Atomknopfgetümmel

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Er hat den größten…
zweifellos.
Die Menge staunt
und schweigt.
Denkt sich ihren Teil.
Wer hat’s hierbei vergeigt?
Offensichtlich gut gelaunt
springt ein Hund auf dessen Schoß.

Er hat den größten
Roten Knopf.
Wie bei nem Kind
entfleucht der Vergleich,
ein Tanz auf dem Seil.
Die Meldung folgt übern Teich
ganz geschwind
vom narzißtischen Tropf.

Er hat den größten
Bedarf,
ständig zu prahlen.
Was für ein Präsident,
manche finden es geil.
Wie er sich verrennt,
welch unsägliche Qualen,
Kritik wird scharf.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Iran: Proteste ohne klare Richtung

Was geschieht da im größten Land des Mittleren Ostens?

Vor acht Jahren demonstrierte vor allem die Gruppe der Grünen Bewegung gegen den damals wiedergewählten Mahmud Ahmadinedschad, dessen Wahlsieg zur zweiten Präsidentschaft sie nicht wahrhaben wollte, monatelang hielten die Proteste an, besonders hart wurde gegen Rädelsführer vorgegangen, etliche Tote waren zu beklagen, das Militär ließ Panzer auffahren, Verhaftungen und öffentliche Hinrichtungen sowie Folter fanden statt.

Obwohl seit dem 03. August 2013 mit dem Amtsantritt des 7. Präsidenten Hassan Rohani zunächst wieder Ruhe im Lande einkehrte, schließlich das Atomabkommen unter Obama zustande kam, trotz skeptischer Distanz seitens des Westens Rohani am 20. Mai zum zweiten Mal wiedergewählt wurde, scheint nunmehr im größten Land des Mittleren Ostens eine erneute Protestwelle für Unruhe zu sorgen, stellt sich die Frage, wohin der Aufstand führen mag.

Trump frohlockt, Europa übt Zurückhaltung

Im Zusammenhang mit der fragwürdigen Entscheidung Trumps, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen, darf man getrost die gespannte Erwartung dieses 45. US-Präsidenten als weltpolitischen Fauxpas werten, schließlich hat er mehrfach das ausgehandelte Atomabkommen mit dem Iran in Frage gestellt. Von einer friedlichen Mission des Nahen und Mittleren Ostens kann man insofern seitens Trump keineswegs reden.

Die EU geht von der Einhaltung des Rechts auf friedliche Demonstrationen sowie Garantien für die Meinungsfreiheit im Iran aus, unser geschäftsführender Bundes-außenminister Sigmar Gabriel ewartet die Respektierung der Versammlungsfreiheit von Teheran. Insgesamt übt Europa eher Zurückhaltung, alldieweil etliche wirtschaftliche Interessen nicht verspielt werden sollen. Israel verschärft erwartungsgemäß den Ton gegenüber dem Iran, wittert den Sturz der Führung.

Pro-iranische Anhänger mobilisieren sich gegen die Proteste

Welch fadenscheinige Antwort, die im Endeffekt nichts nützen wird, sollte eine unzufriedene Arbeiterschaft im Lande sich vermehrt zusammenschließen. Wohin solche Proteste führen können, weiß die iranische Führung nur zu gut, die sich noch zurückhält, auch wenn des öfteren das Internet ausgeschaltet wurde, Verhaftungen stattfanden, erste Tote zu beklagen sind.

Staatliche Korruption als auch Mißwirtschaft werden seitens Protestierender beklagt, die Aufhebung der zuvor lang anhaltenden Sanktionen ist längst nicht in der Bevölkerung selbst angekommen, da fehlt es noch an vielen Ecken und Kanten, Irans oberster Führer Ali Khamenei hat mal wieder „Feinde im Ausland“ ausgemacht, die sicherlich ebenso mit von der Partie sind, denken wir an Trumps USA, Saudi-Arabien und Israel. Anderseits stärken Hassan Rohani Russland und China den Rücken. Es stellt sich somit die Frage, wohin die Proteste führen mögen, die Welt blickt sorgenvoll zum Iran.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Proteste und Widerstände

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So ungefähr(lich)

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Ein ungefährer Gedanke
fuhr durch seinen Kopf,
blitzartig schnell,
er ahnte nicht,
wie gefährlich das war,
ungefähr,
was besagt das schon?

Eine Vorstellung
im Nebel,
nicht zu erkennen,
vage Punkte,
ein Punkt,
ein Licht,
er wurde geblendet.

Ein Zeilenschnitt,
Gedankenbruchstück,
fadenscheinig,
fahrig,
Silbenfetzen,
Wortgewisch,
ist in ihn gefahren,
keine Bremsen
quietschten.

So ungefähr
lautete
der
Zeitungsbericht.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Der Neuen Rechten wird endlich Paroli geboten

Volksverhetzung ist ein NoGo!

Genau das sollten sich die AfD-Politiker und ihr rechter Mob hinter die Ohren schreiben. Während noch im Dritten Reich die Menschen wie gelähmt sich nicht mehr trauten, den Nazischergen entschieden entgegenzutreten, scheint diesmal genügend Widerstand sich gegen die Neue Rechte zu mobilisieren. Gut so.

Denn wer wie Frau von Storch dermaßen unverblümt bösartig volksverhetzend per Twitter sich ausläßt, Parallelen zu „Humpty-Trumpty“ darf man getrost als nicht zufällig werten, muß sich nicht wundern, wenn die Staatsanwaltschaft eingreift, Dutzende Anzeigen gegen die Fraktionsvize eingehen. Eine folgerichtige, konsequente Entscheidung.

„Kräftige Sprache“ entpuppt sich als widerwärtige Aufforderung zur Gewalt

Da können die Herrschaften der AfD sich noch so brüsk echauffieren, deren angebliche „kräftige Sprache“ bedeutet letztlich eine Aufforderung zur Gewalt. Ganz im Sinne der Neuen Rechten, die ihren Rassismus immer offener und ungenierter auslebt. Das zeigt sich ganz besonders frapant in den Social Media wie Facebook. Schnell werden mal irgendwelche äußerst fragwürdigen Photos veröffentlicht mit angeblichen Opfern, die von arabisch-stämmigen jungen Männern zusammengeschlagen worden sein sollen, oftmals mit zielsicherer Behauptung zur Nationalität, obwohl das eigentlich Aufgabe der Polizei wäre.

Statt diese ihren Job machen zu lassen, kursiert immer häufiger jener öffentliche Pranger, der übelst an Lynchjustiz erinnert, kein Wunder, daß manche Bürger sich obendrein in entsprechenden Kommentaren heftigst und widerwärtig auslassen.

Geistige Brandstifter wittern ihre großen Chancen

Keineswegs nur so aus Spaß erschien jüngst bei Querdenkende die Satire Rechts, zwo, drei, vier… am Ende sind sie wieder hier, schließlich hat inzwischen der angeblich friedliche Spaziergang der Pegida sich als Vorbereitung zum rechtsradikalen Marsch gegen die gesamte politische Landschaft hierzulande herausgestellt, was ohnehin kritische Stimmen von Beginn an warnend betont hatten.

Da sitzen sie nun, jene rechtsradikalen Politiker der AfD, um ihren Gewaltphantasien freien Lauf zu lassen, beflügelt aufgrund ihres simplen, schnellen Erfolges über Ausländerhaß und hohlen Phrasen, denen man obendrein einem „Wir sind das Volk“ überstülpt, so als ob ein jeder mit ihnen einverstanden wäre. Falsch! Lediglich knapp 13 Prozent fielen auf deren „Geschwätz“ herein. Schlimm genug. Treten wir ihnen weiterhin entschieden entgegen und weisen sie in ihre Schranken, am besten mit dem Vorsatz und Ziel, daß sie spätestens 2021 ihre Sitzplätze im Deutschen Bundestag wieder räumen müssen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Dahinter

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Staub wirbelt auf,
sie fährt wie im Rausch
die Serpentinen herunter.
Kurve rechts,
Kurve links,
irren Spaß bringt´s.
Zwischendurch
mal hupen,
Adrenalin sputen.
Offenes Verdeck,
jeder soll sie sehen,
das ist der Gag.
Haare vom Wind
zerzaust.
Kindheitstraum.
Wünsche aufgebauscht.
Die nächste Kurve,
hupen wie ´ne Doofe,
schreien wie verrückt,
das Dahinter,
das Dahinter
interessiert sie nicht,
das würde ihr
brechen das Genick.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Sand: Gnadenlose Nutzung wider der Natur

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Stolen Sand unwiederbringlich verbaut

Er darf als eines der kostbarsten Mineralien bezeichnet werden, Sand, dessen Anwendung äußerst vielfältig im Alltag seinen Nutzen bringen soll, von der Zahnpasta zum Flugzeugreifen, vom Geldautomat bishin zum Beton in den Großtstadtmetropolen, die buchstäblich wie Pilze aus dem Boden dieser Erde schießen, Stolen Sand unwieder-bringlich verbaut, während andernorts ganze Inseln und Landmassen im Meer veschwinden.

Da hat sich längst eine globale Umweltkrise ungeahnten Ausmaßes etabliert, deren punktuelle Erscheinungsbilder uns langsam aber sicher bewußt werden, denken wir z. B. an Sulawesi in Indonesien, die Petition des Vereins Rettet den Regenwald, „Sulawesi: Das Paradies am Sandstrand bewahren“ , weist eindringlich darauf hin.

Harald Leschs Dokumentation „Kampf um Sand“

Menschen drängt es weiterhin an die Küstenstreifen, so ebenso in Indonesiens Singapur, dessen Baumboom somit per Sand unterstützt wird, die Sandmafia lukrative Geschäfte abwickelt, Harald Leschs Dokumentarfilm „Kampf um Sand“ greift solche Machenschaften sowie weltweiten Raubbau der Ressource Sand auf, um anzumahnen, was da vor unseren Augen komplett aus dem Ruder läuft, wenn wir alle nicht genau dies endlich stoppen.

Obendrein vertieft der Film die Problematik, die damit zusammenhängt. Nicht allein der Bauboom betrifft die gigantische Ausbeutung, überall vergreift sich Mensch völlig unerschrocken an jenem kostbaren Mineral Sand, die somit als „neuer Goldrausch“ bezeichnet werden muß. Wer stoppt jene Verbrechen wider der Natur, vor allem da Sand eben nicht unendlich vorhanden ist, eine Verwechslung mit dem Wüstensand schafft Klarheit, weil dieser eben nicht von Nutzen in der Bauindustrie, sonst wären die Wüsten längst dem Abbau ausgesetzt.

Korruption begünstigt den Sandraub

Vor allem verantwortliche Regierungen, Politiker nicht nur in Indonesien, sondern weltweit schauen einfach weg, nehmen den ständig stattfindenden Sandraub in Kauf, beste Voraussetzungen für entsprechende Firmen, die Sandmafia selbst.

Begünstigungen vielfach verzahnt im korrupten Einerlei lassen dieses Treiben nonchalant zu, ein Profit jagt den nächsten, Hauptsache Geschäfte unter Dach und Fach, was interessiert solche Umweltverbrecher das Schicksal des Blauen Planeten, es zählt einzig und allein das schnelle Geld! Wir selbst haben es tagtäglich in der Hand, uns noch wesentlich mehr zu organisieren, sei es über Umweltvereine, die Politik oder Medien. Je mehr Menschen dem entgegenwirken, nicht einfach wegschauen, desto größer die Chance, diesem Treiben Einhalt zu gebieten, bevor es zu spät sein wird.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Umwelt

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Feiern bis zum Umfallen

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Auf ein feuriges Jahr 2018!

Nicht nur zum Jahreswechsel wird gern gefeuert bis zum Umfallen. Ups, mir scheint, es schleicht sich gerade ein Freud´scher Versprecher, Vertippser in den Text. Ich will Ihnen ein X für ein U vormachen. Richtiger ein „U“ für ein „I“.

Das hängt nicht damit zusammen, daß mein Alkoholpegel noch vom rauschenden Verabschiedungsfest für 2017 und dem anschließenden Feierlichkeiten zur Begrüßung von 2018 vorhanden ist, sondern ich muß gestehen und Sie darauf hinweisen, das „U“ und das „I“ sind auf der Tastatur Nachbarn und so oft in Gebrauch, daß sie sich verdünnisiert haben (man sieht nur noch „schwarz“), wohl in der Hoffnung nicht so oft angetippt zu werden. Nun, dies wäre geklärt, nicht geklärt allerdings, so scheint mir, daß durch diese Verwechslung, war es unabsichtlich oder doch gewollt, eine Meinung aufgestellt wurde, die eindeutiger nicht zweideutiger sein kann.

Feiern und feuern bis zum Umfallen ist beides Realität, und dieser Tatsache wird weltweit gefrönt. Mal mehr, mal weniger. Seit alters her und jetzt. Die Reihenfolge ist in der Regel, erst feuern, dann feiern, oder sind Sie anderer Ansicht?

Wenn man anstatt „feuern“ das Wort „jagen“ einsetzt, so entspricht dies dem Umstand, daß nach einer Jagd, entweder alleine auf der Pirsch oder in Gruppenzusammenschlüssen, das erlegte Wild gemeinsam verköstigt wurde. Ob dies immer einer Feier entsprach oder einfach nur, um den Hunger zu stillen, dies ist irrelevant. Übrigens verhalten sich Raubtiere, die gemeinsam jagen, ähnlich, das aber nur am Rande, weil dieser Vergleich ein bißchen hinkt, denn selbst Herdentiere, also Pflanzenfresser mampfen gerne in Gemeinschaft und halten danach mit vollem Bauch ein Nickerchen. Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. So könnte man es auch ausdrücken.

Feuern bis zum Umfallen als Sprachausdruck für Kampfhandlungen, und feiern bis zum Umfallen, wenn der Sieg errungen war, ist demnach nur eine konsequente Fortführung einer Gewohnheit. Möglicherweise steckt mehr dahinter, als wir eingestehen wollen, denn würden wir ansonsten jeden sich nur bietenden Anlaß wahrnehmen, um zu feiern? Geburtstage, reden wir nicht darüber, Hochzeiten, auch nicht unbedingt erwähnenswert, Abschlußfeiern für bestandene Prüfungen, okay, hier wird es interessant, denn hier beginnt eine endlos scheinende Reihe von „Feuer“ und „Feier“- Festen. Je nach Befindlichkeit gesellen sich hierzu noch Versöhnungsfeiern, Sau-rauslassen-Feiern, Einfach-nur-so-Feiern, Kennenlern-Feiern und noch einige mehr, die einfach erfunden werden, um des Feierns willen. Grundlos?

Genauso wie bei „feuern“, in den Zusammenhängen wie oben erwähnt, passiert es bei Festen bis zum Umfallen, daß Menschen dabei zu Schaden kommen können. Klingt so leichtfertig und ohne Empathie daher gesagt, so als ob es keine andere Wahl gäbe, und es immer so zu sein hat. Warum das Umfallen bei beiden eigentlich gegensätzlichen Handlungen vorkommt, liegt an dem Willen beim Feuern etwas zu erreichen, sich hervorzutun, der Beste zu sein wollen und deshalb die Gefahren zu unterschätzen, beim Feiern ist dies ebenso, man überbietet sich mit Höchstleistungsfloskeln, die in Mutproben münden können, man versucht sich in einem Punkt oder mehreren, von den anderen zu unterscheiden, was genauso dazu verführt, leichtsinnig zu sein, völlig unabhängig von irgendwelchen Drogen.

Apropos Drogen, diese wurden von den Vorfahren auch konsumiert, sei es mittels Pilzen, Kräutermischungen und, oder durch „musikalische Untermalung“. Vor dem Kampf wurden die Trommeln bis zum Umfallen genauso geschlagen wie nach einem Kampf, also beim Feiern.

Wir unterscheiden uns bei diesen Verhaltensweisen weder von unseren Ur-, Ur,- Urvorfahren noch von anderen Kulturkreisen. Hier sind wir Mensch und bleiben Mensch. Wirklich?

In diesem Sinne, auf ein Neues, ach so menschelndes Jahr!

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Meinung

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