Braut und Bräutigam einer irritierten Gesellschaft ausgesetzt

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Warum erklären, was nahe liegt, wenn nebulös offengelassen?

Und sie lebten glücklich und zufrieden bis an ihr Lebensende. Keine Sorgen, kein Streß, weder persönliche noch von außen einwirkende Unbill stört ab nun die kommenden Jahre, bis daß der Tod euch scheide, bis der Tod diesem Schlaraffenlandleben ein Ende setzt.

Natürlich hat diese Vorstellung von einem Schutz unter einem unablässigen begleitenden Glücksstern so seinen Reiz und seine Berechtigung in Hinsicht auf freie Entscheidung von Vorstellungsmöglichkeiten, aber warum nur in Verbindung mit dem Heimführen der Braut durch den Bräutigam, mit dem Beginn einer Ehe?

Heutzutage sollte davon ausgegangen werden, daß eine Heirat nicht ein auf die Ewigkeit geschlossener gemeinschaftlicher Lebensweg bedeutet, auch wenn dies als verlockende Aussicht auf immerwährendes friedliches Miteinander unter den Brautleuten stets noch propagiert wird. Die Entscheidung einen gemeinsamen Lebensweg mit seinem Freund, Partner (nicht berücksichtigt sind die arrangierten oder Zwangsehen) einzugehen, ist unabhängig der Gründe für eine Ehe, ein einschneidendes Ereignis. Ob natürlich alle Hochzeiter, die nicht nur den Hochzeitstag mit Familie und Freuden feiern, sondern bereits im Vorfeld sogenannte Junggesellen/Junggesellinnenabschiede, letztendlich wissen, daß der Honeymoon, die Flitterwochen nicht gleichzeitig bedeuten, in eine andere bessere „Haut“ zu schlüpfen oder den zeitweiligen Wunsch erfüllen, die Sorgen, Probleme wären gelöst, ähnlich dem Wunsch „auf einer einsamen Insel“ alles „auf Neustart“ zu beginnen.

Mit einigen wenigen Ausnahmen wird weltweit die Braut von ihrem Vater dem Bräutigam „übergeben“, damit dieser die Braut „heimführen“ kann. Feste, Feiern, Trinkgelage umrunden den Bund der Eheschließung, ebenso weltweit. Demnach sollte es doch möglich sein, zu erfahren, was Braut oder Bräutigam bedeutet, schließlich handelt es sich hier um einen Begriff, der über Jahrhunderte in seiner Aussagekraft ständig in etwa gleichbleibender Bedeutung angewandt wird.

Laut Duden ist die Wortherkunft unbekannt, selbst das Wörterbuch der Gebrüder Grimm (Uni Trier) gibt keine eindeutige Erklärung. Dort wird sogar explizit davor gewarnt, die Wörter Braut und Bräutigam, mit den Wörtern brauten und bräuten in Verbindung zu setzen. (Wie ist nun braut zu verstehn? höchst verkehrt wäre, diesem reinen, edlen wort, wie man gesucht hat (s. hernach brauten, bräuten) unzüchtige bedeutung unterzulegen.) DWB Trier

Dann wollen wir mal diese Wörter brauten und bräuten genauer ansehen, oder? Brauten, bräuten, hochzeit, beilager halten, mhd. briuten (DWB Trier) Nicht fehlen darf das Adjektiv bräutig. Bräutig, die brûtegen lit, die geschlechtstheile. (DWB Trier)

Braut, mittelhochdeutsch, althochdeutsch brūt, Herkunft ungeklärt (Duden) Synonyme sind Ehekandidatin, Auserkorene, Zukünftige, Verlobte.

Bräutigam, mittelhochdeutsch briutegome, althochdeutsch brūtigomo, aus brūt= Braut und gomo, Mann (verwandt mit lateinisch homo = Mann; Mensch) (Duden) Andere Begriffe sind Hochzeiter, Verlobter, Zukünftiger, Mann an seinem Hochzeitstag.

Irgendwie oder sehen Sie das anders, gibt es einen sprachlichen Zusammenhang zwischen Geschlechtsteile und Braut, Bräutigam. Braut sich hier eine absichtliche Front auf, um nicht etwa Unzüchtiges wie Geschlechtsteil, hier ist vielleicht eher der Ausdruck Geschlechtsreife richtig, auszusprechen?

Brauen, mittelhochdeutsch briuwen, brūwen, althochdeutsch briuwan, brūwan, ursprünglich = (auf)wallen, sieden (Duden)

Oh, oh, Mädels und Jungs, nicht daß euer Herz oder gar eure Geschlechtsteile in Wallung kommen, wenn ihr beim Anblick eures Liebsten merkt, daß ihr bereits in der Geschlechtsreife seid!

Siedend heiß kann der Verstand versuchen, sich mit der allgemeingültigen Erklärung zufriedenzugeben, daß Braut und Bräutigam nicht mit dem Einsetzen der Geschlechtsreife, die unweigerlich zum Erwachsenwerden gehört und einer eventuellen sexuellen Begierde zu tun haben könnte, aber versuchen Sie mal, einen Brauprozeß zu unterbinden, abzubrechen, entweder explodiert Ihr Gebräu oder es wird schal und ohne Genuß.

Natürlich gäbe es noch die Möglichkeit, die Brau, als die zu einem neuen Heim zu Führende und den Bräutigam als den Führer zu einem neuen Heim zu titulieren, so wie es in den vielen Zeremonien weltweit praktiziert wird, aber wäre es mit dieser Begriffsaussage nicht eindeutig nachweisbar, woher der Wortbegriff stammt?

Vielleicht wagt sich ein Sprachwissenschaftler an dieses Thema und widerlegt entweder die Kolumnistin oder das bis dato geltende „Herkunft ungeklärt“ für Braut und Bräutigam. Das Wort die Brut ist absichtlich nicht aufgeführt, damit der Leser selbst den Begriff „ausbrüten“ kann.

Da es anscheinend wieder in Mode zu kommen scheint, sexuelle Aspekte im Blickwinkel jeglicher Beziehungen als Tabuthema zu verfestigen, und Ehen nur zum Zwecke der „Versorgung“, der „Befreiung vom Elternhaus“ deklariert werden, weil Kinder zeugen und Kinder austragen auch ohne wallende, siedende Körperreaktionen geschehen können, dem sei aus „Die Braut von Korinth“ (Johann Wolfgang von Goethe) folgendes ins Gedächtnis gebracht:

Klag- und Wonnelaut
Bräutigams und Braut
Und des Liebestammelns Raserei.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Kolumnen

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Braunkohleabbau: RWE hält an seinem Rahmenbetriebsplan fest

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Grünenpolitik erweist sich als zu kompromißbereit

Das Bergbaurecht setzt sich stets durch, selbst lange angesiedelte Gemeinden müssen weichen, wenn die Ausbeutung wichtiger Ressourcen bevorstehen wie die rheinische Braunkohle zum Nutzen elektrischer Energie. Kohlekraftwerke als die schlimmsten Dreckschleudern haben hierzulande weiterhin Hochkonjunktur, RWE hält an seinem Rahmenbetriebsplan fest.

Mitten in den Jamaika-Verhandlungem erweist sich die Grünenpolitik als kompromißbereit. Sollte dies tatsächlich verwundern? Wenn es um machtpolitische Vorteile geht, mitregieren zu dürfen, schiebt man halt schnell mal innere Vorbehalte beiseite, wir kennen das doch unter Schröders Regierung.

Der Kampf um die Kohle zieht sich hin – von Einsicht keine Spur

Weil ein Ausstieg letztlich zeitnah eben nicht stattfinden soll, die Energiekonzerne bestehen auf ihren eingeschlagenen Weg, lassen Betroffene eiskalt abblitzen, wie die ARTE-Dokumentation aufzeigt. Im Westen Kölns, im nahegelegen iydyllischen Dörfchen Keyenberg folgten bereits die ersten Familien der Aufforderung zur Zwangsumsiedelung, Norbert Winzens Familie wird ebenso seinen Gutshof verlieren, die Abfindung von RWE bedeutet eine erhebliche Verkleinerung und einen hohen Verlust bisheriger Lebensqualiät, er zu Recht beschreibt.

Das schwarze Gift findet immer wieder Wege der Zustimmung trotz eindeutig erdrückend belastender Mißstände. Kein Land pustet mehr CO2 in die Atmosphäre wie Deutschland mittels seiner Kohlekraftwerke. Weder ein Sigmar Gabriel bewies Einsicht noch die Union nebst der FDP, man knickt ständig vor den Energieriesen ein, schließlich geht es um gesicherte Profite und eben nicht um den Klimaschutz, der erneut nach hinten verschoben wird. Insgesamt hält die Ignoranz zu umweltschonenden Herausforderungen an, was vor der Bundestagswahl verkündet wurde, entpuppt sich als harte Linie schwarz-gelber Politik, die Grünen haben sich somit zu fügen.

Keinerlei gute Prognosen für die Umwelt

War dies schon jemals der Fall? Letztendlich nicht. Mensch beugt sich seinen Wirtschaftsinteressen, die stets genügend Fürsprache erhalten, sei es mit den Todschlagargumenten gekoppelter Arbeitsplätze bishin zu riesigen Gewinnen. Keinerlei Rücksicht vorhanden, es sei denn, der öffentliche Druck zwingt sie dazu, denken wir an den halbherzig beschlossenen AKW-Ausstieg hierzulande.

Kohlekraftwerke werden die nächsten Jahrzehnte noch ihren schwarzen Dreck in den Himmel blasen, 2030 somit nicht als Datum beachtet, realistischer wäre die Mitte dieses Jahrhunderts ginge es nach RWE und Konsorten, eine AfD will am liebsten nichts davon wissen, sie orientiert sich an die gleichlautende Ignoranz dieses Donald Trump, das Pariser Abkommen zu mißachten.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Umwelt

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Malheur beim Baden

Ich habe eine Badewanne,
in der ich mich entspanne.
Meistens einmal die Woch’,
selten ein zweites Mal noch.

Letztens war Kirmes hier,
da ging ich hin auf ein Bier.
Dachte, vorher baden,
kann nicht schaden.

Hab mich lang ausgestreckt
und mich fürchterlich erschreckt.
In der Wanne war was Fremdes drin,
ich raus, was Hartes und nicht dünn.

Ich kämpfte, das Ding schien festgezogen,
ich stärker, Apothekers Waage hat nicht gelogen.
So hatte das Ding keine Chance gegen mich,
der Sieger nach langem Hin und Her war ich.

In den Händen hielt ich einen Pfropfen
vollgesaugt mit Wassertropfen,
da hab ich mich erinnert,
eine Wanne hat einen Stöpsel, immer.

Das alles wär nicht weiter schlimm,
doch sonntags kommt Fräulein Kim,
geschmust haben wir, bis des Nachts Mitte,
mit Mutter kommt sie zur Anstandsvisite.

Den Stöpsel hab ich aufgehoben,
aber kein Wasser kommt von oben.
Hoffe es regnet in den nächsten Tagen,
sonst muß ich den Besuch absagen.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Menschheit auf dem Prüfstand

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Vom Homo sapiens weiter entfernt denn je

„Sieh dir mal diese Flugzeuge an, welch Unmengen an Insektiziden sie auf die Felder ihrer Nutzpflanzen versprühen! Hörst du auch den Aufschrei der unzähligen Organismen? Sowie die Bienenvölker, in deren Reihen viele dahingerafft, weil sie die Giftcocktails nicht überleben konnten? Was für ein Widerspruch, sie wissen ob der Wichtigkeit der Bienen, und dennoch nehmen sie deren Tod in Kauf!“

„Nun, das ist leicht erklärt. Dafür gibt es einen ganz einfachen Grund. Einzig was zählt: der Ertrag, der Gewinn, den es zu erzielen gilt. Während die chemische Industrie sich vor schwarzen Zahlen kaum retten kann, ein Erfolg jagt den nächsten. Glaubst du wirklich, es geht ihnen zum Beispiel um das Wohlergehen ihrer eigenen Spezies, wenn sie Medikamente an Apotheken und Ärzte verteilen? Mitnichten!“

„Oh je, hast du deren Kriegsmaschinerie gesehen, mit denen sie sich gegenseitig umbringen? Vor allem wird die immer raffinierter, schneller und effektiver. Gleichzeitig haben die Kriege nicht etwa abgenommen, nein, es gibt mehr Kriege denn je. Warum wohl?“

„Na, wie blauäugig bist du denn gepolt? Das liegt doch auf der Hand, auch hierbei werden die Interessen des Reichtums vertreten. Ja, es reduziert sich alles auf das Geldverdienen. Gründe, um Kriege zu rechtfertigen, lassen sich immer finden. Da haben diese Wesen, die sich selbst als Homo sapiens bezeichnen, sich in gar keiner Weise weiterentwickelt. Kannst du mir irgend ein anderes Wesen auf Erden zeigen, welches sich mit diesem Ausmaß gegenseitig umbringt?“

„Da muß ich dir zustimmen. Die Gattung Homo ist nach langer Entwicklung übriggeblieben, mit dem Menschen. Aber sapiens? Es kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „weise“. Die Verbform „sapere“ bedeutet „schmecken“. Schmeckt dieser Mensch seine eigene Weisheit? Ganz sicher nicht. Ich habe eine zutreffendere Bedeutung dieser Spezies: Homo catastrophicus.“

„Treffsicheres Wortspiel, welches du da betreibst. Und vor allem so bestätigend. Einerseits sind sie dermaßen hochentwickelt, schau dir ihre Bauwerke an, ihre technischen Errungenschaften wie Automobile, ihr kultureller Schatz, die vielen Bücher, die Musik, die Gemälde, die Skulpturen, die Theaterhäuser – phantastisch. Und dann der Gegensatz ihrer eigenen Philosophien in ihrem Alltag. Größer könnte er kaum sein!“

„Vor kurzem mußte ich schallend lachen, obwohl es eigentlich zum Weinen ist. Da gab es doch in Japan diese extreme Naturkatastrophe, wobei gleich zwei große Ereignisse aufeinander trafen: eines der schwersten Erdbeben und infolgedessen ein Tsunami. Dabei starben schon viele Menschen, aber wesentlich dramatischer ist der daraus entstandene Super-GAU. Jedes Kind faßt nie wieder eine Herdplatte an, wenn es sich einmal verbrannt hat – der Homo catastrophicus hat damit kein Problem! Der weltweite AKW-Bau wird fortgesetzt, als wäre nichts geschehen. Schon damals nach der Tschernobylkatastrophe wunderte ich mich, daß die Menschen einfach diese gefährliche Nutzung nicht beendeten.“

„Gleichzeitig hat dieser Industriezweig mit den größtmöglichen Gewinn damit erwirtschaftet, welch Ironie! Diese Spezies scheint sehr gut zu sein im Verdrängen, im Vergessen. Was heute geschieht, wird morgen einfach ignoriert. Sie schrecken nicht mal mehr davor zurück, Schöpfung zu spielen, indem sie unerschrocken mit den Genen der Pflanzen experimentieren, genmanipulierte Nutzpflanzen in die natürlichen Kreisläufe setzen.“

„Dabei meinen sie, daß physikalische Gesetze sich austricksen lassen würden, diese genmanipulierten Pflanzen in gewissen Abständen pflanzen. Wind- und alle anderen Naturgesetze einfach mal ausblenden? Auf Hawaii wurden nie solche Genpflanzen gesetzt, und doch hat der Wind die Samen dieser Experimente dorthin verfrachtet.“

„Weißt du was, ich habe genug gesehen, vorläufig, laß uns wieder nach hause fliegen. Schauen wir mal in hundert Jahren vorbei, ob sich was geändert hat zum Guten.“

„Hm, das ist aber jetzt nicht dein Ernst, oder? Meinst du wirklich, dieser Homo catastrophicus wird bis dahin zum Homo sapiens? Schön wäre es ja, dann könnten wir vielleicht mal mit ihnen Kontakt aufnehmen. Aber so…“

„Okay, kann dir ja nicht widersprechen. Du weißt ja, da gibt es einen Spruch unter ihnen, der da lautet: Die Hoffnung stirbt zuletzt. Vielleicht besteht ja wirklich noch Hoffnung, immerhin konnte ich einige von ihnen ausmachen, die auf bestem Wege sind, diesen Wahnsinn nicht mehr zu unterstützen.“

Das UFO bewegt sich in unvorstellbarer Geschwindigkeit ins All zurück, völlig geräuschlos, und niemand hat es gesehen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Vergessene Blicke

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Vergessene Blicke
tauchten auf.
Mahnende Worte
waren zu hören.
Die Wiese
war feucht.
Morgennebel,
letzte Spuren vom Regen,
tränenerfüllt von
ihrem Leben.

Versunkene Fußspuren
führen zum Ufer
des novemberkalten Sees.
Wärme von
fröhlichen Kindertagen
umspült ihr
versunkenes Herz.
Fast meint man,
ihr Kinderlachen
wieder zu hören,
und spürt ihre
neugierigen Augen
durch den Wasserspiegel
aufblitzen.

Dies ist kein Ort,
um Schwere
weiterzugeben,
dies ist der Ort,
um Leere
Sinn zu geben.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Landesverteidigung in Europa wieder reale Option

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Globales Wetteifern fordert etliche Szenarien heraus

Bloß sich nicht zurücklehnen und in Sicherheit wiegen, was heute gilt, mag bereits morgen Verschlafene eingelullt völlig überraschen, weil das Tempo gewisser Szenarien schneller die Realität bestimmt, als den meisten wohl lieb sein dürfte. Für den Moment darf Europa sich über eine Friedensphase erfreuen, während weltweit Überlebenskämpfe vorherrschen, Kriege toben, die Ergebnisse des Konsumrausches ihre gnadenlosen Spuren hinterlassen.

Wer seine Pfründe sichern will, entwickelt daher Strategien, sie keinesfalls wieder zu verlieren. Man stelle sich vor, die EU zerfalle in naher Zukunft, eine durchaus denkbare Möglichkeit angesichts eines längst erneut aufkommenden Nationalismus. Ein geheimes Strategiepapier der Bundeswehr simuliert dramatische Folgen, die angesichts des globalen Wetteiferns ohnehin etliche Szenarien herausfordern.

Krieg und Zerstörung ein Dauerzustand?

Stühle rücken in einer Welt schwindender Ressourcen, politische Systeme scheitern am Willen, tatsächliche Gerechtigkeit zu verinnerlichen, was nicht nur Chancengleichheit bedeutet, sondern eine faire Verteilung, in der Überreichtum gar keinen Platz haben darf. Solange manche Menschen ihre Reichtümer raffen, die stets per Ausbeutung erreicht, folgt die Spirale der Gewalt ihren Gesetzmäßigkeiten, die in Krieg und Terror münden.

Eine Welt voller Waffensysteme bedeutet somit, sie auch einzusetzen. Solange dies nicht uns selbst hier im noch friedlichen Europa betrifft, treibt die Rüstungsindustrie nonchalant ihr perfides Spiel. Während der Jahrzehnte des Kalten Krieges dämmerte die Bundeswehr vor sich hin, den Blick gen Osten gerichtet, um im Ernstfall den Eisernen Vorhang zu verteidigen. Inzwischen formiert sich jene Nato, Deutschland hat seinen Platz zentral in Europa gelegen einzunehmen, kann sich nicht weiter wegducken, der „Global Firepower Index“ offenbart zwischen den 126 Staaten die Schlagkraft der Armeen angesichts ausgefeilter Kriterien im Vergleich. Mit ein Indiz, daß global betrachtet längst die Weichen auf Krieg und Zerstörung als Dauerzustand gestellt? Man muß davon ausgehen.

Die Mär vom ewiglichen Wachstum bedeutet immer mehr Opfer

Was der Club of Rome bereits vor 45 Jahren mit den „Grenzen des Wachstums“ anmahnend formulierte, bekommt längst die Menschheit nunmehr zu spüren. Für genug Ablenkung wird weiterhin völlig unbedarft gesorgt in einer Welt des Konsums und elektronischer Spielereien, Hauptsache unkritisch Geblendete folgen dem Weg der Ignoranz, während eigentliche Profiteure davon zehren.

Es schließt sich der Kreis, ewiglicher Wachstum erreicht sein Ende, außer für genügend Zerstörungsszenarien wird gesorgt. Grenzen der Zumutung in Sichtweite, weil angesichts atomar, bio-chemischer Worst-Case-Szenarien Mensch sich nahezu selbst ausrottet? Wer steuert oder stoppt gar solche Entwicklungen, wenn nicht entsprechend Beherzte, die gleichwohl eben nicht an entsprechenden Schaltstellen sitzen, um intervenieren zu können?

Wer durchschaut das politische Intrigenspiel? Falls ja, es nützt nur nicht viel, wenn Menschen sich verschaukeln lassen, sich verlieren im gegenseitigen Hassen. Drum erkennt endlich den eigentlichen Sinn und Zweck: Sie nehmen Euch die Menschlichkeit weg!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Ihr Köpfchen hält sie schräg

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Ihr Köpfchen hält sie schräg
seit Milliarden Jahren.
In der Hoffnung, sie erspäht
einen Hinweis auf die Vorfahren?

Ab und an schwankt ihr Gleichgewicht,
und sie verlagert ihr schräges Angesicht,
um eine neue Position zu erhalten,
vielleicht auch als Wink innezuhalten?

Ist ihr bewußt, eine andere Orientierung
bedeutet nicht unbedingt Sondierung?
Ihr Alter schützt sie nicht vor Torheit,
verstärkt ihre Suche nach Verbundenheit?

Ihr Köpfchen hält sie schräg,
verzaubert, verträumt.
Es scheint, sie erwägt,
sich anzulehnen an einen Freund.

Ach, muß die Enttäuschung groß sein,
der Freund liebt nur sich allein.
Er glaubt seine Spezies, die Menschen,
wissen die Wahrheit ohne Grenzen.

Sie sind nicht nur gefühlskalt ihr gegenüber,
ihre Gedanken kämpfen die eigene Art nieder.
Ihnen fehlt das Verständnis der Dualität,
nur ein Austausch formt Individualität.

Ihr Köpfchen hält sie schräg,
man könnte vermuten, daß sie schläft.
Einige wache Geister, Wesen darüber streiten,
die Erde versteht damit besser die ihr Zugeneigten?

Nafia

Kategorie: Gedichte

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