Ohne Individualität

Ich habe genug, ihr „Wir meinen es gut“-Lieben,
von euren Beschimpfungen und Seitenhieben,
ich bin nicht blond, meine Augen sind nicht blau,
noch bin ich, wie ihr, durch Uniformierung schlau.

So schlecht kann die derzeitige Bildung nicht sein,
ihr kennt der Wahrheit Wissen, ob groß, ob klein.
Euren Lebensstandard finanziert ihr mit Spenden,
dafür verbreitet ihr Häme an allen Ecken und Enden.

Ihr durchbrecht zwischenmenschliche Konventionen
mit faulenden Phrasen, als wären sie überreife Melonen.
Dabei schreit ihr nach mißglückten Althergebrachten,
singt Lieder, die früher schon Wut und Haß entfachten.

Mit Opfermimik, Scheinheiligkeit, falschem Stolz, Arroganz,
versucht ihr zu zertrümmern der Demokratie Toleranz.
Ihr propagiert, Verständnis sei unmenschliches Verhalten.
Ohne Individualität will man halt alles gleichschalten.

Ich lasse mich nicht mehr auf die Straße stoßen,
nicht ich, sondern ihr Kleinkarierten seid Exoten.
Und noch was, ihr Oberschlauen, ihr ganz Lieben,
Kultur hat keinen Bestand, wird sie dressiert mit Hieben.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Slowakei: Mord an Ján Kuciak wirft viele Fragen auf

Pressefreiheit gefährdeter denn je?

Erneut wurde ein Journalist ermordet, Ján Kuciak, und mit ihm gleich seine Verlobte. Weil der slowakische Enthüllungsjournalist kriminelle Kontakte von prominenten Unternehmen sowie damit zusammenhängende Steuervergehen aufdeckte, wurde das junge Paar regelrecht per gezielter Schüsse hingerichtet.

Damit unterstreicht gleich der slowakische Ministerpräsident Robert Fico seine harsche Haltung gegenüber der Presse selbst, zumal dessen Innenminister Robert Kalinak ins Visier akribischer Recherchen seitens Kuciak geraten war, weil der Politiker bekanntlich mutmaßliche Steuerbetrüger schützen soll. Alles beste Voraussetzungen, staatliche Verwicklungen in mafiöse Machenschaften erahnen zu lassen, was wiederum kein gutes Licht auf die slowakisch verantwortliche Politik wirft. Was soll hierbei wohl vertuscht werden?

Wladimir Putin selbst gerät ins Zwielicht – zu viele tote Journalisten

Dazu bedarf es insbesondere einer Bemerkung, die dieser mit dem tschechischen Präsidenten Milos Zeman gemacht haben soll, Journalisten sollten liquidiert werden. Scherze dieser Art schaffen nicht gerade Vertrauen, zumal auch in Russland die Pressefreiheit erheblich eingeschränkt ist.

Man bedenke, daß inzwischen etliche Journalisten (inklusive Kuciak) der EU in den letzten zehn Jahren ermordet wurden. Im Jahre 2008 der Zeitungskolumnist Ivo Pukanic in Kroatien, zwei Jahre später wurde der Radiojournalist Socratis Guilias in Griechenland erschossen, Anfang Januar 2015 verloren gleich zwölf Menschen beim Terroranschlag auf die Redaktion des Satiremagazins Charlie Hebdo ihr Leben, im letzten Jahr starb die regierungskritische Bloggerin Daphne Caruana Galizia durch einen gezielten Anschlag per angebrachter Autobombe.

Ein Klima des Haßes geht um und gewinnt immer mehr an Boden

Auch hierzulande, denken wir an die Sprechchöre über eine „Lügenpresse“, jener Schmierenkomödie, die nonstop von Fakenews berichtet bis in die USA, wo dieser 45. Präsident fleißig mit daran beteiligt, die Medien sowie die Presse zu verunglimpfen.

Sicher doch sollte man sich stets kritisch auch mit Medien selbst auseinandersetzen, aber mitnichten diesen Weg fortsetzen, der alles andere als dienreich, sondern vielmehr ein äußerst kostbares Gut vernichten kann, Despoten oftmals den Ton angeben, die Pressefreiheit nachhaltig zu schädigen.

Inzwischen werden somit nicht nur bei den beiden Supermächten, zieht man obendrein die VR China hinzu, schnell Parallelen zu George Orwells 1984 deutlich, wo eine Propagandamaschinerie die Menschen in Schach hält, welch grauenvoll düsteres Szenarium! Wir alle tun sehr gut daran, genau das nicht zuzulassen. Solche Morde wie der an Ján Kuciak gehören lückenlos aufgeklärt, wobei auch die Drahtzieher und Hintermänner mit benannt werden müssen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Liebestraumbaum

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Im Herzen ein Wühlen
von tausenden Gefühlen.

Erwacht ein Baum der Liebe
mit mannigfachem Astgetriebe.

Beschnitten wurde der Baum,
er wurde der beiden Liebestraum.

Sie schnitt bei Nacht, bei Tage,
er akurat nach Vorlage.

Der junge Baum litt
zunehmend, bei jedem Schnitt.

Es gab Streit, Gezänke,
die Blätter nur noch welke.

Sie trennten sich vom Baum,
von der Liebe, aus der Traum.

Dem Baum Form zu geben,
nach ihrer, seines Leben,

zerstörte das Liebestreiben
und den Traum dieser beiden.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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GroKo glaubt ans Märchen vom bösen Wolf

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Kaum ausgerottet und wieder angesiedelt zum Abschuß freigegeben

Während der Wolf in vielen Erdteilen verbreitet ist, wurde er in Westeuropa nahezu ausgerottet. Ungefähr seit 1850 gab es keine frei lebenden Wölfe mehr. Zunächst waren lediglich in Spanien, sowie im Norden Portugals noch der Canis lupus signatus, der Iberische Wolf, als auch der Canis lupus italicus, der Italienische Wolf anzutreffen. Seit über 30 Jahren existiert eine genetische Revision der Unterarten des Wolfes, die Mitochondrial DNA Method.

Im Jahre 2000 wurden die ersten Wölfe wieder in Deutschland geboren, und zwar in der Oberlausitz auf einem sächsischen Truppenübungsplatz, der seit dem Mauerfall nicht mehr benutzt wurde. Inzwischen hat sich der Wolf, vorwiegend im Osten des Landes, ausgebreitet, die Zahlen schwanken zwischen 500 Tieren bis angeblich an die 700. Letztere Zahlen scheinen allerdings unseriös, sind keineswegs belegt. Grund genug für die GroKo, den Wolf unter bestimmten Voraussetzungen erneut zum Abschuß freizugeben, er sei eine Gefahr für den Menschen, das Reißen der Viehbestände.

Einblicke ins Leben der Wölfe

Der Canis lupus ist wieder in Deutschland auf der Pirsch, obwohl diese Art des Jagens bei den Wölfen eher untypisch zu beobachten, bevorzugen sie doch, ihre Beute im Rudel zu jagen. Entgegen landläufiger Meinung sind Wolfsrudel ausschließlich eine Familie, was bedeutet, daß durch das Elternpaar und deren Nachfahren keine anderen Wölfe sich dazugesellen. Durch die eindeutige Dominanz der Eltern gibt es auch keine Revierkämpfe um die Rangordnung.

Verwechseln Sie nicht die weitverbreiteten Erzählungen innerhalb der Literatur, sie haben mit der Wirklichkeit im Leben der Wölfe keinerlei Bedeutung, sondern waren sogar oftmals ein Anlaß, diese interessanten Raubtiere als bösartige Bestien zu verunglimpfen. Dazu haben die willkürlich in Gefangenschaft verschleppten Wölfe mit dazu beigetragen, daß dann Revierkämpfe innerhalb dieser unnatürlichen Rudel unvermeidbar wurden.

Die Politik widerspricht sich selbst

Trotz aktiver Verfolgung hat sich inzwischen die Erkenntnis durchgesetzt, daß der Wolf weder eine Gefahr für den Menschen darstellt noch für dessen Landwirtschaft. Zunächst setzte sich die Politik lobenswert ein, hatte der niedersächsische Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP) ein „Wolfskonzept“ für die Wiedereinbürgerung der Raubtiere in Niedersachsen selbst entwickelt. Er betonte, daß die Wölfe nicht aktiv angesiedelt sein werden. Es blieb die Frage im Raum stehen, ob Wölfe sich von Landesgrenzen abschrecken lassen, die ohnehin nicht erkennbar sind. Dabei bemerkte er, daß endlich die Dämonisierung der geschützten Tierart als böser Wolf ein Ende haben muß.

Und wenn doch mal Schäden auftauchen würden, wie z.B. das Reißen eines Schafes, würde das Land diese selbstverständlich ausgleichen. In Zusammenarbeit mit der Landesjägerschaft solle auch eine Biologin eingestellt werden, die die Rückkehr der Wölfe wissenschaftlich begleiten wird. Davon will dieselbe Partei jetzt Jahre später nichts mehr wissen, hatte sogar bei jüngster Debatte im Deutschen Bundestag sich vehement dafür eingesetzt, den Wolf erneut jagen zu dürfen, er solle wieder als „jagdbare Tierart“ ins Bundesjagdgesetz aufgenommen werden. Welch Widerspruch!

Bitte protestiert: GroKo will Wölfe schießen!

Der Verein Rettet den Regenwald griff die Haltung der sich formierenden neuen Großen Koalition auf, um die Petition „Bitte protestiert: GroKo will Wölfe schießen!“ zu initiieren. Inzwischen fehlen nur noch wenige Stimmen bis zum Etappenziel von 50.000 Unterschriften. Völlig zurecht gibt der Verein am Ende der Petition zu bedenken, daß diese neue Gesetzesvorlage der GroKo sich kaum glaubwürdig vereinbahren läßt, gleichzeitig den Schutz vor Raubkatzen in Afrika, Asien und Lateinamerika zu bewerben.

Wo bleibt dabei noch der Schutz der wieder angesiedelten Wölfe, wenn erneut Jäger ihn erschießen dürfen? Das kann es nicht sein, weil Tierschutz eine derartige Politik zurecht ablehnt. Die heraufbeschworenen Gefahren für den Menschen entsprechen eben nicht der Realität.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Tierschutz/Tierrechte

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Steck das Hemd in die Hose

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Vor langer Zeit habe ich mir verboten, das vor dem Einschlafen Gedachte zu merken. Zu oft grübelte ich am nächsten Morgen, den ganzen nächsten Tag, ach was, tageweise, also auch völlig unabhängig, ob ich nun gestern Abend oder vor einer Woche abends, manchmal sogar noch Monate nach so einem Einschlafgedachtem, darüber nach, was ich denn nun gedacht hatte.

Tricks, wie merke dir nur zwei Begriffe, formuliere einen einprägsamen Text, stelle eine Verbindung zu einem wichtigen Ereignis in deinem Leben vor, möglich war auch das Leben von Freunden, wenn es passend erschien, wiederhole ständig diese Merkbegriffe, zeigten sich als nutzlos. Selbst, und dies war anfangs mehr als bedenklich, als ich anfing, das Gedachte auf einen neben dem Bett platzierten Notizblock zu schreiben, wußte ich oftmals nichts mit diesen Begriffen anzufangen, sie erschienen losgelöst von einem Zusammenhang wie Staubkörner in einem luftleerem Raum. Wie sind diese Partikel hierhergekommen, aus welchen Materialien bestehen sie, verdammt nochmal, wer hat hier nicht auf die erforderliche Hygiene, Sterilität geachtet?

So kann man doch unmöglich Rückschlüsse ziehen auf einen klaren Gedanken, wenn das Gedachte verunreinigt ist. Entweder war das Einschlafgedachte bereits durch die Kurzinfos aus dem Nachttischzettel verwirrend, oder ich selbst, das gebe ich zu, habe durch die morgendlichen Gedanken, wie sie meiner Neigung folgend reagierten, zu viel, zu wenig hineininterpretiert, jedenfalls erschien mir kein noch so perfektes Einschlafgedankenkonstrukt der Rede, des Schreibens oder des Weiterverbreitens wert.

Die Konsequenz, übrigens die einzige, abgesehen von ein paar Ausnahmen, die ich mir genehmige, damit mein Leben nicht zu hierarchisch durch meine Gedanken bestimmt werden, war an ein striktes Verbot vor dem Einschlafen zu denken, geschweige denn daran zu denken, zu denken. Schließlich ist es nicht unmöglich, denkfrei zu sein, man muß nur die Gedanken daran hindern, sich selbständig zu machen, ihnen jede Gelegenheit nehmen, sich ungehindert, das heißt ohne Erlaubnis meinerseits, ihrem Wesen entsprechend zu denken.

Es war nicht von Nutzen, zu lesen, bis die Gedanken nicht mehr fähig waren, etwas aufzunehmen, das taten sie höchst selten, so daß ich zeitweise bis in die Morgenstunden in einem Kampf lag zwischen meinen müden Augen und den unabläßig flüsternden Gedanken anderseits, die sich weigerten, das Gelesene nur als Gelesenes aufzunehmen, sondern darauf beharrten, ihrerseits bedacht zu werden, indem sie mitlasen und ab und an ihre Kommentare, Meinungen, ihre gedanklichen Fortschritte, wenn sie das Gelesene verbinden konnten, mit schon einmal Gedachtem zu vergleichen, zu belächeln, zu hinterfragen.

Ständig gaben sie ihren Senf dazu. Selbst als ich Sachbücher, deren Inhalte keineswegs den Gedanken bekannt sein konnten, schließlich weiß ich sehr genau, mit was sich die Gedanken bis dahin beschäftigt haben, konnten sie es nicht sein lassen, zu denken und mich bitten, dieses und jenes zu notieren, damit ich mich vergewissern könnte, ob denn diese Tatsachen nicht doch und überhaupt, eventuell, möglicherweise fälschlich, nicht ausgiebig wissenschaftlich belegt, in die Versuchung bringen, doch wieder nach dem Zettel auf dem Nachttisch zu greifen. Musikhören ist unter den gleichen Bedingungen auch gescheitert, und dies obwohl weder ich noch meine Gedanken komplett unmusikalisch sind.

Gespräche mit meiner Frau, die bis dahin die Angewohnheit pflegte, abends im Bett eine Unterhaltung zu beginnen, indem sie ihren Tagesablauf nochmal Revue passieren ließ, über ihr so in etwa geplantes morgiges Aktivitätenprogramm mich in Kenntnis setzte, vergessene und unvergessene Erinnungsstücke zum Besten gab, in der guten Absicht, wie sie meinte, mich vom Einschlafdenken abzuhalten, nachdem sie erfuhr, in Wirklichkeit tat sie dies, seitdem wir ein Bett teilten, daß ich es leid war, mir meine abendlichen Gedanken zu erlauben, die sowieso nicht dafür geeignet waren, sie wirklich zu wissen, und meistens es völlig unnötig war, sie überhaupt zu kennen, halfen meinen Einschlafgedanken, sich berechtigt zu fühlen, gedacht zu werden. Ergo, verbat ich meiner Frau, mit mir in Konversation zu treten, sobald wir das Schlafzimmer betreten, denn ihr Mitteilungsbedürfnis fing nicht erst an, wenn sie die Bettdecke über sich legte.

Nachdem ich alle diese Störfaktoren beseitigt habe, wie gesagt vor langer Zeit schon, fühle ich mich außergewöhnlich befreit, denn es hat sich bestätigt, was ich schon immer dachte, die Einschlafgedanken merken sich das Gedachte auch ohne mein abendliches Denken und teilen mir morgens, den Tag über, zu irgendeiner unbestimmten Zeit mit, was sie abends nicht gedacht haben.

Der einzige Nachteil ist, den ich bisher entdecken konnte, nach diesem auferlegtem Verbot zu leben, und ich erlaube mir nicht, daran zu denken, daß dahinter die Absicht stecken könnte, mir damit vorzuwerfen, ich würde sie unter egoistischen Gründen hindern, mir ihre Gedankenwelt mitzuteilen, dauernd von meiner Frau Hinweise mir anhören zu müssen, die sie mitunter mit einer Leidenschaft in der Stimme ausspricht, die jedem Theaterregisseur die Tränen fließen lassen könnte, daß ich den Schlüsselbund im Kühlschrank abgelegt habe, daß meine Brille in ein Brillenetui gehört und nicht auf die Fensterbank, und steck das Hemd in die Hose.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Kurzgeschichten

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Der Letzte macht das Licht aus

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Der Gag der Woche – oder wieso man vieles ernst nehmen sollte

Resignation sucht sich Wege ihrer Ausbreitung angesichts etlicher weltweiter politischer Verfehlungen, die in erster Linie Leid und Elend für betroffene Menschen bedeuten, für die Natur selbst. Ein stets fortschreitender Zustand, der somit Mutlosigkeit entfacht, dem Optimismus und entsprechender Tatendrang kaum noch etwas entgegensetzen kann.

Die jüngste Resolution der UN, um wenigstens humanitäre Hilfe für 30 Tage am Stück im Syrienkrieg gewähren zu lassen, zog sich ziemlich lang hin, dadurch starben unnötigerweise noch mehr Menschen, ihre direkte, schnelle Umsetzung ist daher ein absolutes Muß. Doch träge wird abgewiegelt, dieser Krieg setzt sich einfach fort, von Frieden keine Spur, genausowenig davon, die Gräuel im Jemen zu thematisieren, die ebenso parallel stattfinden!

Europa sollte sich keineswegs in Sicherheit wähnen, vor seinen Grenzen und Toren rumort es bis hinein in einige Staaten selbst, denken wir an den zunehmenden Rechtsruck, einem Nationalismus, der mal wieder Futter für neue Kriege vor Ort bedeuten mag. Davon will eine sich täuschen lassende anwachsende, zutiefst unzufriedene Menge nichts wissen, Hauptsache haßerfüllte Parolen und Phrasen setzen eigenes Unvermögen durch, neue Feindbilder werden erschaffen. Alles Gründe, um im Anschluß der Gewalt freien Lauf zu lassen.

Von friedlichem Zusammenleben keine Spur in den Köpfen jener, die genau das umsetzen wollen. Menschliche Gier erfindungsreich unterwegs, sie zu befriedigen, egal wieviele Opfer auf der Strecke bleiben. Im ehemaligen Osmanischen Reich, der heutigen Türkei, weht ein diktatorischer Wind, der alles und jedem entgegenbläst, der ihm nicht Folge leistet. Doch die Weltgemeinschaft duckt sich pikiert weg, viel zu beschäftigt mit immer mehr neuen Brandherden, die längst entflammt.

Da reichen einige wenige überstürzte Entscheidungen, um für noch wesentlich mehr Leid zu sorgen, ein dritter Weltkrieg könnte der letzte sein, um Spezies Mensch zu vernichten, ob gänzlich, bleibt mal dahingestellt. Die Frage beantwortet sich dann von selbst. Noch Chancen vorhanden, ein winziger Lichtblick, genau jenes Drama zu verhindern?

Klar doch, an jedem einzelnen Tag hat Mensch die Möglichkeit, seine bisherigen Fehler zu erkennen und sein Verhalten entsprechend zu ändern. Nur sollte er es auch umsetzen, will er sich nicht selbst etwas vormachen. Halbherzige Kompromisse bedeuten stets Hintertürchen für die Machenschaften all derer, die erneut Gier, Haß und Krieg initiieren. Genau das gilt es zu vermeiden.

Weil ansonsten kein Schalter vorhanden sein wird, um als Letzter das Licht auszumachen. Mutter Erde dreht ihre Bahn in den Weiten des unendlichen Kosmos, andere Spezies werden vielleicht Spuren auf ihr finden, die darauf hindeuten, daß Mensch versuchte, miteinander friedlich zu koexistieren. Sein Scheitern bedeutet, er hat nicht nur versagt, sondern das eigentliche Ziel nicht erkannt: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst. Wer sich aber nicht selbst liebt, verursacht all dieses Leid!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Wellenmurmeln am Ufer

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Klein war sie damals.
Hier begann ihre Reise.
Gedanken spiegelten tief.
Weite spürte sie im Innern.
Ferne fremd ihr nicht war.
Als nächstes spürte sie sich.
Wie weit es bis dahin war?
Die kurze Strecke schien endlos.
Da wußte sie, alt sie war.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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