Donald Trumps Unfähigkeit rächt sich zusehends

Vom Bad Boy zum Worst Case ins blanke Chaos

Geballte Wut in stoischem Narzißmus mündend, ganz ähnlich wie einem Knaben, dem man sein Lieblingsspielzeug weggenommen, verbeißt sich dieser 45. US-Präsident in seiner Rolle, ohne einen Hauch von Schadensbegrenzung begibt sich sein sogenannter Regierungsstil, wenn man einen solchen überhaupt anführen oder finden mag, vom Bad Boy zum Worst Case ins blanke Chaos, dessen Ende man sich als halbswegs Gebildeter lieber nicht vorstellen will.

Sämtliche Kritiken während des letztjährigen Zeitraumes vor der Präsidentenwahl, all jene dumpfen Vergleiche zwischen „Pest und Cholera“, die ohnehin an polemischer Unkenntnis kaum noch zu toppen waren, offenbaren sich inzwischen als eine Art Lightversion zur eigentlichen Realitiät, die sich nunmehr in fortschreitender Amtszeit als blanker Horror entblättert. The Donalds jüngste Entscheidung, den Viersternegeneral a.D., John Kelly, als neuen Stabschef des Weißen Hauses zu berufen, stellt sich direkt als unmögliche Mission heraus. Für Mark Pitzke ist völlig zurecht der Präsident das Problem selbst.

Ein verlorener Glorienschein entlarvt „Humpty-Trumpty“ als das, was er darstellt

Den bisher unfähigsten US-Präsidenten, ein exemplarisches Vorzeigemodell, wie man jenes Amt eben nicht ausüben sollte, zumal er mit seiner Haltung des „You’re fired“ nicht nur ständig über die Stränge schlägt, sondern obendrein keinerlei politische Erfolge vorweisen kann, ganz im Gegenteil, während seiner bisherig kurzen Amtszeit Armut und Gewalt im eigenen Lande erheblich zunahm, woran er selbst explizit nicht unbeteiligt ist mit Blick auf dessen Gewaltphantasien, die Polizisten gefälligst im Amte ausüben sollen.

Auf der politischen Weltbühne trat er ziemlich voraussehbar von einem Fettnäpfchen ins nächste, denken wir an den NATO-Gipfel, militärisches Klotzen mit entsprechenden unrealistischen Forderungen verdeutlichen Trumps Ahnungslosigkeit vom Militär selbst bishin zu kriegerischen Auseinandersetzungen, dessen Tragweite er sich wohl kaum oder gar nicht bewußt zu sein scheint. Man gönnt Frau Merkel verständlicherweise nicht unbedingt, daß sie nach dem G7-Gipfel Trumps Porzellan zusammenkehrte, ihr Antritt zur erneuten Bundeskanzlerwahl verheißt nichts gutes, läßt bei vielen Alarmglocken schrillen.

Von einer Katastrophe in die nächste oder gar letzte?

Mit einem solchen US-Präsidenten durchaus möglich, zumal die Beziehungen zu Russland im Gegensatz zur euphorischen Genugtuung der Neuen Rechten, die europaweit angesichts der Flüchtlingswellen einen neuen Auftrieb erhielt, die zugleich fabulierte, es folge der Bruderkuß zwischen Trump selbst und Putin, inzwischen sich gar verschlechterten. Das war von Beginn an zusammen mit der NATO-Osterweiterung vorprogrammiert, eine perfide, eiskalt einkalkulierte Entwicklung, die anscheinend ganz im Sinne aller Rüstungslobbyisten nach Fahrplan funktioniert. Der Weltfrieden sehenden Auges in die Katastrophe?

Dafür sorgen weltweit längst genügend Herrscher, denken wir neben Trump und Putin an Kim Jong-un, Erdoğan und etliche andere, die allesamt ein Hauptziel verfolgen: sich in den Mittelpunkt stellend notfalls per Gewalt die Interessen des eigenen Landes durchzusetzen, natürlich noch auf politisch diplomatischen Parkett. Doch es reicht der ein oder andere unbedachte Funken, um eine Kettenreaktion auszulösen, die niemand mehr zu stoppen vermag.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

Veröffentlicht unter Quergedachtes | Verschlagwortet mit , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Verteidigung ohne Sinn und Verstand

https://pixabay.com/de/das-milit%C3%A4r-infanterie-die-armee-1819855/

pixabay.com

Sie sind losgezogen, um ihre Ehre zu verteidigen,
in voller Kampfmontur,
bei 44 Grad im Schatten.
Lassen sich nie wieder beleidigen,
erst recht nicht auf dem Schulflur,
von jenen ungehobelten Ratten.

Der Kampf war kurz und erbarmungslos,
Schmerzensschreie erschallten den Hof,
als schon der Direktor hinzueilte,
losbrüllte: „Aufhören, ich bin der Boß!
Seid ihr noch zu retten, dermaßen doof?!“
Seine Sekretärin mit Verbandszeug bei ihnen weilte.

Was die Jugend sich alles erlaubte,
gehörte wohl zum Aufwachsen dazu.
Gleichwohl Gewalt heute mehr geschieht.
Wer damals noch an Gerechtigkeit glaubte,
dem passen auch jetzt noch keine Schuh,
egal, was man geflissentlich übersieht.

Sie zogen los, ihr Land zu verteidigen,
überstürzt und in Panik geraten,
die Luft bitterkalt bei Minus dreißig Grad.
Es gab nichts mehr zu beleidigen,
die wenigsten rochen den fiesen Braten,
jetzt ham se den Salat.

Die Städte zerstört, überall Leichengestank,
das Bild in den Köpfen haften bleibt,
wer solch Menschen nicht traut.
Da hocken sie nun grübelnd auf einer Bank,
was dort wohl an Gedanken sie antreibt,
seitdem sie sich damals arglos verhaut?

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Moment, ich sehe ihn

https://pixabay.com/de/santorini-treppe-blumen-80375/

pixabay.com

Stell dir vor,
da lebt jemand über dir,
nicht Tür an Tür.

Du hörst ihn ab und an
auf der Treppe,
nicht durch die Wand.

Seine Stimme ist vertraut,
er singt manchmal
ziemlich laut.

Moment, ich sehe ihn,
jetzt steht er schon
im Zimmer drin.

Da fällt es mir ein,
das muß
mein Ehemann sein.

Nafia

Kategorie: Gedichte

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Tabakindustrie auf aggressiven Vormarsch in Afrika unterwegs

Die legalste Droge braucht wohl mehr Abnehmer

Die Freiheit des Einzelnen möchte niemand untergraben, selbst wenn dieser sich seine Zigarette gönnt. Jede Sucht hat ihre Opfer, weil Hochglanzbroschüren und ganze Werbeindustrien ihnen ein gänzlich anderes Leben vorgaukeln wie die Schattenseiten der eintretenden krankmachenden Folgen. Das wird einfach ausgeblendet, besonders von Rauchern selbst. Verständlich, weil sie sich an dem Strohhalm ihrer Sucht klammern, die ihnen niemand wegnehmen darf.

Während hierzulande die Zahl der Nichtraucher erfreulicherweise endlich zunimmt, diesjährig die WHO zum Weltnichtrauchertag mit dem einfachen Motto auftrat, „Rauchen kostet. Nichtrauchen kostet nichts!“, entdeckt die Tabakindustrie neue Absatzmärkte für sich, nachdem die Umsatzzahlen in Europa seit Jahrzehnten längst gesunken sind, um nunmehr auf aggressiven Vormarsch in Afrika unterwegs zu sein.

Bevölkerungswachstum verspricht mehr Abnehmer

Zumal gerade in ärmeren Staaten und Schwellenländern kaum eine gesundheitliche Aufklärung vorliegt, insofern ein leichtes Spiel für die Tabaklobby. Verelendung und soziale Mißstände lassen ohnehin die Kriminalitätsrate ansteigen, der Griff nach Drogen blüht, daher eben auch zu der weltweit legalsten Droge, der Zigarette.

Das Bevölkerungswachstum verspricht ihr wesentlich mehr Abnehmer, von einer Steigerung auf nahezu eine Milliarde Menschen ist die Rede, somit ein mehrfacher Ausgleich rückläufiger europäischer Zahlen, die Tabakindustrie läßt sich jene Erfolge daher keinesfalls nehmen. Wer will sie noch aufhalten, was interessiert sie die Sorgen von Gesundheitsexperten? Hauptsache die Profite stimmen.

Entwicklungshilfe fördert ohnehin die Armut und schadet Afrikas Völkern viel eher

Wie Volker Seitz ausführlich und anschaulich in seinem Buch „Afrika wird armregiert oder Wie man Afrika wirklich helfen kann“ verdeutlichte, im Interview, welches wir mit ihm im Dezember 2015 führten, mahnt er zurecht die Korruption an, vermißt sinnvolle Bildungssysteme, kritisiert die Politik der Diskriminierung bäuerlicher Landwirtschaft.

Hat dieser Kontinent bereits schon neben etlichen Problemen auch mit dem Aids-Virus eine hohe Opferzahl, was somit die gesundheitliche Versorgung erheblich belastet, würde mit einem erhöhten Tabakkonsum er vor einer schier unlösbaren Aufgabe stehen. Das interessiert die Tabaklobby reichlich wenig, Grund genug wenigstens hierbei vor den bevorstehenden Gefahren hinzuweisen. Vielleicht nützen solche Appelle ein Stückweit oder können andere Initiativen hervorrufen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesundheit

Veröffentlicht unter Gesundheit | Verschlagwortet mit , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Registriertes zurückbringen

https://pixabay.com/de/maschine-registrieren-maschine-1966410/

pixabay.com

Von der Geburt bis zum Tod?

Es ist hinlänglich bekannt, mit dem ersten Schrei auf dieser Welt werden Menschen auf den Standesämtern registriert. Natürlich haben sich die Menschen schon im Mutterleib bemerkbar gemacht und wurden von ihrer Mutter registriert, aber die Registration in ein Register, der erste Eintrag in eine Liste erfolgt nach der Geburt.

In diesem Verzeichnis wird der Name, das Geschlecht eingetragen. Ja, im Krankenhaus oder auch durch die Hebamme sind die Größe, das Gewicht, die Uhrzeit, der Name, eventuelle Merkmale ebenso in einer Liste auf einer Datei bereits aufgeschrieben worden. Jedenfalls ab diesem Zeitpunkt hört das Registrieren nicht auf. Ob das Kind weint, ob es lächelt, wann es die ersten Worte sagt, wann es wie groß ist, wann die ersten Zähnchen zu sehen sind und vieles mehr wird so nebenbei oder gewissenhaft in ein Buch: Mein erstes Lebensjahr, eingetragen. Bei jedem Arztbesuch werden Symptome in das Kartenblatt im Dateikasten oder heutzutage direkt in die Datendatei auf dem PC aufgeführt.

Bis der Mensch dieses Erdenleben wieder verläßt, ist sein Leben in einer einzigen großen Registerdatei gespeichert und nicht nur da, ebenso in vielen kleinen, entweder amtlichen, behördlichen und privaten, beruflichen Listen, Tabellen. Verwunderlich dabei ist nicht die Registrierung, dazu gäbe es genügend für und wider zu beschreiben, aufzuzeigen, verwunderlich ist vielmehr das Zurückbringen.

Register, mittelhochdeutsch register, mittellateinisch registrum, Verzeichnis, lateinisch regerere, zurückbringen; eintragen, aus: re-, wieder, zurück und gerere, tragen, ausführen. Synonyme sind, Aufstellung, Index, Glossar, Übersicht, Tabelle, Liste, Datei.

Registrieren bedeutet, aufzeichnen, feststellen, gewahren, entdecken, bemerken, erfassen, notieren, buchen.

Wie kann „zurückbringen“ ein Ausdruck dafür sein, etwas zu notieren, sich einen Vermerk machen, eine Eintragung vornehmen? Oder wieder tragen, zurücktragen, wieder ausführen, zurück ausführen? Das ist doch nur möglich, wenn etwas bereits erfaßt wurde. Zurückbringen kann man nur etwas, das man vorher geholt hat oder sich hat bringen lassen. Genauso bei wieder ausführen, also nochmal etwas wiederholen, verwirrend?

Geht man davon aus, daß die ersten, das heißt ständigen, wiederholten Aufzeichnungen durch den Handel bedingt war, so wird die Erklärung für das Zurückbringen verständlich.

Die Registrierkassen beim Kaufmann notieren jede Ware, die verkauft wird. Der Vorgang des Verkaufs wird notiert. Der Händler kann aber nur verkaufen, wenn die Ware in seinem Laden steht oder in seinem Lager sich befindet. In der doppelten Buchführung kann man diesen Vorgang des Verkaufs durch Registrieren der Ware als Ausbuchung bezeichnen. Die Ware wurde quasi zurückgetragen, ausgebucht, gestrichen. Sie wurde registriert beim Einkauf im Lager und registriert beim Verkauf im Laden. Theoretisch könnte man dies auch mit einer doppelten Verneinung erklären. Denn obwohl die Ware durch diesen Vorgang nicht mehr im Besitz des Händlers ist, entsteht dem Kaufmann dennoch ein Plus an Kapitel.

In jeder Liste, Tabelle wird ständig, bis auf Ausnahmen, eingetragen, ausgetragen, verbessert, gelöscht, dazu notiert. Es ist ein zurück und wieder.

Der letzte Eintrag von unserem Leben wird das Sterbedatum beim Standesamt sein, behördlich gesehen. Unabhängig von möglichen anderen Daten, die in der Zwischenzeit von Geburt und Tod geführt wurden. Somit schließt sich der Kreis der Registrierung. Es ist einfach eine vereinfachte Form von einer Handlung „ausführen“. Anstatt Eintragung und Austragung, notieren und löschen, vermerken und ändern, reicht ein Wort, registrieren.

In diesem Sinne ist zu hoffen, daß die doppelte Verneinung für die Lebensspanne der Ein- Austragung ein Mehrwert für jeden Einzelnen darstellt. Möglicherweise könnten über den Sinn und Unsinn der vielen Daten, die gesammelt werden, ganze Ordner voll Argumenten aufgeführt werden, dennoch sei angemerkt (Randnotiz): Und darum kann kein Mensch nicht vergessen werden.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Kolumne

Veröffentlicht unter Kolumne | Verschlagwortet mit , , , | 2 Kommentare

Offene Schnürsenkel mit Claptons „Cocaine“

https://pixabay.com/de/vw-k%C3%A4fer-auto-lichter-scheinwerfer-693581/

pixabay.com

Haben Sie schon mal versucht, die Schnürsenkel Ihrer Schuhe zu binden, während Sie vorne als Fahrer im Auto sitzen? Na, dann wissen Sie ja, daß das kaum gelingen kann, egal wie schlank oder ein wenig füllig Sie sind, spielt eben keine Rolle dabei. Der enge Raum zwischen dem Lenkrad und dem Autositz bietet halt so gut wie keine Bewegungsfreiheit. Nach wenigen mühsamen Versuchen läßt man es halt.

Genauso erging es neulich Thea, die blöderweise äußerst hektisch in ihre gelben Turnschuhe schlüpfte, ohne Frühstück aus dem Haus stürzte, beinahe über ihre Schnürsenkel stolperte, dennoch in ihren Wagen stieg, um schließlich genervt festzustellen, daß sie besser noch schnell ihre Lieblingsschuhe binden sollte. Die zog sie zu beinahe allen Anlässen an, erst recht zu längeren Spaziergängen oder Besorgungen zu Fuß in der Stadt.

Bert hatte kurz zuvor sie angerufen, hatte um dringende Hilfe gebeten, sein Roller würde mal wieder streiken, er dürfe auf keinen Fall den Unitermin verpassen, es sei die letzte Chance, seine Nachklausur zu schreiben. Ihr Schulkollege aus alten Tagen studierte Architektur im vierten Semester, der Dozent in Statik hatte ihn auf dem Kieker, da dürfe er sich keinerlei Patzer mehr leisten, wie Bert Thea vorgestern bei einem Glas Wein erzählt hatte.

Und jetzt das noch, die gelben Turnschuhe ließen sich nicht im geringsten binden, die 26-Jährige fuhr völlig genervt los, konnte im letzten Moment scharf abbremsen, da ein jugendlicher Radfahrer ihr einfach die Vorfahrt nehmen wollte.

„Kannste nicht aufpassen, du Schnösel?!“, entfuhr es Thea ziemlich aufgebracht.

„Sorry, meene Schuld, hab dir nich jesehen“, entschuldigte sich der Junge und fuhr direkt weiter.

Sie zeigte ihm noch einen Vogel und setzte ihre Fahrt fort, schließlich wartete bestimmt schon Bert völlig ungeduldig. Um diese Zeit war der Berufsverkehr in vollem Gange, gerade in der Leibnizstraße floss der Verkehr eher zähflüssig. Ganz dahinten sah sie schon den Ku’damm, um die Ecke wollte Bert auf sie warten, als plötzlich ihre Beifahrertür aufgerissen wurde und Bert sich lachend neben sie setzte. Thea blieb fast vor Schreck das Herz stehen.

„Na, das ist aber eine Überraschung, mein Lieber. Umso besser, dann drehe ich mal da vorn, somit haben wir Zeit gespart, und du kommst nicht ganz zu abgehetzt zur Uni, oder“, begrüßte Thea ihn.

„Danke, klasse Idee. Was haste denn mit deinen Latschen gemacht, du solltest mal die Schnürsenkel zubinden, oder?“

„Mach ich, sobald ich dich abgeliefert habe. Deine Klausur hat jetzt oberste Priorität, der Herr“, erwiderte Thea lächelnd, „ und bist du aufgeregt und vor allem gut vorbereitet?“

„Natürlich, du weißt doch, meine letzte Chance. Hast du heute abend schon was vor? Ich würde dich gern zum Essen einladen“, sagte Bert.

„Nö, hab ich nicht. Gerne doch, wie wär’s beim Inder bei mir um die Ecke?“ Bert nickte mit einem Grinsen auf dem Gesicht, kramte eine CD hervor, die sich irgendwo im Handschuhfach befand, Theas Auto war nicht unbedingt das ordentlichste, überall das blühende Chaos. Wenigstens war sie Nichtraucherin, das hätte noch gefehlt, ein übervoller, stinkender Aschenbecher.

„Ah, was haben wir denn da? Eric Claptons „Story“, sehr schön, ich liebe den ersten Song „Cocaine“. Der Song selbst war 1976 erschienen. Ich weiß, interessiert dich nicht sonderlich, aber die Mucke von ihm schon“ , bemerkte Bert und wippte mit den Füßen und Beinen im Takt zum Song, Thea drehte die Lautstärke noch höher, bei offenem Fenster machte es den beiden sichtbaren Spaß, ebenso die anderen Verkehrsteilnehmer zu beschallen. Eine Alte im Rollator winkte ihnen zu und ließ ihre Hüften lachend kreisen.

Als der rote VW-Käfer die TU in der Straße des 17. Juni erreichte, bedankte sich Bert bei Thea mit einem liebevollen Kuß auf der rechten Wange und eilte zum Eingang, während die Brunette endlich ausstieg, um ihre Turnschuhe doch noch zu binden. Nie wieder, schwor sich die junge Lehrerin, stieg wieder ein und fuhr musikhörend weiter.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Kurzgeschichten

Veröffentlicht unter Kurzgeschichten | Verschlagwortet mit , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Weltfrieden: Sehenden Auges in die Katastrophe?

https://pixabay.com/de/zerst%C3%B6rung-apokalypse-krieg-2541544/

pixabay.com

Stell dir mal vor, niemand will Krieg, aber alle rüsten auf

Endzeitszenarien haben ohnehin keineswegs an Dramatik verloren, ganz im Gegenteil, je länger die bedrohlichen Komponenten vielmehr zunehmen, desto wahrscheinlicher bedrohen sie alles Leben auf Erden. Das wissen die meisten, spätestens seit den beiden Atombombenabwürfen auf Japan durch die USA wurde der Menschheit verdeutlicht, welch grausame Vernichtung, selbst Jahrzehnte später an Leid noch anhält.

In der Zeit des Kalten Krieges herrschte noch ein gewisses Gleichgewicht zwischen den beiden Supermächten. Inzwischen schaut es aber anders aus, schlittert der Weltfrieden etwa sehenden Auges in die Katastrophe? Stell dir mal vor, niemand will Krieg, aber alle rüsten auf. Wer dabei noch an Frieden glaubt, möge seinen politischen Verstand besser überdenken. Das kann mitnichten gutgehen.

Mit dem Maidan-Putsch begann der Handelskrieg zwischen den USA und Russland

Der in Wirklichkeit gar seinen Anfang mit der Osterweiterung durch die NATO nahm, aber das wird gern schöngeredet, gerade von einer EU, die viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt die USA stets gewähren ließ. Seitdem im Weißen Haus dieser 45. Präsident schaltet und waltet, herrscht viel Unsicherheit dort im Lande selbst als auch auf international politischer Bühne.

Die zunehmende Isolation des Hegemons, ein Donald Trump, der nunmehr die jüngsten Russland-Sanktionen unterschreiben will, verdeutlichen die ganze Problematik, die durch den im Jahre 2013 entstandenen Maidan-Putsch ihren Anfang nahm und längst in einen offenen Handelskrieg mündet. Keine guten Aussichten für den Weltfrieden, zumal ganz andere Konstellationen mitschwingen, denkt man an Nordkorea.

Kim Jong-un funktioniert im perfiden Spiel der Mächte

Nicht wie ein Aufziehmännchen, das wäre dann doch zu banal, aber von einer Deeskalation im Nordkorea-Konflikt kann keine Rede sein, ganz im Gegenteil. Dabei verstärkt sich der Eindruck, daß die beteiligten Staaten im Hintergrund wie Russland und China Kim Jong-un zu lange schon gewähren lassen. Mit Absicht, wird er dem perfiden Spiel der Mächte etwa gerecht?

Eine Wiederholung der Kuba-Krise? Nur mit dem Unterschied, daß nicht russische Atomwaffen die USA bedrohen, sondern jetzt nordkoreanische? Und dabei soll ein Donald Trump seelenruhig und gelassen zuschauen, wird schon schiefgehen, der halte sich im Zaum? Das darf nicht nur, das sollte angezweifelt werden, die Konsequenzen könnten mit einmal eine erhebliche Eskalation hervorrufen, die alles andere als friedfertig sich verselbständigen vermag. Stell dir mal vor, niemand will Krieg, aber alle rüsten auf. Die Zeit der Drohgebährden hat eine kürzere Verweildauer, zu viele Interessen sind inzwischen beteiligt.

Solange Gewalt untereinander unsere Spezies beherrscht, werden auch Kriege auf Mutter Erde wüten. Erst wenn im kollektiven Gedächtnis haften geblieben, daß spirituelle Wege Verbindungen mit dem Kosmos ermöglichen, beginnt eine gänzlich andere Dimension, die man zurecht als Frieden bezeichnen darf.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

Veröffentlicht unter Quergedachtes | Verschlagwortet mit , , , | 3 Kommentare