Stiller Atem im Raureif politischer Fakes

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Satirischer Rückblick…

And someone, you know, is it who makes… latürnich Sie wissen’s schon, wer verantwortlich für jenen aggressiven Ton: ein US-Mann ganz plump, dieser Donald Trump. Nö, bloß nicht wieder die Augen verdrehn, so gesehn, wird noch manch Tragisches geschehn. Aber stets die Welt sich schön saufen, man fühlt sich wohl im rechtsradikalen Haufen, nur nicht Farbe bekennen, dann besser mal Asylheime abbrennen, Gewalt stets die simpelste Variante menschlicher Schwäche – am Ende zahlt och Ihr die Zeche!

Ihr Köpfchen hält sie schräg, die Welt, woran das wohl läg? Klar doch, am Geld. Jenes grausame Joch, welches ganze Armeen lenkt, Mensch sich selbst nüscht schenkt, Hauptsache man angeblich Schuldige öffentlich henkt. Was fürn Hohn, Landesverteidigung in Europa wieder reale Option. Hatten wir das nicht zugenüge schon? Dieses Kriegstreiben, kein Frieden soll bleiben?

Längst vergessene Blicke tauchen auf, Mensch, stehste aufm Schlauch? Meinst, du kannst eigener Leere einen Sinn geben? Nix da, du zerstörst laufend anderer Leben! Kein Wunder, daß Menschheit auf dem Prüfstand sich befindet, dennoch sein Ego sich nonstop windet, schließlich werden Eliten hofiert, völlig ungeniert.

Ein Malheur beim Baden geschehen kann, auch sowas ist mal dran, gehört zum Alltag dazu genauso wie unpassende Schuh’. Mitnichten politischer Verrat, doch das geht wohl moderat, weil Geld im Spiel, ganz besonders viel. Drum hält RWE am Rahmenbetriebsplan fest, die Grünen kompromißbereit bis zuletzt. Siehste, Politik bleibt ein schmutziges Geschäft, jedwedes Machttreiben wird nachgeäfft.

Gilt och international, hat Mensch ne andere Wahl? Saudi-Arabien auf Provokationskurs unterwegs sich unverblümt traut, Rüstungsdeals alle Welt hat simpelst zugeschaut, ohne beizeiten dagegen einzuschreiten. Abschied in etwa ein Wiedersehen? Was wird noch alles geschehen, bis Mensch den Sinn der Schöpfung versteht, stattdessen das Zerstören weitergeht?

So sind Braut und Bräutigam einer irritierten Gesellschaft ausgesetzt, manch einer unnötig hetzt, obwohl Mußestunden einfach guttäten. Doch wer hält dabei die Fäden? Genau, Sie Oberschlau, eine dekadente Oberschicht, die nur auf eigenen Pfründen erpicht. Im Alltag einer abgehalfterten Gesellschaft verweilen? Es bleibt zum Weinen, man kann’s leider nicht verneinen.

Kein Mißgeschick, jenes Tanzen nach unsrer Musik, schon gar kein Glück, denn wer das Volk als Alibi benennt, bösartige Propaganda sehr genau kennt! Wenn der Winter anklopft, sind weiterhin Hirnwindungen verstopft. Was muß noch alles geschehen, bis Mensch eigene Verfehlungen wird sehen? Selbst dem Klima kann er kein Schnippchen schlagen, er tut’s dennoch wagen. Das wird weitreichende Folgen haben.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

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Wenn der Winter anklopft

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Dunkle Wolken ziehen stürmisch vorbei,
einerlei, ob du oder du dabei,
Herbstmode erneut der letzte Schrei.
Farbenfrohe Stoffe umhüllen lässige Gestalten,
des nächtens erste Fröste Böden erkalten,
Geschäftssinn muß stets sich halten.

Das Blau des Himmels scheint trügerisch herab,
doch man hält sich up to date auf Trapp,
woran wohl jene Emsigkeit im Vorborgenen lag?
Völlig egal, zerstörte Umwelt als Folge gewiß,
Hauptsache der Kunde folgt dem Beschiß,
manch einer Aufrichtgkeit vermißt.

Die Dunkelheit der Nacht mondlos ins Schwarz getaucht,
am Ufer der Seine eine rollige Katze faucht,
Enrique hat sich scheinbar seinen Fuß verstaucht.
Mit lautem Geschrei zwei finstere Gesellen fluchen,
ständig brüllend nach Streit suchen,
ob nicht auch sie was abbekommen vom Kuchen.

Keine Wärme im November mehr vorhanden,
Flieger auf vereisten Bahnen unsicher landen,
Unaufmerksame kommen somit zuschanden.
Wie lange noch müssen Ungeduldige warten,
bis dann bunte Pflanzen blühen im Garten?
In Erinnerung manch Winter, besonders die harten.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Dem Klima ein Schnippchen schlagen

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Wenn die Atmosphäre Ihre Stimmung hebt

November, naßkalt, nebelgrauer Himmel, düstere, wenn nicht gar drückende Stimmung auf das Gemüt, das Wohlbefinden. Möglicherweise haben Sie das Glück und sitzen in einem hell erleuchteten Zimmer, die Umgebungstemperatur gaukelt Ihnen einen angenehmen Sommertag vor. Die stickige Luft, die durch die hellen Lampen und die auf Behaglichkeitsempfindung der Körpertemperatur eingestellte Wärme, wird schätzungsweise durch Apparaturen von Ihnen ferngehalten. Automatisch auf Helligkeit, Wärme und gesunde Luft geregelt, surrt, brummt, qualmt, dampft es nicht in Ihrer unmittelbaren Nähe, sondern im Kellergeschoß und auf dem Dach.

Da das Wetter seinen eigenen Zeitenablauf in Anspruch nimmt und nicht zur Gänze manipulierbar, (auch nicht durch Regentänze, Opfergaben) kamen die Menschen auf die Idee, dem Wetter mit anderen Mitteln ein Schnippchen zu schlagen. Grob gesagt, im Winter wird geheizt, und im Sommer die warme Luft durch Klimaanlagen vertrieben. Das haben unsere Vorfahren bereits in vereinfachter Form so gehandhabt. Wobei das mit der Klimaanlage eher ein Privileg der ganz Reichen war, denn wer konnte sich schon einen lebenden Fächersklaven leisten?

Nun gibt es im gesamten Verlauf des Lebens unberechenbare Vorkommnisse, die nicht unbedingt erklärbar und voraussehbar sind. So auch bei der Wärmeerzeugung oder bei der Wärmevertreibung. Kohlenmonoxidvergiftungen, Brände haben den Menschen immer wieder aufgezeigt, daß die Handhabung zur Annehmlichkeit eines selbstgemachten klimatischen Zustandes mit Gefahren verbunden ist. Selbst die scheinbar ungefährliche Klimaanlage durch einen Fächersklaven hatte ihre Tücken, konnte es doch ohne weiteres geschehen, daß der Fächende entweder durch zu langes Stehen in der Sonne einem Hitzschlag erlag oder durch die Schwüle ohnmächtig wurde.

Zur Hilfe Herbeieilende haben die Verunglückten aus der Gefahrenzone weggetragen und auf eine sichere Fläche gelegt, oder in „moderneren“ Zeiten in eine Klinik gefahren. Beides der Rettung dienlich und seltsamerweise demselben Wortstamm zugehörig.

Das Klima, spätlateinisch clima, griechisch klíma (Genitiv: klímatos), Abhang; geneigte Fläche; (geografische) Zone, zu: klínein, Klinik (Duden)

Andere Begriffe sind Wetter, Witterung, Atmosphäre, Stimmung.

Die Klinik, lateinisch clinice, Heilkunst für bettlägerig Kranke, griechisch klinikḗ (téchnē), zu: klínē, Bett, zu: klínein, (sich) neigen, (an)lehnen; beugen (Duden)

Synonyme sind Heilstätte, Spital, Krankenhaus, Lazarett.

Abhang, geneigte Fläche, (geographische) Zone, die Ableitung für Klima und Bett, sich neigen, anlehnen, beugen für Klinik, so weit hergeholt ist die kognitive Verbindung nicht, oder?

Zum besseren Verständnis, das Wort Klima bedeutet nicht nur eine sich ständig wiederholende Witterungsbedingung in einem Gebiet und eine künstlich geschaffene Raumtemperatur, sondern auch die Stimmung, Atmosphäre zwischen Personen, Gruppen. Im Nachhinein etwas schwierig wäre die Behauptung, das Klima sei das eigentliche Ursprungswort, aus dem sich das Wort Klinik herausgebildet hat. Dem muß man widersprechen, da das Bett ebenso eine geneigte Fläche darstellen kann, und schätzungsweise kognitiv die Herleitung durch das Flußbett bestand.

Die geographische Zone, die geneigte Fläche, die Atmosphäre eines Gebietes (Klima), das Niederbeugen zu einem Bett, um Kranke zu heilen (Klinik), außer der Neigung, der Beugung, das beide Wörter als Wortstamm beinhalten, wo kann hier ein Zusammenhang gesehen werden, sich ein Sinn erschließen?

Das Wort Atmosphäre ist möglicherweise ein Schlüssel, um diese Frage zu beantworten.

Die Atmosphäre, zu griechisch atmós, Dunst und sphaĩra, (Erd)kugel (Duden)

Andere Ausdrücke sind Luft- Gashülle, Ausstrahlung, Umwelt, Milieu, Stimmung, Feeling, Umgebung, Klima.

Egal auf welcher Fläche Sie sich gerade befinden, in einem Raum, in der Natur, Sie sind in diesem Raum, in dieser Umgebung ein Teil der Atmosphäre, Sie strahlen wie der Raum und die Umgebung Ihre Stimmung aus. Sie sind ein Teil des Klimas, weil Sie auf einem Teil der Fläche (Bett) Klinik sich aufhalten.

Falls Sie immer noch der Meinung sind, Klimaveränderungen hätten mit Ihrem persönlichen Angelegenheiten nichts zu tun, so werden Sie die Aussage dieses Textes möglicherweise erst verstehen, wenn Sie in der Klinik zur Genesung liegen, weil Sie wissen schon, unberechenbare Ereignisse das gesamte Leben auf Erden begleiten.

Wollen Sie dem Klima, dem Wetter ein Schnippchen schlagen, sorgen Sie dafür, daß das Klima, die Atmosphäre nicht vergiftet wird, das erspart Ihnen den Weg in die Klinik.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Kolumne

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Tanz nach unsrer Musik

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Wer trägt denn heute noch Samthandschuh?
Modern ist, zu werfen den Fehdehandschuh!
Krawall machen, auf Teufel komm raus,
so und nicht anders kommt man groß raus.
Das ist wahre Meinungsfreiheit,
wahre persönliche Freiheit!

Nach Streit ist uns zumute, nach einem Gefecht,
los, laß dich reizen, auf zum Gefecht!
Übrigens, egal ob du dich einem Duell stellst,
Hauptsache die Ordnung wird auf den Kopf gestellt.
Und ist das Chaos perfekt, der Frieden gestört,
tanzt ihr nach unsrer Musik, uns gehorchend, ungestört.

Mit eiserner Hand sorgen wir für Ruhe und Ordnung,
Befehle, Pflichten, Gehorsam, Verehrung, in Ordnung!
Die Handschuhe dienen zudem fürs Perlen vor die Säue werfen,
die Hand bleibt sauber, für Geld läßt man sich gerne unterwerfen.
Wir tragen unverhohlen Sporen an den Stiefeln, damit uns jeder hört,
denn nur unsere Meinung ist die Freiheit, auf die ab sofort jeder hört.

Du meinst, dies ist ein lächerlicher Text, blöder gehts wohl nicht!
Weißt du was? Wen stört das schon!
Intellektuelle, Denker, Journalisten, Schriftsteller, Künstler,
helle Köpfchen aus Wissenschaft und Technik
werden weggesperrt, sind es bereits oder werden zumindest bedroht,
wer also kann diese Zeilen lesen?

„Das Volk!“
Da sind wir einer Meinung, war doch nicht schwer, gell?

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Verweilen im Alltag einer abgehalfterten Gesellschaft

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Der Blick ins Innere ohne weitreichende Erkennt-nisse

Außer Reichweite, ins Abseits katapultiert, in Stillschweigen gehüllt, sprachlos schockiert ob der Tragweite dermaßen unerschrockenen Handelns, unterwegs im Taumel eines kopf- und sinnlos geldgierigen Verlangens. Solche Gedanken mögen ellenlange Stränge ziehen, sich verselbständigen, sodaß ein eigenes Ausbremsen kurz vor dem Kollaps notwendig, schließlich gilt es, selber das Leben trotz jener Mißstände zu genießen.

Viele zerbrechen bei verzweifelten Versuchen, wieder einen halbwegs gesunden Weg zu verfolgen, der eben nicht solche maßlosen Bedenken hervorruft. Stets bemüht, nicht abzukommen von eigenen Zielen, vermag der Wettlauf gegen die Zeit nahezu aussichtslos erscheinen. Was bewegt oder treibt Beherzte an, dennoch nicht lapidar aufzugeben angesichts solch trüber Aussichten?

Der Wille allein vermag es meist nicht steuern, dazu begegnen ihnen zu viele Widrigkeiten, allemal selbst kleine Erfolge der Masse an Rückschlägen ausgesetzt. Lernfähigkeit tendiert gen Null, obwohl überdeutlich ein jeder erkennen müßte, was da vor uns allen passiert. Mensch, ein Wesen, welches simpelst ignoriert, sich insofern selbst belügt? Warum? Eine moderate Möglichkeit, die Wirklichkeit auszublenden, um über Träumereien und Trugbildern sich scheinbar selbst zu schützen? Offensichtlich.

Wieso verharren wir in jener Zwickmühle, aus der kaum eine Lösung in Sicht? Sie wissen schon, was hierbei gemeint, oder? Klingt zu abstrakt, weil keine konkrete Beispiele genannt? Wetten, daß die meisten unter Ihnen es dennoch wissen, obwohl in der Überschrift nicht erkennbar? Ganz genau, Ihr Bauchgefühl täuscht sich genauso wenig wie der Verstand!

Merkwürdig, menschliche Intuition, ein treffsicherer Instinkt, der oftmals gar lebensrettend der Idiotie eigener Selbstzerstörung gegenübersteht. Der starke Raucher, der Alkoholiker, der Junkie, Workaholic, Spieler oder Müßiggänger, sie alle haben eines gemeinsam: ihren Alltagstrott nicht beenden zu wollen oder zu können. Bedauerlich, aber eine nur allzu menschliche Schwäche, die natürlich Geschäftsleute für eigene Zwecke eiskalt ausnutzen.

Rushhour, Blechlawinen reihen sich kilometerweit auf grauem Asphalt, lärmend, die Luft schneidend toxisch belastend, während Kriege toben, Seelen dahingerafft, Frauen begafft, begrapscht und mißhandelt, Kinder verwahrlosen, Eltern schlecht bezahlten Jobs hinterherhecheln, manch Dinner das Monatsalmosen eines Hartz-IV-Beziehers in Nobelrestaurants übersteigt mit Getränk und Trinkgeld, was soll’s, ohne Fleiß kein Preis, haste was, biste was und leistest dir jeden „Spaß“ – ups, das saß!

Die Augen verharren zusammengekniffen, beobachten die Geschehnisse in irgendeiner Großstadtmetropole, wenn Trauben von gehetzten Menschen ihrer Wege gehen, ein jeder in seiner kleinen Welt, die Anschluß sucht zum großen Ganzen, was welchen Zielen folgt? Dem Überleben, weil die Räume zu klein, sich gerecht zu entfalten, sowieso keine Gerechtigkeit Maßstäbe setzt, sondern eine Politik der Herzlosigkeit vorgeschobener Argumente, gedeckelt mittels Gesetzen, die sich stets widersprechen in der Ahnungslosigkeit jedweder Lügengeflechte, die eben nicht entwirrt werden können. Ein Netz voller Trugschlüsse, hilfreich im Sinne von Eliten, die Völker verraten.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Abschied ist auch Wiedersehen

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Täglich sehe ich sie auf der gegenüberliegenden Seite vorbeigehen,
nie bleibt sie stehen, um sich in den Schaufensterscheiben anzusehen.

Ihr Schritt ist mal zügig flott, mal schlendernd lässig, nie aus dem Tritt,
den Kopf meist hochgehoben, sie scheint nicht nur körperlich fit.
Abwechslungsreich ihre Bekleidung, ihr Schrank scheint vollgefüllt,
nicht unbedingt die neueste Mode. Kleidung, in der sie sich wohlfühlt.

Das Profil empfinde ich aristokratisch, vielleicht bilde ich mir das nur ein,
weil ich sie mag. Mein Herz schlägt Purzelbäume, fühle ihre Seele rein.
Sie geht den Weg nur morgens. Nie mittags, abends oder zu anderen Zeiten.
Sag nichts Schlechtes über sie, meine Zuneigung will ich nicht bestreiten.

Gar nichts weiß ich ansonsten von ihr, nicht mal ihr Antlitz ist mir bekannt.
Aus jeder Menschenmenge sticht sie hervor, gäbe sie mir einmal nur ihre Hand!
Ich stehe nicht absichtlich am Fenster, um auf ihr Kommen zu warten.
Sie scheint mich zu kennen, wie könnte sie ansonsten mein Zeitgefühl erraten.

Da, seht ihr sie? Sie dreht den Kopf in meine Richtung, muß ich das verstehen?
Ihr Gesicht spiegelt Leben wider. Erinnerung bleibt Abschied und doch Wiedersehen.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Naher Osten: Saudi-Arabien auf Provokationskurs unterwegs

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Erzfeind Iran soll mit Unterstützung der USA und Israel zermürbt werden

Als ob nicht schon genügend Kriege weltweit toben, Donald Trump in Asien unterwegs erneut Nordkorea warnt, die USA nicht herauszufordern, positioniert sich Saudi-Arabien nunmehr mit seinem Provokationskurs. Läßt der US-Präsident sich etwa vor deren Karren spannen? Viele Zeichen sprechen dafür.

Zugleich ändert sich die Lage im Nahen und Mittleren Osten fortwährend, etliche Allianzen fanden sich in bestehenden Kriegskonflikten zusammen, ob in Syrien oder jüngst im Jemen. Anscheindend soll der Erzfeind des saudischen Königreichs mit Unterstützung der USA und Israel zermürbt werden.

„We see this as an act of war“ – Adel el-Dschubeirs Ansage brandgefährlich

Im wahrsten Sinn des Wortes. Der jüngste Vorfall einer Rakete, die von den Houthis in einem von ihnen im Jemen besetzten Gebiet gen Riad abgefeuert wurde, soll mit iranischen Schriftzeichen versehen, die Hisbollah-Miliz verantwortlich sein, wobei zugleich die libanesische Regierung mit am Pranger steht. Die Angst vor einem möglichen Attentat führte dazu, daß der libanesische Ministerpräsident Saad Hariri zurücktrat.

Aus der Sicht Saudi-Arabiens verhält sich dies ein wenig anders. Es macht ihn mitverantwortlich, die Ansage des saudiarabischen Außenministers Adel el-Dschubeir muß man somit als brandgefährlich werten, indem er selbst bereits von einem Kriegsakt spricht, den Artikel 51 der UN-Charta zitiert, was bedeutet, jede Nation dürfe reagieren, wenn ein Angriff gegen sie eintrete. Keineswegs Hariri selbst lastet Saudi-Arabien dessen Rücktritt an, zumal er zuvor das Königreich um Hilfe gebeten hatte.

Saudi-Arabien im Wandel unter Mohammed bin Salman al-Saud

Den König Salman im Juni zum Kronprinz ernannt hatte, nachdem dieser schon zwei Jahre zuvor zum Verteidigungsminister ernannt worden war. Salman sorgte mit dafür, daß die Spannungen zum Iran neu eskalierten, besonders durch die Hinrichtung von 47 angeblichen Terroristen im Januar 2016.

Unter Mohammed ibn Salman (im Land wird er auch MBS genannt) herrscht inzwischen ein neuer Ton aus Riad, als Kronprinz gönnt man sich schon mal eine superteure Yacht für eine halbe Milliarde Euro, um gleichzeitig die Beamtengehälter zu kürzen. Die Katar-Krise geschah keinesfalls zufällig, das Augenmerk gilt Scheich Tamim bin Hamad Al Thani, der unter der Fuchtel Saudi-Arabiens dienlich sein Amt ausführen soll. Fast unmöglich, da Katar in enger Zusammenarbeit mit dem Iran das weltweit größte zusammenhängende Gasfeld teilt.

Neben der Festnnahme dutzender hochrangiger Regierungsmitglieder ließ MBS auch den Sohn des letzten Königs Abdullah, den Prinz Mutaib Bin Abdullah, festnehmen. Welch Wandel, immerhin galt bis dahin die Regelung, daß offene Machtkämpfe des Königshauses nicht ausgetragen werden. Die Welt blickt gen Saudi-Arabien, dessen Rüstungsdeals zuvor für genügend Skepsis sorgten, der Nahe und Mittlere Osten bleibt ein Pulverfaß.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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