Das Maß aller Dinge per Staatsterror?

Achtung, die Demokratie vor einer Zerreißprobe

In Bayern ticken die Uhren anders, in Sachsen gleichwohl, Freistaaterei tut auch unserer Demokratie ziemlich offensichtlich gar nicht gut. Während besonders konservative Kräfte angesichts solcher Kritik müde lächeln, muß die Frage im Raum stehen, wieso weiterhin explizit die Justiz auf dem rechten Auge blind bleibt. Eine angesagte Absicht?

Immer mehr Ungereimtheiten betitelt T-Online seinen Artikel über den Polizeieinsatz gegen die „Letzte Generation“. Der geschult kritische Beobachter darf sich nicht nur wundern, mit welcher anmaßenden Härte die bayrischen Behörden agieren, es entsteht auch offene Kritik, was ein derart überzogenes Verhalten rechtfertigt!

Nicht nur Bayern handelt destruktiv

Vor knapp vier Jahren durfte Renate Künast sich wundern, daß das Landgericht Berlin ihr in den Rücken fiel, die Justiz Tür und Tor für Pöbeleien öffnet. Inzwischen sollte man solchen Machenschaften eine gezielte Methode unterstellen, wer denn bereit dazu ist, genauer hinzuschauen. Mit Ignoranz wird das mitnichten getan sein.

Der Fingerzeig von damals hat sich inzwischen als reales Szeanrio entwickelt. Italien entscheidet sich per Wahl für eine rechtsradikale Regierung, in jüngsten Umfragen frohlockt die Nazipartei im Deutschen Bundestag, sich als drittstärkste Kraft feiern zu dürfen, weil die Grünen abgeschlagen unter 15 Prozent dahindümpeln. Unfaßbar, wie simpel Wähler auf Phrasen hereinfallen!

Am Klimaschutz scheiden sich die Geister

FFF hat sehr treffsicher uns allen aufgezeigt, was Politik in den letzten Jahrzehnten versäumt hat. Nicht ohne Wirkung, fast alle Parteien reagierten schließlich auch hierzulande. Wie zu erwarten unterschiedlich bis träge. Kein Wunder, daß daraufhin Klimaschützer im Fadenkreuz offener Kritik stehen, zumal ausgerechnet politische Versager polarisieren. Das führte daher zu den jetzigen Auswüchsen in Bayern.

Die Klimakrise fliegt uns bereits um die Ohren, wie auch Polarforscher Arved Fuchs feststellt, den Finger in die Wunde legt, dabei berechtigt die Letzte Generation ermahnt, sie würde mit ihren Klebeaktionen die Gesellschaft spalten. Während mal wieder Bayern übers Ziel hinausschießt mit seinen Polizeieinsätzen, sich die Frage aufwirft, warum rechter Terror allzuoft ignoriert wurde, an anderer Stelle unverhältnismäßig hart durchgegriffen wird. Insofern steht die Demokratie in der Tat weiterhin vor einer Zerreißprobe.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Mensch, besinne dich

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Manchmal kein Licht am Horizont,
Fragen verblassen unbeantwortet
während der Einschlafphase,
in Träumen irrationales Handeln
die Wirklichkeit entrückt,
schweißgebadetes Erwachen
holt dich zurück,
ohne Lösungen aufzuzeigen.

Manchmal Rückerinnerung
an andere Zeiten,
wo noch Hoffnung bestand
trotz wirrer Zustände,
zumindest nachvollziehbar
im Kalten Krieg
zwischen Ost und West,
Medien, Politik und Ablenkung.

Manchmal die Sehnsucht
nach friedlichem Miteinander,
kein Reichtum gegen Armut,
Krieg und Terror Geschichte,
Mutter Erde im Einklang mit uns,
der Blick nicht ins All,
dafür scharfsinnig liebevoll
jedermann Gutes zu gönnen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Liegende Treppen

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Golden glänzte der Weg,
geradeaus führten die Schienen
zu irgendeinem Horizont,
bis ich dort ankomme,
wird die Zeit eine andere sein.

Besteck klapperte an den Tischen,
niemand sah die verrußten Töpfe,
die einst wie das Mondlicht glänzten,
Schweißperlen tropfen auf das Hemd,
Latexgefühl auf der Haut.

Jeder Tritt auf den Schwellen
bringt mich schneller voran,
leichtfüßig springe ich auf
der liegenden Treppe,
mein keuchender Atem treibt mich an.

Züge fahren hier schon lange nicht mehr,
keine winkenden Passagiere an den Fenstern,
um mein Lächeln mit ihnen
auf die Reise zu schicken,
ich bin unterwegs, mein Lächeln wiederzufinden.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Letzte Demokratie im Nahen Osten vor dem Zerfall

Netanjahus Justizreform offenbart nichts Gutes

Seit der Parlamentswahl im Dezember des letzten Jahres sind zum ersten Mal rechtsextreme Politiker an der Regierung in Israel beteiligt. Unter dem Kabinett Netanjahu VI, der 37. Regierung, muß der Nahe Osten bangen, daß dessen letzte Demokratie autokratische Züge erhält, ganz ähnlich wie im europäischen Ungarn oder Italien.

Kein gutes Omen oder Zeichen, schließlich haben die ultranationalistischen und ultraorthodoxen Mitglieder der Regierung Netanjahus Dramatisches vor, weil sein Justizminister Jariv Levin per neuer Justizreform die Justiz schwächen, die Kontrolle der Regierung über Gerichte und Beamte verstärken will. Die Demokratie soll somit ausgehebelt werden.

Was für eine brisante Mischung

Mit Blick zum 6. Kabinett Netanjahu wird sehr deutlich, wohin die Reise geht, wer sich die vertretenden Parteien vergegenwärtigt. Allen voran die größte konservative Partei Likud, deren Parteivorsitzender Benjamin Netanjahu selbst, die Schas, eine ultraorthodoxe israelische Partei, unter ihrem Vorsitzenden Arje Deri, die Tkuma, eine orthodox-jüdische, nationalistische Partei mit ihrem Vorsitzenden Bezalel Smotrich, die Otzma Jehudit, eine religiöse und nationalistische israelische Partei, den Vorsitz hat Itamar Ben-Gvir inne, die Partei des Vereinigten Thora-Judentums (VTJ), die Yitzhak Goldknopf als Vorsitzender leitet, somit tatsächlich eine ziemlich problematische Mischung.

Selbstverständlich hat und mußte Joe Biden die geplante Justizreform scharf kritisieren. Doch läßt sich Netanjahus Kabinett dadurch beeindrucken, zumal die rechtsradikalen Hardliner in der Regierung unbedingt gerade unter Ben-Gvirs Führung die öffentliche Sicherheit zu dessen Gunsten straff organisieren will, Kritiker die geplante Nationalgarde als steuerfinanzierte Privatarmee bezeichnet?

Der faschistoide Weg gefährdet letztlich demokratische Freiheiten

Was nicht nur im Nahen Osten spürbar sich offenbart, sondern europa- und weltweit! Konservative und Nazis im Vormarsch, so mein Statement zu Beginn des letzten Monats. Daran hat sich leider nichts geändert, ganz im Gegenteil. Mit Blick zu Wahlprognosen hierzulande oder auch in anderen Ländern muß jedem liberal denkenden Menschen das Grausen erfassen. Nichts aus der Geschichte gelernt? Vor allem, woran liegt’s, daß mündige Wähler sich so simpel von Autokraten gängeln lassen?!

Die neue rechtsextreme Regierung verspricht Eskalation, so die Einschätzung auch der Berliner Zeitung nach der Wahl im 22. Dezember 2022. Inzwischen hat sich die Lage in Israel erheblich verschärft, die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Israelis und Palästinensern nehmen wieder zu. Vielleicht sollten die Israelis sich einer eigenen Weisheit erinnern, die besagt: Zögen alle am gleichen Strang, würde die Welt kentern.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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ESC alles andere als schee

Wenn die Loreen mit Tatoo am Ende siegt,
die begehrte 67. Trophäe kriegt,
dann zieht Schweden mit Irland gleich,
beide sieben Mal auf einem Streich.

Mit Gesang hat der ESC kaum was zu tun,
scharfe Kritik wird nicht länger ruh’n,
bis driftige Argumente zählen,
selbst beim neuartigen Punktewählen.

Dabei hatte Remo Forrer friedliche Ideen,
auch die von Tvorchi ließen sich sehen,
La Zarras Stimme auf dem Turm imposant,
doch was geschah erneut mit Deutschland?

Lord Of The Lost per Dark Rock auf der Bühn‘,
sie meinten noch, dies sei wirklich kühn,
doch es wurde mit achtzehn Punkten der letzte Platz,
so schnell kann’s gehen, ratz fatz.

Selbst die Gastgeber mit Mae Muller ganz hinten,
was bedeuten wohl beim ESC jene Finten?
Verkommen als gezieltes Musikgeschäft
er letztlich den Run aufs große Geld nachäfft!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Angst und Krieg

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Angst und Angst
und marsch und marsch
Schritt auf Schritt
und Tritt in den Arsch

Befehl und Befehl
und links und rechts
Augen geradeaus
und Willen brechts

Uniform und Uniform
und zack und zack
entmenschlicht zum Wohl
und für Schisser im Frack

Gewalt und Gewalt
und zuhauf und zuhauf
Leichen bedecken die Erd
und Haß liegt obenauf

Trommel und Trommel
und bumm und bumm
Taktgeber für Geschosse
und jenen, die stumm

Krieg und Krieg
und töten und töten
Angst erst schürt
und Liebe geht flöten

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Orwells 1984 in Russland längst gängige Praxis

Schnauze halten, bloß nicht aufmucken

Wann muckt endlich das Volk gegen seinen Despoten auf? Was muß denn noch alles geschehen im größten Land der Erde? Hat nicht Stalin den Russen aufgezeigt, wie simpel dieser das eigene Volk beherrschen darf, nichts aus der Geschichte gelernt, von Moskau bis Wladiwostok? Blicken wir doch mal genauer hin, was Wladimir Putins Staat seinen Mitbewohnern eben nicht gönnt: den freien Willen!

Nicht erst mit Beginn des Angriffskrieges gegen die Ukraine werden die Menschen in der Russischen Föderation gezielt bewußt verunsichert. Dies wohl reine Absicht, um die eigene Macht ungeschoren auszubauen. Im Prinzip das Rüstzeug aller Despoten. Jeder lebt in seinem Versteck für sich, so der Titel des Artikels der taz von Inna Hartwich über die Willkür in Russland.

Erinnerungen an die Stasi des DDR-Staates keimen auf

Jeder bespitzelt jeden, bloß nicht auffallen und voller Mißtrauen den Alltag bewältigen. Beim Lesen von George Orwells Roman 1984 beschlich bereits den aufmerksam Interessierten ein mulmiges Gefühl über die dortigen Zustände, Assoziationen zur Nachkriegszeit keimten auf, erst recht beim Vergleich mit dem DDR-Regime und dessen Stasi-Methoden.

Wladimir Putin hat dieses Modell nonchalont einfach übernommen, wie die gängige Praxis ganz offensichtlich aufzeigt, folgt man den Zeilen von Inna Hartwich. Was man vielleicht noch als Aprilscherz belächelnd werten mag, entpuppt sich als knallharte Realität. Und das im aufgeklärten 21. Jahrhundert. Geschichtsklitterung sei Dank greift die Propaganda-Maschinerie des Oberoligarchen Putin, der gewissenlos die russische Bevölkerung verunsichert, so die kurze Zusammenfassung dortiger Zustände!

Wann folgt der große Knall, ein Aufbäumen wider das faschistische Russland?

Sie haben richtig gelesen. Ein Despot, der dermaßen unerschrocken das eigene Volk regiert, den muß man einfach als Faschisten bezeichnen. Wenn Medien zensiert, Oppositionelle eingesperrt, umgebracht oder mundtot gemacht, Nachbarstaaten überfallen werden, dann regiert eine Alleinherrschaft, die mit demokratischen Gepflogenheiten nichts mehr gemein hat.

Wieviel Leid muß die russische Bevölkerung noch über sich ergehen lassen, bis sie endlich entprechend reagiert? Formieren sich bereits kleine Terrorzellen, weil kaum ein anderer Ausweg sich bietet? Wie Handeln gegen den Ex-KGB, dem heutigen FSB? Bei soviel Unsicherheit bleibt einer Opposition wohl nichts anderes übrig, als andere Wege zu ersinnen!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Meinung 

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