Der gewisse Ton vom Telefon

Silberstäubchen und Goldkörnchen
tranken Kaffee, aßen warme Hörnchen.
Da klingelte laut und schrill das Telefon.
„Nun geh, beeil´ dich, steh auf, mach schon.“

„Warum ich, mein Kaffee wird sonst kalt,
so laut das klingelt, ist es für dich, wie immer halt.“
„Erzähl´ mir nicht, du kannst an der Lautstärke hören,
wer hier anruft, um mit dir oder mir zu klönen!“

„Lautstärke? Die Aufdringlichkeit ist der Beweis,
es ist für dich, da es läutet, bis die Kabel werden heiß!“
„Vielleicht ist es Tim, um dich an den Skatabend zu erinnern!“
„Vielleicht ist es Rosa, die kann nichts anderes, als am Handy rumzufingern!“

„Vielleicht sind es Kurt, Hannes, Bastian, Max, Siegfried,
all die alten Männer, denen stets langweilig ist!“
„Vielleicht sind es Ella, Beate, Lisa, Leonore, Marianne,
all die alten Frauen, die stets haben schlechte Laune!“

„Silberstäubchen, das war aber jetzt gemein von dir!“
„Goldkörnchen, du hast angefangen! Was, schon vier?“
Laut folgte ein Aufspringen, ein gemeinsamer Schrei.
„Vielleicht sind wir schon Großeltern und das war Kai!“

Sie stürzten ins Wohnzimmer, Stühle kippten um,
griffen nach dem Hörer, die Leitung war stumm.
Da klingelte es wieder, das Telefon, laut und schrill:
„Gratuliere! Sie haben eine Reise gewonnen nach Tripsdrill!“

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Kein „Hau ab“ bringt politische Entscheidungen auf Trapp

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Satirischer Rückblick…

Was nützt des Volkes Klag’, egal wer in Berlin das Land regieren mag, wenn Politik zu sehr entrückt von den Sorgen und Nöten der Geprellten. Dies viele keineswegs entzückt, doch helfen da wirklich lauthalse Schelten? Kein Abwarten, Angie bewerfen mit Tomaten? Letztlich Sinnlostaten, weil Staatsgewalt sich stets durchsetzt. Dann hat’s sich ausgehetzt.

Wie denn das, kein Recht auf Lügen, auf Betrügen? Man verdirbt denen den Spaß? Na, die, die als Mob durch Straßen, auf Plätzen toben, – manche sie gar loben -, was soll dieser Sinnloshaß? Wenn Geräte zwischen Rat und Reden geraten, sollen wir dann noch seelenruhig abwarten? Mitnichten, wir müssen uns erst recht dem Frieden verpflichten.

Na, eben drum, liegen doch vom letzten großen Krieg hier genug Bomben herum. Eine Frankfurter Fliegerbombe neulich Deutschlands größte Evakuierung erzwang. Politiker, die Waffenverkäufe initiieren: Da geht’s lang, hinfort, sonst werden wir alles verlieren, Frieden dann ein verbanntes Wort.

Doch Politik zwischen Medienspektakel und Augenauswischerei sich präsentiert, zur Bundestagswahl es pressiert. Immer mehr Menschlichkeit erneut verliert, weil obendrein mal wieder Rechtsextreme gewählt werden, jene bösartigen, haßstreuenden Schergen. Ach, was lob ick mir, wenn die Gedanken bei dir: Es blitzt und funkt von Höhepunkt zu Höhepunkt. Leute, die Liebe nur kann uns retten, befreit Euch von jenen Ketten, die uns verlockend angeboten. Daher niemals die Neue Rechte voten! Wer rettet die Wähler vor der Gleichgültigkeit? Ist es schon wieder soweit?

Was läuft da nicht alles schief, spiegelverkehrt ein Negativ. Kein Star will be born, weil ein Horn bleibt ein Einhorn, wer nicht träumt, ist verloren, hat sein Leben letztlich versäumt. Erneut soll ein riesiges Regenwaldgebiet weichen, für Michel Temer soll dessen Korruptionskurs dafür ausreichen. Welch unsagbares Verbrechen an Mutter Erde sich ausbreiten darf, die Weltgemeinschaft schaut halbherzig eher weg, protestiert eben nicht scharf, hat keine eindeutige Haltung im Gepäck.

Dazu gesellen sich Medikamentenreste bei der Wasseraufbereitung. Niemand trifft eine gezielte Entscheidung, die Chemieriesen in die Schranken zu weisen. Aber immer schön Ahnungslosen gezielte Lügen anpreisen. Die müde Macht des Einzelnen wird gleichwohl nicht entfacht, von Frieden kaum eine Spur, dafür weiteres Elend nur.

Graue Wolken mögen unseren Gedanken folgen, nennt doch Reiter und Roß. Was soll das Ganze bloß? Wer wagt den entscheidenden Anstoß, der die Welt nicht gleich retten mag, aber zumindest hoffnungsfroh versüßen an so manch tristen Tag? Es wird kein Jesus oder Heiland sein, ihr Los bestimmt die Menschheit schließlich ganz allein.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

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Nennt Reiter und Ross

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Ausgebrannt in angespannter Haltung
ziehen Befürchtungen ihre Bahnen.
Bringen keineswegs nötigen Schwung.
Ob Herrschaften wirklich alles erahnen?

Manch Meldungen sich verdichten,
bewußt gestreut oder zufällig gar ungewollt.
Erneut auf Kurs, etliche zu vernichten.
In etwa zu weit hergeholt?

Gerüchte kursieren, kreisen wie Aasgeier herum,
Verschwörung an jeder Ecke lauert.
Den Menschen wird’s inzwischen zu dumm.
Hat Politik jemals ihre Untaten bedauert?

Geschichtsbücher wälzen, eine Reise ins Leere,
außer man lernt aus der Vergangenheit,
auf daß Krieg und Elend nie wiederkehre.
Doch Mensch ist noch längst nicht soweit!

Die Weichen sinnvoll überlegt stellen,
ein Unterfangen, fast aussichtslos.
Macht läßt sich nicht simpelst prellen.
Nicht länger warten: Nennt Reiter und Roß!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Graue Wolken

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Hast du schon einmal über ein Chamäleon nachgedacht?
Du meinst, ob ich eins gesehen habe?
Dann hätte ich gefragt, hast du schon mal ein Chamäleon gesehen?
Ich verstehe nicht, was deine Frage soll?

Jetzt fängt es an zu regnen!
Das habe ich mir gedacht!
Du denkst über Regen nach, aber nicht über Chamäleons?
Bei den grauen Wolken ist es doch kein Wunder, an Regen zu denken!

Grau animiert dich zum Denken?
Bei grauen Regenwolken denkt man automatisch an Regen!
Bei grauen Regenwolken denkst du Regen und bei Chamäleons?
Was hast du ständig mit diesen Chamäleons?

Denkst du bei grauen Chamäleons auch an Regen?
Graue Chamäleons? Okay, weißt du was, da denke ich an Steine.
Du denkst also an graue Steine, wenn du an Chamäleons denkst?
Ich denke, Chamäleons tarnen sich grau in der Nähe von Steinen.

Du denkst also doch über Chamäleons nach?
Jetzt im Augenblick, ja!
Im Augenblick regnet es, und du denkst über Chamäleons nach?
Über was soll ich sonst nachdenken?

Über dein Karma, Leon! Über dein graues tristes Karma, Leon!

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Kurzgeschichten

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Wasseraufbereitung: Medikamentenreste eine zunehmende Gefährdung

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Bumerangeffekt durch Mißachtung des Umweltschutzes

Achtlos den Müll in die Landschaft, auf die Straße, dem Bürgersteig schmeißen, ein weiterhin äußerst grob fahrlässiges Umweltverbrechen wider der Vernunft, was im Stillen, stets eben nicht sichtbar ganz offensichtlich etliche sich leisten, indem Medikamente übers Klo in die Kanalisation gespült werden, um schließlich im Klärwerk zu landen.

Kommunale Klärwerke schlagen erneut Alarm, warnen vor der Zunahme der Medikamentenreste im Wasser. Das scheint den arglosen Umweltsündern nicht ins Bewußtsein zu rücken, Hauptsache den Wasserhahn bei Bedarf aufdrehen, der durchschnittliche Verbraucher benötigt lediglich 140 bis 160 Liter tagtäglich hierzulande. Man macht sich halt keinerlei Gedanken über den jetzt einsetzenden Bumerangeffekt durch jene Mißachtung des Umweltschutzes. Das rächt sich insofern.

Eine Welt voller chemischer Rückstände und tickenden Zeitbomben

Wer nur für Augenblicke sich all die chemischen gefährlichen Verbindungen vergegenwärtigt, die weltweit im Freien oder angeblich sicher tief unter der Erde, auf dem Meeresboden, im Meer selbst lauern, die obendrein ständig reagieren und ihre Gifte der Natur bis hin zu uns Menschen selbst zumuten, der kann nicht einfach wegschauen oder meinen, diese tickenden Zeitbomben würden irgendwie verschwinden.

Niemand kommt umhin, einzugestehen, daß der Umweltschutz auf halber Strecke versagt. Einerseits wird gerade heute mit zunehmender Rechtsradikalisierung gern verächtlich auf Umweltaktivisten gestiert, man ordnet sie mal soeben der Politik der Grünen zu, schon hat man sich einer differenzierten Diskussion entzogen, andererseits verbleiben die chemischen Rückstände, lösen sich nicht vollständig auf.

Überproduktion sowie leichtsinnig eingesetzte chemische Verbindungen

Wie sollte das gemeint sein mit der Überproduktion? Wenn weltweit die Armut, Hungersnöte zunehmen, während ein vergleichsweise kleiner Teil im Luxus fast erstickt, Abfälle achtlos für gigantische Probleme sorgen, dann taucht der berechtigte Vorwurf auf, daß eine extreme Schieflage vorherrscht. Obendrein belasten uns alle die leichtsinnig eingesetzten chemischen Verbindungen, denken wir ans Genfood, AKWs, Plastikmüll bis hin zur Medikamentenflut.

Aber Mutter Erde hat viel Platz, eine gleichmäßige Verteilung fällt weniger auf, obwohl etliche Gebiete dermaßen toxisch belastet, daß Mensch und Natur leiden müssen. Wenn Sie den Wasserhahn aufdrehen, dann sollte zumindest jetzt deutlich werden, welche Gefahren da Ihnen entgegenfließen, auf die Sie sich einlassen. Irgendwann helfen keine Filter mehr, sondern viel eher ein sehr schnelles Umdenken der gesamten Menschheit.

„Der Mensch braucht die Natur, die Natur den Menschen nicht. Der Mensch ist Teil der Natur, er ist ihr nicht übergeordnet. Erst wenn er das begreift, hat er eine Überlebenschance.“ (Richard Freiherr von Weizsäcker)

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Umwelt

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Die müde Macht des Einzelnen

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Den auslösenden Impuls richtig einordnen

Sicher hatte jeder schon mal das Gefühl, er könnte alleine die Welt erobern. Natürlich unabhängig vom Geschlecht, denn in dieser Hinsicht gleichen sich die Phantasien der euphorischen Weltumarmenden. Selbst unter Berücksichtigung, daß der eine oder der andere diesen spontanen Eroberungswunsch mit negativen Gedankenwellen umsetzten möchte.

Und sicher ist jedem kurz danach oder ein bißchen später nach diesem fantastischen Gefühlsgedanken klar geworden, wie begrenzt seine tatsächlichen Möglichkeiten sind, die gesamte Welt für sich alleine in Anspruch zu nehmen. Der Trost für alle, dieser Gedankenausflug war es wert, denn würden solche verwegene Ideen nicht vorhanden sein, wären wir nicht in der Lage, eine übersichtliche Vorstellung zu prägen, die zwar nicht in der Weltherrschaft endet, sondern möglicherweise nur in den eigenen vier Wänden. Je nachdem unter Einbeziehung von Familienmitgliedern, Freunden und Bekannten können ihre Impulse innerhalb einer Gemeinschaft zu weitreichenden Änderungen führen.

Ob diese Impulse böswilliger Art sind oder freundschaftlicher, hängt natürlich von ihrem Ursprungsgefühl ab. Wer hat es nicht schon erlebt nach vermeintlichen stundenlangem Anstehen an einer Schlange, genervt nur noch der Wille vorhanden, möglichst schnell seine Ware zu bezahlen, den Brief abwiegen zu lassen, die Auskunft zu erhalten, und dann bloß schnell weg von hier. Dann das wunderbare bezaubernde Lächeln der Kassiererin, des Angestellten oder umgekehrt, eine nette Stimme, kompetent, nicht aufdringlich und schon wünscht man sich, etwas länger oder sogar noch lange in dieser angenehmen Atmosphäre verweilen zu können. Nicht möglich. Deshalb tragen Sie dann nicht nur Ihre Waren, Ihr Wissen um den Preis des Briefes, Ihre gestillte Neugier Ihrer Auskunftsfrage, sondern auch ein weltumarmendes Gefühlspaket mit. Funktioniert auch mit negativer Stimmung.

Den seligen oder wütenden Impuls geben wir weiter, oftmals unbemerkt und deshalb nicht mit berechnender Absicht. Die Ladung des Impulses wird bis auf wenige Ausnahmen schnell wieder aufgebraucht sein, ähnlich ihrer Batterien für die Taschenlampe oder was immer mit den Batterien antrieben werden sollte, wenn, vorausgesetzt es handelt sich um aufladbare Batterien, sie zu kurz in der Ladestation waren. Und warum? Weil das über den Boden schwebende, alles umarmende, egal ob durch jemanden oder durch sich selbst nicht die Kraft aufbringen kann, auf Dauer die Vollpowerleistung zu bringen. Daher kann man von der müden Macht des Einzelnen sprechen.

Gibt es allerdings durch diesen einen Impuls eine Kettenreaktion von gleichbleibendem Energievorrat, dann kann diese Stimmung eine einzelne Macht ohne Ermüdungserscheinungen hervorbringen. Beispielsweise bezogen auf das Zustandekommen einer Massenschlägerei ist der Auslöser, wenn dies nicht im Vorfeld eine fingierte, absichtlich provozierte Schlägerei darstellt, eine Person, die sich in ihrem Verhalten, Handeln von einer zweiten Person belästigt, bedrängt fühlt. Eine einzelne müde Macht schafft nur solche gedrängte Aggression, wenn bereits die sich anschließenden teilnehmenden Personen ebenso sich bedrängt, belästigt fühlen.

Sehr oft ist es mühsam nach einer solchen Randale, den auslösenden Impuls richtig einzuordnen, weil Person “L“ nur beteiligt war, weil „K“ getroffen wurde. Wer Person „A“ war und warum er mit Person „B“ in Streit geriet, war für ihn nicht ausschlaggebend. Ausschlaggebend war nur der „nähere“ Impuls. Bezogen auf die eigentliche müde einzelne Macht bedeutet dies, sie kann nur weitreichende Kräfte mobilisieren, wenn sie auf eine gleiche Spannung trifft, in diesem Fall, Einmischung nur, weil Freund „L“ gerade seinem Freund „K“ helfen wollte und nicht weil „A“ sich mit „B“ stritt.

Wer die Wahlauftritte von Frau Merkel in den letzten Tagen beobachtet, und die „vielen“ Parolenschreier gesehen und gehört hat, wird festgestellt haben, daß permanent neue „Schreiimpulse“ stattfanden. Unter den Zuhörern befanden sich mehrere einzelne müde Mächte, die gut platziert die energische Macht entfaltet haben. Ähnlich vergleichbar, wenn Sie Faschings-, Karneval-, Fasnetanhänger sind, werden Sie dies kennen, mit den ständig in einer Karnevalsvereinsgruppe von einzelnen Hästrägern ihre jeweiligen Vereinsrufe wie Helau, Narro und Alaaf durch die Straßen und Gassen schallen lassen. Dadurch wird der Impuls beim Karneval (Winteraustreibung), bei einer politischen Veranstaltung (Vertreibung der Meinungsäußerung) ständig auf einem etwa gleich hohen Level gehalten.

Man mag über die jetzige Regierung und deren Politik unterschiedliche Meinungen vertreten, sich sogar darüber ärgern, mit anderen streiten, aber wer ständig die müde Macht des Einzelnen auflädt, der möchte für eine Überspannung sorgen, sprich, der möchte, daß jemanden, vielen, allen der Kragen platzt, die Batterie überläuft. Der hat kein Interesse, die müde Macht des Einzelnen zu schonen, sondern sie auszunutzen, bis zum letzten Rest. (Rest ist ein andere Wort für wertlos oder Müll)

Wer die Energie von der müden Macht des Einzelnen verbraucht, ohne sich Gedanken zu machen, egal ob es sich um positive oder negative Energieimpulse handelt, der ignoriert nicht nur die Energien eines Einzelnen, sondern die gesamte Verbrauchsenergie. Anders ausgedrückt, er verbrennt alles, was an Holz noch vorhanden ist, wohl wissend, daß es sich um die letzten Energieressourcen handelt.

Die müde Macht des Einzelnen ist sein persönlicher Reichtum an Energie und bedeutet, nicht kraftlos zu sein, sondern sich gemüht zu haben. (müde, ursprünglich sich gemüht zu haben. Duden) Die aufgewendete Mühe, die Sie aufbringen, um etwas mit Energie zu versorgen, wird immer entscheidend sein, in welcher Spannung Sie zu verweilen gedenken, in Haß und Unfrieden oder in Liebe und Frieden. Mit negativen Impulsen geben Sie nur negative Energie weiter, sie umzuwandeln in positives Lebensgefühl, benötigt eine doppelte, manchmal auch eine mehrfach stärkere Anstrengung (Verbrauch von Ressourcen). Oder können Sie nach einem Streit mit Ihrem Partner, Freund, Familienangehörigen sofort wieder auf Normalmodus stellen?

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Von Frieden kaum eine Spur

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Die Welt von morgen mündet in Chaos und Zerstörung

Alles in Ordnung, kein Grund zur Aufregung, unsere Volksvertreter werden es schon richten, im Sinne aller. Tatsächlich? Sind Sie sicher? Ein jeder sollte mal für ein paar Momente die Geschichte gedanklich Revue passieren lassen. Na, klingelt’s im Oberstübchen? Da war doch mal was?!

Das bezeichnet die Menschheit direkt gesagt als Kriegszeiten, für die hier Lebenden in ganz Europa, zwei Weltkriege im letzten Jahrhundert am Ende eines ohnehin schrecklichen Jahrtausends ungebremster Gewalt etlicher Kriege. Heute kursieren Wortkreationen wie Kollateralschaden, um die Grausamkeit militärischer Auseinandersetzungen eher zu verharmlosen, perfide begleitend das hochmoderne Waffenarsenal nebst Drohnenangriffen.

Die Phase des Wettrüstens hätte durchaus eine Chance zu einem einvernehmlichen Ende gehabt, die größte Signalwirkung ging vom Fall der Mauer aus, dem Verschwinden des Eisernen Vorhangs, der Auflösung des Warschauer Pakts und dem Ende der Sowjetunion. Keineswegs mit den Hintergedanken der expandierenden USA, im Gepäck die Weltherrschaft im eigentlichen Sinn. Wer sich ihnen nicht unterordnet, wird mit sämtlichen Mitteln dazu genötigt bzw. gezwungen. Was ebenso Gorbatschow vorausahnte, tritt ein: das Vorrücken der NATO gen russische Grenzen.

Und weil dies alles noch längst nicht ausreicht, um die nimmersatten Szenarien abzudecken, entstehen immer neuere weltweite Krisen, Konflikte und Kriege. Außer in Australien, Nordamerika und Europa sind alle anderen Kontinente davon betroffen. Den Ressourcenabbau und innerstaatliche Probleme mal unberücksichtigt. Soziale Gerechtigkeit ist lediglich ein toller Begriff, sie findet nur de facto nicht statt, vielmehr ein Herumdoktern von Schadensbegrenzung, wobei stets der Überreichtum gewisser Eliten brutals durchgesetzt wird. Mensch pflegt seine Machthaber götzengleich, der Rest hat sich unterzuordnen.

Von Frieden kaum eine Spur, manche mögen die über siebzigjährige Friedenszeit in Europa hochhalten, von den faschistischen Konflikten, dem Jugoslawienkrieg mal ganz abgesehen. Insofern muß man jene vollmundige Behauptung zugleich revidieren. Wenn Australien bereits Evakuierungspläne prüft, weil Nordkorea und die USA weiterhin nicht nachgeben, ein Krieg nicht ausgeschlossen werden kann, die anderen beiden Supermächte Russland und China genauso involviert sind wie das Gros der Europäer als US-Bündnispartner, sollte man eskalierende Szenarien nicht einfach wegdichten, mündet das Weltgeschehen schneller in Chaos und Zerstörung als uns lieb sein dürfte.

Zunehmende Proteste, Gewalteskalationen suchen sich Wege der Entladung, während die Verursacher im Rausche eigener Feten ihre Gewinnmaximierung ausweiten. Reich frißt arm, am Ende obsiegt die Gier, doch was verbleibt dann noch hier?

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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