Schon wieder diese braune Brut

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flickr.com/ strassenstriche.net/ (CC BY-NC 2.0)

„Hinein ins Vergnügen,
bloß keinerlei Scheu,
stets dabei sein,
selbst wenn sie noch so rügen,
ihr bleibt loyal und treu,
wir sind bestimmt nicht allein.“

Blaune Kameraden kommen zusammen,
aus braun und blau wird blaun,
welch einfache Kombination.
Gezielt Fahnen in den Boden rammen,
selbstgefällig sich auf die Schultern hau’n,
das ist deren Intention.

„Sieg heil, fürwahr Euch allesamt,
laßt uns die linken Ratten klatschen,
sie verjagen aus dem Reich.
Sie uns schon zu lang verdammt,
och ihr dahinten, hört auf zu quatschen,
ich komm zum Punkt zugleich!“

Da steht er nun, der blaune Oberrecke,
angestarrt von erstaunten Visagen,
kaum einer weiß, was der wohl will.
Stumm verharrt die Horde auf ihrem Flecke,
manch einer von neulich in Bandagen,
da ertönt ein Aufschrei ganz schrill:

„Merkt Euch allesamt für immer,
der Feind will uns nur noch schaden,
wir aber zeigen ihm all uns’ren Mut.
Den sollt ihr beweisen, kein Gewimmer.
Mögen sie davonkriechen wie die Maden,
Hauptsache Ihr macht Eure Sache gut!“

Mit breitem Grinsen die Arme erhoben
wie einst in Hitlers Zeiten,
fühlt die Schar sich ungemein stark.
Ihr Chef dort droben,
den sieht man schon vom Weiten,
manch einer ’ne versteckte Träne verbarg.

Versammlungen dieser Art finden wieder statt,
unsere Demokratie noch nicht eingreift,
obwohl extremer rechter Terror naht.
Paßt auf, sonst machen solche Horden alles platt,
jener blaune Haß auf Rücksicht pfeift,
um unser Land, Europa wäre es allzu schad!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Themar: Neonazis tummeln sich wie selbstverständlich

Demokratie muß Grenzen der Meinungsfreiheit aufzeigen

Erst recht knapp neun Wochen vor der Bundestagswahl, wo zum ersten Mal eine rechtsradikale Partei im Deutschen Bundestag Platz nehmen darf, weil hierzulande genügend Willige bereit, ihr Vertrauen per Kreuz auf dem Wahlzettel zu schenken. Beim bisher größten deutschen Rechtsrock-Konzert in Themar tummelten sich Neonazis wie selbstverständlich, nachdem zwei Gerichte ihnen den Auftritt gewährten.

Gerade deshalb muß unsere Demokratie der Meinungsfreiheit Grenzen setzen, und zwar immer dann, wenn sie selbst ziemlich offenkundig negiert wird, gar erhobene Arme per Hitlergruß wie in Themar geschehen ohne sofortige Konsequenz stattfinden. Wenigstens ermittelt die Polizei, die im Übrigen einen guten Job leistete, Demo-Gegner und Neonazis zu trennen.

Eine Politik des Laissez-faire wird gern ausgenutzt

Kommt Ihnen dies nicht bekannt vor? Die Weimarer Republik hat exakt denselben Fehler gemacht, sie ließ die Nazis damals gewähren. Insofern darf man sich nicht wundern, daß immer mehr besorgte Bürger sich darüber empören, wenn Neonazis und deren Sympathiesanten wie Hooligans, Pegida, Identitäre, Patrioten, Reichsbürger, bishin zur AfD selbst, besser unter dem Sammelbegriff der Neuen Rechten, dermaßen viel Raum gegeben wird, sich öffentlich zu organisieren, ihren Rassenhaß zu verbreiten.

Natürlich kann man in diesem Kontext nur MOBIT zustimmen, Grenzen der Meinungsfreiheit sind genau dann notwendig, wenn eine freie Gesellschaft verteidigt werden muß. In der Tat wirkt die Empörung im Nachhinein ziemlich befremdlich, zumal die Medien selbst zuvor eher dürftig berichteten.

Widerstände gegen Rechtsradikale sollten zunehmen

Weil diese keineswegs abwarten oder gar stillhalten. Im Gegenteil, sie organisieren sich breitgefächerter, zumal diese AfD als Sprachrohr ihrer Gesinnung demnächst im Deutschen Bundestag wirken darf, demokratisch legitimiert.

Während die etablierte Bundespolitik ohnehin die Belange der Bürger nicht wirklich ernst nimmt, der Abbau des Sozialstaates, die weitere Hofierung der Vermögenden und Superreichen, weltweite Waffenverkäufe auch an fragwürdige Länder, die selbstgefälligen Schulterschlüsse zu Konzernen, darf man sich nicht wundern, wenn Unmut zunimmt. Während die Linken wenigstens deutliche Verbesserungen anregen, ziehen die Neuen Rechten es lieber vor, per Haßtiraden zu glänzen, selbst neoliberale Standpunkte zu vertreten.

Alles Gründe Widerstände gegen Rechtsradikale mehr zu mobilisieren. Dazu gehören ebenso pfiffige Satiren oder Filmchen wie dieser hier. Immer schön den Finger in die Wunde legen, wenn solche „Verirrten“ meinen, sie könnten ihr abstruses Gedankengut weiterhin verbreiten.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Das Loch in der Wand

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Es ist wirklich immer wieder sehr erstaunlich,
für manche lebensnotwendig, extrem erbaulich,
welch Wissen sie über andere Leute besitzen,
da hörst du, der kommt niemals ins Schwitzen,
er ist ein Faulenzer, arbeitet überhaupt nicht,
Taugenichts, verneinst du es, gilt es auch für dich.

Sie kennen andere in- und auswendig,
führen Buch, denen ist nie langweilig.
Die Kinder hatten im August Fieber,
da waren sie nachts auf einer Party, lieber.
Notiert ist Drogen- Alkoholkonsum,
säuft wie ein Roß, kippt als Letzter um.

Ins Taschentuch wird bei Filmen geschnäuzt,
bei jeder Kleinigkeit die Kinder angeschnauzt.
Der Beginn der Monatsblutung ist ihnen bekannt,
woher seine Vorliebe beim Sexualverkehr stammt.
Ständig sei der andere am Jammern, lebt im Chaos,
lieb gemeinte Worte verhallen, sie wollen Geld bloß.

Das Leben, das andere führen, ist penibel dokumentiert,
es ähnelt überhaupt nicht dem, was wirklich passiert.
Wen interessiert ein normales Leben, das ist irrelevant,
wer selbst keines führt, der bohrt ein Loch in die Wand.
Das bringt Abwechslung in seine eigene Lebenstristesse,
andere gesellschaftlich ruinieren, auch sein Interesse.

Größtenteils bösartige Storys ersinnen Wandlochgucker,
buhlen um Aufmerksamkeit, sind dennoch arme Schlucker.
Selbst der Todestag ist bekannt, das Loch irrt sich nie,
er tanzt mit Tutu, sie trägt keinen Slip, er fährt nackt Ski,
sind möglicherweise eigene Sehnsüchte, Leidenschaften,
durch das Loch in der Wand kann man sie anderen anlasten.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Hartz IV: Bundespolitik läßt Betroffene im Stich

Neben alltäglicher Hetze folgen immer mehr Bedrohungen

Behörden haben durchaus etwas Bevormundendes, durch deren Flure weht ein Wind von Autoritätsgehabe, wer nicht über genügend Selbstbewußtsein verfügt, kann schnell straucheln, widerstandslos einiges mit sich machen lassen. Das wird von manchen Mitarbeitern der Jobcenter gern ausgenutzt.

Wer kennt ihn nicht, den Film „Die Welle“, das deutsche sozialpolitische Filmdrama, welches Dennis Gansel in Anlehnung aufs kalifornische Experimet „The Third Wave“ (1967) entstand. Die Essenz des Films: Ein pädagogischer Selbstversuch in einer Schule entwickelt sich zur „Welle“, die ganz ähnliche Strukturen aufweist wie im damaligen Hitler-Deutschland. Zurück zum Hartz-IV-Sozialrassismus, dessen Parallele kaum zu übersehen. Die Bundespolitik läßt Betroffene einfach im Stich, neben alltäglicher Hetze folgen immer mehr Bedrohungen.

Jugendliche ab 15 raus aus der Schule und rein ins Berufsleben?

Jobcenter erlauben sich frechweg, 15-jährige Jugendliche in Bedarfsgemeinschaften schriftlich aufzufordern, sie mögen sich einen Arbeitsplatz suchen oder eine Berufsausbildungsstätte, anstatt weiterführende Schulen zu besuchen. Inwiefern ist hierbei das Gebot der Bildungschancen für alle noch gegeben, wenn diese Behörden sich derartige Bevormundungen erlauben?

Ein Skandal sondergleichen, während die Bundespolitik einfach weiterhin lieber schweigt. Das kennt man doch längst, denken wir an die unfaßbar stillschweigende Duldung von einer Sanktionspraxis, die gar das Existenzminimum untergräbt. Besonders Raffinierte behaupten gar, daß Hartz IV noch längst keines sei. Klar doch, die Vermehrung von Leid kann stets gefördert werden, darin haben Herrschaften genügend Übung seit tausenden von Jahren.

Gesetz zur Online-Überwachung auch von Hartz-IV-Beziehern auf dem Weg?

Kurz vor dem Ende der Legislaturperiode ersann unter Ausschluß der Öffentlichkeit die Große Koalition die Möglichkeit eines Gesetzentwurfes, in dem Online-Durchsuchung und Quellen-Telekommunikationsüberwachung im Strafverfahren angewandt werden dürfe, welches sechs Menschenrechtsorganisationen zurecht anmahnten. Insofern ebenso Hartz-IV-Bezieher ausgeschnüffelt werden können?

Was eigentlich gegen „mittelschwere Kriminalität“ angedacht, entpuppt sich somit als Instrument einer Online-Überwachung von Hartz-IV-Beziehern? Verwundern sollten derartige Erwägungen keineswegs, einer Bundespolitik, die dermaßen kaltschnäuzig Menschen erst recht per Hartz-IV-Gesetze an den Rand der Gesellschaft drängt, dies obendrein als Erfolg feiert, sollte man noch etliche andere Gängelungen zutrauen, wobei Grundrechte mißachtet werden. Mit freundlicher Unterstützung seitens der erschafften Behörden, wo weiterhin teilweise Willkür herrscht.

Mit Blick zur bevorstehenden Bundestagswahl darf sich dann ein wiederkehrendes schwarz-gelbes Regierungsbündnis erfreuen, und es schaut sehr danach aus, seinen neoliberalen Kurs gestärkt fortzusetzen, in dem Hartz-IV-Betroffene ohnehin als Schmarotzer gelten.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Soziales

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Leihen oder borgen – worin liegt der Unterschied?

Geben auf Zeit mit oder ohne Achtsamkeit

Haben Sie jemandem Ihr Ohr geliehen und ihm zugehört? Oder haben Sie jemandem Ihr Ohr geborgt und ihm zugehört? Schätzungsweise haben Sie Ihr Ohr, sprachlich gesehen, geliehen und nicht geborgt! Vielleicht empfinden Sie beide Begriffe als gleichwertig und denken, man sagt halt „Ohr geliehen“ und nicht „Ohr geborgt“, im Grunde ist es dasselbe.

Schließlich haben Sie schon etliche Gegenstände verliehen, geborgt, und hier handelt es sich um den gleichen Begriff. Manche dieser verliehenen, geborgten Gegenstände fanden den Weg wieder zurück zu Ihnen, manche nicht. Bei einigen Ihrer verliehenen, geborgten Gegenstände liegt es nicht immer nur an dem Freund, Bekannten, der den Gegenstand nicht mehr zurückgibt, aus den verschiedensten Gründen. Nein, es kann ohne weiteres auch das eigene Versäumnis, Verschulden sein, weil man vergessen hat, wem man etwas geliehen, geborgt hat.

In dem Wort „borgen“ steckt das Wort „Geborgenheit“. In dem Wort „leihen“ steckt das Wort „Leihe“.

Borgen, althochdeutsch bor[a]gēn, ursprünglich, auf etwas achthaben, jemanden verschonen. Synonyme sind, ausleihen, pumpen, aushelfen, auslehnen.

Geborgenheit, andere Begriffe sind, Abschirmung, Schutz, Obhut, Behütetheit.

Leihen, althochdeutsch līhan, (zurück-, übrig) lassen. Andere Ausdrücke hierfür, aushelfen, erborgen, überlassen, auslegen, anpumpen.

Leihe, andere Begriffe sind, Leihhaus, Pfandleihe, Leihamt.

In der alten Rechtsprechung war ein Leihezwang die Verpflichtung, das Lehen, nach dem Tod eines Lehenträgers wieder neu zu verleihen. Das Lehen, (Grund]besitz, der von einem Fürsten o. Ä. an einen Untergebenen mit der Verpflichtung verliehen wird, dass er dem Lehnsherrn mit persönlichen Leistungen zur Verfügung steht) „Duden“.

Leihen und borgen sind dem Sinn nach Begriffe, um zu erklären, etwas wird auf Zeit gegeben, eine Hilfe für eine Zeitspanne. Keine Bank, kein Geschäftsmann wird Ihnen Geld borgen, Geld wird durch sie verliehen, oder? Das Darlehen ist mit Zinsen behaftet, das Geborgte auch? Es gibt Leihautos, aber Sie borgen sich das Auto vom Nachbar aus, oder? Sind Leiharbeiter geborgte Beschäftigte? Das Leihhaus borgt Ihnen für ein Pfand einen Minimalbetrag oder verleiht das Pfandhaus eher eine Minimalsumme für Ihren hinterlegten Besitz? Verleihen Sie Ihre Bücher oder borgen Sie Freunden, Bekannten Ihre Bücher lieber? Gibt es einen Grund dafür, daß der Werbespruch heißt: Das Getränk verleiht Flügel und nicht, das Getränk borgt Flügel?

Überall verborgene Fragen bezüglich des Gebens auf Zeit? Wissen Sie eine Antwort?

Bedeutet etwas verborgen, daß man davon ausgeht, mit dem Geborgten geht der Empfänger achtsam um? Und besagt verleihen, daß man davon ausgehen kann, daß das Verliehene vom Empfänger nur das Übriggebliebene zurückbekommt? Deshalb quasi nicht mehr den gleichen Wert besitzt, den man verliehen hat?

Wie oft haben Sie jemanden Ihr Ohr geliehen und zugehört, wenn das Gegenüber Hilfe, Zuspruch oder einfach nur jemanden zum Quatschen gebraucht hat? Haben Sie das Gleiche zurückbekommen, wurde Ihnen von dieser Person auch das Ohr geliehen? Ist er achtsam mit Ihren vertraulichen Gedanken umgegangen?

Es gibt einen Unterschied zwischen „borgen“ und „leihen“, und er ist sprachlich nicht ohne Grund entstanden. Beim Borgen setzen wir voraus, daß mit dem Geborgtem achtsam umgegangen wird, beim Leihen hingegen ist eine Unsicherheit vorhanden, ob das Geliehene Achtsamkeit erhält, also nicht pfleglich damit umgegangen wird.

Schön, daß Sie mir Ihr Ohr geborgt haben, indem Sie diesen Text lasen. Oder war Ihr Ohr nur geliehen?

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Kolumne

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Erdogans despotischem Vorgehen muss Einhalt geboten werden

Bisherige diplomatische Zurückhaltung erweist sich eher als Aufforderung

Der Sultan vom Bosporus, der „türkische Pascha“ hat ohnehin schon viel zu lang den Bogen überspannt, alle Welt schaut ihm entsetzt zu, nur zu Konsequenzen führte dessen Regierungsstil keineswegs. Ganz im Gegenteil, die bisherige diplomatische Zurückhaltung erweist sicher eher als Aufforderung, Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan meint vielmehr, dies als Schwäche auslegen zu müssen, die er seit geraumer Zeit für seine Zwecke mißbraucht.

Nicht nur, daß dessen despotischer Kurs skurile Formen annimmt, die Gefängisse füllen sich erschreckend schnell, man darf ruhig berechtigterweise anfragen, wohin jene Zehntausende wohl untergebracht. Gibt es da eventuell heimlich angelegte Katakomben unter seinem abstrusen Präsidentenpalast Ak Saray?

Menschenrechtsaktivisten als potentielle Terroristen verdächtigt

Das Eis für jenen Herrscher in Ankara wird zunehmend dünner, zumal jüngst nach langem „Marsch für Gerechtigkeit“ Kemal Kılıçdaroğlu, der Vorsitzende der CHP, angekündigt hatte, in zwei Jahren zur Wahl antreten zu wollen. Gleichwohl man sich ausrechnen darf, welch Strategien die despotische Regierung sich einfallen lassen könnte, jenen Oppositionellen auszuschalten. Den bösartigen Phantasien sind dabei keine Grenzen gesetzt.

Wer schon nicht davor zurückschreckt, Menschenrechtsaktivisten als potentielle Terroristen zu verdächtigen, weitere sechs Mitglieder am letzten Montag einfach festnimmt, dem sind somit noch andere unhaltbare Verhaftungswellen zuzutrauen. Unter dem Deckmäntelchen eines Terrorverdachts, erst recht nach diesem angeblichen Putsch vom 16. Juli des letzten Jahres, hat sich Erdoğan ein uneingeschränktes Instrumentarium erschaffen, willkürliche Verhaftungen vorzunehmen. Bewundernswert der Mut von Andrew Gardner, weiterhin in der Türkei den Behörden und diesem Regime zu trotzen, zumal er selbst zugibt, eine derartige Verhaftungswelle in keinem anderen Land erlebt zu haben.

Wahlkampfgetöse oder völlig berechtigte Anmahnung an die Kanzerlin?

Angela Merkels bisheriges Wegducken in Sachen des türkischen Despoten stand schon des öfteren zur Diskussion, während die einen ihr das als diplomatisch geschickte Zurückhaltung zugestehen, andere wiederum explizit anmahnen, der Herr Erdoğan nutze dies für seine Belange eiskalt aus. Man erinnere sich an die unverschämten Nazi-Vorwürfe, an den lächerlichen Rechtsstreit gegen Jan Böhmermann oder an die harsche Forderung, in Deutschland öffentlich Wahlkampf machen zu wollen zum Präsidialsystem.

Martin Schulzes Rüge an die Bundeskanzlerin, sie „kann nicht mehr schweigen“, hat durchaus ihre Berechtigung, egal ob man dies als Wahlkampfgetöse nun werten mag oder nicht. Fraglich dabei, wieso die SPD selbst nicht schon lange vorher der Kanzlerin in dieser Hinsicht deutlicher die Leviten las. Inwiefern die weiteren Bemühungen zur Freilassung etlicher Inhaftierter führen mögen, wird sich noch erweisen. Kein leichter Weg mit solch einem Despoten in der Türkei.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Signale

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Wie erkenne ich dich wieder?
An deinem bunten Gefieder?
An deinem Muttermal?
Das wär ein Signal.

Dein Gesicht ist so rosig.
Hier in der Kapelle, frostig.
Dein Geruch bereits verweht.
Blumen erleichtern das Gebet.

Du findest mich bestimmt.
Weisheit deine Seele annimmt.
Du hast mir viel Trost gegeben,
das reicht für viele Leben.

Ich bin bei dir, nah, näher,
du sagst, wir sind Seelenspäher.
Wir erkennen uns im Dunkeln,
solange Seele ins Weite versunken.

Riechen die Blumen nicht köstlich?
Ihre Vielfalt ist unerschöpflich.
Derselbe Gedanke, dasselbe Gefühl,
sie finden sich wieder in jedem Gewühl.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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