Der Gag der Woche – oder wieso man vieles ernst nehmen sollte

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Diäten im Härtetest

Rin in die Kartoffeln, raus aus die Kartoffeln, bloß keine unsinnigen Sprüche kloppen, schließlich belastet all diejenigen bereits das Gelaber unserer Politiker unter der Glaskuppel im Deutschen Reichtstagsgebäude, wo das Plenum mal nebenbei seine Diäten erhöhte. Während der hart arbeitende Durchschnittsmalocher von irgendwelchen Lohnerhöhungen träumen darf, daß sie halbwegs eher ungerecht ausfallen, gönnt sich so nen Bundestagsabgeordneter seinen Lohn in einer Selbstverständlichkeit, die gen Himmel schreit.

Ach, den gibt es ja nicht, gallisches Phobiegeschwätz, nicht erst seit Asterix und Obelix, dann lieber mithalten wollen bei möglichen Raumfahrtillusionen wie jener blonde Dolle in den Vereinigten Staaten, nö, nicht von Europa, sondern von Amerika. Denen hinkt der alte Kontinent weiterhin hinterher, obwohl die meisten geistig-wissenschaftlichen Errungen-schaften eben nicht im Land der Stars and Stripes entstanden. Jedoch nützen neidische Vergleiche nichts, führen eher in die Irre.

Blicken wir nach vorne. Tatsächlich? Hinsichtlich neuaufkeimenden Nationalismus kann ja davon kaum die Rede sein, insofern eher ein Rückfall gen kleinkarriertem Denken, der unweigerlich zu Rassismus und noch mehr Kriegen führt. Ist genauso gewollt. Nur, daß die meisten das noch oder gar nicht schnallen wollen oder können. Trotz all der Bildung und Aufklärung dem trogen Shitstorm von Gewaltexzessen verfallen? Eine merkwürdige Spezies, die sich dabei gar als Mensch bezeichnet, obendrein mit Verstand.

Der wird wohl ausgeschaltet, tilt wie bei nem Flipper, wenn die Kugel zu heftig gen Bande knallt, nur daß es dabei zu viele Opfer gibt, fast immer unschuldige. Zynisten nennen es Kollateralschaden, andere mit entsprechender Empathie völlig unnötig, grausame Verbrechen wider die Schöpfung. Ein gefundenes Fressen für all jene, die weder Gott noch irgendeinem Glauben trauen, sondern vor allem nur ans eigene Ego denken, rücksichtslos und das mit Inbrunst.

Wobei wir wieder bei der Politik landen, das Leben geht ohne sowieso nicht, Mensch ist ihr nicht einfach hilflos ausgeliefert, er manövriert sich schon selbst da hinein, vor allem seitdem er ständig bestimmten Führern gehorcht, sich in seiner Rolle des Dienenden, Unmündigen begibt, ohne andere daran zu beteiligen, selbst Ungerechtigkeit erst gar nicht zuzulassen. Leichter gesagt als getan. Und doch haben wir alle die Möglichkeit dazu.

Rollen suchen Texte, die sich artikulieren per Ideenreichtum, das Leben zu blühen beginnt, wenn neben sinnvollen Taten Liebe mitschwingt, die stets geben will, Antworten erhält bei einem Miteinander respektvoller Empfängnis, die einen Kreis schließt, um der Welt den Spiegel des Seins vorzuhalten. Zerstören wir es nicht, jenes kostbare Gut, nicht im Sinne von Reichtum, sondern von ungewollter Armut, die niemand erleiden muß, wenn Mensch endlich begreift. Diäten zu hoch, die Verhältnisse schon längst aus dem Ruder auf dem sinkenden Schiff einer Menschheit, die weiterhin auf Ausbeutung baut.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

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Rechte finden Wege

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Wortgefechte
suchen Wege
ohne Unterlaß.
Tröge Rechte
im heimeligen Gehege
haben ihren Spaß.

Talkshowgäste
in Kameras glotzen,
um Ordnung bemüht.
Überall Proteste,
wildgewordenes Motzen,
manch einer erschrocken flieht.

Fremdgesteuert,
der ein oder andere munkelt,
ohne Argumente aufzuzeigen.
Verbesserung wird beteuert,
obwohl weiterhin geschunkelt
im ewig gleichen Reigen.

Scheingefechte
finden Wege
für ihren Haß.
Die Neue Rechte
per selbstgefälliger Pflege,
darauf ist wohl Verlaß.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Regierungen bilden sich manchmal halt neu

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Alte Zöpfe besser abschneiden!

Bloß nicht ins selbe Fahrwasser geraten, das wäre ja noch schöner. Oder sollte man eher sagen: bequemer? Letzteres hat sich doch so toll bewährt mit jener Kanzlerin an der Spitze, die dem „Dicken“ nacheifert, ob mit oder ohne Geldkoffer, Hauptsache die Fäden in der Hand, zumal die Umfragewerte sie am laufenden Band bestätigen, die Deutschen haben sie angeblich lieb.

Wieso denn angeblich? Kann man nicht mal mehr den Prognosen und Gefälligkeitesinstituten Glauben schenken? Wo bleibt denn dabei der Anker, der Stützpfeiler, der die armen, gebeutelten Volksverdreher… äh… vertreter kräftigt, sicher begleitet? Ganz einfach, Medienmacher und gezielte Interventionen der Wirtschaft und Hochfinanz steuern das Regierungsschiff in den sicheren Hafen. Nur auf welchen Weg ist hier die Quizfrage.

Nach GroKo wollten die Wähler einerseits etwas anderes, Jamaika, Minderheitsregierung oder gar neue Modelle wie ne KoKo? Wat’n dat? Eine Kooperationskoalition, aha. Seit wann kooperieren denn die Sozen mit der Union oder gar umgekehrt? Nachdem das schon mit tragischen Ergebnissen in den zurückliegenden GroKos mehr recht als schlecht gelang, warum per KoKo, fragt sich der neugierig interessierte Wähler.

Kein Wunder, daß jenes rechte Gesocks im Deutschen Bundestag sitzt, die europäisch-rechtsradikalen Strömungen nachäfft. Gelegenheit macht nicht nur Diebe, auch simple Phrasendrescher fühlen sich ganz offensichtlich berufen, endlich ihren Gewaltphantasien freien Lauf zu lassen. Man läßt sie ja gewähren, demokratisch legitimiert. Wohin das führt, steht auf einem anderen Blatt, obwohl das bekannt sein sollte mit Blick ins Geschichtsbuch.

Dennoch alte Zöpfe abschneiden? Aber latürnich, jetzt erst recht. In anderen Worten, ein Wiederaufguß der ollen GroKo bedeutet eben keine Chance, besonders mit jener Frau Merkel vorneweg. Leuchtende Beispiele verfehlter Politik gibt es zu genüge mit Blick gen USA oder Großbritannien, Polen oder Ungarn, genauso wie China und Russland. Überall sitzen die Verkehrten an der Spitze der Regierungsverantwortung, wenn man die politischen Folgen in der Welt betrachtet.

Das schaltet man dafür meist aus, verzettelt sich per Medienhype, Facebook oder handfesten Problemen im Alltag. Sie lesen richtig, den gibt es tatsächlich. Und der taxiert uns wesentlich mehr als all die entfernteren Probleme. Was kann Mensch, der Einzelne dagegen tun? Ganz besonders der Wähler? Die richtige Partei wählen, scheint ein Auslaufmodell zu sein, wie man es dreht und wendet, die Regierenden verfallen ihrer Gier. Nicht wählen paßt aber ebenso nicht, weil andere davon profitieren.

Alles beim Alten, wie gehabt? Nö, vielleicht mal echt kleinere Parteien wählen, ihre Programme wirklich lesen, um dann zu entscheiden. Kein alter Hut, aber eine Möglichkeit. Immer noch besser als die, die jetzt wieder vieles verkorksen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Das Wetter spielt nicht mit

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Die Hochzeit sollte stattfinden, wenn die Veilchen blühen im Frühjahr. Schließlich, da waren sie sich einig, gaben sie sich den ersten zärtlichen Kuß auf einer Wiese, die übersät war mit Veilchen. Die mit Veilchen versehenen Einladungskarten steckten in veilchen-blauen Umschlägen. Allein diese Tatsache reichte aus, um bei einigen Empfängern ihren Geruchssinn zu animieren, die Hochzeitskarten seien mit Veilchenparfüm besprüht worden. Aber nein, soweit hätten sie beide nicht gedacht, aber sie fühlten sich irgendwie geehrt, solche Gedanken bei ihnen zu vermuten. Irgendwie fanden sie es schade, daß ihnen dieses Detail bei der gesamten Vorbereitung nicht in den Sinn kam. Geruchskarten. Wie ausgefallen.

Es gab nicht die kleinsten Unstimmigkeiten über die Wahl des Ortes der kirchlichen Trauung, die kleine Kapelle auf dem Karststeig, zwischen Sedenbach und Jörgesdorf gelegen, auch wenn einige Geladene, außerhalb der Kapelle stehend, die Zeremonie nicht leibhaftig zu sehen bekämen. Sie waren sich ziemlich schnell einig, die Feierlichkeiten könnten nur im „Hotel zur Burg“ stattfinden, teuer zwar, aber exzellente Küche. Sämtliche Tischdekorationen wurden nach ihren Wünschen niedergeschrieben, weiße spitzen-umrandete Tischdecken, frische Veilchensträuße in lindvioletten Vasen, lila beschriftete Namensschildchen, damit jeder seinen Platz wisse, die Speisenabfolge der Menüs auf aufklappbaren mit Veilchen verzierte Karten.

Alles sei natürlich inklusive, man arbeite seit Jahren mit dem Gartenhandel Beisel und der Druckerei Vogler zusammen, freuen uns, Ihre Wünsche ausführen zu dürfen. Ein bißchen gezankt haben sie sich lediglich, als sie auf den Einfall verfiel, er solle ein lila-bläuliches Hemd unter dem Hochzeitsanzug tragen, der extra nach Maß angefertigt werden sollte. Schließlich wurde ihr Hochzeitskleid in der Schneiderei Hohenstein nach dem neuesten modernsten Schnitt geschneidert, deshalb konnte es nur recht und billig sein, daß sein Anzug beim Dorfschneider in Auftrag gegeben wurde. Aber hier war wohl seine Toleranz und sein Einsatz für eine gelungene Hochzeit stark lädiert worden, denn er forderte, ja bestand darauf, dies geschehe nur, wenn ihr Brautkleid denselben lila-bläulichen Ton aufweisen würde.

Kurz flackerte in ihren Augen eine kämpferische Trotzhaltung auf, dann ist mein Kleid halt veilchenblau. Besann sich jedoch im selben Augenblick, daß ihr Brautkleid, das durfte er natürlich nicht vorher wissen, mit kleinen Veilchenstickereien an dem lässig zu drapierenden Gürtel versehen werden sollte, leicht dezent, fast unauffällig, aber immerhin in Veilchenton. Gefärbt wären diese Stickereien nicht mehr zu sehen, ach, das war doch nur ein kleiner Scherz, der von ihm mit einem sanften Kuß auf ihre leicht geröteten Wangen weggelächelt wurde.

Jetzt galt es nur noch, dafür zu bitten, das Wetter möge für diesen als unvergeßlichen Start in die Ehegeschichte ausgewählten Tag seinen wohlgesinntesten Beitrag leisten. Und tatsächlich, an diesem Samstag schickte die Sonne schon frühmorgens ihre lieblichsten Sonnenstrahlen über einen mit rosa Wölkchen angehauchten Himmel. Fast pünktlich zum Hochzeitsgeläute lösten sich die inzwischen weißen, leicht zerstoßen wirkenden Wolkenteile in nichts auf. Die Temperatur wurde als sinnlich fröstelnd empfunden, als das Brautpaar aus der Kapelle schritt.

Im Laufe des mit Essen, Trinken und Zuprosten zugebrachten Tages erhöhte sich die Temperatur, kein Lüftchen umwehte die Hochzeitsgäste, keine Wolken trübten das Fest, so daß das Erhitzen der Gemüter einzig und allein auf die ständige Sonneneinwirkung geschoben werden konnte und nicht auf den Konsum der alkoholischen Getränke. Die Luft stand.

Dieser Umstand verhinderte das Aufsteigen der selbstgebastelten lilablauen Papier-drachen, die an ihren Enden, dem Drachenschwanz, versehen waren mit einem Kärtchen, auf dem die Daten des Hochzeitstages, des Brautpaares, es grüßt Sie als frischvermähltes Ehepaar Sonja und Andreas Buchwalder, Ahornstraße 5 in Sedenbach, geschrieben stand.

Beide Brautleute waren darüber so betrübt, ansonsten weht auf der kleinen Anhöhe, auf dem das „Hotel zur Burg“ steht, ständig ein kleines Lüftchen, daß ihr so perfekt organisiertes Hochzeitsfest durch diesen Umstand einen Makel erleidet, der nie mehr gut zu machen ist. Ob es die feuchten Augen seiner Tochter waren oder tatsächlich, so wurde später auch gemunkelt, der fleißige Genuß von Rotwein, jedenfalls der Brautvater kam auf die Idee, mitsamt den Papierdrachen auf den wenige Kilometer entfernten Gabelsberg zu fahren, um von dort, dort weht es immer, die Drachen aufsteigen zu lassen.

Trotz Protesten seiner Frau, seiner Tochter und seines Schwiegersohns war er von diesem Gedanken nicht mehr abzubringen, auch erhielt er unerwartete Unterstützung vom Vater des Bräutigams, mit dem er ansonsten nur des Friedens willen ein paar Worte spricht, um nicht gänzlich zu sagen, die beiden können sich nicht riechen. In einträchtiger Gelassenheit packten sie den Kofferraum des Mercedes voll und fuhren unter Gejohle, eine Heldentat zu verbringen, Richtung Gabelsberg.

Die Fahrt zum Gabelsberg dauert in etwa eine Stunde, vom Wanderparkplatz aus ist es bis zum Aussichtspunkt eine gute halbe Stunde Wegstrecke. Allmählich dunkelte der Himmel, und die Gäste des Hochzeitsfestes schauten gebannt gen Westen, in Aufregung, wer den ersten Drachen zu Gesicht bekäme. Derweil mühten sich die beiden Brautväter redlich damit ab, die für die Wetterverhältnisse schnell aufsteigenden Drachen unter Zuhilfenahme von Verwünschungen, in die östliche Richtung davon schweben zu lassen. Selbst als sie die übelsten Schimpfwörter ausstießen, sich dabei zuerst maßen, danach unterstützend die schlimmsten, fürchterlichsten Begriffe an Ausdruckformen von Wut, großer Wut, das ihnen jemals über die Lippen kam, flogen diese verdammten Dinger nicht gen Osten.

In großer Sorge, es war bereits zu dunkel, um etwas anderes am Himmel zu erkennen, außer die ersten flackernden Sterne, fuhren als Hilfsmannschaft benannte Hochzeitsgäste los, um die schrecklichen Befürchtungen von, die sind abgestürzt, haben Unfall verursacht, durch ihre zeitige Rettungsfahrt das Schlimmste zu verhindern. Keiner konnte zu den sich ausbreitenden Ängsten über eine katastrophale Schicksalsnacht mehr Widerspruch einlegen, was zur Folge hatte, bis auf die Kinder und Jugendlichen, auch wenn sie sich noch so sträubten, waren die verbliebenen Hochzeitsgäste eingezwängt in den Autos auf der Fahrt Richtung Gabelsberg. Jemand hatte sogar den Feueralarm ausgelöst, dies hatte zur Folge, aus den beiden umliegenden Dörfern mischten sich die Feuerwehrautos zwischen die überfüllten geschmückten Hochzeitswagen.

Sonja und Andreas Buchwalder haben nie eine Mitteilung erhalten, wohin ihre Drachen geflogen sind. Auch kann sich keiner so richtig erklären, warum der Wind um den Gabelsberg herum an diesem Tag nicht wie üblich Westwind war. Aber die Veilchenhochzeit ist in den umliegenden Dörfern immer noch ein Gesprächsthema, nicht der vielen Veilchen wegen, sondern der Tatsache geschuldet, an dem Aussichtspunkt zwei völlig außer Rand und Band grölende Brautväter vorgefunden zu haben, die sich im Überbieten von Schimpfwörtern heiser geschrien haben, sich ständig umarmten und auf die Schenkel klopften. Nur wer dies an seinem Hochzeitstag erlebt, die Brautväter so in Hochstimmung zu erleben, der hat eine Veilchenhochzeit gefeiert.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Kurzgeschichten

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Bildung: Lesen wohl mit der wichtigste Bestandteil

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Vom Sammeln zum Auswählen und Verinnerlichen

Eine der wichtigsten Kulturfertigkeiten des Menschen neben dem Rechnen und Schreiben stellt das Lesen selbst dar, die ohne weiteres auch als eine Form der Kommunikation betrachtet werden dürfen. Dennoch gehört zum Lesen selbst natürlich die Reflexion, das Überdenken des Gelesenen, was besonders intensiv zum Tragen kommt, wenn wir durch die erzählende Literatur als Leser uns in andere Zeiten und Personen versetzen, auf diese Weise Erfahrungen aus zweiter Hand sammeln.

Das Wort lesen kommt aus dem Lateinischen legere für „sammeln, auswählen und lesen“, wobei es im heutigen Sinne als Lehnbedeutung zu verstehen ist. Im Deutschen finden sich so auch die Lehnwörter Lektor, Legende und Lektüre. Das Englische to read entstammt dem raten bzw. „erraten“.

Der Vorgang des Lesens findet Anwendung im Visuellen aber auch durch das taktile Umsetzen von Schriftzeichen in Lautsprache, eben die Sprechsilben, die Buchstabenlaute, Wörter, Sätze und Textabschnitte. Wir lesen Karten, graphische Darstellungen, Fahrpläne, technische Zeichnungen, Musiknoten oder Schaltpläne. Beachten wir dabei das sogenannte Fährtenlesen, das Ablesen von Gefühlsregungen im Gesicht des anderen.

Schier grenzenlose Abenteuer beflügeln unsere Kindheit

Das Lesen ist ein Schlüssel zur Sprache selbst, zum Denken, stärkt unsere Vorstellungskraft, das Lernen. Und da die Schriftsprache abstrakter ist als die mündliche Sprache, wird die Phantasie und die einhergehende Begriffsbildung natürlich entscheidend herausgefordert. Genau das spüren Kinder, sodaß die meisten auch lesen lernen wollen. Ohne die Hilfe und Unterstützung der Eltern kann die Leseentwicklung nicht gut voranschreiten, die meist noch vor der Schulzeit beginnt.

Letztlich fördert ein Familienalltag, bei dem Lesen dazugehört, den Anreiz zum Lesen, weil Leser gern Leser „anstecken“. Doch die Förderung zum Lesen beginnt sogar noch früher, nämlich bereits im Kleinkindalter. Das Geschichtenerzählen, das Vorlesen sowie das Erklären beim Betrachten der Bilderbücher sind die ersten wichtigen Erfahrungen, um das spätere Lesen zu erleichtern. Viel Geduld und Zeit schwingt folglich mit, vergessen wir nicht, daß kein Kind gleich gut einsteigt beim Lesenlernen. Während das eine ganz schnell begeistert schon nach kurzer Zeit Kindergeschichten „verschlingt“, plagt das andere unter Umständen eine Leseschwäche.

Ermöglichen Sie Ihren Kindern einen Raum der Ruhe, der Alltagsstreß muß ohnehin bewältigt werden, feste Lesezeiten, vielleicht vorm Einschlafen, können eine Hilfe sein. Beim Vorlesen selbst sollte nicht einfach der Text „runtergelesen“ werden – sich mehr Zeit lassen, Gedankenpausen einlegen, schwierige Wörter unbedingt erklären, nicht einen Monolog sollte das Vorlesen darstellen, viel eher ein Gespräch.

Speed Reading ein Vorteil?

Das kann eine sehr wichtige Überlegung sein, vor allem für Studierende, die ganz viel Text, ganze Bücher in einem begrenzten Zeitraum lesen und erfassen können müssen. Dabei helfen einige gutdurchdachte, spezielle Lesetechniken, welche in manchen Instituten in Leseseminaren angeboten werden. Drei wesentliche Lesetechniken werden vermittelt, als da wären das Speed Reading, wobei die klassische Lesemethode Anwendung findet, halt nur wesentlich schneller, das PhotoReading, das Lesen mit Unterstützung des Unterbewußtseins und schließlich: die SQ3R-Methode. Hierbei soll das Gelesene fest im Gedächtnis verankert werden.

Lesen, ein Prozeß, der Freude machen soll in erster Linie, außer daß er auch Lerninhalte uns vermittelt. Bedenken wir, wie schön es ist, ein Buch zu lesen, dem Ende einer Erzählung entgegenzufiebern. Manche erinnern sich vielleicht noch an stundenlange Lesezeiten, weil die Spannung uns dazu verleitete.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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Schicksal vernommen

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Glänzende Straßen,
Lichter blinken,
den Daumen gestreckt,
Nirgendwo zu finden.

Fahles Gesicht,
Luft verraucht,
in den Sitz versunken,
Fahrtwind ausgeschlossen.

Lügen erzählt,
Schicksal vernommen,
Leben ist grausam,
im Geiste ertrunken.

Wege glänzen,
Spuren erhellt,
den Daumen hoch gestreckt,
Nirgendwo gefunden.

Gerötetes Gesicht,
Luft umweht,
die Beine hinken,
Sturm überlebt.

Lügen vernommen,
Schicksal erzählt,
Leben ist ertrunken,
im Geiste grausam.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Bundestag: Zur 5. Sitzung Diätenerhöhung und AfD-Gewaltphantasien

Viel Tohuwabohu im Plenum sorgt für Ablenkung

Die Abgeordneten, 709 an der Zahl, des 19. Deutschen Bundestags wollen ordentlich bezahlt werden. Seit 111 Jahren mittels den Diäten hierzulande, auch Abgeordneten-entschädigung genannt. Für was wohl? Ein Lohn ihrer Arbeit, von dessen selbstverständlich beschlossener Erhöhung der normale, hart arbeitende Angestellte nur träumen darf, Managergehälter in Chefetagen der Privatwirtschaft mal ausgeklammert?

Zur 5. Sitzung des Bundestages beschließt eine deutliche Mehrheit von 505 Stimmen für die Diätenerhöhung, während an diesem Tag die AfD ihre Gewaltphantasien zum Besten gibt, was nicht verwunderlich sein sollte, schließlich gehört dies wohl zum guten Ton von Rassisten und Rechtsradikalen. Nur viel Tohuwabohu im Plenum, die für Ablenkung sorgen soll oder doch eher konkretes aus Berlin?

Bundeswehrmission ein Herumgeeiere – AfD auf Grenzsicherungskurs

Wie man es dreht und wendet, auch die Bundespolitik hat keine moderate Antworten, die Intervention der Linken per Entwicklungshilfe einen Bedarf zu fordern genauso wenig. Es sollte doch bekannt sein, welche Fehleinschätzung bisherige Entwicklungshilfe besonders in Afrika hervorruft, die dort herrschende Klientel eher vorwärtsbringt, während die Bevölkerung vor Ort das Nachsehen hat, Volker Seitz bemüht sich seit Jahren um entsprechende Aufklärung.

Dennoch muß man der Linken-Abegordneten Christine Buchholz natürlich zustimmen, daß ihre Kritik berechtigt ist, Frieden eben nicht durch einen Militäreinsatz geschaffen wird, Unamid beseitige keine Ursachen ethnischer Konflikte. Besser wäre humanitäre Hilfe seitens der Bundeswehr.

Schnell zeigt sich im Laufe der Debatte, wohin der Wind weht. Das Parlament bemüht sich um eine sachliche Auseinandersetzung, welches durch die Sprache der AfD stets untergraben wird, von unsinnigen Anträgen mal ganz abgesehen, wie z. B. deren Antrag zu Grenzkontrollen. Zuvor meint Frau von Storch, linksextreme Gewalt anmahnen zu müssen, das Bündnis „Aufstehen gegen Rassismus“ würde zur Bekämpfung der AfD mißbraucht. Falsch. Die AfD fördert mit ihrer politischen Ausrichtung den Rechtsextremismus und daraus folgenden rechten Terror.

„Offene Grenzen und ein funktionierender Sozialstaat schließen sich einander irgendwann aus“, meint Herr Gauland zum Besten geben zu müssen, „Menschen können illegal sein“, Grenzen seien zu sichern, gegebenenfalls durch Auf- und Ausbau von Bundesbereitschaftskräften“. Solch Antrag war zu erwarten. Entsprechende Absagen folgten, die Grünen-Abgeordnete, Luise Amtsberg, kontert, wenn man über Rechtsbrüche rede, warum die AfD nicht erwähne, der eigentliche Bruch habe mit ihrem Bruder im Geiste in Ungarn, Victor Urban, stattgefunden, die Verantwortung höre nicht an den Grenzen auf, dort begänne sie erst.

Diätenerhöhung – ein leises Zugeständnis für welche Rechtfertigung?

Es hat wenig mit Neid zu tun, wenn Menschen mittels Hartz-IV-Rassismus an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden, obendrein manch Klientel dortigst unsinnigerweise ausgerechnet eine neoliberal-rassistische AfD wählt, um ihre Proteste zu artikulieren, wähernd ein aufgeblähter Bundestag sich eine automatisierte Diätenerhöhung gönnt.

Vor drei Jahren bezogen Bundestagsmandatsträger knapp 1.000 Euro weniger. Übertragen Sie das mal beim normalen Arbeitnehmer, dieser würde beim Chef eine derartige Lohnerhöhung einfordern. Aber Bundestagsabgeordnete dürfen das, inzwischen völlig legal, obwohl zurecht der Bund der Steuerzahler (BdSt) dies scharf kritisiert, als „heimliche Diätenerhöhung“ entlarvt, die alles andere als transparent vonstatten gehe.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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