Vernunft bestimmt unser tägliches Handeln

Wider besseres Wissen – wenn die Unvernunft mit ihren Reizen spielt

Selbst wenn man es spürt, es eigentlich besser weiß, gerät man doch hin und wieder in die Versuchung, man macht’s einfach: gegen die Vernunft handeln. Scheinbar ist dieses Tun mit einem Reiz belegt, der sämtliche Bedenken, Wissen, Erfahrung außer Kraft setzen kann. Kleinen Kindern verzeiht man es, sie wissen es doch noch nicht anders (reden wir uns zumindest ein), bei Jugendlichen kann es zu einem scheinbar immerwährenden Spiel, vielleicht auch in Kampfgeist herausfordernde geistige Auseinandersetzungen ausarten.

Vernunft, gleichbedeutend mit Denkfähigkeit, Erkenntnisvermögen, ist eine Ableitung vom Verb vernehmen, erfassen, ergreifen, wahrnehmen. Demzufolge sagt es ursprünglich nur aus, etwas zu registrieren, aufzunehmen.

Das bedeutet, wenn wir eine Möglichkeit des Vergleichs benützen, können wir aus dem Erfassen eine Erkenntnis schöpfen, die eine vernünftige Lösung, Meinung, Ansicht beinhalten kann. Bleibt aber eine Vergleichsmöglichkeit aus, entweder weil man keine Alternative kennt, oder es widerspricht einem grundsätzlich, eine andere Sicht zu akzeptieren, dann liegt keine Vernunft vor, sondern nur eine Wahrnehmung.

Beispiel gefällig: Wir besitzen ein Huhn. Es hat rote und gelbe Federn. Es frißt nur Samen und wird höchstens fünf Jahre alt. Aus dieser Erkenntnis können wir keine Vernunft erschließen, es bleibt nur „vernumft“, althochdeutsch, vernehmen, ein Erfassen.

Nun haben wir ein Huhn mit roten und gelben Federn, und es frißt Samen, Körner, Würmer und wird höchstens fünf Jahre alt. Hier haben wir durch das Freßverhalten die Möglichkeit für einen Vergleich. Füttern wir das Huhn nur mit Samen oder Würmern, so kann das auf die Altersangabe eine Auswirkung haben, infolge einer Mangelernährung. Es wäre also unvernünftig, das Huhn nur mit Samen zu füttern.

Kleine Kinder haben oft „Entenfüße“, sie ziehen die Schuhe falsch an, weil für sie Schuh Schuh ist und nicht ein rechter und ein linker Schuh. Diese Erkenntnis nehmen sie nicht wahr und ist für sie nicht relevant. Jugendliche bringen es fertig, im Winter mit leichtem Pulli rauszugehen, sie nehmen zwar wahr, daß dies zu kalt ist, blenden die Kälte aber aus, weil nur das Tragen dieses Pullis relevant ist. Erwachsene benützen sehr oft die Unvernunft, um Fehlbarkeiten, Schwächen zu überspielen, so kaufen sie eine überteuerte Stereoanlage, fahren an ein Urlaubsziel, das ihr finanzielles Budget überschreitet, um damit bei Freunden Eindruck zu machen oder um es mit Erich Kästners Worten aus dem Gedicht zu sagen:

Sogenannte Klassefrauen

Sind sie nicht pfuiteuflisch anzuschauen?
Plötzlich färben sich die Klassefrauen,
weil es Mode ist, die Nägel rot!

Wenn es Mode wird, sie abzukauen,
oder mit dem Hammer blau zu hauen,
tuns sie’s auch und freuen sich halbtot.

Der Reiz, etwas Unvernünftiges zu tun, wider besseres Wissen zu handeln, ist ein Zeugnis von Ignoranz gegenüber den eventuellen Folgen, die sich ergeben können. Solange die Unvernunft zu keinem Schaden führt, ist dieses Handeln sicherlich ein kleines Spiel mit dem Feuer und birgt darin seinen Reiz. Wenn nun aber der Spieltrieb ohne Reflektion, ohne Vergleich, beibehalten wird, dann kann das kleine Spiel mit dem Feuer einen Großbrand auslösen. Vernünftig handeln, kann nur der, der immer wieder unter mehreren Möglichkeiten Konsequenzen zieht, alles andere ist Unvernunft.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Kolumne

Diese Kolumne erschien bereits am 31. März 2016 hier bei Querdenkende.
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Unsere Leistungsgesellschaft zwischen Verlierern und Gewinnern

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Trügerisches Geben und Schenken auf dem Prüf-stand

In der Nächstenliebe offenbart sich letztlich all unser eigentliches Sein in Bezug auf das reale Handeln untereinander. Wer ohne jedwede Hintergedanken oder Vorteils-erwägungen voller Herzensgüte geben kann, scheint nicht gänzlich dem ewigen Run nach Macht und Gewinn verfallen zu sein.

Doch solche Eindrücke gestalten sich äußerst trügerisch, bedenken wir dabei, daß der richtig Reiche dem Armen genommen und vorenthält, was diesem eigentlich zusteht, wenn da nicht die Gesetze des Stärkeren angewandt würden. Es reduziert sich auf offensichtlich zwischenmenschliches Handeln, wobei die interessante Frage auftaucht, wieso der eine reich beschenkt wird, während der andere verarmt stirbt.

Firmenpleiten, Handelskriege und Arbeitslosigkeit vorpro-grammiert

Wer mit genügend Selbstbewußtsein sowie mentaler Kraft sein eigenes Leben gestaltet und meistert, darf sich glücklich schätzen, auf der Siegerseite in unserer Leistungs-gesellschaft gut voranzukommen. Aber was geschieht mit all jenen, die aus ganz unterschiedlichen Gründen versagen, dem Run nach Erfolg und Prestige nicht gewachsen?

Jeder Mensch reagiert halt auf seine eigene Weise, versucht sich selbst zurechtzufinden, wobei gnadenloser Konkurrenzkampf sehr entscheidend mit dazu beiträgt, „Verlierer“ zu erschaffen, die wiederum an den Rand dieser Gesellschaft gedrängt werden. Wer nicht dem Bild vom ewig strotzend Aktiven entspricht, somit aus der selbsterschaffenen Norm fällt, bleibt außen vor und hat es ziemlich schwer, zurück zu gelangen in den Kreis der Siegertypen.

Insofern muß natürlich unsere Leistungsgesellschaft sich der Frage stellen, warum im Ergebnis Verlierer erschaffen werden. Unabhängig davon, daß auf diese Weise ein ständig schwelender Unfrieden vorprogrammiert die vermeintlich Betuchteren dazu veranlaßt, ihren Reichtum zu schützen, zu bewahren und darüber hinaus sich neue Strategien zur Vermehrung einfallen lassen zu müssen. Die Folgen sollten hinlänglich bekannt sein, denken wir an Firmenpleiten, Handelskriege und Arbeitslosigkeit bis hin zur Verarmung weiter Teile der Bevölkerung.

Schenken im Widerspruch zur Absicht

„Gebt, so wird euch gegeben. Ein voll, gedrückt, gerüttelt und überfließend Maß wird man in euren Schoß geben; denn eben mit dem Maß, mit dem ihr messet, wird man euch wieder messen.“ So lautet es bei Lukas 6, Vers 38. Und schon schnappt die Falle zu, weil eine Bedingung geknüpft wurde: „…, so wird euch gegeben“. Da steckt eine eindeutige Erwartungshaltung dahinter. Muß das denn sein, darf man ruhig anmahnend formulieren!

Sicherlich diente das Schenken, ebenso bestimmte Gegner umzustimmen vor Kriegs-handlungen, auch wenn sie fast nie fruchteten, der Aggressor sich ohnehin per Gewalt nahm, was er für sich beanspruchte. Doch dieses gebende Schenken bietet ebenso Trost, wer kennt es nicht aus Kindertagen, als Willkommensgruß und somit Ausdruck der Freude, wenn wir Gäste erwarten bei Festen und Feierlichkeiten.

Was dennoch dabei mitschwingt, bleibt der Gedanke des Vorteils, der erhofft wird. Das Schenken somit doch in eine Schenkökonomie mündet wie Marcel Mauss sie formulierte, das Prinzip des Gebens als moralisch psycho-ökonomisch bewertet, welches den Zwangscharakter und dessen Schuldverursachung hervorruft?

Deutsche Gründlichkeit macht selbst bei Hartz-IV-Empfängern nicht Halt

Die soeben benannte Schuldverursachung beim Schenken selbst findet „hervorragende“ Anwendung bei der Umsetzung deutscher Gründlichkeit. Warum sollte man den Menschen, die ganz unten angekommen in der Gesellschaft, obendrein Geschenktes gönnen, wo kommen wir denn dahin? (Ironie aus)

Nein, Hartz-IV-Empfänger dürfen Geschenke von vornherein erst mal überhaupt nicht annehmen und wenn doch, dann haben sie das dem Amt gefälligst zu melden. Geldgeschenke unter 50 € gelten aber als Bagatellfall. Na, wie schön, daß hierbei noch nicht findige Pfennigfuchser, heute sollten sie eher als Cent-Fuchser bezeichnet werden, sich eingefunden haben, um den betrügenden Bedürftigen zu ertappen und zu sanktioneren.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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Prokrastination – ein von der Politik gern angewandtes Mittel

Hand aufs Herz: Auch Sie pflegen manches mal die Aufschieberitis, oder?

Was hat man nicht so alles zu erledigen! Zu tun, fertig zu stellen, wobei das Anfangen in gewißen Zeiten schon die größere Anstrengung sein kann als das wirklich zu Tuende. Viele drücken sich vor Dingen, die erledigt werden müssen, sollen, dafür gibt es den Ausdruck, die Aufschieberitis. Besonders Jugendliche im sogenannten Teeniealter leiden darunter oder besser, sie sind der Aufschieberitis verfallen.

Auch die zu den Erwachsenen zählenden Personen sind der Falle der Aufschieberitis des öfteren ausgesetzt. Es gibt sogar Fachliteratur darüber, allerdings unter dem Begriff Prokrastination, lateinisch für vertagen. Das Vertagen ist übrigens ebenso in der Politik ein gern angewandtes Mittel, um sich vor Entscheidungen zu drücken.

Wenn es über irgendetwas Literatur gibt, es nötig empfunden wird, sich einer Sache zu widmen, scheint die Aufschieberitis mit Sicherheit nicht nur unsere Kinder und uns selbst zu betreffen, es scheint, ganze Bevölkerungsschichten sind davon betroffen. Dem Himmel sei Dank, mag jetzt der ein oder andere denken. Denn ein gemeinsames Leid ist ein geteiltes Leid, oder? Oder ist die Prokrastination nur die vorgeschobene Erklärung für Faulheit? Keinen Bock, andere Interessen, zu mühevoll, das sollen andere erledigen, damit gebe ich mich nicht ab, dafür ist meine Zeit zu kostbar, vielleicht ein andermal.

Gibt es die Aufschieberitis nur, wenn sie mit unangenehmen Aufgaben in Verbindung gebracht wird, sozusagen eine Pflicht voraussetzt? Existiert die Prokrastination nicht bei den zu erledigenden Tätigkeiten, die uns Freude bereiten? Wenn wir uns selbst gegenüber darauf eine Antwort geben sollen, so werden wir bestimmt nicht ganz ehrlich zu uns sein, sondern genügend Ausreden finden, die dem widersprechen. Aber bei der Beobachtung anderer zu ihrem Verhältnis „etwas zu erledigen“, können wir feststellen, daß ein schnelles und effizientes Erledigen nicht nur mit „dann machen wir mal“, sondern verbunden ist mit einem gewissen Enthusiasmus.

Erledigen, kommt ursprünglich von ledig, freimachen, in Freiheit setzen, eigentlich logisch. Wenn etwas erledigt ist, bin ich von der Arbeit befreit. Jetzt erledigen wir auch noch das Wort ledig, oder? Mittelhochdeutsch, ledic, verwandt mit dem Wort Glied, bedeutet eigentlich gelenkig, im schwedischen heißt ledig geschmeidig. Beobachten wir uns oder andere bei ihren Tätigkeiten, so werden wir sehr oft an der Körperhaltung erkennen, ob die Arbeit wirklich mit Freude oder eher lustlos verrichtet wird. Die Körperhaltung kann also verräterisch dazu beitragen, ob wir uns bei der Arbeit wohl fühlen oder nicht, ob wir etwas erledigen, weil die Aufschieberitis nun nicht mehr aufrecht erhalten werden kann, oder ob wir mit einem zufriedenen Gefühl der Beschäftigung nachgehen.

Bei beiden Erledigungsarten sind wir nach getaner Arbeit befreit. Der Unterschied im Ergebnis kann nicht immer ersehen werden. Allerdings gibt es tatsächlich Menschen, denen die Aufschieberitis völlig fremd zu sein scheint und die ihre entweder selbst gestellten oder übertragenen Aufgaben meist zügig erledigen. Vielleicht haben Sie es bereits zwischen den Zeilen gelesen, die diesen Text verfaßende Schreiberin zählt zu den Aufschieberitismenschen, ist also der Prokrastination, wenn auch nur in gewißen Zeiten anhängig.

Und hat zu allem Übel jetzt auch noch Sie von Ihren zu erledigenden Aufgaben abgehalten. Da sich die Wäsche nicht von allein in die Waschmaschine legen kann, um mal wieder erfrischt zum Wohle der Schreibenden getragen zu werden, wird diese, da das Argument zur Rechtfertigung der Prokrastation den Text noch zu schreiben, schließlich irgendwann nicht mehr aufrecht erhalten werden kann. Deshalb sind Sie und ich jetzt befreit, und wir können uns für die nächste Aufgabe, Tätigkeit freimachen, uns in Freiheit setzen, erledigen.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Kolumne

Diese Kolumne erschien bereits am 05. März 2016 hier bei Querdenkende.
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Spa(h)nferkel unter sich – wie die dritte GroKo tickt

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Der Gag der Woche – oder wieso man vieles ernst nehmen sollte

Na, wer wird denn gleich in die Luft gehen, nur weil so nen Schnösel nach Rosinen pickt. Muß man drüber hinwegsehen, das sei sein gutes Recht, Gesundheit, man ist dir etwa schlecht? Es reicht? Nie im Leben, es heißt doch stets Geben und Nehmen, nur dieser junge Minister meint, es gäbe hierzulande keine Armut. Wie er dabei greint, übertrieben sich wichtigtut!

Da paßt was Entscheidendes zusammen, man mag zwar vor Wut die Hacken in den Boden rammen, ändern wird sich dadurch kaum etwas. Wer aufgepaßt, entdeckt den Spaß. Was sagt uns das? Der neoliberale Weg weiterhin unerschrocken wird gegangen, das muß fürs Volk wohl langen. Man selbst gönnt sich jedwede Ferkelei, ob’s rauskommt? Einerlei. Zur Not wird mal wieder irgendwo auf der Welt gebombt. Was eine Ursula nonchalant durch den Bundestag erficht, kümmert den politikverdrossenen Bürger nicht.

Dann schielt manch einer lieber zur neuen AfD, egal was die daher posaunt, tut eh keinem weh, selbst wenn die Journalie raunt. Weil inzwischen Lügenpresse Normalzustand, steht doch eh längst auf manch kahler Wand. Was früher schon erfolgversprechend gehetzt, och heute gezielt nicht nur die Ehre verletzt. Wenn dann mal Politik ohnehin durch ein „weiter so“ versagt, fühlt jene Neue Rechte sich gänzlich gefragt. Wer es dann wagt, eben nicht verzagt, deren gelebten Rassismus an den Pranger zu stellen, dessen Stuhlbein tun sie heimtückisch fällen.

Gewalt heißt das Zauberwort, trägt keinerlei Sorgen fort. Ganz im Gegenteil, höhnisch wird’s geboten feil. Solch simple Zerstörungswut läuft stets vortrefflich gut. Wen interessiert schon Humanismus und Toleranz? Damit ist dann Schluß, es beginnt ein Affentanz, den wirklich niemand gebrauchen kann. Wer beendet jenen Bann? Niemals die neue GroKo dazu im Stande. Das ist ja die Schande.

Nachdem jener Maas lang genug die Justiz bemühte, er jetzt ins Außerministerium schielte und prompt den Gabriel von dessen Posten vertrieb. Gar nicht lieb. Aber so ist das politische Geschäft, wer nicht beißt, halt kläfft. Oder doch bescheißt? Egal, der Blick janz schal wird zur Qual, was da noch für Aufgaben den Neuen erwarten. Es erblüht kaum ein Friedensgarten, die Welt ist heute erst recht auf Krieg aus. Welch Graus!

Drum wird eine Frau Schulze die Umwelt ernsthaft braunkohlemäßig bemühen, Gedanken zum Klimaschutz ohnehin entfliehen. Was interessieren die Sorgen von gestern, man steht’s aus, das eintretende Lästern. Ein Gewissen ohnehin nicht vorhanden, kam lange vorher bereits abhanden. Wer der Wirtschaft treudoof die Stange hält, bei dem zählt nur das Geld. Alles andere wird über Bord geschmissen, fühlt sich dabei nicht mal beschissen.

Was ein Schäuble schon nicht vermag, plötzlich dem Scholz sein Finanzministerium löst die nächsten politischen Tag’? Hauptsache als Vize glänzen, dann kann man notfalls och mal schwänzen. Wir brauchen unbedingt ein Heimatministerposten, das fordert schon viel zu lang manch Vollpfosten, da fischt man gern als CSU im trüben Wasser der Rechten. Was solch neue Posten brächten? Na, das liegt doch auf der Hand: Seehofer rettet Deutschland. Als ob wir allesamt keine anderen Probleme hätten. Unsinn – wetten?!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

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Hassen und hetzen – in Deutschland längst wieder salonfähig

„Nein, ich bin kein Nazi, kein Rassist“, eine vor-geschobene Ausrede

Vor Jahren, aber bisweilen heutzutage immer noch, wurden, werden Tiere bei der Dressur mit Kommandos zum Hassen, Hetzen gebracht. Dabei wird das Tier mißhandelt, indem man seinen Willen bricht und es dem vermeintlichen Gegner an den Hals hetzt. Die Tiere werden nach so einer Dressur aggressiv und zuweilen nicht mehr führbar.

Ab etwa Mitte des letzten Jahrhunderts wurde das Bewußtsein der Menschen langsam dahin gehend geändert, daß Strenge, absolute Unterwerfung, Zwang, Schläge in der Tierdressur eine Quälerei darstellen. Es wurden immer mehr Stimmen laut, gerade in der Zirkusdressur dieses Handeln zu verändern.

Etwa zur gleichen Zeit wurden etliche Mißstände in Heimen, Internaten, die unter dem gleichen Aspekt geführt wurden, in der Öffentlichkeit bekannt. Es leiden bis heute noch viele Menschen unter den Bedingungen, die sie in und bei solchen Instituten erlebt haben. Nicht zu vergessen die gleiche Strenge und Erniedrigung in psychiatrischen Anstalten.

Nun sollte man davon ausgehen, daß die freie Erziehung der 60iger Jahre ihre Lichter bis ins heute getragen haben. Aber weit gefehlt. Es wimmelt nur so von Rufern, die gerne die gute alte Zeit der absoluten Strenge und Disziplin herbeisehnen.

Wer die Gelegenheit hatte, mit Tieren in Kontakt zu kommen, dessen Wesen geformt wurde durch Züchtigung, wird auch wissen, wie schwierig es ist, bei diesem Tier wenigstens ein bißchen Vertrauen aufzubauen.

Wer die Gelegenheit hatte, mit Menschen in Kontakt zu kommen, dessen Wesen geformt wurde durch Züchtigung, wird auch wissen, wie schwierig es ist, bei diesem Menschen wenigstens ein bißchen Vertrauen aufzubauen.

Warum diese Satzwiederholung? Nur verändert durch die Wörter Tier und Mensch. Weil bis dahin die gleichen Gesetzmäßigkeiten auftreten. Eine Störung des Vertrauens. Wie wir alle wissen, sind dem Menschen die Sprache und höhere kognitive Fähigkeiten gegeben. Dies führt deshalb zu vermehrten Störungen der Persönlichkeit als bei den Tieren.

Hetzen in seiner ursprünglichen Bedeutung war hassen machen, zum Verfolgen bringen. Zum Verfolgen bringen, nicht nur der Beute hinterher jagen, sondern auch Andersdenkenden, den Befehl Verweigernden. Wenn nun Menschen, die in der ersten oder zweiten Generation Deutsche sind und deutsch aussehen, auf der Straße freundlich angelächelt werden, aber Deutsche, deren Nachweise des Deutschseins bereits Jahrhunderte zurückliegen, trotzdem ausländisch aussehen, eher wie türkisch, iranisch, syrisch, auf der Straße bespuckt und zur Fahrbahn geschubst werden, ist das dann nicht aufgehetzt? Vertrauensmißbrauch?

„Nein, ich bin kein Nazi, kein Rassist“, was aber dann? Vielleicht reicht die Grundregel, wer immer das Bedürfnis hat zu wiederholen, was er denn sei oder nicht sei, hat gerade damit sein Problem!

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Kolumne

Diese Kolumne erschien bereits am 24. März 2016 hier bei Querdenkende.
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Eiertanz um die Frauenquote ein Paradebeispiel

Das angeblich schwächere Geschlecht nach wie vor benachteiligt

Ganze Kerle machen keine halben Sachen, sondern pochen auf ihr Recht. Und dieses währt schon ziemlich lange, wo bei der Frage, ob es ein Matriarchat überhaupt jemals gegeben haben soll, bis heute die Geister sich scheiden, Experten allerdings sowohl bei den Historikern als auch den Feministinnen selbst die Meinung vertreten, es habe nie stattgefunden.

Aber woher stammt diese Einstellung des männlichen Geschlechts, das Ruder über-nehmen zu müssen? Beschränkt es sich einfach nur auf den Umstand, daß er kriegerisch jagend und beutesuchend, die Familie schützend durch die Gegend streifte, während sie die Mahlzeiten zubereitete, den Nachwuchs gebar und großzog? Mehr Muskelmasse als der Stärkere beansprucht für sich die Herrschaft über das scheinbar schwache Geschlecht?

Das Patriarchat somit eine uralt festgelegte Gesellschaftsform aus der kein Entrinnen möglich ist, Frauen sich unterzuordnen haben? Sowohl im Buch Genesis als auch im späteren Koran selbst sind da Adam und Eva. Dem aus Lehm erschaffenen Adam wird, weil Gott vergessen hat ihm ein Weib zu kreieren, eine Rippe entnommen, um daraus Eva zu formen. In diesem Glauben wird bereits die Dominanz des Mannes betont, Adam entdeckt in sich den Mann und in seinem Gegenüber die Frau.

Wenn du zum Weibe gehst, vergiß die Peitsche nicht!

Jetzt können Sie sich natürlich fragen, was dieser Satz aus Friedrich Nietzsches „Also sprach Zarathustra“ hier verloren hat, weil doch der starke Mann gefälligst die Frau beherrschen sollte? Nun, liebe Leser, ganz einfach. Diese Provokation des Philosophen wollte lediglich verdeutlichen, auch wenn sie bis heute noch oftmals mißverstanden wird, was die Urängste beider Geschlechter innehaben.

Der Mann möchte eben nicht seiner Freiheit beraubt werden, eingesperrt sein, sondern sich frei fühlen, auch wenn er eine Höhle gefunden hat. Die Frau spürt den Drang des Mannes nach Freiheit, bezweifelt, daß er sie meint, stellt ihn daher ständig auf die Probe und gibt sich erst dann zufrieden, wenn er die Liebe beteuert, sie wirklich will und diese ihr zeigt. Die Peitsche letztlich Ermahnung des Mannes an sich selbst, entweder dem Schoß treu zu bleiben oder eben rastlos dem nächsten Rock hinterherzuhecheln? Liegt darin auch der Schlüssel innerhalb der Gesellschaft im Verborgenen, warum Mann und Frau sich dermaßen ungleich gegenüber verhalten?

Feilscherei um Frauenquote ein Armutszeugnis

Schauen wir uns die Berufswelt an, hat sich in den letzten Jahrzehnten so einiges geändert. Männerberufe sind längst kein Tabu mehr für Frauen, die völlig zurecht für sich in Anspruch nehmen, es mindestens wenn nicht gar besser hinzukriegen als ihre männlichen Kollegen. Dabei werden sie stets wesentlich höheren Anforderungen unterzogen, um gefälligst nonstop Höchstleistung zu beweisen, damit das Vorurteil auf der Lauer liegend bedient wird.

Den umgekehrten Fall sollten wir aber ebenso erwähnen, wenn Frauenberufe von Männern gemeistert werden. Natürlich gibt es im Ying-und-Yang-Gerangel stets genau die Unterschiede, die halt Mutter Natur uns gegeben hat: kleine, schwächliche Männer, große und starke Frauen sowie das meist übliche Gegenteil. Dazwischen agiert Geist, Intelligenz und die Persönlichkeit eines jeden, um im Berufsleben sich zu bewähren.

In der Politik versuchen es derzeit Politikerinnen der neuen Großen Koalition, – ob nur aus Publicity-Gründen, bleibt mal dahingestellt, schließlich hatten die beiden Parteien sehr viel Gelegenheit in den letzten Jahren während ihrer Regierungsverantwortung, dies zu verbessern -, die Frauenquote für den Bundestag erneut anzuschieben. Daß der Anteil so niedrig wie seit knapp 20 Jahren nicht mehr, sollte nachdenklich stimmen.

So oder so, eine Gesellschaft, die wirklich für sich in Anspruch nehmen möchte, Emanzipation zu leben, kann gar nicht anders, als Frauen tatsächlich gewähren zu lassen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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Jacke wie Hose – keineswegs von Gleichgültigkeit geprägt

Nur wer differenziert, gelangt zu besseren Erkennt-nissen

Jacke wie Hose, ein Ausspruch, der aus dem Schneiderhandwerk hervorgegangen ist und seit dem 17. Jahrhundert in den Sprachgebrauch übernommen wurde, bedeutete ursprünglich beide Teile, Jacke und Hose, sind aus dem gleichen Stoff. So änderte sich nicht nur die Modewelt, sondern auch die sprachliche Ausdrucksweise wurde bereichert. Jacke wie Hose, das eine so gut wie das andere.

Es gibt viele Dinge im Leben, in denen es wirklich keine besondere Rolle spielt, ob wir nun den grünen Apfel oder den roten Apfel essen. Ein wenig anders verhält es sich mit Birne und Apfel, Ananas und Erdbeere, Johannisbeere und Pfirsich, alles sind Obstsorten, aber ihre Vitamine, Fruchtgehalte sind verschieden. So oder ähnlich ist es in vielen Bereichen, in denen wir eine Entscheidung treffen, die Entscheidung kann sehr differenziert gesehen werden, und es fällt schwer, zu einer bestimmten Zusage zu kommen, oder sie ist für uns klar ausgeprägt und wird nicht noch hinterfragt. Beim Roulette oder anderen Spielformen kann eine Entscheidung, Jacke wie Hose, im übertragenen Sinne voll in die Hosen gehen, und wir können sogar die Jacke voll kriegen.

Manches Mal, gerade vor anstehenden Wahlen, hört man diesen Ausspruch, Jacke wie Hose sehr oft in Verbindung, eine Partei sei wie die andere. Ja, richtig und auch wieder nicht. Alle sich zur Wahl stellenden Parteien sind eine Partei, wie das oben beschriebene Obst, aber in diesem Zusammenhang sind die Inhalte, also die Äußerungen bezüglich den sich stellenden Fragen und Antworten, die das Gemeinwohl betreffen, hoffen wir mal, nicht nur von drei bis fünf Aussagen über die Partei zu beachten. Denn die Auswirkungen der Wahl Einzelner betrifft in diesem Fall die gesamte Bevölkerung.

Generell gilt, ob nun für eine Partei, Verein, Club, Gemeinschaft aus irgendwelchen Gründen, um Verbundenheit, Ansichten, Thesen mitzutragen, gibt es sogenannte Regeln, Statuten, die dafür sorgen, daß alle sich diesen „Gesetzen“ unterordnen. Wer gegen diese Bestimmungen verstößt, wird entweder ausgestoßen, oder er regiert als Alleinherrscher die Partei, Gruppe. In dieser Hinsicht ist es also völlig unerheblich, welche Partei gewählt wird, denn Partei ist Partei, so wie Obst, Obst, oder Jacke wie Hose.

Wer etwas verändern möchte, bereit ist, ein Problem mit sämtlichen Differenzierungen zu betrachten, sollte deshalb nicht Jacke wie Hose wählen, auch nicht „um es den anderen zu zeigen“. Vielleicht sind „Die Trends für das Jahr 2000“ gerade jetzt wichtig, überdacht zu werden.

Die Trends für das Jahr 2000

1. Personen, die per Hypnose keine Zukunft mehr hatten, litten unter Identitätsverlust. Sie kannten zwar keinerlei Angst, aber auch keinerlei Motivation. (mystischer Zustand)

2. Personen, die per Hypnose eine erweiterte Zukunft erlebten, wiesen ein starkes Gefühl von Selbst-Erfüllung auf, kannten keinerlei Todesangst, waren aber ausgesprochen kontemplativ, passiv und zeigten einen überhohen Gleichmut. (eine Art asiatisches Gewährenlassen)

3. Personen, die hypnotisch keine Vergangenheit mehr hatten, wirkten infantil apathisch und erlebten ihren Zustand ohne Sinn und Wert.

4. Personen, die keine Gegenwart aufwiesen, erlebten die schlimmsten Zustände, das heißt Depressionen und psychologische Schräglagen, fast bis zur Schizophrenie.

5. Personen, die mit einer erweiterten Vergangenheit (das ist in etwa “das Weltbild” stolzer Konservativisten) zeigten egozentrisches Verhalten und Gehemmtheit in fast allen Lebensbereichen.

Dr. Bernhard Aaronson, New Jersey, Neuropsychiatric Institute
Forschungsarbeit über “timeless Minds”
Einfluß der Zeit-Richtungs-Orientierung auf Menschen

Übrigens, gibt es in der Mode nicht nur Jacke und Hose, sondern auch Kostüme, Blusen, T-Shirts, Hemden, Pullis und vieles mehr, außer sie bevorzugen generell Jacke und Hose und verpassen damit das Erlebnis, Neues zu probieren.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Kolumne

Diese Kolumne erschien bereits am 09. März 2016  hier bei Querdenkende.
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