Halloween as usual

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When the sun is shining bright
you will see the amazing light
through all these things.
Thoughts giving wings.

When the earth is turning around
you will listen to the noisy sound
which people doing all day long.
What happens might be wrong.

When the sun is setting after a busy day
you and other guys will somehow say
that working may often be useless.
You’ll never get rich, we guess.

When the night is falling on Halloween
you never have an idea or seen
what will happen in this horror night,
switch on a lot of bright light.

Maybe haunting will be gone
you’ve had much fun
at least for some lovely hours.
Next day there are heavy showers.

Lotar Martin Kamm

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Umweltschutz: Belastung der Gewässer hält an

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Gifte in Flüsse gekippt und ins Meer entlassen

Bedenkenlos entsorgen Menschen ihren Müll vor Ort, an den Straßenrändern, sogar vor eigener Haustür, muten den Flüssen jedweden Abfall zu bis hin zur Duldung, daß die Industrie ihre giftigen Substanzen dort einleitet, man kann nur noch von einem Ausbleiben des Umweltbewußtseins sprechen oder zumindest von einer sträflichen Ahnungslosigkeit.

Was möge diese erschreckende Gleichgültigkeit aufhalten, wenn trotz großartiger Umweltkampagnen weiterhin ganze Industrieverflechtungen zusammen mit einem Pool nahezu grenzenloser Korruption stattfindet, in Wirklichkeit alles andere als ein umweltpolitisches Handeln? Gifte in Flüsse gekippt und ins Meer entlassen ein nach wie vor hinzunehmendes Ergebnis ohne Aussicht auf nachhaltige Besserung?

Deutschlands Umweltstandards vorbildhaft und doch ohne notwendige Konsequenzen

Natürlich weiß jedermann, daß gerade unser Land in Umweltstandards weltführende Errungenschaften veranlaßte und oftmals durchsetzte, diese vorbildhaft zu mancher Nachahmung führten, der betroffenen Umwelt sei Dank. Obwohl solche politischen Prozesse als begrüßenswerte Entwicklung wir weltweit beobachten können, wenigstens punktuell in manchen Staaten, deren Industrien oder Landschaften, sollte man das Gebot der Stunde, Umweltverbrechen stets anzumahnen, keineswegs vernachlässigen.

Sorgen dürfen durchaus betont werden, denn was hierzulande schon sträflich verharmlost wird, bedeutet weltweit sowieso ein Desaster. Eine bereits von 1994 bis 2004 betriebene Studie der Universität Koblenz-Landau kommt zu dem Ergebnis, daß es um die Wasserqualität in Deutschlands Flüssen schlecht bestellt sei. Malen Sie sich mal selbst aus, was da draußen weltweit ohne jedwede ausdrückliche, nachhaltige Kontrolle geschieht mit den Flüssen, die als Abwasserentsorgung dienen.

Flüsse als Abwassertransportmittel mißbraucht

Kennen Sie noch die Zeit der wunderschönen Batik-T-Shirts, die in den 1970iger Jahren begünstigt durch die Hippie-Bewegung gern getragen wurden? Die Ursprünge dieser Textilfärbeverfahren findet man in Indonesien. Doch während die Europäer oder die US-Amerikaner ahnungslos sich solch bunter Kleidung erfreuen, nutzen dies hunderte Textilfabriken an Javas größtem Fluß, dem Citarum, um dortigst ihre giftigen Substanzen wie das hochkonzentrierte, krebserregende Antimon, das hormonschädigende Nonylphenol oder das hochtoxische Tributylphosphat einzuleiten, obwohl rund 25 Millionen Menschen aus dem gleichen Gewässer ihr Trinkwasser gewinnen, es dem Waschen oder der Bewässerung ihrer Farmen und Reisfelder dient. So etwas nennt man einen in Kauf nehmenden Tod in Raten mittels ignoranter Industriefirmen.

Obwohl die Weltgemeinschaft durchaus zurecht gen China schaut, weil dort sehr viele Menschen unter einer Umweltbelastung unvorstellbaren Ausmaßes leiden müssen, dürfen wir nicht einfach den Rest der Welt vernachlässigen, zumal natürlich hinter dieser Kritik auch machtpolitische Interessen sich verbergen. Ob in Afrika, wo der Viktoriasee längst umzukippen droht, da Kenia, Tansania und Uganda bedenkenlos ungeklärte Haushalts- und Industrieabwässer in ihn einleiten, im Niger sowie im Senegal fast keine Fische mehr vorhanden sind, Indiens heiliger Ganges einer offenen Kloake gleicht, überall meint Mensch, weltweit seine Flüsse als Abwassertransportmittel mißbrauchen zu müssen, ganz gleich welche Konsequenzen daraus folgen.

Wegweiser für ein greifendes Umweltbewußtsein

Die Detox-Kampagne, wie sie Greenpeace im Juli 2011 ins Leben rief, ein zukünftiger Wegweiser, in wie weit ein um sich greifendes Umweltbewußtsein gefördert wird? Manche Erfolge muß man in diesem Fall schon feststellen, wenn Firmen wie Puma, Adidas, Li-Ning, H&M, C&A und Mark & Spencer sich bereit erklärten, auf gefährliche Chemikalien zu verzichten.

Unsere Zukunft wird zeigen, in wie weit die Menschheit ihre Flüsse weiterhin belastet oder aber endlich begreift, wie wichtig Umweltschutz uns alle vor möglichen Katastrophen bewahrt, dessen gefährliches Ausmaß wir längst nicht wirklich abschätzen können.

Unterhalten sich zwei Angler am Rhein, die sich von Petri Heil geradezu verfolgt vorkommen. Fragt der eine den anderen: „Sag mal, weißt du, warum die Fische wie wild anbeißen?“ – Sagt der andere lakonisch: „Die wollen raus!“ (Verfasser unbekannt)

Lotar Martin Kamm

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Jahrmarktbesuche

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Als wir noch Kinder waren, meine drei Geschwister und ich, fuhren wir jedes Jahr mit unseren Eltern in die Großstadt, für uns in die weite Welt. Obwohl ich heute sagen muß, es war eine Reise in eine Kleinstadt. Diese Kleinstadt veranstaltete jährlich einen großen Jahrmarkt, der bereits schon vor hunderten von Jahren immer zum Ende der Erntezeit stattfindet. Es war für die umliegenden Dörfer die Gelegenheit, ihre Waren zu verkaufen, Geschäftsverbindungen zu festigen, Nachrichten, Tratsch aus aller Welt oder bloß vom Gehöft weiter zu hören. Für viele jungen Leute die einzige Möglichkeit, sich nach anderem Jungvolk umzusehen und die neuesten Errungenschaften der schnellebigen Welt der Städte zu genießen.

Und natürlich haben sich all die Jahrhunderte zu diesem Ereignis auch Gaukler, fahrendes Volk, Artisten eingefunden, um hier ihr Können zu präsentieren, vom locker sitzenden, zu diesem Fest angesparten Geld auch etwas abzubekommen. In meiner Jugendzeit allerdings waren keine Bader oder Heilkundige mehr mit ihren Ständen dabei, so wie es in einigen Romanen geschrieben steht. Dafür gab es den „Hau den Lukas“- Stand, ein Kettenkarusell, Schiffsschaukel, Schießstand, Lotterieverkauf, Autoscooter, Wahrsagerzelt, Pferdchenrondell und etliche Stände mit Bonbons aller Art, gebrannten Mandeln und Nüssen, Würstchen, Lebkuchengebäck, Zuckerwatte, die für unsere Eltern das Schrecken an und für sich darstellte, da bei dem Genuß nicht nur unsere Hände und Gesichter in Zucker getaucht wurden, sondern auch unsere Kleidung.

Da aber die festliche Stimmung auf uns allen lastete, ertrugen sie diese Unvermeidlichkeit mit einer gewissen stoischen Ruhe, die Eltern mit mehreren Kindern zuweilen befällt. Nicht zu vergleichen mit Tante Marias Reaktion, wenn unsere Cousine Barbara an der Zuckerleckerei naschte, denn Tante Maria war stets bemüht, jede kleine vorhersehbare Berührung der Zuckerwatte mit Barbaras Gesicht, Händen, Kleidung im Vorfeld zu verhindern und das obwohl Barbara ein Jahr älter war als mein Bruder Max und schon die zweite Klasse besuchte. Apropos Besuche, unsere Reise war nicht ausschließlich auf den jährlichen Jahrmarkt fixiert, meine Eltern verstanden es bestens, in diesen beiden Tagen des Wochenendes sämtliche Verwandte, Freunde, Bekannte mit in den Aufenthaltsplan zu integrieren.

Selbstverständlich übernachteten wir bei Tante Maria, die Schwester meines Papas, da sie und Onkel Herbert ein kleines Häuschen am Stadtrand bewohnten und für uns vier Kinder ein Zimmer zu Verfügung stand, das auf dem Dachboden eingebaut war, und das Barbara als Jugendliche beziehen sollte. Mama und Papa übernachteten im Wohnzimmer auf einer ausziehbaren Couch. Irgendwie schien Tante Maria Wochen vorher gekocht, gebacken und gewerkelt zu haben, denn stets waren nicht nur die zu den Mahlzeiten gereichten Lebensmittel in unüberschaubarer Zahl vorhanden, sondern auch Gebäck, Kuchen, Torten und natürlich ihre speziellen Einmach- und Einkochkünste wurden uns serviert. Das führte oft zu kleineren Ärgernissen bei den Besuchen der anderen Verwandten, Freunden und Bekannten, da wir mit gut gefüllten Bäuchen dort ankamen und beim besten Willen kein ansonsten von uns begehrtes Stück Kuchen mehr vertrugen, und unsere Eltern uns trotzdem baten, wenigstens etwas von der angebotenen Köstlichkeit zu probieren, damit die Verwandten, Freunde und Bekannte nicht den Eindruck bekämen, wir seien zu verwöhnt, und es fiel sogar der Ausdruck undankbar.

Manchmal erschien es uns wie ein Wettbewerb, deren Teilnehmer wir waren. Mama und Papa beherrschten allerdings die Wettbewerbsregeln ausgezeichnet, denn sie schienen nie gänzlich satt zu sein für das nächste aufgetischte Menü oder eine Kostprobe. Auch schienen einige Verwandte der Meinung zu sein, wir, die Kinder, müßten das ganze Jahr über darben und nahmen deshalb die Gelegenheit wahr, uns durch das Essen die Stärke zu geben, um bis zum Wiedersehen etwas für unser Wachstum beizutragen.

Bei allen diesen Besuchen wurden wir, egal ob in der Zwischenzeit ein Gegenbesuch stattfand, mit den Worten begrüßt: Ah, seid ihr aber groß geworden! Meine Brüder genossen diesen Satz, es schien, daß der Satz sie um einige Zentimeter wachsen ließe. Meine Schwester und ich allerdings, sie war die jüngste von uns Vieren, verstanden ihn eher als beleidigend, denn wir waren übereingekommen, immer schon so groß zu sein, wie wir eben sind.

Von diesen Besuchen sind viele kleine und kleinere Erinnerungen haften geblieben, und wenn sich die Gelegenheit unter uns Geschwistern ergibt, diese Erlebnisse wieder einmal untereinander zu teilen, so verbergen sich in den gemeinsamen Gesprächen stets verlorene Szenen, die neue alte Empfindungen hervorbringen. Ich jedenfalls kann über keinen Jahrmarkt oder keine Kirmes schlendern, ohne dem Hang zu widerstehen, einige der Köstlichkeiten zu kaufen mit dem Gefühl des gleichzeitigen Heißhungers und der vollkommenen Sättigkeit. Und ich verkneife mir, ehe werde ich mir die Zunge abbeißen, einem Kind, das ich nach längerer Zeit wiedersehe, zu sagen: Du bist aber groß geworden, oder du bist aber gewachsen. Denn dies empfinde ich bis heute als abwertende Bemerkung gegenüber dem Kind, das nun mal in einem Wachstumsprozeß steckt und die Aussage gar nichts mit seiner Persönlichkeit zu tun hat. Ich begrüße es lieber mit den Worten: Schön, dich wiederzusehen!

Doris Mock-Kamm

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Humanismus im Diskurs einer feindseligen Gesellschaft

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flickr.com/ Hans Olofsson/ (CC BY-NC-ND 2.0)

Gewalt erzeugt Gegengewalt

„Es kann der Frömmste nicht im Frieden bleiben, wenn es dem bösen Nachbar nicht gefällt.“ Jener Satz aus Friedrich Schillers „Wilhelm Tell“, den Tell dem Flurschütz Stüssi im Kapitel 15 in der Dritten Szene antwortet, wurde ein wenig verändert, aus „bleiben“ formulierte man „leben“, was durchaus sinngemäß. Ein friedliches Zusammenleben insofern nicht möglich, wenn selbst Neid und Mißgunst in der Nachbarschaft herrscht, gilt im Kleinen genauso wie im Großen. Des Menschen Wohlbefinden abhängig von friedliebender Umgebung, die vielfach gestört, vergiftet, angesichts etlicher Ereignisse.

Woran liegt’s? An sozialen Mißständen, an einer völlig verkehrten Politik, die ihr Volk leiden läßt, in dem eine konstante Anhäufung des Reichtums geduldet und gefördert wird, während gleichzeitig auf vielen Ebenen Ausbeutung betrieben. Stets diejenigen sich durchsetzen, die am lautesten tönen und rücksichtslos den Schwächeren zur Seite drücken, um sich selbstherrlich zu positionieren, ihren Stempel einer menschenverachtenden Einstellung alle spüren lassen, die ihnen nicht gehorsamst folgen wollen. Obendrein mit unverkennbaren Drohungen daherkommen, scham- und rücksichtslos. Kommt uns dies nicht bekannt vor?

Ein Blick in die Geschichte sollte genügen, wer denn genauer hinschaut, was sich mal wieder zusammenbraut. Jetzt mögen die Angesprochenen, die ganze Mischpoke der Rechtspopulisten, sich als harmlose Menschen ins rechte Licht rücken wollen, keine Mühen scheuen, ihr krudes Weltbild zu rechtfertigen. Es nützt ihnen nichts, wenn dennoch enttarnt von wachsamen Geistern, die ihnen den Spiegel vorhalten. Am Ende obsiegt die ganze klägliche Lebenseinstellung, in der ein friedliches Miteinander nicht fruchten kann angesichts jener rassistischen Grundgedanken.

Während Immanuel Kant im Zeitalter der Aufklärung noch Hoffnung hegte, der Mensch möge sich seines Verstandes bedienen, um seine Mündigkeit zu erlangen, scheint bis heute ein Großteil in der Bevölkerung dies weder verstanden noch umgesetzt zu haben. Woran dies wohl liegen mag? An Gutgläubigkeit, an Obrigkeitsdenken, an das Unvermögen, sich in entscheidenden Momenten im Kollektiv zu wehren, wenn es um Mitmenschlichkeit geht? Bei Befehlen, Gewalt und Haß auszuleben, folgt ein schneller, unwidersprochener Gehorsam, so manch verkorkste Seele findet gar Gefallen daran, eigene sadistische Züge anzuwenden. Welch grausame Erkenntnis, daß Mensch dermaßen leichfertig genau das verspielt, was der Schöpfung widerspricht: Du sollst nicht töten.

Zurück zu Schillers Wilhelm Tell. Der kleine Mann, der es wagte, die Obrigkeit zu stoppen, in dem der Reichsvogt Hermann Gessler mittels Pfeil von ihm erschossen. Das Recht zum Widerstand gegen die Form jedweder Tyrannei, das meinte Friedrich Schiller zum Ausdruck zu bringen in der Rolle des Wilhelm Tell. Und genau das sollten die Menschen verinnerlichen, um daraus zu lernen, eben eine solche Entwicklung erst gar nicht wieder zuzulassen, bevor sie sich verselbständigt.

Lotar Martin Kamm

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Kurztrip

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Gewiß, mein Schatz, der Reiseziele
gibt es heute mannig viele…
Auch der Mond ist nicht mehr fern,
säh von dort die Erde gern…
Doch bin ich heut und hier
mal wieder auf dem Trip zu Dir…
Wo sollte ich auch anders hin,
Du bist in meinem Herzen drin…
Und, glaub’s mir, unbenommen,
Du bist sehr einfach reingekommen…
Ich brauchte Dich nur anzuseh’n,
und rumms, da war’s gescheh’n…
Einen Haken hat die Sache doch,
in eine Richtung geht die Reise noch…
Von mir zu Dir, kaum andersrum.
Und das ist – dumm…

Peter Petereit

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Kein schöner Land zu keiner Zeit – zu viele gewaltbereit

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Satirischer Rückblick…

Schon wieder soweit, möchte man sagen, sich dabei erschrocken fragen, woran das wohl liegt, daß Mensch sich meist bekriegt. Wo wir doch alle nackt und unschuldig geboren, am Ende allesamt unsere Leben verloren. Dazwischen unsere Erde zur Hölle gestalten, weil dies schon so machten die Alten. Einfach dieses Muster kopieren, stets den Reichtum hofieren? Hat Mensch so viel zu verlieren, daß er keine Liebe leben kann? Welch grausamer Bann!

Doch er macht weiterhin fürchtliche Pläne, heißt’s doch, wo gehobelt wird, fallen Späne. Wehe, man sich dagegen auflehne, arglistiges hinter manch Stein hervorkroch, um erneut Gewalt walten zu lassen, widerlich dieses Hassen! Erneut sind geistige Brandstifter unterwegs, die gehen manch friedliebenden Menschen mächtig auf den Keks.

Ein Umdenken kann durchaus Hilfe schaffen, weg vom Hassen und kruden Zusammenraffen. Mensch selbst hat es letztlich in der Hand, dies zu praktizieren, ist überhaupt keine Schand. Vorbilder gab und gibt’s genug, wer sie meidet, folgt häßlichem Betrug. Aber Deutschland verweilt im Taumel dekadenter Politik, deren Weg bedeutet am Ende wieder Krieg, welch Rückschritt nach aller Müh, es hört nicht auf, nie!

Man mag gern Trachten betrachten, in fremden und bekannten Betten übernachten, in der Stille das Sein genießen, bloß nicht verdrießen, wo doch genügend Probleme aufwarten, lustwandeln im paradiesischen Garten. Jedoch zurück zur knallharten Politik. Die EU unterstreicht beim CETA ihren politischen Herrschaftswillen: welch bittere Pillen für all die Gegner und Streiter. Geht dieser Wahnsinn jetzt immer so weiter?

Irgendwie schon, welch Hohn. Uncle Sams ungehobelter Kurs im Aufwind sich zeigt, erneut zur kriegerischen Expansion neigt, während die Menschheit noch kein Rezept, ihn zu stoppen. Verschleppt, mittels ständigen Foppen? Weil viel Show sie blendet, Ressourcen arglos verschwendet? Da helfen keene Nachmittagsbesuche, keen Gefluche.

Wir sehen doch völlig irritiert, wohin solches führt. Das Horrorclown-Phänomen exemplarisch für Gewaltbereitschaft in der Gesellschaft, drüben übern Teich hat man’s uns vorgemacht, sie jetzt vielerorten entfacht. Frühstück bei Hagedorn mag keine Abhilfe schaffen, wenn die Schere zwischen Arm und Reich ist am Auseinanderklaffen. Per chemischer Schädlingsbekämpfung Mensch sich und der Natur das eigene Grab schaufeln tut. Daraus entsteht berechtigte Wut, weil solches für niemand gut.

Wir blicken schon zurück, Stück für Stück, auch was den scheidenden Oktober anbelangt, manch einer grübelnd wankt. Ein Novemberspaziergang kann unsere Gedanken sortieren, uns zu sammeln, bevor wir den Rest der Welt verlieren und viele Tote vor sich hingammeln.

Lotar Martin Kamm

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Novemberspaziergang

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Wir schreiben das Jahr 1751 und ich befinde mich im Nirgendwo zwischen Rhein und Donau. Nachdem ich mich zu einem nachmittäglichen Spaziergang aufgemacht habe, um mir die Beine zu vertreten und um ehrlich zu sein, auch ein wenig neue Inspirationen zu tanken, weil ich nunmehr seit Wochen keinen vernünftigen Satz, geschweige denn einen vernünftigen Gedanken niedergeschrieben habe, aber der Herr Verleger in Berlin dringlichst um Ablieferung neuer Geschichten erbeten hat, kurzum ich habe mich verlaufen.

Mit meiner letzten aufzubringenden Kraft sitze ich hier in einer Hütte, wohl eher ein Verschlag, der dazu dient, für kurze Zeit etwas unterzustellen. Durch die Ritzen zieht nicht nur der Wind, sondern die inzwischen angehäuften Schneemassen drängen wie von Geisterhand gedrückt in den Innenraum. Seit nunmehr zwei Tagen habe ich mich von dem weißen Wasser ernährt, und ich fühle mein Ende naht.

Dies schreibe ich nieder mit einer gefundenen Feder, die ich in kalte Asche getaucht habe, als Papier dient mir, wie ihr unschwer erkennen werdet, lose Bretter, die gestapelt an der rechten Verschlagwand aufgeschichtet waren. Selbst die Asche, die etwas links von der Hütte, bereits mit nassem Laub und Schnee bedeckt war, neigt sich wie mein Leben dem Ende zu. Nichts an mir und außerhalb von mir ist noch als trocken zu bezeichnen, alles ist durchdrungen von nasser Kälte, sogar tagsüber tropfen die Eiszapfen an dem Verschlag nicht ab. Die ganze Landschaft ist in einem blauschwarzen Wolkenmeer verschwunden, Tag und Nacht sind nur durch die Intensität eines dunkleren Blaus zu unterscheiden.

An diesem meinem, nun folgenden jämmerlichen Ende ist meine heißgeliebte Ehefrau Bea schuld. Ja, ich muß es so deutlich aussprechen. Liebste Bea, verzeih mir diese drastischen Worte, aber das Unausweichliche naht, und ich bevorzuge, wie du weißt, Aufrichtigkeit, im Angesicht meines Todes ein unabdingbares Mittel, um nicht mit Sünden aus dem Leben zu scheiden. Meine Finger sind kaum noch zu bewegen, sie sind nur dank meiner Anstrengung, dieses letzte von mir Gedachte niederzuschreiben, fähig, die Feder zu halten.

Mein Herzallerliebstes, meine Muse, mein treuliebendes Weib, das mir unter Tränen versprochen hatte, in guten wie in schlechten Zeiten mit mir zu sein, du weißt, du hast diesen Schwur gebrochen, indem du mir seit Wochen mit deinen verletzenden Worten und unter Zuhilfenahme der Drohung, zurück zu deinem Elternhause zu eilen, mich spüren läßt, wie wenig Rücksicht ich auf deine Belange nehme. Sicher, das gestehe ich ein, der Verkauf des Schmuckes von deiner heißgeliebten Tante hat dich geschmerzt und ich hatte dir versprochen, dir noch viel wertvolleren Schmuck und neues Tafelsilber zu kaufen, sobald meine literarischen aus der Seele geträufelten Gedichte und Geschichten mir den vergangenen Ruhm wieder bescheren werden.

Aber anstatt in mich vollstes Vertrauen zu setzten, kamen täglich Nörgeleien, Zurückweisungen, Tränen auf den Tisch, ganz zu schweigen davon, daß die köstlichen Essensgerichte nun von dir selbst zubereitet werden mußten, weil die Köchin das Haus verlassen hatte, nachdem du ihr vorgeworfen hattest, sie würde das ihr zum Einkauf zur Verfügung stehende Geld nicht sachgemäß verwalten, obgleich du wußtest, daß seit Tagen schon bei den Händlern angeschrieben werden mußte. Was konnte ich dafür, daß der Herr Verleger aus Berlin mir keinen weiteren Vorschuß gebilligt hat.

Dein Herr Papa war so freundlich, mir zur Erhaltung und Wahrung der Familienehre den Vorschlag zu unterbreiten in aller Abgeschiedenheit, zu den von mir so innigst herbeigesehnten Inspirationen zur Niederschrift meiner ansonsten von ihm nur wenig beachteten Gedichte, dieses Zimmer in dem Gasthaus „Zum Tannenblick“ für einige Wochen zu mieten. Aus diesem Grunde liebste, von mir angebetete Beatrice, bin ich vor zwei, oder sind es schon drei lange einsame kalte Tage und Nächte, die ich in unmenschlicher Umgebung verbringe, zu einem nachmittäglichen Spaziergang aufgebrochen, um danach mit frischen Elan die poetisch auf mich einwirkenden Eindrücke niederzuschreiben.

Inzwischen naht die schwarze Blaunacht immer näher, und ich habe Mühe, diese letzten von mir mitzuteilenden Zeilen noch mit dem möglichen Lichte niederzuschreiben. Mein Körper fühlt sich in glitzerndes Eis gehüllt, wie die dunklen Tannen um mich herum. Auf diesem meinem Spaziergange vernahm ich ein mir befremdlich klingendes Geräusch, ähnlich schleifenden Schritten, das sich hinter mir immer näher rückend und lauter werdend ausbreitete. Dieses Geräusch trieb mich immer weiter in den Wald, so daß ich bald darauf die Orientierung verlor, aber auch zu meinem Glücke das Geräusch nicht mehr vernahm. Auf dem Weg zurück änderte sich das Wetter schlagartig in einen Schneesturm, so daß ich die erste Nacht völlig erschöpft unter Bäumen einschlief.

Noch zuversichtlich machte ich mich auf den Weg zu meinem Gasthause, aber der dichte Nebel hat mich hier zu diesem Verschag geführt, in dem ich nun…

„Hannes, Hannes, Hannes, kannst du mal die Kopfhörer abnehmen! Hannes!“
„Monika, ist es…?“
„Hannes, sag mal, du tickst doch nicht mehr ganz richtig. Sitzt hier vor der geöffneten Kühlschranktür mit Winterpulli, Mütze, Handschuhen, obwohl wir draußen gut und gerne 30 Grad haben! Und komm mir jetzt bloß nicht wieder mit der Ausrede, du bräuchtest reale Umgebung für deine blöden Geschichten! Das hatten wir doch nach der Überschwemmung des Badezimmers abgehakt, nachdem du diese Geschichte der Schiffsreise möglichst mit original Wasserrauschen aufschreiben wolltest!“

Doris Mock-Kamm

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