Donald Trump: Exemplarisches Beispiel verrohter Gesellschaft

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Mißtöne zerstören ein friedliches Miteinander

So wie jedem Tierchen sein Pläsierchen, so haben die USA genau jenen Präsidenten gewählt, der nunmehr aufzeigt, welche Richtung die Großmacht einzunehmen gedenkt. Aber mal Hand aufs Herz: Kann das einen noch verwundern? Dazu braucht es weder gezielten Antiamerikanismus noch einer politischen Schelte, in dem man als Putinist sich hervortut. Es reicht der gesunde Menschenverstand mit entsprechender Beobachtungsgabe.

Tatsächlich? Wir erinnern uns an das Hochhalten jenes Donald Trump im letzten Jahr zu US-amerikanischen Wahlkampfzeiten, als besonders gern vollmundig besonders Rechtsradikale diese Hillary als Killery verunglimpften, von einer Wahl zwischen Pest und Cholera war die Rede, obwohl ein Bernie Sanders ohne weiteres als moderater Kandidat der Demokraten sicherlich große Chancen hatte, diesem Humpty Trumpty das Wasser zu reichen. Sollte aber so nicht sein.

Die schöne neue Welt des Glamour und der Storyteller zog es vor, ihren desaströsen Kurs bis hinein ins Präsidentenamt zu tragen. Nach uns die Sintflut, unken gar äußerst pessimistische Geister, wohl wissend, was da tatsächlich geschieht überm großen Teich. Gewalt ist das Stichwort, die sich heftigst entlädt, wo immer möglich. Erst recht mit jenen Waffengesetzen. Insofern Donald Trump ein exemplarisches Beispiel dortig verrohter Gesellschaft darstellt.

Die USA entfernte sich in all den letzten zurückliegenden Jahrzehnten von ihren eigenen Zielen, was niemand einfach so ignorieren sollte, wenn man bedenkt, welch kriegslüsterne weltweite Einmischung vorherrscht, wieviel militärische Stützpunkte erschaffen wurden. Dies hinterläßt natürlich ebenso Spuren im Volk selbst. An dieser Stelle sei mal betont, daß nicht alle Menschen jene Einstellung haben, aber als Betroffene mitleiden müssen.

Kein Wunder, wenn ein Donald Trump ganz gezielt Medienschelte betreibt, von Fakenews spricht, obwohl er selbst seine eigenen Nachrichten bastelt – im übrigen genauso wie die Neue Rechte hierzulande, eine simple Taktik, die schon in Hitlerszeiten auf fruchtbaren Boden stieß. Umso heftiger der Gegenwind, der dem 45. Präsidenten entgegenbläst, Senator Jeff Flake rechnet mit Donald Trump ab, bezeichnet diesen als „rücksichtslos und kleinkariert“. Dieser habe wohl „große Probleme mit der Wahrheit“.

Eine westlich orientiert zivilisierte Welt leistet sich jenen US-Präsidenten, reagiert eben nicht auf die wirtschaftlich sozial notwendigen Maßnahmen, um mal endlich jene Schere zwischen arm und reich nicht noch weiter auseinanderklaffen zu lassen, sondern hofiert den Neoliberalismus, wie man anhand der letzten Bundestagswahl deutlich erkennen muß, um gleichzeitig sich über die Gewaltzunahme in der Gesellschaft zu wundern? Eine verkappte, ignorante Logik, die jedweden Verstand einfach ausschaltet. Wie sonst darf man dies sich erklären?

Keine Macht der Welt hat das Recht, Menschen dermaßen heimtückisch zu behandeln. Nur Mensch selbst duldet dies, zerstört das Paradies auf Erden, übt sich im Verschandeln, das ist nicht nur fies und schlecht. Da helfen keine Beschwerden, am Ende solch Verhalten sich rächt!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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Bundestag blickt Ende seiner Teeniezeit entgegen

Erstmalig weht rechtsradikaler Wind durch den Plenarsaal

Schnell tauchen fragende Blicke auf, was denn mit Teeniezeit wohl gemeint sein könne. Mit einem Verweis, daß nunmehr der 19. Bundestag heute erstmalig sich zusammenfindet, sollte jene Zahl dies verdeutlichen, ab 2021 entscheidet ein Twenty. Immer jene englischsprachigen Einflüsse, ein Dorn im Auge jener fundamental patriotisch gesinnten Abgeordneten der Partei ganz rechts neben den Liberalen sitzend?

Lauscht man deren Sprachpraxis, muß dies sofortigst verneint werden, Sprache hat ihre untrügerische Bedeutung, mit eines jener Indizien, daß die Welt global tatsächlich vernetzt ist, nicht erst seit ein paar Jahrzehnten, sondern seit Beginn menschlichen Daseins. Soviel zur Thematik polemischer Forderungen gezielter Rassisten, um ihnen nicht zuviel Bedeutung zu überlassen. Rediculous. Schlagen Sie einfach in einem Dictionary nach.

Wolfgang Schäuble wird Parlamentspräsident

Exakt vor einem Monat, kalendarisch betrachtet, ging als Wahlsieger die Gehässigkeit hervor, die nunmehr zweiundneunzigfach im Deutschen Bundestag ihren angeblich wohlverdienten Platz nehmen darf. Auf der heutigen Tagesordnung steht die Wahl des Präsidiums, zweifellos wird Wolfgang Schäuble, der noch amtierende Finanzminister, als Parlamentspräsident gewählt werden, nachdem FDP-Politiker Hermann-Otto Solms die Eröffnungsrede gehalten hat.

Steht bei der Wahl der Vizepräsidenten ein Eklat bevor, weil ausgerechnet Albrecht Glaser, der ehemalige Frankfurter Stadtkämmerer, im Sinne der rechtsradikalen Partei islamfeindliche Äußerungen brüsk verteidigte, nunmehr selbst als Kanditat antritt? Man muß davon ausgehen, daß erstmalig gleich zu Beginn Geschlossenheit aller anderen Abgeordneten vorherrscht, die dies somit zu verhindern wissen.

Natürlich schwingt das bereits begonnene Koalitionsgeschacher mit, wenn die 709 Abgeordneten sich im Plenarsaal einfinden. Inwieweit am Ende eine moderate Regierung zustande kommt, wird sich zeigen. Kritik bläst ihr garantiert entgegen, weil eine derartige Opposition in dieser Form ein Novum darstellt. Zwei extreme Lager und mittendrin eine SPD, die berechtigterweise vom Wähler abgestraft wurde. Zulange ließ sie sich mit der Union ein, mal abgesehen von der Entgleisung unter dem Gespann Schröder-Fischer. Wer soziale Komponenten dermaßen vernachlässigt und obendrein der US-amerikanischen Kriegsrhetorik folgt, darf sich hinterher nicht beschweren.

Globale Herausforderungen bestimmen auch deutsche Politik

Eine Zeit der Besinnung nimmt ihren Lauf mit dieser neuen Legislaturperiode, die andererseits keinerlei Raum für bequemen Rückzug bieten wird angesichts weltweiter Herausforderungen.. Man bedenke die Wahl des russischen Präsidenten im nächsten Jahr, die Überraschungsmomente mit jenem Donald Trump und die Rolle Frankreichs unter Emmanuel Macron, obendrein zunehmende Forderungen Chinas auf politischer Weltbühne, eine längst nicht ausgestandene Terrorgefahr.

In der Auseinandersetzung politischer Ansichten zeigt sich ziemlich schnell, inwieweit eine Demokratie zusammen mit selbstverständlichen Menschenrechten funktionieren kann. Greift stattdessen Ausgrenzung, Gewalt und Haß, begeben sich die Beteiligten auf besten Weg eines erneut entstehenden Totalitarismus.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Umweltschutz: Alibiveranstaltung für ein ruhigeres Gewissen

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Hinterher wird abgerechnet

Der Umwelt zuliebe, eine freundliche Formulierung, eine Floskel, die nahezu ungehört im Alltag verhallt, obwohl da eine grüne Bewegung sich aus den berechtigten Protesten kritischer Zeitgenossen entwickelte, schließlich parteipolitisch vor rund vierzig Jahren hierzulande Fuß fassen konnte.

Was setzte sich durch, was nicht? In etwa ein Eiertanz etlicher Kompromisse zu Lasten unserer gemeinsamen Umwelt? Ein Gezögere, ohne tatsächlich beherzt zu reagieren, denken wir nur an die AKW-Proteste, das Plastikmülldesaster. Selbstverursachtes Schicksal der Menschheit, deren technische Revolutionen stets extreme Belastungen für Naturkreisläufe bedeuten? Hinterher folgt die Erkenntnis, welch toxische Verbindungen zerstörerisch Organismen regelrecht angreifen, die in der Natur in diesem Ausmaß ohnehin nicht vorkommen.

Wenn der Fortschritt keinesfalls nett anklopft

Vielmehr sich dreist Wege der Entfaltung sucht, mag dies für etliche eine Bereicherung bedeuten, Gewinne einfahren, Verbraucher beglücken, an anderer Stelle eine erhebliche Belastung der Umwelt, der Ausbeutung bedeuten. Aber wen oder was interessieren schon solche Folgen, was man nicht weiß, macht sie nicht heiß. Tatsächlich?

Dagegen spricht allerdings das genauere Hinschauen, die öffentliche Anmahnung. Am Beispiel „grüner Elektronik“ offenbart sich das Umdenken beim Fortschritt im Kontext zum Umweltschutz. Greenpeace betont die unbedingt machbare Umsetzung, daß eine solche Herausforderung lösbar sei. Nichts neues, wer sich vertieft mit der Materie beschäftigt, da es für sämtliche Herstellungsverfahren gilt.

Doch der Fortschrittt klopft keineswegs nett an, er handelt live und direkt, um dabei Bedenken möglicher Umweltschäden einfach zu ignorieren. Zumindest bisherig bis hinein in unsere Gegenwart trotz umweltschonenderem Umdenken. In weiter Ferne anderer Länder kann man sich doch simpelst kritischer Kontrollen entziehen, mit entsprechend korruptem Nachhelfen klappt das schon reibungslos. Aber die Welt rückt näher zusammen, es wird für solche Umweltverbrecher schwierigerer, unerkannt zu bleiben.

Ahnungslosigkeit oder Blauäugigkeit – Vernetzung als Chance wahrnehmen

Einmal ins Leben gerufen, läßt er sich kaum noch aufhalten, menschlicher Fortschritt. Anfangs oftmals verteufelt, setzte er sich dennoch stets durch, denken wir an den Beginn des Industriezeitalters, das Automobil bishin zum Internet.

Letzteres bietet mittels Vernetzung Chancen, von Überwachung und Kontrollen mal abgesehen, eben den Umweltschutz wesentlich wirkungsvoller und rechtzeitiger anzuprangern, wenn auch politische Maßnahmen tatsächlich folgen müssen, um Umweltsünden im Keim zu ersticken. Eine nahezu unlösbare Aufgabe, wenn wir bedenken, welche Abhängigkeiten zwischen jenen Kapitalflüssen und deren Beeinflussung auf die Politik selbst herrschen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Umwelt

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Denn sie wissen nicht, was sie tun

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Tun sie denn, was sie nicht wissen?
Denn was sie tun, wissen sie nicht.
Wissen sie denn nicht, was sie tun?
Was sie denn nicht tun, wissen sie.
Nicht sie tun, was sie denn wissen.
Sie tun, denn sie wissen nicht was.
Denn was sie nicht wissen, tun sie.
Sie wissen, was sie denn nicht tun.
Tun sie denn nicht, was sie wissen?
Was sie denn nicht wissen, tun sie.
Nicht sie wissen, was sie denn tun.
Wissen sie denn, was sie nicht tun?

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Der Verfall unserer Gesellschaft von einem „Irren“ beschrieben

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Würde man Jesus einfach zurückweisen?

Ich habe mal wieder etwas quer durch die Zeiten gedacht zur Entwicklung einer solidarischen Gesellschaft, heute am Beispiel Klaus Kinski. Er beschreibt in seinem Vortrag „Jesus Christus Erlöser“ den Verfall einer solidarischen Gesellschaft, gibt aber gleichzeitig auch Lösungen, um eine solidarische in groben Zügen sozialistische Gesellschaft und das Aufbegehren gegen die Ungerechtigkeiten des Kapitalismus wieder herzustellen.

Er kritisiert die Furunkel der Menschheit wie den Krieg des Westens in Vietnam, indem er diesen immer wieder erwähnt, was sich wunderbar auf das Heute, die unmenschlichen Kriege, übertragen lässt. Er stigmatisiert die Gesellschaft als zurückgeblieben und verlogen.

Als einleitenden Satz möchte ich direkt einen Sprung in die heutige Zeit wagen und auch unsere politische Entwicklung anführen. Es wird immer offensichtlicher, dass unsere Gesellschaft weder christliche Werte noch solidarische Werte erhalten bzw. ausweiten will. Es wird eine AfD, eine FDP gewählt und eine CDU, welche die Schere zwischen arm und reich ausgeweitet hat in den letzten 4 Jahren.

Dieses Phänomen wurde damals schon von Klaus Kinski erkannt und in seinem Vortrag „Jesus Christus Erlöser“ vorgetragen.  Dieser beginnt mit „Angeklagt ist Jesus Christus…“.  Wenn man sich nun anschaut, dass Klaus Kinski seine Rezitation in den 70ern verfasst und vorgetragen hat, dabei lärmend unterbrochen wurde und keine Rücksicht auf seine vermeintlich außergewöhnlich psychische Situation genommen wurde, ist das im höchsten Maße kritisch zu sehen. Zeigt es doch immerhin auf, dass die Gesellschaft sich ihren damaligen Problemen nicht stellen wollte.

Dieser Mann hatte etwas zu sagen, etwas das die Gesellschaft betrifft und ist abgeprallt. Derselben Ignoranz begegnet man heute auch, allerdings verschärfter.  Leute, die sich um Drogenabhängige, Bettler, Waisenkinder, Geflüchtete, Resozialisierung von Kriminellen kümmern oder alternativ Leben, erhalten keine oder zu wenig Anerkennung, werden gesellschaftlich abgedrängt.

„Der Gesuchte gehört nicht der Gesellschaft an“ erläutert Kinski zu diesem Sachverhalt und fährt sinngemäß fort mit: Er ist weder in Kirchen, noch Parteien und verhält sich weitgehend ruhig. Hier verdeutlicht er das selbstlose, uneigennützige Handeln dieser Personen. Wenn man Gutes tut, solle man nicht mit Trompeten vor sich her schmettern, sondern dies aus Überzeugung tun, erklärt er, sinngemäß wiedergegeben. Dieses Verhalten ist laut seiner und auch meiner Überzeugung Mangelware.

„Ihr sichert euch den ersten Platz in den Kirchen, damit ihr von den Menschen gesehen werdet.“ Im weiteren Vortrag führt er aus: „Aber ihr segnet Waffen ab, die schreiende Mütter in Vietnam töten.“

Damit beschreibt Kinski eine Doppelmoral und eine Gesellschaft, die ihre Augen vor jedem Problem verschließt und vor Egoismus strotzt. Eine Verrohung, die gefährliche Ausmaße angenommen hat, und eine Gesellschaft, die niemandem Schutz oder Hilfe bietet. Diejenigen, die wahre Solidariät leben, werden an die Seite gedrängt, dort, wo sie keiner wahrnimmt oder sogar ausgeschlossen, genauso wie die, die Hilfe brauchen.

Wenn man nun weiterhin zuhört, erläutert Kinski zum besseren Verständnis seiner Figuren, was er tatsächlich ausdrücken will, dass er nicht von dem Jesus spreche im religiösen Sinne, sondern einem Jesus, der unter uns sei. Seine Wortwahl war: „Ich spreche nicht von dem Jesus mit der gelben leberkranken Haut, den eine irrsinnige menschliche Gesellschaft zur größten Hure aller Zeiten macht. Dessen Kadaver sie pervers mit sich herum schleppt an infamen Kreuzen.“

Seine Rolle verkörpert einen Jesus, der kein „Superstar“ ist und „seine Rolle am Kreuz weiterspielt“. Er redet von einem Jesus, dem die Heiligenrituale egal sind und der sich von dem Glauben abwendet. Einem Jesus, der aus Selbstverständlichkeit handelt. Damit kritisiert er die Gesellschaft nochmals und auch die Kirche und ihre Doppelmoral bezüglich Humanität scharf. Hierzu dient ihm wieder das Leid im Vietnamkrieg als Grundlage, offenbar ein Thema, das ihn sehr bewegte. Er hatte eine starke Ambition, den Menschen Abrüstung und Wege zu einer nachhaltigen Friedensentwicklung näher zu bringen.

Kinski wechselt die Rolle und spricht weiter als „Jesus“ und erzählt aus realen Begebenheiten, in denen „Pfarrer Hostien an Soldaten verteilen, die in Vietnam Frauen mit Kinder auf dem Arm abknallen“, das Sicherheit und Frieden mit Gummiknüppeln wiederhergestellt wird. Er sei der „Ungehorsame“, der sich gegen die Ordnung stellt, er ist der Obdachlose, der Gammler. Er zählt  noch weitere Negativbeispiele auf, Leute, die in der Gesellschaft aufgrund von Äußerlichkeiten eine Randgruppe bilden und will damit zeigen, dass gerade in solchen Menschen ein „Jesus“ stecken kann.

Er möchte Liebe in die Herzen werfen, die Gefangenen befreien, die Blinden sehend machen, womit er auf die Kaltherzigkeit anspielt, die in einigen Zeitgenossen lebt. Er kritisiert die „Reichen“ und ihre Blindheit, ihren Hang, sich mit perfiden Kriegsgeschäften zu bereichern, aber gleichzeitig Friedensreden und gesellschaftliche Nächstenliebe zu heucheln und Gutes tun, um mehr Prestige zu erhalten.

Es ist schwer, als ein einfacher Mensch andere Menschen Nächstenliebe und Solidarität zukommen zu lassen, wenn man bewusst ausgestoßen wird, was Kinski uns mit seinem Vortrag aufzeigen wollte. Alle, die dem „Jesus“, dem Erlöser nachfolgen und helfen, werden unvorstellbare Strapazen ertragen müssen, aus Nichtakzeptanz. „Ihr werdet von vielen gehasst werden um meinen Willen, sie werden euch auslachen und verhöhnen, anspucken und schlagen, verfolgen, misshandeln und einsperren und töten.“

Er zeichnet den unaufhaltsamen Verfall der Gesellschaft auf, der sich auch heute noch fortsetzt. Gleichzeitig versucht er damit, den Prozess der Neuerfindung einer verlorengegangenen Menschlichkeit in die Wege zu leiten, in der sich Menschenfreunde wie Märtyrer opfern für mehr Solidarität, Humanität, Gleichheit, was eine Art sozialistische Vorstufe bilden kann.

Damals wurde Kinski als Idiot dargestellt, heute würde ihm das gleiche widerfahren. Hiermit eröffnen sich Fragen:

Würde ein Jesus wie ihn Kinski beschrieben hat, ein Helfer, überhaupt noch einen Stellenwert in unserer Gesellschaft haben, würde er überhaupt noch wahrgenommen werden? Oder würde man ihn blind links liegen lassen, im Regen stehen lassen? Sind wir innerlich tatsächlich so erblindet, dass wir Menschen eine Wertigkeit nach Äußerlichkeiten einräumen und nicht an Taten messen, würde ein Mann in Lumpen, eben ein Jesus, der Gutes tut, der die Bedürfnisse anderer vor seine stellt, einfach so in der Gosse versinken?

Es ist doch sehr besorgniserregend, dass unsere Gesellschaft lieber die „Ellenbogen-gesellschaft“ vorzieht, keiner sich um den Nächsten kümmert und eine solidarische Gesellschaft immer weiter in den Hintergrund rückt. Von Solidarität wollte schon damals keiner etwas hören ebenso wie anscheinend heute. Der Verfall der solidarischen Gesellschaft, in der jeder jedem hilft, unabhängig von der Vergangenheit eines Menschen, ist mehr als deutlich zu sehen. Diese wird als utopische Idee angeprangert und abgemahnt. Es tut weh, auf Kinskis direkte ehrliche Weise den Spiegel der Gesellschaft vorgehalten zu bekommen, durch eine Rezitation aus den 70ern. Es liegt an uns, uns zu verbessern.

Nils Rudolph

Kategorie: Quergedachtes

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Lethargie unerwünscht

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Rasches Handeln deutet auf Hektik hin,
aufgestützt das träge Kinn,
nach Müßiggang der Sinn.
Gedanken kreisen ums selbe Thema,
suchen willige Abnehmer,
die folgen aber keinem Schema.

Fraglich Lösungen parat,
ausgebremst die euphorische Tat,
bedauerlich, wirklich schad’.
Lethargie allenthalben aufkommt,
im Nahen Osten wird erneut gebombt.
Mediengerangel folgt prompt.

Mal schnell den Blauen Planeten retten,
Klatsch und Tratsch in Gazetten,
erscheint viel wichtiger – wetten?
Brot und Spiele fürs gemeine Volk,
am Himmel so manch dunkle Wolk
sich durchsetzt, mit Erfolg.

Metaphern finden ohne Rätselraten,
kein Problem bei soviel Schandtaten,
bloß nicht einfach abwarten.
Beherztes Hinterfragen rettet Leben,
Mensch hat letztlich viel zu geben,
anstatt seinem Untergang entgegenzustreben.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Koalitionsgeschacher ohne Aussicht auf Verbesserungen

Eine Politik des Stillstandes steht nicht bevor

Die Mehrheit der Wähler entschied sich für jene Konstellation, die ohne weiteres schon lange vorhersehbar sich abzeichnete. Dabei mögen all jene hämisch sich ins Fäustchen lachen, die meinten, mit einer sogenannten Protestpartei wie der AfD, endlich hätten sie mal das politische Establishment aufgemischt, ändern wird sich allerdings nichts im Sinne von tatsächlichen politisch notwendigen Entscheidungen.

Die sähen nämlich ganz anders aus als das, was zur Zeit jene vier Parteien aushecken, um am Ende in der nach den Flaggenfarben benannten Jamaika-Koalition sich zusammenzuraufen. Ein Geschacher ohne reale Aussicht auf Verbesserungen. Insofern steht eben keine Politik des Stillstandes bevor, aber das „Weiter so“ rückt in die Nähe bestimmter Standpunkte, die sich gerade die neoliberalen Hardliner der Parteien nicht nehmen lassen werden.

Die Wiederauferstehung der FDP – grüne Politik zerlegt sich weiter

Bei einer Politik voller Kompromisse kann nichts gutes fruchten, zumal bekanntlich stets die Interessen gewisser Lobbyisten sich letztlich durchsetzen. Obendrein sind die Forderungen der Koalitionsparteien in vielen Punkten viel zu unterschiedlich. Dennoch das Drängen und darauf Bestehen, Knackpunkte und Gemeinsamkeiten bei Schwarz-Gelb-Grün nicht nur auszuloten, sondern dem Wähler als machbar zu verkaufen?

Absehbar zeichnete sich der Weg der wiederauferstandenen FDP ab. Doch statt ihren neoliberalen Weg ernsthaft zu überdenken, positioniert ausgerechnet ein Christian Lindner sich vollmundig, wittert Chancen, mit seinen Machtspielchen nicht nur Bundeskanzlerin Angela Merkel die Parade zu stehlen, sondern obendrein mit den Grünen sich verbindend, er die Union in Schach halten will.

Simple, trügerische Politikstrategien. Wir wissen alle, welch dramatische Offenbarung sich unter Schröder die Grünen leisteten, die damals die Agenda 2010 mit einführten, etliche Umweltforderungen nicht durchsetzen konnten. Bereits im Ländle zeigte sich ihre Zerlegung, nunmehr per Regierungsbündnis muß man mit wesentlich mehr Eingeständnissen bei den Grünen rechnen, eigene Positionen über Bord zu werfen.

Die Linke in der Versenkung verschwunden?

Bleibt es bei jenem Szenarium mit der Jamaika-Koalition, dann haben es die Linken in der Opposition besonders schwer, dort eine starke SPD, eine AfD, die ihre Rolle als Störfaktor gern auskosten wird, immerhin entschieden Wähler, daß die Rechtsradikalen mit 25 Mandatsträgern mehr als die Linken tönen dürfen. Etwa ein Wehrmutstropfen, wenn Rot-rot eher zusammenkunkelt, um es den Regierungsparteien schwer zu machen? Wohl kaum.

Die Linke ist zwar nicht unbedingt in der Versenkung verschwunden, hat aber ein schweres Los gezogen, zumal nach der Wahl ihre angekündigte neue Flüchtlingspolitik wenig ausrichten wird, diese Problematik, die ohnehin schon viel zu lang eben nicht wirklich gelöst wurde, holt auch die neue Regierung schneller ein, als ihr lieb sein kann.

Muß man mit Fug und Recht davon ausgehen, daß auf dem politischen Parkett nicht nur mit äußerst harten Bandagen gerungen wird, sondern darüber hinaus es einer wirtschaftlichen Kontrolle unterliegt? Auf alle Fälle – wie sonst sind weltweit korrupte Verstrickungen und Abhängigkeiten zu erklären.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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