Wirtschaftspolitik stets dem Konsum verpflichtet

Chancen auf Änderung in Sichtweite?

Selbstverständlich geht jeder Entwicklung eine daraus resultierende voraus, im Fluß der historischen Kette menschlichen Daseins muß die Frage gestellt werden, ob überhaupt die Möglichkeit besteht, Einfluß zu nehmen mittels gezielter Aktionen.

Keineswegs vermochten einzelne Wesen gänzlich den Verlauf der Weltpolitik erheblich bestimmen, dennoch manche Spuren ihres Wirkens uns alle nachhaltig betreffen. Wer die Wirtschaft analysiert, kommt nicht umhin, festzustellen, daß sie dem Konsum sich verpflichtet. Chancen auf Änderung in Sichtweite?

Ressourcen sind irgendwann erschöpft – was folgt danach?

Normalerweise läßt kein Mensch seine flache Hand auf heißer Herdplatte, doch die Gier eines nimmersatten Raubtierkapitalismus entspricht dieser Metapher, erst recht den Schmerz zu unterdrücken, den wiederum deren Untertanen erdulden müssen, Hauptsache unermeßlicher Reichtum darf angehäuft werden.

Trotzdem unterliegen Ressourcen einer Logik, sie nicht ewiglich sich genehmigen zu können, weil deren Vorräte irgendwann erschöpft. Vermögen weise Zukunftsvisionäre so weit vorausschauen, um entsprechende Maßnahmen einzuleiten? Klugheit wird sie durchaus fordern, doch die Verschwendungssucht im blinden Aktionismus superreicher Eliten lehrt uns eines Besseren: Menschliche Unvernunft ordent sich Zerstörungsgewalt unter.

Daher muß Erfindergeist die Lücken verschwindender, nie wieder nachwachsender Ressourcen schließen, damit der Konsumrausch sich fortsetzen darf. Daß ein Umdenken stattfindet im Sinne einer behutsam einsichtigen Absicht, muß jetzt schon mit Nachdruck bezweifelt werden. Seit wann lassen sich elitäre Menschen von ihrem Kurs der ewigen Ausbeutung abbringen? Die Geschichte der eindrucksvollen Ergebnisse, die immer in Zerstörung und Kriege mündeten, sollten uns viel wachsamer veranlassen, ab jetzt im Sinne des Erhaltes von Mutter Erde ihnen Einhalt zu gebieten! Das ist die wichtigste Erkennntnis, die nur noch der Umsetzung bedarf.

Von der Landflucht zu Megastädten bishin zu totalitären Maßnahmen

Wenn die Not dies erfordert, vermochten Menschen schon immer auf engstem Raum zusammenzuleben, war es früher in Höhlen, auf hoher See, im Flugzeugwrack in den Anden, in Kriegszeiten oder aber wie in Japans Megastadt Tokio-Yokohama, wo inzwischen über 36 Millionen Menschen leben.

Somit stellt Landflucht ohnehin ein Phänomen dar, welches nicht einfach in wenigen Sätzen erklärt werden kann. Meist sucht Mensch die Orte auf, wo Arbeit ihm gewährleistet wird. In urbanen Ballungsräumen siedeln sich oftmals Industrien an, findet gleichzeitig ein gigantisch anwachsender Dienstleistungssektor statt, folgt Mensch diesen Angeboten, um schlicht und ergreifend zu überleben.

Aber was geschieht mit all den Megastädten, wo das Leben pulsiert, neben viel Innovation, Gewalt und Zerfall sich Wege bahnen? Müssen wir am Ende feststellen, daß sich ständig alles nach dem Diktat einer Wirtschaftshegemonie richtet, die gleichzeitig den Lebenswandel bis ins kleinste Detail vorgibt? Es sieht ganz danach aus, wer denn gern ohne Scheu den Blick über den Tellerrand wagt. Der Kreis schließt sich, in dessen Innern der Konsum, – inzwischen dieser Begriff aufgrund eklatanter Verschwendungssucht längst negativ besetzt -, die Welt in Atem hält, sie zerstörerisch rücksichtslos ausbeutet. Es gilt dabei, jener Entwicklung entgegenzutreten, sie nicht weiter zuzulassen, bevor eine Abhängigkeit sich einschleicht, die totalitäre Maßnahmen entstehen läßt.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Nebendarsteller

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Er ist ein Nebendarsteller,
einer von vielen, aber kein stiller.
Manche haben ihn schon gesehen
im Kino, auf der Bühne, im Fernsehen.

Er ist die Leiche, ein Passant,
wenn’s sein muß auch der Elefant,
er ist die unauffällige Person,
er ist Astronaut, Gast, Fahrer, Postillon.

Der Schatten hinter dem Fenster,
einer der hilfreichen Gespenster,
er ist eins der Ornamente
für die Rahmenfundamente.

Von dem Job kann man nicht leben,
bei Amesh kann man Pizza bestellen.
Er ist Nebendarsteller beim Film,
zu Hause der Pizza Massala King.

Im Abspann wird sein Name kaum erwähnt,
sein Gesicht der ein oder andere kennt.
Er stählt seinen Körper im Fitnesstudio,
er fühlt sich klein, dem ist aber nicht so.

Ohne Nebendarsteller wäre Kino tot,
ein Lob für sie, für Amesh, tut not.
Das wäre eine Streicheleinheit,
ein Zeichen für ihre Unentbehrlichkeit.

Ich kenn ihn nicht, den Nebendarsteller,
den Pizzabäcker, den Lückenausfüller.
Trotzdem ist er mir irgendwie sympathisch,
vielleicht liegt es am Massala, denn das mag ich.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Satansbraten mögen den Weg zur Hölle finden

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Von der Unzufriedenheit reicher Übeltäter

Reichtum kennt keine Grenzen, das weiß der einfache Bürger ohnehin seit Urzeiten, hat sich in seinem Schicksal gefügt, sonst hätte er solche Machenschaften längst zum Teufel gejagt. Dieser läßt sich bekanntlich sowieso nicht lumpen, das Böse verfügt über eine schier magische Anziehungskraft, – bitte nicht mit der Erdanziehung verwechseln, auch wenn im Inneren von Mutter Erde es feurig brodelt, was wiederum schnell für die notwendige Assoziation des Teufels sorgen mag.

Wenn man schon das Böse zitiert, sollten keinerlei Beispiele fehlen, die diesem gerecht wären. Sofort wird der Geistreiche fündig. Zwangsläufig denkt der ein oder andere an den kleinen Herren mit dem schwarzen Schnauzbärtchen, der gerade ausgerechnet wieder in deutschen Landen eine bestimmte Anhängerschaft erhält bei dieser Partei mit den drei Buchstaben, die sich als die Alternative betrachtet, auch wenn sie nicht im geringsten eine vorweisen kann. Aber Hauptsache Mitläufer und Ahnungslose blenden, mit selbstgefälligen Spendern an der Seite schafft man den Sprung in den Bundestag. Zweck erfüllt, der Rest läuft von selbst, oder?

Geld schafft nötige Gefälligkeiten, teilweise völlig legal, per Korruption wie ehedem, das funktioniert weltweit, von der Mafia bis hinein in die Politik. Und schon gelangen wir erneut zum Reichtum, dem grenzenlosen. Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten werden bis heute Träume wahr, egal ob per Tellerwäscher zum Millionär oder per Buchhandel zum bald reichsten Mann der Welt. Namen sind Schall und Rauch, es gab sie bereits zu genüge, was den einfachen Bürger nach wie vor in Schach hält. Ohne Fleiß kein Preis, bloß daß angesichts solcher Geldscheffeleien stets Betrug im Spiel, auf der Strecke bleiben etliche, die schlicht ausgebeutet werden.

Das wissen gleichwohl Politiker, um dieselben Muster umzusetzen, willfährige Steigbügelhalter der Superreichen, ein Stückweit sich gar prostituierend, alles des Reichtums willen, mithalten zu dürfen auf dem güldenen Parkett. Welch verlogene Scheinwelt, die immer noch brillant funktioniert, eine kleine betrügerische Elite gegen den Rest der Welt, der sich gefälligst fügen soll!

Aber der Teufel lacht sich ins heiße Fäustchen, klopft sich auf die glühenden Schenkel, man pokert weiter im sinnlosen Spiel der fiesen Gaunereien, die ganze Generationen betrügen, während der gelangweilte Reichtum ständig Kriege und Elend anzettelt, Investionen müssen sich schließlich lohnen. Wo bleibt die Schöpfung, die das alles zuläßt? Manch Verzweifelter, der noch an höhere, göttliche Mächte glaubt, resigniert, fühlt sich betrogen, um sein Leben beraubt.

Einzig und allein manch phantasievolle Kreative suchen und finden Nischen des Trostes, dem brutalen Alltag zu entfliehen, ihn nicht zuzulassen, vielmehr auf den Run des Geldes zu verzichten, ihn in den Wind zu schießen. Es zählt weder das Buckeln noch das Hinaufschauen zu jenen selbstgefällig arroganten Herrenmenschen. Welch gesunde Einstellung, die man jedem wünscht, um endlich diesen Reichtum zu verjagen, wo er hingehört: in die Hölle. Möge er dort schmoren bis in alle Ewigkeit.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

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Persönlichkeit pflegen

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Ihr ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern, war genauso schwierig, wie sie weinen oder voll Gram zu sehen. Stets war ihre Mimik darauf trainiert, eine selbstsichere durch nichts zu erschütternde attraktive Frau darzustellen. Eine Frau, die weiß, was sie will, in jeder Beziehung, beruflich, privat. Ihre Gefühle wurden diesem Willen untergeordnet, zu wissen, was man will, was sie will.

„Nein, nein, so läuft das nicht! Der Junge braucht eine starke Hand!“

„Aha, eine starke Hand, Prügel wohl?“

„Er braucht jemand, der ihn nach draußen bugsiert, an die frische Luft, anstatt ihn darin zu bestärken, auf seinem Hintern die Tage zu verbringen!“

Maria kannte diese Auseinandersetzungen schon bereits, als sie sich am ersten Urlaubstag noch auf dem Treppenabsatz befand, der zu der kleinen Pension führte. Sie wollte in den zwei Wochen, die sie gebucht hatte, Abstand gewinnen, sich neu stärken für die geplanten Projekte, die sie erwarteten, wenn sie wieder zu ihrer Beschäftigung bei einer Marketingfirma zurückkehrte. Wandern, spazieren, Kino, Theater, bummeln, durch die Gegend fahren, alleinsein, sich unter Menschen stürzen, sich einfach gehen lassen und spontanen Einfällen hingeben. Sie war nicht abgeneigt, sich die Haare schneiden zu lassen, seit sie das Kosmetik-, Friseur-, Modegeschäft mit Motivationstrainingsangebot entdeckt hatte. Es erschien ihr zuerst eine lächerliche Idee, als sie den Laden in einer Seitengasse des Marktplatzes entdeckte, der für seine Waren und Dienstleistung warb unter dem Motto, „Wir stylen nicht nur ihr Aussehen. Wir pflegen auch ihre Persönlichkeit.“

„Dein Sohn, Kai, lernt, das kann er nicht im Stehen. Schließlich wolltest du, daß er es mal besser hat. Jetzt hat er den Bogen raus, und du machst ihm das Leben zur Hölle mit deiner ständigen Nörgelei.“

„Ich nörgel also, wenn ich möchte, er solle sich mehr bewegen?“

Zu wissen, was man will, was sie will. Sie ist kinderlos geblieben, obwohl sie mehrere Liebschaften, Affären, feste Beziehungen pflegte, unterhielt, einmal bereits so gut wie verheiratet war. Ob es mit dem näherrückenden 40sten Geburtstag zusammenhing, wer konnte das so genau sagen, oder die Firma wirklich um neue Aufträge kämpfen mußte, sie entließ in den letzten Wochen ständig Mitarbeiter, stellte neue zu niedrigen Konditionen ein, die sie bis an deren Belastungsgrenzen mit Arbeit zuschüttete. Manche munkelten, sie wolle nur mehr Geld aus der Firma herauspressen, damit sie nach einem Verkauf, der unweigerlich bevorstehen würde, mit dem Gewinn ihr Selbstmitleid versüßen könnte.

„Kai bereitet sich auf das Abitur vor, er hat in Sport eine Zwei. In Mathe steht er auf Drei, in beiden Fremdsprachen eine Drei.“

„Ich kenne seine Noten!“

„Er möchte Dolmetscher werden.“

„Dolmetscher werden. Er will nur besser mit diesem ausländischen Flittchen skypen können!“

„Wir stylen nicht nur ihr Aussehen, Wir pflegen auch ihre Persönlichkeit“. Eine persönliche Pflege ist wohl jetzt für mich angesagt. Sie konnte die Auseinandersetzung der beiden nicht mehr hören. Maria packte ihr Buch ein, klemmte ihre Tasche unter den Arm, sprang die Stufen zur Straße runter, wobei sie mit dem freien Arm ihr Gleichgewicht ausbalancierte und traf dabei Kai mitten ins Gesicht, der gerade stürmisch hinter ihr aus dem Haus rannte. Ihren entsetzten Gesichtern ist es möglicherweise zuzuschreiben, daß sie beide, nachdem sie sich der Situation bewußt waren, sich anlächelten, lachten. Spontan streichelte Maria Kais gerötete Wange, griff nach seiner Hand. „Komm, ich lad dich zum Eis ein!“

„Okay! Wirklich?“

Nach anfänglichen stockenden Gesprächsbemühungen, in denen hauptsächlich Maria ihn mit Fragen überhäufte und Kai dem Anschein nach nur aus Höflichkeit antwortete, änderte er seine Zurückhaltung, als er über ihre Tätigkeit in der Marketingfirma erfuhr. Zwischen Eis, Getränken und Abendessen, die sie an diesem Nachmittag gemeinsam genossen, fand auch ein Telefonat mit Marias Chef statt, auf dessen Antwort sie mit Sekt anstießen.

Es gab nach ihrer Rückkehr seitens Kais Mutter eine lautstarke Standpauke, auch noch nachdem er ihr einen Praktikumsvertrag vorlegte, der inzwischen per Email angekommen war und Kai bis zum Studium, möglicherweise auch während des Studiums, ein kleines Einkommen garantierte. Sein Vater hingegen blinzelte ständig mit den Augen, Maria konnte nicht richtig einordnen, ob er damit seine Tränen wegwischte oder ob er sie als Mitverschworene ansah, jedenfalls drückte er abwechselnd seinen Sohn und Maria an seine Brust.

Ihr Selbstmitleid besser ertragen könnte. Zehn Tage vor ihrem Geburtstag erhielt jeder Mitarbeiter eine Einladung zum Abendessen im Hotel Excelsior, gewünscht waren Smoking für die Herren und Abendkleid für die Damen.

Smoking für Herren, Abendkleid für Damen. „Wir stylen nicht nur ihr Aussehen. Wir pflegen auch ihre Persönlichkeit.“ Maria klappte das Buch zu, das wandert morgen als erstes in den Papierkorb, und ich wandere morgen den Seetalweg entlang, den mir Kai empfohlen hat, viele Aussichtspunkte, Panoramasicht über die Stadt. Der Landschaft ist mein Aussehen egal, aber sie wird mit ihren Eindrücken meine Persönlichkeit mehr stylen als der Laden, in den ich heute flüchten wollte.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Kurzgeschichten

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Insektensterben: Am Ende war’s niemand

Bloß keine Verantwortung übernehmen – Politik buckelt vor Lobbyisten

Stell dir mal vor, die Umwelt wird seit Jahrzehnten zerstört, nur keiner will es gewesen sein, das geschieht ohnehin nur so zum Schein?! Während noch zu Beginn der 1970iger Jahre in besorgten Bürgerinitiativen wachsame Menschen völlig zurecht die fatalen Fehler der konventionellen Agrarwirtschaft anprangerten, langsam aber stetig eine „grüne“ Politik sich organisierte, schließlich als Partei in den Deutschen Bundestag Platz nahm, bestand noch ein Quäntchen Resthoffnung, es könne sich was verbessern im Namen des Umwelt- und Naturschutzes.

Von all dem hoffnungsfrohen Enthusiasmus blieb allerdings nicht viel hängen, am Ende war’s niemand beim Insektensterben, welches erst jetzt die Bundes-umweltministerin Barbara Hendricks und ihr Ministerium anmahnt, davor warnt. Reichlich spät, zumal stets die Politik selbst samt den Grünen vor Lobbyisten buckelt, bloß keine Verantwortung übernehmen, so die eigentlich resultierende Erkenntnis.

EU reagiert zu zögerlich – noch kein totales Neonikotinoidverbot in Sicht

Natürlich muß man die Behauptung revidieren, die Grünen würden vor den Konzernen einknicken, sich nicht genügend einbringen, schlimmeres zu verhindern. Politik bleibt exakt das schmutzige Geschäft, welches man ihr nachsagt. Davon können die Grünen sich offensichtlich nicht befreien, innerhalb von Regierungsbündnissen mit der SPD sind prompt die Hände gebunden, dackelt die kleinere Partei der größeren hinterher, fügt sich in Mehrheitsbeschlüssen.

Gleichwohl verhält sich der Umweltausschuß des Europäischen Parlaments, wie ebenso Martin Häusling bemängelt. Statt einem totalen Neonikotinoidverbot zuzustimmen, werden halbherzig lediglich drei bienengefährliche Mittel verboten. Die Chemiegiganten können somit zusammen mit der Agrarwirtschaft andere Nervengifte den Naturkreisläufen zumuten. Zuvor bestand noch Hoffnung seitens Umweltschützern, die daher zunichte gemacht.

Mit den Insekten verschwinden die Vögel – Naturkreisläufe gefährdet

Die logische Schlußfolgerung zeigt sich in den letzten Jahren immer deutlicher. Mit dem Insektensterben verschwinden die Vögel, was sicherlich nicht nur für Europa gilt. Doch gerade das Agrarministerium mit Christian Schmidt an dessen Spitze läßt die Chemielobby und deren konventionellen Bauern gewähren, weiterhin werden Insektizide auf die Felder verspüht, eine Barbara Hendricks vom Umweltministerium greift ebenso wenig ein, es tummelt sich friedlicher in einer solchen Koalition, zu Lasten der Natur und Umwelt.

Man darf sich ausrechnen, in wie weit eine solche Entwicklung größere Kreise des Schadens anrichtet. Auch wenn der Satz der Cree nicht von ihnen selbst stammt, die Erkenntnis dieses Satzes trifft genau zu:

„Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet Ihr merken, dass man Geld nicht essen kann.“

Mutter Erde hat genügend Antworten parat, in wie weit natürliche Kreisläufe ein sinnvolles Miteinander rechtfertigen. Nur der Mensch scheint sich seiner Rolle nicht mehr bewußt zu sein, deshalb zerstört er sie bedenkenlos, um dies auch noch als Fortschritt zu bezeichnen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Naturschutz

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In Erinnerung an…

Keinen Augenblick
vermißt ich dich, oh Punkmusik,
begleitetest mich ein janzes Stück,
vor bald vier Jahrzehnten.
Was manche dabei herbeisehnten,
mag immerdar verweilen,
selbst hier in jenen Zeilen.

Ob The Ramones, The Clash
oder die Sex Pistoles, 999,
war alles keen Trash,
vielmehr musikalisch richtig fein.
Die Tanzfläche teils leegefegt
per zur Schau gezeigter Gewalt,
man sich heftigst bewegt,
manch Song stimmlich beschallt.

Musik verführte die Jugend zum Protest,
schließlich die Alten sie jenuch jehetzt,
so daß zu guter Letzt es gern mal fetzt,
damals bis heute im Jetzt.
Bisweilen geschah’s in gewissen Bahnen,
konnte man manches noch erahnen,
was den gezielten Widerstand suchte.
Der ein oder andere dennoch fluchte.

Die Zeichen der Zeit waren nicht zu übersehen,
obwohl Freaks bereits zuvor widersprachen.
Trotzdem ließ die ignorante Welt vieles geschehen,
hatten etliche so gar nichts zu lachen.
Jugend mußte dazu ihren Ausdruck verleihen,
sich finden im aufkommenden Konsum,
konnte somit nicht all den Reichtum verzeihen,
den vorgegaukelten, verlogenen Ruhm.

Jeden Augenblick, ganz ohne Trick,
lieb ich weiterhin dich, oh Punkmusik.
Gibst mir immer noch diesen Kick
wie vor vier Jahrzehnten.
Manch Nächte sich bis zum Morgen dehnten,
sie mag niemals von dannen eilen,
bis heute in jenen Zeilen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Bücher an der Wand

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Ich brauche keine Wärmedämmung,
ich habe Bücher an der Wand,
und wird es mal ein harter Winter,
stecke ich die Schriften in Brand.

Schriften werden mit Kohle ausradiert,
auch die, die das Ertragen leichter machen.
Übrig bleiben schwarze zerbrechliche Reste,
sie zaubern Ziffern überall aus ihren Aschen.

Verloren gehen Papier und Pappe, kein Wort,
Worte schleichen sich nicht davon wie Diebe,
einmal erlesen, erfaßt, ewig mit dir verbunden,
sie geben Mut, Sinn, Fröhlichkeit, Seitenhiebe.

Alle Bücher sind auch aufmerksame Personen,
meinen sie es ehrlich, sorgen sie sich jetzt und hier,
sie loben, mahnen, bilden deinen Geist beim Lesen,
sie wärmen deinen Körper mit Kohle auf Papier.

Ich brauche keine künstliche Wärmedämmung,
ich besitze Regale voller Bücher an der Wand.
Sind die Tage gefüllt mit Kummer und Sorgen,
Kohle auf Papier wärmt Seele und den Verstand.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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