Hassen und hetzen – in Deutschland längst wieder salonfähig

„Nein, ich bin kein Nazi, kein Rassist“, eine vor-geschobene Ausrede

Vor Jahren, aber bisweilen heutzutage immer noch, wurden, werden Tiere bei der Dressur mit Kommandos zum Hassen, Hetzen gebracht. Dabei wird das Tier mißhandelt, indem man seinen Willen bricht und es dem vermeintlichen Gegner an den Hals hetzt. Die Tiere werden nach so einer Dressur aggressiv und zuweilen nicht mehr führbar.

Ab etwa Mitte des letzten Jahrhunderts wurde das Bewußtsein der Menschen langsam dahin gehend geändert, daß Strenge, absolute Unterwerfung, Zwang, Schläge in der Tierdressur eine Quälerei darstellen. Es wurden immer mehr Stimmen laut, gerade in der Zirkusdressur dieses Handeln zu verändern.

Etwa zur gleichen Zeit wurden etliche Mißstände in Heimen, Internaten, die unter dem gleichen Aspekt geführt wurden, in der Öffentlichkeit bekannt. Es leiden bis heute noch viele Menschen unter den Bedingungen, die sie in und bei solchen Instituten erlebt haben. Nicht zu vergessen die gleiche Strenge und Erniedrigung in psychiatrischen Anstalten.

Nun sollte man davon ausgehen, daß die freie Erziehung der 60iger Jahre ihre Lichter bis ins heute getragen haben. Aber weit gefehlt. Es wimmelt nur so von Rufern, die gerne die gute alte Zeit der absoluten Strenge und Disziplin herbeisehnen.

Wer die Gelegenheit hatte, mit Tieren in Kontakt zu kommen, dessen Wesen geformt wurde durch Züchtigung, wird auch wissen, wie schwierig es ist, bei diesem Tier wenigstens ein bißchen Vertrauen aufzubauen.

Wer die Gelegenheit hatte, mit Menschen in Kontakt zu kommen, dessen Wesen geformt wurde durch Züchtigung, wird auch wissen, wie schwierig es ist, bei diesem Menschen wenigstens ein bißchen Vertrauen aufzubauen.

Warum diese Satzwiederholung? Nur verändert durch die Wörter Tier und Mensch. Weil bis dahin die gleichen Gesetzmäßigkeiten auftreten. Eine Störung des Vertrauens. Wie wir alle wissen, sind dem Menschen die Sprache und höhere kognitive Fähigkeiten gegeben. Dies führt deshalb zu vermehrten Störungen der Persönlichkeit als bei den Tieren.

Hetzen in seiner ursprünglichen Bedeutung war hassen machen, zum Verfolgen bringen. Zum Verfolgen bringen, nicht nur der Beute hinterher jagen, sondern auch Andersdenkenden, den Befehl Verweigernden. Wenn nun Menschen, die in der ersten oder zweiten Generation Deutsche sind und deutsch aussehen, auf der Straße freundlich angelächelt werden, aber Deutsche, deren Nachweise des Deutschseins bereits Jahrhunderte zurückliegen, trotzdem ausländisch aussehen, eher wie türkisch, iranisch, syrisch, auf der Straße bespuckt und zur Fahrbahn geschubst werden, ist das dann nicht aufgehetzt? Vertrauensmißbrauch?

„Nein, ich bin kein Nazi, kein Rassist“, was aber dann? Vielleicht reicht die Grundregel, wer immer das Bedürfnis hat zu wiederholen, was er denn sei oder nicht sei, hat gerade damit sein Problem!

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Kolumne

Diese Kolumne erschien bereits am 24. März 2016 hier bei Querdenkende.
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Eiertanz um die Frauenquote ein Paradebeispiel

Das angeblich schwächere Geschlecht nach wie vor benachteiligt

Ganze Kerle machen keine halben Sachen, sondern pochen auf ihr Recht. Und dieses währt schon ziemlich lange, wo bei der Frage, ob es ein Matriarchat überhaupt jemals gegeben haben soll, bis heute die Geister sich scheiden, Experten allerdings sowohl bei den Historikern als auch den Feministinnen selbst die Meinung vertreten, es habe nie stattgefunden.

Aber woher stammt diese Einstellung des männlichen Geschlechts, das Ruder über-nehmen zu müssen? Beschränkt es sich einfach nur auf den Umstand, daß er kriegerisch jagend und beutesuchend, die Familie schützend durch die Gegend streifte, während sie die Mahlzeiten zubereitete, den Nachwuchs gebar und großzog? Mehr Muskelmasse als der Stärkere beansprucht für sich die Herrschaft über das scheinbar schwache Geschlecht?

Das Patriarchat somit eine uralt festgelegte Gesellschaftsform aus der kein Entrinnen möglich ist, Frauen sich unterzuordnen haben? Sowohl im Buch Genesis als auch im späteren Koran selbst sind da Adam und Eva. Dem aus Lehm erschaffenen Adam wird, weil Gott vergessen hat ihm ein Weib zu kreieren, eine Rippe entnommen, um daraus Eva zu formen. In diesem Glauben wird bereits die Dominanz des Mannes betont, Adam entdeckt in sich den Mann und in seinem Gegenüber die Frau.

Wenn du zum Weibe gehst, vergiß die Peitsche nicht!

Jetzt können Sie sich natürlich fragen, was dieser Satz aus Friedrich Nietzsches „Also sprach Zarathustra“ hier verloren hat, weil doch der starke Mann gefälligst die Frau beherrschen sollte? Nun, liebe Leser, ganz einfach. Diese Provokation des Philosophen wollte lediglich verdeutlichen, auch wenn sie bis heute noch oftmals mißverstanden wird, was die Urängste beider Geschlechter innehaben.

Der Mann möchte eben nicht seiner Freiheit beraubt werden, eingesperrt sein, sondern sich frei fühlen, auch wenn er eine Höhle gefunden hat. Die Frau spürt den Drang des Mannes nach Freiheit, bezweifelt, daß er sie meint, stellt ihn daher ständig auf die Probe und gibt sich erst dann zufrieden, wenn er die Liebe beteuert, sie wirklich will und diese ihr zeigt. Die Peitsche letztlich Ermahnung des Mannes an sich selbst, entweder dem Schoß treu zu bleiben oder eben rastlos dem nächsten Rock hinterherzuhecheln? Liegt darin auch der Schlüssel innerhalb der Gesellschaft im Verborgenen, warum Mann und Frau sich dermaßen ungleich gegenüber verhalten?

Feilscherei um Frauenquote ein Armutszeugnis

Schauen wir uns die Berufswelt an, hat sich in den letzten Jahrzehnten so einiges geändert. Männerberufe sind längst kein Tabu mehr für Frauen, die völlig zurecht für sich in Anspruch nehmen, es mindestens wenn nicht gar besser hinzukriegen als ihre männlichen Kollegen. Dabei werden sie stets wesentlich höheren Anforderungen unterzogen, um gefälligst nonstop Höchstleistung zu beweisen, damit das Vorurteil auf der Lauer liegend bedient wird.

Den umgekehrten Fall sollten wir aber ebenso erwähnen, wenn Frauenberufe von Männern gemeistert werden. Natürlich gibt es im Ying-und-Yang-Gerangel stets genau die Unterschiede, die halt Mutter Natur uns gegeben hat: kleine, schwächliche Männer, große und starke Frauen sowie das meist übliche Gegenteil. Dazwischen agiert Geist, Intelligenz und die Persönlichkeit eines jeden, um im Berufsleben sich zu bewähren.

In der Politik versuchen es derzeit Politikerinnen der neuen Großen Koalition, – ob nur aus Publicity-Gründen, bleibt mal dahingestellt, schließlich hatten die beiden Parteien sehr viel Gelegenheit in den letzten Jahren während ihrer Regierungsverantwortung, dies zu verbessern -, die Frauenquote für den Bundestag erneut anzuschieben. Daß der Anteil so niedrig wie seit knapp 20 Jahren nicht mehr, sollte nachdenklich stimmen.

So oder so, eine Gesellschaft, die wirklich für sich in Anspruch nehmen möchte, Emanzipation zu leben, kann gar nicht anders, als Frauen tatsächlich gewähren zu lassen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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Jacke wie Hose – keineswegs von Gleichgültigkeit geprägt

Nur wer differenziert, gelangt zu besseren Erkennt-nissen

Jacke wie Hose, ein Ausspruch, der aus dem Schneiderhandwerk hervorgegangen ist und seit dem 17. Jahrhundert in den Sprachgebrauch übernommen wurde, bedeutete ursprünglich beide Teile, Jacke und Hose, sind aus dem gleichen Stoff. So änderte sich nicht nur die Modewelt, sondern auch die sprachliche Ausdrucksweise wurde bereichert. Jacke wie Hose, das eine so gut wie das andere.

Es gibt viele Dinge im Leben, in denen es wirklich keine besondere Rolle spielt, ob wir nun den grünen Apfel oder den roten Apfel essen. Ein wenig anders verhält es sich mit Birne und Apfel, Ananas und Erdbeere, Johannisbeere und Pfirsich, alles sind Obstsorten, aber ihre Vitamine, Fruchtgehalte sind verschieden. So oder ähnlich ist es in vielen Bereichen, in denen wir eine Entscheidung treffen, die Entscheidung kann sehr differenziert gesehen werden, und es fällt schwer, zu einer bestimmten Zusage zu kommen, oder sie ist für uns klar ausgeprägt und wird nicht noch hinterfragt. Beim Roulette oder anderen Spielformen kann eine Entscheidung, Jacke wie Hose, im übertragenen Sinne voll in die Hosen gehen, und wir können sogar die Jacke voll kriegen.

Manches Mal, gerade vor anstehenden Wahlen, hört man diesen Ausspruch, Jacke wie Hose sehr oft in Verbindung, eine Partei sei wie die andere. Ja, richtig und auch wieder nicht. Alle sich zur Wahl stellenden Parteien sind eine Partei, wie das oben beschriebene Obst, aber in diesem Zusammenhang sind die Inhalte, also die Äußerungen bezüglich den sich stellenden Fragen und Antworten, die das Gemeinwohl betreffen, hoffen wir mal, nicht nur von drei bis fünf Aussagen über die Partei zu beachten. Denn die Auswirkungen der Wahl Einzelner betrifft in diesem Fall die gesamte Bevölkerung.

Generell gilt, ob nun für eine Partei, Verein, Club, Gemeinschaft aus irgendwelchen Gründen, um Verbundenheit, Ansichten, Thesen mitzutragen, gibt es sogenannte Regeln, Statuten, die dafür sorgen, daß alle sich diesen „Gesetzen“ unterordnen. Wer gegen diese Bestimmungen verstößt, wird entweder ausgestoßen, oder er regiert als Alleinherrscher die Partei, Gruppe. In dieser Hinsicht ist es also völlig unerheblich, welche Partei gewählt wird, denn Partei ist Partei, so wie Obst, Obst, oder Jacke wie Hose.

Wer etwas verändern möchte, bereit ist, ein Problem mit sämtlichen Differenzierungen zu betrachten, sollte deshalb nicht Jacke wie Hose wählen, auch nicht „um es den anderen zu zeigen“. Vielleicht sind „Die Trends für das Jahr 2000“ gerade jetzt wichtig, überdacht zu werden.

Die Trends für das Jahr 2000

1. Personen, die per Hypnose keine Zukunft mehr hatten, litten unter Identitätsverlust. Sie kannten zwar keinerlei Angst, aber auch keinerlei Motivation. (mystischer Zustand)

2. Personen, die per Hypnose eine erweiterte Zukunft erlebten, wiesen ein starkes Gefühl von Selbst-Erfüllung auf, kannten keinerlei Todesangst, waren aber ausgesprochen kontemplativ, passiv und zeigten einen überhohen Gleichmut. (eine Art asiatisches Gewährenlassen)

3. Personen, die hypnotisch keine Vergangenheit mehr hatten, wirkten infantil apathisch und erlebten ihren Zustand ohne Sinn und Wert.

4. Personen, die keine Gegenwart aufwiesen, erlebten die schlimmsten Zustände, das heißt Depressionen und psychologische Schräglagen, fast bis zur Schizophrenie.

5. Personen, die mit einer erweiterten Vergangenheit (das ist in etwa “das Weltbild” stolzer Konservativisten) zeigten egozentrisches Verhalten und Gehemmtheit in fast allen Lebensbereichen.

Dr. Bernhard Aaronson, New Jersey, Neuropsychiatric Institute
Forschungsarbeit über “timeless Minds”
Einfluß der Zeit-Richtungs-Orientierung auf Menschen

Übrigens, gibt es in der Mode nicht nur Jacke und Hose, sondern auch Kostüme, Blusen, T-Shirts, Hemden, Pullis und vieles mehr, außer sie bevorzugen generell Jacke und Hose und verpassen damit das Erlebnis, Neues zu probieren.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Kolumne

Diese Kolumne erschien bereits am 09. März 2016  hier bei Querdenkende.
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GNTM – Heidis extravagante Show zum Abgewöhnen

Wenn die Deutschen die Amis nachäffen

Etwa ein Hoch auf die Schönheit, auf die Geilheit vor Kameras zu posieren, ständig die Klatschpresse im Nacken, stets auf dem Sprung, in ein Mikro zu labern, Hauptsache Publicity, auf Teufel komm raus, in diesem Fall bei jener Heidi Klum, die GNTM von Beginn an moderiert, um ihre Mädchen gegeneinander antreten zu lassen, wer es am Ende aufs Siegertreppchen schaffen möge als Germany’s Next Topmodel?

Eine extravante Show zum Abgewöhnen, wer denn noch einen Funken Ideen und Geist intus hat. Klar doch, innerhalb der Unterhaltungsindustrie gehören auch derartige Fernsehformate zum Business, Hauptsache der Euro rollt, die Geschäfte blühen, der Modebranche wird ein weiteres Podestchen serviert, sich wichtig zu tun. Da reichen Modezaren wie ein Karl Lagerfeld, Stephan Schneider oder Wolfgang Joop längst nicht mehr, man äfft kurzerhand das US-amerikanische Baby nach, aus America’s Next Top Model wird halt drei Jahre später GNTM.

Mit Genialität hat das gar nichts gemein, keine kreativen Momente, viel eher ein Fettnäpfchen nach dem anderen. Dabei möchte man sich erst recht nicht über Sprache, Gestik oder sinnvolles auslassen. Was den US-Amerikanern nicht gelang, eben tatsächlich Models am Ende der Öffentlichkeit zu präsentieren, erreichte ebensowenig eine Heidi Klum. Kein Wunder, wie man bereits in diesem Interview bemerken mag, obwohl jene Elisabeth Kanzler scheinbar keine Ahnung hat, was ihr dabei wohl erspart blieb. So ein Rauswurf hat folglich auch was gutes, selbst wenn sie die Meinung vertritt, GNTM hätte ihr gutgetan. Das darf bezweifelt werden, kann man dennoch ihr selbst überlassen, wie sie diese Show einschätzt.

Ganz ähnlich wie beim Musikcasting DSDS werden bei der Reality-Show des Pro7-Formats GNTM Knebelverträge den Teilnehmerinnen aufs Auge gedrückt: friß oder stirb. Nahezu alle wollen lieber überleben beim gegenseitigen Ausstechen. Mittendrin eine wichtigtuerische Heidi Klum, die trotz ihrer zur Schau getragenen Professionalität real nie auf einem Laufsteg großer Modeshows in Mailand, New York oder Paris aufgetreten war. Aber Hauptsache den Tierschutz mißachten, nicht zufällig mahnte PETA sie an. Gleichwohl verpaßte ihr die Zeitschrift Emma einst den Negativpreis „Pascha des Monats“.

Andererseits haben Privatsender nichts zu verschenken, es zählen die Einschaltquoten, wie mal vor elf Jahren u. a. ein Moritz Bleibtreu in „Free Rainer – Dein Fernseher lügt“ zum Besten gab. Dort darf der Zuschauer hautnah miterleben, mit welchen Tricks die TV-Industrie tickt. Das hat sich natürlich bis heute nicht geändert, ganz im Gegenteil, das Geschäft ist härter denn je. Insofern hat wohl auch GNTM mit seiner diesjährigen 13. Staffel seine Berechtigung, begründet nach dem Stand der Penunzen. Geld regiert die Welt, folglich jedweden Schund.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Medienschelte

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Wetterkapriolen

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pixabay.com

Regentropfen trommeln an die Scheiben
ohne Unterlaß
an diesem Frühlingstag.
Somit den Winter naß vertreiben,
verderben den Spaß,
der noch vor uns lag.

Sturmböen sich dazu gesellen
fast wie ein Orkan
am Nachmittag im Ort.
Manch Geschichte sie erzählen
voll euphorischem Elan
in einem fort.

Dem Wetter sollte man nie trauen,
sich auf erfahrenes kaum verlassen,
das sei der beste Weg.
Daher eher nützlich vorbauen,
beobachtend sorgfältig aufpassen,
dient solch Schutz dem Zweck.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Du hast wohl einen Vogel

Manche Meise könnte sich als Irrläufer entpuppen

Du hast einen Vogel! Ist Ihnen das auch schon mal attestiert worden? Echauffieren Sie sich nicht darüber, schätzungsweise haben Sie nur einen Gedankenblitz anderen zur Kenntnis gegeben, der ungewöhnlich, vielleicht sogar außergewöhnlich ist. Diese Aussage hat es sogar geschafft, mittels Handzeichen erkennbar zu sein.

Tippen Sie mit einem Finger, vornehmlich dem Zeigefinger an Ihre Stirn in Richtung desjenigen, dem Sie diese Bemerkung zukommen lassen wollen, und er wird Ihre Andeutung sofort verstehen. Es gibt keine eindeutige Erklärung, warum „einen Vogel haben“ gleichbedeutend ist mit: Du bist nicht ganz richtig im Kopf, du bist verrückt, du hast nicht alle Tassen im Schrank, du spinnst.

Aber bleiben wir beim Vogel, manchmal auch Meise in diesem Zusammenhang genannt. Inzwischen wissen wir, daß es diese Tiergattung, sagen wir mal salopp, faustdick hinter den Ohren hat. Krähen, die zur Gattung der Rabenvögel zählen, haben eine kognitive Leistungsfähigkeit. Papageien, Gattung der Papageienvögel, haben nachweislich nicht nur die Fähigkeit, Worte nachzusprechen, sondern können wie die Rabenvögel Zusammenhänge erfassen. Vögel sind also keinesfalls nicht richtig im Kopf, sondern können sich mit zweijährigen Kindern messen, natürlich, seien Sie beruhigt, nicht auf allen Ebenen.

Der Traum des Fliegens durch die Lüfte ist wohl ein langgehegter Menschheitstraum und durch Überlieferungen oder der Sage nach zum ersten Mal verwirklicht durch Dädalus, als er mit seinem Sohn Ikarus von der Insel Kreta floh. Heutzutage ist das Fliegen fast eine Selbstverständlichkeit, und vielleicht ist es nur noch eine kleine Frage der Zeit, bis jeder in seinem Wingsuit den Luftraum durchquert.

Neidvoll könnten wir erblassen, wenn wir die Farbenpracht der Gefieder von unseren Erdmitbewohnern sehen. Vielleicht gönnen Sie sich mal wieder die Muse, in Fachbüchern, geht natürlich auch im Internet, diese schimmernden, glitzernden, leuchtenden oder einfach die gemusterten Gefieder zu bestaunen. Möglicherweise inspirieren Sie aber viel eher die filigranen Federn des weißen Pfaus. Die mannigfaltigen Arten der Brautwerbung, das Sozialverhalten oder die künstlerische Fertigung der Nestbauten zeigen eine Tierart, die keineswegs verrückt, sondern faszinierend ist.

Eventuell überlegen Sie das nächste Mal, wenn Sie mit: Du hast einen Vogel! beschimpft werden, oder Ihnen will dieser Ausspruch über die Lippen kommen, ob Sie sich wirklich beleidigt fühlen können, oder ob Ihr Gegenüber es tatsächlich verdient hat, mit dieser Spezies in Verbindung gebracht zu werden.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Kolumne

Diese Kolumne erschien bereits am 29. Dezember 2015  hier bei Querdenkende.
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Terrorgruppe Freital zu langen Haftstrafen verurteilt

Verteidigung maßregelte Generalbundesanwalt-schaft sowie Dresdner Richter

Darf beim Urteil des Oberlandesgerichts Dresden tatsächlich die Rede von Gerechtigkeit sein? In Grunde genommen keineswegs, würde eine linke Terrorgruppe angeklagt, wären die Urteile wesentlich höher ausgefallen. Davon muß man ausgehen. Die beiden Rädelsführer der rechtsextremen Gruppe Freital, Timo S. und Patrick F., hatten mit zehn beziehungsweise neuneinhalb Jahren die höchsten Strafen erhalten.

Somit entsprachen die Urteile nicht der Meinung der Bundesanwaltschaft, die knapp elf Jahre gefordert hatte. Inwiefern die Richter des Oberlandesgerichts sich haben beein-drucken lassen, bleibt mal dahingestellt, es entspricht in Folge der vorherigen Verharmlosung zum Tathergang jener rechtsextremen Gruppe in Freital, die ohnehin im Freistaat Sachsen wohl eher an der Tagesordnung zu sein scheint. Immerhin entstand dort eine Pegida, tummeln sich landesweit genügend rechtsextreme Gruppierungen, schaut Polizei und Justiz oftmals nicht so genau hin.

Das Verhalten der Verteidigung entspricht dem Konsens Rechtsradikaler

Wer die Dresdner Richter mit DDR-Richtern vergleicht, wie das die Verteidigung der Angeklagten im Prozeß zu Bedenken gab, macht zwar mit solchen Polemiken seinen Job, andererseits wirft das keineswegs ein gutes Licht auf jene Anwälte. Dem aufmerksamen Beobachter kommt dabei ein Horst Mahler in den Sinn, vom Anwalt für Linksextreme späterhin selbst zum Rechtsextremen mutiert, der derzeit seine Haftstrafe in der Justizvollzugsanstallt Brandenburg a. d. Havel absitzen muß. Welch Wandel!

Ein Staat wie die Bundesrepublik Deutschland, der weiterhin auf dem rechten Auge unübersehbar blind bleibt, denken wir an die lasche Haltung zum NSU-Prozeß, an den Terroranschlag beim Oktoberfest, etliche andere Fehlleistungen deutscher Justiz und Politik selbst, wird schnell klar, was da verkehrt läuft.

Rechter Terror auf dem Vormarsch mit dieser AfD?

Generell muß man geistigen Brandstiftern eine Mitschuld bescheinigen, was somit auch beim rechten Terror zutrifft, eine AfD sich nicht einfach wegducken kann. Das wissen alle, jüngst zeigten die anderen Parteien im Deutschen Bundestag, wie mit dieser rechts-extremen Partei man öffentlich verfahren sollte. Doch gerade weil schlafende Hunde längst erwacht sind, ist äußerste Vorsicht geboten.

Das zeigen derartige Prozesse wie der zur Terrorgruppe Freital genauso wie die Ratlosigkeit der Bundespolitik, die zwar im Plenum gut kontern vermag, aber ansonsten eher stillhält. Natürlich taucht dann die Frage auf, wieviel rechten Terror die Bundesrepublik vertragen kann. Überhaupt keinen, egal welcher Art, ob rechten, linken oder islamistischen. Allerdings sollte schleunigst ein wesentlich schärferes Augenmerk zum rechten Terror gerichtet werden, bevor dieser sich ungebremst ausbreiten kann.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Terror

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