Die Wut danach

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Die Gunst der Stunde
nie endenwollend uns erscheint,
macht so manch Runde,
Hoffnung erwartungsvoll aufkeimt.

Bösartige Gesellen im Bunde,
im Verborgenen ein Mädchen weint,
„mißbraucht“ in aller Munde,
jetzt betrachtet man sie als Feind.

Was mag Menschen dazu treiben,
jene unsagbare Gewalt
unerschrocken sich einzuverleiben
wie ne mißratene Axt im Wald?

Was soll diese Macht ohne Unterlaß,
jedwede Gefühle ausgeblendet,
die gänzlich ohne herzlichen Spaß
behütetes Leben brutalst verschwendet?

Die Wut danach nur allzu verständlich
nach Rache gezielt sinnt.
Wenn gefunden die Schuldigen, endlich,
die geschunden das ahnungslose Kind!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Sanft sammeln

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Nicht immer der Nabel der Welt sein

Sanft gleiten seine Hände über ihren nackten Rücken. Der Wind strich sanft über die Weizenfelder. Seine sanfte Stimme überraschte sie. Sanfte Hügel sind das Merkmal dieser Landschaft. Der Stoff hat einen sanften weichen Fall. Die sanfte Tour bedeutete für sie nicht Stubenarrest, sondern ein ellenlanger Monolog über das richtige Verhalten. Besonders sanft fühlt sich Samt und Seide an. Sanft berührte sie das weinende Kind. Mit dem sanften Blick der Güte.

Oftmals, so scheint es, wird das Wort „sanft“ verwendet, wenn das Geschehen mit einem kleinen Spritzer Romantik unterstrichen werden soll. Oder benützen Sie das Wort öfters? Etwa ständig? Jeden Tag? Schätzungsweise nicht, außer Sie neigen generell zu ein wenig Überschwänglichkeit. Nicht, daß das verwerflich oder etwa zu belächeln wäre, vielleicht ist es eher außergewöhnlich zu nennen.

Sanft, mittelhochdeutsch senfte, althochdeutsch semfti (Adverb mittelhochdeutsch sanfte, althochdeutsch samfto), eigentlich, gut zusammenpassend, zu sammeln. (Duden) Andere Umschreibungen sind, freundlich, behutsam, delikat, sorgfältig, unauffällig, weich, zart, angenehm, geduldig, friedlich, schonend, gelinde, mild, zurückhaltend, unmerklich, gütig, still, dezent, unaufdringlich, harmlos, achtsam.

Wer gerne selbst Beeren sammelt oder Früchte erntet, weiß, daß es keine schlechte Idee ist, die Früchte sanft anzufassen, bevor sie weiterverarbeitet werden. Schließlich wird nicht aus jeder Frucht ein Obstwässerchen. Auch sollte bekannt sein, daß nicht alle Sorten von Früchten oder Gemüse zusammen harmonisieren, schließlich sind nicht alle Menschen Liebhaber von Essiggurken mit Erdbeerstückchen garniert.

Sammeln, mittelhochdeutsch samelen, dissimiliert aus älter: samenen, althochdeutsch samanōn, mittelhochdeutsch samen, althochdeutsch saman, zusammen. (Duden) Synonyme sind, auflesen, ernten, pflücken, einladen, vereinigen, meditieren, einigen, aufheben, horten, zusammenraffen.

Zusammen, mittelhochdeutsch zesamen(e), althochdeutsch zasamane, aus zu und mittelhochdeutsch samen, althochdeutsch saman , gesamt, zusammen, ursprünglich eins, in eins zusammen, einheitlich, samt; vgl. sammeln, -sam. (Duden)

Möglicherweise haben wir es hier mit drei Wortbegriffen zu tun, die schon sehr früh in der Menschheitsgeschichte eine Rolle gespielt haben dürften. Abgesehen davon, daß bei Affen, aber auch bei anderen Tieren, das gemeinsame Futtersuchen und das gemeinsame Fressen zusammen ein Bestandteil des „Zusammengehörigkeitsgefühls“ bedeutet. Dies ist über all die Zeit, außer vielleicht bei den Menschen, je nach Sicht auf die zwischenmenschliche Lebensweise, gleichgeblieben. Herauszulesen ist allerdings im Gebrauch der Sprache, daß die drei Wörter nicht umsonst eine sprachliche Verwandtschaft besitzen.

Sanft miteinander umzugehen, ist ein Zeichen von Respekt, Liebe, Zusammengehörigkeitsgefühl. Das ist bei Mensch und Tier zu beobachten. Dies ist sprachlich in den Wörtern sänftigen (sanft machen), besänftigen (beruhigen, trösten) zu erkennen. Zusammen, sammeln, sänftigen.

Nun wurde am Anfang des Textes geschrieben, Menschen, die das Wort „sanft“ bei vielen Gelegenheiten in der Sprache gebrauchen, seien ein wenig, oder darf es etwas mehr sein, romantisch sanft angehaucht. Oder sind diese Menschen, nachdem Sie jetzt die Ursprungswörter kennen, bloß diejenigen, die „sanft“ als Umschreibung benützen, als etwas Selbstverständliches sehen, also nicht der Rede wert, damit etwas herauszustreichen, weil es eigentlich zum täglichen Umgang gehört, sanft zu sein, zusammen zu sammeln?

Im Umkehrschluß bedeutet dies, sanfte Wörter, sanfte Redensarten, sanfte Stimmen, hier sei an den Kreide fressenden Wolf erinnert, aus „Der Wolf und die sieben Geißlein“, verleiten Menschen sich in Sicherheit zu wiegen. In einer Sänfte getragen zu werden, die Ruhe, Annehmlichkeit, Gemächlichkeit, Zufriedenheit, Behutsamkeit, Harmlosigkeit ausstrahlt. Eben alles das, wonach man sich sehnt, Frieden, Zusammengehörigkeitsgefühl, Liebe, Anerkennung.

Und genau deshalb ist es besonders angebracht, hellhörig zu werden, wenn jemand auf leisen sanften Pfoten mit einer angenehmen weichen sanften Stimme Argumente, Meinungen, Ansichten vertritt, die ein Sammelsurium von Zusammenhalt faseln, das bei der kleinsten Zwischenfrage sich als zusammengedrückter Brei aus unterschiedlichen Themen herausstellt, und nur funktioniert, wenn man sich nicht mal dezent an einengende Regeln hält. Sanft geht anders. Sanft heißt nämlich auch zurückhaltend, geduldig, rücksichtsvoll, sich selbst nicht immer als den Nabel der Welt zu sehen. Sanft, eben.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Kolumne

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Politik hofiert Konzernlobbyismus

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Kapitalismus fordert immer mehr Opfer

Zunehmende Resignation, der Passivität einen enorm großen Raum überlassen, während bestimmte Kräfte dies für sich zu nutzen wissen, um ungefragt den Bürgern immer mehr Freiheiten zu nehmen.

Wir brauchen uns nicht wundern, daß die Politik den Konzernlobbyismus hofiert, der Kapitalismus immer mehr Opfer fordert, wir das fraglos, nahezu widerstandslos zulassen. Oder existiert da noch ein Restfunken an Verstand, gezielt unbeugsamer Wille, der rechtzeitig sich zur Wehr setzt, genau das auszusprechen, was längst formuliert wurde, sich allerdings entsprechende Wege der Durchsetzung sucht?

Wer nicht mitzieht, verliert schnell seinen Einfluß

Man muß leider feststellen, daß im Reigen einer eher pessimistisch, aber realistischen Beurteilung trotz erheblicher Proteste die Politik es bis heute nicht versteht, wesentliche, sehr berechtigte Forderungen sich zu vergegenwärtigen oder gar umzusetzen. Vielmehr setzt sich meistens die Staatsmacht der jeweiligen Politikinteressen durch, die bekanntlich bis heute von gewissen Lobbyisten gelenkt, einfach zu funktionieren haben. Wer nicht mitzieht, verliert schnell seinen Einfluß. Der simplen Möglichkeiten gibt es dennoch etliche, dies mit Nachdruck zu unterstreichen.

Auf der einen Seite mag man schnell sich gestärkt fühlen in solidarisch wirkender Zustimmung, daß Wirtschaftspolitik stets dem Konsum verpflichtet agiert, noch mehr Proteste der Demokratie Lebendigkeit bescheinigen mögen, andererseits stellt der Vorausschauende die wirklich kritischen Fragen: Wem soll das real nutzen? Obendrein, in wie weit führen ganze Protestbewegungen zu einer nachhaltigen Verbesserung? Klar doch, die AKW-Bewegung, die gesamte Politik der Grünen, zeigt doch nur zu deutlich, in wie weit fundierte Proteste und tatsächliche Änderungen vollzogen wurden: Bis auf wenige Ausnahmen blieb vieles beim Alten.

Stagnation trotz vielversprechender Ideen

Eine Gesellschaft im sogenannten Miteinander wird durch ständiges Geben und Nehmen geprägt, wobei man sich fragt: Wer nimmt wem etwas, und wer gibt überhaupt? Da Politik nach wie vor als Steigbügelhalter der Finanzwirtschaftslobbyisten und Konzerne nahezu gehorsamst agiert, kann man nur noch ein Verharren auf der Stelle ihr bescheinigen. Hierzulande gilt das seit Jahrzehnten in der parteipolitischen Landschaft genauso wie in anderen zivilisiert demokratischen Staaten, beeinflußt letztlich das gesamte Weltgeschehen, ändert sich in Folge nichts am völlig unnötigen Leid der Menschen. Und so verbleibt auch eine Stagnation mit anfangs vielversprechenden Ideen, mittels Protesten Änderungen herbeizuführen.

Aber was nutzen all diese teilweise kreativ guten Einfälle und äußerst wichtig formulierten Argumente, wenn am Ende die Antworten der eigentlich Mächtigen entsprechend eindeutig und somit menschenverachtend auf uns niederprasseln? Wie zuletzt sichtbar beim G20-Gipfel mit bewußten Provokationen ohne nennenswerten Ergebnissen, die Polizeimacht als Handlanger und Befehlsempfänger aufs eigene Volk eindrosch?

Bequemlichkeit Ergebnis manipulierter Absicht

Jeder, der Zusammenhänge wirklich allumfassend begreifen möchte, sollte auch entsprechend viel Hintergrundwissen sich aneignen, querdenken und dazu bereit sein, mal nicht alles ungefiltert anzunehmen, was da so aufgetischt wird seitens gezielter Fehlinformationen. Klingt ein wenig abgehoben oder nach der Mär von Fakenews, die es eben nicht ausschließlich gibt? Wer hinter die Kulissen schaut, lächelt darüber müde, wissend, wie mit einfachen Mitteln die Bequemlichkeit so mancher Zeitgenossen gefördert werden kann. Bloß nicht selbst denken, andere richten es schon. Ein Trugschluß!

Mit dieser Einstellung wird jedwede Politik begünstigt, die desinteressierten Wähler für sich zu gewinnen, ein paar Wahlversprechen, ein wenig Hetze, besonders gern auf Minderheiten oder Schwächere, die keine Lobby hinter sich wähnen, und schon funktionieren die niederen Beweggründe einer Neid- und Mißgunstgesellschaft, zumal für genügend Ablenkung gesorgt mittels Spaß und Spiele, Fernsehen und PC.

Zumindest wenn das Leid im Lande groß genug, wächst die Zahl der Aufwachenden erneut. Ob es dann zu spät sein wird, weil fast sämtliche errungenen Bürgerrechte eingeschränkt oder abgeschafft wurden, wird die Zukunft zeigen. Keine Proteste, keine Widerworte oder Schriften gegen eine verfehlte Politik geschehen nicht nur aus Lust und Laune, sie sind das Ergebnis einer viel zu langen Duldung von Ungerechtigkeiten, die somit beherzt benannt werden sollten.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Schirm aus Glas

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Monika ist eher zierlich, wirkt verwachsen,
sie hat Glasknochen, bringt alle zum Lachen.
Die Diagnose erschütterte die Familie,
außer Opa, bloß kein Erdbeben, er witzelte.

Wo ist ihr Handicap, es ist alles an ihr dran?
Durch Glas man vieles besser sehen kann.
Dich kriegen wir groß und stark,
wer hat das schon, Knochen aus Glas?

Geschichten las er ihr vor, Märchen,
von Menschen, ihrem Leid, ihren Stärken.
Kombinierte ein Lied von Liz und Tim,
daß ihre Liebe nur durch Glas Feuer fing.

Als sie mal traurig war, sie nie vergaß,
schenkte er ihr einen Schirm aus Glas.
Ein kleiner winziger Schirm mit Mechanik,
mit Knopf zum Öffnen, Schließen, ohne Trick.

Schau, er ist wie du, klein, zerbrechlich,
aufgespannt, groß, fast übermächtig.
In Wirklichkeit sind wir alle winzig,
das aufgespannte Herz erst macht riesig.

Sieh mit diesem Herzen auf die Welt,
Größe, Stärke ist nicht, was zählt.
Seither sammelt Monika Schirme,
bunte, aus Papier, Seide, Folie.

Osteogenesis imperfecta habe ich,
vieles ist mühsam, oft ist es hinderlich.
Monika lacht, mit Behinderung mag man anecken,
meinen Glasherzschirm werd ich nie verstecken.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Trübe Aussichten lassen den August verblassen

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Satirischer Rückblick…

Das Wetter ist eigentlich nie Schuld, sondern tröge Politik, die voller Ungeduld des Menschen Haß Gleichgesinnten angedeihen läßt, sodaß zu guter Letzt überall Krieg und Elend tobt, während sie sich gegenseitig lobt. Man mag’s nicht mehr sehen, einige gar flehen, es möge Einsicht folgen trotz etlicher Gewitterwolken.

Lyrik ist schwierig, wenn alle Welt in ihren Träumen versinkt, menschliche Politik zu oft eben nicht gelingt, manch Leidender darüber ein Lied von singt. Apropos singen, auch H.P. Baxxter darf dies nicht gelingen, das wirkt echt ziemlich schal, ukrainische Haftandrohung ein Skandal.

Aber man kennt das schon, in der Politik ganz besonders herrscht oftmals nen rauher Ton. Jetzt stehen in Niedersachsen vorgezogene Neuwahlen an, oh mannomann. Die einen meinen, dat sei normal, den anderen ist’s schlicht egal. Von der Dauerberieselung zur Befreiung ist’s doch ein weiter Weg, woran das wohl läg? Am besten die Glotze einfach abschalten, besser wachsam innehalten.

Bis zur Orgie schwelgen, sich ständig betont melden, eine richtige Option? Schon schon. Denn gute Redner allein nützen nicht viel obendrein, außer sie labern nicht nur so zum Schein. Kohls Mädchen versucht’s zum vierten Mal, stellt sich im September hier zur Wahl. Welch dramatische Qual uns nicht erspart bleibt, wenn erneut bald so weit. Ich bin nicht dicht, doch so ehrlich sie nicht von sich spricht.

Wie im Kleinen so im Großen, weil Weltpolitik ein atomares Tor aufgestoßen. Krieg nach Verbalattacken und Sanktionen? Tut sich nur dabei für wen wirklich lohnen? Menschheit wird’s Leben auf Erden entthronen. Diplomatisches Fingerspitzengefühl vs. lautem Getöse klingt nicht nur böse, sondern läßt sich auf viele Lebenslagen übertragen. Am Ende geht’s dabei vielen an den Kragen.

Anders sein, dann biste nicht wirklich allein. Nein. Vielmehr zeichnet dies uns Menschen doch aus, das kommt dabei heraus. Schnurzpiepegal oder wieso einem alles schnuppe sein soll, so gänzlich ohne Groll? Man sollte solch Stimmungslagen verstehen und nicht besondere Umstände verdrehen.

Aufgepaßt beim Gen-Food, seid auf der Hut! Die toxische Belastung im Viehfutter nimmt erschreckende Formen an, und das inzwischen schon viel zu lang. Nun sind wir dran, diesem Treiben einen Riegel vorzuschieben, weil keineswegs übertrieben. Versäumen wir’s, die Chemielobby zu stoppen, werden noch ganz andere Probleme uns gefährlichst foppen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

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Schnurzpiepegal oder wieso einem alles Schnuppe sein soll

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Von Sternschnuppen und schnurrenden Katzen auf Sofas

„Du bist mir schnuppe!“ Das ist ein freundlicher Ausdruck von, du gehst mir am Arsch vorbei, dir zeige ich die kalte Schulter, du oder das, was du tust, interessiert mich nicht im Mindesten. Mit diesem Satz hat man einen Korb bekommen, wird die Person mit Füßen getreten. Zwar hört sich „schnuppe sein“ harmlos an, dennoch zeigt es im Verständnis des Satzes eindeutig die Wertlosigkeit, das Desinteresse, die für jemanden empfunden wird.

Wer kann sich der Faszination der Sternschnuppen entziehen, wenn Zeiträume anstehen, bei denen die Wahrscheinlichkeit sehr groß oder zumindest groß besteht, eine Sternschnuppe zu Gesicht zu bekommen? Sternschnuppen sind uns demnach nicht schnuppe, oder? Also die Schnuppe ist nicht schnuppe? Doch, ist sie!

Schnuppe, heißt so viel wie jemand oder etwas ist mir egal, gleichgültig.

Die Schnuppe, mittelniederdeutsch snup(p)e, zu snuppen, den Kerzendocht säubern. Der verkohlte Kerzendocht wird entweder abgeschnitten oder ersetzt.

Die Sternschnuppe, früher hielt man die Sternschnuppen für „Abfälle“ von Sternen. Andere Wörter sind, Meteor, Feuerkugel, Schnuppe.

Sternschnuppen sind Meteoroide, quasi verglühende Mini-Meteore, Staubteilchen, Steinbröckchen.

Du bist mir schnuppe, könnte auch übersetzt werden, du bist Abfall, unnötiger Ballast, Müll.

Es ist nicht ganz ungewöhnlich, wenn Menschen schnuppern, wenn sie eine neue Umgebung betreten. Bei Tieren ist das Schnuppern sogar überlebensnotwendig. Trotzdem sollte man das Schnuppern der Menschen nicht vollkommen außer acht lassen, auch wenn wir es hier eher als riechen benennen. Wenn man jemand nicht riechen kann, ist es nicht deshalb, weil die Nase verschnupft ist, sondern drückt aus, den mag ich nicht. Ist also ein ähnlicher Ausdruck wie „schnuppe sein“.

In der Sprache findet sich allerdings doch der Zugang von schnuppern als Ersatz für riechen, nämlich, wenn jemand in fremden Sachen schnuppert, wenn auf den Reklametafeln mit Schnupperangeboten Kunden gelockt werden sollen, wenn Schnupperkurse angeboten werden, damit man eine leichtere Entscheidung erringen kann, diesen Kurs zu belegen, genauso bei Schnupperlehre, Schnupperstudium.

Schnuppern, Iterativbildung zu mitteldeutsch schnuppen, mitteldeutsch Form von schnupfen. (Duden) Andere Begriffe sind, wittern, schnüffeln, schnuffeln.

Schnupfen, mittelhochdeutsch snupfen, schnaufen, Intensivbildung zu schnauben. Andere Ausdrücke, fein pulverisierten Tabak durch stoßweises, kräftiges Einatmen in die Nasenlöcher einziehen, (einen fein pulverisierten Stoff) in der Art, wie es beim Schnupfen üblich ist, zu sich nehmen. (Duden)

Schnauben, mittelhochdeutsch snūben, mittelniederdeutsch snūven, Herkunft lautmalend. Andere Begriffe sind, fauchen, prusten, schnieben, fauchen, schäumen.

Das kann mir schnurz sein, das ist doch alles schnurzegal, das ist schnurzpiepe, schnurzpiepegal. Wobei wir wieder bei dem altbekannten, du bist mir schnuppe, ich kann dich nicht riechen, wären, du bist mir schnurzpiepegal.

Haben Sie schon einmal Sternschnuppen gesehen, so richtig live? Haben Sie dabei vermeintlich Geräusche vernommen? Etwa ein brummen, summen, surren?

Schnurz bedeutet in etwa egal, einerlei, unerheblich, wurscht, schnuppe, scheißegal. Herkunft nicht gänzlich geklärt, vielleicht schnuppe? Aber warum nicht schnurren?

Schnurren, mittelhochdeutsch snurren, rauschen, sausen, Herkunft lautmalend. Andere Wörter sind, brummen, summen, surren, funktionieren, flutschen, funken, klappen, fluppen.

Wenn der Docht seinen Geist aufgibt, die Flamme erlischt, kann man oftmals, meinetwegen auch immer, ein Brummen, Summen, Surren hören. Der Docht schnurrt. Demzufolge könnte schnurz ein Wort sein, das aus zwei Begriffen entstanden ist, nämlich aus schnuppern und schnurren. Wie dem auch sei, dies alles kann schnuppe sein, schnurzegal, Hauptsache heute ist der Himmel einigermaßen, ohne Wolkendecke zu beobachten, denn der Sternschnuppenschwarm der Perseiden hat heute seinen Höhepunkt mit der Wahrscheinlichkeit von bis zu hundertzehn (110) Sternschnuppen pro Stunde.

Und wenn wir keine einzige Sternschnuppe zu Gesicht bekommen, weil der Nachthimmel komplett wolkenverhangen ist, auch schnuppe, dann verkriechen wir uns mit der Katze aufs Sofa und lassen uns durch ihr Schnurren den Abend nicht vermiesen. Schließlich bewirkt das Schnurren eine Laissez-faire-Haltung, die es uns ermöglicht, daß alles rings um uns herum schnuppe, schnurzegal ist, auch wenn kein Docht mehr brennt oder eine Sternschnuppe verglüht.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Kolumne

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Toxische Belastung im Viehfutter nimmt erschreckende Formen an

Vom GV-Soja zum Glyphosat – EU-Importe stoppen!

Eigentlich möchte man am liebsten in den nächsten Flieger steigen, mit den verantwortlichen Regierungen in Südamerika Tacheles reden, was sie ihren eigenen Ländern an Umweltzerstörung dieses Ausmaßes zumuten. Vergebliche Liebesmüh stoppt solche Gefühlsregungen, zumal neben etlichen Umweltorganisationen auch viele andere Vereine und Menschen sich bisherig engagierten, um dieses unverantwortliche Treiben anzumahnen.

Der Verein Rettet den Regenwald hat bereits weit über 160.000 Unterschriften in seiner Petition „GV-Soja: Futterimporte aus dem Tropenwald stoppen!“ erhalten, es fehlen noch gute 35.000. Die toxische Belastung im Viehfutter nimmt erschreckende Formen an, vom GV-Soja zum Glyphosat, die chemische Industrie schreckt vor nichts zurück, es sollten somit die EU-Importe eingestellt werden!

Von Einsicht keine Spur – die Genfood-Lüge treibt immer mehr Blüten

Jahrelang hatten wachsame Geister völlig zurecht von den Gefahren des Genfoods gewarnt, von den bis heute weiterhin unbekannten Möglichkeiten an zunehmenden Risiken mal ganz abgesehen, stellen sich immer mehr Wildkräuter auf die Pestizide ein, überleben und werden somit resistent. Die Wissenschaft hat inzwischen einen Hauch einer Ahnung erhalten, was in der Pflanzenwelt alles an Symbiosen und Strategien geschehen, die jene gigantischen Naturkreisläufe am Leben erhalten, es gleicht einer Datenflut von Informationsaustausch, über dessen Ausmaß man lediglich die Spitze des Eisberges kennt.

Aber dem profitorientierten Kleingeist der Chemiegiganten interessieren solche Zusammenhänge mitnichten, Hauptsache der Euro oder der Dollar rollt, die Profite steigen, von Einsicht keine Spur. Hatten schon hierzulande alljährliche Proteste vor der Massentierhaltung und den daraus steigenden Bedarf an Soja-Futter fürs Mastvieh, somit diesem Genfood, gewarnt, treibt die Chemielobby Hand in Hand mit verantwortlicher Politik dieses perfide Spiel einfach weiter. Verbraucher und Wähler schlucken jene Konsequenzen im wahrsten Sinn des Wortes. Genfood hat sich nicht nur als Lüge entpuppt, sondern als willkommene Gelegenheit, erst recht Pflanzenschutzmittel in erhöhtem Maße auf die Felder zu sprühen, eine gefährlich eskalierende Entwicklung.

Wieviel Lebensmittelskandale, Giftcocktails und Umweltzerstörung denn noch?

Jüngst der Fipronil-Skandal, dessen Auswüchse eher zunehmen, foodwatch fordert längst: Immer wieder Gift im Ei – Jetzt reicht’s! Der verunsicherte und zunehmend verärgerte Verbraucher mag kaum noch etwas essen, immer mehr Verbrechen wider die Natur kommen ans Tageslicht – wer trägt die Verantwortung neben den direkten Verursachern? Die oftmals noch viel zu glimpflich davonkommen. Eine halbherzige Politik hofiert die Chemielobby, die über genügend Finessen und Gegengutachten verfügt, um einerseits die Wählerschaft zu besänftigen, andererseits dreist zu verharmlosen trotz etlicher Mißstände.

Umso wichtiger die Aufklärung, wachsames hinschauen und anmahnen so oft wie möglich. Wenn nicht Umweltverbände und viele andere, wer denn sonst?

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Verbraucherschutz

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