Zucker: Schädlicher Isoglucose aus den USA auf dem Vormarsch

EU genehmigt einfach den gefährlichen Industriezucker

Eigentlich sollte sich längst herumgesprochen haben, daß sowohl die Wirtschaft als auch die verantwortliche Politik sich nicht im geringsten um das Wohl der Bevölkerung scheren, ganz im Gegenteil sehr viele gesundheitliche Risiken in Kauf genommen werden. Die Liste schädlicher Stoffe vergrößert sich täglich, während ganze Industriezweige davon profitieren.

Eine anhaltend korrupte Gesellschaft läßt solche kriminellen Handlungen zu, ohne daß eine entscheidende Verbesserung sich einstellen kann, obwohl etliche Widerstände initiiert wurden, sehr selten sogar mit Erfolg. Der billige, künstlich hergestellte Industriezucker Isoglucose wurde seitens der EU einfach genehmigt, Brüssel agierte wohl eher im Stillen, Beschränkungen wurden offensichtlich aufgehoben. Kommt ein derartiges Verhalten uns nicht bekannt vor, denkt man ans TTIP?

Mit gentechnischem Mais versetzt obwohl in Deutschland unzulässig

Was nutzen all die Verbote und Bestimmungen, die europäische und vor allem deutsche gentechnische Lebensmittel vermeiden wollen, wenn duch die Hintertür Konzerne dennoch nach Gutdünken schalten und walten dürfen? Immer mehr Verbraucher meiden den normalen Industriezucker, selbst Dextro Energy stand im Fokus der Kritik, ein Grund mehr die Vebraucher erst recht zu täuschen?

Ganz offensichtlich, mit freundlicher, selbstgefälliger Unterstützung seitens der EU. Vor knapp zwei Jahren wies Frontal 21 auf die lauernden, gesundheitsschädlichen Gefahren vom Isoclucose-Sirup hin, bemängelte die Haltung Brüssels.

Nicht nur vom Genmais gehen erhebliche Gefahren aus, sondern unser Gehirn reagiert auf die Botenstoffe der Monosaccharide im Maissirup, schaltet somit den Sättigungseffekt aus. Beim normalen Zucker wirkt dieser durch die Polysaccharide wenigstens noch. Das wurde in den USA inzwischen längst erkannt, die Ergebnisse einer zugenommenen Fettleibigkeit veranschaulichten diese Effekte. Obendrein führt Fructoseintoleramz zu Blähungen, Bauchkrämpfen, Durchfall, Kopfschmerzen und Übelkeit.

Welche Möglichkeiten hat der Verbraucher, sich vor Isoglucose zu schützen?

Vermeiden Sie sämtliche Eiscremes, Fertigsaucen oder -salate, Fruchtjoghurts, Milchreis, Puddings, Eiscremes, Kekse, Ketchup, Kuchen, Obstkonserven etc., lesen Sie ganz genau die Angaben der Inhaltsstoffe durch. Auch wenn bereits weit über 70 unterschiedliche Bezeichnungen für Zuckerarten die Lebensmittelindustrie parat hat, wie z.B. Glukosesirup, karamellisierter Zucker, Lukose-Fruktose-Sirup, Magermilchpulver, Maltodextrin, Milchzucker, Molkenerzeugnis, Süßmolkenpulver und gezuckerte Kondens-milch, Vollmichpulver, am besten und wirkungsvollsten, die oben genannten Produkte meiden, das wäre der sicherste Weg.

Ansonsten bleibt dem aufmerksamen Verbraucher nichts anderes übrig, als möglichst wenig derartige Lebensmittel zu konsumieren. Obendrein beginnt vielleicht eine größere Aufmerksamkeit sich durchzusetzen, bevor diese Lebensmittelindustrie noch mehr gesundheitsschädliche Produkte den Menschen zumutet.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Verbraucherschutz

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Abzüglich der Anzüglichkeiten

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Bitte um Korrektur des Textes, damit er abzüglich der Anzüglichkeiten klar verständlich von jedem Leser verstanden werden kann:

Der Richter stand, vornübergebeugt, mit heruntergelassener Hose seitlich des Richterpultes vor dem Fenster und fingerte oberhalb seiner Schenkel mit geschäftigen flinken Bewegungen, die durch den halb hochgeschlagenen Talar zu erkennen waren, an sich herum. So jedenfalls beschrieben es die ersten Zeugen, die den Gerichtssaal betraten, um an der Gerichtsverhandlung als Zuhörer teilzunehmen. Da auch Kinder anwesend waren, denen allerdings sofort mit Händen die Augen geschützt wurden vor diesem Anblick, aber niemand konnte später sagen, wie schnell die Reaktionen waren, es könnte nicht mit Sicherheit gesagt werden, was die Kinder schon gesehen hätten, als sie in dem Tumult, der durch den Schrei einer Frau ausgelöst worden war, hinausgeführt wurden, war dieses Geschehen sogar in den Abendnachrichten gemeldet worden.

Obwohl es sofort, nachdem Sicherheitskräfte, die gerufen worden waren, um die aufgeregte Menge zu beruhigen, eine einfache Erklärung gab, die eindeutig keine anrüchige Handlungsweise des Richters darstellte, kam es dennoch zu einer Anklage, die angeheizt von dem örtlichen Verein zur kulturellen Aufklärung der Lebensweise des Menschen, wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, die seit Anbeginn der Menschheit erwiesenen Wertevorstellungen aufzuzeigen, so daß sämtliche Journalisten in der kleinen Stadt die Hotelzimmer schon Tage vorher belegten. Und nicht nur die Hotels waren ausgebucht, es gab keinen freien Raum in der ganzen Stadt, der nicht vermietet worden wäre. Sogar Garagen, Schuppen, Baumhäuser dienten der Unterbringung für Nachrichtensprecher und ihr Gefolge, für Reporter, für Personen, die sich als Zeitungsschreiber ausgaben, für Photographen, Autoren, es hatte den Anschein, die Hälfte der Bevölkerung des Landes würde einem Beruf zur Wahrung der Meinungsfreiheit nachgehen.

An den unterschiedlichsten Orten gingen, liefen, rannten, schlenderten, eilten, spazierten mit Rucksäcken, Taschen ausgestattete Männer und Frauen durch die Straßen und befragten die Anwohner, lichteten Personen, Plätze, Tiere, egal ob Haustier oder die Enten im Park ab. Dabei kam es immer wieder zu tumultartigen Zusammenkünften, wenn ein auskunftswilliger Bewohner den freundlich, neugierig blickenden Umstehenden, die als verwerflich dargestellte Handlung des Richters in aller Ausführlichkeit vorführten. Manche bezeichneten sich als Künstler, manche als die Tat direkt Miterlebten, manche als bestens informierte Eingeweihte durch den Richter selbst oder seinen Angehörigen, entfernten Verwandten, die natürlich aus erster Quelle genauestens den richtigen Tathergang theatralisch zeigen konnten. So konnten Durchreisende, vor allen Dingen jene, denen bis jetzt die Sachlage fremd war, in den Straßen Personen sehen, die entweder mit Umhang oder ohne, in einer gebeugten Haltung, die Knie leicht durchgedrückt, in Körperhöhe des beginnenden Unterleibes fuchtelnde Bewegungen machten, erblicken. Dies führte zu vermehrten Auffahrunfällen, sodaß sich die Stadtverwaltung zu den zusätzlich um Hilfe gerufenen Polizisten aus anderen Verwaltungsbezirken, nunmehr auch Freiwillige extra angefordert worden waren, um die allgemeine Ordnung aufrecht zu erhalten.

Einige Tage vor dem Prozeß gab es zusätzlich zu den laufenden Fernsehprogrammen, die der Unterhaltung dienten, Sendungen, in denen Menschen in Wettbewerbsmanier und angefeuert durch das Publikum im Studio und in den heimischen Fernsehsesseln, sich darum bemühten, entweder mit der größten Geschwindigkeit oder mit der besten Lösung wetteiferten, um sich ein kleines Preisgeld zu verdienen, indem sie des Richters Haltung nachahmten. Manche ließen sich sogar die Augen verbinden und galten deshalb als ziemlich verwegene Typen, denen ein Zeitungsartikel über ihre Person mit Photo und ein groß aufgemachter Bericht über ihre Hobbys oder ihre Familie sicher waren.

In all dieser Zeit, eigentlich noch am selben Tag des Geschehens der Mißgeschicklichkeit des Richters, war bereits jedem bekannt, was Richter B. W. zu dieser Körperhaltung veranlaßte. Aber dies interessierte niemanden. Er hatte, als er den Talar übergezogen hatte, festgestellt, daß der Reißverschluß seiner Hose defekt war. Da er davon ausging, verspätet zu sein, weil er keinen mehr im Zimmer angetroffen hatte, das dafür diente, die Talare aufzubewahren und letzte Gespräche vor Verhandlungen zu führen, die nicht alle dem Zweck dienlich waren, sich auf den folgenden Prozeß einzustimmen, stürmte er abgehetzt in den Gerichtssaal. Als er seinen Irrtum bemerkte, es blieb ihm noch eine Viertelstunde bis zur Eröffnung des anstehenden Verfahrens, nutzte er die Zeit, um den Defekt an seinem Reißverschluß genauer zu besehen. Ein kleines Stück Stoff der Hose hatte sich verfangen und als er gerade durch Ziehen und Reißen den Reißverschluß vom Stoff befreien wollte, ging die Türe auf. Der Rest ist bekannt und Geschichte.

Anbei Text zurück. Abzüglich der Anzüglichkeiten, für jeden Leser verständlich.

Richter bemerkt defekten Reißverschluß kurz vor Sitzungsbeginn, da er vermeintlich noch genügend Zeit zur Reparatur hat, bemüht er sich im leeren Gerichtssaal den festgezurrten Stoff aus dem Reißverschluß durch Zerren, herauszuziehen. Die ansonsten noch verschlossene Verhandlungstür wurde durch ungeduldige Zuhörer des Prozeßes geöffnet, die ihn in seiner mißlichen Lage vorfanden.

Theo, weißt du was? Abzüglich Anzüglichkeiten wird der Text nicht besser. Schick einfach nächstens nicht wieder eine deiner neuen Flammen zu einem Gerichtstermin, die dir ihr Schreibtalent beweisen möchte, indem sie aus einer langweiligen Verhandlung über das Parken auf nicht erlaubten Flächen zweideutige Wortspielereien erfindet.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Kurzgeschichten

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Fehlende Rettungsgassen sowie Gaffer behindern schnelle Hilfe

Politiker rügen Autofahrer nach dem Busunglück nahe Münchberg

Bis zu einem gewissen Grad gehört Neugier zur menschlichen Natur, kann durchaus sogar manchmal hilfreich sein, bestimmte Gefahren abzuwenden. Andererseits muß man leider feststellen, daß des öfteren Gaffer bei Unfällen schnelle Hilfe behindern, wenn obendrein Rettungsgassen vor Ort von den Fahrzeugteilnehmern nicht eingehalten wurden.

Ein äußerst fahrlässiges Verhalten, welches auf diese Weise Menschenleben kosten kann, wenn dadurch Rettungseinsatzkräfte verspätet am Unfallort eintreffen. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann und Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt rügten nach dem Busunglück mit 18 Toten auf der A9 nahe Münchberg völlig zurecht das verantwortungslose Verhalten der Autofahrer.

Busunglück hätte mit hilfreicher Technik vermieden werden können

Und zwar mittels des Notbremsassistenten AEBS (Advanced Emergency Braking System), der per Radaraugen 200 Meter weit nach vorne blickt und bei Gefahr eine Vollbremsung einleitet, wie Jan Schmidt erläutert. Hätte man ein solches im Bus installiert, wäre jener folgenschwere Unfall vermeidbar gewesen. Vorwürfe im Nachhinein nützen nicht viel, es sei denn die Politik ändert solche Versäumnisse mit Nachdruck zusammen mit den betreffenden Busunternehmen.

Gestern beschwerte sich Hans-Ulrich Sander, Kraftfahrtexperte des TÜV Rheinland im ZDF, daß jene Notbremssysteme nicht deaktivierbar sein sollten. Gleichwohl rächt sich die Sparpolitik der Busunternehmen, wenn sie entflammbare Materialien im Innenraum der Busse einbauen. Der Gesetzgeber muß hierbei eingreifen, um derartige Unfälle wenigstens zu mildern.

Wer anderen eine Grube gräbt

Fällt selbst hinein. Das sollten alle jene beherzigen, die Rettungskräfte bei ihren Einsätzen behindern, seien es Gaffer oder aber die Mißachtung, Rettungsgassen bei Unfällen, bei jedem aufkommenden Stau nicht zu bilden. Schaulust gehört in den Abfalleimer der Geschichte, schlimm genug, daß sich Menschen über Jahrtausende das Zuschauen bei Hinrichtungen antrainierten.

In wie weit jene Verhaltensweisen die schnelle Hilfe einschränken, muß man immer wieder feststellen, aber auch fragwürdige Einschränkungen bei Baustellen, was in diesem Fall auf der A7 eintrat, und zwar bei der Baustelle zwischen Kassel-Mitte und Kassel-Ost, selbst wenn eine Rettungsgasse gebildet worden wäre, ein Rüstwagen der Feuerwehr oder ein Abschleppwagen hätten nicht passieren können.

Wie viele Unfälle mit Schwerverletzten und Toten müssen noch geschehen, bis endlich eine verbesserte Lage geschaffen, der Gesetzgeber schärfer durchgreift, jene Gaffer ihr Verhalten überdenken, Rettungsgassen vollkommen selbstverständlich gebildet werden?

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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Einen Unschuldigen retten

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Mütze tief in die Stirn gezogen,
den Rücken durchgebogen,
schwere Stiefel stapfen mit Hast
durch den Wald, den Morast.

Die schwarzen Kohlen wiegen,
noch stehen einige Stiegen
beim reichen Kaufmannssohn,
kein Diebstahl, dies ist Lohn.

Der Lebemann und Taugenichts
verschwendet Geld beim Spiel,
gönnt niemanden Glück,
sein Vater die Arbeiter drückt.

Nachts ist es, kalt und dunkel,
Benno schon halb trunken,
vom Schleppen, Schleppen,
Stiefel bleiben im Sumpf stecken.

Maria hilf, laß ihn, nicht mich verrecken!
„Benno, greif nach dem Stecken!“
Sepp, bist du das? Was tust du hier?
„Einen Unschuldigen retten!“

Bennos Hütte war warm im Winter.
Sepp hinterließ Frau und Kinder.
Er hat sich versündigt am Lebemann,
seine Familie bei Benno Heimat fand.

Die Kinder verschlossen die Kiste,
sie kannten die alte Geschichte,
vom Sepp, Benno, dem Kaufmannsohn,
von dessen Tod, und daß Sepp floh.

Aber was nur sie jetzt erfuhren, wissen,
soll bleiben unter der Erde, in den Kisten,
die sie gefunden, vergraben bei der Kapelle.
Sepp lebte noch lange an anderer Erde Stelle.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Dem eigenen Sein Chancen bieten

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Anreize für den Alltagstrott

Um den Alltagssorgen für eine zeitlang zu entrinnen, kann Abschalten sich als hilfreiches Mittel erweisen, ohne ins Chaos oder unnötige Melancholie zu geraten. Das vermag bei verschiedenen Gelegenheiten seine Berechtigung erhalten, hier spielt eine kritische Hinterfragung durchaus eine Rolle, wirkt äußerst reinigend für Geist und Körper.

Wer ständig im Alltagstrott verweilend dem Leben kaum bis gar keine Anreize liefert, um diesem selbst einen Sinn zu geben, wird meist sich irgendwann fragen, ob da etwas verkehrt läuft. Solche punktuellen Überlegungen sollten nicht mit einer generellen Unzufriedenheit verwechselt werden, sondern lediglich dem eigenen Sein gewisse Chancen bieten, auf eine hilfreiche Veränderung hinwirkend. Der eine bezeichnet es als „über den Tellerrand blicken“, der andere „sich fallen lassen“ bis hin zur Selbstanalyse. Reinigende Prozesse etwa ein Muß, um dem gesellschaftlichen Trott teilweise zu entweichen?

Zwischen Ängsten, Fanatismus und Zweifeln

Die Aufgabe des Menschen besteht darin, Fragen zu stellen, das Sein und seine Umwelt begreifen zu wollen, um überleben zu können. Hierbei erübrigt sich auch, daß die natürliche Angst als lebensrettender Instinkt wirkt, was manche nicht wahrhaben wollen und mit gegenteiliger Forderung zu unerschrockenem Mut verwechseln. Das Tier ohne menschlichen Verstand berücksichtigt diese Hemmschwelle der schützenden Angst völlig selbst-verständlich.

Beim Evangelium des Johannes lautet es, daß am Anfang das Wort gewesen sei. Völlig ohne Religion wird eigentlich schon deutlich, was denn das Sein ausmacht, oder? Verstand kann nur mit dem Wort sich selbst erklären, alles Sein führt darauf zurück. Aber bedenken wir, was Glaubensgemeinschaften ausrichten können, wenn sie andere wiederum nicht tolerieren bis hin zu gewissen Fanatismus. Trotz aller Erklärungen, Gedankenmodellen über das irdische Sein verbleiben die Zweifel bedingt durch offene Fragen, weil es niemals erschöpfende Antworten geben kann. Somit hat der Weise es in der Hand, wider aller Bedenken in der Ruhe selbst eventuell Lösungen bestimmter Probleme zu finden.

Fehlbarkeiten eigener Gefühlsausbrüche

Mit eines der schwierigsten Herausforderungen, die der Homo sapiens bewältigen muß, beinhaltet, seinen Verstand und die eigene Gefühlswelt in Einklang zu bringen. Das verkappte Genie, welches am ganz normalen Alltag gescheitert, wer kennt es nicht? Eine ganze Reihe von Beispielen könnte man aufzählen, die ihr eigenes Leben nicht in den Griff bekamen, obwohl sie großartiges der Nachwelt hinterließen.

Denken wir an den deutschen Philosophen Arthur Schopenhauer, an den Schauspieler Klaus Kinski oder an den Maler Pablo Picasso, die alle eines gemeinsam hatten: Sie ließen ihre nächsten Mitmenschen ziemlich deutlich das eigene Gefühlschaos spüren, meist an der Grenze der Zumutung bis hin zu unnötigen Aggressionsausbrüchen.

Doch nicht nur der Geniale kämpft mit den Fehlbarkeiten eigener Gefühlsausbrüche, die nicht im Griff das Umfeld belasten. Daher gilt es, stets sich selbst zu reflektieren, wobei Familie oder Freunde Rückhalt bieten, wenn denn diese vorhanden.

Obwohl die Schöpfung es vormacht, ignoriert Mensch das Offensichtliche

Man kommt nicht umhin, festzustellen, daß unser Bildungssystem eines der größten Chancen für heranwachsende Menschen verpaßt, nämlich ihnen wesentlich mehr Kreativität anzubieten. Sie kommt unverkennbar zu kurz und bleibt nur denjenigen vorbehalten, deren betuchtes Elternhaus ihnen Förderschulen gezielt anbietet. Die große Masse hat das Nachsehen, so daß viele eigentlich vorhandene Talente vor sich hin schlummern, unentdeckt letztendlich verkümmern.

Bedeutet Kreativität ein Schlüssel zur inneren Zufriedenheit? Auf alle Fälle, weil die allerwenigsten Menschen keinen Zugang zu ihr haben. Ganz im Gegenteil, das Leben selbst ist exakt auf Kreativität ausgerichtet. Die gesamte Schöpfung, unser Kosmos basiert einzig und allein auf ihrem Wesen. Erfindergeist, alles ausprobieren zu dürfen, in jeder Hinsicht, künstlerisch sich auszutoben, all das entspricht der tiefen Sehnsucht der kreativen Initialzündung.

Verweigert man ihr den nötigen Raum, kann sie sich nicht entfalten. In einer solchen Gesellschaft, wo sie wirklich gefördert wird, kommt es allen zugute, nicht nur in den sichtbaren Ergebnissen, sondern weil die Menschen insgesamt ausgeglichener und glücklicher leben. Verbannen wir all das, was uns kaputt macht und vertrauen den Dingen, die allen zugute kommen, bei denen es keine Diskriminierung gibt, jeder willkommen ist, jeder Mensch Mensch sein darf ohne irgendwelche Vorbehalte.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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Verwischte Blumen

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So blöd. Verwischte Blumen. Ihr Aussehen glich einem Blick aus dem Fenster bei Starkregen, durch die ständig mit Regenwasser bespritzte Scheibe, an der die zu schwer gewordenen Tropfen langsam, mal schneller herunterfließen konnten, die Blumen wie auf einem Gemälde aussahen, auf dem jemand mit einem großen Lappen von der einen auf die andere Seite gewischt hatte. Oder wenn ich durch strömenden Regen fahre und ein defekter Scheibenwischer Wasserstreifen auf die Frontscheibe malt, dachte sie. Und sie dachte weiter. Blöd. So was.

Nicht nur vor ihren Augen konnte sie die verwischten Blumen erkennen, sie schmeckte ihren Geruch vermischt mit Wasser in ihrem Mund, sie roch den frischen, herb süßen Duft von getränkter Erde, sie spürte den massiven Wasserdruck, den die Tropfen mit jedem Aufprall die Blüten erzittern ließen. Sie nahm diese Empfindungen seit Tagen wahr. Wahrlich, ich fange an, irr zu werden. Kein Tagtraum. Vielleicht ein Zeichen? Für was? Warum?

Ihr ging es gut. Was heißt gut? Ihre Arbeit machte ihr Spaß. Keine großen finanziellen Sorgen, außer daß sie es irgendwann mal zu einem Häuschen im Grünen schaffen wollte, gab es keine großartigen Bedürfnisse oder Widrigkeiten. Ihre Eltern waren im Urlaub. Ihr Bruder frisch verliebt. Ihre Schwester glücklich verheiratet, vor acht Wochen zum dritten Mal Mama geworden. Ihre Freundin zwar im Umzugsstreß, aber rundum zufrieden mit der Beschäftigung durch Möbelhäuser zu stöbern. Niemand in ihrem näheren Umfeld, der krank, unglücklich wäre.

Verwischte Blumen. Sie bastelte ihr Abendessen zusammen, kochen war nicht ihre Stärke, und sie gab sich nur wenig Mühe, es zu lernen. Wenn sie gut essen wollte, war ein Besuch bei den Eltern angesagt, oder sie ging mit Freunden in ein Restaurant. Man kann nicht alles haben und muß nicht alles können. Verwischte Blumen, wie ein gemaltes Bild. Kunst interessierte sie auch nicht. Klar, ein Museumsbesuch, ein Konzert, ein Abend im Theater war ab und an schon drin, aber mehr auch nicht. Sie haßte die Gespräche, wenn andere stundenlang über ein Bild, ein Musikstück, über Schauspieler fachsimpelten. Dabei wurden sämtliche Sicht- und Sehweisen auf eine Person, ihre Handlungen, warum sie eventuell so gehandelt haben, wie sie taten, was der Ausdruck vermittelt über ihre möglicherweise zu erkennenden Beweggründe so lange hin und her analysiert, daß sie immer zu dem Schluß kam, nichts würde von den Personen, von den Inhalten mehr übrigbleiben. Nackt waren sie. Bloß gestellt. Nichts. Keine weiße Wand. Selbst die wurde weganalysiert.

Vielleicht verschwinden die verwischten Blumen, wenn ich sie analytisch unter die Lupe nehme? Was bedeuten Blumen? Frische, Leben, Schönheit, Nahrung! Scheiße! Ihre in die Pfanne geschlagenen Eier sind am Rand stark angebräunt, um es freundlich zu beschreiben. Das kommt davon, wenn man vor sich hin stiert! Und nicht sieht, was man tut vor lauter verwischten Blumen. Ich hasse Blumen! Ich hasse Wischen! Ich hasse Putzen. Ich brauch eine Putzhilfe, einmal die Woche, das werde ich mir leisten. Mist. Blumen.

Bianka bestellte sich eine Pizza, einen großen Salat und einen Rotwein, ja, den Vino Rosso, Bucefalo, trocken. Und wäre es möglich, den Vanille-Erdbeer-Becher mit Amarettolikör? Sie streckte sich auf dem Sofa aus, zufrieden, der Abend war gerettet. Keine Gedanken mehr an verwischte Blumen. Aus. Vorbei.

Klingeln. Pizza. Das ging ja schnell. Sie drückte den Türöffner und stellte sich erwartungsvoll, hungrig in den Türrahmen. Ein leichtes Keuchen war im Treppenflur zu hören, das immer näherkam. Der Geruch nach Essen erfüllte das Treppenhaus. Fast dankbar nahm sie die Plastiktüte entgegen, weiße Pizzaschachtel, Rotwein, Salat in Plastikschüssel, Eis in Styroporhülle. Dem Pizzaboten drückte sie Geldscheine in die Hand, stimmt schon. Türe zu. Glücklich strahlend, die Tasche an ihre Brust drückend, die ihr eine wohlige Wärme nach Genuß ausstrahlte, eilte sie ins Wohnzimmer. Genau in diesem Moment muß ihr Kater seinem Instinkt folgend, etwas Fremdes genauer zu begutachten, gegebenenfalls in Kampfbereitschaft sein Zuhause zu verteidigen, von seinen Träumen aufgewacht sein, jedenfalls war er urplötzlich zwischen ihren Beinen, um sein Reich zu schützen.

Bianka stürzte, ohne sich abstützen zu können mitsamt der Tasche vor der Brust auf den Flurboden. Sie hörte Knirschen, sah Blut, roch herb süße Erde. Fühlte sich nicht verletzt. Stand sie unter Schock? Sie richtete sich auf, tastete ihren Bauch und die Brust ab, sah die verwischten Blumen auf ihrer Bluse.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Kurzgeschichten

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Nach CETA und TTIP folgt JEFTA auf dem Fuße

EU-Freihandelsabkommen mit Japan beim G20-Gipfel in trockenen Tüchern?

Freihandelsabkommen gerieten mittels Donald Trump in Verruf, obwohl schon lange vor dem 45. US-Präsidenten viele Gegner vor ihnen eindringlich gewarnt hatten, etliche Proteste und Widerstände sich auch hierzulande formierten, die verantwortliche Bundesregierung stets lapidar reagierte und an den geheimen Verhandlungen festhielt. Schließlich geht es mitnichten um Rücksichtnahme der Verbraucher oder der Umwelt, Profite haben oberste Priorität.

Jetzt folgt nach CETA und TTIP das Japan EU Free Trade Agreement (JEFTA) auf dem Fuße, welchem die EU im Jahre 2012 ein Verhandlungsmandat erteilte, was allerdings bis heute nicht veröffentlicht wurde, im Gegenteil, die Geheimverhandlungen erweisen sich gar als noch intransparenter als die der anderen Freihandelsabkommen wie CETA oder TTIP. Wird Angela Merkel das JEFTA jetzt beim G20-Gipfel in trockene Tücher bringen? Es schaut sehr danach aus.

Kaum Verbraucherschutz – Japan besteht auf private Schiedsgerichte

Greenpeace Niederlande veröffentlichte letzte Woche Leaks zum JEFTA, in denen von Umweltschutz keine Rede sein kann. Die geheimgehaltenen Dokumente entstammen vor der Zeit des Verhandlungsmandates mit der EU und können hier eingesehen werden.

Unverkennbar die Haltung Japans, welches europäische Umweltschutzstandards schlichtweg ignoriert, Wale dürfen demnach ohnehin seitens Japans weitergejagt werden, was zählt schon ein Washingtoner Artenschutzkommen. Der Vertragstext läßt sich gerade mal in Unverbindlichkeiten zum illegalen Holzabbau aus, quasi eine Einladung für Japan den Kurs als größten illegalen Umschlagplatz sowie des weltweit größten Holzimporteurs fortzusetzen.

Von ernsthaft gewollten Verbraucherschutz kann ebenso kaum die Rede sein. Im Streitfall sollen private Schiedsgerichte schlichten, ein Freifahrtschein für japanische Konzerne, beteiligte Staaten verklagen zu können. Kommt Ihnen dies nicht bekannt vor, denkt man an CITES oder das TTIP?

Die öffentliche Täuschung aufdecken und JEFTA stoppen

Darin muß das Augenmerk liegen, im Interesse betroffener Verbraucher, bevor jenes dubiose Freihandelsabkommen beschlossen wird und in Kraft tritt. Viele Demos beim G20-Gipfel mögen daher der Ablenkung dienen, während die Bundeskanzlerin mit ihren Wirtschaftsfachleuten das JEFTA womöglich unter Dach und Fach bringt.

Umso wichtiger jetzt das JEFTA zu stoppen, kein TTIP auf Japanisch zuzulassen, wie Campact hier appelliert. Jede Unterschrift zählt, die bundesweite Bekanntmachung wird folgen. Wer per Intransparenz derartige Abkommen verhandelt, den muß man benennen und auf neue Verhandlungen bestehen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Proteste und Widerstände

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