Zwei Weilen

https://pixabay.com/de/glitch-glitch-art-verzerrung-tv-2463381/

pixabay.com

Bisweilen ist es
zum Verzweifeln.

Diese Ruhe ringsherum,
ich könnte weinen.

Endlich!
Alles ist friedlich!
Und in dir tobt der Punk,
weil du jetzt, jetzt,
tanzen kannst.

Dieser Lärm an jeder Ecke,
wo ist die nächste Zimmerdecke.

Endlich!
Alles ist fröhlich!
Und in dir sitzt die Trauer,
weil du jetzt, jetzt,
in dich kehren kannst.

Zum Verzweifeln
ist es bisweilen.

Diese Ruhe, dieser Lärm,
ringsherum,
an jeder Ecke,
macht dich zur
Schnecke
in deinem
Gefühlsrefugium.

Nafia

Kategorie: Gedichte

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Deutschland: Bundespolitik offenbart nichts gutes

Heiterkeit trifft auf schräge Umfragewerte

Sicher doch, Lachen kann durchaus befreiend wirken, gerade im politischen Geschäft, wo doch alltägliche Sorgen und das Gerangel um die neue Regierungsbildung ohnehin uns alle seit geraumer Zeit beschäftigt. Ein Freudscher Versprecher, der bei der Pressekonferenz zur Vorstellung von Annegret Kramp-Karrenbauer als neue Generalsekretärin der CDU, Kanzlerin Angela Merkel unterlief, weil sie behauptete, sie sei die erste Frau in diesem Amt?

Oder einfach nur Vergeßlichkeit der Kanzlerin, der für entsprechende Lacher sorgte? Ersteres könnte bedeuten, sie selbst nehme sich nicht so wichtig, obwohl dies eben nicht ihrer Verhaltensweise entspricht mit Blick zur erneuten Amtszeit, die kurz bevorsteht, falls die Basis der SPD der nächsten Großen Koalition zustimmen sollte.

Nüchterne Zahlen widersprechen diesem Regierungsbündnis

Unabhängig davon, daß etliche SPD-Mitglieder keineswegs diese angestrebte GroKo befürworten. Dem ewiglichen Lamentieren, ob bei Neuwahlen die rechtsradikale AfD erst recht punkten würde, muß kein Automatismus folgen. Das wäre eventuell zu simpel, zumal nach dem Schlingerkurs des uncharismatischen Martin Schulz die Sozial-demokraten erheblich an Sympathie in der Wählergunst verloren haben, es viel Show ohne Glaubwürdigkeit bedeutet.

Das Meinungsforschungsinstitut INSA hat zum 19. Februar folgende Werte veröffentlicht. Die Union verliert demnach 0,9% gegenüber dem Ergebnis zur Bundestagswahl, während die SPD gleich mit einem Minus von 5% nur noch als drittstärkste Partei und größter Verlierer im Plenum säße. Hingegen diese AfD 3,4% mehr Stimmen erhalten würde mit 16%. Es sind die Grünen, die sich am besten verbessern, von 8,9% auf 13%, ein Stimmenzuwachs von 4,1%. Die Linke steigert sich von 9,2% bei der BT-Wahl auf jetzt 11%. Der dritte Verlierer ist die FDP, die 1,7% der Stimmen einbüßt.

Folgt man jenen nüchternen Zahlen der jüngsten Prognosen, schaut es für jene angestrebte erneute Große Koalition keineswegs gut aus. Die SPD hätte nicht einmal die Hälfte der Stimmen von der Union.

GroKo oder keine – das ist hier wohl kaum noch die Frage

Gehen wir mal eher davon aus, daß mit knapper Mehrheit sich die SPD-Mitglieder wegducken und zustimmen werden, weil es zunächst bequemer ist, als sich mit der Parteispitze anzulegen und obendrein die angebliche Angst vor einem noch größeren Rechtsruck verhindert. Allerdings schafft die SPD dadurch noch weniger Vertrauen, könnten durchaus die Umfragewerte weiter sinken.

Jedoch sollten wir bei allem nicht vergessen, daß in dieser neuen Legislaturperiode genügend Zündstoff im Deutschen Bundestag für Unruhe sorgt, wenn eine AfD sich am Rednerpult wichtigtut. Den Wählern, die weiterhin das als „gestandene Politik“ werten, kann man ohnehin nicht mit Argumenten begegnen. Aber sachliche Politik steht dem Polittheater gegenüber, was eine Bundesregierung nicht leichtsinnig verscherzen sollte mit einer Bundeskanzlerin, die auf äußerst dünnem Eis bewegt mit einem derart geschwächten Koalitionspartner.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

Veröffentlicht unter Quergedachtes | Verschlagwortet mit , , , | 3 Kommentare

Randnotiz

https://pixabay.com/de/schmetterling-insekt-babo%C4%8Dkovit%C3%AD-1508778/

pixabay.com

Schwarze Engelslocken, windig verknotet. Egal wie oft ich dem Pfeil folge, der aus der Textstelle an den rechten Rand zeigt, schwarze Engelslocken, windig verknotet, können unmöglich in diesen Text, ja, nicht mal in den gesamten Textabschnitt eingefügt werden. Scheint möglicherweise eine Gedankenstütze zu sein, die er nur schnell notiert hat, um sie für einen folgenden Textabschnitt nicht zu vergessen.

„Du bist doch so fix an der Tastatur, ich kann es mir nicht leisten, abzulehnen. Und dieser Packen ist besonders wichtig. Ingmar hat mir das vermittelt, scheint ein neuer Stern am Autorenhimmel zu werden, laut ihm. Letzten Monat hatte ich quasi nix zu tun, und seit dieser Woche komme ich fast nicht mehr zum Schlafen. Warum plötzlich so viele Aufträge reinkommen, weiß der Teufel.“

Simone schreit fast am Telefon. Simone, die ansonsten so völlig die Relaxte ist, schlimmer als jeder Barkeeper, der die Ruhe weg hat, seine Getränke zu mixen, daß man schier in Trance verfällt und völlig den Wunsch nach einem Getränk vergißt, dies erst wieder wahrnimmt, wenn man angesprochen wird.

„Beruhig dich, trink erst mal einen Kaffee! Nein! Laß den Kaffee weg. Du bist schon nervös genug. David muß immer noch so viele Überstunden machen, das schon seit Wochen. Die Umstellung auf das andere Firmenprogramm ist aufwendiger, als er anfangs dachte. So what! Ich habe genügend Zeit, die Texte ins Reine zu bringen.“, antwortete ich mit einem gewißem Stolz in der Stimme, stolz war ich, weil ich mir so ungemein ruhig vorkam. Eine Ruhe, die ansonsten nur Simone verkörpern konnte.

Meersanfte Augen, korallenfarbige Lippen. Wieder mit Pfeil zu einer Textstelle. Das ergibt keinen Sinn.

„Hey, Simone, du, hier sind ständig Randnotizen mit Pfeil zu einer Textstelle, doch die können unmöglich mit dem Text in Zusammenhang stehen! Schwarze Engelslocken, windig verknotet. Steht bei einer Hochhausfassaden Beschreibung. Meersanfte Augen, korallenfarbige Lippen. Das ist vermerkt beim Leichenfund in der Garage. Puderzuckergleiche Bernsteinhaut. Göttin in Vollendung, himmelsglockenklare Stimme ist zu lesen, als der Hund der Ermordeten sich von der Leine losreißt und hinter einem Fahrradfahrer herrennt. Simone verstehst du das?“

„Nein, nicht wirklich. Ich werde Ingmar anrufen und ihn bitten, bei dem „neuen Stern“ nachzufragen. Ich kenne ihn nicht persönlich, nennt sich Rufus Aden, ist ein Pseudonym. Melde mich später, Liebes“, schallte es an mein Ohr. Liebes! Simone, Simone, du bist ganz schön durch den Wind. Liebes. Sowas kommt sonst bei ihr nie über die Lippen.

R. Valentini 18, duftende Blume, k. Rose. Lilien, Schmuckstück, Augencharme wie Ebenholz. 01756294183??? Scheint eine Handynummer zu sein. Kimberley, aha. Da kann ich nicht widerstehen anzurufen. Mal sehen, ob ich die Nummer richtig entziffert habe, wird sich ja die himmelsglockenklare Stimme melden.

Eher schrill diese Stimme, nachdem ich sagte, ihr Auto sei abgeschleppt worden. Dieser Rufus Aden hat weder ein gutes Gehör noch ein lyrisches Feeling, und sein Krimi trieft nur so von Banalitäten, warum Ingmar den so hoch lobt, muß man nicht verstehen.

„Hallo Schatz! Du hör mal, heute wird es wieder spät. Du brauchst nicht wegen mir wach bleiben. Ja, diese Umstellung kostet Nerven. Am Wochenende müssen wir jetzt auch noch ein Einführungsseminar belegen. Gerade eben mitgeteilt bekommen. Nein, schon am Freitag fahren wir ins Hotel nach Frankfurt, samstags morgen um 9 Uhr fängt es an. Das schaff‘ ich nicht, wenn ich nicht schon am Vorabend dort bin. Ja, Ja, alles schon gebucht, aber ich weiß noch nicht wo, wahrscheinlich im Hilton. Bis später, Schatz!“, Davids Stimme klang genervt. Er tut mir richtig leid. Die Angestellten müssen mal wieder den Mist, den die Chefs sich ausdenken, glattbügeln.

Du meine Mondscheinmelodie, dein Körper umhüllt mich mit Schmetterlingsflügeln, anbetungswürdige Muse des Schicksals. Das ist doch auch eine Handynummer. Mehrfach durchgestrichen, ich bin Meister im Entziffern, wäre doch gelacht, ich bin dir auf der Spur, du Dilettant!

„Hey, Simone!“, sie faselt, falsches Manuskript, Erstfassung. Morgen kann ich das richtige bei ihr abholen. Soll alles vergessen, was da als Randnotiz steht, ist für Geschichte irrelevant. „Sag Ingmar bitte nicht, daß ich dir das Manuskript gegeben habe. Der war eben am Telefon auf hundertachtzig“.

Und du, meine liebste Simone, wirst gleich zum ersten Mal die wahre Bedeutung von völlig aus der Ruhe kennenlernen.

„Ach, Simone, dafür ist es schon zu spät. Ich meine, zum Vergessen. Das Manuskript ist schon weg, ein Fahrradbote ist gerade auf dem Weg. Konnte mir allerdings eine Bemerkung, nur so am Rande, nicht verkneifen!“, sagte ich mit der Stille eines windfreien Tages in der Stimme.

David, deine Sachen liegen wasserdurchflutetet auf der Straße. Aus Mangel an Lilien habe ich rostbraune Ziegelsteine darüber gelegt, damit du nicht mit Schmetterlingsflügeln bekleidet vor der anbetungswürdigen Muse des Schicksals treten mußt. Schloß ist ausgewechselt, unser Anwalt informiert.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Kurzgeschichten

Veröffentlicht unter Kurzgeschichten | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Türkei schachert gewissenlos auf weltpolitischem Parkett

Yücels Freilassung Mittel zum Zweck?

Was mag wohl die Steigerung von schmutziger Politik sein? Neben Donald Trump stellt die Türkei immer anschaulicher unter Beweis, wie man sich dementsprechend verhalten kann, ohne daß daraus tatsächlich Konsequenzen entstehen. Sie verläßt sich wohl auf ihre Nato-Vorherrschaft im Südosten dieses Atlantischen Bündnisses.

Nun offenbarte am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz der türkische Regierungschef Binali Yıldırım, wie Ankara Yücels Freilassung nutzen will. Meint diese despotisch regierte Türkei tatsächlich, sie könne einfach ihren bisherigen harschen Kurs dermaßen simpel kaschieren, und die Bundesregierung lenkt einfach ein? Ein Schelm, der Böses dabei denkt.

Schlimm genug, daß die Merkel-Regierung mit freundlicher Unterstützung der Sozialdemokraten jenen Rüstungsdeals zustimmte. Wie schnell in unerwünschten Kriegen deutsche Panzer gegen das Völkerrecht verstoßend zum Einsatz kommen, erleben wir bekanntlich, seitdem Erdoğan die YPG-Miliz angreifen läßt, die doch an der Seite der USA die IS-Terrorristen bekämpft.

Menschenrechtsverletzungen am laufenden Band

In dieser Türkei, ohne daß ein vehementer Aufschrei den angeblich freien Westen erschüttern läßt. Man läßt dieses türkische Regime einfach weiter gewähren, eine schier unfaßbare Toleranz, die nur noch mittels erpresserischem Eifer vonstatten gehen kann. Jede andere Erklärung läuft ins Leere.

Ob es die Flüchtlinge in der Türkei sind, die man schnell gen Europa schicken könne oder das unkalkulierbare Risiko, die türkische Armee möge der Nato selbst in den Rücken fallen. Dazwischen Rüstungsdeals, die hohe Gewinne versprechen, das verscherzt man sich nicht einfach so. Deniz Yücel kam jetzt endlich frei, dafür wurden drei türkische Journalisten zu lebenslanger Haft verurteilt, völlig unverhältnismäßig, was gleichwohl mit Pressefreiheit nichts mehr zu tun hat! Demokratie ade.

Europas Frieden mehr denn je gefährdet

Manche geraten in Versuchung, eine Hysterie anzumahnen, wenn von desolaten Zuständen die Rede ist, die durchaus den europäischen Frieden gefährden. Wer jetzt an Russland denkt, tappt letztlich im Dunkeln. Ganz andere Gefahren lauern, warten nur darauf, sich austoben zu dürfen. Besonders im Innern, denken wir an den weit verzweigten, sich formierenden Rechtsruck.

Dieser rechtsradikale Geist beflügelt all jene, die ihr nationalistisch-rassistisches Gedankengut am Liebsten sofort ausleben wollen, man erlebt es immer dreister, ob in befremdlichen Demos, kaltschnäuzigen Attentaten, Brandstiftungen, bis hinein in die Parlamente. Dazu reiht sich jene despotische Türkei mit ein, die bekanntlich ganz ähnliche Strukturen verwirklicht. Mittendrin ein scheinbar hilflos agierendes, weltpolitisches Parkett, welches sich möglichst schnell entscheiden sollte, welchen Weg es einschlägt: die Beibehaltung demokratischer Werte oder hin zu chaotischen Nationalstaaten, die gar diktatorisch regiert werden.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

Veröffentlicht unter Politik | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Trennung

https://pixabay.com/de/beziehung-mann-frau-k%C3%BCndigung-2822420/

pixabay.com

Fliederduft liegt in der Luft,
sie blickt ihm entgegen, nach oben,
bezeichnet ihn als gemeinen Schuft,
er antwortet gänzlich verschroben,
nichts tät ihm in keiner Weise Leid.

Stumm schauen die beiden sich an,
sind sie wieder zum Frieden bereit?
Oder befällt sie nunmehr ein Bann,
für immer auseinanderzugehen?

Den wirklich tieferen Sinn,
den wollen viele nicht verstehen.
Wo führen solche Streits nur hin?

Es mag uns wachsen lassen,
an Erfahrung und Wissen,
zu beenden jenes sinnlose Hassen,
hinterher fühlen wir uns eh beschissen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Er, sie, es

https://pixabay.com/de/schafe-bl%C3%B6ken-kommunikation-2372148/

pixabay.com

Er, sie, es
fühlt sich auf
den Schlips
getreten.

Er, sie, es
meint,
du bist
intelligenter,
schöner,
humorvoller.

Er, sie, es
lästert
deshalb hinter
deinem Rücken.

Er, sie, es
stolpert
gerade
über den
eigenen Schlips.

Der Blick
nach hinten
zeigt oftmals
die lustigsten
Lebenspossen
derer von
Er, sie, es.

Nafia

Kategorie: Gedichte

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Halbwahrheiten per trauter Schönfärberei unterwegs

https://pixabay.com/de/figur-mann-fernglas-zaun-gag-2687801/

pixabay.com

Der Gag der Woche – oder wieso man vieles ernst nehmen sollte

Wer nunmehr meint, nur weil das Glas halb voll sei, die andere Hälfte könne man mir nix dir nix kurzerhand unter den Tisch fallen lassen oder behaupten, es hätte eh keiner dran genippt, geschweige aus diesem getrunken, der verkennt die Wahrheit einfach, selbst wenn sie uns trügerisch tagtäglich begegnet.

Ultra posse nemo obligatur, niemand ist verpflichtet, mehr zu leisten, als er kann. Aber wer kann, sollte es zumindest versuchen. In der Politik scheinen solche Erwägungen kaum bis gar nicht zuzutreffen. Anschaulich das parteipolitische Gewurschtel mit etlichen Paradebeispielen, inwiefern Politiker sich den Belangen der Wähler verpflichtet fühlen, Hauptsache mittels Taktiererei erhält man seine Pöstchen, fleißiges Geschacher ohne nennenswerte Verbesserung desolater Zustände, zumal stets die Notbremse im Hinterkopf verankert schnell gezogen wird.

Das Zauberwort oder die Trumpfkarte, die dabei aus dem weiten Ärmel gezogen wird, lautet Krieg, ohne wenn und aber. Das hat bisher stets ungemütliche Fragen erspart, trotz unweigerlicher Zerstörung und Tod. Ein Gewissen gibt ohnehin jeder Politiker an der Pforte ab, sonst kann er gleich seinen Job an den Nagel hängen. Das bestreiten alle, doch handeln exakt danach.

Wie sonst können jene Verantwortliche des nachts ruhig schlafen, im Plenum ihre Statements abgeben, oftmals per Abstimmung sich gar enthalten, weil die Partei dies fordert? Bloß nicht ausscheren aus der Masse der Mehrheit, Rückgrat zeigen, das können die wenigsten. Genauso ist’s gewollt von denjenigen, die im Hintergrund agieren. Manch Namen bleiben unbenannt, wäre ja noch schöner, daß gewiße Wahrheiten nach außen dringen. Für was gibt es wohl jene um sich greifende Korruption, für irgendwas muß sie doch zu Nutzen sein?!

Händchenhaltend, zumindest symbolisch, präsentiert man sich trotz geringer Differenzen geschlossen vereint in der Sache, die da lautet, erneut stünden nötige Vorkehrungen bevor, mögliche Feindseligkeiten per Aufrüstung zumindest abzuschrecken. Kommt das dem ein oder anderen nicht befremdlich vor in Erinnerung an eine Zeit, sagen wir mal zwischen 1950 und 1990? In diesen vierzig Jahren tobte der Kalte Krieg, einmal ziemlich knapp vorm Auslösen einer atomaren Katastrophe. Aber was soll’s, ist ja nochmal gutgegangen.

Was viele unterschätzen, damals war die Welt noch relativ einfach und halbwegs überschaubar in ihren sogenannten Feindbildern definiert. Heute schaut das wesentlich komplizierter aus, stehen sich Allianzen feindlich gegenüber, wo Partner und Feind auch mal wechselseitig sich auf die Füße treten wie bei einem Anfängerkurs beim Tanzen. Nur das hierbei Menschenleben dran glauben müssen, immer mehr Zivilisten in Kriegen sterben, während Soldaten sich ziemlich gut zu schützen wissen, jenem mörderischen Handwerk helfen Technik mit entsprechenden Vorkehrungen.

Die Welt leidet unter zunehmender Gewalt in Krisen, mehr Kriegen, aber auch in friedlichen Gesellschaften, sodaß immer weniger Raum vorhanden, den Frieden hochzuhalten und entspannt zu leben. Das Böse obsiegt, wobei dem Guten der Garaus gemacht?

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

Veröffentlicht unter Quergedachtes | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar