Ex und hopp – digitales Zeitalter doch ein Flop

https://pixabay.com/de/landschaft-h%C3%BCgel-berg-steigung-690990/

Satirischer Rückblick…

Manch einer fühlt sich dabei trügerisch ganz top, so wie jener Choleriker überm Teich, letztlich ziemlich reich, nicht etwa an Ideen, die versagen, da nützt kein Flehen, just bei Twittergewittern man erleben kann mit Unbehagen. Aber dies scheint exemplarisch zu sein, wann geht das wohl in manch hohle Birne rein, Hauptsache mit der Obrigkeit munkeln und trällernd bei Schlagern schunkeln, im Rausche träumen solche die Welt sich schön, selbst wenn am Nordpol schon bald herrscht Föhn.

Apropos Mahnmale in der Natur, es nützten kaum ersonnene Taten in weiter Flur so wie der Baum des Jahres 2018 die Edelkastanie sein soll, ganz ohne Groll und bei vollem Verstand, Mensch fährt den Blauen Planeten erbarmungslos gegen die Wand. Welch Idiotie, manch einfachem Gesellen entgleitet auf die Schnelle, so was gab’s bisher noch nie, stets stieß Homo sapiens an seine Grenzen, jetzt kann nichts und niemand ihn mehr bremsen.

Das Zauberwort schwebt über ihm wie ein Bann: Wachstum soll es reißen, nicht irgendwann, sondern ewiglich lautet’s, diesen anzupreisen. Das zeigen auch die Jamaika-Verhandlungen hierzulande, oh Schande, da formiert sich ne angeblich neue politische Bande. Die kocht weiterhin mit Wasser ohne jedwedes schlechte Gewissen, Hauptsache den unbedarften Wähler beschissen. Der glaubt noch jenes Polittheater, ernüchternd schon bald der gähnend tiefe Krater, so gänzlich ohne wirkliche Vision bleibt alles wie vorher berechtigter Argwohn.

Selbst die angebliche Klimalüge uns nach diesem Wochenende kurzfristig beschäftigen wird, doch macht Mensch bestimmt die Rechnung ohne den Wirt. Er wurschtelt simpelst einfach so weiter, benennt nicht Roß und Reiter. Na, das wird heiter, Lobbyisten auf ihrer Karriereleiter, Wissenschaft wird halt abgestraft, Politik ihre Diäten zusammenrafft.

Zukunftsperspektiven in Abhängigkeit zündender Ideen, solches wird weiterhin stets geschehen. Der Lauf der Welt, Liza Minellis „Money Makes the World Go Round“ frapant sich hält, da nützet mitnichten der beste Sound. Lethargie allenthalben wie ein Krebsgeschwür kreatives lähmt, Gier sich niemals dafür schämt!

Es schließet sich der Kreis, ganz ohne Scheiß! Doch wer weiß, selbst wenn der Cyberkrieg auf dem Vormarsch sich präsentiert, durch US-Wahlmanipulation ein Donald Trump völlig ungeniert seinen Sessel erklimmt, was dabei rechtens oder nicht stimmt. Letztlich kräht am Ende kein Hahn danach wie hoch die Schmach.

Vielleicht ergeht es manch einem wie Michel und Angelo auf dem Klo. Wer zu hoch per Poker unterwegs sein Glück versucht, bleibt wohl verrucht. Das Ganze ein perfides Spiel, Figuren weder als Verlierer noch Gewinner erscheinen, das Ziel auch nicht bedeutet, sich etwa friedlich zu einen. Die Schöpfung erstaunt gen Mutter Erde zeigt: Mensch, du hast bald alles vergeigt!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

Veröffentlicht unter Satire | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Michel und Angelo

https://pixabay.com/de/alm-salzburger-land-bergh%C3%BCtte-2518428/

pixabay.com

Michel und Angelo
stehen gemeinsam im Klo.
Sie pinkeln nicht um die Wette,
sie pokern um die Brünette.

Die, die oben mit ihrer Freundin sitzt
und in ihrem Rollkragen schwitzt,
weil sie nicht mit der schweißigen Hitze
gerechnet hat in dieser Almhütte.

Das machte sie interessant,
zudem gibt sie sich genant,
Michel und Angelo
lieben das Scheue im Wald und anderswo.

Auf der Toilette
führt Regie die Brigitte,
deshalb können sie nicht wettpinkeln,
bei Brigitte können sie sich das abschminken.

Sie aber hat Verständnis,
bietet an ein Pokerspiel als Kompromiß.
Bedingung, Geldeinsätze gehören ihr,
für den Gewinner ist frei das Revier.

Brigitte ist ein As in diesem Spiel,
Michel und Angelo verlieren viel, viel, viel.
Angelo gewinnt die letzte Partie,
er sieht sich mit ihr schmusen, und verliebt ist sie!

Weder die Freundin noch die Brünette sind an der Bar.
Sein Geld wärmt Brigittes Herz durch den BH.
Die Brünette surft im Internet, checkt Angebote,
ihre Mutter und sie verbringen den Urlaub auf Lanzarote.

Nafia

Kategorie: Gedichte

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

US-Wahlmanipulation: Cyberkrieg längst auf dem Vormarsch

Keine Ahnung von nichts – im Dschungel des Internets

Pokémon GO war gestern, in Wirklichkeit offenbart sich ein Cyberkrieg, der schon längst auf dem Vormarsch sein Unwesen treibt, anonym, äußerst effektiv mit ungeahnten Möglichkeiten, deren Tragweite immer größere Wellen schlägt. Nicht ohne Spuren, wenn auch wie bei der US-Wahlmanipulation eine klare Folge mit sich trug: Donald Trump in den Sessel zu hieven, sich als 45.US-Präsident tummeln zu dürfen.

Was die einen als miesen Versuch darstellen, die Verlierer des Clinton-Lagers würden Trumps Erfolg mißgönnen, findet mehr Beachtung all jener, die skeptisch den Einfluß per russischer Intervention beobachteten, ohne handfeste Beweise vorlegen zu können. Alles nur ein abgekartetes Spiel auf politischem Parkett im Taumel etlicher Finanzströme, die ihre gezielten Interessen umsetzen wollen? Sicherlich.

Facebook, Google und Twitter am Pranger?

Letztere Plattform bedeutet Donald Trump seit längerem eine Spielwiese seiner cholerischen Äußerungen, spitze Zungen kommentierten, dies sei die neue Art, Politik nach außen in die Welt zu posaunen. So ganz Unrecht haben sie keineswegs, die trump’schen Entgleisungen sprechen für sich, wer seine Twitter-Gewitter verfolgt.

Der Vergleich der drei sinnbildlichen Affen Facebook, Google und Twitter, die nichts hören, sehen oder sagen wollten, trifft ohne weiteres zu. Sie bieten ihre Plattformen feil, ein „Schlachtfeld ungeanhnter Ausmaße“, die wiederum Menschen erreichen, somit manipulativ ausgenutzt und beherrscht werden. Algorithmen, die dennoch am Ende am Pranger des Mißbrauchs stehen? Unbedingt, jetzt erst recht, wo die Katze aus dem Sack. Ob dabei jene drei Internetgiganten Federn lassen, weil sie eben eine gewisse Mitschuld tragen, bleibt mal dahingestellt. Bekanntlich verhilft Zeit und die daraus resultierende Schnellebigkeit, die gerade im Internet sich offenbart.

Wenn die „Lügenpresse“ von der Schippe springt

Zumal ausgerechnet jener Donald Trump alles andere als ein Freund der Medien, darf bereits von einer verkorksten Einstellung gesprochen werden. Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen schmeißen, Mr. President! Colin Stretch, Chef der Rechtsabteilung von Facebook, hat durchaus recht, wenn er von einem Angriff auf unsere Demokratie spricht. Die Leugnung, von alldem nichts gewußt zu haben, glauben etliche mitnichten Donald Trump.

Die drei „T’s“ des „Täuschen, Tricksen und Tarnen“ nehmen konkrete Formen an, wer hierbei noch von menschlichen harmlosen Schwächen spricht, verkennt die Tragweite. Tatsächlich sollten schnellstmöglich lückenlos die schleppenden Untersuchungen ein jähes Ende finden, es wird Zeit, die Russland-Affäre akribisch zu ahnden, bevor neue und andere Versuche der Manipulation sich verbreiten können. Dabei vermag sich eine US-amerikanische Administration durchaus gleichwohl direkt angesprochen fühlen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

Veröffentlicht unter Politik | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Zukunftsperspektiven in Abhängigkeit zündender Ideen

https://pixabay.com/de/sonnenuntergang-berg-natur-2105235/

pixabay.com

Obwohl das Chaos blüht, verbleiben Heraus-forderungen

Eher selten erreichen sie uns, die Momente der richtigen Entscheidungen. Viel zu komplex sind unvorhersehbare Möglichkeiten, das Leben hat stets eine andere Überraschung für uns parat, mit der wir so gar nicht gerechnet haben. Mathematische Modelle folgen einer bestimmten Gesetzmäßigkeit, hingegen im realen Alltag die Fülle der Ausnahmen keinerlei Spielraum zulassen, sich in Sicherheit wiegen zu können.

Dabei blüht das Chaos, was nicht unbedingt gleich negativ sich entfalten muß, weil jeder es selbst in der Hand hat, das beste aus neuen Situationen für sich und sein Umfeld entdecken kann. Dennoch stellen sich für jeden Herausforderungen in einem anderen Licht, individuell gelebte Vergangenheit erfordert entsprechende Weichenstellungen, um im Hier und Jetzt sich zu verinnerlichen, wie zumindest die nahe Zukunft gestaltet werden will. Haben wir in solchen Momenten den Einfall, die zündende Idee einer neuen Perspektive?

Frieden eine trügerische Formulierung

Die zweite Strophe, die Der Graf der Aachener Band Unheilig im Song „Geboren um zu leben“ singt, beginnt mit: „Wir waren geboren um zu leben mit den Wundern jeder Zeit
sich niemals zu vergessen bis in alle Ewigkeit.“ Vollkommen richtig, in jeder Zeit haben Menschen den jeweiligen Herausforderungen, die das Leben ihnen abverlangte, sich stellen müssen, ob in Friedens- oder Kriegszeiten, wobei Frieden eine trügerische Formulierung beinhaltet.

Natürlich hängt das nicht nur vom jeweiligen Ort des Daseins ab, sondern an erster Stelle vom eigenen Befinden. Wie viele Kriege werden alltäglich ausgefochten im Alltag, in Beziehungen, in Schulen, in Gruppen, bei der Arbeit? Und wer sich selbst dabei vergißt und den anderen schadet, handelt bereits kriegerisch. Denn schon zwei Zeilen weiter betont der Song, wie wertvoll Leben sei, welches jeder spüre. Die Essenz dieses Satzes verdeutlicht eine Huldigung an die Schöpfung, dabei keinerlei bestimmte Religion ins Auge fassend, sondern ganz schlicht die tiefe, innere Überzeugung, die Liebe zum Sein selbst, die jeder in und um sich herum empfindet.

Kann man somit von einem Patentrezept sprechen, wie man sorgenfrei durchs Leben wandelt? Keinesfalls, weil der Kreis sich exakt hier schließt, die im ersten Absatz geschilderte Kette der Eventualitäten ihren Fortgang verdeutlicht. Jedoch jede Menge mögliche Hilfestellungen, auf die dürfen wir allemal hoffen, mit Sicherheit bieten sich uns verschiedene Aspekte, wenn wir sie in unser Leben lassen, sie bemerken, uns öffnen!

Eine Gesellschaft der Gleichgültigkeit verhindern

Ein moderates Beispiel gefällig, weil die bisherige Schilderung allzu abstrakt erscheint? Stellen Sie sich vor, wie ein Familienvater in der Mitte des Lebens, – keine Sorge, hier setzt nicht die typische Midlife-Crisis an, eine gleich zu Beginn unglückliche Formulierung, was ist schon die „Mitte des Lebens“, 40, 45 oder 50 Jahre -, plötzlich bemerkt, daß sein bisheriges Dasein wie ein Film an ihm vorbeilief. Und nun? Trennung von Frau, Kind, Beruf, mit welchen Konsequenzen?

Einerlei wie diese Entscheidung ausfällt oder gar am Ende alles beim Alten bleibt, wir können es nicht wissen. Sowohl die Literatur, die Filmwelt und das wirkliche Leben haben sich mit solchen Szenarien zu genüge auseinandergesetzt, es ist fester Bestandteil unseres Lebens. Viel entscheidender dabei: der Moment solcher Erkenntnisse. Jeder sollte sich die Zeit nehmen, sein Leben zu reflektieren, wenn er denn überhaupt die Möglichkeit dazu findet, nicht abgelenkt wird aus Sorgen, von äußeren Widrigkeiten, die ihn ausbremsen in seinem Sein.

Gefangener unüberbrückbarer Lebensumstände, ohne Perspektive, weil kein neuer, rettender Halt in Sicht? Unsere Gesellschaft sorgt dafür, daß Gleichgültigkeit, Lethargie, bishin zur Zunahme von Gewalt Wege der Zerstörung finden, keine Basis für inneren Frieden, sondern zu äußerst destruktiven Ergebnissen führen. Eine Mischung aus Mißtrauen, Lieblosigkeit, Gier verbunden mit viel Gefühlskälte nähren das Umfeld, um der Welt keinen Ansporn der Zukunft in Aussicht zu stellen. Wo kann da noch Optimismus sich Wege bahnen?

Gewalt ist immer die dramatischste Antwort geistiger Schwäche – Kommunikation die beste Option für Frieden.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

Veröffentlicht unter Gesellschaft | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

UN-Klimakonferenz zwischen angeblicher Lüge und ihrer Notwendigkeit

Gefundenes Fressen für sämtliche Freunde von Verschwörungstheorien

Frohlockende Einigkeit und genügend hämisches Schenkelklopfen steht uns dieser Tage bevor, wenn vom 06. bis 17. November in Bonn auf dem UN-Campus die diesjährige UN-Klimakonferenz abgehalten wird. Allen voran jener Donald Trump, der bekanntlich dem Übereinkommen von Paris eine Absage erteilte, weil schließlich ohnehin alles ein Fake sei, was nicht seinem kruden Weltbild entspricht.

Obwohl die CO2-Konzentration in der Atmosphäre einen Rekordwert erreicht, der so hoch wie vor fünf Millionen Jahren, halten etliche Skeptiker und Freunde von Verschwörungstheorien an der Behauptung fest, die Sorge des Klimawandels, an dem gar der Mensch beteiligt sein solle, sei schlichtweg eine Lüge, wobei auch die BILD es sich nicht nehmen ließ, per gezielter Propaganda von der „CO2-Lüge“ zu berichten. Das verunsicherte natürlich so manchen, der selbst ins Grübeln kam, ob da etwas wahres dran sein könnte. Welch Punktgewinn im Sinne jener Klimaleugner, die dennoch eine wissenschaftliche Widerlegung ihrer Theorien nicht halten können.

Lobbyisten kontra Wissenschaftler – wer setzt sich am Ende durch?

Hoffentlich die Vernunft, welche von einer akribischen Beobachtungsgabe begleitet werden muß. Mal Hand aufs Herz für all jene, die nur oberflächlich die Wettereignisse der letzten Jahrzehnte hierzulande Revue passieren lassen: Da gab es etliche richtig kalte Winter und kühle nasse Sommer, die in den beiden zurückliegenden Jahrzehnten eher die Ausnahme darstellten, obendrein war es erheblich milder.

Wer hier mal einen Blick reinwirft, stellt schnell fest, wie simpel die Klimaleugner es sich machen. Natürlich stehen prompt all jene auf der Matte, die gern das Buch des RWE-Managers Fritz Vahrenholt zitieren, er hätte doch des Pudels Kern veranschaulicht. Hat es das wirklich? Wohl eher nicht, vielmehr trägt es zur Verunsicherung bei, was natürlich Wasser auf die Mühlen der Klimaleugner darstellt, die ohnehin stoisch daran festhalten, Mensch könne keinen Klimawandel hervorrufen, egal welche Umweltsünden er begehe. Klar doch, eine prima Gelegenheit, einfach weiterzumachen, nach ihnen die Sintflut, eine Erderwärmung mit etlichen Folgereaktionen, die man dann ja simpelst als Naturkatastrophe „verkaufen“ könne.

Chemtrail-Horrorszenarien dienen der Verunsicherung

Somit sollten sie schnellstmöglich als billige Propaganda entlarvt werden, wie sie bereits vor über vier Jahren hier nachzulesen ist, wer es genauer wissen möchte neben etlichen anderen Berichten und Ausführungen.

Wer weiterhin jene Mär streut, trägt natürlich mit dazu bei, daß am Ende schnell eine gezielte politische Auslegung dienlichst alles und allem mißtraut. Selbstverständlich kommen wir mit Leichtgläubigkeit nicht weiter, fördern damit gar das simple Bedienen jener angeblichen Faktenlage. Aber in einer Welt sogenannter „Medienlügen“ und Fakenews wird es immer schwieriger, genauer zu differenzieren, wer hier wohl Recht hat und wer nicht. Umso wichtiger, stets alle Argumente abzuwägen, äußerst wachsam zu bleiben.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Klima/Wetter

Veröffentlicht unter Klima/Wetter | Verschlagwortet mit , , , | 1 Kommentar

Jamaika-Verhandlungen locken Forderungen hervor

flickr.com/ Liberale/ (CC BY-NC-ND 2.0) https://www.flickr.com/photos/liberale/14063533618/sizes/z/

Viel Rauch um nichts oder reale Chancen?

Die politische Landschaft erhält neuen Aufwind hierzulande, neben realen Herbststürmen wie dem jüngsten Hewart haben die Wähler zwischen der alten Großen Koalition und einer Jamaika-Koalition entschieden, um eine Minderheitsregierung unter Angela Merkel zu verhindern. Daß mit jener Konstellation dennoch eine Politik des Stillstandes bevorstehen mag, sollte man nicht ausschließen.

Gerade deshalb locken die Jamaika-Verhandlungen vielfältige Forderungen hervor, ein keinesfalls ungewöhnlicher Prozeß, schließlich geht es um Weichenstellungen gezielter Gestaltung, ob sie hinterher durchgesetzt werden, mag auf einem anderen Blatt stehen. Viel Rauch um nichts oder reale Chancen?

Jens Spahns Aus für Rente mit 63 – Lehrerverband für Instandsetzung von Schulen

Was interessieren schon die Belange der arbeitenden Bevölkerung, Hauptsache die eigenen Pfründe sind garantiert gesichert. Bis heute zahlen nach wie vor etliche eben nicht ins Rentensystem ein, sodaß tatsächlich eine Alterssicherung fragwürdig und vor allem schlecht bezahlt eintritt, was längst viele deutlich zu spüren bekommen.

Dann lieber mal die Rente mit 63 abschaffen, wie der CDU-Unterhändler bei den Jamaika-Sondierungen neulich forderte, die „eingesparten Milliarden sollen die Renten von Witwen oder Erwerbsgeminderten stärken“. Was man den einen gönnt, nimmt man den anderen. Eine simple Verschiebung sozialer Nöte, ohne reale Gerechtigkeit walten zu lassen. Sahra Wagenknecht und Dietmar Bartsch haben in diesem Interview ziemlich verständlich die Punkte genannt, die eine echte Rentenreform ausmachen. Davon wollen alle anderen Parteien nichts wissen. Eine klare Absage der alternden Bevölkerung gegenüber!

Ebenso das Herumgeeiere bei den Bildungsreformen, zumal Bildungssysteme schon lange auf dem Prüfstand verweilen, sich oftmals als fatal destruktiv herausstellen fern jedweder Pisa-Studie, die ohnehin unrealistische Maßstäbe setzt. Kein Wunder, daß der Lehrerverband im Rahmen jener Jamaika-Verhandlungen sich zu Wort meldet, Milliarden für die Renovierung maroder Schulen fordert.

Institut der deutschen Wirtschaft bläst insselbe Horn wie Spahn

Was kritische Stimmen nicht sonderlich verwundern kann, schließlich erhält jenes Institit genügend Rückendeckung seitens der Trägervereine BDA (Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände) sowie des BDI (Bundesverband der Deutschen Industrie). Gerade die Tochtergesellschaft Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) verdeutlicht mit ihrem Kuratoriumsvorsitzenden Wolfgang Clement, wessen Geist dort herrscht. Zur Einnerung, er war derjenige, der besonders vollmundig gegen Hartz-IV-Empfänger polterte.

Der Druck, den Michael Hüther, Direktor des IW, nunmehr selbst aufgreift, um wie Jens Spahn die Rente mit 63 abschaffen zu wollen, paßt somit ganz zum Konzept einer realen Ausbeutung des Menschen als Arbeitnehmer unter dem Deckmäntelchen eines „sozialen Anstrichs“. Die Politik der Neoliberalen, allen voran mit der FDP, darf sich daher vermehrt austoben.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

Veröffentlicht unter Politik | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Edelkastanie Baum des Jahres 2018

Bald schon mehr Wälder angelegt werden?

Die Castanea sativa, besser unter Eß-Kastanie bekannt, wer mag sie nicht, die heißen Maroni, die in Tüten gepackt auf Marktständen verkauft, uns angeboten werden. Ganz besonders in jenen Spätherbst- und Wintertagen. Ihr gilt nunmehr die diesjährige Aufmerksamkeit als Baum des Jahres 2018, bereits spielen Erwägungen eine Rolle, ob schon mehr Wälder angelegt werden mögen.

Ein gutes Zeichen, zumal die Forstwirtschaft ohnehin wegkommt von trotzig gepflanzter Monokultur ganzer Fichtenwälder, so manch heftige Stürme der letzten zwanzig Jahre halfen insofern ein wenig mit, endlich umzudenken angesichts der Domino-Effekte umfallender Fichtenbestände mit erheblichen Folgeschäden.

Die Dicksten unter den Laubbäumen – nur Mexikos Árbol del Tule toppt sie noch

Was ihren Umfang oder Durchmesser anbelangt, mögen Kastanien die Dicksten unter den Laubbäumen sein, da die älteren unter ihnen gern aushöhlen, die Krone wegbricht, regenieren sich jene Bäume, indem einfach neue Seitentriebe den Stamm verstärken, dieser an Dicke zunimmt.

Im Guinessbuch der Rekorde wird gern die in Sizilien am Fuße des Ätnas stehende Edelkastanie Castagno dei cento Cavalli, „Kastanienbaum der hundert Pferde“, der Legende nach sollen bis zu 30 Pferde im hohlen Inneren Platz haben, mit einem Stammumfang von 22 Metern benannt. Ursprünglich sollen es im Jahre 1780 rund 58 Meter gewesen sein.

Jedoch toppt die im mexikanischen Bundesstaat Oaxaca stehende Sumpfzypresse Árbol del Tule die sizilianische Edelkastanie bei weitem mit einem Stammdurchmesser von 14,05 m und einem Umfang von 46 Metern, so daß sie weltweit als dickster Laubbaum gelten muß.

Weg von den Superlativen hin zu anhaltenden Mißständen

Dr. Silvius Wodarz hat sich schon etwas dabei gedacht, als er 1989 den „Baum des Jahres“ mittels seines gegründeten Umweltschutzvereins Wahlstedt verkündete. Dem Forstbeamten und Umweltschützer entgingen eben nicht spurlos die tragischen Umstände betroffener Bäume, der Waldbestände. Als Anwalt der Bäume prägte vor allem ein Satz von ihm den Kern seines Schaffens: „Man muss Bäume nicht neu erfinden, man muss sie nur neu entdecken!“

Was nützen all jene Superlative, welcher Baum dick, hoch, alt oder sonst was rekordverdächtiges darstellen möge, wenn Mensch in seiner Gier ihn mißachtet? Ob in Polen der Bialowieza-Urwald massiv gefährdet oder die Überlinger Platanen bereits Geschichte sind, stets zählen gewinnträchtige Erwägungen, anstatt Bäume als das zu sehen, was sie sind: unsere ältesten Mitbewohner auf Erden, die gefälligst mit wesentlich mehr Respekt behandelt werden sollten! Vergessen wir nicht, Bäume und Bücher sind Geschichten erzählende Begleiter, Holzmenschen wissen dies ohnehin zu schätzen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Naturschutz

Veröffentlicht unter Naturschutz | Verschlagwortet mit , , , | 1 Kommentar