Weltfrieden: Sehenden Auges in die Katastrophe?

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Stell dir mal vor, niemand will Krieg, aber alle rüsten auf

Endzeitszenarien haben ohnehin keineswegs an Dramatik verloren, ganz im Gegenteil, je länger die bedrohlichen Komponenten vielmehr zunehmen, desto wahrscheinlicher bedrohen sie alles Leben auf Erden. Das wissen die meisten, spätestens seit den beiden Atombombenabwürfen auf Japan durch die USA wurde der Menschheit verdeutlicht, welch grausame Vernichtung, selbst Jahrzehnte später an Leid noch anhält.

In der Zeit des Kalten Krieges herrschte noch ein gewisses Gleichgewicht zwischen den beiden Supermächten. Inzwischen schaut es aber anders aus, schlittert der Weltfrieden etwa sehenden Auges in die Katastrophe? Stell dir mal vor, niemand will Krieg, aber alle rüsten auf. Wer dabei noch an Frieden glaubt, möge seinen politischen Verstand besser überdenken. Das kann mitnichten gutgehen.

Mit dem Maidan-Putsch begann der Handelskrieg zwischen den USA und Russland

Der in Wirklichkeit gar seinen Anfang mit der Osterweiterung durch die NATO nahm, aber das wird gern schöngeredet, gerade von einer EU, die viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt die USA stets gewähren ließ. Seitdem im Weißen Haus dieser 45. Präsident schaltet und waltet, herrscht viel Unsicherheit dort im Lande selbst als auch auf international politischer Bühne.

Die zunehmende Isolation des Hegemons, ein Donald Trump, der nunmehr die jüngsten Russland-Sanktionen unterschreiben will, verdeutlichen die ganze Problematik, die durch den im Jahre 2013 entstandenen Maidan-Putsch ihren Anfang nahm und längst in einen offenen Handelskrieg mündet. Keine guten Aussichten für den Weltfrieden, zumal ganz andere Konstellationen mitschwingen, denkt man an Nordkorea.

Kim Jong-un funktioniert im perfiden Spiel der Mächte

Nicht wie ein Aufziehmännchen, das wäre dann doch zu banal, aber von einer Deeskalation im Nordkorea-Konflikt kann keine Rede sein, ganz im Gegenteil. Dabei verstärkt sich der Eindruck, daß die beteiligten Staaten im Hintergrund wie Russland und China Kim Jong-un zu lange schon gewähren lassen. Mit Absicht, wird er dem perfiden Spiel der Mächte etwa gerecht?

Eine Wiederholung der Kuba-Krise? Nur mit dem Unterschied, daß nicht russische Atomwaffen die USA bedrohen, sondern jetzt nordkoreanische? Und dabei soll ein Donald Trump seelenruhig und gelassen zuschauen, wird schon schiefgehen, der halte sich im Zaum? Das darf nicht nur, das sollte angezweifelt werden, die Konsequenzen könnten mit einmal eine erhebliche Eskalation hervorrufen, die alles andere als friedfertig sich verselbständigen vermag. Stell dir mal vor, niemand will Krieg, aber alle rüsten auf. Die Zeit der Drohgebährden hat eine kürzere Verweildauer, zu viele Interessen sind inzwischen beteiligt.

Solange Gewalt untereinander unsere Spezies beherrscht, werden auch Kriege auf Mutter Erde wüten. Erst wenn im kollektiven Gedächtnis haften geblieben, daß spirituelle Wege Verbindungen mit dem Kosmos ermöglichen, beginnt eine gänzlich andere Dimension, die man zurecht als Frieden bezeichnen darf.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Nennt es Hingabe

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Die Edeltraut, die Edeltraut,
die ist mir sowas von vertraut,
nicht daß sie mein Liebchen wär,
das ist eine ungeheuerliche Mär.

Nur weil ich öfters mit ihr quatsche,
hab ich doch keinen an der Klatsche.
Ich fahr halt leidenschaftlich an ihr ab,
geb ihr mal einen tätschelnden Klaps.

Keine ist so lange mir treu geblieben,
und da soll ich sie dafür nicht lieben?
Nicht immer ist sie in Höchstform,
sie hat Macken, wer ist befreit davon?

Ich mag ihr Geschnurre, Geschnaufe,
drum Edeltraut ich den Oldtimer taufte.
Nennt es Liebe, ich nenn es Hingabe,
ihr Name vor dem Verschrotten bewahre.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Die Überwachung durch das Kapital als Chance betrachten

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Ansatz einer Utopie?

Vorab möchte ich erwähnen, das ich Gegner der unnötigen Überwachung der einzelnen Privatperson bin, möchte allerdings das Worst-Case-Szenario der Überwachung mit einem reellen, positiven Gedankengang untermalen. Dieser Text soll den Ansatz einer Utopie/ Ideologie liefern.

Aus dem System der kompletten Überwachung, der Spionage, der Verglasung des Individuums lässt sich faktisch deutlich mehr Negatives ersehen als Positives. Es wird dem Endverbraucher ein scheinheiliger praktischer Nutzen, beispielsweise des bargeldlosen Bezahlens, vorgegaukelt, um ihn ruhig zu halten und zufrieden zu stellen.

Der Bezahlvorgang soll somit vermeintlich vereinfacht werden, jedoch kriegen Banken letztendlich einen weiten Einblick in das Privatleben des Bürgers, wie ihn sonst vorher keiner hatte. Überwachung des privaten Bereiches, 24 Stunden am Tag von Montag bis Sonntag, wollen wir das?

Das bargeldose Bezahlen kann eine reale Bedrohung darstellen, wie Berichte aus einzelnen Dörfern zeigen, wo Kleinstunternehmen brachiale Gewinneinbußen verarbeiten und korrigieren mussten, um vorläufig den Betrieb zu halten und noch keine Insolvenz anmelden zu müssen, wie der Bericht „Wenn die einzige Bank samt Geldautomat aus dem Dorf verschwindet“ zeigte.

Beispielhafte Probleme, die auf jeden einzelnen zukommen, sind Einsicht in:

  • Essgewohnheiten
  • Trinkverhalten
  • Abendgestaltung
  • Freizeitgestaltung
  • Liebesleben
  • Pflege der sozialen Kontakte
  • Soziales Umfeld im Allgemeinen
  • Gesundheit
  • Psyche (u.a. auch am Konsumverhalten des Einzelnen ersichtlich)

Kurz zusammengefasst, ist die Wahrung der persönlichen, privaten Geheimnisse und Vorlieben nicht mehr gegeben, und wir sind nicht mal im privaten Bereich undurchsichtig. Selbst wenn einzelne Mitarbeiter der Banken keinen Einblick in den Privatbereich des Kunden haben werden, wovon ich ausgehe, da die Privatperson geschützt werden muss, hat die Bankleitung genug Einblick und begehrenswertes Material für Versicherungen etc. Der einzelne Kunde ist dann nur noch Kapitalobjekt, Spekulationsobjekt für Versicherung, Bank, Krankenkasse und schutzlos ausgeliefert.

Wie man bisher unklar vernehmen kann, überwiegt das Negative deutlich. Trotzdem lässt sich als Resultat dieser grauen Zeit ein utopischer Ansatz einer solidarischen Gesellschaft generieren, welcher nach einiger Zeit automatisch in Gang gesetzt wird aus Eigenschutz und als Kettenreaktion weiterverläuft.

Die Rede ist von einer parallel funktionierenden Gesellschaft, welche sozial und solidarisch wirtschaftet in einem anarchistischen, autonomen System. Eine erbrachte Hilfeleistung könnte eine hochwertigere Gegenleistung als Geld produzieren, sie könnte ein Stückweit Privatleben wiedergeben.

In dem Falle ist dies keine Versklavung des Arbeitnehmers, sondern ein rekonstruiertes Arbeitsverhältnis, in dem beide Parteien voneinander profitieren. Der Arbeitnehmer erbringt eine gewisse Leistung, dafür bekommt er anstatt Geld einen Sachwert vom Arbeitgeber, welcher ihn nicht gläsern werden lässt.

Als Beispiel zur genaueren Erläuterung des Ablaufes dient eine Kneipe:

Die Trinkgewohnheiten einer Privatperson sind Teil seiner Selbstbestimmung und zunächst ein schützenswertes Gut, solange kein Risiko vorliegt und ein Arzt zurate gezogen wird. Dieses möchte er so gut wie möglich schützen, kann dies aber nicht, da er nur noch mit seiner Geldkarte zahlen kann.

Nun kann er mit dem Wirt/Kneipier aushandeln, dass er als „Freund“ geldlos bei ihm aushilft und sich seine Getränke mit seiner Arbeitsleistung verdient. Sprich, er steigert die Wirtschaftsleistung des Unternehmens, wird evtl. nicht wertgleich zum Geld entlohnt (Stundenlohn 10 Euro pro gearbeitete Stunde kriegt er nicht die 10 Euro in Bier ausgezahlt, sondern nur 2 Bier), hat aber ein Stückweit Privatsphäre gewonnen.

Wenn das Angebot nicht passt, wechselt der Privatmann die Wirtschaft und fragt bei einer anderen an, bis ihm dieser ein passendes Angebot macht, ähnlich dem Urlaubsausgleich beim Überstundensystem in Großbetrieben. Dieses System funktioniert, ohne dass der Staat, bzw. Banken, Versicherungen etc. darauf einwirken können und beschreibt einen massiven Kontrollverlust.

Letztendlich könnte dieses anarchistische System ein Weg aus dem Kapitalismus sein, hinein in eine sozialistische Gesellschaft, in der jeder Mensch als gleichwertiger Geschäftsmann und Arbeiter angesehen wird. Man sollte eine Überwachung als Gegner, diese nicht zwangsläufig als ausweglose Niederlage, sondern als Chance wahrnehmen, immerhin kann man das Monopol des Kapitals massiv schädigen.

Nils Rudolph

Kategorie: Wirtschaft/Finanzen

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Welch kriegerischer Chor – von Einsicht keine Spur

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Satirischer Rückblick…

Mensch bleibt einfach stur? Dennoch sollte man nicht alle über einen Kamm scheren, ebenso nicht ständig sie belehren, ihr Los liegt somit in eigener Hand, selbst wenn am Ende von dieser Erde verschwand. Schreibt’s an jede Wand: Wir haben es noch rechtzeitig erkannt.

Sie ist das Traumland für Schlafwandler allenthalben? Fliegt des tags mit sämtlichen Schwalben? Ob Muse, das Niemals oder die Zeit – alles unterliegt der Ewigkeit! Trotzdem bleibt das UN-Atomwaffenverbot letztlich wirkungslos, der Hegemon meint, er sei der Boß – ein im Sterben liegendes Kind still weint.

Schwadronieren, wild und planlos um sich schlagen, einiges wird passieren, kaum zu ertragen. Das ist ja der Hohn, Mensch kennt das zu lange schon. Da hockt er nun, der Steinmeier, präsentiert sich trotz Krisen souverän, selbstgefälliges Tun, stets dieselbe Leier man erwähn’. Was schon meine Großeltern wußten, lassen jetzt zu all jene Bestußten.

Genau, seht her, ist keine Mär: Bei Aldi gibt’s bald keine Plastik- und Papiertüten mehr. Wow. Ein richtiger Schritt, den dieser Discounter damit betritt. Man darf auf Nachahmer hoffen, wo doch zu lange schon unsere Umwelt betroffen. Schaut besser hin, das ist der Sinn. Wetterkapriolen kein Zufall so kurz vorm großen Knall. Das kommt mitnichten von ungefähr, drum manch Prophezeiung ohne Anspruch auf Gewähr.

Was will man mehr? Entblößtes Denken kann manchem die Freiheit schenken, mal über den Tellerrand zu schauen, er sollte sich halt nur trauen. Nicht so wie jener Rechtsextremismus, das ist stuß. Zurecht wurde die identitär reaktionäre Schiffahrt jäh gestoppt. Die sind doch allesamt bekloppt, solch rassistisches Gedankengut zu verbreiten. Kein Zurück in alte Zeiten!

Die Dingens manch einer meint, wenn kein passender Ausdruck parat, oh wie schad, wie’s scheint. Meldungen das Sommerloch mögen füllen oder sich in Schweigen hüllen? Wenn Haie Angie veranlassen, Jean-Claude anzurufen, damit ist nun gar nicht zu spaßen, folgt inniges Fluchen. Zurück zum Ernst der Lage, gerad die Tage. Taufen, tief einsinken oder Einkehr nach innen, es heißt nicht umsonst besinnen.

Drum Mensch sein Handeln täglich überdenken sollte, was sein darf oder er eben nicht wollte, wenn Donner grollte. Ihn entsprechende Einsicht einholte. Die nutzt nicht viel, wenn verloren das hehre Ziel zum Wohle aller auf Erden. Das kann nichts werden. Und so schließt sich der Kreis, mal laut, mal leis, wer genauer hinschaut.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

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Taufen, tief einsinken oder Einkehr nach innen

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Eine Auseinandersetzung mit der Religion?

Es war üblich, ist es noch, möglichweise wird es nicht mehr so streng gehandhabt wie in früheren Zeiten, wie auch immer, Kinder wurden getauft, entweder ziemlich schnell nach der Geburt, das heißt innerhalb von ein paar Wochen oder in Ausnahmefällen, wenn das Kind selbständig bei der Taufzeremonie „ja“ sagen konnte.

Wer nicht getauft war und somit keiner Religionsgemeinschaft angehörte, hatte bisweilen einen schweren Stand in der Gesellschaft, vor allen Dingen im ländlichen Raum. Also ließ man die Kinder taufen, damit das Kind und die Familie nicht zum Außenseiter wurde. Selbst die Zugehörigkeit zu einer anderen Religionsgemeinschaft konnte im Kindergarten, Schule, Beruf zu Schwierigkeiten führen. Aber dies sei hier nur am Rande bemerkt. Es war eben nicht nur die Taufe an und für sich wichtig, sondern öfters auch wer die Taufe vorgenommen hatte und welche Religionszugehörigkeit damit angenommen wurde.

Taufen, mittelhochdeutsch toufen, althochdeutsch toufan, tief, wohl ursprünglich, tief machen (tief ins Wasser ein-, untertauchen) Andere Begriffe sind, benennen, das Taufsakrament spenden, mit einem Namen versehen.

Tief, althochdeutsch tiuf, eingesunken, hohl. Synonyme sind, bodenlos, abgrundtief, unten.

Nun könnte man sich damit zufriedengeben in der Erklärung des Wortes „taufen“, da ja hinlänglich Taufzeremonien bekannt sind, die Menschen bekommen Wasser über den Kopf oder werden untergetaucht. Aber das wäre schlicht zu einfach, warum man für eine wichtige Handlung in fast jeder Religion, die Menschen „untertaucht“. Es ist das hierfür ursprüngliche Wort „tief“, das vielmehr die eigentliche wichtige Aussage für das Taufen bedeutet.

Und zwar nicht das „tief“, das einen Höhenunterschied beschreibt, sondern die Tiefe, die gemeint ist, wenn jemand in etwas versunken ist. Oder mit den Ausdrücken, tief bewegt, tief gekränkt, zu tiefst beleidigt, tief empfundenes Mitgefühl, tieferer Sinn, tief blickend. All diese Ausdrücke erklären durch das „tief“ eine gesteigerte Form der Aussage. Die Vertiefung in eine Sache bedeutet nicht nur eine Versunkenheit, sondern auch eine gleichzeitige „Erhöhung“ des Wissens und kann einem Zustand der absoluten „Erkenntnis“ gleichkommen. Ob Sie, während Sie über etwas nachsinniert haben, in ein Buch vertieft waren oder während des Betrachtens einer Aussicht, Kunstwerkes oder was immer Sie fasziniert hat, abrupt unterbrochen werden, so kann es sein, daß Sie sich erstmal wieder „geistig“ neu sortieren müssen. Es scheint ein gedanklicher Ausflug bei Tage zu sein, der einer Erwachung von einem Traum ähnelt.

Diese Tiefe könnte auch Erhöhung genannt werden, oder? Erhöhung steht für Beflügelung, Stärkung, Belebung, Vergrößerung, Aktivierung, Steigerung. Die Tiefe steht für Abgrund, Hintersinn, Tiefsinn, Intensität, Schwere, Weite, Inneres.

Stille Wasser gründen tief, sagt man so allgemein für eine Beschreibung eines Menschen, der nicht viel Aufhebens um eine Sache macht, vielleicht auch nicht so viel spricht, aber wenn er sich äußert, eine Aussage trifft, die Hand und Fuß hat, also wohlüberlegt und tiefgründig ist. Die Taufe symbolisiert eine tiefe Auseinandersetzung mit der jeweiligen Religion, dies bereits im Vorfeld, also bevor das Kind selbst sich eigene Gedanken über den tieferen Sinn des jeweiligen Glaubens machen kann. Es ist eine Vorwegnahme für seine Beschäftigung mit dem Glauben. Natürlich ist dies nur eine der vielen anderen Beweggründe für eine Taufe.

In diese Tiefe kann man versinken, in ihr kann man ins Bodenlose fallen, sie hohl vorfinden, keinen Ausweg mehr sehen, verschüttet werden. Wäre es nicht angemessener gewesen, die Erhöhung, die Beflügelung für die Auseinandersetzung mit einer Religion zu benennen? Wahrscheinlich nicht, denn aus einer Höhe kann man abstürzen, durch Winde abgetrieben, an Felswände geschmettert, vom Blitz getroffen werden.

Eventuell steckt auch in der Namensgebung „taufen“, tiefmachen, die Erkenntnis, daß Beflügelungen eher zu Hochmut führen können als Abgründe. Im Bergbau ist „die Teufe“ das Wort für Abgrund und Bodenloses. Und wer meint, die Tiefe des Universums hätte einen Boden und keinen Abgrund, der möge noch einmal in sich versinken und über die Gefahren des Weltalls nachdenken.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Kolumne

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Wenn Haie Angie veranlassen, Jean-Claude anzurufen

Oder warum bestimmte Meldungen das Sommerloch füllen sollen

Während die einen darauf bestehen, die Medien als Lügner hinzustellen, manche verschwörungstheoretische Diskussionen anleiern, meinen andere wiederum, sie müßten mit aller Gewalt die Buntblattpresse toppen. Einerlei, das gehört wohl zum Geschäft, Hauptsache der Euro rollt.

Urlaubszeit ebenso für gestreßte Politiker wie Angie, genau die Angie, die den G20-Gipfel unbedingt ins Leben gerufen hatte, billigend die daraus resultierende Gewalt in Kauf nehmend, ein gewolltes Szenarium, um aufmarschierende Polizei zu rechtfertigen, der geprobte Super-Gau bei Massendemos. Die Bundeskanzlerin soll in Sulden der Südtiroler Berge ihre Ferien genießen laut jenes Schmierenblattes mit den vier Großbuchstaben.

Völlig egal, ob’s zutrifft oder nicht, wichtig nur, daß bestimmte Meldungen das Sommerloch füllen, zumal diesjährig weder eine Fußball-EM noch eine Fußball-WM stattfindet. Sei’s drum, Wetterkapriolen können durchaus dienlich sein. Nein, keine Flutwellenopfer, sondern Haie im Hauptbahnhof von Hannover. Sie haben richtig gelesen, die possierlichen Fische verirrten sich nach dem letztmaligen Unwetter dorthin, wie der Benno mit einem aktuellen Bild per Twitter zum Besten gab.

Herrlich präsentierte Photomontagen machten im Internet die Runde, selbst Angie errreichten jene Eindrücke schließlich in bergiger Höhe. Entrüstung mit einem Anflug von innerlich anwachsenden Zornesausbrüchen ließen der Bundeskanzlerin keine Ruhe mehr, dabei nahm sie keinerlei Rücksicht, wo sich dieser Jean-Claude Juncker herumtrieb, einzig und allein zählte jetzt, ihn möglichst schnell in Kenntnis zu setzen, was die EU mal wieder verbockt habe.

Niemand anders kann für jenen Skandal zur Rechenschaft gezogen werden, obendrein hat Angie Jean-Claude schon länger in Verdacht, sieht Verbindungen zur Hannover-Szene. Gedacht, getan, schnell mal das Smartphone zückte, längst wissend, daß etliche Dienste mitlauschen und -lesen. Der EU-Kommissionspräsident stellte sich in diesem Augenblick den Fragen von Pressevertretern zusammen mit dem slowakischen Regierungschef Robert Fico, der zu diesem Zeitpunkt in Brüssel sich befand.

Üblicherweise stellen professionelle Politiker bei solchen Anlässen natürlich ihre Handys aus, Jean-Claude hatte es wohl vergessen, es klingelte prompt. Sichtlich ob seines Malheurs verärgert, zog der Betroffene mit den Worten sein Handy entschuldigend aus der Anzugjacke, seine Frau sei am Ende der Leitung. Schnell korrigierte er sich jedoch, als er die Nummer von Angie erkannte, und drückte ihren Anruf einfach weg.

Das Nachspiel wollen wir Ihnen selbstverständlich nicht vorenthalten. Hinterher rief Jean-Claude somit Angie um Entschuldigungsworte ringend zurück, welche sie äußerst distanziert und kühl zwar annahm, aber daraufhin ihm eine Standpauke hielt, wieso denn Haie den Weg zum Bahnhof von Hannover gefunden hätten. Dessen Rechtfertigungsgründe verbleiben im Dunkeln, aber das kennen wir Bürger ja, denken wir an etliche Geheimverhandlungen wie z.B. bei diversen Freihandelsabkommen. Politik as usual.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

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Die Dingens

Die Dingens,
die Dings,
nein, nicht die Nadine,
die mit dem Dings,
dem, du weißt
schon, dem,
nicht dem Jens,
Klaus-Peter,
denke Klaus-Peter
oder war’s Klaus-Dieter,
jedenfalls die Dingens,
die hab ich wiedergesehen,
beim, an der Theke stehen,
für die Konzertkarten,
man mußt ich da
lange warten,
die ist jetzt,
die hat nen Job
im Netz.

Wow,
echt jetzt,
die ist auf
YouTube,
Facebook,
Twitter,
Instagram?
Da werd ich gleich
mal Fan!
Das ist ja der Hammer,
die Nadine, die Dings
mit dem Jens.
Nein die, die mit Klaus-Dieter,
die hieß doch
Lisa Hüter,
oder war’s doch
Nadine,
Mensch,
das fetzt irgendwie,
echt jetzt.

Hab kurz mit ihr
gesprochen,
sie war fast
erschrocken,
als sie mich erkannte.
Antje,
du stehst hier
für Justin Bieber an?
Mannomann!
Nun ja!
Brauchst dich nicht
genieren,
im Alter hat man
nichts zu verlieren.
Hundertzwanzig macht das
und noch viel Spaß!
Bei Netz-Konzert
kauf ich demnächst
niemals mehr
eine Karte,
ich schwör.

Peinlich,
Justin Bieber?
Peinlich ihre
vorlaute
Schnauze,
vor all den Leut,
das Alter
anzusprechen.
YouTube,
Twitter,
die doch nicht,
die Schlauste
war sie nie,
die Dingens,
die Stefanie.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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