Wenn Treue geteert und gefedert wird

Folgt daraufhin Reue?

In alten Westernfilmen, so jedenfalls die Erinnerung der Textschreiberin, sah man hin und wieder Personen, die mit Teer und Federn geschmückt aus den Ortschaften vertrieben wurden. Oder war das bei Lucky Luke?

Damit der treue Leser es nicht bereut, ab dem nächsten Abschnitt weitergelesen zu haben, hier vorab die Information über das Teeren und Federn, denn eigentlich geht es hier im Text um Treue und Reue.

Das Teeren und Federn war bereits in der Antike bekannt, wurde also schon vor den Zeiten von Lucky Luke zur Bestrafung von Verbrechern angewandt. Nicht gänzlich geklärt ist allerdings, ob es sich bei dieser Strafmaßnahme um richterliche Beschlüsse sowohl als auch, oder um Selbstjustiz gehandelt haben mag. Der Teer bestand aus Holzteer, der auch kalt eine zähflüssige Masse ist. Bei der Auswahl der Federn dürfte es sich um Hühner- oder Gänsefedern gehandelt haben. Der Ausdruck „geteert und gefedert“ bedeutet, jemanden ein Brandmal verpaßt zu haben, das ihn überall als Verbrecher, Bösewicht kennzeichnet.

Die Treue zu einer Person wird heute noch bei Vermählungen geschworen, öffentlich für jeden hörbar. Es gibt wenige Treueschwüre, die noch öffentlich ausgesprochen werden, abgesehen zum Beispiel von Vereidigungen im militärischen, politischen Bereich. Was sich hinter versteckten Türen noch so an Treue geschworen wird, das sei jedem überlassen, sich diese Anzahl und Zeremonien vorzustellen.

Treue, mittelhochdeutsch triuwe, getriuwe, althochdeutsch gitriuwi, wohl zu dem Teer zugrunde liegenden indogermanischen Wort für »Baum« und eigentlich, stark, fest wie ein Baum. (soweit die Erklärung aus dem Duden) Umschreibung von Treue sind, Ergebenheit, Zuverlässigkeit, Hingabe, Loyalität.

Die Herkunft des Wortes Teer soll nicht vorenthalten werden, mittelniederdeutsch ter(e), eigentlich, der zum Baum Gehörende (auch aus dem Duden)

Auf die Frage, wann haben Sie zuletzt etwas bereut? Mehrere Antworten sind möglich. Hier wird es sicherlich von den Befragten eine längere Aufzählung geben, da die Reue nicht personenbezogen ist. Bereuen kann man alles Mögliche, den Film zu Ende gesehen zu haben, den Kauf der Hose, die im Laden einen so perfekt aussehen ließ, das zweite Stück Torte, der man nicht wiederstehen konnte.

Reue, mittelhochdeutsch riuwe, althochdeutsch (h)riuwa, ursprünglich, seelischer Schmerz, Herkunft ungeklärt. (laut Duden) Synonyme sind, Gewissensbisse, Bußfertigkeit, Schuldgefühl, Gewissensqual, Umkehr.

Nun kann durch die beiden Herkunftswörter für Treue und Reue (triuwe und riuwe) nicht übersehen werden, daß hier eine Sprachverwandtschaft besteht, oder? Die beiden Wörter sind nur durch einen Buchstaben zu unterscheiden. Treue und Reue auch. Um es wieder einmal zu betonen, hier schreibt keine Sprachwissenschaftlerin, deshalb kann, wie oben bereits erwähnt, ab jetzt die Reue anfangen, weiter oder sogar zu Ende zu lesen.

Davon auszugehen, daß die Vorfahren Wörter, Begriffe gebildet haben, aus „Bildern“, die zu sehen waren, wie der Baum, der Teer, ist mehr als folgerichtig, oder? Deshalb ist natürlich verständlich, daß Baum auch als Begriff für stark und fest genommen werden kann. Sicherlich kann in erweiterter kognitiver Betrachtungsweise ebenso Treue aus dieser Stark und Fest- Verbindung versinnbildlicht herausgebildet worden sein.

Nicht ganz verständlich im Sinne der Feststellung, daß Treue auch bereut, also der Treueschwur gebrochen, zurückgenommen werden kann, ist allerdings dann die Erklärung durch die Sprachwissenschaft, daß die Wortherkunft nicht geklärt ist.

Der Begriff „Reugeld“ ist all denen bekannt, die von einem Vertrag zurücktreten, im dem vereinbart wurde, daß bei Rücktritt eine vorab vereinbarte Summe zu zahlen ist. Auch im Rennsport wird Reugeld fällig, wenn das angemeldete Pferd nicht teilnimmt.

Die Zurücknahme einer Treue ist demnach die Reue oder das Zurücknehmen der Treue.

Ob nun das Teeren und Federn die straffällig Gewordenen wirklich zu Reue angeregt hat, sei dahingestellt. Die Federn sollten den Gebrandmarkten allerdings als vogelfrei zu erkennen geben. Drum prüfe, wer sich ewig bindet, möglicherweise wird die Reue, der Bruch der Treue nicht nur Gewissensbisse nach sich ziehen, sondern auch Reugeld abverlangen, in welcher Form, das können Sie bei manchen Mafia-Filmen sehen oder Ihrer Vorstellung freien Lauf lassen.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Kolumne

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Miesmacher unter uns – Störenfrieden keinen Raum geben

Begeisterung und Spannungen

Es scheint keinerlei Streit in der Luft zu liegen, manche laufen sich freudig nach, fröhliches Lachen durchdringt den lichten Platz, überall offene Gesichter, die sich gegenseitig anlachten, während die herbstlichen Strahlen der Nachmittagssonne noch etwas Wärme spenden. Wer kennt nicht jene ausgelassene gute Laune, die dem Tag einen besonders schönen Eindruck vermittelt, mit welch einfachen Mitteln doch Menschen sich begeistern lassen, vorausgesetzt, sie harmonieren im Miteinander.

Immer eitel Sonnenschein ohne jegliche Spannungen? Nein, das entspricht meist nicht der Alltagsrealität, in der genug Probleme sich aufstauen, um ein Ventil des Abreagierens zu ersinnen. In fast jeder Gruppe taucht irgendwann mal ein Miesmacher auf, der die Stimmung versaut, was vorher friedlich verlief. Schnell kann dann aufkommender Mißmut dessen destruktive Folgen ausleben lassen, wenn niemand beherzt gegensteuert.

Enttäuschte Randfigur auf der Suche nach Vergeltung

Warum müssen manche Menschen eine ausgelassen lustige Gesellschaft durch ihr Zutun stören, sie verärgern und letztlich die Stimmung verderben? Hat das etwas mit Eigenbrötler-Dasein zu tun, der Mißgunst den anderen gegenüber, die in solchen Momenten sich glücklich fühlen, dies ausleben, während seine gekränkte Seele nach bewußter oder unbewußter Vergeltung sinnt? Durchaus kann ein solches Gefühl der enttäuschten Abseitsstellung den Anlaß für ein derartiges Verhalten geben.

Deshalb entsteht nicht zufällig oder spontan die Rolle der Randfigur des Spielverderbers, sondern dem ging meist eine Reihe von vielen Mißverständnissen voraus, ungeklärten zwischenmenschlichen Differenzen, die, aus welchen Gründen auch immer, sich aufstauten. Insofern bedarf es lediglich eines bestimmten Momentes, um sich befreiend entladen zu können. Selbst wenn der Eigenbrötler selbst sich dabei unwohl fühlt, beharrt er auf seinen Kurs des Miesepeters. Und wie reagieren in solchen Fällen die zuvor noch fröhlich Ausgelassenen?

Oft ergreift ein scheinbarer Anführer wortgewaltig die Initiative, um den Spielverderber in seine Schranken zu weisen. Selbst wenn dies behutsam und mit entsprechender Einsicht geschehen mag, die Stimmung findet im Anschluß zunächst ihr jähes Ende. Je nachdem, in welcher Rolle oder Beziehung der Störenfried zu einem oder mehreren der Gruppe steht, setzt sich eine Diskussion in Gang, die gute Laune wird zerstreut.

Grauzonen menschlicher Gratwanderung der Toleranz

Tagtäglich lenken uns Erfahrungen. Ein jeder entwickelt sich nach vorgegebener Bestimmung, was nicht mit Schicksal verwechselt werden sollte, weil wir dennoch es stets selbst in der Hand haben, unser Dasein zu beeinflussen. Klingt so schrecklich selbstverständlich und abgeklärt, nahezu wie eine Phrase? Mitnichten, und doch muß man eingestehen, daß das gesellschaftliche Leben ein sehr komplexes Gebilde beinhaltet, welches niemand in Gänze durchschaut.

Obendrein hat sich jeder zurechtzufinden, egal in welchem Umfeld man sich bewegt. Das setzt aber eigentlich klare Grenzen voraus, selbst wenn sie unbedarft überschritten werden. Grauzonen menschlicher Gratwanderung der Toleranz schaffen Reibungsflächen, die im Idealfall Lösungen anstreben sollten, obwohl daraus meist Streitereien folgen, die im Extremfall unnötig heftig eskalieren. Hat jede Entwicklung trotzdem ihre Berechtigung, und wo überschreitet sie das Maß?

Stets dann, wenn die Mehrheit einer Gruppe sich in ihrem Gefüge gestört fühlt, sei es durch Spielverderber oder Eigenbrötler, entsteht Disharmonie. Entweder der Störenfried fügt sich oder aber wird zurechtgewiesen. Die Mehrheit bestimmt die Regeln, was nicht unbedingt mit autoritärem Machtgehabe verwechselt werden sollte, sondern dem Wohlbefinden der Gruppe dient.

Was bedeuten Ausnahmeerscheinungen, die sich outen, gar nicht unbedingt unzufrieden sein müssen, um dennoch spielverderbend aus der Reihe zu tanzen? Hilfeschreie nach einem Übermaß Anerkennung, welches sie auf diese Weise sich genehmigen? Der möglichen Begründungen mag es viele geben, während eine homogene Gruppe sich eben ungern auseinander dividieren läßt, solche Störfaktoren möglichst gestoppt werden.

Nebenan geht es hoch her beim lautstarken Spielen von Musical Chairs, wie die „Reise nach Jerusalem“ auch genannt wird, aber jeder, der keinen Stuhl findet, schmollt eben anschließend nicht automatisch, sondern lehnt sich schmunzelnd ans Fenster und schaut gelassen zu, wie die anderen sich wachsam bemühen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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Hände vorm Gesicht

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Olga beschreiben? Olga, also Olga ist siebenundvierzig. Schlank. Vollschlank. Pummelig. Meistens ein Lächeln im Gesicht, eher ein verschmitztes Grinsen. Dafür kann ich nix, und schon prustet sie los, unaufhaltsam, wie ein reißender Strom, der eine Felswand herunterstürzt. Früher hat sie in solchen Momenten noch die Hände vor ihren Mund gelegt, versucht, dadurch sich selbst zur Mäßigung zu rufen, weil dieses Lachen in der Schulzeit mit Ecke stehen und sogar mit Schlägen auf den Handrücken bestraft wurde.

Ja, wer ist Olga? Keine Stimmungskanone, jedenfalls nicht direkt, eher zurückhaltend, zuvorkommend, wißbegierig ohne aufdringlich zu sein, arbeitsam. Arbeitsam, sie ist sich für nichts zu schade, hat im Büro gearbeitet, in einer Gärtnerei, im Tierheim, als Altenpflegerin, in einer Boutique für Mollige. Übrigens wurde ihr dort gekündigt, weil Kundinnen sich durch ihre Art der Lächerlichkeit ausgesetzt sahen.

„Stell dir vor, da will diese Kundin eine Bluse Größe 46 anprobieren, obwohl ich ihr erklärt habe, diese Bluse fällt klein aus, da stehe zwar 46 drin, aber sie habe den Schnitt einer 44iger Größe. Sie will mir partout nicht glauben, kommt stolz wie ein Pfau aus der Umkleide, dreht sich vor dem Spiegel mit einem Seitenblick zu mir und päng springen die ersten Knöpfe weg. Natürlich habe ich gelacht, der ganze Laden hat gelacht!“

„Frau…“

„Einen Moment, dann verstehen Sie, Herr Schadewald.“

„Kannst du es für möglich halten, da fragt dich eine etwas blasse Kundin, ob ihr die lachsfarbene Strickkombi, du weißt schon, so ein dünner Strickpulli mit passendem Strickjäckchen stehen würde. Sie sah damit aus, wie aus dem Wasser gezogen, diese helle Lachsfarbe wirkte an ihr wie ein Stoffetzen, der durch zu vieles waschen alle Farbe verloren hat. Das habe ich ihr gesagt, daraufhin zog sie das Teil ganz langsam aus, im Laden vor all den anderen Kunden, Sie meinen also, meine Haut sähe aus wie durchs Wasser gezogen? Ich habe nicht zuerst angefangen zu lachen, das war eine andere Kundin, die gerade von Marie bedient wurde, aber mein Lachen übertraf alle.“

„Frau Unger!“

Wo war ich stehengeblieben, Olga beschreiben. Olga wuchs in einer gut situierten Familie auf, Vater, Beamter, Mutter, schweigende Frau. Geld war immer vorhanden, Olga war die einzige, die in der Grundschule zu ihrem Geburtstag nicht nur Geschenke wie Strümpfe, einen neuen Rock, Stofftaschentücher, irgend etwas zur Aussteuer bekommen hat, sie bekam Geld. Das heißt nicht sie, ihre Eltern, ihr Vater. Immer wenn sie nachgefragt hatte, wieviel denn schon auf ihrem Sparbuch sei, ihre Mutter konnte darüber keine Auskunft geben, wurde die Frage mit dem Satz: Schließe deine Augen, dann kannst du deinen Reichtum sehen, beantwortet.

Wie komm‘ ich jetzt darauf? Also, Olga ist die, die sich die Hände vors Gesicht hält. Sie klinkt sich dadurch aus dem tatsächlichen Sein, sagt sie. „Wie beim Küssen, da machst du doch die Augen zu, oder? Alles um dich versinkt, du spürst nur noch, fühlst. Und denkst, oh, mein Gott, Wahnsinn oder was für eine Pleite. Ist dir nie aufgefallen, daß Menschen, wenn sie vor ein plötzliches Problem gestellt sind oder eine unerwartete Freude empfinden, sich das Gesicht mit den Händen bedecken?“

„Frau Unger, meine Zeit…“

Für Olga ist das Gesicht mit den Händen bedecken ein Ausblenden, um sich einzuklinken. Ihre Vorstellung von dem Reichtum, dessen Höhe ihr Vater ihr vorenthielt, bis sie einundzwanzig war, war ein Klacks gegenüber der Höhe, die er für sie verwaltet hatte. Er hatte mit dem Geld spekuliert, Grundstücke gekauft, auch Börsenanteile, sie besaß mit 21 Jahren eine Summe von fast zweihunderttausend DM.

Olga ist die ausgeglichendste Person, die ich kenne, mit ihr kann man durch dick und dünn gehen, Pferde stehlen, aber sich auch eine Meinung anhören, die nicht schmeichelhaft sein mag.

„Frau Unger, warum erzählen Sie mir das?“

„Ich muß mich konzentrieren, das Ergebnis ist nicht immer das richtige, es ist änderbar, irgendwie, irgendwann, aber ich habe es voll Überzeugung entschieden, das ist ausschlaggebend. – Weil ich der Überzeugung bin, du bist der mieseste Arbeitgeber, dem ich je begegnet bin. Ich wollte dich nur wissen lassen, mein Mercedes, den ich fahre, ist bezahlt, mein Haus ist bezahlt, und ich gönne mir eine Haushaltshilfe, berufstätig bin ich nur, um nicht einzurosten. Ich weiß, ich bin privilegiert, und du bist ein armes unfähiges Menschlein. Genau das habe ich der Hauptverwaltung mitgeteilt, mit sämtlichen Details, die ich hier zu hören bekam. Schönen Tag noch!“

Olga grinste, bis sie an der Bürotür war, danach hörte er nur noch lautes Lachen.

Herr Heribert Schadewald schlug die Hände vors Gesicht, das hatte er schon jahrelang nicht mehr getan.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Kurzgeschichten

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Donald Trumps Unfähigkeit rächt sich zusehends

Vom Bad Boy zum Worst Case ins blanke Chaos

Geballte Wut in stoischem Narzißmus mündend, ganz ähnlich wie einem Knaben, dem man sein Lieblingsspielzeug weggenommen, verbeißt sich dieser 45. US-Präsident in seiner Rolle, ohne einen Hauch von Schadensbegrenzung begibt sich sein sogenannter Regierungsstil, wenn man einen solchen überhaupt anführen oder finden mag, vom Bad Boy zum Worst Case ins blanke Chaos, dessen Ende man sich als halbswegs Gebildeter lieber nicht vorstellen will.

Sämtliche Kritiken während des letztjährigen Zeitraumes vor der Präsidentenwahl, all jene dumpfen Vergleiche zwischen „Pest und Cholera“, die ohnehin an polemischer Unkenntnis kaum noch zu toppen waren, offenbaren sich inzwischen als eine Art Lightversion zur eigentlichen Realitiät, die sich nunmehr in fortschreitender Amtszeit als blanker Horror entblättert. The Donalds jüngste Entscheidung, den Viersternegeneral a.D., John Kelly, als neuen Stabschef des Weißen Hauses zu berufen, stellt sich direkt als unmögliche Mission heraus. Für Mark Pitzke ist völlig zurecht der Präsident das Problem selbst.

Ein verlorener Glorienschein entlarvt „Humpty-Trumpty“ als das, was er darstellt

Den bisher unfähigsten US-Präsidenten, ein exemplarisches Vorzeigemodell, wie man jenes Amt eben nicht ausüben sollte, zumal er mit seiner Haltung des „You’re fired“ nicht nur ständig über die Stränge schlägt, sondern obendrein keinerlei politische Erfolge vorweisen kann, ganz im Gegenteil, während seiner bisherig kurzen Amtszeit Armut und Gewalt im eigenen Lande erheblich zunahm, woran er selbst explizit nicht unbeteiligt ist mit Blick auf dessen Gewaltphantasien, die Polizisten gefälligst im Amte ausüben sollen.

Auf der politischen Weltbühne trat er ziemlich voraussehbar von einem Fettnäpfchen ins nächste, denken wir an den NATO-Gipfel, militärisches Klotzen mit entsprechenden unrealistischen Forderungen verdeutlichen Trumps Ahnungslosigkeit vom Militär selbst bishin zu kriegerischen Auseinandersetzungen, dessen Tragweite er sich wohl kaum oder gar nicht bewußt zu sein scheint. Man gönnt Frau Merkel verständlicherweise nicht unbedingt, daß sie nach dem G7-Gipfel Trumps Porzellan zusammenkehrte, ihr Antritt zur erneuten Bundeskanzlerwahl verheißt nichts gutes, läßt bei vielen Alarmglocken schrillen.

Von einer Katastrophe in die nächste oder gar letzte?

Mit einem solchen US-Präsidenten durchaus möglich, zumal die Beziehungen zu Russland im Gegensatz zur euphorischen Genugtuung der Neuen Rechten, die europaweit angesichts der Flüchtlingswellen einen neuen Auftrieb erhielt, die zugleich fabulierte, es folge der Bruderkuß zwischen Trump selbst und Putin, inzwischen sich gar verschlechterten. Das war von Beginn an zusammen mit der NATO-Osterweiterung vorprogrammiert, eine perfide, eiskalt einkalkulierte Entwicklung, die anscheinend ganz im Sinne aller Rüstungslobbyisten nach Fahrplan funktioniert. Der Weltfrieden sehenden Auges in die Katastrophe?

Dafür sorgen weltweit längst genügend Herrscher, denken wir neben Trump und Putin an Kim Jong-un, Erdoğan und etliche andere, die allesamt ein Hauptziel verfolgen: sich in den Mittelpunkt stellend notfalls per Gewalt die Interessen des eigenen Landes durchzusetzen, natürlich noch auf politisch diplomatischen Parkett. Doch es reicht der ein oder andere unbedachte Funken, um eine Kettenreaktion auszulösen, die niemand mehr zu stoppen vermag.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Verteidigung ohne Sinn und Verstand

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Sie sind losgezogen, um ihre Ehre zu verteidigen,
in voller Kampfmontur,
bei 44 Grad im Schatten.
Lassen sich nie wieder beleidigen,
erst recht nicht auf dem Schulflur,
von jenen ungehobelten Ratten.

Der Kampf war kurz und erbarmungslos,
Schmerzensschreie erschallten den Hof,
als schon der Direktor hinzueilte,
losbrüllte: „Aufhören, ich bin der Boß!
Seid ihr noch zu retten, dermaßen doof?!“
Seine Sekretärin mit Verbandszeug bei ihnen weilte.

Was die Jugend sich alles erlaubte,
gehörte wohl zum Aufwachsen dazu.
Gleichwohl Gewalt heute mehr geschieht.
Wer damals noch an Gerechtigkeit glaubte,
dem passen auch jetzt noch keine Schuh,
egal, was man geflissentlich übersieht.

Sie zogen los, ihr Land zu verteidigen,
überstürzt und in Panik geraten,
die Luft bitterkalt bei Minus dreißig Grad.
Es gab nichts mehr zu beleidigen,
die wenigsten rochen den fiesen Braten,
jetzt ham se den Salat.

Die Städte zerstört, überall Leichengestank,
das Bild in den Köpfen haften bleibt,
wer solch Menschen nicht traut.
Da hocken sie nun grübelnd auf einer Bank,
was dort wohl an Gedanken sie antreibt,
seitdem sie sich damals arglos verhaut?

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Moment, ich sehe ihn

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Stell dir vor,
da lebt jemand über dir,
nicht Tür an Tür.

Du hörst ihn ab und an
auf der Treppe,
nicht durch die Wand.

Seine Stimme ist vertraut,
er singt manchmal
ziemlich laut.

Moment, ich sehe ihn,
jetzt steht er schon
im Zimmer drin.

Da fällt es mir ein,
das muß
mein Ehemann sein.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Tabakindustrie auf aggressiven Vormarsch in Afrika unterwegs

Die legalste Droge braucht wohl mehr Abnehmer

Die Freiheit des Einzelnen möchte niemand untergraben, selbst wenn dieser sich seine Zigarette gönnt. Jede Sucht hat ihre Opfer, weil Hochglanzbroschüren und ganze Werbeindustrien ihnen ein gänzlich anderes Leben vorgaukeln wie die Schattenseiten der eintretenden krankmachenden Folgen. Das wird einfach ausgeblendet, besonders von Rauchern selbst. Verständlich, weil sie sich an dem Strohhalm ihrer Sucht klammern, die ihnen niemand wegnehmen darf.

Während hierzulande die Zahl der Nichtraucher erfreulicherweise endlich zunimmt, diesjährig die WHO zum Weltnichtrauchertag mit dem einfachen Motto auftrat, „Rauchen kostet. Nichtrauchen kostet nichts!“, entdeckt die Tabakindustrie neue Absatzmärkte für sich, nachdem die Umsatzzahlen in Europa seit Jahrzehnten längst gesunken sind, um nunmehr auf aggressiven Vormarsch in Afrika unterwegs zu sein.

Bevölkerungswachstum verspricht mehr Abnehmer

Zumal gerade in ärmeren Staaten und Schwellenländern kaum eine gesundheitliche Aufklärung vorliegt, insofern ein leichtes Spiel für die Tabaklobby. Verelendung und soziale Mißstände lassen ohnehin die Kriminalitätsrate ansteigen, der Griff nach Drogen blüht, daher eben auch zu der weltweit legalsten Droge, der Zigarette.

Das Bevölkerungswachstum verspricht ihr wesentlich mehr Abnehmer, von einer Steigerung auf nahezu eine Milliarde Menschen ist die Rede, somit ein mehrfacher Ausgleich rückläufiger europäischer Zahlen, die Tabakindustrie läßt sich jene Erfolge daher keinesfalls nehmen. Wer will sie noch aufhalten, was interessiert sie die Sorgen von Gesundheitsexperten? Hauptsache die Profite stimmen.

Entwicklungshilfe fördert ohnehin die Armut und schadet Afrikas Völkern viel eher

Wie Volker Seitz ausführlich und anschaulich in seinem Buch „Afrika wird armregiert oder Wie man Afrika wirklich helfen kann“ verdeutlichte, im Interview, welches wir mit ihm im Dezember 2015 führten, mahnt er zurecht die Korruption an, vermißt sinnvolle Bildungssysteme, kritisiert die Politik der Diskriminierung bäuerlicher Landwirtschaft.

Hat dieser Kontinent bereits schon neben etlichen Problemen auch mit dem Aids-Virus eine hohe Opferzahl, was somit die gesundheitliche Versorgung erheblich belastet, würde mit einem erhöhten Tabakkonsum er vor einer schier unlösbaren Aufgabe stehen. Das interessiert die Tabaklobby reichlich wenig, Grund genug wenigstens hierbei vor den bevorstehenden Gefahren hinzuweisen. Vielleicht nützen solche Appelle ein Stückweit oder können andere Initiativen hervorrufen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesundheit

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