Fall Charlie Gard: Endlich darf der Säugling sterben

Betroffene Eltern konnten einfach nicht loslassen

Es gibt kaum etwas tragischeres für Eltern, wenn ihr Kind vor ihnen stirbt. Das Leid darüber muß äußerst heftig sein, ist letztlich nicht in Worte zu fassen. Insofern sollte man sie verstehen können, wenn ihnen jedwede menschenmögliche Option naheliegt, um ihr Kind vor dem Tod zu retten.

Das gilt daher ebenso beim Fall Charlie Gard, der im August des letzten Jahres mit der extrem seltenen Krankheit, dem mitochondrialen DNA-Depletionssyndrom, geboren wurde. Zunächst versuchten die verzweifelten Eltern, sämtliche Möglichkeiten der Rettung ihres Sohnes bis hin zu einer fragwürdigen Therapie in den USA auszuschöpfen. Nunmehr darf der Säugling allerdings endlich sterben, da der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte als letzte Instanz dies so entschied.

Medizinische Hilfe zum Leidwesen des Patienten?

Genau dort findet jene Gratwanderung statt, das Ringen um Argumente, in wie weit medizinische Hilfe tatsächlich Sinn macht, oder ob das Leid des Patienten unnötig in die Länge gezogen wird. Zunächst schöpften Charlies Eltern Hoffnung durch eine experimentelle Therapie, die in den USA bisherig an 18 Patienten angewandt wurde. Sie wollten sich somit nicht damit abfinden, daß ihr Sohn auf eine Palliativstation verlegt werden sollte.

Obwohl eine Spendenkampagne für die teure Behandlung rund 1,4 Millionen Euro einbrachte, entschied ein britisches Gericht im April, der Leidensweg von Charlie solle verkürzt werden, sämtliche Ärzte würden keine Besserung mit dieser Therapie erkennen können, das Wohl des Kindes sei höchste Priorität. Letzte Möglichkeit der Eltern war der Schritt zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte, der nunmehr ein endgültiges Urteil verkündete.

Rechtsprechung gegen die Sorgen der Eltern

Die Justiz hat letztlich im Sinne des Kindeswohls entschieden, obwohl die Eltern, Connie Yates und Chris Gard, alles menschenmögliche taten, um ihren Sohn eine Chance auf Linderung zu verschaffen, eine Heilung dieser Krankheit war ohnehin von Beginn an aussichtslos.

Welch dialektisches Drama, weil dennoch keineswegs mit Gewißheit klar ist, ob diese gutgemeinte Verzögerung tatsächlich zum Wohle von Charlie Gard stattfand. Ihr Sohn darf jetzt sterben, die Eltern können zurecht sagen, sie hätten alles versucht. Sie vermochten nicht eher loszulassen, was niemand ihnen wirklich zum Vorwurf machen sollte. Eine solche Entscheidung kann ihnen niemand abnehmen, außer daß sowohl die Ärzte als auch die Gerichte sich für das Ende von Charlies Leidensweg entschieden.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesundheit

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Führst du mich nach Haus?

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Du warst kurz hier,
nicht lang.
Ist dies von Belang?

Du warst fort,
irgendwo dort,
wo ich nicht hin kann.

Deine Stimme
kann ich hören.
War es heute gewesen?

Dein Geruch,
unverwechselbar,
noch wahrnehmbar.

Bald
bin ich gleich alt,
als dein Leben vorbei.

Bald,
wenn das Schicksal aus,
führst du mich nach Haus,
Papa?

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Deshalb ist das Schicksal nicht schwer

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Mama,
nie sagte ich Mama,
Mamä
war mein Wort für dich.

Mama,
Mamä, du bist zu spüren,
beim Lesen, Spazierengehen,
sanft, zärtlich, neben mir.

Deine Kraft hast du gegeben,
Weichheit, Liebe bewahrt.
In die Schubladen des Lebens
mit mir gesehen, Güte oben auflag.

Deine Mühe unübertroffen,
zum Schutz vor Gefahr.
Selten müde geworden,
im Streit mich umarmt.

Ich sehe dich oftmals,
warnst mich im Traum.
Ferne, Zeit sind überwunden,
du neben mir, wie ein Baum.

Ich erkunde das Leben ohne dich,
dein Grab besuche ich nicht.
Du bist bei mir, mit mir, Mamä,
deshalb ist das Schicksal nicht schwer.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Ehe für alle: Abstimmung noch vor der Sommerpause?

Eine gesellschaftliche Entwicklung läßt sich nicht aufhalten

Ein trügerischer Schein schon gleich gar nicht, denn real haben die Menschen ganz andere Probleme zu bewältigen, als ausgerechnet die Ehe für alle, zumal nicht jede Ehe gleich ein Freifahrtschein für ein sorgloses Leben in säuselnder Idylle bedeutet. Solange die Liebe anhält und beidseitig guttut, mag dies zutreffen, aber wehe der Scheidungsfall bis hin zum Rosenkrieg tritt ein.

Andererseits geht es dennoch um das Recht, daß gleichgeschlechtliche Paare in den Hafen der Ehe sich begeben können dürfen, wobei bisherig dies ihnen hierzulande noch explizit gesetzlich verweigert wird. Während alle Parteien außer der Union und dieser AfD jene Forderung viel eher begrüßen, halten besonders gern rechtsradikale Strömungen an sogenannten Traditionen fest. Das entspricht ebenso deren Haltung, jedweden Multikulturalismus zu negieren, obwohl gerade dieser uns alle tatsächlich bereichert.

Je weiter westlich desto toleranter innerhalb Europas

Mit Blick nach Europa gibt es eine festzustellende Ost-West-Verschiebung zur gleichgeschlechtlichen Ehe. Während in den ehemaligen Ostblockstaaten generell keine Anerkennung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften vorherrscht, eine Ausname bildet Estland, welches genauso wie Deutschland, Italien und Griechenland wenigstens eine gleichgeschlechtliche Partnerschaft anerkennt, schaut es im Westen und Norden Europas anders aus.

In den Beneluxstaaten, in Großbritannien, Irland (in Nordirland nicht), Frankreich, Spanien, Portugal und Skandinavien sind gleichgeschlechtliche Eheschließungen gesetzlich beschlossen worden. Das gilt ebenso für fast ganz Südamerika, Kanada und in 38 Bundesstaaten der USA. Südafrika ist die einzige Ausnahme auf dem afrikanischen Kontinent, wobei in ganz Asien nebst Russland sowohl gleichgeschlechtliche Partnerschaften als auch Ehen verboten oder nicht erlaubt sind.

Wenn man bedenkt, daß weltweit immer noch Homosexuelle in 78 Ländern strafrechtlich verfolgt werden, davon in den meisten islamischen Staaten, in fünf gar die Todesstrafe gilt, in Nigeria und Somalia teilweise, die Rechtslage dazu in Indien und im Irak noch ungeklärt, kann man durchaus erkennen, daß Mensch sich schwer tut mit diesem Thema, obwohl es eigentlich ein selbstverständliches Grundrecht sein sollte.

Politische Ablenkung vor der Sommerpause

Inzwischen scheinen etliche in der Union die Große Koalition in Frage zu stellen, die jetzt kurz vor der Sommerpause angesichts des Vorstoßes von Angela Merkel gefährdet werden würde, man fühlt sich schlichtweg überrumpelt. Reine Ablenkung von wesentlich wichtigeren Themen sollte man gleichwohl anmerken, schließlich überschatten etliche Kriege das Weltgeschehen, die Terrorgefahr ist unübersehbar gestiegen, Anfang Juli findet der fragwürdige G20-Gipfel statt.

Diesjährig kann keine Fußball-Europa- oder Weltmeisterschaft herhalten, umso wichtiger, die Bürger abzulenken und sei es mit dem leidigen Thema der Ehe für alle? Ein Schelm wer solches denkt, ganz abwegig sind derartige Überlegungen keinesfalls.

„Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt.“ (Rosa von Praunheim)

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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Fünfhundertdreiundzwanzig

Haben Sie sich schon einmal überlegt, so richtig überlegt, ich meine gestapelt, alle Ihre Gedanken übereinandergelegt, da entsteht ein Stapel, der kann mächtig groß sein. Als ich anfing, das erste Mal zu stapeln, was ich übereinandergelegt habe, da kam ich aus dem Staunen nicht heraus. Inzwischen kann ich aus den Fenstern nicht mehr heraussehen, aber wer braucht schon Fenster, die Stapel sind das Licht, das den Geist erhellt. Sowieso ist schlau sein im Dunkeln besser, das weiß ich. Da wird nämlich nichts mehr eingeblendet. Da ist alles überlegt.

Den ersten Stapel habe ich auf den Küchentisch stellen können. Da steht er noch. Ist praktisch, wegen dem Erinnern. Der steht da ganz allein, da wird nichts mehr draufgelegt, auch nicht mehr überlegt, das sind genau fünfhundertdreiundzwanzig Blätter. Da habe ich so lange überlegt und überlegt, das war ziemlich anstrengend, weil die Überlegungen alle auf dem Boden lagen. Hatte dann kaum mehr Platz. Gehen konnte ich nur auf Zehenspitzen. Weil, die Überlegungen durften sich nicht berühren, sie sollten unabhängig bleiben. Da bleiben auch die Fenster zu, wegen Durchzug und so. Und durcheinanderwirbeln. Wo ich doch alles so gut sortiert habe. Aber mit der fünfhundertdreiundzwanzigsten Überlegung hatte ich es geschafft. Und genau da war mir klar, der größte Fehler war, sie nebeneinander zu legen, die Überlegungen. Deshalb hat auch alles so lange gebraucht. Und gebraucht habe ich dann noch mal lange, die Überlegungen übereinanderzulegen, denn ich durfte ja nicht die Überlegung 137 auf die Überlegung 428 legen. Verstehen Sie?

Man darf da nicht durcheinanderkommen. Alles der Reihe nach. Und auch nicht umgekehrt. Das habe ich mal aus einer Laune heraus, die fünfhundertdreiundzwanzigste Überlegung ganz nach unten gelegt, damit ich die erste Überlegung noch mal überlegen hätte können. Das war vielleicht ein Fehler, sag ich Ihnen. Denn da mußte ich alle Überlegungen nochmal überlegen, weil es kam mir so vor, als ob ich falsch überlegt hätte. Aber es war alles richtig überlegt. Verstehen Sie, Sie dürfen nie von vorne wieder anfangen zu überlegen. Wenn Sie je das Gefühl haben, falsch überlegt zu haben, dann müssen Sie einen neuen Stapel beginnen, ganz neu. Von Anfang an bis fünfhundertdreiundzwanzig. Und wenn Sie dann bei der Fünfhundertdreiundzwanzig merken, daß Sie weiter überlegen wollen, dann müssen Sie wieder von eins anfangen.

Die Menschen wären heute alle viel schlauer, würden sie die Bücher aufeinanderstapeln. Aber was soll ich sagen, die stellen die Regale voll, Bibliotheken sind voll mit Büchern. Da stehen die Blätter senkrecht. Senkrecht! Kein Wunder, daß immer mehr Bücher überlegt werden müssen. So wird es nie Ruhe geben. Was meinen Sie, wie anstrengend ein Leben im Stehen ist. Deshalb überstehen die meisten die Überlegungen nicht. Im Stehen, Bücher stehen da! Nein, nein. Liegen, liegen müssen die Überlegungen. Das sagt doch schon das Wort. Ich würde sonst meine Überlegungen nicht überstehen. Verstehen Sie, überlegen Sie mal, was das heißt in Wirklichkeit. Jeder müßte, wenn er etwas, also ich erklär Ihnen das mal so. Wenn Sie sich nach einem langen Spaziergang ausruhen, dann müßten Sie, wenn Sie wieder aufstehen, auf allen Vieren krabbeln oder gar noch sabbern und sich nur seitwärts wälzen, weil Sie von vorne anfangen müßten zu gehen. Sie würden bei allen Dingen wieder bei null anfangen. So aber, wenn die Überlegungen hochgestapelt sind, akkurat, brauchen Sie nicht die erste Überlegung nochmal überlegen, Sie legen einfach die anderen Überlegungen auf die fünfhundertdreiundzwanzigste Überlegung. Das ist richtig schlau, was!

Sehen Sie hier diese Überlegung hat, die habe ich bereits schon 520 Mal überlegt. Deshalb steht diese Reihe von Überlegungen so eng zusammen. Weil die Deckenhöhe. Also, ein Stapel bis zur Decke sind 45 Überlegungen von 523 Überlegungsblättern und das sind jetzt inzwischen elfeinhalb Stapel, soviel habe ich darüber schon überlegt.

„Luke!“ „Luke!“

„Ja, wir sind gleich fertig mit, ich erkläre gerade die Überlegungen!“

„Ich dachte, Sie heißen Dennis!“

Ursprünglich, bevor ich angefangen habe zu überlegen, hieß ich so. Das steht alles in den ersten fünfhundertdreiundzwanzig Blättern, die auf dem Küchentisch liegen. Ganz oben auf steht Luke, das bin ich jetzt.

„Müßte das nicht Luke heißen, also ohne e ausgesprochen?“

Nein, nein, Luke ist richtig, hört sich so an wie Glück, und das habe ich, finden Sie nicht auch? Ich habe so viel Gluck gehabt in meinem Leben, da konnte ich doch nicht weiter Dennis heißen. Denn das hört sich an wie: Denn ist. Aber nichts ist mehr mit Denn ist. Dennis t alles in Ordnung? Was meinen Sie, wie oft ich das gehört habe.

„Luke, ich finde du vereinnahmst unseren Gast zu lange!“

„Nein, ist schon in Ordnung, nur, nur Silke sagte, ihr Bruder hieße Dennis. Er wollte mir gerade erklären…“

„Jetzt kommen Sie erst mal runter. Der Kaffeetisch ist bereits gedeckt. Und passen Sie auf, ziehen Sie ihren Kopf ein, wenn Sie die Treppe herunterkommen.“

Ja, passen Sie auf, damit Sie sich an der Luke nicht stoßen, ich hab das fünfhundertdreiundzwanzig Mal erlebt. Verstehen Sie jetzt, warum ich: „Dennis t alles in Ordnung?“ auf die allererste Seite geschrieben habe?

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Kurzgeschichten

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Syrien-Krieg: Trumps USA drohen unverblümt Assad

Eine mögliche Kettenreaktion könnte fatale Folgen haben

Nachdem bereits zweimal Baschar al-Assad nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden konnte, daß dessen Truppen an den beiden Giftgasangriffen vor allem gegen Zivilisten beteiligt waren, warnen die USA nunmehr, der Präsident würde einen hohen Preis bezahlen, sollte es zu einem dritten Giftgasangriff kommen.

Beste Voraussetzung ein derartiges Szenarium zu initiieren, wenn Assad erneut dabei unbeteiligt wäre, Hauptsache es finden sich entsprechende Gründe, militärisch wirkungsvoller einzugreifen, am Ende den rechtmäßig gewählten Präsidenten umzubringen. Jedoch könnte eine mögliche Kettenreaktion fatale Folgen haben, schließlich werden Russland und der Iran nicht seelenruhig die Amis gewähren lassen.

Europa hilflos zwischen den Fronten so wie der Rest der Welt?

Jahrzehntelang beschäftigte uns der Kalte Krieg, wobei die Welt 1962 bei der Kuba-Krise den Atem anhielt vor einer möglichen atomaren Auseinandersetzung zwischen den beiden Supermächten. Chruschtschow und Kennedy konnten sich im letzten Moment einigen.

Ob angesichts sich zuspitzender Bedrohungen, denken wir an den Ukraine-Krieg und vor allem an den Syrien-Krieg, die beiden derzeitigen Präsidenten Putin und Trump sich ebenso verhalten werden, darf man anzweifeln. Der eine glänzt durch cholerische Besserwisserei mit narzißtischen Schwächen, der andere zieht seine kalkuliert kühle Linie durch, die gleichwohl trügerisch etliche Fragen aufwirft, denken wir an dessen stille Duldung nationalistisch-europäischer Strömungen, offensichtliche Sympathien für Marine Le Pen oder Viktor Orbán bis hin zu Nigel Farage. Die Destabilisierung Euopas kann Putin somit nur recht und billig sein.

Nach der Generalpobe folgt der eigentliche Krieg der USA gen Syrien? Und der Rest der Welt gerät genauso wie Europa hilflos zwischen die Fronten der beiden Supermächte? Jenes Worst-Case-Szenario wird immer wahrscheinlicher, zumal von Entspannung keine Rede sein kann, nach dem Abschuß eines syrischen Kampfjets hatte Russland bereits den USA gedroht, Flugzeuge der US-geführten Koalition als Ziele ins Visier zu nehmen, wenn diese westlich des Flusses Euphrat fliegen.

Aller schrecklichen Dinge sind drei

Ob Assad oder eher andere Mächte letztendlich verantwortlich für die beiden Giftgasangriffe waren, die Zivilbevölkerung erlitt durch sie schreckliches Leid. Nur zu verständlich, daß die Welt nicht tatenlos zuschauen darf, wenn solche Verbrechen geschehen.

Trotzdem eröffnen sich nunmehr gezielte Optionen für die USA, deutlicher in den Syrien-Krieg eingreifen zu können. Allein die Drohung und Behauptung, Assad würde einen dritten Giftgasangriff vorbereiten, sollte nachdenklich stimmen. Was hätte er davon, zumal dadurch dieser Krieg wesentlich mehr eskaliert? Insofern darf man schon die Frage in den Raum stellen, ob da jemand gezielt nachhilft! Dieser jemand scheint ein sehr großes Interesse an einer solchen Konfrontation zu haben.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Jagt die Gier von dannen

Garstige Gespräche beschallen den Raum,
inhaltsleere Argumente im Kopf.
Manch besoffener Geselle hat einen Traum,
köchelnd auf dem Herd der Eiertopf.

Draußen ein stürmischer November sich zeigt,
Bäume entwurzelt, kein Leben zu Schaden kam.
In den Straßen die haßerfüllte Meute schweigt,
Flüchtlinge haben ihnen doch nichts getan.

Beim Saufen schnell die Realität sich verstellt,
ein falsches Wort die Reizschwelle provoziert.
Dem stillen Zuflüsterer solches gefällt,
wenn aus dem Nichts viel erwünschtes passiert.

Zerstörung Wege der Entfaltung finden will,
während behütende Liebe sorgfältig klärt.
Nicht nur bei Soldaten, überall derselbe Drill,
der wütet. Was läuft dabei wohl verkehrt?

Herrschaften sich stets Spielwiesen ihrer Gier suchen,
Menschen gehorsamst ihnen beiseite stehen.
Man sollte sie ewiglich verfluchen,
von allein werden sie keineswegs weggehen!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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