Keine Migräne mehr dank Piercings

Ich habe es getan

Hier mal meine Fakten zu meiner Migräne. Vor dem Stechen. Ich habe seit ich 6 bin Migräne. Mit allem drum und dran. Bis hin zum Erbrechen.

Viele Arztbesuche, aber keine gescheite Diagnose. Von: „Die will nur nicht zur Schule“ über „ihr Teppichboden ist dafür verantwortlich, vermutlich verursacht der einen Tumor im Kopf“ (wir hatten nur blöderweise keinen Teppich! Und ich Gott sei Dank keinen Tumor).

Bisher half nichts, außer mit Tabletten vollstopfen, irgendwie aushalten, bis man die Möglichkeit hat, ins Bett zu gehen. Kühlpad auf die Stirn, Zimmer dunkel und bloß keine Geräusche. Mit viel Glück ist es aushaltbar, wenn ich wieder aufwache. Meistens dauert so ein Anfall aber länger als 24 Stunden.

Bei mir beginnt es häufig mit tränenden, total glasigen Augen, und ich muss in einer Tour gähnen (genug schlaf vorher gehabt!), auch ist meine Nase bei einem Migräne-Anfall oft wie verstopft. Nase putzen erschafft jedoch keine Erleichterung. Dann folgen Schwindel, Übelkeit, Sehstörungen, Erbrechen. Sämtliche Adern in meiner Stirn lassen mich jeden Pulsschlag extrem intensiv spüren. Das Gefühl als würde mein Gehirn gleich platzen.

Zusätzlich bekomme ich oft stechende Schmerzen, im Takt meines Pulsschlags, über/hinter den Augen und in der Stirn. In diesem Zustand bin ich völlig unbrauchbar. Es geht nichts mehr, und meine Gedanken drehen sich nur noch darum, wann es bitte, bitte wieder aufhört.

Interessanterweise tritt meine Migräne nicht nur bei Stress, Müdigkeit oder sonstiger negativer Dinge auf. Nein, mir ist aufgefallen, sehr oft bekomme ich Migräne bei schönen Dingen, z. B. bei Ausflügen. Alles entspannt, ich habe Spaß, mir geht es gut. Und dann zack! Kaum ein Zoo-Besuch oder Freizeitpark-Aufenthalt ohne Migräne.

Dann meine ich, festgestellt zu haben, im Winter weniger Anfälle zu haben. Meine Vermutung: Entweder löst das Sonnenlicht und/oder die Wärme Migräne häufiger aus. Und über schwüles Wetter brauchen wir uns gar nicht erst unterhalten. Das löst definitiv bei mir Migräne aus! Vertrag ich gar nicht mehr, und ich habe das Gefühl, es wird von Jahr zu Jahr schlimmer.

Als Jugendliche und junge Erwachsene habe ich in einer Woche mindestens 10 Tabletten zu mir genommen. Anders hätte ich nicht in der Schule überleben können. Einmal mindestens bekam ich in der Woche Migräne. Dann hatte ich das Gefühl, die Tabletten helfen nicht mehr. Es waren immer mehr notwendig, um einen einigermaßen aushaltbaren Zustand zu erreichen.

Ich hörte komplett auf, Tabletten zu nehmen, da sie nicht mehr halfen. Schule war rum. Wenn ich also Migräne bekam, ab nach hause ins Bett und durchstehen. Das hab ich irgendwie ein paar Jahre durchziehen können.

Aber jetzt hab ich nicht die Möglichkeit, mich ständig einfach ins Bett zu legen. Arbeit, Kind und anfallende Aufgaben müssen versorgt und erledigt werden. (Nichts davon belastet mich. Kind unter, brav, Job macht Spaß. Also kein Stress.)

Also wieder der Griff zur Tablette. Und nun musste ich im 14-tägigen Urlaub feststellen, daß ich eine ganze Packung verbraucht hatte! Das geht gar nicht!

Bin verzweifelt. Ärzte sagen nur sowas wie: „Gehen sie an die frische Luft und vermeiden Stress“, ja, vielen Dank! Habe es aufgegeben, zum Arzt zu gehen.

So, ich habs getan. Einmal links, einmal rechts. Hatte leider den ganzen Tag Migräne. Es war heiß und mega schwül. Auf der Piercing-Party waren viele Leute, die Hitze… Mein Kreislauf und die Migräne machten mir mächtig zu schaffen. Dann war ich auch noch völlig übermüdet. Das Gerät hat laut Steve ordentlich ausgeschlagen. Es piepste auf jeden Fall wie wild. Das Stechen hat mir ordentlich weh getan. Das zweite Ohr war dann noch schlimmer wie das erste. Steve hat mit Absicht erst das weniger piepsende Ohr gemacht, weil er wusste, das andere könnte mehr weh tun.

Meine Migräne war erst mal weg. Mir zwiebelten die Ohren. Aua aua. Dafür der Kopf nicht. Mir wurde heiß, und ich rechnete schon damit, umzukippen. Aber ist nicht passiert. 20 Minuten danach ging es mir besser. Keine glasigen Augen, kein Gähnen, die Kopfschmerzen vom Nacken her waren weg. Ein kleiner Druck auf der Stirn. Mehr nicht. Aber auf dem Nachhauseweg… müde ohne Ende. Gähnen ohne Ende. Glasige Augen. Kopfweh! Aber anders als vor dem Stechen. Jetzt auf der Stirn und hinter den Augen. Der Druck vom Genick her war völlig weg.

Naja, jetzt liege ich todmüde im dunklen Wohnzimmer mit nem Kühli auf der Stirn und will nix mehr. Kein TV, kein Essen. Bin platt. Der Tag war lang und anstrengend. Auch wenn ich jetzt echt dolle Kopfschmerzen habe, tut sich irgendwie was. Als würde es sich verlagern. Ich kann es nicht beschreiben. Bin auf jeden Fall froh, dass ich es gemacht habe, und bin gespannt auf morgen, wenn ich fit und ausgeschlafen bin. In diesem Sinne, gut’s Nächtle! Direkt nach dem Stechen habe ich mich übrigens gefühlt, als hätte ich einen Cookie gegessen. Hatte ich gestern abend vergessen zu erwähnen.

Also, ich war heute noch etwas müde. und hatte zwischenzeitig das Gefühl, dass da wieder was im Anmarsch ist. Aber es kam nix! Ich hatte heute Vormittag so bissle Druck im Kopf/Ohren wie beim Fliegen, oder wenn man Wasser in den Ohren hat. Konnte es zunächst nicht zuordnen. Erst als ich nach ein paar mal Gähnen ein „Plopp“ hatte, und danach der Druck weg war. Seither geht es mir sehr gut. Ab und zu ist noch ein klein wenig Druck da. Aber wirklich nur, wie wenn man geflogen ist. Nix wildes, und wirklich nur noch ganz leicht. Tut nix weh. Weder Kopf noch die Öhrchen.

Hab vorhin 3 Stunden den Pferdestall ausgemistet. Kein Gedanke an Schmerz oder an die neuen Stecker. Alles war ganz normal. Sehr schön. Ich freue mich sehr. Was ich etwas schade finde, dass ich den gestrigen Abend auf der Piercing-Party irgendwie nur so halbwegs mitbekommen habe. Ich habe mich zwar viel unterhalten, aber durch mein Schädelweh und der unerträglichen Hitze hab ich nur halb teilgenommen. Hätte mich gern mehr mit allen unterhalten und ausgetauscht. Und auch vom Piercer hätte ich gern mehr gehabt. Einfach den Abend mehr genossen. Hätte ihn gern in meinem heutigen Zustand/Wohlbefinden gehabt. Also alles in allem bereue ich nichts, und mir geht’s prima.

Ein Jahr danach, und ich habe in der Zeit glaube ich nur 4 Mal Migräne gehabt. Aber nie so schlimm… Ich bin erschrocken, als ich meinen Bericht grad noch mal las, wie schlecht es mir mal ging. Es ist wirklich der Wahnsinn, wie sehr sich meine Lebensqualität gesteigert hat. Danke Steve!

Sandra Hohl

Kategorie: Gesundheit

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Wo bleibt das Rückgrat bei Bono?

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flickr.com/ The Prime Minister’s Office/ (CC BY-NC-ND 2.0) https://www.flickr.com/photos/number10gov/12117723016/sizes/z/

Weder Stimme gegen Armut noch Einsichtigkeit

Wir haben dessen Songs mitgesummt, Still Haven’t Found What I’m Looking For, und etliche andere, U2 war Bestandteil der Neuen-Deutschen-Welle zu Beginn der 1980er Jahre, einfach grandios der spacige Gitarrensound von David Howell oder die bestechend klare Stimme eines Paul David Hewson, den meisten unter Bono bekannt.

Die irische Band feiert bis heute ihre berechtigten Erfolge ob ihrer extravaganten, äußerst einfallsreichen Musik. Dies möchte niemand ihnen mißgönnen, wenn da nicht eine Angelegenheit einen gewaltigen Haken hätte: Bonos fragwürdige Haltung als „Stimme Afrikas“, Volker Seitz prangert ihn in „Bono in Paradise“ berechtigterweise an. Da hat doch tatsächlich Bono mitgemischt bei den unsäglichen Paradise Papers, sein Geld ebenso in Offshore-Kunstrukte gesteckt. Hauptsache es bemerkt keiner, zu dumm, daß inzwischen längst entlarvt.

Bonos Unglaubwürdigkeit hält bereits länger an

Schon 1989 bemerkte der US-amerikanische Regisseur Joel Schumacher, einigen vielleicht bekannt durch Filme wie Trespass, Phantom der Oper oder John Grishams Der Klient, Bonos politisches Engangement sei unglaubwürdig.

Davon ließen sich gleichwohl manche nicht beeindrucken, Herbert Grönemeyer trällerte mit ihm seinen Song Mensch in Rostock beim Konzert Deine Stimme gegen Armut, Campino, Bob Geldorf und Youssou N’Dour sangen mit Bono zusammen You Never Give Me Your Money. Sicher doch, nur welche Gelder wohin in diversen Steuerschlupflöchern entschwanden, wird in seiner gesamten Tragweite langsam immer deutlicher, oder? Wo beginnt dabei eine Läuterung, wo die Unglaubwürdigkeit? Eine fließende Erscheinung in solcher Konstellation.

Der Respekt vor musikalischem Genie schwindet

Kann die Gier nach immensen Reichtum blind machen, obwohl man es gleichzeitig tatsächlich gut meint? Der Bekanntheitsbonus Bono auf der einen Seite etliche Türen öffnet, andererseits er exakt die eigentlichen Mißstände keineswegs bessert, zumal mit einem derartigen Vertrauensbruch viel eher der armen Bevölkerung Afrikas schadet?

Die Leistung von U2 bleibt erhalten, deren Musik schallt in den Ohren, erfreut die Herzen aller Zuhörer. Doch der Mensch Paul David Hewson hat auf ganzer Linie enttäuscht. Da nutzt keine verklärte Wehmut, sondern haarscharfer Verstand, der uns zurückholen muß auf den Boden der Tatsachen. Briefkastenfirmen haben stets den faden Beigeschmack verbrecherischer Machenschaften, das sollte allen Bono-Fans letztlich bewußt sein.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Falsche Liebe – Intuitionen im Nebel

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Heimlich Blicke tauschen,
wir fühlen das gleiche,
der anderen Stimme lauschen,
fahren auf einer Weiche.

Erste Treffen allein,
ewig währender Sonnenschein,
mahnende Gefühle beiseite,
endlich vor sich die große Weite.

Verschmolzen zur Einheit,
zur Zwillingsfreiheit,
riechen, schmecken, fühlen,
keine Zweifel mehr aufwühlen.

Wer es versteht, nur Dualität
zu zeigen, erweckt eine Realität
von verhüllten Wunschträumen,
die wellenartig das Herz umschäumen.

Die Gischt umspielt die Emotionen,
im Nebel verschwinden Intuitionen.
Liebe umspült keineswegs Empfinden,
sie müht sich, Klarheit zu finden.

Liebesschwindler verstehen diese Kunst,
zu erschleichen jene falsche Gunst.
Niemals schmeichelnd tosende Wellen
können ersetzen der Liebe sprudelnde Quellen.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Rechter Terror auf dem Vormarsch – das Maß ist voll

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Geistige Brandstifter sind unbedingt zur Rechen-schaft zu ziehen

Die Politik hat ihren Zenit längst überschritten, besonders was deren Glaubwürdigkeit anbelangt, zumal immer mehr Menschen politikverdrossen entweder nicht mehr wählen oder aber sich extremistischen Strömungen anschließen, gleichwohl auch religiösen. Die Ergebnisse jener Entwicklung beschäftigen uns zunehmend, Gewalt und Terror nehmen erheblich zu, der rechte Nebel verdichtet sich.

Natürlich kann und darf man demokratischen Systemen trauen, den Bürgern des Landes Sicherheit zu gewähren, gerade hierzulande blicken wir auf eine über 72-jährig währende Friedenszeit, selbst wenn weltweit etliche Kriege, so auch stellvertretend stattfanden, bis heute andauern, deutsche Rüstungsfirmen keineswegs unbeteiligt sind. Jedoch eine wesentlich, keineswegs unbekannte politische Variante fühlt sich ganz offensichtlich berufen, ihre bösartig-häßliche Doktrin erneut unters Volk mischen zu wollen: der Rechtsextremismus.

Im Deutschen Bundestag sitzt nunmehr eine Partei, die exakt jenes Gedankengut vehement verteidigt und dafür antritt, es mit allen Mitteln umzusetzen. Natürlich völlig demokratisch legitimiert. Parallel dazu muß man feststellen, daß Rechter Terror auf dem Vormarsch ist. Nicht erst mit dem jüngsten Anschlag auf den Bürgermeister des Städtchens Altena, wobei Andreas Hollstein noch Glück hatte durch das beherzte Eingreifen des Dönerbuden-Besitzers und dessen Sohnes, sondern weit im Vorfeld.

Im Grunde genommen wurde die Nazi-Vergangenheit nie richtig aufgearbeitet, anders kann man das erneute, kaltschnäuzige Auftreten selbsternannter Neonazis, sei es auch im Gewande eines Patriotismus, den Identitären, die gesamte Neue Rechte bishin zu politischen Parteien wie die NPD und nunmehr die AfD nicht deuten. Genau deren geistigen Brandstifter sind mitverantwortlich für derartige Attentatsversuche, denken wir auch an den Kampfmesserangriff gegen die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker vor gut zwei Jahren zurück.

Wer einerseits lauthals brüllend eine Lügenpresse beschimpft, um gleichzeitig selbst im Internet fleißig zu streuen, hat einen nicht unwesentlichen Anteil an aufkommenden Haß-Ausbrüchen. Ob Jürgen Elsässers „Compact – Magazin für Souveränität“, Manfred Petritschs „Schall und Rauch“, Joachim Sonderns „Invictus Veritas Media” (vorher “Buergerstimme“), Jochen Kopps „Kopp Verlag“ oder Andreas Keltschas (alias Eric Keller) „Contra Magazin“, um nur einige aufzuzählen. Sie alle haben eines gemeinsam: ihre rechtsexremistische Hetze vehement zu verkünden. Sie sind insofern mitverantwortlich, können sich nicht einfach wegducken.

Was verbleibt beherzten Beobachtern, wenn sie solche Mißstände entlarven? Farbe bekennen, wie dies kürzlich das Zentrum für Politische Schönheit mutig tat, selbst wenn deren Mitglieder inzwischen von der Rechten Szene bedroht werden, obendrein die Staatsanwaltschaft Klage erhebt. Die Blindheit des Staates auf dem rechten Auge ist hinlänglich bekannt, nicht erst mit dem NSU-Prozeß!

Dem Ruf nach Vergeltung und Rache folgt meist eiliger Gehorsam voraus, gewisse Vorurteile für sich bestätigt zu interpretieren. Eine widerliche Haltung, die mehr denn je aufzeigt, wie menschenverachtend manche Zeitgenossen auftreten, um sich obendrein finanziell zu bereichern.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Die neuen Anderen

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Die neuen Anderen leben vor, wie man es anstellt,
wenn man aus dem Dünkel wieder strebt nach Macht,
nach einem Leben geprägt durch Gehorsam,
Kameradschaft ablöst Freundschaft.

Der Wandel beginnt mit dem Mißbrauch der Sprache,
abgelöst werden die Spottsprüche durch Phrasen,
die prägen sich leichter ein, sind zu allem abrufbar,
tönen dann aus vieler Mund, wird Meinungsfreiheit.

Bedeutet aber nicht, jeder darf sagen, was er will,
was Wahrheit, was Lüge, nur ein kleiner Teil bestimmt.
Keine Staatsform ist so einfach wie die einer Angstgemeinschaft,
wie die…, endlich einer, der uns die Augen öffnet.

Genau in diesem Moment, wenn´s vom Podium schallt,
wir haben euch die Moral, die Treue, die Ordnung, das Land
wiederbeschafft, Solidarität bedeutet Herrschaftsmacht,
seid ihr eure Meinungsfreiheit, eure Individualität los.

Wer die Sprache erniedrigt, um sich zu positionieren,
sie als Spötterin verkleidet, um Polemik zu betreiben,
Haßtiraden als Kontroverse stilisiert, der ist kein Held,
der vergewaltigt das Wort, um Hörigkeit zu erschaffen.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Shells Investion in E-Ladestationen eine Signalwirkung

Wird die Öllobby weiterhin ihre Arroganz aufrecht erhalten?

Lediglich Ablenkung, die einem Fake gleichkommt? Garantiert nicht, Konzerne können sich so einiges leisten, mitnichten leicht durchschaubare Spielchen. Insofern hat Shells Handlungsweise einen tiefgründigeren Sinn, dem andererseits gewisse Kon-kurrenten mit einem müden Lächeln begegnen, Hardliner der ewig gestrigen Befürworter des Benzin- oder Dieselmotors obendrein brüsk beschimpfen.

Wer behauptet, Elektroautos gehört die Zukunft, wird scharf beäugt oder abfällig kommentiert, zumal gerade Klimaleugner sich berufen fühlen, überall bösartige Verschwörungen zu initiieren. Welch simple, leicht durchschaubare Taktik, die dennoch nicht die Problematik belastender Faktoren verschwinden läßt, wer hierbei mal einen Blick hineinwagt. Klar doch, mittels Ignoranz lassen sich gesundheitliche Folgen eben nicht wegdenken.

Welche Fahrzeugantriebe setzen sich durch?

Der technische Wettlauf darüber hat längst begonnen, nicht nur wegen anstehender Klimaziele, sondern auch weil Krankheitsfolgen immer naheliegender entlarvt, am Ende gar die fossilen Brennstoffe erschöpft sein werden.

Sie winden sich gern, wiegen sich in Sicherheit ob ihrer Argumente, um z.B. das Elektroauto schlecht zu reden, Akkus seien zu teuer, zu umweltbelastend in der Herstellung. Verbleibt die Antwort, welche Fahrzeuge es denn nun sein werden. Vielfalt ohnehin, vom Wasserstoff-Fahrzeug bishin zum Elektroauto.

Deutschland bald nicht mehr abhängig von Benzin und Diesel

Natürlich gibt es keine Gewähr ob bestimmter Ressourcen, die ewiglich vorhanden, die benötigt werden für die Mobilität von Elektrofahrzeugen, schließlich bedarf es bestimmter Metalle wie Lithium, Kobalt, Nickel und Mangan. So könnte infolge ein Mangel den Vormarsch der Elektroautos etwa bremsen? Eher kaum, auch im Hinblick von Shells vorpreschen.

Das Manager-Magazin geht ziemlich ausführlich thematisiert der Frage nach, inwiefern Deutschland ohne Benzin und Diesel funktionieren könne. Selbstverständlich kann es und der Rest der Welt erst recht. Es scheitert lediglich die rasche Umsetzung am Festhalten ewiglichen Profits, an der Uneinsichtigkeit extrem belastender Folgen für die Umwelt. Stets wird jedwede Gewissenhaftigkeit ignoriert, man redet sich die Welt selbst schön, obwohl krasse Bilder und Fakten das Gegenteil belegen.

„Kyoto-Protokoll. Unsere Luft soll besser werden. Na, es würde doch reichen, wenn sie so würde, wie sie es vor hundert Jahren war.“ (Wolfgang J. Reus)

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Umwelt

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Jammern befreit und grenzt aus

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Auf Dauer sich blenden lassen?

Natürlich darf man jammern! Warum auch nicht? Schließlich zählt jammern genauso zu einer Gefühlsregung wie weinen, und Gefühle zu zeigen, ist besser, als sie zu unterdrücken. Ebenso wie beim ständigen Lachen oder sich fröhlich zeigen, besteht beim Jammern die Gefahr, diese Emotion zu benützen, um andere Menschen dazu zu verleiten, sich dem Jammernden zuzuwenden, ihm Beiseite zu stehen, ihn zu trösten, auch wenn kein wirklicher Grund vorliegt, sondern aus Bequemlichkeit, aus Berechnung, sich in den Mittelpunkt zu stellen, sich als Opfer zu präsentieren.

Wer über „wie beim ständigen Lachen oder sich fröhlich zeigen“ gestolpert ist beim vorangegangenen Satz, so ist dieses Phänomen, alles möglichst positiv zu sehen, selbst persönliche Angriffe wegzulächeln, zu jedem Thema ein Witz auf den Lippen zu haben, genauso in Frage zu stellen wie das ständige Jammern, denn das Weggrinsen bezweckt auch eine Art des Aufmerksamkeitserhaschens.

Ein quengelndes Baby hat vermutlich Hunger, Bauchschmerzen, die Hose voll oder einfach nur Unruhe und wird deshalb, da der Sprache noch nicht mächtig, jammern. Aufmerksamkeit, liebevolle Zuwendung und gegebenenfalls schnelle Abhilfe für das Unwohlsein sind die Trostfaktoren. Kaum ein Baby wird bewußt Jammern einsetzen, bewußte Handlungen dieser Art kommen im Kleinkindalter auf, die Gründe hierfür sind zu mannigfaltig, um dieser Thematik wirklich einigermaßen gerecht zu werden. Diese Erwähnung sollte nur dafür dienlich sein, daß Jammern ein Bestandteil von Gefühlsregungen ist, übrigens nicht nur beim Menschen, sondern auch bei den Tieren. Erinnert sei hier an fiepende und jaulende Tierkinder.

Jammern ist ein bewährtes Mittel, um auf Mißstände hinzuweisen. Und Jammern kann den gleichen Effekt erzeugen wie das Gähnen. Man sagt, wer durch ein Gegenüber „angesteckt“ wurde, ebenfalls zu gähnen, findet dieses Gegenüber sympathisch. Demnach hätte jammern zwei Effekte, einmal die Aufmerksamkeit und die Fähigkeit andere ebenfalls in Jammerstimmung zu bringen.

Jammern, mittelhochdeutsch (j)āmern, althochdeutsch āmarōn, zu Jammer. (Duden)

Jammer, mittelhochdeutsch jāmer, althochdeutsch jāmar, Traurigkeit, Herzeleid, schmerzliches Verlangen, Substantivierung von althochdeutsch jāmar, traurig, betrübt, ursprünglich ein Schmerzensruf und wahrscheinlich lautmalend. (Duden)

Es scheint verwunderlich, daß es ein Schmerzensruf geben soll, der sich nach „jamar“ anhört, oder?

Laut Gebrüder Grimm ist „die begriffliche Ebene des Jammers mit Geschehnissen wie Bruch oder Schaden“ (Wikipedia) in Verbindung zu bringen.

Vertrauensbruch oder Warnsignal zur Schadensabwendung könnte demzufolge der Grund für jammern bedeuten. In Bezug auf das Verhalten von Babys durchaus nachvollziehbar.

Auch bei erwachsenen Personen wäre dies eine einleuchtende Erklärung für das Jammern. Selbst das „ansteckende Mitjammern“ könnte damit in Zusammenhang stehen. Jammern als Befreiung aus einer mißlichen Lage zum Schutz vor Unbill wäre demnach eine wichtige Gefühlsregung zum Überleben.

Wer Jammern als brauchbares Mittel, um Aufmerksamkeit zu erhaschen, anwendet, dies als probates Mittel benützt, möglichst viele in Aufruhr zu versetzen, obwohl dafür kein Anlaß mehr oder nie bestanden hat, der darf sich nicht wundern, wenn irgendwann der Bumerangeffekt einsetzt, sprich keiner mehr auf seine Belange reagiert. Denn auf Dauer werden Lügen, Fehlinformationen als das erkannt werden, das sie sind. Kein Mensch läßt sich auf Dauer blenden, oder doch?

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Kolumne

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