Dem Geheimnis der Musik auf der Spur

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Zwischen Wohlklang und Heilung

Es mag der eine die Stille genießen, ihn sogar das Vogelgezwitscher besonders im Frühling stören, während der andere bei lauter Rockmusik gänzlich euphorisch mit deutlich guter Laune seinen Alltag viel entspannter meistert.

Obwohl so unterschiedlich Menschen auf Musik reagieren, gestaltet sich eine schier unendliche Vielfalt von Möglichkeiten jener bedeutenden Kunstrichtung, die obendrein mittels ihrer heilenden Klänge zu unserem Nutzen dient, wir sie eigentlich der Natur entlehnt haben. Was löst Musik in uns aus, kann diese tatsächlich bewirken oder gar helfend beitragen?

Urwissen der Naturvölker wird mißachtet

Der Musikjournalist und Musikproduzent Joachim-Ernst Berendt bemerkt in seinem Buch „Nada Brahma – Die Welt ist Klang“: Der Weg des Hörens sei das größte Abenteuer des Lebens auf diesem Planeten gewesen, – es immer noch sei, – führte nicht nur zum Hören, sondern zur Lautgebung, damit zur Fähigkeit, Fragen zu stellen, zur Sprache und zum Denken. Dadurch wird deutlich wie lebensentscheidend Klänge auch die menschliche Entwicklung mitgestalten.

Jenes Urwissen über die Musik wandten Naturvölker stets völlig selbstverständlich an, die Hopi-Indianer sangen ihren Pflanzen etwas vor, in der Mittagshitze besungene Maispflanzen waren wesentlich kräftiger und somit gesünder als sich selbst überlassene.

Bereits in den 1950iger Jahren hatte der Leiter des Botanikinstituts der Annamalai-Universität, Dr. T. C. Singh, festgestellt, daß nach 14-tägiger Beschallung mit indischer Musik für jeweils täglich ein paar Stunden die Pflanzen über 70 Prozent mehr Blätter bildeten. Später wiesen andere Biologen in Versuchen nach, daß Pflanzen bei Beschallung klassischer Musik, ganz speziell von Johann Sebastian Bach, aber auch mit den Klängen der indischen Sitar-Musik von Ravi Shankar wesentlich besser wuchsen. Sollte da etwa ein Zusammenhang zwischen Vogelgesang und Pflanzenwachstum bestehen?

Pharmalobby verleugnet Biologen

Genau jene Fragestellung veranlaßten den US-amerikanischen Biologen Dan Carlson mit dem Musiklehrer Michael Holtz die „Sonic-Bloom“-Methode zu entwickeln, bei der morgendliches Vogelgezwitscher den Pflanzen vorgespielt und ihnen ein Flüssigdünger aufgesprüht wird, der u.a. aus Reiswurzeln natürlich abgeleitete Gibberillinsäure enthält sowie viele Elemente aus pflanzlichen Produkten (z.B. Seetang).

Obwohl sich dieses revolutionäre Produkt zunehmender Beliebtheit und weltweiter Anerkennung erfreut, selbst wenn hierzulande er noch weniger bekannt, versucht die Pharmalobby Sonic Bloom zu verunglimpfen, man stelle sich mal vor, wir bräuchten aufgrund dieser natürlichen Wachstumsförderung keine Pestizide, Insektizide und Kunstdünger mehr, das würde deren Milliardengewinne vereiteln.

Heilende Kräfte der Musik für uns Menschen

Der Ton macht die Musik, unabhängig davon in wie weit zu laute Mißklänge sogar gesundheitsschädliche Wirkungen erzielen können. In unserem hektischen, streßgeladenen Alltag, den nicht jeder gänzlich vermeiden kann, vermag Musiktherapie eine heilsame Möglichkeit der Entspannung sein.

Bereits die in der indischen Heilkunst vor 5.000 Jahren angewandten Klangmassagen basierten auf uralten Kenntnissen, in wie weit bestimmte Klänge heilend auf den Menschen einwirken. Dabei gelangen wir in den sogenannten Alphazustand, wobei das Gehirn Ströme von cirka acht bis zwölf Hertz erzeugt, wir somit zwar geistig wach sind, dennoch in einem relaxten Zustand voller Harmonie und Ruhe uns befinden. Die beiden stimulierten, aktiven Gehirnhälften fördern die Phantasie und Kreativität, eine heilende Wirkung setzt ein.

Insofern braucht man sich nicht zu wundern, daß die oftmals kritisch betrachtete Anthroposophie mit der Eurythmie eine heilsame Bewegungskunstform schuf, die heute längst vielfach anerkannt wird, erreicht die Heileurythmie doch, durch gezielte Bewegungsabläufe „gestörte Bereiche“ wieder in ein harmonisch-gesundes Gleichgewicht zurückzuführen.

Nimm die Zeit gelassener hin, ohne Streß, Hektik und zu hohe Ansprüche an dich und andere, und du wirst mit deiner Ausstrahlung ein Zeichen setzen, daß nicht nur in der Ruhe die Kraft liegt, sondern besonders eine Zuversicht, welche anderen Mut machen kann.

Lotar Martin Kamm

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Von Eichhörnchen und anderen Tieren

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Des Eichhörnchens Freund ist die Nacht. Und so sitzt es an seinem gewohnten Platz, festgekrallt am Stamm einer eher kümmerlichen Kiefer und nur wenige Meter von der Fensterfront eines Plattenbaues entfernt. Mit seinen Knopfaugen starrt es unverwandt in den matten Lichtschein, der aus der Wohnung mit dem geöffneten Fenster dringt.

Am Fenster steht ein Mann, schwer atmend und darauf hoffend, daß die Nachtkühle seinen Schweiß trocknen möge. Er ist nicht besonders groß, recht muskulös, und nur der Bauchansatz deutet darauf hin, daß er dem Jugendalter entwachsen ist. Das Mädchen, hinter ihm, auf dem zerwühlten Bett, ist es nicht. Es ist darüber hinaus sehr blond, sehr zierlich und sehr nackt.

Ihre schmalen Schultern zucken rhythmisch, als sie, leise schluchzend vergeblich versucht, das umarmte Kopfkissen mit Tränen zu netzen.

Als sich der Mann umwendet, ist seine Erektion abgeklungen. Einen Augenblick spielt er mit dem Gedanken, das Mädchen noch einmal zu nehmen, doch der Morgen naht, und mit ihm auch anderweitige Verpflichtungen, die ein Mindestmaß an Schlaf voraussetzen. Er beugt sich über das Mädchen und dreht sie mit starken Händen einem Spielzeug gleich auf den Rücken, küßt flüchtig ihre wunden Brüstchen und abschließend ihre Stirn. Es sei Zeit für eine Mütze Schlaf, meint er. Und im Übrigen liebe er sie, was er wohl eben zur Genüge bewiesen habe, und, sie wisse ja, kein Wort…

Dann schlingt er sich ein Handtuch um die Lenden und verläßt beinahe lautlos das Zimmer. Das Mädchen gibt einen leisen Seufzer der Erleichterung von sich und wirft sich das Hemdchen über, mit dem Mann das Licht der Nachttischlampe gedämpft hatte.

Des Eichhörnchens Freund ist die Nacht und doch bekommt es nun besseren Einblick in das eigentlich helle und freundliche Refugium mit Bildern, Postern, Puppen und Bären. Das Mädchen liegt wieder bäuchlings auf dem Bett; es weint nun endlich richtige Tränen. Diese wieder tröpfeln, auch auf die Seiten eines jener ledergebundenen Büchlein, denen man mitunter seine Gedanken anvertraut. Und das Mädchen schreibt und weint sich darüber in einen tiefen, traumlosen Schlaf…

Des Eichhörnchens Freund ist die Nacht. Und doch hat es den Anschein, daß nun auch in seine winzigen Schauknöpfchen ein feuchter Schimmer getreten sei…

Es kann dann nur so und nicht anders geschehen sein: Wind kommt auf und zaust die Kiefer derart, daß ihre Äste beinahe die Fensterbank streifen. Im Nu hat der Eichkater dieses Podest erreicht und es irgendwann wohl auch geschafft, das schmale Büchlein über die Fensterbrüstung zu zotteln. Erst beim verwegenen Versuch, seinen Baum zu erreichen, entgleitet das Buch seinen Tätzchen und liegt nun, aufgeschlagen, mitten auf dem Fußweg, der rings ums Haus führt. Im Morgengrauen wird es schon gefunden und anfangs nur neugierig durchblättert, um den Besitzer festzustellen…

Des Eichhörnchens Freund ist die Nacht, und als man den Untersetzten abholt, ist die Neue noch nicht angebrochen, sonst hätte er vielleicht das Hörnchen lachen hören. Und seine Züge wären nicht von jener siegbewußten Heiterkeit geprägt gewesen, als er, einen leichten Mantel vorm Bauch, mit sanfter Gewalt durch eine kleine Menschentraube gedrängt wird. Und er hätte später in jenem Saale, in dem man ungefragt nicht straflos spricht, nicht versucht, einem verstörten Blondschopf einzureden, daß ihr Büchlein voller Phantasien sei…

Des Eichhörnchens Freund ist die Nacht, manchmal jedoch hat diese noch andere Freunde… Wasserdampf hüllt ihn ein, den Untersetzten, wenige Stunden vorm freien Gang durchs Doppeltor. Als harte Hände sehr zwingend zwischen seine Beine greifen und ihm gleichermaßen Mund und Nase verschließen, wird ihm schlagartig klar, daß er nun ernsthaft um seine Männlichkeit fürchten muß.

Peter Petereit

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Mir schwant etwas

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Oder gehen manche tatsächlich einfach nur mit etwas schwanger?

„Mir schwant etwas!“ Diesen Ausdruck benützen die Menschen, um zu erklären, daß sie etwas ahnen, aber sich oftmals nicht genau dazu äußern können, was ihnen nun schwant, denn schwanen ist ein Begriff, der erklärt, nichts Bestimmtes zu wissen, nicht sicher zu sein in seinen Gefühlen und doch von etwas überzeugt zu sein, was geschehen wird oder könnte.

Schwanen, (Duden) mittelniederdeutsch, wohl Scherzübersetzung von lateinisch olet mihi, ich rieche, bei der lateinisch olere, riechen mit lateinisch olor, Schwan verknüpft wird. Könnte ohne weiteres möglich sein, aber ob das wirklich scherzhaft gemeint war von Seiten der Vorfahren, wer weiß?

Ahnen, befürchten, fühlen, erwarten, mutmaßen, spüren, schätzen, riechen, wittern, argwöhnen, glauben fürchten sind einige Ersatzwörter für schwanen, oftmals allerdings in Verbindung zu einem befürchteten negativen Ergebnis des Gefühlten.

Schwan, mittelhochdeutsch swan, ursprünglich wohl die Bezeichnung für den Singschwan erklärt uns der Duden. Schwäne galten im Mittelalter auch als Delikatesse und es gab, vielleicht auch gibt, etliche Rezepte für die Zubereitung dieses Festessens. (Für das Weihnachtsbankett 1251, das Heinrich III. ausgerichtet hat, sollen 125 Schwäne als Festessen zubereitet worden sein.)

Der Schwan spielte bereits in alten Mythologien eine große Rolle, so bei Leda, die von Zeus in Gestalt eines Schwanes geschwängert wurde. Der Begriff Schwanengesang bezieht sich auf das letzte „Werk“ eines Musikers, Dichters oder die letzte Rede eines einflußreichen Menschen. Abgeleitet wurde dieses Wort durch die Annahme, daß Schwäne bevor sie sterben, noch einen letzten traurigen Gesang anstimmen. (Kyknos trauerte um seinen besten Freund Phaëton, als die Götter ihn aus Mitleid in einen Schwan verwandelten und er, bevor er selbst starb, einen Gesang anstimmte, der von trauriger Schönheit nicht übertroffen werden konnte.) Der Schwan als Symbolik für Reife und Vollendung findet sich auch bei Lohengrin (Richard Wagner), dessen Boot von einem Schwan gezogen wird. Ebenso in der Edda befinden sich zwei Schwäne, die auf dem Urdbrunnen leben.

In Europa (Mittelalter) war die Schwanenhaltung Hoheitsrecht. Die Stadt Hamburg stellte 1664 die Belästigung der Schwäne unter Strafe, außerdem ist belegt, daß die Stadt seit 1591 Futterzahlungen für die Schwäne leistete. Sogar bis heute werden die Schwäne von einem Schwanenaufseher „betreut“, und seit 1957 wird im Winter für Schwäne der Eppendorfer Mühlenteich eisfrei gehalten.

Wer die Kolumnen kennt, dem schwant sicherlich, daß dieser Text nicht einfach nur geschrieben wird, um über Schwäne informiert zu werden, oder?

“Ich gehe mit etwas schwanger!“ (umgangssprachlich scherzhaft) Dieser Ausdruck verdeutlicht in etwa, mich beschäftigt etwas schon länger, ich plane etwas, habe etwas vor.

Schwanger, mittelhochdeutsch swanger, soll schwerfällig bedeuten und die Herkunft ungeklärt sein. Wird auch als in anderen Umständen, guter Hoffnung beschrieben.

Mit schwant etwas, ich gehe mit etwas schwanger sind gleichartige Ausdrücke, die sich hauptsächlich darin unterscheiden, daß schwanen eher etwas nicht so Gutes dabei zu empfinden bedeutet und schwanger sein eher unbestimmte Gefühlsassoziationen veranschaulicht. Die Symbolik des Schwans für Reife und Vollendung in Verbindung mit Trauer und der Schönheit eines Schlußwortes, Gesangs sind oftmals vergleichbar mit den Gefühlen oder Gefühlsschwankungen, die bei Schwangeren auftreten können. Himmelhochjauchzend und zu Tode betrübt.

Die anscheinend falsche Übersetzung oder scherzhafte Verwechslung zwischen dem lateinischen olere, riechen und olor, Schwan, wie oben beschrieben, erschließt sich unter den Gesichtspunkten der Symbolik des Schwans und der Schwangerschaft doch eher als eine beabsichtigte Wortherleitung.

Wer und warum auch immer „schwanger sein“ nur mit schwerfällig erklärt, hat keine Begrifflichkeit über den Zustand einer Schwangerschaft und reduziert das entstehende Leben auf die während der Schwangerschaft stattfindende äußerliche Veränderung und ignoriert die seelischen Komponenten, die mit einer Schwangerschaft einhergehen.

Mir schwant etwas, ich gehe schwanger mit der traurig schönen Melodie der Vollendung, der Reife, die ein neues Leben gebiert oder eine neue Erkenntnis, Lebenssituation schafft.

Erinnern wir uns der Photos, Bilder von Schwaneneltern, die ihre Köpfe aneinander strecken und die Form eines Herzens bilden, dann löst es bei vielen Menschen den Wunsch nach Harmonie, Liebe und Treue aus. Haben wir diese Symbolik verinnerlicht, dann kann kein schwanen und schwanger sein uns davon abhalten, das Positive selbst im Schmerz zu sehen.

Doris Mock-Kamm

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Wirtschaftswachstum verursacht kriegerische Konflikte

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Dessen Grenzen schon lange vom Club of Rome vorausgesagt

Eigentlich beinhaltet die Überschrift dieses Artikels bereits das ganze Desaster, mit dem die Menschheit seit etlichen Jahrtausenden im wahrsten Sinne des Wortes zu kämpfen hat. Eine stetige Bedienung nimmersatter Eliten, die ein beharrliches Festhalten am Wirtschaftswachstum fordern, verursacht bei genauerem Hinschauen kriegerische Konflikte.

Die Geschäftswelt muß solchen Aussagen natürlich widersprechen, wer möchte schon gern seine Felle davonschwimmen sehen, wenn eine Wachstumsende in den Fokus gezielter Überlegungen rückt. Und doch kann auch diese nicht verhindern, daß aufmerksame Geister ein wenig weiterdenken, sich durchaus vorstellen wollen, wann das Maß einer rücksichtslosen Ausbeutung sich erschöpft. Und das nicht etwa nur, weil mal der Club of Rome 1972 The Limits to Growth, zu deutsch „Die Grenzen des Wachstums“, jene Studie zur Zukunft der Weltwirtschaft vorstellte.

Es kommt am Ende alles ans Licht

Den US-amerikanisch eingeführten Fernseher in den eigenen vier Wänden als Dauerberieselung nonstop präsent, am besten stets nette Gäste um sich scharend, lebt es sich völlig ungeniert, wenn mal solche Gelegenheiten sich ergeben, weil hauptsächlich sich um Geschäfte kümmernd man in irgendwelchen schnieken Bürolandschaften Entscheidungen fällt, wie die Wirtschaft sich krakenhaft weltweit ausbreiten möge. Ein wenig zu düster und klischeehaft überzogen formuliert?

Betrachten wir uns die Ergebnisse dieser ignoranten Haltung und Einstellung, mag die soeben geschilderte Übertreibung noch harmlos dagegen sein. Es hilft kein ständiges Heraushalten, weder durch Schönreden, Wegschauen oder Hinzudichten, da ein verzerrtes Trugbild sich offenbart. Denn die Wahrheit läßt sich keineswegs austricksen, ans Licht kommt alles, selbst wenn noch so lang verborgen mittels geschickter Manipulation.

Man kann nur noch die Folgen des schier unerschöpflichen Wachstums auf unserem blauen Planeten erkennen. Von der sich verselbständigten Umweltzerstörung zur nach wie vor völlig unterschätzten Freihandelspolitik einer offensichtlich bewußt inszenierten Entwicklungshilfe, wie sie Volker Seitz hier anmahnte, bis hin zum Frieden selbst, der weiterhin nur eine Illusion bleibt. Wer die Zusammenhänge nicht erkennen will, muß sich als Ignorant verantworten, im Kleinen wie im Großen.

Veränderung in Sicht?

Ein Paradigmenwechsel findet längst statt, wenn auch unter der Wucht einer zunehmenden Sozialverrohung, die in Industrienationen sich wie ein Krebsgeschwür ausbreitet, eine dekadente Politik wie Marionetten den Wachstumseinflüsterern dienlichst funktioniert, während die Schere zwischen Arm und Reich unaufhaltsam weiter auseinander zu klaffen droht.

Werden letztlich begrenzte Rohstoffreserven trotz menschlichen Erfindergeistes, diese zu umgehen, Umweltkatastrophen bis hin zu Naturkatastrophen diese Entwicklung eines ewigen Wachstums stoppen? Und wenn das nicht reicht, folgen furchtbare Kriege, jener Prozeß erneut beginnen mag? Wie lang sollen Menschen solche verkehrten Ziele weiterhin verfolgen, wenn immer mehr gleichzeitig wissen, daß sie verfehlt? Eine Umkehr, also eine Wachstumsrücknahme hat bereits eingesetzt, und es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis sie in einem wesentlich größeren Umfang stattfinden muß, bevor keine Chance auf Rückkehr vorhanden.

„Politik ist nur der Spielraum, den die Wirtschaft ihr läßt.“ (Dieter Hildebrandt)

Wenn dies endlich von den Völkern verstanden wurde, kann eine befreite Menschheit beginnen, eine Politik zum Wohle aller zu gestalten.

Lotar Martin Kamm

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Jeder für sich

 

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Lampions hängen,
Menschen drängen,
sie wollen feiern,
sich aneinanderreihen.

Tagsüber Abstand,
nachts einen Vorwand,
die vermisste Liebe
weckt mannigfache Triebe.

Es wird gesäuselt,
Alkohol träufelt
nicht nur ins Glas,
was für ein Spaß.

Wenn der Morgen graut,
geschlüpft in die alte Haut,
kennt die Nächsten nicht wieder,
im Dunkeln singen sie Lieder.

Das Schicksal
des Einzelnen egal,
Lampions erstrahlen,
um Unschuld zu bewahren.

Das schummrige Licht
das Herz nicht trifft.
Man hat sich gesehen,
es ist Zeit, weiterzugehen.

Sie bleiben sich fremd,
damit ungehemmt
keiner verantwortlich
für den anderen ist.

Nafia

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Korruption allerorten uns belästigt

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Satirischer Rückblick…

Jede offizielle Version darf somit nicht stehen, glänzt durch gräßlichen Hohn, wird nicht einfach von dannengehen. Woran dies wohl liegen mag, daß man Tag für Tag den kleinen Mann betrügt, weltweit stets dermaßen dreist lügt? Der Macht willen die einen kundtun, ganz im Stillen würde angeblich eine gewisse Gerechtigkeit ruhn. Da taucht aber die neugierige Frage auf, was soll dieser korrupte Lauf? Mal Hand aufs Herz, trotz diesem lächerlichen Scherz, Politik würde fürs Volk dasein, obwohl sie letztlich es läßt allein, beugt sich der Bürger jedem System. Wie bequem!

Als das Meer rebellierte, ob in Wahrheit oder in so manchen Geschichten, Mensch sich nicht genierte, es schonungslos zu vernichten, da mag manch Aufgeweckter vielleicht erkennen, solch Missetaten deutlich zu benennen. Daher muß die Wegwerfgesellschaft sich in Frage stellen, darf keineswegs mehr die Wahrheit verprellen.

Geht doch, auch im Nachbarland Österreich greift rechtzeitig die Besinnung noch: Eine schallende Ohrfeige an Europas Rechtspopulisten fegt jene Mischpoke zunächst von den Pisten. Wetten, ihr Haß läßt sie bereits erneut zusammenfinden, bösartige Seilschaften vielfach verknüpfend sich binden? Daß dies auch an anderer Stelle geht, Ihr hierbei seht. Verunglimpfung betroffener Hartz-IV-Empfänger perfide Selbstverständlichkeit. Ist es mal wieder soweit, weil politische Verantwortlichkeit  zu solch Schandtaten bereit?

Hauptsache Wut entfachen, aber die Rechnung ohne den Wirt zu machen, läßt’s schon bald heftigst krachen. Erst recht bei politischem Blendwerk oder Kungelei, dann ist’s mit der Ruhe vorbei. Auf den Spuren der Profis zu lustwandeln, könnte manch Freude verschandeln, zieht den einfachen Mann nicht unbedingt in den Bann.

Deshalb die Liebe vergeht, manchmal besorgt danebensteht? Bloß nicht aufgeregt! Gibt es schon genug Bedenken zu betonen, die uns nicht verschonen. Erdoğans Präsidialsystem schon bald Realität? Dann wäre vieles bereits zu spät. Kein Zufall, eher Absicht, so wie überall, wo zu viele Schatten statt reinigendes Licht. Wir wissen doch, der Mehrwert alles andere als eine Frage des Preises. Man gedachte noch des Fleißes, der durch Arbeit Abhilfe schafft. Aber die Menge bloß gafft, während die Elite ihren Reichtum zusammenrafft.

Bis der Nebel sich lichtet, ist vieles bereits längst gerichtet. Wat fürn Krampf, man sieht es doch beim CDU-Parteitag, wo der Rechtsruck bestimmt den Wahlkampf. Genauso ist’s gewollt, erneut solche Mischpoke man hervorholt: die Radikalisierung der Gesellschaft. Ham sie’s schon wieder jeschafft? Man is dette mies und so richtig fies. Vermeintliche Anonymität im Internet einfach nur feige wirkt, egal wer oder was sich dahinter verbirgt. Jene Pappnasen sollten niemals vergessen: Erst kommt die Moral und dann das Festtagsessen!

Lotar Martin Kamm

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Vermeintliche Anonymität im Internet einfach nur feige

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Fehdehandschuh aufnehmen, um eine verängstigte Gesellschaft zuzulassen?

Jeder wird wohl aus der Schulzeit den einen oder anderen Klassenkameraden kennen, der feige von hinten jemanden geschubst und sich nicht zu seiner Handlung bekannt hat. Vielleicht haben Sie auch in der Situation einer Mutprobe versagt und waren zu feige, etwas zu tun. Bei manchen Mutproben werden nur als unangenehm oder unappetitlich angesehene Dinge verlangt wie Schnecken, Regenwürmer oder Käfer essen, andere Mutproben erfordern körperliches Geschick wie das Springen von hohen Mauern, ins tiefe Wasser, aber es gibt auch die Mutproben, bei denen bewußt Menschen geschadet werden sollen, etwa durch Bein stellen oder jemanden etwas wegnehmen, stehlen.

Wer sich Mutproben nicht zugetraut hat, wurde, wird oftmals aus einer Gruppe ausgestoßen, gar nicht aufgenommen oder für sein „Versagen“, seine „Absage“ so etwas nicht zu tun, gehänselt, ja, sogar bedroht. Feige sein, muß nicht unbedingt als negative Bewertung gelten, außer die Handlung geschieht hinterrücks oder die Handlung widerspricht dem sonstigen Verhalten eines Menschen und er wird abgestraft für sein Verhalten, dies ist aber nur im Sinne der „Auftraggeber“ feige.

Feige, ohne Ehrgefühl, unehrenhaft, vor einer Gefahr ängstlich, ohne Mut, hinterhältig, gemein, mittelhochdeutsch veige, althochdeutsch feigi, bedeutete ursprünglich, dem Tode verfallen, verdammt und ist möglicherweise (hier ist sich die Sprachwissenschaft nicht sicher) verwandt mit Fehde.

Die Fehde bezeichnet eine Feindseligkeit zwischen Personen, Sippen, Familien, die oftmals in kämpferischen aber auch mit rechtlichen Schritten zur Durchsetzung der jeweiligen Ansprüche ausarten kann. Althochdeutsch (gi)fēhida, Feindschaft, Streit.

Hader, Clinch, Feindschaft, Konflikt, Händel, Unfriede sind Wortbegriffe, die für Fehde eingesetzt werden können. Augenscheinlich ist die Sprachverwandtschaft zwischen feige und Fehde erklärbar, wenn wir davon ausgehen, daß der Feigling, der zum Tode verdammte, dazu bestimmt war, einen Auftrag auszuführen, dessen Ausgang, egal ob er ihn ausführte oder nicht, sein Leben bedrohte. In diesem Zusammenhang sei daran erinnert, daß manche Überbringer, Boten ihre Nachrichtenübermittlung mit dem Leben bezahlten, dabei war es oftmals unerheblich, ob ein offener Krieg ihn ins „Feindesland“ gehen ließ oder im Vorfeld diplomatischer Bemühungen, um einen Konflikt zu vermeiden.

Durch die vermeintliche Anonymität in der Internetwelt fühlen sich einige Menschen sicher, nicht belangt zu werden, wenn sie entweder mit ihrem Klarnamen, aber auch mit Fake-Namen andere Personen diffamieren, bedrohen, ängstigen, um entweder sich einfach nur Befriedigung zu verschaffen, jemanden Leid zugefügt zu haben, aber auch zunehmend, um durch ihr Gebärden ihre vermeintlichen richtigen Einstellungen zur politischen, wirtschaftlichen, sozialen Lage mit diversen Drohungen durchsetzen zu wollen.

Bei einigen steckt die perfide Absicht dahinter, vorzugaukeln, eine große Anzahl von Menschen denke ebenso, sie seien aber zu feige, sich zu äußern. Zudem bestehe die Fähigkeit, große Menschenmassen zu mobilisieren, die sich zur Wehr setzen würden, um Andersdenkende von ihrer Meinungsäußerung abzuhalten. Dies ist der Beginn einer Fehde, einer Fehde, die dazu auffordert, Unzufriedenheit, Haß und Wut freien Lauf zu lassen. Das Ziel ist eine verängstigte Gesellschaft.

Deshalb ist es vonnöten, den Menschen den Rücken zu stärken, die bedroht, verängstigt werden und nicht zuzulassen, selbst dem Tode verfallen, verdammt, feige zu sein. Denn nur wenn viele Menschen den Fehdehandschuh nicht aufnehmen, existiert eine Chance zur Kommunikation, ohne einen Konflikt heraufzubeschwören.

Doris Mock-Kamm

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