Wasseraufbereitung: Medikamentenreste eine zunehmende Gefährdung

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Bumerangeffekt durch Mißachtung des Umweltschutzes

Achtlos den Müll in die Landschaft, auf die Straße, dem Bürgersteig schmeißen, ein weiterhin äußerst grob fahrlässiges Umweltverbrechen wider der Vernunft, was im Stillen, stets eben nicht sichtbar ganz offensichtlich etliche sich leisten, indem Medikamente übers Klo in die Kanalisation gespült werden, um schließlich im Klärwerk zu landen.

Kommunale Klärwerke schlagen erneut Alarm, warnen vor der Zunahme der Medikamentenreste im Wasser. Das scheint den arglosen Umweltsündern nicht ins Bewußtsein zu rücken, Hauptsache den Wasserhahn bei Bedarf aufdrehen, der durchschnittliche Verbraucher benötigt lediglich 140 bis 160 Liter tagtäglich hierzulande. Man macht sich halt keinerlei Gedanken über den jetzt einsetzenden Bumerangeffekt durch jene Mißachtung des Umweltschutzes. Das rächt sich insofern.

Eine Welt voller chemischer Rückstände und tickenden Zeitbomben

Wer nur für Augenblicke sich all die chemischen gefährlichen Verbindungen vergegenwärtigt, die weltweit im Freien oder angeblich sicher tief unter der Erde, auf dem Meeresboden, im Meer selbst lauern, die obendrein ständig reagieren und ihre Gifte der Natur bis hin zu uns Menschen selbst zumuten, der kann nicht einfach wegschauen oder meinen, diese tickenden Zeitbomben würden irgendwie verschwinden.

Niemand kommt umhin, einzugestehen, daß der Umweltschutz auf halber Strecke versagt. Einerseits wird gerade heute mit zunehmender Rechtsradikalisierung gern verächtlich auf Umweltaktivisten gestiert, man ordnet sie mal soeben der Politik der Grünen zu, schon hat man sich einer differenzierten Diskussion entzogen, andererseits verbleiben die chemischen Rückstände, lösen sich nicht vollständig auf.

Überproduktion sowie leichtsinnig eingesetzte chemische Verbindungen

Wie sollte das gemeint sein mit der Überproduktion? Wenn weltweit die Armut, Hungersnöte zunehmen, während ein vergleichsweise kleiner Teil im Luxus fast erstickt, Abfälle achtlos für gigantische Probleme sorgen, dann taucht der berechtigte Vorwurf auf, daß eine extreme Schieflage vorherrscht. Obendrein belasten uns alle die leichtsinnig eingesetzten chemischen Verbindungen, denken wir ans Genfood, AKWs, Plastikmüll bis hin zur Medikamentenflut.

Aber Mutter Erde hat viel Platz, eine gleichmäßige Verteilung fällt weniger auf, obwohl etliche Gebiete dermaßen toxisch belastet, daß Mensch und Natur leiden müssen. Wenn Sie den Wasserhahn aufdrehen, dann sollte zumindest jetzt deutlich werden, welche Gefahren da Ihnen entgegenfließen, auf die Sie sich einlassen. Irgendwann helfen keine Filter mehr, sondern viel eher ein sehr schnelles Umdenken der gesamten Menschheit.

„Der Mensch braucht die Natur, die Natur den Menschen nicht. Der Mensch ist Teil der Natur, er ist ihr nicht übergeordnet. Erst wenn er das begreift, hat er eine Überlebenschance.“ (Richard Freiherr von Weizsäcker)

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Umwelt

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Die müde Macht des Einzelnen

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Den auslösenden Impuls richtig einordnen

Sicher hatte jeder schon mal das Gefühl, er könnte alleine die Welt erobern. Natürlich unabhängig vom Geschlecht, denn in dieser Hinsicht gleichen sich die Phantasien der euphorischen Weltumarmenden. Selbst unter Berücksichtigung, daß der eine oder der andere diesen spontanen Eroberungswunsch mit negativen Gedankenwellen umsetzten möchte.

Und sicher ist jedem kurz danach oder ein bißchen später nach diesem fantastischen Gefühlsgedanken klar geworden, wie begrenzt seine tatsächlichen Möglichkeiten sind, die gesamte Welt für sich alleine in Anspruch zu nehmen. Der Trost für alle, dieser Gedankenausflug war es wert, denn würden solche verwegene Ideen nicht vorhanden sein, wären wir nicht in der Lage, eine übersichtliche Vorstellung zu prägen, die zwar nicht in der Weltherrschaft endet, sondern möglicherweise nur in den eigenen vier Wänden. Je nachdem unter Einbeziehung von Familienmitgliedern, Freunden und Bekannten können ihre Impulse innerhalb einer Gemeinschaft zu weitreichenden Änderungen führen.

Ob diese Impulse böswilliger Art sind oder freundschaftlicher, hängt natürlich von ihrem Ursprungsgefühl ab. Wer hat es nicht schon erlebt nach vermeintlichen stundenlangem Anstehen an einer Schlange, genervt nur noch der Wille vorhanden, möglichst schnell seine Ware zu bezahlen, den Brief abwiegen zu lassen, die Auskunft zu erhalten, und dann bloß schnell weg von hier. Dann das wunderbare bezaubernde Lächeln der Kassiererin, des Angestellten oder umgekehrt, eine nette Stimme, kompetent, nicht aufdringlich und schon wünscht man sich, etwas länger oder sogar noch lange in dieser angenehmen Atmosphäre verweilen zu können. Nicht möglich. Deshalb tragen Sie dann nicht nur Ihre Waren, Ihr Wissen um den Preis des Briefes, Ihre gestillte Neugier Ihrer Auskunftsfrage, sondern auch ein weltumarmendes Gefühlspaket mit. Funktioniert auch mit negativer Stimmung.

Den seligen oder wütenden Impuls geben wir weiter, oftmals unbemerkt und deshalb nicht mit berechnender Absicht. Die Ladung des Impulses wird bis auf wenige Ausnahmen schnell wieder aufgebraucht sein, ähnlich ihrer Batterien für die Taschenlampe oder was immer mit den Batterien antrieben werden sollte, wenn, vorausgesetzt es handelt sich um aufladbare Batterien, sie zu kurz in der Ladestation waren. Und warum? Weil das über den Boden schwebende, alles umarmende, egal ob durch jemanden oder durch sich selbst nicht die Kraft aufbringen kann, auf Dauer die Vollpowerleistung zu bringen. Daher kann man von der müden Macht des Einzelnen sprechen.

Gibt es allerdings durch diesen einen Impuls eine Kettenreaktion von gleichbleibendem Energievorrat, dann kann diese Stimmung eine einzelne Macht ohne Ermüdungserscheinungen hervorbringen. Beispielsweise bezogen auf das Zustandekommen einer Massenschlägerei ist der Auslöser, wenn dies nicht im Vorfeld eine fingierte, absichtlich provozierte Schlägerei darstellt, eine Person, die sich in ihrem Verhalten, Handeln von einer zweiten Person belästigt, bedrängt fühlt. Eine einzelne müde Macht schafft nur solche gedrängte Aggression, wenn bereits die sich anschließenden teilnehmenden Personen ebenso sich bedrängt, belästigt fühlen.

Sehr oft ist es mühsam nach einer solchen Randale, den auslösenden Impuls richtig einzuordnen, weil Person “L“ nur beteiligt war, weil „K“ getroffen wurde. Wer Person „A“ war und warum er mit Person „B“ in Streit geriet, war für ihn nicht ausschlaggebend. Ausschlaggebend war nur der „nähere“ Impuls. Bezogen auf die eigentliche müde einzelne Macht bedeutet dies, sie kann nur weitreichende Kräfte mobilisieren, wenn sie auf eine gleiche Spannung trifft, in diesem Fall, Einmischung nur, weil Freund „L“ gerade seinem Freund „K“ helfen wollte und nicht weil „A“ sich mit „B“ stritt.

Wer die Wahlauftritte von Frau Merkel in den letzten Tagen beobachtet, und die „vielen“ Parolenschreier gesehen und gehört hat, wird festgestellt haben, daß permanent neue „Schreiimpulse“ stattfanden. Unter den Zuhörern befanden sich mehrere einzelne müde Mächte, die gut platziert die energische Macht entfaltet haben. Ähnlich vergleichbar, wenn Sie Faschings-, Karneval-, Fasnetanhänger sind, werden Sie dies kennen, mit den ständig in einer Karnevalsvereinsgruppe von einzelnen Hästrägern ihre jeweiligen Vereinsrufe wie Helau, Narro und Alaaf durch die Straßen und Gassen schallen lassen. Dadurch wird der Impuls beim Karneval (Winteraustreibung), bei einer politischen Veranstaltung (Vertreibung der Meinungsäußerung) ständig auf einem etwa gleich hohen Level gehalten.

Man mag über die jetzige Regierung und deren Politik unterschiedliche Meinungen vertreten, sich sogar darüber ärgern, mit anderen streiten, aber wer ständig die müde Macht des Einzelnen auflädt, der möchte für eine Überspannung sorgen, sprich, der möchte, daß jemanden, vielen, allen der Kragen platzt, die Batterie überläuft. Der hat kein Interesse, die müde Macht des Einzelnen zu schonen, sondern sie auszunutzen, bis zum letzten Rest. (Rest ist ein andere Wort für wertlos oder Müll)

Wer die Energie von der müden Macht des Einzelnen verbraucht, ohne sich Gedanken zu machen, egal ob es sich um positive oder negative Energieimpulse handelt, der ignoriert nicht nur die Energien eines Einzelnen, sondern die gesamte Verbrauchsenergie. Anders ausgedrückt, er verbrennt alles, was an Holz noch vorhanden ist, wohl wissend, daß es sich um die letzten Energieressourcen handelt.

Die müde Macht des Einzelnen ist sein persönlicher Reichtum an Energie und bedeutet, nicht kraftlos zu sein, sondern sich gemüht zu haben. (müde, ursprünglich sich gemüht zu haben. Duden) Die aufgewendete Mühe, die Sie aufbringen, um etwas mit Energie zu versorgen, wird immer entscheidend sein, in welcher Spannung Sie zu verweilen gedenken, in Haß und Unfrieden oder in Liebe und Frieden. Mit negativen Impulsen geben Sie nur negative Energie weiter, sie umzuwandeln in positives Lebensgefühl, benötigt eine doppelte, manchmal auch eine mehrfach stärkere Anstrengung (Verbrauch von Ressourcen). Oder können Sie nach einem Streit mit Ihrem Partner, Freund, Familienangehörigen sofort wieder auf Normalmodus stellen?

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Von Frieden kaum eine Spur

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Die Welt von morgen mündet in Chaos und Zerstörung

Alles in Ordnung, kein Grund zur Aufregung, unsere Volksvertreter werden es schon richten, im Sinne aller. Tatsächlich? Sind Sie sicher? Ein jeder sollte mal für ein paar Momente die Geschichte gedanklich Revue passieren lassen. Na, klingelt’s im Oberstübchen? Da war doch mal was?!

Das bezeichnet die Menschheit direkt gesagt als Kriegszeiten, für die hier Lebenden in ganz Europa, zwei Weltkriege im letzten Jahrhundert am Ende eines ohnehin schrecklichen Jahrtausends ungebremster Gewalt etlicher Kriege. Heute kursieren Wortkreationen wie Kollateralschaden, um die Grausamkeit militärischer Auseinandersetzungen eher zu verharmlosen, perfide begleitend das hochmoderne Waffenarsenal nebst Drohnenangriffen.

Die Phase des Wettrüstens hätte durchaus eine Chance zu einem einvernehmlichen Ende gehabt, die größte Signalwirkung ging vom Fall der Mauer aus, dem Verschwinden des Eisernen Vorhangs, der Auflösung des Warschauer Pakts und dem Ende der Sowjetunion. Keineswegs mit den Hintergedanken der expandierenden USA, im Gepäck die Weltherrschaft im eigentlichen Sinn. Wer sich ihnen nicht unterordnet, wird mit sämtlichen Mitteln dazu genötigt bzw. gezwungen. Was ebenso Gorbatschow vorausahnte, tritt ein: das Vorrücken der NATO gen russische Grenzen.

Und weil dies alles noch längst nicht ausreicht, um die nimmersatten Szenarien abzudecken, entstehen immer neuere weltweite Krisen, Konflikte und Kriege. Außer in Australien, Nordamerika und Europa sind alle anderen Kontinente davon betroffen. Den Ressourcenabbau und innerstaatliche Probleme mal unberücksichtigt. Soziale Gerechtigkeit ist lediglich ein toller Begriff, sie findet nur de facto nicht statt, vielmehr ein Herumdoktern von Schadensbegrenzung, wobei stets der Überreichtum gewisser Eliten brutals durchgesetzt wird. Mensch pflegt seine Machthaber götzengleich, der Rest hat sich unterzuordnen.

Von Frieden kaum eine Spur, manche mögen die über siebzigjährige Friedenszeit in Europa hochhalten, von den faschistischen Konflikten, dem Jugoslawienkrieg mal ganz abgesehen. Insofern muß man jene vollmundige Behauptung zugleich revidieren. Wenn Australien bereits Evakuierungspläne prüft, weil Nordkorea und die USA weiterhin nicht nachgeben, ein Krieg nicht ausgeschlossen werden kann, die anderen beiden Supermächte Russland und China genauso involviert sind wie das Gros der Europäer als US-Bündnispartner, sollte man eskalierende Szenarien nicht einfach wegdichten, mündet das Weltgeschehen schneller in Chaos und Zerstörung als uns lieb sein dürfte.

Zunehmende Proteste, Gewalteskalationen suchen sich Wege der Entladung, während die Verursacher im Rausche eigener Feten ihre Gewinnmaximierung ausweiten. Reich frißt arm, am Ende obsiegt die Gier, doch was verbleibt dann noch hier?

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Ein Horn bleibt Einhorn

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Keiner möchte ein Nashorn sein!
Da schreien alle, warum, nein, nein!

Ein Einhorn vielleicht?
Schon sind die Gesichtszüge aufgeweicht.
Ja, ja, sofort, wo ist der Zauberstab?

Wie war der Zauberspruch nochmal?
Simsalabim, simsalabum,
Horn werd´ bloß nicht krumm.
Keine kurzen Stummelbeine,
zart gegliedert, viere, dreie, zweie, eine.
Schlanker Kopf, Gesamterscheinung wie ein Pferd.
Farbe? Farblich? Ja, ich hab´s gehört!
Kleiner Onkel von Pippi Langstrumpf,
weiß mit schwarzen Punkten, das wird ein Triumph!

Bleib endlich ruhig stehen, du Rhinozeros!
Jetzt ist es geschehen, was mach´ ich nun bloß?

Du nimmst es nicht tragisch,
das ist fantastisch.
Deshalb brauchst du dich nicht vor mir niederknien,
vermutlich liebst du die tropische Wärme auf Java und in Indien.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Brasilien: Präsident Temers Kurruption toppt Dilma

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Erneut soll ein riesiges Regenwaldgebiet weichen

Kein geringeres als das eigentlich bisher unberührte Gebiet die RENCA-Reserve, welches für für „Reserva Nacional de Cobre e Associados“ (Nationale Reserve für Kupfer und andere Stoffe) steht, soll nach den Vorstellungen von Michel Temer für die Agrar- und Bergbauindustrie freigegeben werden. Der Verein Rettet den Regenwald appelliert mit entsprechender Petition.

Wer kann jenes brutale, umwelt- und völkerrechtswidrige Vorhaben noch verhindern, zumal die eigene Bevölkerung Brasiliens nur noch mit fünf Prozent hinter diesem Präsidenten steht? Zwar hat ein brasilianischer Bundesrichter Temers Dekret vorerst gestoppt, dennoch vermag die notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit im Parlament zur endgültigen Beilegung jenes Vorhabens nicht zustande kommen, Temer hat mal wieder per Geklüngel gut vorgesorgt.

Ein Präsident nach außen eher gemäßigt – innenpolitisch tobt die Privatisierung

Mit freundlicher Unterstützung durch die USA? Höchstwahrscheinlich, ein Donald Trump, der sich vom Klimaabkommen verabschiedet hat, ein Michel Temer und dessen hartherziger innenpolitisch korrupter Kurs dürfte Brasiliens Präsident eher beflügeln, rücksichtslos zu handeln, obendrein weil er im nächsten Jahr ohnhin nicht mehr sich bei den Wahlen nominieren läßt.

Dabei behauptet er vollmundig, seine Regierung hätte auf das einsetzend geringe Wachstum hingewirkt. Letztlich eine Falschmeldung, zu einseitig betrachtet. Lediglich der massiv vorangetriebene 100 prozentig genveränderte Soja-Anbau, diesjährig ein Plus von 20% im Vergleich zum Vorjahr, sorgte für jene Erfolgsmeldung. Gleichwohl eine Erhöhung meist illegaler Regenwaldabholzung von rund 30% gegenüber 2016 offenbart Temers eiskalte Haltung. Nachdem Dilma ihren Platz räumen mußte, frohlockt ihr Nachfolger erwartungsgemäß, ein Sieg der raffiniert sattelfesteren Korruption!

Mehrere Nationalparks sind gefährdet – kein weltweiter Aufschrei?

Ein müdes Kopfnicken, kaum Bedauern? Kein Interesse zum Umwelt- und Naturschutz, der Respekt Indigener gegenüber fast gen Null, ein Indiz großer Gleichgültigkeit zusammen mit rassistischer Zunahme in den USA, europaweit? Wirtschaftsinteressen fordern jenen Kurs totaler Ausbeutung wider irgendwelcher Nachhaltigkeit geschweige eines Humanismus.

Insofern nicht verwunderlich, daß gleich mehrere Nationalparks des RENCA-Reserve gefährdet sind, oben im Norden Brasiliens. Ein Gebiet fast so groß wie Niedersachsen, sogar rund 5.000 km² größer als die Schweiz. Als ob Brasilien in der Vergangenheit nicht schon genug gelitten hat, denken wir an Belo Monte, an die größte Umweltkatastrophe des Rio Doce.

Michel Temer kann noch viele Verfehlungen initiieren, höchste Zeit ihn zu stoppen. Wenn schon Brasiliens Polit-Sumpf im Land selbst nicht trockengelegt werden kann, so hätte die Weltgemeinschaft etliche Mittel. Aber sowohl die USA als auch Russland, siehe BRICS, hüllen sich leider in Schweigen. So wird das nichts.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Proteste und Widerstände

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Spiegelverkehrt ein Negativ

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Er hat ihr den Mond hinterhergetragen.
Sie fürchtete sich vor dem trüben Licht.

Die Sonne in seinen Händen hinterließ Brandwunden.
Sie flüchtete in den Schatten.

Zu ihrer Sicherheit ging er voran im Nebel.
Sie fluchte, als er einen Hang hinunterstürzte.

Unter seinem Schirm kam sie trockenen Hauptes nachhause.
Sie fühlte sich danach krank, weil ihre Füße naß wurden.

Auf Rosen bettete er sie.
Sie führte ihre Juckallergie darauf zurück.

Die Kerzen sind heruntergebrannt.

Sie fummelte nach einem Feuerzeug.
Da spürte sie
im flackernden Licht
die schmerzenden Finger,
stolperte über einen Stuhl.
Im Bad kühlte sie ihre Wunden,
sie roch und schmeckte das Verbrannte,
der Spiegel erkannte seine Verwandte.

Er filmte ihr Leben, sie ließ sich filmen, beide vergaßen,
die spiegelverkehrte Abbildung ist immer ein Negativ.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Bundestagswahl: Wer rettet die Wähler vor der Gleichgültigkeit?

Satire und deren Freiheit ohne Korsett steht bereit

Ist es schon wieder soweit? Menschen mögen bald zur Wahlurne schreiten, sich vorher sogar angeblich in Fernsehduellen streiten. Doch das reicht alles nicht bei weitem, welch schreckliche Zeiten ungeahnter Möglichkeiten. Wie kann man sich darauf vorbereiten? Letztlich führt kein Weg vorbei, die Wahl endet im Einheitsbrei neoliberaler Macht, welches die Finanzwirtschaft entfacht.

Stop, reimen mag ganz lustig interessant daherkommen, daß es selbst im Poetry-Slam auch ohne geht, zeigte uns ziemlich wirksam der Kaberettist Nico Semsrott, der als Spitzenkandidat die Berliner Landesliste der Partei Die Partei anführt. Eine wahrhaft gute Entscheidung, die obendrein jener rechtsradikalen Wählerschaft entsprechend Paroli bieten kann.

Wer schon im Vorfeld AfD-Wähler als „arm dran“ entlarvt, die gar „schlechte Menschen seien“, der hat nicht nur seine Hausaufgaben gemacht, sondern verdeutlicht die Perversion jener Fanatiker, die ohnehin längst in einer Einbahnstraße sich verirrt haben. Typisches Lemminge-Verhalten, bloß nichts kritisch hinterfragen, besser Marktschreiern wie Bachmann, Höcke und Co. verfallen. Kommt Ihnen das nicht bekannt vor, da war doch mal was vor über 70 Jahren?

Umso wichtiger, wenn Satire ihren Stellenwert nicht nur ständig erkennt, sondern darüber hinaus auch noch sinnvoll politisch einsetzt, gezielt ins Spiel bringt. Die Partei, „Partei“ steht für: Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative. Aha, Elitenförderung, soso… mag der genauer Hinschauende sich vielleicht fragen. Alles tatsächlich nicht allzu ernst zu nehmen, außer, daß die kritische Ironie im Fokus der Auseinandersetzung steckt, eben das Parteisystem selbst zu hinterfragen. Dennoch erreichte Die Partei so einiges in den zurückliegenden 13 Jahren seit ihrer Gründung, immerhin konnte sie einen Sitz im Europäischen Parlament ergattern, für die jetztige Bundestagswahl tritt der Regisseur und Kaberettist Serdar Somuncu als Kanzlerkandidat an.

Eine mögliche Wende im Wahlkampfgetümmel, weil Politik zwischen Medienspektakel und Augenauswischerei dennoch vorgeführt wird, im Kleinen durchaus wirkungsvoll mit der Aktion von Shahak Shapira und seinem Team, die Kaperung der 31 geschlossenen AfD-Fan-Facebookgruppen?

Unbedingt, das läßt hoffen, ein Lichtblick am Horizont einer eher fast schon entschiedenen Bundestagswahl, wo Angela Merkel ein viertes Mal sich beweisen darf, die Koaltitionsparteien, welche dies auch immer sein mögen, sich zu fügen haben, damit der neoliberale Kurs seine menschenverachtende, kriegstreiberische Politik fortsetzen darf, demokratisch gewählt von der Mehrheit der Wahlberechtigten im Lande.

Ödön von Horváth hinterließ uns folgendes Zitat:

„Wenn nur noch Gehorsam gefragt ist und nicht mehr Charakter, dann geht die Wahrheit, und die Lüge kommt.“

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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