicht erst morgen…?“
„Ohne dich ist die Zukunft ein Gestern!“

Die Fahrstuhltür springt auf.
Nicht, daß ich schwitz´.
Zeit mit dir, ein Sternenhauf´.
Mir nahe, dein Antlitz

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Jeder Mensch ist illegal unterwegs – weg mit den Freiheiten

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Hauptsache elitäres Gehabe setzt sich durch

Ganz genau, Sie haben völlig richtig gelesen. Wo kommen wir dahin, wenn weiterhin jeder seine Meinung kundtun darf, überhaupt zu jedem Thema seinen Senf äußert, frechweg im Internet sich tummelt, auf Plätzen brüllt oder gar Gehör vor einer auf ihn gerichteten Kamera findet. Nix da, das wird ab sofort nicht mehr geduldet!

Warum denn das, mögen manche perplex sich fragen. Na, klingelt’s etwa nicht, fällt keen Groschen? Egal, schließlich sind bei vielen die Hirnwindungen weichgespült angesichts all der sie umschwirrender Manipulation. Während gewisse Pappnasen gern vollmundig eine Lügenpresse ausmachen, entfleucht aus deren Munde ganz eigenes Zusammengereimtes mit dem Selbstzweck, sich fürstlich zu bereichern, auf Kosten all derer, die solche Zielsetzungen ohnehin nicht für möglich halten, sondern ihnen gar zujubeln.

Aber das kennen wir doch schon, gab es vor einigen Jahrzehnten in diesem Land mitten im Herzen Europas, anstatt die Zeit dazwischen zu verinnerlichen, immerhin gab es genügend eindeutige Denkanstöße, die zur weitreichend gepriesenen Freiheit führten, wiederholt sich die Sehnsucht nach einem, der es für sie richtet. Wie blöd ist das denn?

Insofern sei jeder Mensch illegal unterwegs, außer jene treudoofen heimatverliebten Patrioten und Identitären, die meinen, sie hätten Ansprüche auf ihr Land, angebliche Werte. Dann lieber weg mit den Freiheiten, gut sichtbar beim schwachen Geschlecht, die Frau zurück an Heim und Herd, bloß nicht aufmucken, wenn der Herr im Hause auf den Tisch haut. Na, da paßt doch brillant das elitäre Gehabe jener Klientel der Oberklasse, die ohnehin sich vom gemeinen Volk abkoppelt. Ausbeutung hat halt ihren Preis, nach dem soll sich gefälligst der moderne, gut überwachte Arbeitssklave richten. Falls nicht, sind die Weichen längst gestellt!

Immer schön provozieren, vortrefflich funktionieren solche Polithelden wie jener Spahn, der ins gleiche Horn bläst wie der Heimat-Horst. Selbstgefällige Steigbügelhalter der Neuen Rechten, man weiß ja nie, für was das gut sein könnte, vielleicht lösen die ja spätestens in vier Jahren Merkel IV ab, weil ne SPD völlig abgewirtschaftet, die Leute entgültig das Vertrauen in die hochgestochene Politik verlieren. Dann lieber per Protest die ollen extrem Rechten wählen, die richten das schon. Ohje.

Was wäre das für eine Welt, die keine Grenzen hätte, jeder Mensch sich mal wirklich frei bewegen dürfte, überall sozialer Notstand Geschichte, Kriege sowieso? Selbst zwölf Milliarden unserer Spezies friedlich zusammenleben, ohne Neid, ohne Religionsdebatten, Umweltzerstörung? Das sogenannte Paradies, welches seinen Weg zurückfindet, obwohl anfangs Adam und Eva aus ihm vertrieben? Die Menschheit geläutert, da die Erkenntnis sich durchsetzt, wir sind alle gleich vor der Schöpfung, die genau das will, somit ihr Sinn endlich verstanden und umgesetzt wird?

Die Antworten finden sich im Wahnsinn eines sich fortsetzenden Alltags, der auch nach dem Lesen dieser Zeilen uns erneut begegnet. Machen wir das Beste draus, vielleicht bewirken Sie manch Veränderung.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

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Malita

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Malita
ist verliebt in Dieta.

Der darf das niemals wissen,
lieber heult sie in die Kissen.

Noch nie hat sie ihn gesehen,
das mindert nicht ihr Sehnen.

Seine Stimme, diesen Klang
hört sie ständig durch die Wand.

Wenn er spielt, wenn er baut,
singt er Kinderlieder laut.

Ihr Kuscheltier Till weiß von dieser Lieb`,
er versteht sie immer auf Anhieb.

Morgen darf Dieta nach draußen,
hören ihre Ohren, die an der Wand lauschen.

Kürzlich ist er nebenan eingezogen,
sie empfand das als Geschenk, ungelogen.

Schon lange wartet sie auf ein Brüderchen,
ihre Eltern haben dafür kein Verständnischen.

Zwei Schwestern sind ihre Spielgefährten,
diese Babys, bis vor kurzem schrien sie, plärrten.

Sie betete abends zu allen Feen,
daß Dieta sie als Freundin wird sehn.

Im rosa Kleidchen steht Dieta vor ihr,
Mama sagt: Dies ist Dieta, sie ist wie du vier.

Malita rennt schluchzend ins Kinderzimmer.
„Till, weißt du was? Leise Stimmen lügen immer!“

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Russland: Guter Putin vs. bösem Westen ein verzerrtes Bild

Giftanschlag läßt viele Fragen offen

Die Wahrheit liegt irgendwo zwischen den Fronten, die ohnehin genauso gewollt sind. Darin sind sich wohl alle Beteiligten einig, sonst gäbe es weder einen neu entflammten kalten Krieg noch ein massives Wettrüsten bei gleichzeitig grausam anhaltenden Kriegen und Krisen.

Wer tatsächlich meint, seine Version zur Wahrheit hätte einen Anspruch, Gehör zu finden, dem kann man erst recht nicht trauen, weil die unterschiedlichen Behauptungen und gegenseitigen Belastungen ihr kaum standhalten können, es sei denn, man entscheide sich für die ein oder andere Seite. Da mögen sogenannte Putinisten jetzt aufschreien oder all jene, die an eine brave Nato glauben, die nur Friedensabsichten zum Wohle des westlichen Bündnisses hege. Beides entspricht keineswegs der Realität, die bewußt wesentlich komplexer und komplizierter sich gestaltet.

Wer den Ex-Spion Skripal grausamst vergiftet, bleibt im Dunkeln

Werden wir jemals vollumfänglich die ganze Wahrheit erfahren? Selbst wenn jetzt Deutschland, Frankreich und die USA die Verantwortung bei Russland sehen, wird lediglich der Konflikt zwischen den beiden Supermächten angeheizt, mit Aufklärung hat das reichlich wenig zu tun. Schuldzuweisungen sind keineswegs zielführend. Selbtverständlich muß Russland und somit auch Putin in jenem Giftskandal verwickelt sein. Die Option, daß irgendwelche nicht systemkonforme Russen ihre verbrecherischen Neigungen ausleben, darf man getrost als wilde Spekulation verwerfen. Wer ist schon so blöd und legt sich mit dem mächtigen Regime Putins an?

Aber der bald wieder gewählte Präsident und dessen Hintermänner selbst? Oder gar eine CIA-Inszenierung, um Russland zu diskreditieren, eben mit dem Bewußtsein, daß demnächst dort die Wiederwahl Putins bevorsteht? Der Möglichkeiten gibt es viele, die Antworten zur Wahrheitsfindung bleiben aus.

Die Doktrin des KGB hält weiterhin an?

Sodaß jedweder potentieller Feind einfach ausgeschaltet wird? Nach außen hin der Saubermann Wladimir Putin, sich seiner Sympathiewerte vom Volk sicher, keinewegs zufällig die westliche Neue Rechte fördernd, um gleichzeitig mit einem Herrn Schröder freundlich anzustoßen? Welch Widersprüche auch im Hinblick zur US-Wahlkampf-Affäre seitens russischer Intervention.

Die jetzt folgende Antwort per Sanktionen gegen Russland wegen Wahlbeeinflussung war hinfällig vorhersehbar, nur folgen sie ausgerechnet zum Zeitpunkt, als in Großbritannien kurz zuvor der ehemalige Oberst Sergei Wiktorowitsch Skripal überlief und jetzt vergiftet um sein Leben kämpft. Zufall? Wohl eher nicht, sondern kalkulierte Absicht, wobei man beide Seiten akribisch beäugen muß. Wer hierbei sich einfach vor jeweiligen Karren spannen läßt, kann schnell den Überblick verlieren bei der Weltlage, die uns alle betrifft.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Tanz der Mücken

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Sie malte Texte
ohne Sinn und Verstand
und stets mit dem Rücken zur Wand.
Sie liebte die Enge
ohne Fluchtmöglichkeit,
ihre Sehnsucht formte die Zeit.

Sie verfluchte Norm
ohne Ausnahmen,
Schöpfung gab sie viele Namen.
Sie schrie Leben,
ohne zu atmen in die Lüfte,
Morast reichte ihr bis zur Hüfte.

Sie kleidete Einfälle
ohne Beweise,
so das Gehirn nicht vergreise.
Sie wog Seelen
ohne Wasser in der Brandung,
Staubkörner formen Haltung.

Sie beringte Exzesse
ohne geölte Ösen,
um feste Strukturen zu lösen.
Sie sonnte ihr Herz
ohne aufgeblasene Bühne,
Würde war für sie Sühne.

Sie liebte blaue Wolken
ohne nassen Himmel,
warum ist ein weißes Pferd ein Schimmel?
Sie schaut nun von unten nach oben
ohne Erdgewichtung,
pfeifen Mücken den Tanz in der Lichtung?

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Dauerhafte Armut in Deutschland ganz gezielt gewollt

Alternativen sollten mit einer Abschaffung von Hartz IV folgen

„Ist der Ruf einmal ruiniert, lebt man fortan ungeniert.“ Dieser Spruch läßt sich ohne weiteres auch auf die Hartz-IV-Gesetzgebung anwenden. Nachdem die rot-grüne Bundesregierung die Hartz-IV-Gesetze durchgepeitscht hatte, diese ab Januar 2005 in Kraft traten, regte sich zwar einerseits viel Widerstand in unserem Lande, unterm Strich jedoch verblieb diese verfassungswidrige Anwendung. Die Betroffenen haben sich seitdem mit den realen menschenunwürdigen Repressalien abzufinden.

Schon einmal darüber nachgedacht, was die Folge sein könnte, wenn ein nicht unbedeutender Bevölkerungsanteil in Dauerarmut fast schon rechtlos, somit seinem Schicksal ergeben dahinvegetieren muß? Sicherlich, es mag Stimmen geben neben den populistisch bekannten Hetztiraden mancher Politiker, die meinen, daß jeder seines Glückes Schmied sei und daher die Hartz-IV-Empfänger es selbst in der Hand hätten, ihre Misere beenden zu können.

Ines Eck bringt es auf den Punkt

Doch haben bisher diese undurchdachten Systeme es eben nicht erreicht, die Zahl derer reell zu senken, um aus der Abhängigkeit dieses neudeutschen Korsetts zu entfleuchen. Das Gegenteil ist der Fall! Man darf hierbei ruhig von einer Endlosschleife sprechen, deren Ausgang versperrt bleibt und mit gewißer Absicht verbunden ist. Es läßt sich so wunderbar einfach bestimmen, wenn Menschen aus Angst vor Arbeitsplätzen fast jedwede Einschränkung in Kauf nehmen. Das gilt ganz besonders für diejenigen, die noch nicht in die Hartz-IV-Armutsfalle gerutscht sind, aber jederzeit betroffen sein könnten.

In dem Artikel Argumente gegen Hartz IV hat die Autorin Ines Eck ziemlich eindeutig und messerscharf völlig zurecht die Zustände mit diesen asozialen Gesetzen aufgezeigt, wie Sie dort gern selbst nachlesen können.

Natürlich bleibt es nicht aus, daß auch hierbei Alternativen zur Hartz-IV-Gesetzgebung aufgezeigt werden, wie u.a. daß jeder Arbeitnehmer das Recht hat, fair bezahlt zu werden sowie auf eine Existenz per abgesichertem bedingungslosen Grundeinkommen als Grundvergütung.

Einmal weitergedacht bedeutet im Grunde genommen die Hartz-IV-Gesetzgebung eine Grundvergütung, sie bezeichnet sich als Existenzminimum. Der einzige Unterschied besteht darin, daß dieses an Bedingungen geknüpft ist. Wer aber nicht arbeitswillig ist, fällt durch das Raster und hat das Nachsehen. Insbesondere das Instrumentarium der Sanktionen schlittert ständig entlang einer verfassungsgemäßen Handhabe; um es eindeutiger zu formulieren: Sie sind es! Somit schließt sich der Kreis der berechtigt scharfen Kritik von Ines Eck mit ihrer Formulierung, daß das Hartz-IV-System wie ein offener Strafvollzug ohne Gerichtsurteil und Strafmaßende organisiere, die Bürger würden Bürgerrechte wie das Recht auf Privatsphäre, Datenschutz und Freizügigkeit verlieren!

Wann erfolgt endlich ein Umdenken bei der Bildung, sozialen Notständen?

Kommen wir noch einmal zurück auf die Folgen von hingenommener Dauerarmut. Ein dermaßen gesättigt reiches Land wie Deutschland sollte einen solchen Zustand erst gar nicht dulden, muß sich der kritischen Frage stellen, warum es erst soweit kommen konnte.

Natürlich wurden viel zu spät Überlegungen angestrebt, was mit denjenigen geschehen solle, die aufgrund zunehmender Automation eben nicht mehr gebraucht werden würden. Dabei gäbe es noch ganz viele berufliche Perspektiven, wenn die Wirtschaft im Zusammenspiel mit der Politik nur bereit wäre, dahingehend zu investieren. Ganz besonders im sozialen Bereich wird immer noch viel zu wenig sich bemüht, unnötige Mißstände abzubauen und vor allem neue zu verhindern. Da gehört natürlich eine Erneuerung des sehr komplexen Bildungssystems hinzu, wobei ebenso neue Arbeitsplätze entstehen würden.

Gleichzeitig schwingt bei dieser Thematik die Überlegung mit, welche Berufe überbezahlt werden. Ja, Sie haben richtig gelesen. Es kann doch nicht sein, daß es Menschen gibt, die keine fünf Euro Stundenlohn beziehen, während in manchen Berufen ganz locker dreistellige Stundenlöhne an der Tagesordnung sind; von den maßlos überzogenen Gagen und Gehältern in Managerchefetagen, den TV-Stars etc. mal ganz zu schweigen. Wieder einmal ist hierbei die Frage der Verteilung von entscheidender Bedeutung – eine Schieflage, die ungerechter kaum sein könnte. Man mag solche Überlegungen als Neiddebatte oder Mißgunst auslegen, ganz abwegig sind sie dennoch nicht. Vergessen wir nicht, daß soziale Schieflagen, wenn sie entlarvt werden, meist der Ursprung für berechtigte Unzufriedenheit bis hin zu Unruhen sind.

Eine Gesellschaft, die meint, sie könne weiterhin unter solch gravierenden Mißständen wie die vollkommen destruktive Hartz-IV-Gesetzgebung ausharren, hat immer noch nicht begriffen, welch große Chance dadurch vertan wird. Was ist wichtiger: ein sozialer Frieden oder eine Fortsetzung der endlosen Gier? Diese Frage ist schnell beantwortet, wer noch halbwegs auf dem Teppich geblieben ist.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Soziales

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Wattierte Lügen

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Wattierte Lügen,
drapiert auf
brennenden Wahrheiten,
verbreiten
Unterwürfigkeit
als dienende
wohlige Wärme,
keiner sich davor schäme.

Uniformierte
Geschwisterlichkeit,
kein Feind aufweicht,
als Ziel dargereicht.
Der Niedrigste
sitzt auch mal oben,
sie sagen Kameradschaft
verscheucht Herrschaft.

Männliche Vernunft
besser als weibliche Emotion,
veraltete Phrasen
im Munde junger Hasen,
alte Narreteien
gespiegelt
im Schatten
von egomanischen Nimmersatten.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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