Wie viel Trump verträgt die Weltgemeinschaft?

David Cay Johnstons Buch entlarvt jenen “Humpty-Trumpty”

Und zwar als das, was er in Wirklichkeit ist: ein bösartiger Narzisst mit der emotionalen Reife eines Dreizehnjährigen. Bravo, bereits der zweite Autor, der sich in letzter Zeit entsprechend weit aus dem Fenster lehnt und berechtigterweise Dampf abläßt, was jenen 45. US-Präsidenten anbelangt. Natürlich erst recht ein Grund für dessen Anhänger, ihn verbissen zu verteidigen und all dessen Kritiker als unfähig oder gar neidisch hinzustellen.

Ganz offensichtlich machen all die Befürworter Trumps es sich reichlich einfach. Statt zuzugeben, welch dramatisch unfähiger Präsident seit knapp einem Jahr im Amt die Politik der reichsten Nation der Weltgemeinschaft mitgestalten darf, verdrängen sie lieber die dringend notwendige Frage, wieviel Trump diese vertragen kann.

Mit Hysterie hat das gar nichts zu tun

Erst recht nicht mit unsinniger Panikmache. Sondern schlicht und ergreifend mit entsprechend nüchternem Verstand. Wie kann es sein, daß dermaßen viele Menschen treudoof den Kurs dieses Donald Trump befürworten, obwohl dessen Verfehlungen, Behauptungen, Lügen und Hochstapeleien tagtäglich ihn als das entlarven, was er ist: komplett unfähig.

Hat dabei David Cay Johnson in seinem Buch „Trump im Amt“ genauso wie Michael Wolff ins Schwarze getroffen mit seiner schonungslos nüchternen Faktenaufzählung über die bisherig geleisteteten Verfehlungen? Ganz offensichtlich. Obendrein müßte so manch Fan von Trump wenigstens spätestens jetzt ein Lichtlein aufgehen, mit welch krimineller Energie das Trump-Imperium sich gegenseitig deckt, Hauptsache die eigenen Pfründe bleiben erhalten. Mit Weitsicht oder gar Rücksicht dem Volk gegenüber hat das gar nichts zu tun. Ganz im Gegenteil, solche Wesen würden eiskalt jeden Krieg vom Zaun brechen, sobald er eigene Taschen füllt. Was für Aussichten!

USA – das Land der unbegrenzten Storyteller

Je größer der Schein, desto mehr Anerkennung kann sich jedwede Hochstapelei sicher sein. Die USA haben ganz offensichtlich keinerlei Probleme mit solchen Figuren wie ihr neuester Präsident. Der kann sich nahezu alles leisten, schließlich ist er ja vom eigenen Volk gewählt, selbst wenn nicht mehrheitlich, so doch von viel zu vielen Unkritischen.

Was für ein Armutszeungnis! Vor allem für diejenigen, die zu Recht enttäuscht über die eigenen Landsleute sind. Als ob die USA nicht schon genügend Probleme hätten, denken wir an die nach wie vor hohe Arbeitslosigkeit, Armut und Gewalt im Lande. Dies alles scheint kaum zu interessieren, man ist viel zu sehr damit beschäftigt, dem eigenen, unfähigen Präsidenten ständig nachzueifern, den Schaden möglichst zu begrenzen, den dieser wie ein Elefant im Porzellanladen hinterläßt. Hauptsache den Schein bewahren, alles ginge mit rechten Dingen zu. Wie lang mag das gutgehen? Nicht sehr lang!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

Veröffentlicht unter Quergedachtes | Verschlagwortet mit , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Das Märchen vom Tarnkäppchen und dem scheinbar freien Wolf

https://pixabay.com/de/wolf-predator-grau-tier-wild-2782616/

pixabay.com

Einmal wieder Kind sein, ganz klein, gerade mal die Sprache verstehend, sich treiben lassend von der riesigen Gefühlswelt, die mit neugierigen Augen zu entdeckende Umwelt begreifen lernen, um des abends vorm Einschlafen Märchen vorgelesen zu bekommen von liebenden Eltern.

Wer kennt sie nicht, jene Erinnerungen aus längst vergangenen Kindertagen, die lebenslang begleitend ab und zu ins Bewußtsein rücken? Und so auch die Nummer 26 der „Kinder- und Hausmärchen“, welches die bekannten Gebrüder Grimm 1812 in dessen ersten Band veröffentlichten, namentlich unter „Rothkäppchen“ sowie später mit Erweiterung „Rotkäppchen und der böse Wolf“ bekannt.

Über zweihundert Jahre später herrschen gänzlich andere Verhältnisse auf Erden, sollte man dementsprechend den Versuch wagen, neuzeitliches einfließen zu lassen, so daß wir Ihnen, liebe Leser, „Das Märchen vom Tarnkäppchen und dem scheinbar freien Wolf“ nicht vorenthalten wollen.

Es war einmal ein kleines rothaariges Mädchen namens Pamira, welches seine beiden Eltern verloren hatte, da das Jugendamt noch in dessen Babyalter meinte, es müsse Pamira einfach entführen und in ein staatliches Heim stecken. Selbstverständlich besaß sie die lebensnotwendige Intuition, ein gewisses Unbehagen ob ihrer Herkunft aufzubauen, fragte sich bereits im Alter von drei Jahren, wer denn ihre leiblichen Eltern seien. Doch Pamira erhielt nur ausweichende, fadenscheinige Antworten und lag des nachts oft weinend in ihrem Bettchen.

In einer Vollmondnacht, Pamira hatte erneut den letzten noch vorhandenen Tränen freien Lauf gelassen, erschien am offenen Fenster die Silhouette eines wunderschönen Wolfes, der kurzerhand ihr Schlafgemach betrat, ans Bettchen sich begab, ihre roten Locken zur Seite schob, seine behaarte Pfote auf ihre Stirn legte und langsam mit tiefer Stimme beruhigend sich erklärte:

„Bitte, nicht erschrecken, mein Kind, vergiß den bösen Märchenwolf, den es ohnehin nicht gibt, aber das weißt du längst. Sie haben dir deine Eltern genommen, die du nicht kennst, aber dein Namen verbirgt einen gewissen Hinweis deiner Herkunft. Schau hinaus, siehst du den Vollmond?“ Und die Sechsjährige beugte sich vor, ein breites Grinsen bestätigte ihre Erleichterung, die anfängliche Angst überwunden zu haben.

„Oh, danke dir, lieber Wolf, für deine Worte. Doch warum suchst du mich auf, und wieso kannst du überhaupt sprechen, so etwas geschieht nur in Märchenbüchern!“, wunderte sie sich und richtete sich gänzlich auf im großen Bett.

„Meinen Namen will ich dir nicht verraten, falls du fragen solltest, denn meine Freiheit will ich mir im Eigeninteresse bewahren. Morgen wirst du wissen, warum ich sprechen konnte. Für jetzt nimm einfach hin, wie dir geschieht. Wisse, daß du eigentlich dem Rotkäppchen entsprichst, wie im Märchen selbst, aber in Wirklichkeit ein Tarnkäppchen bist!“, antwortete er, wurde aber jäh unterbrochen, weil Pamira in einem Satz aus dem Bett sprang, plötzlich ein Samuraischwert in rechter Hand schwang und um ein Haar sein linkes Ohr verfehlte. Im nächsten Moment stürzte der entsetzte Wolf aus dem Fenster und ward verschwunden.

Es dauerte eine geraume Weile, bis die Rothaarige sich gesammelt hatte, das Samuraischwert wieder an die Kopfseite des Bettes platzierte. Erst mal atmete sie ganz tief durch, überlegte intensiv, wie ihr geschah und sprach zu sich selbst.

„Nie wieder liest mir einer vom Heim ein Märchen vor. Diese Zeit möchte ich endgültig verbannen. Es geht jetzt darum, meine Wurzeln zu suchen und alles daran zu setzen, meine Eltern zu finden. Wenn schon der freie Wolf mich aufsucht, sollte ich dies als ein Zeichen sehen!“ Daraufhin legte Pamira sich ins Bett und schlief sehr schnell und tief ein.

Am nächsten Morgen war das Fenster verschlossen, über dem Bett hing das üblich bekannte Kreuz statt dem Samuraischwert, und Pamira wachte wie gewohnt sorgenvoll auf, wußte nicht das geringste, was da letzte Nacht geschehen war. Am Frühstückstisch klapperten die Löffel der Kinderschar beim Müsliessen, die Tür zum Eßraum der Belegschaft war heute ein wenig geöffnet, so daß alle Radio hören konnten. Die Musik endete ziemlich schnell und der Moderator verkündete:

„Wir unterbrechen die Sendung für eine wichtige Eilmeldung. Letzte Nacht wurde im Sendegebiet ein Wolf gesichtet, wir bitten alle Bewohner, aufmerksam zu sein, die Türen und Fenster zu schließen. Sobald die Bestie eingekreist, gefangen oder erschossen wurde, benachrichtigen wir Sie natürlich.“

Wortlos verließ Pamira das Frühstück, ging in ihr Schlafgemach, öffnete das Fenster, nahm das Kreuz von der Wand und schmiß es in hohem Bogen ins nahegelegene Gebüsch. Im nächsten Moment ward sie unsichtbar, schwebte fast schon aus dem kaltherzigen Heim und begab sich auf die Suche ihrer Eltern. Der Wolf ward nie wieder gesichtet.

Und wenn sie nicht gestorben sind, leben Tarnkäppchen und der Wolf keineswegs in einer scheinbaren Welt, sondern in wahrhaftiger Freiheit.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Kurzgeschichten

Veröffentlicht unter Kurzgeschichten | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

GroKo-Sondierung ein äußerst fauler Kompromiss

Politik des Weiter so vorprogammiert

Im Grunde handeln die drei Parteien eine erneute Große Koalition aus, die eben nicht im Sinne der Wählerschaft sein kann. Ansonsten hätten sich die Wahlberechtigten selbst belogen, insofern eine Farce sondergleichen. Erst recht jene Inszenierungen, die den Jamaika-Verhandlungen in nichts nachstehen, weil völlig unwichtig ob vor der Öffentlichkeit auf dem Balkon drapiert oder hinter verschlossenen Türen. Faktisch viel Rauch um nichts.

Jenes Novum in der politischen Geschichte der jungen Republik, daß dermaßen lang eine Regierung nach den Wahlen geschäftsführend nur agieren darf, hat ohnehin die Handlungsfähigkeit der EU erheblich ausgebremst, vor allem zum Leidwesen jenes neuen Heißsporns aus Frankreich, obwohl wir noch früh genug erfahren, wie dessen neoliberaler Kurs sich mit deutscher Politik ergänzt. Somit unglücklich dieses Wahlergebnis als Folge falsch verstandener Weichenstellungen.

Jamaika hätte ohnehin nicht gefruchtet

Bereits weit vor dem Beginn dieser ominösen Jamaika-Verhandlungen war doch bereits klar, daß sie zum Scheitern verurteilt waren. Einserseits eine ewiggestrig engstirnige Union, andererseits zwei kleine Parteien, die unterschiedlicher nicht sein könnten: ein neoliberales „Ekelpaket“ harmonisiert eben schwerlich mit pseudolinks-grüner Politik, die bereits auf bestem Wege selbst konservativ sich zu verwandeln, wenn man ins Ländle schaut.

Die vorschnelle Behauptung dieser SPD, eine GroKo kategorisch abzulehnen, um es der Union hämisch heimzuzahlen, rächt sich jetzt mit den abgeschlossenen GroKo-Sondierungen im Nachhinein, da kann der uncharismatische Martin Schulz noch so sehr für Koalitionsgespräche mit der Union werben, es bleibt eine Lach- und Nullnummer, die ganz besonders die Sozialdemokraten schwächt. Gut so, könnte man jetzt grinsend bemerken, vielleicht auch, um deren völlig verkehrte Politik anzuprangern. Nur schadet es dem Land inzwischen, egal ob die GroKo zustande kommt oder nicht, der politische Scherbenhaufen zeigt längst seine Wirkung.

Welches Modell kann es noch reißen?

Eine Minderheitsregierung mit jener Merkel an der Spitze, die ohnehin kaum noch jemand in Berlin ertragen kann oder will? Das wird nicht fruchten, genauso wenig wie jene KoKo (Kooperationskoalition), Schröders Hektik was da sowieso völlig unangebracht. Am Ende doch noch Neuwahlen? Wobei eine AfD obendrein noch profitiert?

Wie man es dreht und wendet, es bleibt tragisch, jene Regierungsbildung. Erst recht ein sicheres Indiz, wieviel Glaubwürdigkeit die Parteien längst eingebüßt haben. Eine schallende Ohrfeige an die Demokratie selbst, die zwar per Wahlgesetze fruchtet, aber mit dürftigen Ergebnissen aufwartet. Alles Indizien dafür, daß Politik eben keine moderaten Antworten auf die Herausforderungen bestehender Probleme hat, sich viel zu sehr auf die Einflüsterungen einer nimmersatten Konzernlobbyismusklientel einläßt, anstatt endlich die breite Masse der Bürger ernsthaft zu berücksichtigen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

Veröffentlicht unter Politik | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Tief im Herzgraben

https://pixabay.com/de/glas-augen-blau-horizont-1407496/

pixabay.com

Glasige Augen
schweifen mein Gesicht.
Sie steht hinter dem Fenster,
denkt, ich seh sie nicht.
Diese wässrigen Seelentüren
muß man nicht sehen,
sie sind zu spüren, zu fühlen,
selbst wenn Wände dazwischen stehen.

Schlieren bedecken
die nasse Scheibe.
Wasser läuft herab,
egal wie oft ich reibe.
Die Trauer
versenkt ihren Blick
tief in den Herzgraben,
mutig sehe ich zurück.

Nafia

Kategorie: Gedichte

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , , | 1 Kommentar

Wirtschaftswachstum: Wenn Experten Ausbeutung übersehen

Ewigliche Leier angeblich versäumter Reformen

Das neoliberale Gedankengut kennt keinerlei Grenzen, wenn es darum geht, dessen perfide Spielwiesen bis zum Exzess auszuweiten. Vielleicht erleben wir bald schon das Artz-IV à la Fronkreisch? Nicht wundern, das „H“ können die Franzosen nunmal nicht aussprechen, doch dem jungen dynamischen Emanuell Macron traut man halt allerlei zu, schon gar bald die deutsche Wachstumslokomotive abzulösen.

Hört hört, welch tolle Aussichten, die natürlich aus dem Munde des Chefvolkswirts der Berenberg Bank entfleucht. Der muß es ja wissen, mit welchen simplen Tricks Ausbeutung möglichst schnell verangeht. Was hierzulande für jede Menge prekäre Arbeitsverhältnisse sorgte, um diese Politik als Erfolgsmodell gegen stagnierende Arbeitslosigkeit nach außen hin zu verkaufen, kann man doch mittels cleveren Reformen auch in Frankreich durchsetzen, oder?

Jeder sozialen Verringerung gingen Reformen voraus

Ob zu Kohls Zeiten, als die Deutschen gefälligst ihren Gürtel enger schneller sollten, eine Welle von Gesundheitsreformen unser Gesundheitssystem bis zur Unkenntlichkeit verzerrte und schmälerte zu Lasten der meisten Arbeitnehmer, je geringer die Verdienste desto mehr waren davon betroffen, bishin zu den schröderschen Hartz-IV-Gesetzen, Reformen bedeuteten stets, ein Stückweit soziale Sicherheit zu verlieren. Damit hat jene neoliberale Politik gar keine Probleme.

Eine Politik ohne soziales Gewissen? Experten werden immer findiger in ihren Rechtfertigungen, um angebliche Engpässe den Bürgern als Notwendigkeit schmackhaft zu machen. Ganz besonders dreist sieht man dies bei der Bertelsmann Stiftung, der ISNM (Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft). Sie arbeiten Hand in Hand mit der Bundespolitik.

Armut wird schlicht ignoriert

Denn es darf nicht sein, was nur für außereuropäische andere Länder gilt, eine gänzlich nicht zu übersehende Armut. Das alles ist tatsächlich relativ. Solange hierzulande noch keine sichtbare Hungersnot herrscht, kann man natürlich per Tafeln und nicht überall feststellbarer Obdachlosigkeit sich den eigenen Wohlstand zurechtbiegen. Tatsächlich? Immerhin ist gerade Deutschland mit Abstand die reichste Nation in Europa, jedoch die Zahl der Armutsrentner stieg in den letzten Jahren erheblich.

Das interessiert aber solche Herrschaften wie Banker und andere Wirtschaftsexperten reichlich wenig bis gar nicht. Solange die Politik sie noch hofieren, kann man nonchalant weiter ausbeuten, da geht doch noch was, und wenn es bedeutet, Frankreich und Deutschland gegeneinander auszuspielen im Wettbewerb um noch mehr ewigliches Wachstum. Nun denn. Vive le travail!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Wirtschaft/Finanzen

Veröffentlicht unter Wirtschaft/Finanzen | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Wetter: Im Zweifel ewiglicher Sündenbock

https://pixabay.com/de/yellowstone-nationalpark-wyoming-1589613/

pixabay.com

Von der Landwirtschaft bishin zur Partylaune

Kaum ein Thema beschäftigt die Menschen mehr als das Wetter. Warum sich dies so verhält, sollte eigentlich naheliegend sein, sind wir doch alle mehr oder weniger vom Wettergeschehen auf irgendeine Weise abhängig. Und natürlich war dies früher viel eher der Fall, weil sich das Leben meistens draußen abgespielt hat.

Dabei hatte insbesondere die Landwirtschaft den größten Anteil. Heutzutage dient ihr wiederum neben einem hochtechnisierten Fuhrpark die Chemiekeule, die gesundheitsschädigend für uns Menschen ist, aber hilfreich in der Schädlingsbekämpfung dem Landwirt langes Aufhalten im Freien verhindert. Niemand jätet gern Unkräuter auf dem Felde bei Platzregen und Gewitter.

Wetterbeobachtung – Idee des Hundertjährigen Kalenders

Als der Abt Mauritius Knauer in seinem Kloster in Oberfranken in einem Zeitraum von 1652 bis 1658 akribisch die Wetterentwicklung beobachtete und festhielt, entstand dabei die Idee des Hundertjährigen Kalenders. Zur damaligen Zeit waren die allermeisten Menschen davon überzeugt, daß die Planeten, die Sonne und der Mond das Klimageschehen und somit den Erfolg und Mißerfolg von Ernten deutlich beeinflußten.

Auch wurde daran festgehalten, daß sich das Wetter alle sieben Jahre wiederholen würde. Mit dieser Sieben-Jahreszahl ging das Wissen um die gerade mal entdeckten Planeten einher, neben der Sonne und dem Mond, als dies da waren: der Merkur, die Venus, der Mars, der Jupiter und der Saturn. Es folgte Knauers Veröffentlichung mit dem Galendarjum Oeconomicum Practicum Perpetuum, der die klösterliche Landwirtschaft optimieren sollte.

Aber noch war der eigentliche Hundertjährige Kalender nicht wirklich der Welt präsentiert. Wie dies meist bei Erfindungen und Ideen sich verhält, steckt ein findiger Geschäftsmann dahinter, um die eigentlich unberechtigten Lorbeeren zu kassieren. So verhielt es sich auch hierbei. Dr. Christoph von Hellwig aus Thüringen hatte die zündende Geschäftsidee gewittert und den Hundertjährigen Kalender in Erfurt drucken lassen; dieser begann mit dem Jahre 1701 und endete 1800.

Hat der Hundertjährige Kalender bis heute noch seine Berechtigung?

Diese Frage muß man natürlich verneinen. Wie sollte er auch angesichts der Tatsache, daß das Wettergeschehen ohnehin zunehmend von menschlicher Einflußnahme sich gestaltet, die eben nicht unbedingt berechnet werden kann.

Dennoch kann sich die Meteorologie heute auf nahezu 15.000 Wetterstationen berufen, die alle Wetterdaten akribisch erfassen, um sie an zentrale Einrichtungen weiterzugeben. Ein paar der wichtigsten Stationen befinden sich in 36.000 Kilometer Höhe über unserem Planeten, wie z.B. der europäische Meteosat. Sogenannte Supercomputer dienen dabei der Berechnung, sodaß die Vorhersagen recht zuverlässig sind. Die kurzfristigen Wettervorhersagen haben immerhin eine Trefferquote von 85 Prozent, wobei bei den Temperaturen sogar etwa 90 Prozent der Vorhersage sich bestätigen.

Aus der Maury Initiative (1853) entstand die Internationale Meteorologische Organisation (IMO), die im September 1873 in Wien gegründet wurde. Am 23. März 1950 wurde dann die World Meteorological Organization (WMO) ins Leben gerufen. Ein Jahr später wurde sie die Fachorganisation der Vereinten Nationen für Meteorologie (Wetter und Klima), operationelle Hydrologie und damit einhergehende geophysikalische Wissenschaften. Im Jahre 1979 fand in Genf die erste Klimakonferenz der WMO statt.

Weiterhin beschäftigt die Menschen das Wettergeschehen, obwohl so mancher gerne sein eigenes gern hätte, was natürlich nicht erfüllt werden kann. Ohnehin befinden wir uns meist im trauten Heim oder am Arbeitsplatz, wohlbehütet vor Wetterkapriolen. Die Zeiten, wo sich das Leben noch vielfach im Freien abgespielt hat, sind längst gewichen, ganz besonders im Computerzeitalter. Machen Sie sich mal die Mühe und betrachten das Geschehen auf dem Lande, dort gestaltet es sich am Sichtbarsten. Waren früher die Dörfer noch mit Leben gefüllt, zeigen sie sich heutzutage wie leergefegt. Hinter Mauern und grauen Roll-Laden wird sich aufgehalten, während der Zweizentimeter-Rasen fast leblos den Vorgarten ziert.

Vergessen wir nicht, daß das Wettergeschehen ein wichtiger Bestandteil im Kreislauf der Natur darstellt. Wenn für uns lästiger Regen sich ergiebig übers Land verteilt, bedeutet sein Nutzen für die Natur Lebensenergie. Erfreuen wir uns der schönen Frühlingstage, die sich bald wieder zeigen und geben dem Wettergeschehen keinerlei Schuld, so auch nicht den Meteorologen, sie sind auch nur Menschen trotz hoher Technisierung, errare humanum est – irren ist menschlich.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Klima/Wetter

Veröffentlicht unter Klima/Wetter | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Wer hat Angst vorm blonden Dollen?

https://pixabay.com/de/figur-mann-fernglas-zaun-gag-2687801/

pixabay.com

Der Gag der Woche – oder wieso man vieles ernst nehmen sollte

Oder bleiben solch abstruse Gedanken doch viel eher verschollen? Eines lassen Sie sich unbedingt gesagt sein: Es glänzt längst nicht alles nur so zum Schein, da fällt denen im Hintergrund noch so manch anderes ein. Und mit dieser Meinung sind wir bestimmt nicht allein. Aber was soll’s, da müssen wir jetzt durch: Die Geister, die wir riefen, nicht einfach so davonliefen, vielmehr sich hartnäckig etablieren, haben wohl nichts mehr zu verlieren.

Während die Welt bald ein Jahr lang mit diesem Psychopathen vorliebnimmt, und das weiß inzwischen fast jedes Kind, sind die Sorgen nicht einfach verschwunden. Doch das kennt Politik ohnehin unumwunden. Drum heckt sie sich allerlei Ablenkung aus, Hauptsache der einfache Bürger kriegt’s nicht raus. Immer schön nicken, ja, auch dich werden sie skrupellos verticken. Wenn es um Kohle geht, ist’s für die nie zu spät. Es soll uns nur nicht zu gutgehen, schließlich wollen jene Herrschaften stets an ihren Gewinnmargen drehen.

Ein wachsames Volk paßt denen so gar nicht in den Kram. Ihr treffsicherer Schwarm: Möglichst viel Haß, der entfacht bei ihnen jede Menge Spaß. Jenes Rezept im Grunde schon uralt, nur wissen das allerhöchstens vereinzelte Alt’. Immer schön die Menschen ablenken, manchmal mit scheinbaren Geschenken. Wer nichts mehr hat, der braucht nicht zu essen, wird nie wieder richtig satt, sei bald schon vergessen.

Zurück zu jenem blonden Dollen aus den USA, der heraustrat aus großer Schar, um sich als Präsident wichtigzunehmen. Kennt keinerlei Benehmen, wieso auch? Es gibt keinen vorgebenen Brauch in diesem Amt, Hauptsache die Administration nicht wirklich schlampt. Wenn alles dem Humpty-Trumpty am Ende entgleitet, haben’s andere für ihn schlichtweg vorbereitet. So ticken die Mächte schon seit eh und je, ach, is dat schee!

Man könnte meinen, man befände sich in nem schlechten Film, wo viele herzhaft weinen, obwohl ein cleverer Schelm längst weiß, wie trügerisch Politik dem Volk den Kopf verdreht. Ganz ohne scheiß: Wenn es das merkt, ist’s längst zu spät. Sie vielleicht sich fragen, was soll die Angst dabei uns sagen, die in der Überschrift unbeantwortet steht. Es gibt stets die Gelegenheit, Narzißten davonzujagen, man muß sich nur wagen all die Zeit, über den Tellerrand zu schauen, sich och mal trauen, Verfehltes auszusprechen. Nur schweigen, tut sich rächen, denn im ewigen Reigen bestimmter Mächte bleiben Duldsame stets deren willige Knechte.

Aber nun ist’s genug, ohnehin ein riesiger Betrug jene US-Wahl, der Geschmack wird schal, der Blick ganz trüb, drum schon mal üb, was auf dich zukommen wird, weil solch Doller niemals nichts verliert. Der tönt völlig ungeniert in der Öffentlichkeit, bei Twitter, beschimpft zwar jedes Blitzlichtgewitter, sich dennoch gern im Bade der Menge sonnt wie schon seit Jahrzehnten so gewohnt. Es zählt nicht die Idee, der Geist, sondern daß uns alle Konsum zuscheißt, unsere Welt dabei draufgeht, Mutter Erde sich gelassen weiterdreht und sich fragend sagt: Pech gehabt, wer’s zu weit aus dem Fenster wagt, obendrein dabei keinerlei Gewissen plagt.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

Veröffentlicht unter Satire | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar