Zerstörung entfachen trotz Frühlingserwachen

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Blauer Himmel wolkenlos,
Stimmung riesengroß.
Kein Lüftchen sich regt,
die volle Stunde schlägt.
Ein Taubenschwarm erscheint,
ein Kind leise vor sich weint.

Knospen an Frühling erinnern,
Winter zählt nicht mehr zu den Gewinnern.
Es hat sich ausgeschneit,
Natur und Mensch von Kälte befreit.
Sonnenstrahlen erste Wärme spenden,
neues Leben deren Energie wird verwenden.

Doch Mensch schwer beschäftigt im Alltag
nicht an die Schöpfung glauben mag.
Stattdessen fast blind und taub agiert,
lieber nach Reichtum schwadroniert.
Könnt’ er nur die Schönheit begreifen,
gäb es auf Friedhöfen weniger Schleifen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Pegida-Gründer Bachmann inszeniert Abschiebung aus Großbritannien

Die Neue Rechte buhlt um jedwede Aufmerk-samkeit

Dabei scheint sie bewußt negative Aufmerksamkeit anzuwenden, die besonders all jene an den Tag legen, die ansonsten nicht mittels eigenen Verstandes in der Lage, etwas konstruktiv sinnvolles zu leisten. Es werden sämtliche Mittel in Anspruch genommen, sich explizit mit Haßparolen und Phrasen Gehör zu verschaffen, was ein Lutz Bachmann mit der Gründung der Pegida von Beginn an beabsichtigte.

Wenigstens sitzen die ersten „Früchte“ im Deutschen Bundestag und dürfen demokratisch legitimiert sich im Plenum austoben, wenn auch nur als größte Oppositionspartei. Das scheint dem Pegida-Gründer Bachmann längst nicht genug, sodaß er ganz gezielt diese Abschiebung aus Großbritannien inszenierte. Am Montag wird er bestimmt vollmundig das Verhalten der Briten in Dresden bei der Pegida-Kundgebung lautstark rügen, vom entsprechenden Publikum schön brav applaudiert.

Gegendemos ein Tropfen auf dem heißen Stein?

Weil sich genügend Sympathiesanten einfinden, die jener Neuen Rechten ihre Gefolgschaft zusichern, nachdem jahrelang Rassismus in den Köpfen derer wuchern konnte, der sich stets zurückhalten mußte angesichts einer Gesellschaft voller Toleranz. Damit soll jetzt endgültig Schluß sein, sie versuchen sämtliche Register zu ziehen, um ihren kruden Haß auszuleben.

Dabei bilden sich Vernetzungen von genau jenen Gruppierungen, die zuvor meist für sich allein agierten. Von Hooligans über eine Pegida, von einer NPD zur AfD, von Patrioten hin zu den Identitären, sie alle obendrein freundlich unterstützt von Franquisten, Le Pen-Anhängern, über Orbán bis hin zu Putin. Letzterer macht keinen Hehl daraus, die Neue Rechte sehr ersichtlich zu unterstützen.

Speakers‘ Corner duldet keine rechten Parolen

Ein deutliches Zeichen, was die Briten damit völlig zu Recht setzen. Man wünschte sich dasselbe für Deutschland, denn Meinungsfreiheit muß selbstverständlich Grenzen haben. Und zwar stets dann, wenn Rassismus sich austoben will. Eine tolerante Gesellschaft hat genau das eben zu unterbinden, möchte sie nicht selbst sich einer solchen Gefahr aussetzen.

Insofern verhindert zumindest in aller Öffentlichkeit Großbritannien einen direkten Austausch mit den Bachmanns und Sellners, wenn auch jene Rechtsradikalen dennoch über andere Wege kommunizieren bis hinein auf Plattformen wie Facebook. Die dortigst halbherzige Überwachung rechtsextremer Gruppierungen und Statements läßt nach wie vor zu wünschen übrig. Dabei ist es vielmehr aufmerksamen Beobachtern zu verdanken, wenn solche Haßbotschaften gelöscht werden.

Daß heute Abend André Poggenburg, der ehemalige Landesvorsitzende der AfD Sachsen-Anhalt, zur Pegida-Kundgebung in Dresden Herrn Bachmann unterstützen will, sollte nicht verwundern, es paßt zum Konzept jener Neuen Rechten.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Wendelin

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Wendelin
kaufte sich ein Trampolin,
darauf sprang er täglich
auf und ab, anfangs spärlich,
weil ihm die Puste fehlte,
Sport ihn schon immer quälte.

Nebenan im Nachbarhaus
wohnte seit kurzum Fräulein Kraus,
der Gartenzaun war zu hoch,
nirgends ein geheimes Guckloch,
kein Fenster auf dieser Hausseite,
das Trampolin seine Neugier befreite.

Beim Springen hoch nach oben,
er sah ihren Busen, der war zu loben.
Während er neuen Schwung holte,
sein Herz sich für kurze Zeit erholte.
Das Fräulein hatte nicht nur diese Vorzüge,
sicher war, so ein Gesicht niemals betrüge.

Er sprang, hüpfte den ganzen Sommer lang,
den Herbst hindurch bis zum Jahresanfang.
Wendelin erschlankte sichtlich, war muskulös,
Silvester wollte er mit ihr feiern pompös.
Freunde, alle Nachbarn lud er ein,
sein Begehren sollte noch Geheimnis sein.

Fräulein Kraus brachte ihre Freundin mit,
Wendelin beobachtete sie auf Schritt und Tritt.
Er erhoffte sich eine Umarmung um Mitternacht,
konnte kaum erwarten, bis es endlich kracht.
Sie gab ihm sogar ein Küßchen am ersten Jänner,
flüsterte, es schad` is! Ich steh auf dicke Männer!

Nafia

Kategorie: Gedichte

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System Change auf leisen Sohlen oder lautstark unterwegs?

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Der Gag der Woche – oder wieso man vieles ernst nehmen sollte

Um direkt mal mit der Tür ins Haus zu fallen, vollkommen egal, ob leise oder laut, viel wichtiger verdeutlicht die Erkenntnis, daß längst ein System Change unwiderrufbar seinen Lauf begonnen hat. Oder sollte man eher bemerken, die große Masse läßt einfach derartige Entwicklungen zu, ohne die geringste Ahnung was da vor sich geht?

Bewährte Mittel, weitreichend Machteinfluß auszuüben, greifen fleißig weiterhin, natürlich demokratisch legitimiert wie die dritte Koalition unter einer Frau Merkel, parallel im Riesenreich Russland, wo ein Herr Putin sich ins dritte Jahrzehnt an der Spitze der Regierungsmacht vom Volke wählen läßt. Na, klingelt’s? Wo ist der Haken?

Während hierzulande noch eine bunte Opposition im Deutschen Bundestag den Anschein von freiheitlicher Politik weckt, sieht man in Russland weder eine derartige, geschweige denn, daß jemand eine Chance erhält, den ehemaligen KGB-Mann herausfordern zu dürfen. Dessen nächste Präsidentschaft eine längst beschlossene Sache. Mit Demokratie hat das nichts zu tun, aber ein System Change liegt dort somit bereits vor.

In China wird zusätzlich eine Schippe draufgelegt, indem Xi Jinping für unbegrenzte Zeit regieren darf. Hatten wir im vergangenen Jahrhundert noch gedacht, das Zeitalter diktatorischer Herrscher sei überwunden, setzt sich jene Macht jetzt einfach fort. Das Perfide daran, die Menschen lassen es zu trotz weitreichender Aufklärung eines installiert wachsenden Internets. Ein Widerspruch in sich oder gleichzeitig reale Chance, auch dort effektiv manipulativ vorzugehen?

Das Stichwort lautet Cyberkrieg. Es toben die weltweiten Einflüsse, bestimmen ein Stückweit den weiteren politischen Verlauf. Dazu gesellt sich längst ein neues Wettrüsten mit ungeahnten Dimensionen. Vergessen wir nicht, daß technische Möglichkeiten grausamst häßlich präzise Tod und Elend bringen. Menschheit an der Schwelle, sich und fast alles Leben auszurotten.

Wir lesen den Kurs der Nato, die bereits in berechnender Selbstverständlichkeit Russland als Feind betrachtet, im Gegenzug Putin vor den Einflüssen des aggressiven Nato-Westens warnt. Beste Voraussetzungen für neue Eskalationen, die ohnehin in stellvertretenden Konflikten und Kriegen ihre Bewährungsproben austoben, betroffene Zivilbevölkerungen darunter zu leiden haben. Frieden nur dort, wo die Kontrolle und Drohgebärden wirken.

Wie dabei das Unvermeidbare stoppen? Diplomatie im Dauerstreß, um das sinkende Schiff irgendwie zu retten? Was nützen Abkommen, globale Verträge, Handels-beziehungen, wenn die Macht der Militärs am Ende sich furchtbar durchsetzt und entlädt? Lawinen sind Naturgewalten, menschliche Entwicklungen hin zu diesem System Change der direkte Weg in die Apokalypse.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Alle Zeit verloren

Die Fahrstuhltür fällt zu.
Nicht, daß ich friere.
Mir gegenüber, du.
Es ist kurz vor viere.

Meine Knie steif wie Sahne.
Knopf gedrückt, achte Etage.
Finger flattern wie eine Fahne.
Boden schwingt, nichts in Waage.

Graue Wände starren sich an.
Reflektieren funkelnde Blitze.
Leises Schnaufen zerschmettert daran.
Hauchfein tropft eine Atempfütze.

Kling, Kling tönt es vom Boden.
Augen zu, Augen auf.
Blicke beseelen fremde Oden.
Peinlichkeit, ach Scheiß drauf!

Wir liegen uns in den Armen.
Kuß. Schwindel kaum zu ertragen.
„Wolltest du nicht erst morgen…?“
„Ohne dich ist die Zukunft ein Gestern!“

Die Fahrstuhltür springt auf.
Nicht, daß ich schwitz´.
Zeit mit dir, ein Sternenhauf´.
Mir nahe, dein Antlitz

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Jeder Mensch ist illegal unterwegs – weg mit den Freiheiten

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Hauptsache elitäres Gehabe setzt sich durch

Ganz genau, Sie haben völlig richtig gelesen. Wo kommen wir dahin, wenn weiterhin jeder seine Meinung kundtun darf, überhaupt zu jedem Thema seinen Senf äußert, frechweg im Internet sich tummelt, auf Plätzen brüllt oder gar Gehör vor einer auf ihn gerichteten Kamera findet. Nix da, das wird ab sofort nicht mehr geduldet!

Warum denn das, mögen manche perplex sich fragen. Na, klingelt’s etwa nicht, fällt keen Groschen? Egal, schließlich sind bei vielen die Hirnwindungen weichgespült angesichts all der sie umschwirrender Manipulation. Während gewisse Pappnasen gern vollmundig eine Lügenpresse ausmachen, entfleucht aus deren Munde ganz eigenes Zusammengereimtes mit dem Selbstzweck, sich fürstlich zu bereichern, auf Kosten all derer, die solche Zielsetzungen ohnehin nicht für möglich halten, sondern ihnen gar zujubeln.

Aber das kennen wir doch schon, gab es vor einigen Jahrzehnten in diesem Land mitten im Herzen Europas, anstatt die Zeit dazwischen zu verinnerlichen, immerhin gab es genügend eindeutige Denkanstöße, die zur weitreichend gepriesenen Freiheit führten, wiederholt sich die Sehnsucht nach einem, der es für sie richtet. Wie blöd ist das denn?

Insofern sei jeder Mensch illegal unterwegs, außer jene treudoofen heimatverliebten Patrioten und Identitären, die meinen, sie hätten Ansprüche auf ihr Land, angebliche Werte. Dann lieber weg mit den Freiheiten, gut sichtbar beim schwachen Geschlecht, die Frau zurück an Heim und Herd, bloß nicht aufmucken, wenn der Herr im Hause auf den Tisch haut. Na, da paßt doch brillant das elitäre Gehabe jener Klientel der Oberklasse, die ohnehin sich vom gemeinen Volk abkoppelt. Ausbeutung hat halt ihren Preis, nach dem soll sich gefälligst der moderne, gut überwachte Arbeitssklave richten. Falls nicht, sind die Weichen längst gestellt!

Immer schön provozieren, vortrefflich funktionieren solche Polithelden wie jener Spahn, der ins gleiche Horn bläst wie der Heimat-Horst. Selbstgefällige Steigbügelhalter der Neuen Rechten, man weiß ja nie, für was das gut sein könnte, vielleicht lösen die ja spätestens in vier Jahren Merkel IV ab, weil ne SPD völlig abgewirtschaftet, die Leute entgültig das Vertrauen in die hochgestochene Politik verlieren. Dann lieber per Protest die ollen extrem Rechten wählen, die richten das schon. Ohje.

Was wäre das für eine Welt, die keine Grenzen hätte, jeder Mensch sich mal wirklich frei bewegen dürfte, überall sozialer Notstand Geschichte, Kriege sowieso? Selbst zwölf Milliarden unserer Spezies friedlich zusammenleben, ohne Neid, ohne Religionsdebatten, Umweltzerstörung? Das sogenannte Paradies, welches seinen Weg zurückfindet, obwohl anfangs Adam und Eva aus ihm vertrieben? Die Menschheit geläutert, da die Erkenntnis sich durchsetzt, wir sind alle gleich vor der Schöpfung, die genau das will, somit ihr Sinn endlich verstanden und umgesetzt wird?

Die Antworten finden sich im Wahnsinn eines sich fortsetzenden Alltags, der auch nach dem Lesen dieser Zeilen uns erneut begegnet. Machen wir das Beste draus, vielleicht bewirken Sie manch Veränderung.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

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Malita

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Malita
ist verliebt in Dieta.

Der darf das niemals wissen,
lieber heult sie in die Kissen.

Noch nie hat sie ihn gesehen,
das mindert nicht ihr Sehnen.

Seine Stimme, diesen Klang
hört sie ständig durch die Wand.

Wenn er spielt, wenn er baut,
singt er Kinderlieder laut.

Ihr Kuscheltier Till weiß von dieser Lieb`,
er versteht sie immer auf Anhieb.

Morgen darf Dieta nach draußen,
hören ihre Ohren, die an der Wand lauschen.

Kürzlich ist er nebenan eingezogen,
sie empfand das als Geschenk, ungelogen.

Schon lange wartet sie auf ein Brüderchen,
ihre Eltern haben dafür kein Verständnischen.

Zwei Schwestern sind ihre Spielgefährten,
diese Babys, bis vor kurzem schrien sie, plärrten.

Sie betete abends zu allen Feen,
daß Dieta sie als Freundin wird sehn.

Im rosa Kleidchen steht Dieta vor ihr,
Mama sagt: Dies ist Dieta, sie ist wie du vier.

Malita rennt schluchzend ins Kinderzimmer.
„Till, weißt du was? Leise Stimmen lügen immer!“

Nafia

Kategorie: Gedichte

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