Altersunterschied in der Liebe

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Immer noch tabu in der Gesellschaft?

Wo immer die Liebe hinfällt, verliert sie gleichzeitig jedwede Tabus, wenn beide einvernehmlich diesen Zustand in vollen Zügen genießen. Keine Welt vermag sie mehr trennen, zumindest anfangs schwebt man auf Wolke Sieben, die Zeit scheint stehen zu bleiben und was interessiert das Gerede der Umwelt, Hauptsache alles versinkt in Wohlbefinden.

Ziemlich skeptisch haben sich Paare einer argwöhnischen Beobachtung zu unterziehen, deren Altersunterschied in keiner normgerechten Vorstellungswelt untergebracht werden kann. Immer noch tabu in der Gesellschaft? Obwohl es sie schon immer gab, Statistiken darüber sind wohl noch nicht erhoben worden, geht die heutige Gesellschaft letztlich offener damit um als früher.

Eine schallende Ohrfeige an die prüde US-Gesellschaft

Der unter der Regie von Hal Ashby 1971 gedrehte Film „Harold und Maude“, das Drehbuch schrieb Colin Higgins, musikalisch wirkte Cat Stevens, verdeutlicht gleich zwei entscheidende Tabubrüche: zum einen den Freitod offen selbst zu bestimmen, zum anderen die gleichzeitige, sexuelle Liebesbeziehung zwischen dem gerade mal 18 Jahre alten Harold und der 61 Jahre älteren Maude.

Eine schallende Ohrfeige an die prüde, US-amerikanische Gesellschaft mitten in der Hippie-Bewegung, die für genug Zündstoff sorgte, sich selbst zu hinterfragen, auch wenn die Zeitschrift Variety den Film als geschmacklose „Offbeat Comedy“ kommentierte und Reclams Filmführer in ihm einen „effektvollen Rundumschlag“ sieht.

Dennoch schaffen solche Filme es, das Bewußtsein der Menschen zu schärfen, eingefahrene Normen zu hinterfragen, nicht nur, ob sie vielleicht zeitgerecht seien, sondern auch generell einer völlig verkehrten Doktrin gehorchen. Mit welchem Recht meint Gesellschaft, der wahren Liebe Grenzen setzen zu wollen? Wer bestimmt, welcher Altersunterschied „normgerecht“ geduldet wird?

Neider und Moralapostel sind schnell mit der Zunge dabei

Was in der mediengesteuerten Öffentlichkeit ans Licht gezerrt wird, spiegelt eben nicht die ganze Wirklichkeit wider, sondern nur einen Bruchteil. Ob die 76-jährige Modedesignerin Vivienne Westwood und ihr ehemaliger Student, der 51-jährige Tiroler Andreas Kronthaler, an ihrer Seite oder das Paar Tina Turner (78) und Erwin Bach (61) sowie die 52-jährige Schauspielerin Simone Thomalla und ihr Partner, der 33-jährige Silvio Heinevetter, Handballer der deutschen Nationalmannschaft, um mal prominente Paare zu benennen, wo die Frau viele Jahre älter ist als der Mann. Das Gerede bei solchen Konstellationen entfacht sich meist wesentlich heftiger als im umgekehrten Fall. Warum? Häufen sich bei scheinbar zunehmender gesellschaftlicher Toleranz solche Beziehungen? Oder aber tragen öffentliche Bekundungen prominenter Paare mit dazu bei, diese gesellschaftlich aufgesetzte Norm aufzuweichen?

Neider und Moralapostel sind schnell mit der Zunge dabei, dort den jungen Männern zu unterstellen, sie seien hinter dem Geld ihrer älteren Partnerin her. Das dürfen sich insbesondere junge Frauen ohnehin anhören, die sich für ältere Männer entscheiden. Was kann besser passen, als ausgerechnet in der Politik-Prominenz zu stöbern, um dort spitze Bemerkungen loszuwerden, denken wir nur an an Franz Müntefering (77) und Michelle Schumann (37) oder an den Ex-Außenminister Joschka Fischer (69) und seine Frau Minu Barati-Fischer (42), Tochter des iranischen Oppositionellen Mehran Barati. Hierbei wird schnell eine sachliche Auseinandersetzung beendet, weil es so herrlich einfach erscheint, sich über Altersunterschiede in Beziehungen auszulassen.

Liebe kennt letztlich keine Grenzen des Altersunterschieds

Wir sollten uns tatsächlich von Vorurteilen, auferlegten Tabus verabschieden in der Liebe selbst. Sie kennt keine Grenzen des Altersunterschieds, außer die klare Trennlinie zwischen Erwachsenen und Minderjährigen. Genau dort scheiden sich die Geister, hat der Gesetzgeber gut daran getan, diese den Bürgern aufzuerlegen, um Kinder und Heranwachsende von der notgeilen Lust Krimineller zu schützen!

Keine Gesellschaft hat das Recht, sich einzumischen, wenn Jung und Alt sich zusammenfinden. Gleichzeitig zeichnet sich Liebe gerade dann dadurch aus, wenn sie nicht nur solche Beziehungen duldet, sondern ihrem Anspruch Tolerant zu sein, gerecht wird.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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Vieles einfach vorwegnehmen

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Scheitern, ohne Schaden zu nehmen,
sich in Sicherheit wähnen.
Manager gelangweilt gähnen
angesichts sozialkritischer Themen.

Einstreichen, selbstgefällige Tantiemen,
dabei sich garantiert nicht schämen.
Besser an gewählte Politik lehnen,
stets nach noch mehr Profit sich sehnen.

Wohin mit all den Problemen,
verschieben zu den Rechtsextremen?
Die sie gern aufnehmen,
von München bis nach Bremen.

Lassen wir dieses unselige Bezähmen,
bedenkt, wo wir wohl hinkämen.
Nicht nur glotzen die Tagesthemen,
sich keinesfalls grämen.

Finden wir uns in Systemen,
in herrischen und angenehmen,
manche gar gezielt Menschen lähmen.
Im Lichte dunkler Schemen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Verstehen Sie Geld? – Zusammenhänge verständlich erklärt

Rezension zu Davut Çöls neuem Buch

Fach- und Sachbücher haben etwas trockenes, oftmals schwer verständliches an sich, was keineswegs immer so sein muß. Davut Çöl nimmt sich genau dies zu Herzen, sein in diesem Jahr im Tredition Verlag Hamburg erschienenes Buch „Verstehen Sie Geld?“ versucht ziemlich behutsam, den Leser an die Hand zu nehmen, um ihn auf gut 300 Seiten an dies scheinbar komplizierte Thema heranzuführen.

Dabei fällt schnell auf, mit welcher Leichtigkeit und entsprechendem Elan sowie Sorgfalt Davut Çöl sich dem „Schmiermittel“ Geld zuwendet, gleich in der Einführung auf das große Ganze hinweist, welches nur dann in der Gesamtheit des Themas Geld verständlicher wird. Recht hat er.

In fünf große Themenbereiche unterscheidet er zwischen „Die Grundlagen verstehen“, „Das Gelernte in der Praxis verfolgen“, „Der Krisenblick zeigt, wie es weitergehen wird“, „Wie legen Sie Ihr Geld an, und wo liegen die Risiken“ und „So gehen Sie richtig mit Geld um“. Am Ende folgt natürlich eine Finale Zusammenfassung. Ein aufgeweckter Deutschlehrer verkündete mal, lesen Sie den ersten und den letzten Satz eines Buches, es könnte hilfreich sein in Ihrer Abwägung, ob Sie neugierig genug sind, es auch zu lesen. Beherzigt man dies bei Davut Çöl, wird man Feuer und Flamme sein.

Aber Vorsicht, Sie können es keinesfalls einfach durchlesen, viel zu umfangreich befaßt sich der Autor mit der Thematik des Geldes, was durchaus folgerichtig so sein muß, dabei mahnt er zurecht an, daß bisher im Schulunterricht kein Fach über „Geld“ existiert, stellt die berechtigt provokante Frage in den Raum, wie Menschen in ihrem weiteren Leben dann wohl ohne das Wissen um Geld im Alltag umgehen können, ob da etwa eine gewisse Absicht dahinterstehe, die Bürger im Unklaren zu lassen?

Selbstverständlich erscheinen Vorwürfe, Kritikpunkte ans System selbst, in wieweit Geldflüsse manipulativ die Gesellschaft selbst lenken, zu einem anderen Ergebnis kann eine analytische Betrachtung der Zusammenhänge auch nicht kommen, will der Autor eben nicht die Schattenseiten des Kapitalismus einfach ausblenden. Dennoch versteht es Davut Çöl hervorragend, dem Leser stets Mut zu machen, hilfreich dabei die jeweilige kurze Zusammenfassung nach jedem Kapitel.

Alles in allem ein gelungenes Fachbuch, welches äußerst empfehlenswert, ganz besonders sowohl für Ahnungslose als auch „alte Hasen“ mit Kenntnissen über wirtschaftliche Zusammenhänge. Man bemerkt beim Lesen, daß sich der Autor sehr gut mit dem Thema nicht nur auseinandergesetzt hat, sondern sich schon über einen längeren Zeitraum beschäftigt.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Rezensionen

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Frenetischer Applaus oder gähnende Langeweile hierzulande

Satirischer Rückblick…

Befaßt sich jener 100te bis zur letzten Zeile, welch Schande, oder sollte man besser sagen, statt sich interessiert zu beklagen, daß politische Pleiten bevorstehen, Probleme keineswegs von dannen gehen? Einerlei, am Anfang waren weder das Huhn noch das Ei, viel mehr das Wort, welches in einem fort sich zu artikulieren sucht. Verflucht, es sah darin keinen Sinn, jetzt ham Sie’s gelesen, da geht es hin…

Bloß nicht verzagen, denn Rigorismus beginnt oder endet keineswegs im Graben. Vielmehr bleibt er latent erhalten, darüber etliche schalten und walten. Da könnense noch manches abgrasen, denn wenn Humor Brücken schlägt, heißt’s weg vom Trübsal blasen. Egal ob man den eigenen Ast absägt?

Wat fürn Ausblick in deutscher Politik! Insofern das Jamaika-Aus keine Überraschung darstellte, wurscht wer welches Urteil darüber fällte. Mögen die Sozen sich etwa danach erneut profilieren, gar brillieren, obwohl sich vorher in der Oppostion wähnten? Wache Beobachter gelangweilt gähnten. Alles zu eintönig so wie unter Willibald König. Der schwafelt och gern über moralische Grundsätze, die Wirklichkeit offenbart knallharte Hetze.

Apropos Schinderei, gleichwohl Pferdesport offenbart unentschuldbare Tierquälerei. Nur Kräftemessen und Prestige? Scheint so, widerlich. Als noch alles schlief, das Wasser überlief. Manch Brunnen von Gefäßen überfüllt, Verantwortliche in Schweigen gehüllt.

Beim Vertuschen kann Mensch so richtig herzhaft pfuschen, Greenpeace vermutet Atomunfall in kerntechnischer Anlage Majak. Und wer dabei letztlich erschrak? All die Stimmen, die sahen ihre Felle davonschwimmen. Weil Kritik an Kernkraft keineswegs schick, zu viel Geld im Spiel, Profit ist das Ziel!

Worte nur für sie dastehen. Was muß noch alles geschehen, bis mal folgt ein gewisses Einsehen? Wir sehens doch bei den Rechten, bloß nicht deren Meinung anfechten. Auf Kritik an Höcke haben sie keine Böcke. Daß zum Zwecke Wasser fließe, schrieb schon der olle Goethe. Die Neonazis verdrießen, keener tanzt nach deren Flöte.

Man kann manch Mißverständnis anmahnen, doch hinterher sollte jedem schwanen, man erahnen, was da auf uns zukommen mag. Woran es wohl nur lag, daß es bringt die Liebe an den Tag? Schwarz-Gelb zeigt erneut seine neoliberale Fratze in NRW, dort gibt’s bald keine Sozialtickets mehr. Tut keinem weh, außer denen am Rand wünscht man sich so sehr, daß sie teilhaben per öffentlichem Verkehr. Sluagh-ghairm, so offensichtlich, so geheim, nicht nur so zum Schein, weil ein treffsicherer Slogan muß es wohl sein.

Wir werden mit dieser 100ten von dannen fliehen, besser einen Schlußstrich ziehen. Genug der Worte nach all den Tagen, es verbleiben tausende Fragen. Es gibt nur noch eines zu sagen: Eine neue Reihe wird sich nächsten Samstag an die Öffentlichkeit wagen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

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Sluagh-ghairm, so offensichtlich, so geheim

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flickr.com/ Marcin Wichary/ (CC BY 2.0) https://www.flickr.com/photos/mwichary/2290163453/sizes/z/

Das Offensichtliche übersehen

Sluagh-ghairm, und noch ein Sluagh-ghairm, da auch, wohin man sieht, wohin man geht. Kaum ein Entkommen, höchstens in wirklich ländlichen Gegenden, und selbst dort tauchen sie auf, auf ausrangierten Anhängern zum Getreidetransport, auf großflächigen Tafeln versperren sie die Sicht auf die Landschaft, an Häuserfronten längs der Straßen, bisweilen in Konkurrenz mit Hinweisschildern für den Straßenverkehr.

Zugegebenermaßen sind einige sluagh-ghairm witzig, so daß man manchmal nicht umhinkann, zu schmunzeln. Einige sind so einprägsam, sodaß nach Jahren, mitunter nach Jahrzehnten eine kleine Erinnerung ausreicht, um genau zu wissen, was, wer gemeint ist. Nein, sluagh-ghairm ist nicht der Begriff für Ohrwurm, also jenes Phänomen, das sich dafür verantwortlich zeichnet, ein Musikstück, Gedicht ständig vor sich hinzumurmeln, weil es einfach nicht mehr aus dem Gedächtnis vertrieben werden kann. Aber Parallelen für den Ohrwurm gibt es.

Sluag-ghairm aus dem keltischen übernommen, ist der Slogan.

Slogan, englisch slogan, aus gälisch sluaghghairm, Kriegsgeschrei (Duden) andere Begriffe sind Leitsatz, Schlagwort, Parole, Wahlspruch, Motto, Losung.

Sluagh ist das Wort für Heer, ghairm bedeutet Schrei. Der Ausdruck Heergeschrei oder Heerschrei wäre eine bessere Übersetzung, zumal das keltische Wort „sluagh“, im litauischen slaugà (Dienst), altkirchenslawisch sluga (Diener), die Gefolgsleute, das Heer besser umschreibt.

Dadurch bekommt auch der Slogan seine ihm eigene Wirkkraft deutlicher zur Geltung, „denn nicht der Krieg schreit“, sondern die Gefolgsleute, die bewaffnete Schar. Übersetzt auf Werbeslogans, nicht das angepriesene Produkt schreit, macht auf sich aufmerksam, sondern die Konsumenten, du und ich.

Damit dies funktioniert, wird der Slogan so verfaßt, daß er sich möglichst einfach und schnell im Gedächtnis als Ohrwurm festsetzt. Untermalt bisweilen mit einer bestimmten Figur, Musik. Und schon sind du und ich überrumpelt, gefangen, festgesetzt, als dienliche Weiterverbreiter einer Botschaft, eines Slogans. Vorausgesetzt allerdings der „Schlachtruf“ hat eine simple Aussage, ist witzig, erscheint glaubwürdig, hinterläßt keine negativen Gefühle, erfüllt eigenes Wunschdenken, entweder für die eigene Persönlichkeit oder als praktikable Anwendung, unterstreicht Besonderheit, ist ein völlig neuer Kick, birgt außergewöhnliche Vorteile.

Treffen nur ein oder mehrere Faktoren zu, ist man geneigt, sich dem angepriesen Produkt, Versprechen zugehörig zu fühlen. Und schon steht das Heer, die Gefolgsleute, die Diener und verlangen (schreien) nach mehr.

Der Slogan ist demnach ein „eingenistetes Wort (Begriff)“, ein „Wirt, der jederzeit abgerufen werden kann“ in den Köpfen der Menschen. Seine Wirkung erzielt er mit der gleichen Effektivität wie das Lied „Heile, heile Gänschen“, das Eltern ihren Kindern als Trost, zur Schmerzlinderung vorsingen und dadurch erreichen, daß das Kind sich schneller beruhigt.

Interessant in diesem Zusammenhang ist ein anderes keltisches Wort für Heer, budīnā. Durch das gallische ins lateinische entlehnt, bildete sich das Wort bodina für Grenzstein, diese sprachliche Weiterentwicklung ergab sich möglicherweise durch die Ursprungsbedeutung Heer, Truppe, zum Begriff Grenztruppe, folglich zur Grenze. In der französischen Sprache heute noch erkennbar in dem Wort “abonner“, dessen ursprüngliche Bedeutung, den Bezug bestimmter Leistungen bis zu einer zeitlichen Grenze aussagt. In der deutschen Sprache zu finden in dem Wort abonnieren.

Wenn der Slogan durch die oben genannten Merkmale abonniert (angeschafft, beordert) ist, ja dann, dann haben die „Strategen“ (Heerführer) alles richtig gemacht. Denn ohne Zweifel haben sie mit dem Slogan in den Köpfen der Menschen Grenzsteine gesetzt, die bisweilen die Auswirkungen von Borniertheit (mit Grenzsteinen versehen, beschränken) haben können oder anders ausgedrückt, Slogans können zu Engstirnigkeit, Unbelehrbarkeit, Starrsinnigkeit führen.

Vergleichbar ist der Zweck eines jeden Slogans mit der Redensart, den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen, das Offensichtliche, Wesentliche übersehen, obwohl es sich genau vor einem befindet.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Kolumne

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Besser einen Schlußstrich ziehen

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Argumente liegen auf dem Tisch,
unbestechlich, haarscharf und akkurat,
ohne Bedenken aufkeimen zu lassen.
Vom Kopf her stinkt der Fisch,
einfach widerlich, für Ausreden zu schad,
dennoch setzt sich fort jenes Hassen.

Kein Miteinander real aufkommen will,
stattdessen Gewalt und Kriege
uns Menschen tagtäglich belasten.
Es folgt ein initiierter Konsumdrill,
ausgerichtet auf unendliche Siege,
keine Friedensgespräche dazu passen.

Ganze Bibliotheken Liebe thematisieren,
in der Praxis bleibt sie fehl am Platz,
setzt sich fort das Recht grausamer Stärke.
Was muß denn noch alles passieren,
bis man bemerkt den einzig wahren Schatz,
sich erinnert all der guten Werke.

Die Rede sei nicht nur von Frieden,
sondern der Wandlung des Kosmos,
der immerfort das Leben preist.
Menschen sind nun mal verschieden,
vom Angestellten bis zum Boß,
nur die Ausbeutung besser ganzjährig verreist!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Keine Sozialtickets mehr unter Schwarz-Gelb in NRW

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Neoliberale Politik zeigt, wohin die Reise geht

Allen voran mit den Liberalen, wobei die CDU ebenso mit im Boot sitzt, Menschen zu benachteiligen, die am Rand der Gesellschaft ihr Dasein fristen müssen. Das kennt man doch ebenso von den Sozialdemokraten, ihrer Agenda 2010 und Herrn Münteferings Satz, wer nicht arbeite, solle auch nicht essen. Um es auf den Punkt zu bringen, am besten abtreten, oder?

Jamaika war gestern noch möglich, was folgt dann? Neoliberale Politik zeigt unverblümt, wohin die Reise geht, zumindest vorerst in Nordrhein-Westfalen, unter Schwarz-Gelb gibt es ab 2020 keine Sozialtickets mehr, Verkehrsminister Hendrik Wüst betonte, dies sei seit Jahren schon so geplant gewesen, das eingesparte Geld in den Neubau von Straßen fließen solle. Welch dramatisch politische Botschaft, wo doch Politik des öfteren den Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel gern vollmundig besonders kurz vor Wahlen zum Besten gibt!

Deutschland tut sich schwer mit Sozialtickets – die Autolobby bestimmt den Kurs

Bedenkt man den Schienennetzabbau, die Privatisierung der Bahn, darf sich niemand wundern, wieso hierzulande Politiker sich schwer tun mit Sozialtickets. Generell muß man feststellen, daß sehr oft die Preise nicht deutlich genug geringer sind als die Normaltarife nebst andereren Vergünstigungen.

Dortmund stellte sein Sozialticket Ende 2012 ein, die Preise wurden zuvor zu stark angehoben, sodaß die Nachfrage verständlicherweise sank, Darmstadt lehnte diesjährig eine Einführung ab, in Chemitz, Halle und Leipzig fruchteten ebenso keine Sozialtickets. Hamburg gewährt wenigstens bei günstigsten Zeitkarten einer Ersparnis von 40%. Ansonsten muß man erneut feststellen, daß die Autolobby den politischen Kurs bestimmt, anders kann man die Reaktion besonders aus NRW nicht werten.

Soziale Gerechtigkeit gibt es de facto mitnichten

Ihre ernsthafte Suche erweist sich ohnehin als Trugschluß, wie man leider feststellen muß. Dies weder vor Wahlkampfzeiten noch jetzt hinterher. Eine selbstgefällig politische Landschaft hat sich mit Hartz IV den Nährboden für gesetzlich vorbestimmte Aus-grenzung selbst erschaffen, was früher die Obrigkeit, bleibt bis heute erhalten, Hauptsache der ahnungslose Bürger paßt sich entsprechend an, was per Neid und Mißgunst reibungslos wohl funktioniert.

Man muß davon ausgehen, daß noch weitere Repressalien erfolgen, die Bundespolitik Betroffene im Stich läßt, egal welche Regierungskonstellation vorherrscht, die Partei Die Linke wird ohnehin nicht mit auf der Regierungsbank sitzen, das hat die 19. Bundestagswahl aufgezeigt.

Jede Gesellschaft kann nur dann friedlich zusammenleben, wenn ein sozial ausgewogenes Miteinander gepflegt wird. Bei Vernachlässigung setzt sich die Hierarchie der Gewalt durch, gilt keine Moral, Religion oder Humanismus mehr.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Soziales

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