Keine Brücke

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Die Aussicht war nicht besonders toll,
eine kleine Hügelkette bewachsen
mit alten Buchen und Eichen.
Täglich stand ich am Fenster,
um mich zu vergewissern,
nichts hat sich verändert.
Manchmal nistete sich Nebel
zwischen die Bäume, als würde
er ihnen seinen Atem schenken,
oder der Schnee versuchte,
die kahlen Äste mit einer weißen Decke
zu schützen oder sie mit
weichen Flocken festlich zu schmücken,
konnte mich nie entscheiden,
was mir als Ast lieber wäre.

Ich kannte ein paar Waldwege
dort drüben über dem See,
manche so schmal, daß jeder Schritt
ein Wagnis war, ihn zu begehen.
Mit meinem Blick wich ich
einer Baumwurzel aus, duckte mich
unter tiefhängenden Ästen, stapfte
durch das Wasserloch, das selten
zum feuchten Morast wurde,
eigentlich schade, denn im Matsch
erkannte ich etliche Fußspuren,
selten deshalb meine Schuhabdrücke.
Keine Brücke verband die beiden Ufer,
die Strecke war mühsam, bis ich das Fenster
mit meinem Blick nach hier hin sah.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Zeit zu leben

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Viel nahm sie mit
in den Wochen, Tagen, Stunden.
Vielleicht zu viel,
möglicherweise irre ich mich.

Ihre Musik klingt im Ohr
wie die Melodien fremder Länder,
ohne die melancholische Sehnsucht
nach unerreichbarer Ferne.

Kein Fernweh, keine Schwere
fürs Gemüt, das lauscht,
wenn vorbeifliegt die Zeit,
im Gepäck die Lieder des Lebens.

Ohne Blei an den Schuhen
tanzt es sich besser
mit den Minuten, die sind,
bis die Zeit auch sie mitnimmt.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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AfD-Verbot ein absolutes Muss

Nazis unbedingt in die Schranken weisen

Bevor der Zeitpunkt verfehlt wird. Im letzten Jahrhundert wurde die Chance verpaßt, die daraus resultierende Konsequenz der Aufstieg der Nazis, was schließlich zum Zweiten Weltkrieg führte. Schlimm genug, daß in Europa ein Herr Putin die Ukraine überfällt, aber Nazis im Deutschen Bundestag fackeln im wahrsten Sinn des Wortes nicht lange, wenn sie die Gelegenheit erhalten. Warum wird dies nicht erkannt?

Die SPD-Politikerin Dorothea Marx fordert ein AfD-Verbot, „Höcke wird mit der Limousine gefahren – das ist absurd“, so der Titel des Interviews, welches sie mit Annika Leister für T-Online führte. Während gern argumentiert wird, ein Verbot hätte keine Chance mit Blick zum gescheiterten NPD-Verbot. Das verhielt sich tatsächlich so, weil diese NPD aus der Sicht des Gerichts damals unbedeutend und vor allem zu klein war. Bei der AfD schaut es aber anders aus, vor allem mit Blick zur letzten Landtagswahl, wo sie gar erneut einen Stimmengewinn einheimsen konnte.

Höchste Zeit endlich zu handeln

Vor über zweieinhalb Jahren bemerkte Lothar Klouten vollkommen zu Recht, AfD-ler sind Extremisten und Nationalsozialisten, und dementsprechend sollten sie auch behandelt werden. Beherzt und sehr gezielt auf juristischem Weg ihnen das Handwerk zu legen, damit sie am Ende zunächst den Thüringer Landtag verlassen müssen.

Im Anschluß sollte auch bundespolitisch ein AfD-Verbot folgen. Eine Partei, die gern verfassungsfeindlich auftritt, hat in einer Demokratie keinerlei Berechtigung, schon gleich gar nicht auf Steuerkosten es sich gutgehen zu lassen, um schließlich mit zunehmendem Erfolg das Wahlvolk weiterhin zu spalten.

Präsident des Zentralrats der Juden warnt vor radikalen Bewegungen

Präsident Josef Schuster sieht Anzeichen für wachsenden Antisemitismus und eine Gefahr für Demokratie und Gesellschaft, ist besorgt über den Aufwind der AfD. Darüberhinaus nutzen jene radikalen Kräfte nicht nur die Energiekrise, sondern erhalten gleichzeitig Zulauf in unsicheren Zeiten, vereinfachende Ideologien machen es wohl möglich. Mit Blick zu den jüngsten Umfragen in Brandenburg schaut es ebenso gefährlich aus.

Wie lange will unser Land noch zögern? Die verantwortliche Bundespolitik sollte endlich Taten folgen lassen, solange die Zeit vorhanden, bevor jene rechtsradikalen Kräfte sich noch effektiver organisieren können!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Wenn General Armageddon handeln darf

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Stoppt endlich solche brutalen Gestalten

Die Welt schaut zu, nahezu ohnmächtig, läßt gewisse Verbrecher schalten und walten, ohne sie effektiv zu stoppen. Symbolisch werden erklärte Terroristen inzwischen längst gezielt eliminiert, akribisch vorbereitet, um noch größeres Leid zu verhindern. Doch dies dauert seine Zeit, die etliche Opfer mit sich bringen, solange jene Unmenschen weiterhin ungestraft handeln dürfen.

Putins neuer Befehlshaber „General Armageddon“ soll Kriegswende bringen, schreibt ntv. Ausgerechnet jener Sergej Surowikin, der nicht zögerte, 1991 im Zuge des gescheiterten Augustputsches in Moskau unter seiner Führung drei Demonstranten erschießen zu lassen, der die Bombardierungen auf Aleppo zu verantworten hat, die die Stadt in Schutt und Asche legten. Einen deutlicheren Vorgeschmack von seiner Skrupellosigkeit durften jüngst die Ukrainer mittels der Raketenangriffe erleben, wobei dies wohl erst der Anfang sein wird.

Haben die Grübeleien in Putins Hirnwindungen bereits erste Früchte getragen? Es schaut ziemlich danach aus. Doch was gedenkt eine aufmerksame Weltöffentlichkeit diesem Despoten entgegenzusetzen, der längst nicht davor zurückschreckt, selbst Atomwaffen einzusetzen? Vielleicht muß hierbei gelten, ihm zuvorzukommen, bevor es zu spät ist. Sicherlich nicht mit einem Atomangriff gen Russland, aber mittels anderer Optionen.

Es taucht erneut die wichtige Frage auf, wieviele Despoten die Menschheit verträgt. Das Maß ist längst voll. Wir müssen uns der Herausforderung stellen, solche Gestalten eben nicht weiterhin gewähren zu lassen, alles Menschenmögliche unternehmen, um sie effektiv zu stoppen. Verpassen wir dies, potenziert sich das Unheil um ein Vielfaches, dürfen wir uns über eine große Opferzahl nicht wundern. Zugleich verbleibt der Vorwurf bei nachfolgenden Generationen, wieso wir nicht beherzt einschritten. Erinnert sei in diesem Kontext an Hitler, Stalin und Co.

Doch zurück zu jenem General Armageddon, der nunmehr in der Ukraine wüten darf, obendrein auch noch heute seinen 56. Geburtstag begeht. Der rücksichtslose Befehlshaber und neue Kommandeur der russischen Streitkräfte in der Ukraine wird seine Aufgabe ohne mit der Wimper zu zucken bewältigen, was sehr viele zu erwartende Opfer bedeuten mag. Bravo, Herr Putin, Sie leisten ganze Arbeit, um Ihr „geistesgestörtes“ Ziel der Vernichtung der ukrainischen Bevölkerung zu erreichen! Mögen Sie und Ihresgleichen sehr gezielt gestoppt werden, das wünsche ich mir von ganzem Herzen!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Meinung

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Landtagswahl Niedersachsen entscheidet sich für Rot-Grün

Das Wahljahr offenbart differenzierte Ergebnisse

Erwartungsgemäß konnte der amtierende Ministerpräsident Stephan Weil dessen SPD die meisten Stimmen zulotsen, während die CDU mit Bernd Althusmann einen recht hohen Stimmenverlust hinnehmen muß. Besonders die Liberalen haben ihr Ziel verfehlt, wo es doch nicht zur Fünf-Prozent-Marke gereicht hat. Den Nazis als Nutznießer der bundesweiten Krise gönnen die Wähler zu viele Stimmen, die Linken bleiben weiterhin dem Landtag fern.

Mit Blick zu den Wahlprognosen zu Beginn des Jahres 2022 darf sehr wohl im Nachhinein von einer Richtungsentscheidung für Deutschland die Rede sein. Im März zur ersten Landtagswahl holten sich die Sozialdemokraten das Saarland zurück, büßte die CDU gleich knapp dreizehn Prozent ihrer Stimmen ein. In Schleswig-Holstein erlebten wir umgekehrte Verhältnisse bei einer SPD als Wahlverlierer, was eine Fortsetzung der Jamaika-Koalition bedeutet. Größte Enttäuschung stellt die NRW-Wahl dar. Die SPD konnte keinesfalls überzeugen, wie im Ländle regiert dort nunmehr Schwarz-Grün, weil die Grünen ihr Wahlergebnis fast verdreifachten.

Zwei ziemlich unterschiedliche Wahlsieger

Zum einen am deutlichsten die Grünen, zum anderen die Nazis in Niedersachsen. Letztere sollten uns mit einem Stimmengewinn von 4,7% nicht wundern. Mit Blick gen Osten Deutschlands scheinen die Wähler sich weiterhin spalten und somit ködern zu lassen, anstatt in solchen Krisenzeiten demokratischen Parteien die Stange zu halten. Nazis haben in Parlamenten nichts verloren. Basta!

Die Grünen sind die eindeutigen Sieger, haben einen Stimmenzuwachs von 5,8%, erreichen somit 14,5%. Was für ein Vertrauensbonus, der eine klare Wählerbotschaft vermittelt, nämlich zusammen mit Stephan Weils Sozialdemokraten ein rot-grünes Koalitionsbündnis Niedersachsen zu gönnen. Wir dürfen davon ausgehen, daß dies die beiden Parteien genauso werten.

Die SPD verlor zwar 3,5% ihrer Stimmen, bleibt aber mit 33,4% am Stärksten im Landtag vertreten, während der große Wahlverlierer, die CDU, mit einem Verlust von 5,5% gerade mal 28,1% der Stimmen erhält. Die FDP verliert gar 2,8%, was ihr Aus bedeutet mit nur noch 4,7%. Auch die Linken versagen mit einem Minus von 1,9%, was im Ergebnis 2,7% bedeutet. Bezeichnend die niedrige Wahlbeteiligung von 60,3%.

Der amtierende Ministerpräsident hat somit eine solide Mehrheit im niedersächsischen Landtag Hannover, immerhin 13 Sitze mehr als das Minimum von 68 Sitzen einer absoluten Mehrheit zur Regierungsbildung. Das läßt auch hinsichtlich zum Bundesrat hoffen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Proteste im Iran halten an

Jedes Regime hat sich am Ende dem wütenden Volk zu beugen

Zumal jede Hochkultur an der sozialen Komponente scheiterte, d.h. wenn das Leid im Volk groß genug, gibt es letztlich Revolten, die zum Sturz der Regierenden führten. Die Geschichtsbücher sind mit dieser Erkenntnis gefüllt. Allerdings scheinen dies Herrschaftssysteme bis heute nicht verinnerlicht zu haben. Das gilt insofern gleichwohl für die Islamische Republik Iran.

Iran – ein Land im Umbruch, lautete noch im September die gezielte Frage von ladidadidadida. Dieser hält bis heute an, weil die Bevölkerung nicht im Geringsten einsieht, sich von diesem Regime weiterhin bevormunden zu lassen. Inzwischen schließen sich offenbar Polizisten Demonstranten an, wie T-Online heute berichtet. Ein Novum und somit ein deutlicher Hinweis, wohin diese Proteste führen mögen.

Jede Gewalt führt schließlich zur Gegengewalt

Die Menschen sind es leid, akzeptieren zu Recht nicht mehr die Herrschaft jener Ajatollahs, wenn sie überhaupt jemals an sie real geglaubt haben sollen. Was vor über 40 Jahren begann, kann somit ziemlich schnell und imposant zu einem jähen Ende führen. Ein Flächenbrand, womit die iranischen Machthaber wohl eher nicht gerechnet haben.

Obendrein gibt es ohnehin weltweiten Widerstand, Baerbock kündigt neue Sanktionen gegen Iran an, Außenministerin Baerbock sichert der iranischen Bevölkerung nicht nachlassende Solidarität zu. Die Regierung in Teheran verurteilte sie scharf, wie der Spiegel berichtet. Während das Einfrieren vom Vermögen bestimmter iranischer Personen ein moderates Mittel darstellt, geraten die Atomverhandlungen zwischen dem Westen und der iranischen Regierung ins Stocken. Kein guter Weg auch im Kontext zur russischen Ukraine-Invasion und China.

Iranischer Sänger Scherwin Hadschipur inzwischen wieder auf freiem Fuß

Victoria Bräuner vom Business Insider geht der Frage nach, ob bei den Protesten im Iran die Frauen das Mullah-Regime stürzen. Zumindest nicht ausschließlch, so ihr Fazit. Es seien auch nicht liberale Männer mit von der Protest-Partie, die sich für die Rechte ihrer Schwestern und Töchter einsetzen wollen laut dem Iran-Experten Cornelius Adebahr.

Obwohl der iranische Sänger Scherwin Hadschipur mit dessen Protestsong „Für“ über 40 Millionen Klicks auf Instagram erhalten hatte, wurde am letzten Donnerstag das Video entfernt, er selbst im Norden des Landes verhaftet, inzwischen per Kaution wieder auf freiem Fuß gesetzt.

در نومیدی بسی امید است// پایان شب سیه سفید است

Jede dunkle Nacht hat ein helles Ende.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Proteste und Widerstände

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Korrektur vonnöten

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Abhängigkeit per Technik
vorhanden.
Welch perfider Trick,
kein sicheres Landen.

Lösungen eigentlich präsent,
doch in Vergessenheit.
Fortschritt greift sehr latent,
alles andere als gescheit.

Der Staat läßt sich erpressen,
keine Meldung darüber.
Hat Politik längst vergessen,
sie wäre eigentlich klüger.

KI klopft bereits an die Tür,
gefährlich nah und gar nicht fern.
Was kann Mensch bloß dafür,
daß er folgt stets solch Herr’n?

Möge jene Zeit ein Ende nehmen,
bevor es gibt kein Zurück.
Wir brauchen uns nicht zu schämen,
wenn wir träumen vom realen Glück.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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