Brasiliens Zukunft ungewiß

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In Brasilien alles claro
so gänzlich ohne Bolsonaro?
Wir haben nichts verpaßt,
solange der noch nicht aus dem Palast!
Lula hat ganz knapp gewonnen,
doch Hoffnung bleibt verschwommen.
Bolsonaro hat vom Trump gelernt,
Extremisten jedes Vorbild umschwärmt.
Für den Regenwald keine Entwarnung in Sicht,
dessen Abholzungsstop oberste Pflicht,
weil der Klimawandel uns weiterhin bedroht,
ihn zu ignorieren, bedeutet für alle größte Not.
Klimawandelleugner und Despoten
gehören zum Schutz schlichtweg verboten!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Die USA zerfallen zunehmend

Midterms läuten dramatische Wende ein

Geht am Ende die Rechnung von Donald Trump etwa auf, weil immer mehr Extremisten dessen Verhöhnung umsetzen? Verschwörungstheorien, Fake News und eine zunehmende Verrohung der Gesellschaft spalten die größte Demokratie, während die Weltgemeinschaft sorgenvoll jenes Geschehen in den USA verfolgt, in Europa ein Despot uns vor vollendete Tatsachen setzt, daß Frieden keine Option mehr sein darf.

In den USA kehrt die Angst vor politischen Anschlägen zurück, wie der Tagesspiegel mit dem Fall Pelosi zum Besten gibt. Ein 42-jähriger Attentäter hatte ihren Mann schwer verletzt und dabei mehrfach im Haus gerufen, wo denn Nancy sei, eine Wiederholung der Ereignisse vom 06. Januar 2021. Im Endeffekt geht Trumps Rechnung auf von der gestohlenen Wahl in solch Köpfen, die sich daher aufgefordert fühlen, demokratische Gepflogenheiten in Frage zu stellen!

Joe Biden muß wesentlich härter durchgreifen

Dazu benötigt er allerdings viel mehr Halt nicht nur in der Gesellschaft selbst, sondern darüberhinaus seitens des demokratischen Westens. Bidens Bemerkung von einem „Semi-Faschismus“ hat sich spätestens mit dem jetzigen Verbrechen gegen die Sprecherin des Repräsentantenhauses der Vereinigten Staaten und ihrem Ehemann als verharmlosend herausgestellt. Eine Aufforderung an Joe Biden, seinen milden Kurs endlich zu überdenken, um härter gegen jene Rechtsradikalen durchzugreifen.

Zumal die Reaktionen seitens der Republikaner Bände sprechen. Sie scheinen keinerlei Scheu an den Tag zu legen, ihren Kurs ändern zu wollen. Eine Bestätigung ihrer Haltung, ihres Hasses nicht nur gegenüber Biden und den Demokraten, sondern eine freie, demokratische Welt mit Füßen treten zu wollen. Der Fortsetzung des bewußt herbeigeführten Zerfalls in der Gesellschaft.

Prognose der Midterms etwa ungewiß?

Selbstverständlich, das macht Prognosen ohnehin aus, sie können nicht immer zuverlässig sein, egal was Umfragen aufzeigen. Dennoch scheinen die Republikaner im Aufwind zu sein. Selbst der Aufschrei der Entrüstung zum Pelosi-Attentatsversuch ändert nichts daran. Extremisten kalkulieren mit der Spaltung der Gesellschaft, die sie für ihre Zwecke mißbrauchen. Obendrein wird ein Donald Trump alles unternehmen, um dessen Macht zurückzuerlangen.

Das System der US-amerikanischen Justiz scheint solchen Figuren genügend Raum zu bieten, um sich wegducken zu können, sich vor Gericht verantworten zu müssen, wobei der Faktor Zeit ganz offensichtlich eine erhebliche Rolle spielt, damit der Ex-Präsident erneut wirken darf, um sich nach den Midterms ein zweites Mal wählen lassen zu dürfen. Am Ende vom Betrogenen zum Sieger, eine Prognose, die den freien, demokratischen Westen so gar nicht gefallen wird.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Dasein leben

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Ich las ein Buch,
ein trauriges Buch
über eine Familie,
deren Armut
und ihr Versuch
den nächsten Tag,
den Tag darauf,
die kommenden Tage
zu leben.

Einfach leben,
ist nicht einfach.
Sie lasen Bücher,
nie die neuesten,
alte Bücher,
oft fehlten Seiten,
doch der Hunger
danach war groß,
war Leben.

Ihr Leben glich
den alten Büchern.
Verbraucht ihr Aussehen,
zerrissen im Schmerz,
wir weinten.
Tränen flossen,
das Feuer der Hölle
und das Dasein
auszuhalten

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Autokratische Staaten auf dem Vormarsch – ein düsteres Szenario

Nichts dazugelernt?

Solange die Menschheit auf Figuren wie Trump, Putin, Erdogan, Bolsonaro, Xi Jinping etc. setzt, schaut es ziemlich düster aus für all diejenigen, die eine freie, demokratische Gesellschaft möchten, die sich dem Humanismus verpflichtet, Kreativität und ein soziales Miteinander fördert. Fraglich in diesem Kontext, was denn dazu führte, daß solche Unwesen überhaupt agieren dürfen, ohne sie in notwendiger Konsequenz zu stoppen? Was hat die Menschheit hierbei versäumt?

Die Welt schaut entsetzt gen USA, wo Trump sich die Macht zurückholt. Wir sollten uns solche Machenschaften auf der Zunge zergehen lassen. Nach all den schrägen Ereignissen, die sich jener Ex-Präsident ungestraft erlauben durfte, gestattet ihm das US-amerikanische Rechtssystem, einfach weitermachen zu dürfen. Unfaßbar. Andererseits hat die Bundesrepublik Deutschland sich gleichwohl mitnichten mit Ruhm bekleckert hinsichtlich mancher Nazis, die nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs einfach etliche Posten beziehen durften in Politik und Wirtschaft. So what?!

Wir dürfen uns nicht wundern, warum solche Figuren weiterhin ihr verbrecherisches Unwesen treiben dürfen. Es liegt vor allem auf der Hand, welche Kräfte exakt dies fördern. Ganz einfach, das Großkapital. Liza Minellis Song hat dermaßen Recht, Money Makes The World Go Round!

Jener Pool politisch-wirtschaftlicher Abhängigkeiten erklärt auch, wieso wir weiterhin mit China Geschäfte machen, mit Russland und anderen despotischen Systemen verhandeln, schachern und sogar Kompromisse eingehen. Das stinkt in letzter Konsequenz gen Himmel, entspricht aber leider den Tatsachen.

Auf der Strecke bleiben all die dringend notwendigen Probleme, die unbedingt gelöst werden sollten, denken wir an den Klimawandel, an Armut, Umweltschutz, an Abrüstung, um nur mal jene vier wichtigen Mißstände aufzuzählen. Bisher wurde dabei viel zu halbherzig agiert bishin zu totaler Ignoranz. Das kann natürlich nicht gutgehen. Trotzdem dürfen jene Despoten sich weiterhin global austoben, welch frapantes Desaster!

Menschheit schaut sehenden Auges gen Apokalypse, die zweifelsfrei verhindert werden könnte, würde sie die richtigen Schlüsse ziehen, den beherzten Mut aufbringen, dem ein Ende zu setzen. All jene, die leichtfertig abwinken, dies ließe sich nicht ändern, machen es sich viel zu leicht. Mit Blick gen Iran, gen weltweiten Klimaprotesten, zu all jenen, die sich tagtäglich bemühen, solche Mißstände nicht nur anzuprangern, sondern aktiv mit anpacken, etwas zu ändern, im Kleinen wie im Großen, sollte dies uns Mut machen, eben nicht zu resignieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren. Oder wollen wir tatsächlich jenen Autokratien das Feld überlassen?

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Meinung

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Falsche Friedensengel unterwegs

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Krieg beenden durch Verhandeln,
den eigenen Verstand verschandeln,
Biermann nennt sie Secondhand-Kriegsverbrecher,
zu Recht, sie machen sich zum Gelächter,
wer dermaßen blauäugig unterwegs,
der geht so manchem auf den Keks,
wobei das Leid in der Ukraine anhält,
Kriegsnachrichten jeden Alltag quält.

Was denken solch Unbedarfte sich dabei,
glauben wohl, sie seien der letzte Schrei,
mit Narzißmus hat dies auch viel zu tun,
wir sollten nicht länger ruh’n,
sie in die politische Pflicht zu nehmen,
auf daß sie sich gewissenhaft schämen,
schließlich geht’s ums Überleben,
mitnichten nach Putins Offerten streben!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Schwarze Schwäne auf Papier

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Wo, wenn nicht hier
liegt ein Klappmesser aus Papier
auf meinem Schreibtisch,
jeder Schnitt noch ganz frisch.
Ganz frisch auch Spuren von Asche,
sieht aus wie Schmutz im Schnee.
In meinen Wimpern hängen Tränen,
durch ihr Schimmern sehe ich Schwänen
zu, schwarzen Schwänen, die zum Ufer
gleiten, zu mir, dem unbekannten Rufer.
Ich stehe auf des Messers Schneide,
umspült von sanften Wellen, beneide
der Schwäne majestätische Gelassenheit
in dem zugefrorenen See, mit Sicherheit
die brüchigen Eisstellen zu finden,
die durch ihre Bewegungen verschwinden
und ihnen den Weg zu mir freimachen,
damit meine Tränen fließen vom Lachen.
Mein Mascara ist längst verteilt
auf dem Papier und meinem Gesicht, es eilt
nicht, das Weinen zu beenden.
Ohne diese Tränen fänden
die Schwäne nicht den Weg zu mir,
und das Klappmesser aus Papier
hätte nie Spuren des Gebrauchs,
kein Abschnitt bliebe meines Zeitenhauchs.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Poetry-Slam

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Vergelt’s Gott

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Bild von Thomas Wolter auf Pixabay

Die Tür zum Himmel
steht offen sperrangelweit,
für den neuesten Trend,

wer seine Hände in Unschuld
wäscht, nicht mit Seife, obwohl
Seife schmiert, einschmiert,

einseift seinen Scheiß,
den er verzapft
mit Gottes Willen,

dem dankt Gott.
Vergelt’s Gott jedem
mit einem Bett im Himmel.

Für den Durchzug
im Schacht,
der vollgestopft

mit Ruchlosen,
die nach seinem Job gieren,
gibt’s bloß Luft, sonst nichts,

vermischt mit dem Geruch
von einem Häuschen mit
Herzausschnitt in der Tür.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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