Aufklärungsunterricht läßt Zwischenmenschlichkeit missen

Wenn man sich nicht riechen kann

Manche können sich sicherlich noch an den Aufklärungsunterricht, genannt Sexualkunde-Atlas, erinnern, der ab 1969 bundeseinheitlich für Schulen freigegeben wurde. Für viele Kinder und Jugendliche die erste anatomisch erklärte Sexualaufklärung. Frühere Generationen haben dieses Wissen über Um- und Schleichwege erfahren. Antworten auf die Frage, wo komme ich her, wurden oftmals, wenn überhaupt in dem märchenhaften Lügengebilde des kinderbringenden Storches zusammengefaselt. Der Vergleich mit der Biene und der Blüte trieb schon manchem Erwachsenen die Röte ins Gesicht.

Die Natur, Schöpfung hat jeder Wesensart eine andere, teils ähnliche Form des Zueinanderfindens, um die Arterhaltung aufrechtzuerhalten, gegeben. Bei den meisten Säugetieren, Ausnahmen bestätigen die Regel, spielt der Geruch eine wichtige Rolle.

Auch wenn heutzutage von den modernen Menschen eher die vielen Varianten von Parfüms, Deos oder sonstigen kosmetischen Mitteln ausströmen, so beinhaltet der Satz: Ich kann den nicht riechen, genau diese Komponente. Diese Feststellung treffen wir meist in den ersten Sekunden, wenn wir Menschen neu begegnen. Es bedarf keinerlei Abwägung. Ob wir allerdings für immer diesen Menschen meiden, hängt von der Möglichkeit oder den Umständen ab, ihn näher kennenzulernen und deshalb unsere Einstellung zu ändern.

Natürlich spielen andere Faktoren eine Rolle, sich auf jemanden einzulassen, Gesten, Mimik, Statur. Dennoch scheint der Geruch eine wesentliche, vielleicht die entscheidende Rolle zu übernehmen, wenn Mensch sich mit Mensch verbindet. Bezieht man in die Kennenlernphase auch die Sprache und die oben erwähnten Faktoren mit ein, erkennt man die Wichtigkeit der Sinne, um sich ein Urteil über sein Gegenüber zu festigen.

Trotzdem sind wir nicht davor gefeit, uns zu irren, egal ob hinsichtlich der Feststellung, jemanden nicht leiden zu können oder in der Enttäuschung, jemanden Vertrauen geschenkt zu haben und später festzustellen, daß es ein Irrtum war.

Sicher fragen Sie sich längst, was hat das mit Aufklärung zu tun? Ganz einfach, erst wenn wir uns beschnuppert, gesehen, gehört und gesprochen haben, kann mit dem Sinn des Fühlens, Streichelns einer harmonischen Vereinigung, sprich dem sexuellen Akt, nichts mehr im Wege stehen. Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel.

Ohne dieses Vorwissen und dem Respekt vor den Empfindungen des anderen, nützt in der Regel keine sexuelle Aufklärung. Darüber können Sie in dem oben erwähnten Atlas nachlesen oder sich in den vielen inzwischen zu diesem Thema neu erschienenen Büchern.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Kolumne

Diese Kolumne erschien bereits am 07. Januar 2016  hier bei Querdenkende.
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Regierungssysteme mal unter die Lupe genommen

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Politik durchaus nicht frei von Einflüssen

Während die Menschheit in ihrer historischen Entwicklung stets versuchte, unter-schiedliche Formen des Zusammenlebens zu organisieren, entstanden dabei die politischen Systeme, die wiederum unseren Fortbestand weitgehend gestalteten und bestimmten.

Kriegerische Zeiten und friedliche Epochen trugen mitentscheidend dazu bei, unser Dasein zu verändern und neu zu organisieren. Dabei wuchsen natürlich auch Überlegungen dahingehend, inwieweit politische Systeme in der Praxis sich bewähren würden. Sind sie tatsächlich frei jedweder Beeinflussung?

Vier grundlegende Regierungssysteme

Auf der Grundlage der jeweiligen Verfassung eines Landes bestimmt das Regierungssystem selbst die Vollziehung der auszuübenden Staatsgewalt. Mal abgesehen von zwei kleineren Ausnahmen, nämlich dem Einparteiensystem, welches noch in der Volksrepublik China, Nord-Korea, Vietnam, Laos, Eritrea und Kuba angewandt wird und dem Präsidentiellen Regierungssystem mit an dem Parlament gebundener Exekutivbefugnis, welches in Südafrika und Botswana greift, unterscheidet man weltweit zwischen vier Regierungssystemen:

Präsidentielles Regierungssystem: nahezu ganz Südamerika, Mexiko und die USA, in vielen Ländern Afrikas, in einigen Ländern Asiens, weltweit das am häufigsten angewandte Regierungssystem.

Semipräsidentielles Regierungssystem: in vielen Ländern Afrikas, in Bosnien, Frankreich, Herzegowina, Mongolei, in der Russischen Föderation und in einigen ehemaligen Ostblockstaaten.

Parlamentarisches Regierungssystem: in den meisten europäischen Staaten, in acht Staaten Asiens und zwei Afrikas.

Parlamentarische Monarchie: Australien, Belgien, Dänemark, Großbritannien, Japan, Kanada, Niederlande, Norwegen, Schweden, Spanien und ein paar Staaten in Südostasien.

Gefährdung des politischen Zusammenhalts – wohin geht unsere Reise?

Selbstverständlich wird niemals über Nacht der weltweite politische Zusammenhalt verschwinden, sich in Luft auflösen. Solche gedankliche Szenarien sind absurd. Dennoch muß man eine zunehmende Infragestellung politischer Systeme beobachten, die nicht von ungefähr entsteht, sondern auch darauf zurückzuführen ist, daß gewiße Zusammenhänge entlarvt werden, darüber hinaus sich immer mehr Menschen die berechtigte Frage stellen, wohin denn unsere Reise gehen soll?

In eine undurchschaubare, selbsterschaffene Katastrophe, die einem Weltuntergang gleichkommt oder etwa doch einer Rückbesinnung hin zu wohlüberlegt gesteuerten Bahnen, um das Schlimmste zu verhindern, denken wir an Klimaschutzmaßnahmen, an Friedenssicherung und dem ungebremsten Kapitalismus einen Riegel vorzuschieben? Haben wir tatsächlich dazu überhaupt eine realistische Chance, genau solche Schritte zu vollziehen?

Der kanadisch-US-amerikanische Politikwissenschaftler, David Easton, stellte mal eine wichtige Schlüsselfrage: „Wie erreichen es politische Systeme, sich in einer Welt, die zugleich Stabilität und Wandel aufweist, zu behaupten?“ Im Verlauf unserer Geschichte konnten sich die politischen Systeme bisher stets behaupten, selbst wenn des öfteren Umbrüche, Aufstände bis hin zu Kriegen sie zu erschüttern versuchten.

Auch wenn Easton eine gewiße systemische Kontinuität durch ein generalisiertes Systemvertrauen bescheinigt, was infolge des „we-feelings“ zustande kommen mag, einem fortwirkenden Gemeinschaftsgefühl, so hat gerade der Journalismus es ein Stückweit selbst in der Hand, eine Brücke zu schlagen zwischen der Politik, Unmut in der Gesellschaft und exakt den Kräften, die nicht auf den ersten Blick auf dem politischen Parkett zu sehen sind. Eine solche Bemerkung etwa verschwörungstheoretisch?

Wir sollten uns nichts vormachen, stets jede Theorie ein Restbestand von Selbstzweifeln beinhaltet, so manches Korn der sogenannten Wahrheitsfindung dienlich sein kann, denn wer vermag sich hinzustellen, um behaupten zu können, er kenne sämtliche Zusammenhänge der weltweiten Machtverteilung, die unser aller Leben bestimmt? Der Kapitalkrieg der Bilderberger sollte inzwischen als fester Bestandteil verstanden und verinnerlicht worden sein, wer denn nicht die Augen vor den brutalen Mechanismen der Hochfinanz gänzlich verschließen möchte.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Stiften gehen – zwischen Streichen und Stiftungen

Nicht hinter jedem Stifter steckt ein Wohltäter

Hand aufs Herz, nein, das war nur Quatsch, schließlich wissen Sie selbst am besten, ob Sie sich belügen, beschwindeln, das brauchen Sie doch wirklich nicht beschwören. Denn selbst wenn Sie sich bei den nachfolgenden Sätzen nicht wiedererkennen, so werden Sie dennoch nicht behaupten können, nie stiften gegangen zu sein.

Sei es als Kind, beim Klingelstreich, oft in Gemeinschaft mit anderen an den Türen geklingelt, um danach mit den Beinen unterm Arm wegzurennen. Als wir das Weite gesucht haben, wenn der Bauer uns beim Kirschen-, Apfel-, Beerenklauen erwischt hat. Wenn wir die Tafel im Klassenzimmer mit sogenannten Schmierereien verschönt haben und nicht dafür eingestanden sind, die „Übeltäter“ gewesen zu sein. Das alles ist Stiften gehen, sich aus der Verantwortung ziehen, abhauen.

Aber auch jemanden etwas schenken, bedeutet stiften, den Kuchen für die Kindergarten- Schulfeste, das Stiften von Kleidung an karitative Organisationen. Stifteressen werden veranstaltet, um das gesammelte Geld an hilfebedürfte Menschen oder Tiere weiterzuleiten, um Kunst zu bewahren.

Bei einem »Stiftermahl« für eine gemeinnützige Einrichtung kam die Frage auf, wie die Wendung stiften gehen im Sinne von ›abhauen, sich verdrücken‹ entstanden sein mag. In den Lexika, die mir vorliegen, auch bei Lutz Röhrich, findet sich der Ausdruck wohl erwähnt, aber ohne Erklärung. Könnte nicht das Wort Stift in der Bedeutung ›etwas Geringes, Kleinigkeit‹ – man vergleiche Stift als ›Lehrling‹ – der Ausgangspunkt sein? Wer sich schnell aus dem Staub macht, »sich dünne macht«, wirkt nur noch wie ein Strich in der Landschaft? Auszug aus GfdS (Gesellschaft für deutsche Sprache e.V.)

Irgendwie paßt das nicht zusammen, oder? Stiftengehen: weglaufen, stiften: schenken.

Angenommen wie im Text für Gesellschaft für deutsche Sprache zu lesen, der Stift, die Kleinigkeit, etwas weniges wird gestiftet, um sich dann schnellstmöglichst aus dem Staub zu machen, damit man nicht wirklich zur Tat der Veränderung schreiten muß. Ist das dann Stiften gehen? Man hat seine Pflicht und Schuldigkeit getan, sein Gewissen beruhigt, alles weitere wird sich schon geben. Samaritertum im Deckmantel des Desinteresses?

Der Brandstifter geht stiften, nachdem er Feuer gelegt hat. Da sitzen gut betuchte Damen und Herren, lassen sich beim Stiftermahl beköstigen mit Speis und Trank, hören über die Dringlichkeit der benötigten Spenden für ein Projekt, pflegen ihre persönlichen, wirtschaftlichen Kontakte, stiften eine Kleinigkeit, nicht zu viel, denn das Jahr ist noch lang, und ob alle Kontakte wirklich fruchten, ist ungewiß, sowieso muß man auch bei anderen Veranstaltungen präsent sein, und das Budget soll zehn Prozent des Jahresgewinns nicht überschreiten.

Sie befinden sich in einer äußerst schwierigen Lebenssituation, Krankheit, finanzielle Probleme, Trauer um einen geliebten Menschen, anfangs stehen Ihnen noch viele Freunde zur Seite, stiften Ihnen Trost, aber wenn die Heilung, Aufarbeitung über einen längeren Zeitraum dauert, gehen manche Freunde stiften.

Der Brandstifter muß nicht unbedingt Feuer mit echtem Brennmaterial legen, Brandstifter sind auch all jene, die mit Wörtern die Gemüter von Menschen aufheizen, sich aber aus der Verantwortung ziehen, wenn die Lunte anfängt zu brennen. Selbst wenn Sie unter Pseudonymen Standpunkte vertreten oder verlauten lassen, die nicht direkt nachvollziehbar sind, ist das Stiften gehen.

Informiert man sich über die Anzahl der Stiftungen in Deutschland, über ihr Kapitalvermögen und Gesamtausgaben, dann sei die Frage erlaubt: Stiften sie oder gehen sie stiften?

Nicht hinter jedem Stifter steckt ein Wohltäter, der sich nur profilieren will, viele sind überfordert von der Flut der zu erbringenden Hilfe, es liegt an uns, die ehrlichen und am Wohl der Mitmenschen Interessierten von denen zu unterscheiden, die nur im Licht der Aufmerksamkeit stehen wollen.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Kolumne

Diese Kolumne erschien bereits am 03. Februar 2016 hier bei Querdenkende.
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SPD entscheidet sich für dritte GroKo mit Angela Merkel

Eintüten und wegpacken – wohin driftet eine derartige Koalition?

Was lange währt, wird endlich gut, mag als Redensart durchaus berechtigter Lebenserfahrung entnommen sein, in der Politik gelten ganz andere Spielregeln, die ohnehin in turbolenten Zeiten mehr denn je Probleme mit sich bringen. Ob jene bevorstehende dritte Große Koalition erneut mit der Bundeskanzlerin an deren Spitze dem gewachsen sein wird, sei mal dahingestellt. Insofern bleibt von Euphorie nicht viel übrig.

Notwendige Skepsis darf und muß man regelrecht möglichst anhaltend walten lassen, schließlich sollte niemand verkennen, wie geschwächt jene SPD mit ins Regierungsbündnis einsteigt. Rund zehn Prozent weniger Mitglieder stimmten diesmal dieser GroKo zu im Vergleich zum letzten Votum vor vier Jahren, da waren es noch 76 Prozent der Genossen.

Herumgeeiere mittels Verschwörungstheorien

Naheliegend, daß jene AfD und ihre treuen Anhänger nicht locker lassen, um wilde Spekulationen in den Social Media zu streuen, das ging diesen ohnehin in Fleisch und Blut über seit den Pegida-Aufmärschen und ihren Haßtiraden gegen Flüchtlinge, um sich wichtigtuerisch hervorzuheben. Egal was da im Deutschen Bundestag neben der FDP sich neu platziert hat, mit Politik hat das reichlich wenig zu tun, sondern viel eher mit Parolendrescherei.

Daß Politik längst auf bestem Weg zum Schafott, mag sinnbildlich durchaus zutreffen. Dennoch kein Grund, marktschreierisch, obendrein gewissenlos unsensibilisiert sich zu outen, Rassismus derart unverblümt zur Schau zu stellen. Damit mögen jene Herrschaften garantiert ihre Anhänger beglücken und erreichen, mitnichten Menschen mit Sinn für Toleranz und Gerechtigkeit.

Ein Beispiel eines mißglückten Koalitionskompromißes

Die Klimapolitik wird Federn lassen, es verbleibt etliches Hinterherhinken zuvor gesteckter Ziele, die eben nicht eingehalten werden mit dieser neuen Regierung. Daher ziemlich nachvollziehbar und durchaus konsequent, daß der Wirtschafts-staatssekretär Rainer Baake wegen der Klimapolitik der GroKo hinwirft.

Man kann es ihm nicht verdenken. Ganz im Gegenteil, das nennt man Rückgrat zeigen. Wenn man dessen politischen Werdegang verfolgt, blieb ihm wohl nichts anderes übrig, weil er ansonsten sich selbst verraten hätte. Sicherlich gibt es etliche Beispiele von anderen Kollegen, die lieber ein Auge zudrücken, sich gar „schmieren“ lassen für die ein oder andere Gefälligkeit.

Keine guten Aussichten mit dieser neuen GroKo? Es schaut sehr danach aus. Nicht nur, weil diese SPD ziemlich geschwächt antritt, sondern darüber hinaus eine gegenseitige Belauerung weiterhin stattfindet, wie das schon bereits in den letztmaligen Regierungsbündnissen gang und gäbe war.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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In Verbindung bleiben – please hold the line

Zwischen Einsamkeit und gesellschaftlichen Kontakten

„Please hold the line!“ Immer wieder übersetzt mit: Bitte warten! oder Bleiben Sie bitte am Apparat! Aber es heißt wörtlich: Halten Sie bitte die Linie! So enervierend dieser Satz uns des öfteren zur Weißglut bringen kann, wenn wir in den berühmten Warteschleifen hängen, so interessant ist er auch, wenn wir seine Aussage näher betrachten.

Die Linie halten, in Verbindung bleiben, verdeutlicht nicht nur in unserer inzwischen auf medialer Verbundenheit den Zustand eines Miteinanders, und sei es mittels einer Linie, eines Bandes, einer Schnur. Manche Verbindungen, die wir halten, sind aus dünnem Faden, der jederzeit reißen kann. Manche allerdings sind so festgezurrt wie ein gordischer Knoten, diese Verbindung kann nur mit einem Schwert zerschlagen werden. Es gibt auch Verbindungen, von denen wir davon ausgingen, sie seien nicht mehr existent, hätten sich aufgelöst über die Jahre, weil kein Kontakt mehr zustande kam, warum auch immer. Doch diese Kontakte können sich wiederherstellen, und man ist irritiert, wenn sie die gleiche Verbundenheit aufleben lassen, die man verloren glaubte.

In seinem Buch „Das Tier Mensch“ erläutert Desmond Morris die These, daß jeder Mensch zu ungefähr siebzig bis hundertzwanzig anderen Menschen Beziehungen hat, die in etwa dem Bereich des Bekannten zuzuordnen sind. Wenn dem so ist, entspräche das der Anzahl Menschen, die in einer größeren Gemeinschaft leben. Wer sich die Mühe macht, seine „Bekannten“ zu zählen, mit denen er lose Kontakt pflegt, mal mehr, mal weniger mit ihnen in Austausch tritt, wird feststellen, daß man selber ähnlich viele Bekannte aufzählen kann. Aber bleiben wir wieder bei der Verbindung. Was verbindet uns miteinander, warum streben wir eine Verbindung an, halten wir an Verbindungen fest?

Jeder Mensch ist durch die Nabelschnur mit der Mutter bis zur Geburt verbunden. Die weitere Verbundenheit ab diesem Zeitpunkt mit Mutter und Vater, Verwandten, Bekannten, Gesellschaft wird den Menschen für sein Leben als Erwachsener prägen. War diese Verbindung aufgebaut mit Liebe, Verständnis und Aufrichtigkeit, so wird der Erwachsene in der Regel seine Verbindungen ebenso wählen und gestalten.

Wir halten auch Verbindungen fest, die wir aus rein materiellen Gründen, also zweckgebunden zum eigenen Vorteil nützen, hier seien nur kurz die sogenannten „Schlagenden Verbindungen“ und Geschäftsverbindungen genannt. Nicht alle, sogar eher die wenigsten Menschen, können ein Leben lang ohne Verbindung zu anderen leben. Die Menschen, die krankhaft sich an eine Verbindung klammern, haben das Gefühl, ohne diese Verbindung vom Leben abgeschnitten zu sein.

Please hold the line! Wenn wir nun zusätzlich wissen, daß „line“ ebenso mit Grenze übersetzt werden kann, wird dieser Satz zunehmend interessanter. Bitte halten Sie die Grenze! Wahren Sie in der Verbindung die Grenze des Anstandes, der Vernunft, des Respektes und denken Sie daran, es ist noch nicht so lange her, daß Briefe mit „in Verbundenheit“ unterschrieben wurden.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Kolumne

Diese Kolumne erschien bereits am 19. Januar 2016 hier bei Querdenkende.
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Fukushima: Japans Regierung ignoriert anhaltende Verstrahlung

Wer dennoch zurückkehrt, riskiert schwere Krank-heiten

Im Grunde genommen keineswegs verwunderlich, wenn man bedenkt, wie die politisch Verantwortlichen den Super-GAU des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi anfangs erheblich verharmlosten, nicht im geringsten eine dringend notwendige Bereitschaft an den Tag legten, Atomkraftwerke landesweit abzuschalten.

Trotz jenes eindeutigen Unglücks, das einmal mehr aufzeigte, inwieweit man Naturkatastrophen nicht einschätzen kann, somit auch AKWs ein erhebliches Sicherheitsrisiko sind, bleiben Atomkraftwerke in Betrieb. Eine schwerwiegende „Rückkehr ins Ungewisse“ bescheinigt Greenpeace all jenen, die sich per großzügig finanzieller Unterstützung von der japanischen Regierung locken lassen. Dabei werden wohl billigend schwere Krankheiten in Kauf genommen angesichts der weiterhin überhöhten Strahlenwerte.

Sicherheit entspricht real einer Illusion

In Wirklichkeit gibt es nämlich keine. Das war längst vor Tschernobyl und Fukushima vollkommen klar, nur nicht für all diejenigen, die vom Geschäft mit den AKWs sehr gut profitierten bis hin zu einer Politik, die weltweit als Steigbügelhalter jener Atomlobby dient, somit selbst die Hand aufhält.

Wenigstens lenkte Deutschland ein, hingegen haben jene zwei Super-GAUs menschliche Ignoranz nicht bremsen können, was anschaulich die Fortsetzung weiterer AKW-Bauten weltweit verdeutlicht. Mit daran beteiligt gleichwohl die EU und viele andere Staaten. Weiterhin verläßt man sich auf technische Sicherheit, die zweifellos gegeben, aber ein hohes Restrisiko verbleibt dennoch. Stück für Stück gingen abgeschaltete Reaktoren in Japan wieder ans Netz, obwohl die Gefahren mittels unzureichenden Schutz vor erneuten Naturkatastrophen lauern.

Trotz erneuerbarer Energien setzt Japan auf Atomkraftwerke

Vollkommen paradox, jenes Festhalten an dieser riskant gefährlichen AKW-Technik. Dabei spricht nicht im geringsten etwas dagegen, daß Japan erneuerbare Energiegewinnung in Betracht zieht, eben weil die Lage so brisant. Es könnte daher Bioernergie, Erdwärme, Meeres- und Sonnenernergie nutzen als auch Wasser- oder Windkraft. Das entspricht ohnehin dem weltweiten Trend hin zur erneuerbaren Energiegewinnung.

Was muß noch alles geschehen, bis die verantwortlichen Politiker Japans endlich einlenken und gezielt handeln? Der Super-GAU in Fukushima hat nicht gereicht, übrigens genausowenig wie in der Ukraine nach dem Tschernobyl-Super-GAU. Auch dort setzt das Land auf AKWs, was man keineswegs nachvollziehen kann.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Umwelt

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Gedanken sind frei

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Kaum festzuhalten und revolutionär

Täglich schwirren sie in uns herum, die Gedanken, manchmal lassen sie uns nicht mehr zur Ruhe kommen, sie wechseln sich ständig mit einem Thema ab, dann ist man unkonzentriert. Will man sie festhalten, weil sie gerade eine super Idee entworfen haben, schwirren sie davon, und je mehr man sich anstrengt, sie wieder einzufangen, desto unklarer wird die Idee.

Wenn man Glück hat, schwirrt der Gedanke wieder von allein zurück. Sie können aber auch ständig die gleiche Melodie oder Text summen, und es solange wiederholen, bis wir fast verzweifeln.

Eier, Mehl, Zucker, Zwiebeln, Milch, wir sagen es uns ein paar Mal vor, damit wir es auf diese Weise nicht vergessen, und stehen wir dann im Supermarkt, haben wir das eine oder andere nicht mehr im Gedächtnis, deshalb werden auch so viele Einkaufszettel geschrieben.

Wir befinden uns in einem anregenden Gespräch mit einem Freund über einen Film, den wir erst kürzlich gesehen und können uns partout nicht mehr an den Namen des Schauspielers erinnern, oder uns fällt der Titel eines Liedes nicht mehr ein, können nur noch die Melodie nachsummen. Gedanken reagieren bockig, wenn wir versuchen, sie einzufangen, das zeigen sie am deutlichsten bei Prüfungen, wenn plötzlich nur noch schwarze Flecken zu sehen sind in einem scheinbaren luftleeren Raum.

Beim Klassentreffen erzählt eine Schulkameradin eine Episode aus den gemeinsamen Zeiten, von der wir bis dato nichts mehr wußten oder erkennen nur noch kleine Teile davon. Wir erinnern unsere Freundin an ein gemeinsames Erlebnis, von der sie wiederum keine Erinnerung mehr hat.

Gedanken spielen mit unseren Gedanken Puzzle und scheinen sich dabei zu amüsieren, wenn wir das gesamte Puzzle nicht gestalten können. Es gibt doch tatsächlich Versuche, nur mit Hilfe von Gedankenimpulsen, Autos zu steuern. Was passiert, wenn sich zwischen diesen konzentrierten Gedanken ein Erinnerungsblitz eines Witzes einschleust, aufgrund einer lustigen Situation?

„Zwei Doofe, ein Gedanke!“, diese Situation kennt wohl auch jeder und bedarf keiner näheren Beschreibung. Gedanken scheinen eine eigenständige Lebensweise zu bevorzugen, heißt es nicht auch „Gedanken sind frei“? Wir können uns nicht von ihnen absondern, wir können die Richtung vielleicht ändern, sie ein wenig beeinflussen, sie zähmen, ist fast unmöglich. Sie sind wie Staubkörner, wir haben kein Besitzrecht, solange sie nicht schriftlich festgehalten wurden, und auch das verjährt irgendwann.

Es gab und gibt Zeiten, da flüstern sie Menschen an unterschiedlichen Orten dieselbe Idee ein, um sicher zu gehen, daß einer davon diese Idee verwirklicht? Oder ist zu diesen Zeitpunkten ein Übermaß vorhanden, die Zeit deshalb dafür reif? Reduziert sich gar alles nur auf die Tatsache, daß Gedanken elektrische Impulse sind, die nach dem Ja–Nein-Prinzip handeln, ähnlich dem binären System der Computer, nur mit dem Unterschied, daß diese elektrischen Impulse auch über Grenzen hinweg frei herumflattern?

Unter welchen Gesichtspunkten, falls es die gibt, suchen sie ihr zuhause bei Menschen aus, die uns dann mit ihrem Ideenreichtum erfreuen? Wenn es möglich ist, daß Gedanken über Grenzen sich in den Köpfen verteilen, warum ist es dann nicht möglich, gemeinsam den Gedanken an eine friedvolle, humanistische, ökonomische Weltgemeinschaft zu denken und diese dann zu verwirklichen? Ohne Zwang und Verkrampfung, denn dann funktioniert es nicht, wie bereits erwähnt.

Pax, Frieden, ausgesprochen klingt es wie „packs“, packen wir diese Gedanken und beziehen sie ein in unser Tun.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Kolumne

Diese Kolumne erschien bereits am 17. Dezember 2015  hier bei Querdenkende.
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